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Full text of "Tractatus de eo, quod justum est circa stuprum. Von Schwäch- u. Schwängerung der Jungfern und ehrlichen Wittwen. Worrinnen von der Obligation dess Stupratoris, der demselben bey fälschlicher Beschuldigung gebührenden Satisfaction, der Straffe dess Stuprat"

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: http://www.archive.org/details/tractatusdeeoquo00beck | 

























































































" | SEVEN, 


TRACIAIUS 


co, quod juftum p^ circa ftuprum, . 
Yon 





— 
Sungfern und ehrlichen pitt. 


Worinnen von ber Obligation deß Stupratoris , der dem⸗ 


ſelben bey faͤlſchlicher Beſchuldigung gebührenden Satisfaction , ber 

Gotraffe beB Stupratoris und ber Geſchwaͤchten, bem Richter, vor welchen die 

Schmid r und Echmängerungs - Sachen gehörig, der deeititistion ber natürl. Kinder, wie aud) 

pon bem Denen natürliden Eltern über ihre nat tliche Kinder, ingleichen bem dem Stupratori, 

der Geſchwaͤchten, und denen natürlichen Kindern in 2Infebuna ber Bormundfchafft, Eheverbin⸗ 

dungen, Zellamenten, Succeffionen , Contra&en, Verbrechen und Gerichtlihen Handlungen jus 
fiehenden Recht, und mas grändlich und ausführlich 


Aus denen allgemeinen S ido ‚Rechten , uno denen be: 


waͤhrteſten Scriptoribus zufammen getragen , durch und durch mit 
denen allerneueften Refponfis, prejudiciis unb decifi eee beftárcfet , und jt» 
 bermánniglid jum beften, n I Kegifter verſehen, 
eraus gegeben 


- Joh. Jodoco Be, ICt. Hodgrävlid: Hohenloh / Neuen⸗ 


ſtein⸗/ und Hochgraͤvl. Giechiſchen Rath; der Hochloͤbl. Republique 
| Nuͤrnb berg Confliario , bep ber Vniverfität Altdorf Codicis & Juris Canonici 
I. Profeff, Publ, unb bep der Sjuriffenz Facultät Aſſeſſore primario. 


0 


Yrürnberg, 


s" nins Johann Georg gone, cdd i 
Anno MDCCXLIII, 





RER O4: gedegenegeg 
tRSGRGSRRQIQ HURGATRNURI QUERUNTUR RUE ORAUQGQE 


Korrede. 


(IS wird wol nicht leichtlich eine mate⸗ 
Sg rie fen , bie fo offt und vielfältig in 

= praxi und foro vorfommt, ald gegen. 
mwärtige von Schwäd)- uno Schwänge 
rung oer Jungfern uno Wittwen / wel 
ches mid) dann veranlafiet , diefe fo nügliche 
und alltäglich vorfallende materie bep ver: 
abnnten Reben- Stunden, vor die Hand zu 
nehmen, und umſtaͤndlich und gruͤndlich aus 
zuführen, bevorab, ba, fo vielmir wiſſend, noch 
fein Autor diefe materie ex profeflo, und in 
einem befondern tradat , umd auf die Art 
uno Weiſe / wie von mit beichehen , abge: 





handelt hat ; aufler, daß ein und andere be — 


fondere themata von dieſer materie vorhant: 
den, und in difputationibus beſtehen, ald ba 
ift Burckhardi Bardili ds//erzatio de Jatısfa- 
efione fluprate Tubing. 1685. habita, Eliz 

Ro Auguft. 


"09,57 Mörrede 

Auguft. Stryk. dıfjertat. de definatione pa- 
jui matre fun ale Aus 1696. Joh. 
David. Walther. d//fertat. de dote fme ma- 
trim. Giefl. Hafl. Ao. 1702. Georg. Jacob. 
Höfft. di/Jert. de Virgine fluprata a fluprato- 
re non dotanda. Gieſſ. Ao. 1712. recufa Ao. 
1719. Antonius Bulleus de /Zupro violento, 
Bremz 1621. Mezner. de adulterio & Jfu- 
pro, Hafniz 1609. Sibrand. di/ert. an /fupra-- 
torem «violentum occidere heiat € Roftoch. 
Dann ba man anlonften, in dergleichen ma- 
terien ed gemeiniglich, in denen Commenta- 
riis, und andern fcriptis, bey der Obligation 
des Stupratoris , der dem Stupratori gebuͤh— 
renden Satisfattion, ber Beſtraffung, und dem 
Beweiß ded Stupri, bewenden lafet, bin ich 

hiexinnen noch weiter gegangen, unb habe 
auſſer dieſem, annoch allbier alle dieienige 
Jura und Gerechtfame, welche in Anſehung 
der Shwid-und Shwängerung/ cire 
gefuͤhrt zu finden , und dem Stuprator!, der 

Geſchwaͤchten, denen natürlichen — 


: Varrede. 
unb andern Perſohnen zuſtehen, annoch col- 
ligirt und beygetragen. Es wird demnach 
der Geneigte Leſer, in dieſem von mir edirten 
tractat antreffen, worinnen ber civil - und 
politifche Stande des Stupratoris,, und der 
Geſchwaͤchten, wie auch derer auddemStupro 
erzeugten Kinder beitehe 5 worzu der Stupra- 
tor der Geichwächten, fo wohl auf dem Sall, 
da ein Eheverfprechen vorhanden, als auf dem 
Tall, da fein Eheverfprechen darben vorge: 


— engen , verbunden , was berentaegen dem 


Stupratori flit eine Satisfaction gebühre, 
wann er fälfchlich zum Vater des Kindes aite 
gegeben worden, mit welcher Straffeder Stu- 
.  prator und die Geſchwaͤchte von der Obrig—⸗ 
—— feit gu belegen, infonderheit aber der, fo eine 
Rothzucht begangen , vor welchem Richter 
die Schwaͤch unb Schwängerungs- Sachen 
zu trackiren; mte ingleichen was für Jura ber 
Stuprator und die Geſchwaͤchte über Die na. 
türliche Kinder zu exerciren habe, was für 
Jura dem Stupratori und b Geſchwaͤchten 

| | | 3 liii 


We Vorrede. 

und denen natuͤrlichen Kindern, in Anſehung der Vor⸗ 
mundſchafften, Eheverbindungen, Teſtamenten, Erb⸗ 
ſchafften, Vermaͤchtnuſſen und Succeſſionen, Con- 
traten, transadt unb Vergleichen, Verbrechen, und 
Gerichtlichen Handlungen suftebe, und nod) viele ande: 
re Sachen mehr , wie der jetzt gleich bernach folgende 
Summariſche Innhalt des gantzen Werds ausweiſet. 
Welches alles ich mit gehörigen Fleiß , aus denen bes 
währtiften Rechts⸗Lehrern, aud) Phyficis, Medicis und 
Theologis gufammen getragen , und allenthalben viele 
und die allerneuefte Keſponſa, decifiones und prajudi- 
cia zu mehrer SSeftárdf - und Uluftrirung der Haupt 
materie , und den ufum fori barbe gu zeigen, mit ein- 
geflochten s und damit bie Contenta dieſes Tractats 
deſto ehender unb leichter betannt werden möchten, ba 
be íd) nicht nur bey einem jediwedern paragrapho eines 
jeglichen Kapitels , bie benöthigten Summarien, am 
Rand beygefüget, fonbern aud) zu Ende diefes Wercks, 
ein volftändiges Negifter mit angehänget. Ich hoffe, - 
e$ werde diefe Arbeit nicht ohne Nutzen fepn , welches 
von Hertzen mütnjde, und mid) anbey bem geneig⸗ 





ten Leſer befteng empfehle. Altdorf den XX. Oktobr. 


Anno 1742. | 


Summe 














— is — em 


een: an 9256 03 je di : 


OIL DEVE 


Sue, 2 
des gangen Werd, 
Erſtes Buch 
as Erſte Capitel. 


qon. se er €diád. Amb Schwaͤngerung bet. ——— | 
und insu insgemein. nf ilia I. aa 


Das Zweyte Capitel. 
diria Cii und D SMTDCR Stande des Stuprato- 








. ris, und der Geſchwaͤchten, wie auch derer aus dem — 


- Stupro erzeugten Kinder , infonderheit ob fo tool Dies 
* Perfohnen, als auch diejenige, fo eine SE dte 
tpratben vor unehrlich zu halten. Pag: 23-Íqq. 


Das Dritte Capitel. 
ob abi wie ferne wegen begangenen Stupri, ein: Ehe⸗ 





verloͤbnus, oder auch bie er ſeloſten difolvirt. mo ; 
(em "e à 39 D Pag. 75- Íqq 


v ^ Das 


Summa: ifeber endete 


BER ES Vierdte Espitel. 


Bon der Obligation bes Stupratoris und der Satis- 
fa&ion ber Gefchwächten, und zwar in dem Sall, 
bà pn Eheverſprechung darbey vorgegangen. 


Pag 108.Íqq.- 
Dee Sünffte Capite. 
Don ber Dotation oder Ausſteurung der —— 
ten. ., Pag.165.íqq. 
Dos. Sechſte Copitel. 
Se der Alimientation des aus dem Eo: Ben 
Das Sieberidi Eopitel. 
2 Boing] der Ehe mit der ovid. 
., Bag 232-fqq. 
| Das Achte Capitel ep 
n der. Satisfadion ber Geſchwaͤchten im Sall , da- 
bey dem Stupro ein Eheverſ reden coneurrirf. - 
Pag: 248.fqq. 
Das Neundte Eapitel. 
eb und; wie Vii € zu. da all gebrachten Perfohn, in. 
> Aingebung eſchwaͤchet oder geſchwaͤngert 
Lr some efien fepe. Pag.3o8.Íqq. - 
| Das 


des Hansen Wercks. 


Das Zehende Capitel. 
Von Beweiß in Gordo. ‚und Schwängerungs- Gas 
dem. | Pag. 351. iqq. 
Das Eilffte Capitel. 
Don der Eides-Delation in Schwach und Schwänge 
rungs⸗ Sachen. | Pag. 382.Íqq. 
Das Zwöllfte Capitel. 

m bet Straffe des Stupratoris und der Geſchwaͤch⸗ 
| Pag. 432. fqq. 
Das Dreyzehende Capitel. 

Von der Straffe der Noth⸗Zucht. Pag. 165. (gg. 

Das Vierzehende Capite" | 


Don der Satisfaction deflen , der der Schwaͤch⸗ und 
| Schmängerung unoilliger Weiſe iſt beſchuldiget wor⸗ 
den. | Pag. 5 17.fqq. 
Das Sunffzebende Capit. . ._ 

Don denen A&ionibus, welche ees 5 — halber fiatt 
- finben , und vor welchen Richter die Schwach und 
— eachen gehörig? ‚Pag; 527. fqq. 


XxX2a Under 





Summoriſcher cher jnnbaltt —— | 


C gnbere gud. 
Das Erſte Capitel. 


Bon Bud Recht, ſo denen Eltern uͤber die natürliche 
Kinder zuftchet, und wie die Vaͤterliche Gewalt über 
——— acquirirt werde? . Pag. 545.fggq. 


"Das Andere Capitel. - t 
Bon der Adoption unb Einkindfchafft. Pag. $96. fqq. 


Des Dritte Capitel.. 
Bon Rormundfchafften der natürlichen Kinder, und a an: 
dern den Stupratorem ratione der Vormundſchafft 
betieffenden Sachen. 70 Pag. 6oc. a4 


Das Dierdte Copitel. - 

Kon p Tuna und Ausſteuer ber mation fin. 
der, toit aud) von der au& bem unebelichen Beyſchlaff 
^ entftebenben. Bluts⸗Freundſchafft und Schmäger: 
M: , unb ber daher rührenden Blut ; Schand. 

DE 6io. 1: 


Das Sünffte Capitel. - : 

23on dem was von dem Stupratore und be Ge⸗ 
ſchwaͤchten, tote aud) denen natürlichen Kindern, in 

^ 9tnfebung der bremen udin Denen Rechten 
— " : HON ^ Pag. 666. fqq. 


Dos 


des es ganzen) Yoerdec lissmmue 


scm Sch te opitd. 
Don des Stupratoris und der © eſchwaͤchten, wie auch 


derer natürlichen Kinder Teſtam in legten Wil⸗ 
lens⸗ Verordnungen. pcm 692; is 


Das Siebende — 


Von des Stupratoris, der. Geſchwaͤchten und ber. na⸗ 
m Kinder Succeflion‘ —— Pag. 


703. Íqq. 

Dos Achte Capitel. un 
VO Kinder Einiverffung indie Erbfchafft 
ur tupratoris und ber Geſchwaͤchten, toie auch von 
einiaen $allen; in n welchen bie Geſchwaͤchte fich ber Erb- 
Uem vaut machet. | Pag 7 722. — 


Das Freundte Capitel. 

gion ber Schenckung unter denen Lebenden und auf den 
..,Sobt8 | Wall, brio von denen Giebingen, Verglei- 
chen, Contr acten Hand ungen‘, wie aud) dem 
Einſtand Recht des Stprators der Geſchwaͤchten, 
und der [is Kinder. 9^ — -Pag:763-fqq. 

as Sebenóe Capitel. 

Don einigen das Stuprum angehenden Verbrechen, bie 
wider den Stupratorem, die Geſchwaͤchte unb die 
natürliche Kinder, oder auch jemanden anders ausge: 
über werden. — Pag. 789. íqq. 


AAT na Das 





Summariſcher Innhale des gansen Werde, 
Das Silffte Capitel. 


Von denen iBeendpen, die von dem Stupratore oder 
‚ Sefchmächten begangen werden, infonderheit von Der 
Kuppeley und gemachten Unfruchtbarkeit, und 215: 
eps der Kinder. | = Pag. 793.fqq. 


Das Zwölffte Kapitel. 


Don Unterfehiebung falfcher Geburt , —— 
E AURA unb ben Mord naber Anverwandten. 
Pag. 813. fqq. 


"Das Dreysehende Eapitel. 
Bon Mord der neugebobrnen Kinder. — Pag.852. 2 | 


Das Dierzehende Kapitel: - 


gon dem Recht ‚welches bem. Stupratori , p T 
ſchwaͤchten, und denen nafürlichen. Kindern in. An⸗ 
ſehung ae — diia Rire. 

38 $87. f:qq. 


» 


TRA- 


| Digmnep 4D (o) 
== SEEN are — 


> 


EIER —— 
ees Be ee 


TRACTATUS. 


"eo quod juftum d circa ftuprum: 
Don 


| Pant unb Schwaͤngerung der 
| ne and ehrlichen 


Dad Erite Eapitel. en 
yon der Schwach und Schwänge " 


EB der RER und Witwen PL 


le 

m eta ort — wird in denen Rechten auf Ns Wie man⸗ 
5) Icy Art und Weiſe genommen / L) latiffime, und SM 
SYD beareift in fid) ben Ehebruch und die Sodomie⸗ pd On 
- L.6. 8.1 FF. ad Leg. Jt. de adulter. L. 101. pr. ff. deV.$.. un dos 

IL) late, und enthält in fid) , mit Ausſchlie ſſung des — men werde? 
bruds, bieunnatücticbe Unkeufehheit/danemlichen M ann 
Lon und Weib mit Weib no uide SANAT: | 

treibt ; Alan 

do 34 $. 1. PS » Lg p. s en pod 
A | Án) ids; 











À 
€ . Yon Gdwád unb Schwängerung sc. 
III.) ftri&e, für eine fleiſchliche Erkanntnus einer ehrlich 
unb unverleumden Syunafer ober Wittib; 
6. 4. Inflit. de pull. judic. Lauterbach Colleg. tbeoret. pract. 
4d ff. tit. ad Leg. Tul. de adulter. $. 37. 


unb in diefer leztern Bedeutung wird e8 auch von ung all; 
hier angenommen, und iff nichts anders , ala ein ſolches 
DBerbrechen , da eine ledige Manns: Derfobn eine Yung 
fer oder ehrliche Wittib beſchlaͤfft; Zu teutfd) nennet man 
8: Schändung/ Schwächung. 
Böhmer: Introd. in Fus-Digefl. tit. ad Leg. Tul. de adult. $ 31. 
Ludovic. iz docirin. Pandect, tit. eed, $. 11. 


: : Cage TE in 
Dass . Daß Stuprum oder bie Schaͤnd⸗ und Schwächung 
| T AT t zweyerley/ voluntarium & violentum, eine freyvoillt: 

und Ritt Ge und gewaltthätige; jene ift, ba eine unverleumde Wit: 
wenfhw& (15 ober Jungfer mit ihrem guten Willen / oder ohne groſſe 
arten, Wider fetzlichkeit / befiblaffen wird; biefe aber, ba jemand 
eine freye eine ehrliche und unverleumdete Jungfer ober Wittib mit 
d Gewalt und wider ihren Willen ihrer Jungfraͤulich oder 
tiat. —— Ehre beraubet; und dieſe gewaltthaͤtige Be⸗ 

ſchlaffung wird eigentlich eine Nothzucht genannt. 
Lauterbach. Colleg. cheor. pract. ad ff. tit. ad Leg. Tul. de 

adulter. &. 38. 68 41. Hopp. «4 $. 4. Inflit. de publ. judic. ad 
(7 1 diu ots mepha:. fan ud PN Ls od 
Bush Solchemnach wird ben ber Foth Zucht Haubtfähtih ere 
Baa fordert, daß foldye geroalttbétiger Weile roiber Willen der 
fordet Geſchwaͤchten gefihehe ; weilen aber zu beme, was wider _ 
werde? Willen vorgenommen wird, ſowol abfentia volunearis, alg — 

: aud) coacta voluntas gehörig, fo ergiebt fich hieraus , dag 

Welche ei 0€ diejenige ftuprum violmium bet Cfotb : zucht beges — 

neto, Den , welche 1.) durch gebraud;te aͤuſſerliche Gewalt dieſes 
— Verbrechen ausüben, 2.) welche durch harte Me os 


n Des erfien Buchs / erffes Lapitel, 2° 
eines Weibes Einwilligung extorquiven , fid) zu dem Bey⸗ 
ſchlaff zu beautemen. 3.) Welche eine Sinn loſe Perſohn be 
ſchlaffen, oder eine Weibs Perfohn burd) ben Trunck ſtarck 
und uͤbermaͤßig, zu dem Ende, Damit fie die Unzucht deſto 
bequemer mit ihr vollbringen koͤnnen, berauſchen, und ſchlaf⸗ 
fend ftupriren. 4.) Weiche ein Magdlein, die nod) ein Kind 
tt, fleiſchlich erkennen, es mag gleich eine Gewalt darzu ge 
kommen feyn oder nicht; Br 
Stryk. in ufu modern. ad fff. tit. ad Leg. Tul. de adulter. $. 16. 
Bejer. «d art. 119. Ordinat. Crimin. Carol. V. poft. 3. . 
Ludovic. zz Comment. ad Conflitut. Crimin. Carol. d, art. 
Carpzov. prax. Crimin. quefl. 75. mum. 11. & 39. & 
quæſt. 69.num. 35. Böhmer. Element. 7prud. Crimin. ſect. æ. 
cap. 9. 8. III. | | ! 





i PET MN 
Hingegen ift vor Feine Víotb: Zucht zu halten, wann mei: 
T.) eine Weibs Perfohn , welche Alters halber , confenti- ré: 
sen Fan, in den Benfehlaff imvilliaet , oder 2.) zu dem Bey Kinenon. 
if) ift berebet, oder 3.) bud) boͤſe Künfte darzu verleitet Quit iu 
Krefs. ad Ordinat. Crimin. Carel. V. art. 119. S. 2. zum. 2. 

Böhmer. iz Element. 7prud. Crimin. ſect. 2, cap.9. S. 111. : 

Wie bann aud) einige unter denen Rechts: Lehrern De Einige 
haupten, bag aud) diefes Fein Stuprum violenrum oder Groth: Sedit 
Zucht fepe , mann jemand eine Sinn-lofe Weibs Perfohn por trine 
befchläfft 5 weilen die Peinliche Hals: Gerichts: Ordnung Pothucht 
. SaifttGarl des V. art. 119. ausdruclich erfordert, bafi Dit nV, 
fe8 Verbrechen mit Gewalt unb wider Willen der Ge mand eine 
fhwächten ausgeuͤbet werde , ein Stafenber und Ginnlofer Zrlofe 

aber. hat weder dag Wollen nod) nicht Wollen/ das ift , Berfopn 


= 


: fan weder confentiren, nod) diffentiren unb widerſpre⸗beſchlaͤft. 
do. r4 : | | 2 : 
— — A2 


4 =. Don Shwäczu und » Shwängerung sc. ic. 


 #®Schilter. prax. jur. Rom. in Foro German. Exerc. 49. ip the. 12 
Manneins Leyfer. in meditat. ad Pandect. Specim. 584. meditat. 22. 
dint ölefe Ludovic. ad Conflit. Crimin. Carol. Y. art. 119. 


— So ift aub vor eine Nothzucht nicht zu halten, wann 

"heh, einer mit einer fcolaffenben Weibs Perſohn fid fitctid 
^ ijs vermiſchet; jedoch wird dieſes Stuprum ſchaͤrfer und dil 
xo enc v als andere gemeine Stupra befiraffet; 


vun m Leyfer. meditat. ad ff. Specim. 584. meditat, 24. 
alten. 


Rui fs fo gar, dag aud) vorfommenben Umfländen nad), und 
Dod ann der dolus gar zu goB, die äufferfle Todes Strafe 

den Um Statt finden Fan, weilen ein gar zu grojler Betrug mehr, 

Wis pe als eine Gewalt iff. 


Sos. — arg. L. 1. $.3. ff. de Servo corrupt. zu cit. hne & Specim. 














* 


S bid 581. meditat. 9. 
Dieſes Ta, wann einer eine Weibs⸗Perſohn, Nis er zuvorhero 
—2 en Beyfhlaf zugemuthetdiefe aber ſolches abaeichlagen , 
mans jee mit Medicamenten einfehläfferte , und hernachmahlen in 
= me Es Schlaff fie — ſo Bone sd v NT für eine 
TU 08 Specim. 584. meditat. 24 u Man. d d MM 
Beyſchlaff A S. 4: : : 
zugemu⸗ 
die otbsudt erfordert ordentlicher Weiſe eine Ge⸗ 
menten cin waltthaͤtigkeit; jedoch ift nicht eine jedwedere Gewalt 
fft unb Bedrohung allhier hinlaͤnglich , fonbetn eine ſolche , be» 
sad ubemttn eine Weibs Berfohn entivebet ohne Giefabr ihres 8e 
rut bens, oder ein Glied ihres Leibes zu verliebren , nicht refi- 
suic die firen fan, oder die mit harten Schlägen und andern Thaͤt⸗ 


— lichkeiten vergeſellſchafftet; 
| puer . - Kreis. ad Ordinat. Crimin. Carol. V. art. 119. S. 9. Böhmer. 


ori? L Element, Jorud, ases fd. 2.c4p.9. 912. 
| t3 Dahero 


— Ox erſten Buchs / erſtes Capitel. $ 


Dahero die Furcht der Gefängnis, der metus reverentie, 
bie Bedrohung, einen ehrloß zu machen, ober bfoffe Droh⸗ 
Worte, allhier in keine Confideration fommen , wiewohlen 
foniten auch eine geringe Furcht, nach Beſchaffenheit der 
Merlohn, der ?eibe8- Con(titution, des Alters, und des Orte 
zuweilen in.metum juftum nod) gar wohldegeneriren fan. 
L. 5. 6. 7. ff: quod met, cauf. Böhmer. cát. Joc. 
E or aou. s 1 
Es fragt fid) aber , ob eine einige Manns⸗Perſohn, o5 ens 
ohne Bephülf eines andern/ eine "(ungfer von 17, 00er &nige 
mehr Tahren/ ohne ihren Willen und Confens zu fu- an 
priven vermögend feye? Wir beantworten dieſes Fürgli. ohne Sep 
chen dahin , Daß nad) denen Umſtaͤnden, weldye in actu DA eines 
«coéundi,, anfonften zu concurriren pflegen, nicht alaublid) ne mannta, 
fent. , ba eine Manns -Derfohn eine mannbare zyunafer , teJunsfee 
auffer wann fie annod) unmannbar, zart, (dad) , oDtt vermögen 
truncken, wider ihren Willen und Zulaffung, nicht fhanden ko? — 
oder nothzuchtigen Fónne , indeme einem Weibs: Bild gar 
leicht ift, wann fie will, den Benfchlaff auf vielerley Art 
md Weife zu verhindern, als einer Manns Perſohn folchen 
wider ihren Willen zu vollbringen. et 
—. Teichmeyer in Inffit. Medico-Legal. cap. 4. quæſt. 2. pag. 23. 
Wann cin Weibs-Bild, welche mit Gewalt comprimitf zu 65 aus ei 
—— fepn vorgiebt , fich ſchwanger befindet, fo entftehet einiger sem ge 
Dad. Meinung nad), hieraus eine unztweifentliche praefum- guramen 
tion, daß feine Violenz bey ihr fepe adhibirt voorben , ſon Kinder 
dern ber mit ihr gepflogene Congrefs mit ihrem Belieben n snnt 











und Willen geſchehen fepe? .— fuc a ondes 
- Berlich. Concl. pracf. part, 4. concl. 21. num. 74. Mev. ad 
00s dus, Lubec. part. 4. tit. 7. art. 1. num. 9. Schöpf. Deeif, 
Tabing. vol. 1. decif. 123. num 3. 440 100 n 
Pal! une ndm 3 ide cU $weeilen 


6 Yon Gdwádyunb Schwaͤngerung zc, 


— — — — 


weilen ein Weib ohne ihren Willen und Neigung, nicht koͤn⸗ 
ne ſchwanger werden , indeme zur Conception die emiffio 
Ä fpermatis tum maris , tum femina nótbia, weldhe nidt 
anders, al8 mulieris voluntate & appetitu concurrente, qe 
fchehen möge; | 
Mev. & Berlich. d. loc. | 
und daß wegen des Weibes renitenz, umb ben gegen die ihr 
beproobnenbe Perfohn gefaßten arofien. Haß , bie Con- 
ception verhindert werde, darinnen Edmen alle Medici mit 
einander überein. | | | 
vid. Esbach.ad Carpzov. part. 4. Conflit.30. def. 10.num.5. 
Zacch. qu«ff. Medico- Legal. lib. 1. tit. $.quafl. ult. mum. Yo. 
fegg. Cetalbin. art. medic. lib. 3. cap. 5. | 


Allein es if biefe Meinung , al8 ein univerfaliter concla- 
dens principium, nicht anzunehmen , babero aud), daß aud 
. einem fo gewaltihätigen Congrefs eine Conception aller 
dings erfolgen fónne , zu behaupten Feinen Zweifel trägt 
Additionator ad Salycet. 22 L, fœdiſſimam. Cod. de adulter. 
add. Harpprecht. refp. Crim. & civil. vol. 3. refponf. 62, 
vum. 53. feq. Solid) Comment. ad Conflitut. Crimin. Ca- 
: rol. V. part. 2. lib. 3. ti. 3. num, 2. pag. 266. 
Diefe Se Abrigens iff annod) zu merden , daß eine dergleichen vio- 
Quá an, lenz und Gewaltthätigkeit aud) an einer Yifanns=Pers - 
‚aerManns ſohn ausgeuͤbet werden fonne , wann nemlichen ein Weibs⸗ 
ufoin „ bil eine Manns Perfohn oder Züngling mit Gewalt zur 
werden. Anzucht anhält, und ihn zu ihren Willen noͤthiget. 
F Froͤlich «4 Ordinat. Crimin. Carol. V. part. 2. lib. 3. tít. 3. 
num. 4. pag. 269. Krefs. ad Confist. Crim. Carol. art, 119. 
| 6.9. Böhmer. 7prud. Crimin. ſect. 2. cap. 9. S. 110. 
LL aed u orca i Sous 
Verſohnen QUUM . 
ein Stu- Wir Haben oben angeführt, daß eine jede Schwächung, 
— Fas ae fig mag nun gleich freywaillig oder mit Gewalt geldehen, 
ni | m ire arin⸗ 


Des erſten Buchs / erſtes Capitel, 7 


— mn EI nen 





— — 





darinnen beſtehe, daß ſolche 1.) von einer ledigen Manns⸗ 
Perſohn begangen ſeye, und 2.) entweder mit einer ehrlich 

unb unverleumdeten Wittib / oder unberuͤchtigten Junge 

fer ausgeuͤbet werde. Hieraus iff mm leicht abzunehmen, Wie dag 
wie das Stuprum ton dem Ehebruch und andern deli&is Stuprum 
carnis fid ditinguite ; und zwar T.) von dem s£bebrucb / enocus, 
als welcher mit einer veri Iutfchar 





: heyratheten Perfohn begangen Selutfáanb 
wird ; 2.) von der Sodomiterey / da nicht Perſohnen pco 
ie Geſchlechts, fondern einerley Geſchlechts, nem. dikerire? 
ih Dann mit Mann, Weib mit Weib unnatürlihe Um — — 

feufd)beit reiben. 3.) von dem Incelu oder der Blur 
ſchand / da nahe aefipte Sreunde, nemlichen Bluts: Ber» 
Yan oder Schwäger (i) miteinander fleifchlichen vete 
miſchen; | | ud 
„ Lauterbach. Colleg. tbeor. pract. ad ff. tit. ad Leg. Jul, de adul- 

 &er. S. 37. Böhmer. in Element. Fprud. Crimin. [ed, 2, 

cap. 25. S. 271, D ; 

Berner wird in bem Stupro erforbert, daß eine ehrlich unb pi ere 
unverleumdete Wittib oder Jungfer geſchwaͤcht worden fiómádren 
ftne , die Erbarfeit aber if aud ber guten Lebeng-Art, erbarn ff ans der 
Aufführung und Sitten der Geſchwaͤchten zu eftimiren; un gd 
— Bardil. differtat. de fatisfact. feuprat. cap.3. membr. 3. num. 24. Shnífüps —. 
... Bóhmer. Element. 7prud. Crimin. fect.2. cap.9. $. 110. ir 
Dahero nicht nur diejenige Weibs Perſohnen vor erbar zu snano por, 
achten, bie unter der Auferziehung ihrer Eltern und Bor; de san 
munder find , fonbern aud) unter der Yufficht der Anver den ern 
wandten , oder anderer'ehrlichen Perfohnen , oder in ehrli und mie 
djen Dienften fid) befinden , ingleidyen diejenige , welche al, neo. 
 Yeine wohnen , und mit ihrer eigenen Hand Arbeit, mit overdienen 
foinnen , neben , oder auf andere ehrliche und erlaubte hr ’Brod 
Weiſe ihr Brod verdienen, unb fid) ernähren, inbeme man "9 
alibier nicht auf ben Stand, fonbern lediglich auf ben qute — 
ynb erbarn Lebens: Wandel ber Geſchwaͤchten zu fehen hat. 
, Mev. #4 Jus Lubec. part. q.tit. 5. art, 1.00.12. Bardil. cir. loc. 


- | - 2 90or 


8 Yon Schwaͤch⸗ und Schwoaͤncerung tc. 


Tur dit, Vor eine erbare Perfohn ift aud) eine Dur zu halten, bie 
fohn iau ibt liederliches Leben verlafien, und ſich in bie Ehe begeben, 
ginehureiu oder fonften angefangen, erbar und Gbrift(id) zu leben , da 
ipe eoe: Ferne nur bet Stuprator gemußt,daßfie (id gebeifert; Wann 
lich eben aber felbige währenden Eheſtand ihren Fundbaren unehrli- 
verlaſen hen geben. Wandel forttriebe, würde ihr der zum Schein 
und Dedmantel ihrer Unzucht angetrettene Eheftand nicht 
| vertráalid) fen. | 

] Froͤlich Comment. ad Confliut. Crimin. Carol. part. 2. lib. 3. 
tit. 3. num. 2. pag. 264. Böhmer. cit. Joc. Kreis: ad Ordi- 

nat. Crimin. Carol. art. 319. S.2. | 














| $. 7. | | 
Wie das Danın das Stuprum, wie wir öffters angeführt, eine 
sna n, fleiſchliche Erfänntnus erbarer unb unberüchtigter DOcibs: 
rrepfip  Y'er(obnen/ fo ift ſolches gar leicht von der fornication oder 
ditingure? gemeinen Hurerey zu unterſcheiden, a8 welche mit einer 
BR Kur begangen wird; | S Ld. : 
| Hopp. 44 S. 4. Infüit. de pull. judic. ad verba : flupri flagi- 
| tium. Böhmer. Fprud. Crimin. fec. 2. cap. 25. S. 272. 
e - ^, Bardil. differt. de fatzsfaction. fluprat. cap.3. membr.5 .num.3. 
aia Dahero aud) , weilen eine Hur ihre Sungfrauliche Ehre all 
Zer mie ſchon werlohren , unb alfo Feine Ehre mebr hat , bie ihr 
fxmot, fonnte benommen werden; fo mag bet , welcher felbige mit 


/ 


vor tis Gewalt fhändet , für feinen s£brenz Rauber oder Roth⸗ 


nen Node 3 cbtiger gehalten werden. dal... di 
Er iu : — — Crimin. Carol. V. art. 119. ibique Kreſs. in Com- 
p. , mentar. S. 2. Böhmer. Jprud. Crimin. (cct. 2. cap. 9. S. 110. 
dodge Eine Hur aber , ift diejenige, welche in offentlichen SSuret: 
(oc und Wirths-Hdufern, oder aud) fonften auffer denenfelben, 
| mit jedermann, ohne Unterfchied, entweder umfonft unb aus 
Wolluft, ober um einen gewiſſen Lohn, unzüchtig zuhält. — 
-L. 43. ff de Rit. Nuptiar. Böhmer. Fprud, Crimin. ſect. 2. 
.. €4p. 25. S. 272. Bardil. ci. Joc. Carpzov. prax. Crimin. 

que. TO. gum. 3-8 4 0 0—- | 

Woraus 


Des etffén 25ucbs/ erſtes Capitel, wo | 
Woraus dann folaet, Da diefe, melde mur. cine einige Die Beide 
Manns. Periohn aus Liebe, einoder 2mal heimlich admit sg 
tirt, oder auch wol drey oder mehrmaln mit einem einigen veteon à 
alleine, fi&b fleifclich vermifibet, wann fie auch gleich fü nd." 
ben Beyſchlaff Beld angenommen hatte, vor Feine gemeint ante, ^ 
Hur zu halten fepe. E | st 

Vngepaur. Exercit. Fuflin, 16, quæſt. 10. in fin, Bardil. cir. 6: vofüe 
— ec. Berger. in Ele, Tprud, Crimin. part. 2. Olfervat, pape. 
155. Pag. 419. | Seine Hur 


Laͤcherlich aber iff, wann dieGloffa ad Can. 16. diffint.3 4, Wialten. 
anfuͤhrct, daß biefe erft eine Sur zu nennen feye, welche Meinung 
mit mehr dann 23000, Manns: Berfohnen Unzucht getrie- der Giote 
ben, unb fi auf 1. Buch Moſis XVII. verf. 27. feq. et 
beziehet, allwo Diefe Worte ſtehen: gürte ein jeglicher fein 23000, ^ 
Sämwerd auf feine Lenden, unb burdgebet hin unb wieder Miannaen 
- bon einem Thor zum andern, im Lager, und erwuͤrge eilt mie viefesi 
- jeglicher feinen Bruder , Fremd unb Naͤchſten, unb ſie verſteheni 
tháten , wie ihnen Moſes acfaat , unb fiel des Tages vom | 
Volck, 23000. Mann; und hieraus den Schluß machet, 








d daß weilen an demfelben Tag, 23000. Dann durch das 


chwerd umfommen dieſe eine Hur fepe, welche mehr. 
bann 23000, Manns: Perfohnen admittirt:: Wiewolen ei 
fiat bie Gloffam excufiren, und fagen, fie babe nur eine 
gewiße Anzahl vor eine ungewiße fegen , und darmit foviel 
andeuten wollen, dag ein Weib, bie mit einem allein zus 
halt, Feine ur fepe, fondern bie mehr und viele admit- 
- fitt, dahero nicht fowol auf bie frequentiam a&us, als 
vielmehr ad agentium pluralitatem , zu fehen , mithin 
- Somme es nicht darauf an, wie offt bas Weib’ die tim 
3ucbt wiederholet / fondern auf die Vielheit derer ete 
ſohnen / bie mit ihr fündlich zugehalten haben. DEIN 
arg. L. 43. S. 2. ff. de Rit, nuptiar. Coſta tr. de ludo. num, 

| 22, Carpzov. prax. Crimin. quefl. 70. num. 2, Berger. 

Llect. Yprud, Crimin. part, 2, — 155.228, 419. 


v Qe 


10 Yon ed wád: und Schwängerung «c. 


$. 8. N 1 
Der fif Serner ift aud) al ein Stuprum nicht anzufehen, wann 
zeifige Sep Det Braͤutigam feine Braut vor der Prieſterlichen Co- 
flaf der pulation beſchlaͤfft, weilen DieSponfalia ein matrimonium 
Sheer ipcboatum machen tnb die Perlobte aus ehelicher Affe- 
Fein Stu ction einander beygewohnt; weilen fie aber doch gleichwoln 
Be wider ben Wolſtand gehandelt, fo pflegt diefer Fruhzeiti- 
ge Benfihlaff arbitrarie, entweder mit Geld oder Dena: 
nus beftrafft zu werden. | 
Lauterbach. Co/eg. tbeor. pract. ad ff, tit. ad Leg. Jul, de 
adulter. S. 37. in fin. Carpzov. lib. 6. refpouf. 99. nune 
14. [egg. L. B. de Lynker. decif. 1299. Hert. vol. 1. 
Refponf. 209. num. 3. feq4. | 
abes Hieraus ergiebt fid) nun, daß dergleichen Perfohnen, wer 
 bergleichen gem frübaeitigen Beyſchlaffes al8 Stupratores von be» 
yon denen NEN Handwerckern nicht Fünnen excludirt werden, bod) 
Sanoner, müffen fie fid) zu vorbero mit dem Handwerk , wann bie 
ji exdud- ſes diejenige ,- welche vor ber Copulation die Braut be- 
ten. ſchlaffen, au beftraffen ermeiglid) hergebracht, befonber8 
annod) abfinden. 
Mev. part. 3. decif. 39. Hert. a. refpenf. 209. zum. 4. L. 
B. de Lynker. deeif. 1299. ci neg 
Refnon. Und alfo hat der Schöpfen: Stuhl zu Jena Menf. Julii 
6 2 A. 1696. in caufa Pepke contra das Riemer-Aandweard 
' au Gera gefprochen , verb. obwol Pepke, weilen er mit feis 
nem Eheweib alibereit öffentlich verlobt aemefen , als er 
felbige geſchwaͤngert, für feinen Stupratorem zu haltens 
allermatfen der Eheitand zwifchen ihnen fdyon zur perfe- 
&ion gediehen, unb ed nur an der Bollziehung durch des 
Nriefters Hand ermangeit , durch welche bernad) ber vo» 
tige Sebler aufgehoben wird, alfo daß deswegen das Nies 
mer-Handwerd‘, wenn e$ ihn in die Sunfft mit einnim⸗ 
met, (wie e8 fchuldig tt, : 
Carpzov. II, €, 6, 4. 13, Beier. de Colleg. Opif: e. 5. $, 1 iQ 
| | | i 


Des erſten Buchs / erſtes Capitel. 11 
fid dahero eines rechtmaͤßigen Vorwurffs nicht zu. befors 
gen , nod) Pepke einiger ditpenfation von ber Herrſchafft 
vonnotben bat. Neque enim rel:xatione Juris opus eft, 
ubi nullum juris aut ftatuti obſtaculum reperitur. 

Carpzov. II. V1. 13. Richter. Decif. 8o. s, 18. Sannich. 
iu fur. Canon. Prolog. tit, $. n. c. 1. | 
Wiewohl aud) fonft bie Herrſchafft, wie von felbiger bie 
Verbindlichkeit derer Staruren berrübret, unb dieſelbe durch 
bie Beſtaͤttigung derer Zünffte den Grund erlanget: alio 
aud) (olde dergleichen Staruta gar zu andern, oder barinnt 
zu difpenfiren, bemadhtiget ift. 9 

- Struv. Syst, Civ, IT, S. 42, Richt. Dec. 7. », 10. 


Um fo mehr, weil aud) denen sünfften ſelbſt vergoͤnnet iſt, 
von der Strenge eined oder andern Innungs Articuls abs 
zugehen, und, gegen ein. gewiſſes Geld , fid) mit benenjt 
niaen , fo ihres Mittels feynd oder werden wollen, fid) zu 
vergleichen, und ihrem Recht zu renunciiren. Gleichwie 
aber das Handwerck auf feinem confirmato Statuto ein Jus: 
 quafitum hat, woraus baffeibe fo ſchlechter Dinge nicht 
zu ſezen dd sid C stud 
.. Tabor. ad Batbof. IX. c. 95. ax. 9, & XIV. c. 78. ax. 6, 
auch wann bie hohe Obrigkeit gewiſſen Perfohnen einig 
- privilegium oder difpenfation ertheilet , daffelbe srdentlich 
Feinen andern Verſtand hat, ald bag e8 falvo jure tertii 
fratt finden folle, fiquidem Principis conceffio fimpliciter 
fatta (emper absque incommodo alterius intelligi debet; 
1€ Idem 4. c. 73. «x. 3- | | ! 
n0d) jemanden fein Recht fine lege expreffa , weniger fine 
Principis expreffa voluntate, zu entziehen, : 

. Panfchmann. 1. Quef. IV, pum, 25. 


25 2 Um 


— 








14. Don Gdwád» und Schwaͤngerung ꝛ c·.. 
Und dann gemeiniglich bey zuͤnfften hergebracht, daß der⸗ 
jenige, welcher in Dingen, fo das Handwerck mit anrei⸗ 
| chen, ober demſelben nachtheilig und unanftánbia feynd,' 
- (id) vergehet, von foldyem fid) (trafen. faffes aud) wo ee 
etwas befonbera haben will , fid) Deshalben mit dem Sand» — 

werd abfinde, in welches Recht die hohe Obriafeit nicht 
leichtlich eingreiffet. Sym übrigen ein Collegium femel con- 
ftitutum, licet ad unum vel duos, toit dißfallg, decre- — 





verit, fubfifterepoffit; — Wu 
ybi 7. S. f... Quod cujusque. Vuiver[. nom. 


So mag zwar das Riemer: Jandwerd'/ unterm Vor⸗ 
and, einig zu beforgen habenden Vorwurffs, (id) mit 
Beſtand, ernennten Pepken ins Handwerk aufzunehmen, 
nicht weigern, aud) wo es diejenige, welche fid) vor der 
Trauung zu ihren Weibern finden, zu beitraffen herge⸗ 
bracht und Pepfe ſich baegu , wie aud) zur Abfindung 
wegen Ruͤckſtands der Jahr Arbeit, und der drey viertel 
jährigen Muthung , nicht ver(teben will , fan zwar die 
Zunfft zur Einnehmung feiner, auf erlangten hohen Bes 

he, wohl angehalten werden; es bleibet aber derſelben 
dennoch die befondere Abfindung an Pepken zu Fordern uns 
benommen 29, 90, 98. — * | gT 


| N d ! in 
were —— Cinaleióen , wann jemand durch Vergleich ober in 
Sue tus andere Wege Die fcbledpte Stupra zu beftraffen, ertveifo 
when beraebrad)t, fo ijt detfeibe den frübeh Beyfchlaff der 
. budt, Fan Eheverlobten, weilen Diefer eigentlih Fein ttuprum iſt, 
seb aw beftraffen nicht berechtiget, : 119 did 


Beyſchlaff — "M 
der beet. Hert. som. I Refponf. 209. W 


enmt Lind affo hat bie Loͤbl. "juciffenFaculiát zu Gießen / den 
Refpon. 24. Novembr. A. 1703. in caufa der Ritterfchafft im der 
lm, Graffſchafft Schaumberg/ deren Krafft Land, Tags - 


Aecefs. 


3 ;4 


Dis t ffen Buchs / erſtes fice Capitel. 15 


— — — 


7 d. d. 24. Martii A. 4.1633. die feblechte ft ftupra Deren Gi? 
genbehörigen unb Gefinbe zu beſtraffen, zuftehet, geſpro⸗ 
dien. Verb. Ob nun woin ſcheinen möchte, bag der anti⸗ 
cipatus concubitus qud) inter ſtupra zu referiren fepe, 
quoniam ftoprum eft illicitus concubitus cum virgine vel 
vidua honefte vivente commiffus, 
$. 4. pfi. de pull. judic. 

und dergleichen praeproperus concubitus fine benedi&ione 
facerdotali ausdruͤcklich ein —— fornicatio genen⸗ 
net wird, 

in can. 1. XXX. quaff. 5. : 
Alldieweilen aber 1) die (ponfalia ein matrimonium — 
tum machen, mithin, fi quis carnaliter cognoverit eam; 
' cui matrimonium promifit, ftuprum vere non committiturs . 


ut ait Carpzov. lib. 6. refponf. 99. num. 14. | 
dahero 2) dergleichen Leuthe, qui nuptias anticiparunt: 
concubitu, als flupratores, ab opificiis nicht exeat 
. Mer. part. 3. decif. 39. 


und 2) die von ihnen erzeugte Kinder inter (bios nicht au 
referirn , licet primo aut fecundo menfe nafcantur, — 














j 


* 


DS SII, Cod. de natural. liber. Novell. 89. cap. 9. 

aut ob mortem unius defponfati benedi&io facerdotalis 
non fequatur, ut veteres omnes fenfere, tete 

. Palmotto de ſpur. eap. 19. num. 8. TM 

& faepius ita pronunciatum, : 


. Carpzov. ‚part, 2. Conflit. 14. def. 12. dts ‚part. 2. ‚ deeif 
81. num. 2. feq. & ad Jus Lubec. part.2. tit. 2. art.9,.num. 
.$6. Brunnemann. Cezt. 4. decif. 47. Richter. Zecif. 133. 


| € dann. à —— Concubitus mitiori poena insge⸗ 
B3 mein 


14. Von Schwaͤch und Schwaͤngerung ic. 


mein angefehen wird, folet enim carcere aut peenitentia 
Ecciefi:ftica hodie plecti, di 
poft Carpzov. Mev. part. 3. decif. 39. mum. 6. in net. 


Als halten wir folgen allen nad , wiewoln mit Vorbehalt 
anderer mehr verſtaͤndigen Meinung, Davor, daß fotba: 
ne Befiraffung ber Ritterſchafft nicht zufomme, 


$. IO. 


Hier fraat ſichs aber , ob bie pon 2. verlobten Ders 
a Ab vor [n Prieſterlichen Copulation , die nachge⸗ 
Briefe benbs nicht erfolget / erzeugte Zinder / für rechtmaͤßi⸗ 
den Cop- ge Binder zu halten? Unfere Meinung hievon gehet kuͤrtz⸗ 
leon, üchen dahin, Daß die von ſolchen Perſohnen erzeugte Sim 
hervor der allerdings unter bie rechtmäßige Ainder zu referiren 
rechtmäßig ſeyn, wann gleich hernachmaln bie Briefterlihe Trauung 
au halten? wegen ein und deß andern Todt, oder Abweſenheit, gar 

nicht erfolget ift._ Dann obzwar nicht ohne, daß beutigeo 

Tages die Priefterliche Copulation dergeſtalten nöthig, 

bag ohne foldye das matrimonium nicht befiehen fan , fom 

dern an und vor fi null und ungültig, babero aud bie - 
aus einer foldyen Ehe erzeugte Kinder, denen Rechten nad), 

Feine rechtmäßige Rinder find, und deswegen aud) der Suc- 

ceſſion nicht fähig; qualis enim eft caufa, talis etiam eft 

effc&us; | : A | 

. Lauterbach. Colleg. tbeor: pract. ad. ff. tit. de ritu uuptiar. 

SG. 4. & 19. Carpzov. jprud. Confiflar. lib, 2. def. 142. 
Böhmer. zz fur. Ecclefrafl. tit, de clandefl. defpon[at.S. 50. 

C9 ftatuiren jedoch bie mebrifte Rechts Lehrere, bag bete 

gleichen Kinder für vechtmäßige zuhalten, deren Meinung 

qud), als bie billichite, in prax! & foro obtinirt, und in 
faveur der Kinder , der widrigen vorgezogen wird, 

Bruckner. decif. matrim. cap. 2. $. 10. Hert. vol. 1. refponf. 

209. num. 5. G 6, Brunnemann. Cent. 4. RZ 
a‘ ^ larım, 

















Des erſten 25ucbe/ erffeo Capite. | 15 


^ Hartm. Piftor. olfervat. 83. num. 8. Sande decif.. Frifte. 
lib. 2. tit. 2. def, ı. Leyfer. in meditat. ad ff. Specim. 15- 


meditat. 6. €$ Specim. 298. meditat. 3. & 4. 


Und alfo bat bie Loͤbl. Juriſten Facultat zu Helmſtaͤt menf- Refponz 
Mart. An. 1711. ad requificionem anna. A. geforochen: fum I. " 
Will derſelbe Rechtens beleBret feyn, ob Beklagter, wann 
Klaͤgerin ihre intencion ausführen ſollte, das Kind pro le- 
girimo erkennen, unb demſelben bie Erbſchafft ausantwor⸗ 

ten muͤſſe? Ob nun gleich das Kind, im Fall es feinen nb» 

thigen Unterhalt erlanget , nichts mehr fordern zu fónnen 
ſcheinet, ba zumalen baffelbe nicht aus einer rechtmäßigen 

Ehe, fondern nur ex fponfalibus gebohren worden; dan 

nod) aber und dieweil bie von 2. offentlich verfobten Per: 

fohnen vor der Priefterlihen Copulation erzeugte Kinder, 

> als eheliche und recte Erben, zu ber Eitern DVerlaffen 

ſchafft aclaffen werden , und zwiſchen felbigen und denen 

aus rechtmaͤßiger gebohrnen Kindern weiter Fein Unterſchied 

ift, im übrigen befannten Rechtens, dag bey der Erb: Folge 

die Defcendenten denen Afcendentibus jederzeit vorgefeßt 
werden; So ift Hanns H. im Sall Maria M. dag fie fid) 

mit Gottlieb H. rechtmaͤßig und mit Einwilligung feines 
Vaters verfprodhen, aud) von ihme nadhaehends befchlaf- 

fen und gefchwängert worden, gebührend beybringet, das 

Kind nicht nur pro legitimo zu erfennen , fondern aud) 
bemfelben die váterfide Erbfchafft auszuantworten, und 
baferne ſolche zu beffen Unterhaltung nicht zureicht , über 

dieß die Alimenta zu geben ſchuldig. V. R. W. 

Ingleichen die Loͤbl. Turifken: Faruisät zu Altdorf d. ro- Refpon- 
Decembr.A.1731. ad requifitionem der Peruquenmacher: fum u, 
Zunfft zu W. verb. Ob zwar 1) in ber angesogenen Pe; 
tuauenmadera -Innung art. 11. ausdrüclichen verordnet, 

dag ein Lehr- Fung, ehe derfelbe aufgedingt, und in bas 
Zunftt- Buch eingeſchrieben wird: , zuvoͤrderſt glaubwuͤr di⸗ 








16 — Don Schwäch: unb e Schwaͤngerung ec. 


ae teſtimonia, daß er von Chriſtehrlichen in Zunfft unb 
Guͤlten unverwerfflichen Eltern, aus einem untadelhafften 
Ehebett erzeugt und gebohren fepe, vorweiſen, anderſt 
aber zur Etlernung der Deruquenmacer- Profeflion nicht 
autacbinget werden folle, aud) 2) dergleichen Statuta, quae 
liberos ex parentibus infamia vel levis notæ macula la- 
borantibus natos, a Collestis Opificum excludunt, von 
Denen Rechtslehrern für gültig geachtet werden; | 
Mer. part. 5. decif. 118. Bejer. £r. de Colleg. Opifie. cap. 5. 
$. 8. 2um.245. & tr.de tyrone. cap. 6. $. 1. num. 211./egg. 
Dahingegen 3) eg bey bem Zungen quaeftionis nicht zwar 
an der nativitate legitima, jebod) honefta um deswillen 
zu ermangeln anfdeinen will, weilen nicht nur beffen leibli⸗ 
Her Dater Wilpelm Ernft 2. Ausweis des dem Libello 
Appellationis fub num. 2. annectirten Raths protocolli de 
An. 1694. al8 ein Dieb angeklagt, uͤberwieſen, unb die 
Stadt raumen müffen, und babero bey biefem eine infa- 
mia juris zu ſchulden kommet, ' [t 
— L. 7. ff. de publ. judic. Carpzov. part. 2. decif, 192. mum. 6. 
Lauterbach. cokeg. tbeoret. pradt. tit. de bir, qui not. in- 


fam. $.15. — | 











— fondern auch befag des daſelbſt fub num. 3. producitten Ad- 


\ 


jundi, deffen Mufter extra matrimonium gebobren wor; 
ben, mithin eine perfona levis notae macula laborans 
geweſen; | : 


cap. 11. X. qui ff. fint legit. L. 3. $. 9. ff. de decurionib, 
I part. 3. Conft. 10. def, 10. Lauterbach. cir 
‚doc. $. 32. - 


Es ſolchemnach e8 das Anfehen aeminnen möchte, ale wann 


Die Imploranten den Jungen aufzudingen und loßzufpres 

chen nicht ſchuldig, und zwar um fo weniger , als derfelbe 

allererſt poft deli&um & eje&tionem patris erzeugt Im at 
i e cd id ohren 


Des erſten Buchs / erſtes Capitel. 17 


ö— — — — — 


bohren worden, parentes enim, uti ordinem pro fe & 
liberis acquirunt: fic in feac per fuam perfonam idem jus 
quoque pro iisdemamittunt, per vulga:um illud, a quo de- 
pendet quis in caufa habendi, cum eo & ftat & cadit Tus 
fuum, refoluto jure dantis, refolvitur & jus accipientis, 


Bejer. tr. de tyroue. cap. 6. $. 14. num. 330, Sttyk, in not. 

ad Lauterbach. Compend. Fur. tit. de his, qui not. infam. 

pag. 62. ad verb, sransmittitur. add, Mev. part. g. 
decif. 115. : 


Alldiewelen aber 1) ber Mutter Eltern ihren ofrentlidyen 

Kirchengang zwar ob mortem patris intervenientem, nicht 

gehalten, jedennoch nad) Ausweiß des von dem Parocho 

loci ertheilten Atteft.ti num. AGor. 23. Weinkauflich co- 

pulirt aemefen , mit welchen Copulationen e8 eine ſolche 

Bewandtnuß, daß beede verlobtesperfofnen mit unb nebft 

vielen Anverwandten von beeden Seiten, zu dem ‘Pfarr 

Herrn Fommen , der eine sermon hält, Braut und Braͤu⸗ 

figam einander läßt die rechte Hand aeben , fte einfegnet, 

. unb darauf dimittirtz anfonften aud) 2) befannt, daß die 

liberi ex duabus perfonis defponfatis ante benedictionem 

facerdotalem procreati, fonderlich nach heutiger Praxi, pro 

ju&tis & legitimis reputit£, und zur fucceflion admittirf 

werden, | 

Carprov. part. 3. Conflit, 14. def. 198. Mev. part. 2. decif. 
92. Sande deeif. Frific. lib. 2. tit. 2. def. 1. Lauterbach, 
Colleg. theoret. pract. tit. de rit. nuptiar. $. 4. Stryk, de 
Intere[f. controverf. cap. 3. S. 3. Ts 

einfolglichen aud) von ehrlichen Zünfften und Guͤlten keines⸗ 

wegs aus zuſchlieſſen; 

Adrian Bejer, zr. de tyrone. cap. 5. $. 12. num. 202. 

tum quia fponfa pro uxore habetur, 

L. 47. f. deFJur.de. : bi 
t C tum 








Lad 





198. Don Shwäh und Shwängerung ꝛc. 


— — — — 











tum, quia folennitas dedu&ionis in templum & benedi- 
&io facerdotalis neceffarium quidem requifitum eft ex 
- Lege Ecclefiaftica, & adhibenda utique a priori, fi haberi 
poteft, fed non tamen ita deeffentia matrimonii, uthoc 
a pofteriori feu retro fiat nullum, fi quavis de caufa non 
fuerit obfervata; 


— Struv, S. 7. feud. cap. 9. aphor, 3. sum. 12. Bejer. 2 A 
num. 203. feqq. | 


fo viel aber 3) den Vater anbetrifft, berfelbe faut ber An⸗ 
Jagen Num, AGor, 13. & 16. (welche, teilen fie nur ia 
Copia producitt, und manalfo, obdieOriginalia vorhan⸗ 
ben, nicht wi(fen Fan, mit denen Originalibus annoch zu 
beftärden, cum nuda Copia nihil quicquam probent, 


fed Originalia producenda, | 
Hert. vol. 2. decif. 285. Catpzov. proceff. tit. 14. art. 0.) 


nicht nur auf fein befchehenes fuppliciren ab Inclyto Sena- 
tu W, recipirt und aufgenommen, fonbern aud) von bem 
damahligen hochanſehnlichen Huldigungs Commiffario 
Herrn Grafen zu N. N, nad) vorhero gepflogener Com- 
munication mit erſtgedachten Stadt- Rath und ber Becker⸗ 
Zunfft, praevia caufz cogaitione, frafft obhabenden Kay 
ferlichen Commiflorial-2Imt8 , und hergebrachter alter Ges 
wohnheit, in integrum reftituirt, aud) alle, was bar: 


bey urb hernach von feinem Weib und ijmeverübet, gang, — 


lichen, als ob e8 niemalen gefchehen wäre, abolirt wor; 
den, mithin alfo bie macula & infamia, qua laborabat, 
auf feiner Seiten barburd) gaͤntzlich hinweg fállt, per re. 
ftitutionem enim in integrum aboletur juris infamia, 
omniaque priftina jura reftituuntur, no : 
L. 1. & 7. Ced, de [entent. paff. L. fin. Cod. de general, obolit. 
Heig. part. 2. quæſt. 22. 2. 33. Lauterbach, Colleg. theo- 
vet. pract. tit, de his, qui notant, infam. S. 23. ar 
| | | € 


Des er(Een Buchs / erffes Capite, - 19 
So ift, wie in bem Urthel enthalten, von ung nicht wn; 
billich erfannt , anbep aud) weniger nicht Imploranten 
propter frıvole petitam revifonem in die Gerichts: Unko⸗ 
ffen diefer Inffanz praevia liquidatione & moderatione ju- 
diciali verurtbeilt worden, fecundum tritam Juris regu- 
lam: vias vicieri in expen[as condemnaudus. 
S. 1. Inflit. de pan. temer. litigant. cap. $. X. de dol. & cop- 
tumac. Hert, vol, 2. decif. A88. num. 10. | 


| Nie RES | 
... Diefes, was tvir bishero angeführt, bat nicht nut und dieſee 
in denen allodial- Güteen/ und unter privar-Perfohnen, fon. dat nice 


bern auch sach einiger DZ. Meinung / indenen Lehen 2t ses 
‚und unter denen Sürften des Reichs, flatt. fern und 
Leyler. Meditat. ad Pandect. Specim. 298. meditat. 3. & 4 andere 
- Struv. S. 7. feud. cap. 9. apbor. 3. nen, pe 
tn au 


Und alfo fat bie Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Wittenberg/ ps 


menfe Aprili A;172:. aeforod)en: verb, Hat Aurelius mit &chen, nib — 


eines Fuͤrſtl. Raths Tochter, Augufta, (id) ehelich ver. INfridenen 
forochen , und einen Sohn gezeugt, nadıgehends ihme fol. Särlen 
che durch einen Prieſter antrauen (affen, unb nunmehro, fat: 
ba fein jüngerer Herr Bruder fid) widrig bezeugt , des Relpon- 
Rechtens belehrt feyn will, ob das mit Augufta geſchloſſe um. 

ne Eheverbindnus aud) vor erfolgter Drielterlicher raw 

ung, vor gültig, und die Ehe vor rechtmäßig zu achten 
fepe? Nun wird man ziwar dargegen vorwenden, es fepe 

bit Copula Sacerdoralis ein weſentliches Stuͤck des matri- 

monii, und mußten folglih , bie ohne Diefelbe gezeigte 
Kinder vor unrecotmá&ig gehalten werden. Aldiemeilen 

aber die Prieſterliche Trauung fein weſentliches Stüd deg 
Eheftands , fonbern nur befferer Ordnung wegen einge 

führt, dieſemnach, bie ohne diefelbe gezeugte Kinder vor 
ilegitim feinestvegs zu halten; — - ad 

.. AT. cap. 12, X. qui fil. fin leit.. 3 

| s eo fonbern 


20 Von Schwaͤch⸗und Gdwángerung sc, 


fondern nad) derer beroábrtiften Rechts gebrere 
. Hopp. «d pr. Inflit. denupt. Berger, in Oecon. Tur.pag.115, 


aud) unferer Vorfahren bey bem Philippi «4 decif: Saxon.49. 
Obfervat. 1. mum. 21. S einung nad) zu ber väterlichen Erb» 
ſchafft, ja fo gar, wie Struv. in S. 7. feud, cap. 9. aphor. 3. 
num. 13. UND Stryk. in Exam. Juris feud. cap. 15. quaff. 37. 
behaupten , zu der Succeffion in Lehen. Gütern gelaffen 
werden 5 So ift dag von Fuͤrſt Aurclio mit Augufta ge⸗ 
fchloffene Eheverbindnus, auch vor darzugefommener Trau⸗ 
ung, vor guͤltig, und bie Ehe vor rechtmäßig zu Halten, 


S. 12. 


Die aus So liegt auch nichts daran , ob die Sponfalia offente 
beinlichen lich oder heimlich contrahirt worden ſeyn, maffen die aus 
Chas dieſen legtern SEbeoerlóbnüffen erzeugte Kinder denen 
enge Kin rechtmäßigen Kindern ebenfalls zu annumeriren , daferne 
ber fi, mur bie Sponfalia gebührend erwieſen roerben fónnen, 

für eh  Carpzov. part. 3. Conflit. 14. def. 12. Stryk, tr. de Succeff. 
S " ab inteflat. dafert. 1. cap. 2, $. 49. Hartm, Piftor, Ob- 
vann nur fervat. 83. num. 8. 


Sh otia LTD alfo fiat , voie Strykius Zoe. cir. bezeuget, bie Loͤbl. 


meifen. Juriſten Facultaͤt zu Scandfurth gefprochen. verb. Want 
p euere Tochter gebührend erweifen Fan, bag ihr von bem 
um — verftorbenen Titio bie Ehe verfprodhen, und er fie darauf 
geſchwaͤngert, fo ift bie nad des Titii Zobt zur Welt ge 

brachte Tochter, quantum ad fücceffionem pro legitima 

zu adten. Dann obwol Feine benedi&io facerdotalis day; 

zu kommen, qua hodie ita neceflaria, utomitti non pof- 

fit; weil aber dannoh die gegenwärtige Succeffion ex di- 

^ fpofitione juris civilis, non vero flatutarä, deferirt wird, 

de jure civili aber, ad [sffflentiam matrimonii ein mehrerg. 

nitbt, al? confenfus nöthig ift; So muß Der partus pro 
legitimo geachtet, und ad fuccelfionem zugelaflen Ya, 








Des erfien Buchs/ er(fes Capite, — et 


In dem ChurfürftentbumSacfen hingegenmüffen, man In Chur 
Dit von 2. verlobten Derfobnen vor der Priefteriichen Co- Hs 
pulation gebohrne Rinder für rechtmäßige gehalten, unb ru 
zur Succeffion admittirt werden follen, offentliche Spon- Sponfalia 
Jalia vorhanden fen, widrigenfalls , wann nur heimliche poses Pu 
Eheverlöbnüffe ſind aefdbloffen worden, find dergleichen fen. 
Kinder für rechtmaßige nicht zu achten. | 


- Stry k, ir. de Succe[f. ab inteflat. differtat. y. cap. 2. 6. 49. iz 
fiv. Thomaf, in not. ad Strauch, Zus Fuflin. difert. 2. 
the[, 19, ad verba: benedictio. 


Gonften ift annoch noͤthig, dag Fein ſolches Impediment Ben denen. 
bey denen Eheverlobten vorhanden fepe, um welches voi: Corb 
en die Bollziehung der Ehe in denen Rechten verbotten ; Impedimene 
babero, wann folge Perfohnen fid) in ein Eheverſprechen *orbanben 
eingelaffen,, die wegen naher Anverwandtfchafft einan meldermil 
ber nicht Dbepratben, unb bie Ehe vollziehen dörfen , fo IendieXots 
Eönnten bie von ihnen erzeugte Kinder als eheliche Zinder Kung dee 
. nicht pafliren. | | botlen. 
Stryk. zr. de Succeſſ. ab inteſtat. differt. Y. cap. 2. g. 49. 


—. Hopp. ad pr. Inflitut. de Nupt. ad verba: praecedere. & 














in ufa hodiern. | 

Am ficherften ift vor die vor ber Priefterlichen Copulation g » 
gebohrne Kinder, unb bie geſchwaͤngerte Braut, da die: fen je 
fe nad) Abfterben des Bräutigams fogleich den Fürften ober 2, De 

Landes-Herrn angehe, und bitte, Daß Er fua adtoritate Copulation 
den defe& unb Abgang der Priefterlihen Copulation moͤch Kruste 
te fuppliren , und. die Durch den Benfchlaff confirmirteinez 
Sponfalia, aus Gnaden, vor eine rechtmäßige Ehe decla. Drautnag 
rite, bod) daß fie fole nod) bep Zeiten wor. bie Hand nz 
nehme, ehe bie nechften Anverwandten die Erbfchafft an: tiam den 


tretten,, dann wann Diefes ſchon geſchehen, fo hätten bie. ni 


ſelbe alsdann ſchon ein jus quafitum, welches Ihnen, ber óc, die ge 
Mui : |" 4 Fuͤrſt ſwioſſene 


2: Von Schwaͤch⸗und Schwaͤngerung sc. 


Spontalia Fuͤrſt oder Landes Gert nicht leichtlich mehr entgehen 
voreine koͤnnte. Nu | 








echtmaͤßi⸗ 
Wem — vid. Böhmer. 7. Ecffl. tjr. de Claudeft. defponfat. S. yo. 


declarit ett. circa fin. 


$. 13. 


Der Bey⸗ Das Stuprum wird durch den Beyſchlaff perficitt, 
(la wann glei bie immiſſio feminis nicht geichehen, bann 
most 95 das Stuprum ift nichts anders, als eine Schwaͤchung ei» 
volfom: ner ehelichen Wittfrauen oder Cjungfer / und ift die im- 
VP tan miffio feminis darzu gar nicht erforberíid) , fondern der 
lei DE Hoffe Congrefs und Beyichlaff machet das Stuprum an ſich 


feminis . vollfommmen ; 
nicht ge 


Mud" Lupo de]. & 7. difput. 12. ſect. x. mum. 11. L.B,deLyn- 
ker, decif. 1000. pag. 494- irá 


jedoch wird jedoch wird aus dem Congrefs die immiflio feminis pra- 


aus dem MA 
congrels fumitt. : 


ies cap. 16. X. de teffib. Mafcard. de. probat. concl. 732. num.7. 
imam e Dahero, wann jemand des Beyſchlaffes zwar geftánbig, 
Re. big; fuͤhret aber darbey an, c8 fepe der Concubitus nicht con- 
amo: aeftán lummitt , und die immiffio feminis nicht erfolget , fo ifk: 
dia, die: er nidts Deftoweniger der Geſchwaͤchten Satisfattion zu gez 
nem femi. den ſchuldig. | 
— Farinac, prax. Crimin. quæſt. 147. ttum. 73. L, B, de Lyns 
ernihts:: — ker. cit. laæcc. | em : 
ae Und alfo hat der Schöpfen-Stuhl zu Jena / menfe 
n Februar, A. 1690. in caufa alerá, nad) Ouedlinburg ges 
geben. — (prod)en verb. Valerius ift zwar des Congreflus nicht ab; 
Refpon- tedig, esfene aber der Concubitus nit)t confummirt, oder 
fum, . bit immiffio feminis nicht geſchehen, aud babe er ibr bie 
Ehe in Ernſt nie verſprochen; Nachdem aber der Concu- 


Des erſten Buchs, zweytes Capitel. 23 


bitus oder Copula carnalis das Stuprum an fid) vollkom⸗ 
men machet, eftque ftuprum injuriofa virginis defloratio, 
Lugo de J. & 7. difputat. 12. [ect. 1. uum. 11. 5 
alfo daß die immitfio ſeminis darzu nicht erforbert wird, 
welche jebod) ex congreffu praefumirt werden mag, quo- 
niam caufa itam pr&fumendi fubett, 
per cap. 16. X. de teflib. ibi: quia utrumqueeffe potuit. Ma- 
card. Conc. 732. num, 7. Menoch, b. 1. de prafumt. 
cap. 23. : | 
atque geftum quid effe, fufficit , licet qualiter geftum 
fuerit, in obfcuro fit; 

. Cravetta Confil. 219. zum. 13. | 
Dahero ber Valerius der Drufille , dud) nut wegen des 
Concubitus Satisfadtion zu geben ſchuldig; quoniam illi 
feminae pudicitiam ademit, fuaque prava concupifcentia . 
fecit, ut virtutem ea depofuerit, quae quam maxime de- 
cet feminas, indeque indigna reddita fuerit. i 
‚cap. 1. X. de adulter. Fatinac, prax. Crimin. queff, 147.9.73. 
So iít ꝛc. | | | 


CH Dad Zweyte Kapitel, 
Von dem Civil und Politiſchen Stan⸗ 


de des Stupratoris, und der Geſchwaͤchten / wie auch 
derer aus dem Stupro erzeugten Ainoer/ infonderbeit ob 
fowol diefe Derfobnen/ als aud) diejenige / fo eis 
soo 98 Öefchwächte beyratben/ vor unehr> 
lich zu halten? 1 








vn C Nom : T 
Pico SE aus Der Scupro erzeugte Rinder werden heutiges Die aus 
S» Tages. liberi ztorales , natürliche Binder / item Medis 
2 Jung fiae mer» 





* 


24 Vaon dem Skande des Sippratoris, 16, 
bennatär- Jungfern Ainder genannt, und ihnen Die jura liberorum 


ap naturalium zugeeignet; 


nr Rittershuf, 27 Novell part. 7. cap. s. num. 2. Stryk. tr. de 


zu zaudirn. Succeſſ. ab inteflat. diſſertat. 7. cap. 2. S. 29. Ludov. in 
ufu pract. diſtinct. jurid. tit. ad Leg. Tul. de adult. dift. 2. 
Struv, Exerc. 30. thef. 89. 


fnbobe find aber, wie alle andere auffer der Ehe erzeugte unb ge 
une — bobene Kinder, unehelich und unrechtmäßige Kinder / 
nbi. - und haben die Juraber rechtmäßigen Kinder nicht zu gaudirn. 
Stryk. d. tract. difertat. Y. cap. 2. $. 45. Palæot. zr. de 

noth. & [pur. cap. 10. num. 1. © 2. 


| an Bon denen. natürlichen Rindern ift zu mercken, daß dies 


was den ſe gleich andern auffer der Ehe gebohrnen Kindern , fo viel 
ftatum li-. Den ftitum Übertatis & civitatis concernirf , von eben dies 


ins m. ftt Condition feyn, als ihre Mutter; 

DN L. 24. ff. de flat. bomin. Hopp. ad pr. Infiit. de Ingen. ad 
Condition verba: Ingenuus. Stryk. in ufu. modern. ad ff. tit, de bis 
t * qui funt [ui vel alien. jur. $. 8. 


Dabeo Dahero, warn die Mutter eine Keibeigene oder Sreyge: 
Dun eta gebohrne / fo ift das aufler Ehe erzeugte Kind ebenfalls 
oder tebci- Für Keibeigen oder Freygebohrn zu halten; | : 
Bum ar Hopp. cit. loc. Lauterbach, Celleg. tbeor. prac. ad ff. tit, 
ebenfalls de flat. bomin. $. 26. 


Seibeigen gleichen, wo die Mutter ihr forum und domicilium 
Mutter ipe Dat , darunter gehören auch ihre natürliche Rinder / unb 
domiciium wo die Mutter ba8 Burger-Recht beſitzet, da uͤberkom⸗ 
unos men olde Kinder aud) bas Burger- Recht, ij 

AA L. 1. S. 2. ff. ad municip. Lauterbach. in Colleg. theor. 
Deiner prat. tit. eod. S. 3. Stryk. in uſu mod. ad ff. tit. ad mu- 


| — bab - gicip. S. 5. TUE 


Des ecffen Buchs’ zweptes Capite, —— 92g 

$3 Daters domicilium und Jus Civitatis wird allhier RER Dafet, 

nit attendirt, fondern alsdanı nur, wann Die Kinder und Burge 
echt wie 





e 


aus einer rechtmaͤßigen Ehe. i UE bé 
Lauterbach, & Scryk. car. loc. awendipf, 
$. 2. 


Was aber ben (tatum familie anbetrifft, Fan bie Mut: Diemure- 
ter die väterliche Gewalt Aber ihre sarürliche Kindernicht Far cic vds. 
exerciten, inbeme nad) denen Civil Rechten bie patria po- rio 
teftas nur allein dem Datter/ nicht aber der Mutter über ibie notice 
die aus vechtmäfiger Ehe erzeugte Kinder, zuficher , "heim 
und alfo um fo weniger bie Mutter (id) dieſes Kechts uber cin, 
bie natürliche Kinder anmaffen fan. | 

arg. $. 10. Inflit. de adopt. S. 3. Inſtit. de patr. poteft. ibi- 
‘ . que Dd. Lauterbach. Co/leg. tbeor. pract. ad f. tit.de bis _ 
qui funt ſui vel alien. jur. S. 4. Stiyk. in not. ad Lauterb. 

Compend. Fur. tit. de flat. bom. ad verba: matrem. | 


Ja (8 competirt aud) nicht einmal bie väterliche Gewalt anch nice 
bem Vater über die natürliche Ainber / fondern er hat ginmal bee 
ſolche nur über bie aus rechter Ehe gebobrne Rinder zu folge Sins 
ererciren, — | RE | ber. 
eL. 7. Cod. de natural. liber. Majer. Comment, ad Tnflit. tit. 
de patr. poteft. S. 3. pag. 146. Kluger Beamter, parz. 2. 
zit. 19. $. 4. Stryk. in ufu mod, ad ff. tit. de bis, qui funt 
| fei vel alien. jur. S. 7. | | Ne 
Solchemnaqh it ein fold Rind , weilen e8 weder unter be Dahero ein 
Daters nod) Mutter Gewalt (tebet, pro patrefamilias a::fol Rind“ 
halten; denn wer Feiner andern poteftát unterworfen, Der orsus m 
ift ein paterfamilias und acquirirt (id) ſelbſten. Dale. 
- E. 19. $.2. f. de V. S. Lauterbach. Colleg. tbeor. prac. ad 
F tit. de his qui funt [ui vel alien. jur. &. 1. : a. 
Job nun aber zwar ben ſolchen Kindern die vaͤterliche Gc Sin inten 
B | 9 walt natuͤr lichen 


26 Yon oem Stande des Siupratoris, 1€. 


Een ane walt ceffirt , fo find fie bod) nad) denen göttlichen und na? 
eri türlichen Rechten, ihren natürlichen sÉltern/ fowol Va⸗ 
em fer als Mutter, alle Ehrerbietung und Geborfam zu Lei 
zu leiften ften verbunden. - Bye 
ſchuldig. G. rr. Infit.de adopt. Lauterbach. 4. tit. $. 4, Stryk. in 
ufu modern. ad ff. tit. de obfeg. parent. & patr. præſtand. S.1. 
Bon eine Hieraus fließen mun folgende befondere Effe&us: 1.) Daß 
gen bifon- die Injuria, fo denen Eitern angethan wird, pro atroci zu 
dern Effe- Kalten, und defto fchärfer su bejtraffen, 2.) daß Feine atio 
&en die aus P SEEN mus ; - 
diefer reve-infamans, v. gr. actio de dolo, vel injuriarum wider die 
ue Eltern ftatt habe, 3.) Daß bie Kinder von denen Eltern bas 
pringen. iuramentum calumnia, fowel generale al8 fpeciale nicht 
fordern fónnen , 4.) daß fie ihre arme und unvermögende 
term zu verpflegen, und ihnen ben nothdürfftigen Unter 
halt zu verſchaffen ſchuldig, 5.) daß bie Kinder ihre Eltern, 
Schulden halber, nicht in folidum belangen Fönnen , fon» 
dern ihnen von ihren Bermögen fo viel gelafjen werdenmuß, 
als zu ihren nothdürfitigen Unterhalt noͤthig; maffen aud). 
bie natürliche Eltern das beneficium competentiz zu gau- 
dirn haben; ingleidhen 6) dag fie wider ihre Eltern fein 
— ablegen doͤrfen; von welchen allen weitlaͤuftiger 
ande a 
Stryk. iz ufu modern. ad ff. tit. de obfequio parent. & patron. 


praffaud. S. 2, 3. feqq. usque 4d S. 9. 








$- 3. | 
— Ob zwar die natuͤrliche Binder den Namen ihres Va⸗ 
säterlihen ters führen, fo haben fie jedoch von der väterlichen digni- 
digoidt, tät, Wappen/ Helm unb Schild unb Denen Juribus fa- 
unb ribus ilie nichts zu participirn , fondern werden Davon gang» 
 Samiliz par- [i(]) ausgefchloffen. “ 


mati  Tiraquell. de zolilitat. cap. 15. num. 20. ſeq. Höppingk. 


Kinder de Fur. Infign. cap. 7. num. 106. Myler. in Gamolog. cap. 


nichte, 23. Pala&ot. de gotb, & pur. cap. 60. | 


Be erſten Buchs / zweptes Capitel, 27 

Ja fie find aud) feine von Adel/ mann nicht der Vater Userron 
bas Recht gu nobilitirm , odereine gröffere dignitáf zu con- P 
ferit hat, unb fie darbey ausdruͤcklich für S£oelleute oder aid. 


Graffen declaritf, 


Myler. d. trac. cap. 26. $. 2. & 7. Stryk. zn ufu mod. ad 
fff. tit. de bis, qui fant fui vel alien. jur. $.8. Palaeot, 
ir, de nach. & [pur. cap. 61. | | 


Dahero wann eine undaeliche Jungfer mit einem Edel⸗ 
mann, oder einevon Adelmit einer unadelichen Manns⸗ 
Perfohn/ ober aber 2. Perfohnen abelicben Standes/ — 
auffer der Ehe, miteinander einen Sohn erzeugen, fo ift 
derfelbe für femen Edelmann zu halten; dann der Adel 
wird durch bie Mutter niemaln propagirt, fondern nur 
allein von dem Vater / vermittels einer rechtmäßigen 
Ehe / auf die Kinder fortaepflanget. . : 


- Stryk. cit. loc. & in annot: ad Lauterbach, Compend. Fur: 
tit, de flat. bomin. ad verba: matrem. — nit 


Was dienstürliche Kinder derer Sürffen und anderer DeXeide: 
Ilußren Qerfobnen im Heil, Xóm, Reich anbetrifft, fo Kenne 
hat e8 mit benenfelben gleiche Bewandnus; denn Diele Dot» der crfen 

fen weder den Rahmen unb Titul ihres Vaters führen, noch basate 
(id) der väterlichen Wappen, Helm und Schuds bedienen ; yannen 





Menoch. vol. I, conſil. 30. Wi. I. € 2. Myler. 21 Gamolog: en nid i 
cap. 23. S. 2. 44 führen 


und wann fie fi deſſen de Fa&o unterziehen, Fan ihnen fo und wann. 
"bann auferlegt werden, fid) des väterlichen Tituls und fautes 


Wappen zu enthalten. - fangen, Fan 
| : ihnen inhi- 
Faber. Cod. Sabaud. lib. 9. tit. 29. def. 27. Nolden. de fat. bition ges 
mobil. cap. 11. num. 78. (624. Confil. Argent. vol: 1. con- bici 
.- entbal(eu. 


ff: 95. num. $0. feq. 
22 | Wie 


— *— 


28Von dem Stande des Stupratoris, ic, 
Sind and Wie fie dann aud) für feine Edelleute zu halten, nod) wot 
Mone Edel niger aber für Ritter und Stifftsmaͤßige; | 
Myler. Gamolog. princip. cap. 23. $. 1. Tiraquell. de nobilit. 
cap. 15. num, 20... Mollenb. in tbefaur. jur, civil. tit. de 
ı flat. bomin. num. 23. 3 


Können oh. koͤnnen aud) ohne difpenfation des Pabſts/ zu geiſtlichen 
ne PERL. Ehren und Würden nicht gelangen. 


gifpenfation ; 
au geißli er cap. cop[uluit. X. de Elect. Tamburin.de jur, Abbat. tom 
a s I. Ai». d quæſi. 14. num. 7. Myler. cit, jn : 
eor Und ob zwar einige Rechts⸗Lehrere ſtatuiren, al8 wann bey 
vermög al^ allen Wäldern durch eine allgemeine Geivohnheit eingefühs 
gmewr tet, bag derer Sürften und anderer Hlu&ren Perfohnen na 
bat folhe türliche Kinder für Edelleute zu halten, und derer von Adel 
Kisder für privilegia und Freyheiten zu gaudirn hätten, wie unter am 
Sod: bern biefer Meinung zugethan j | 

» "Pafchal. de patr. poteflat, part. 4. cap. 2. mum. 26. Tira- 

quell, d. cap. 1$. zum. 25. | 


fo fehlt es jedoch an bem Beweiß fothaner Getwohnheit, 

und laßt fid) befonders auf Teutihland , wo bie gemeine 

. befchriebene Rechte recipirt, und denenfelben fo lange, bif 

 . tin anders rechtsgenuͤgig bargethban , nachgegangen wird, 

keineswegs applicitn, ; 

Stryk. in uf. mod. ad ff. tit. de flat. bomin. S. 8. Myler. in 
Gamolog. princip. cap. 26. S fm 


* E $. 4. | 

Ob ber Ob ber Sispratar und die Geſchwaͤchte vor i»fam 
Aut weSo zu Dalten/ und was für eine Infamia aus dem Stupro ent: 
Yónádte fpringe? davon find verſchiedene Meinungen unter denen 
u mer Mechts.Lehrern. Einige fagen, bag das Stuprum nicht 
halten? unehrlich mache, fondern nur alleine cine böfe und üble 
Einige ne- Opiniop bey bem gemeinen Mann zu erwecken ‚pflege, fo 
gm, bajo , v nidt 





Des erffen Buchs/ zweptes Capite, 29 


nicht zu attendien , unb finde diefe Meinung wenigſtens das Sur 
heutiges Tages in foro Germanico, fiatt; Sun 
|. Carpzov. part, 2. Conflit. 6. def. 14. num. 6. [egg. Mev. 

ad 3us Lubec. lib. 4. tit. 5. art. 1. ip addit. Schilter. prax. 

Fur. Rom. in Foro Germ. Exercit. 10. tbef. 32. 


Andere befaupten , daß zwar das Stuprum feine infamiam Andere der 

















juris nad) (id) ziehe, wol aber eine infamiam faz; wie bie. Date 
fes unter andern behaupten Stuptui 


- Berger. in Oecon. Fur. lib. 1. tit. 2. S. 13. mot. 4. pag. 68. faic Fee 


& in refponf. part, 1. refponf. 257. L. B. de Lynker, re- ainad fi) 
fponf. 185. num. 24, | | ziehe. 
Wiederum andere ſtaturen, bag denen, fo ein Stuprum oper, 
begangen, die Infamia juris anflebe, daß das 
$ d» d Stuprum 
vid. Berger. in Ele&, prud, Criminal, cap. 3. membr, q. Infamiam 
Num, 12, pag. 351. Lauterbach. Co/eg. tbeoret. prac, ad tis iro 
ff. tit. de bis qui not. infam. S. 15. Leyler. Meditar. a 
Pandect. [pecim, $82. meditat. 6. : 


Welche Meinung aud) mit denen Rechten uͤbereinſtimmet, agg, 

Anerwogen das Stuprum ausdruͤcklich unter die delicta Meinung 

publica referirt wird, wie zu erſehen En aud) denen 
ex S. 4. Inffit, de publ, judic, i E gemaͤßer 

Nun werden aber alle diejenige, welche ein delictum pabli- 

eum begehen, infamia juris notitt, H 


L. 7. ff. de pull. judic. L. 25. God, ad Leg. Tul. de adulter. 
add. Leyfer. Meditat. d ff. Specim. 52. meditat. 2... 

Und alfo hat bie Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Wittemberg Refpon: 

Menf. Junii An, 1730. gefprocdhen : verb. Ob ziwar das fum. 

" Stuprum feine infamiam. Juris nad) fíd) ziehen módte, 

cum nullibi in jure de Infamia criminis hujus quicquam 

 peperiatur,- : | | EINE | 
Carpzov. part. 1. decif. 17. num. 9. 


efft 


30 "Don dem Stande des Stapratoris, $C. 


—— — — — — — — —— — — ET RETTEN 


daſſelbe zum wenigſten moribus hodiernis zu behaupten iſt, 
prout tradit \ 

Mev. ad Jus Lubec. lib. 4. tit. 5. art. 1. ibique in addit. 
aud) eine Infamia /24; nur ein Impedimentum madjet, zu 
Ehren⸗Aemtern zu kommen / keineswegs aber die erhal⸗ 
tene aufhebt. it 

L. 2. Cod. de diguitat, L. B, de Lynker. re/ponf. 195. 
Dieweil aber den Leuteraten die Infamia Furis anf[ebt , 
quippe cum infamem faciat aliquem fententia lata ex eo 
crimine, quod publici judicii caufam habuit, 

L. 7. ff. de pull. judic, dE 
fo fan derfelde ıc. Worwider Die im precedentibus in cona 
trarium vorgebrachte argumenta nichts in ben Weg zu [e 
aen vermögen , angeſehen, daß des vorhin angeführten 
Carpzovii Meinung, quod nimirum ftuprator tantum 
laboret infamia fa&i, irrig; dann weil das Stuprum ein 
Crimen publicum ift, | 

6. a. Inflit. de pull. judic. L. 25. Cod, ad Leg. Jul. de adulter. 
fo muß bemjenigen , welcher propter ftuprum condemnirt 
worden, nothwendig Infamia Zuris anfleben, anermogen 
der L. 7. ff. de publ, judic, deutlidy befagt, quod omnem 
ex judicio publico damnatum fequatur infamia, quam 
fententiam contra Carpzovium, defenditLauterbach 

«dh Colleg. tbeor. pract. ad ff. tit. de bis, qui mot. infam. S. 1g. 
unb weil bereit8 vorhin angezeigt worden, bag dein Leu- 

teraten Infamia jezzs anf(ebe ; | | 
So wird derfelbe 16. b 


| $. 5 
Sabe Die Effectus umb Wuͤrckungen / welche bie Infamia 
infos dus juris nach fich ziehet , beitehen darinnen: 2) bag ſolche in- 
Ern fam: unb ehrloſe Perſohnen, nad) denen Canonifiben ch 

à : i en 








| Des erfien Buchs / zweptes Eapitel, 31 
ten Feine Zeugen abgeben Fönnen, nad) denen Civil Reh: 1.) Ehriofe 
ten aber, zur Zeugfihafft zwar admitrirt werden, jedod) Heriobuen 
nicht omni exceptione majores feyn, und feinen volliaen ne riore 


Glauben haben. Zeugen aba 


cap: 54. X. de teſtib L. 1. $. 1. ff. eod. Lauterbach, Ce/eg. 
 &beor. pract. ad ff. tit. de bis, qui not. infam. S. 22. 2.) Wan - 


2.) Wann einer feine Geſchwiſtrigte im Teſtament mit es ote 
Stillſchweigen übergehet, und eine infame Perfohn darin. beach 
nen zum Erben inftituit, fo fónnen bie Gefdywifttigte das airo" 

Teſtaͤment umſtoſſen, und querelam zzoffcioft teffamenti an- firigte inai- 


ftellen, daferne fie nur felbiten Feine ehrtofe Perfohnen fenb. tert mer. 


L. 27. Ced. de inoff. teffament. Hopp. ad S. 1. Infit. eod. ad Dir Teſta⸗ 


F ent um⸗ 
verba: turpibus perſonis. sekoffen 


3.) Bleiben ſolche Perfohnen von allen ££bren - Stellen 25m. 
und dignitäten, fo lange ihnen bieInfamia anflcbet, gaͤntz Feine 65^ 
lid) ausgefchloffen, und find zu ehrlichen Geſellſchafften Be 
unb offenen Zechen nicht mehr zugulaffen. : 
.. L, 2. Cod. de dignit. L. 8. Cod. de decurion. Freher. £r, de 
exiſtimat. lib. 3. cap. 24. num. 5. Lauterbach. Cond. fo- 
renſ. Exerc. 10. theſ. 14. Böhmer, Igtrodact. in Fus Digeff. 
tit. de bis qui uot. ipfam, $. 7. | 
Dahero Fönnen fie Feine Advocatos und Procuratores im Rice aa- 
Gericht abgeben; Feine Affeffores, Richter und Soldaten voeitnypros 
fem, aud) nicht Do&ores und Notarii, ober Edelleute Line Sit 
Bon ual iui Un Tue 
Lauterbach. Co/eg. tbeor. pract. ad f. tit. de bis qui mot. in- Nicht Do- 
"o0 fam, S. 22. Carpzov. part. 1. decif. 17. &ores, No» 
"€ SP RE tarii und 
cya. es werden ihnen aud) fo aar diejenige Ehren⸗Aemt er Cockeute 
und dignitdten, worinnen fie fich alljcbon wuͤrcklich be, " 


finden/ abgenommen, und fie Dererfelben entſetzet. 
Lauterbach, Colleg. theor. pract. ad ff. cit, foc, & in Concl. 
: forenf. 











37 Don dem Stande des Srupratoris, 1C, 


— — 























ſorenſ. Exercit. 10. chef. 14. Böhmer, Introdadt. in ns 
Digeft. tit. de bis, qui not. infam. S. 7. Leyfer. meditat. 
- ad Pandect. [pecim. $82. medit. 6. pag. 147. [eq. 


Tann ein Und daß aud) ein Edelmann / wann er infam wird, fti 
in, nen Adel verliehre/ dag [efret infonderheit 


fe Thoming, tom. 2. confl. 12. num. 30. Carpzov, part. I. 


Adel decif. 17. & re[ponf. 100. Freher. Jib, 3. de exiflim. cap, 
25. num. 14. fegg. Befold, confl. 117. num. ı1. Lauter- 
bach, cit. /ocis, 


Jedoch mag diefe Schand des Vaters und Beraubung beg 
Adels, feinen Bindern anihrenerlangten Adel nicht nach⸗ 
theilig ſeyn. 


Tiraquell, de nobilit. cap. 35. Lauterbach, Concl. forenſ. 
Exercit. 10. tbef, 14. lit. b. 
— 4) Werden fie in bie Raths-Collegia unb Handwercks⸗ 
Kathecor. Zuͤnffte nicht genommen, und. wann ein Raths Glied oder 
legia und Handwerds Mann etwas begebet , fo eine Infamiam juris 
$e. — mad fid) ziehet, nicht mehr darinnen gelaffen. | 
Zünffte à hy: 


nicht gez — L. 2. Ced. de dignitat. Richter, part. 2. decif. 80. num. 35, 
nommen, Befold, d, confl. 117. zum. 12, 6$ 16. Lauterbach. Co/eg, 
— theor. pract. ad ff, tit. de bis qui net. infam. $, 22. ; 
gelaſſen. P | 


| S. 6. 
Diefe md Dieſe bißhero erseblte Effe&tus unb Würdungen, wel⸗ 
Tasenjt- he die Infamia Zuris nad) fid) ziehet, laffen fid) alle mite 
bende E- einander auf bicjeniae , (0 ein Scuprum begehen, unb bie 
ie a ur ferfalben Infamia Zuris notirt werden , applicirn, tie toit 
die, fo cin. folches an feinem gehörigen Ort nod) mehrerd auszufuͤh⸗ 
begangen, ten gefonnen. Solchemnach mögen dergleichen Perſoh⸗ 
act. fien zu Ehren⸗Aemtern und dignitáten nit gelangen, 
ale or und 


Des erſten Buchs/ zweytes Capitel. | 


PUn met ⸗ - 











und werden in bie Handwercks⸗Zuͤnffte / Raths / und an de Sets 
bere ehrliche Collegia nicht recipirt, P chu 
"emerit 


Carpzov. part. 1, decif. 17. num. 7. Leyfer. meditat. ad Chee 
: : : f 
Pandeet. Spec. 52. meditat. 2. & 3. & Specim. $82. medi- und in die 
tat. $. © 6. Berger. im Ele. proceff. Crimin. cap. 3. Sane» 
: wercks⸗ 
membr. 4. Num. X2. pag. 351. Lauterbach, Colleg theor. Zuufte 
pract. ad ff. tit. de his, qui not. infam. 8. 15. - ^ unb achs⸗ 


a i Collegia 
Und alfo hat die Löbl. Turiffen - Faruirät zu Altdorf d. 14. nich "die 
Aug. A. 1740. in caufa Johann G. über bie vorgelegt on 
Sraae: Db G. wegen dreymal begangenen sopri fürn - 
infam und untüchtig 3u Erlernung der Trompeter: 
Aunft zu halten feye? gefproden. verb. Obwoln r1) 
nicht alle fa&a turpia an und vor (id) felbft infamiam nach 
fid) ziehen, fondern hierzu ein mehrers, und zwar dieſes 
erfordert wird, daß eine notatio five determinatio legis 
Darzu komme; - as 

Böhmer. Introdu&. in Tus. Digeff tit. de bis qui not. infam.$: 


folalichen e8 das Anſehen gewinnet, als ob dem fimplici 
ftupro um fo weniger der effe&us Infamiee zu attribuirng 
feye, da wol Fein lex zu finden feyn wird, welcher dieſes 
delittum in fpecie notirt , hiernaͤchſt aud). 3) die tag 
liche Gifabrung genugfam bezeuget , dag heutiges Tages 
ftaprum nicht fo gar rigoreus angefehen, und bie damit be⸗ 
fleckte Perſohnen öfters zu allerhand Aemtern unb Ehren⸗ 
Stellen ohne Bedencken ad nittirt werden, und dieſes 
dn 4) aus ber nicht gang verwerflichen ration, quoniam 
oc plerumque juventutis delictum & tranfitorium eft, 
quod etiam in praftantiffimorum optimeque de Republi. | 
Ca merentium virorum vita an:eriori deprehendere licet, 
quos proptereı a muneribus arcere, inconfultum admo» 
dum forer; uti rette monet | ET e T 
- Mev, ad Jus Lubec. part. 4. tit. 5. art. 1. im Addit, confer, 
E Sn E er. 


e 


34 Pondem Stande beo Srupratoris, 1c. 
Berger. in delineat.. Fur. civil. fecundum Panded. ad tit, 
de bis qui not, ipfam. í 

fo daß. alfo 5) durch dieſes deli&um nicht ſowol exittimatio 

intenfiva, al$ vielmehr exiftimatio fimplex, verlegt zu wer⸗ 

den ſcheinet, welches letztere aber in Civitate nicht allezeit 

attendirf zu werden pflegt; bannod) aber und dieweil 1) 
alle delicta publica die notam zzfamie mit fid) führen, 

^L. 7. ff. de publ. judic. ibique Brunnemann, Lauterbach, 

. Colleg. tbeoret. pract. ad ff. tit. de bis qui not. infam,S. 15. 


und bann 2) Stuprum ohnftrittig inter deli&a Publica zu 
rechnen, cum Lege 74s vindicetur; 2 


per expreff, text. in S, 4. Inflit. de pul. judic. 


und dahero 3) von denen bewährtiften und in allgemeiner 
autorirät ſtehenden Nechts- Lehrern ficher tatuirt wird, 
quod per fententiam judicis ob ftuprum condemnatis in- 
famia jurís afpergatur, illique propterea a Collegiis Sena- 
torum & Opificum excludantur; 


Lauterbach. Compend Tur. tit. de bis qui not. infam, pag.62. 
& in Colleg, theor. pract. ad ff. tit. eod. $. 15. Struv. 
S. T. Civ. Exercit, 7. tbef. 8. ibique Muller. zz addit. 
lit. H. Freher. de Infam. lib. 3. cap, 16. mum. 4. 


Dieſe Meinung aud). 4) mit ſtattlichen prajudiciis beftär, 

(fet werden fan, Posh 

vid. Carpzov. ib. 6. tit. 10. refp. 100. & part.2. decif.192. 
xp up meditat. ad Pandett. vol. 1. fpecim. $2. meditat. 
2.603: | 


welchem nad) 5) alles andere, was je zumeilen in Anſe⸗ 
hung diefeg deii, Bier umb dar beobachtet wird, nint 
mermehr für ein allgemeines &efe& , fondern für eine ein 
aeriffene üble Gewohnheit und Licenz zu halten, worauf 
wir bey gegenmärtigen Cafu , um fo weniger 
A | onnen, 











— 


Des erffen Buchs / zweytes Capitel 35 


koͤnnen, als 6) bekannter maſſen die Collegia der Hand⸗ 
wercker, profetfions- und Kunſt Berwandten, worunter 
wir billich bie Trompeter⸗Geſellſchafft, als deren Kunſt 
ohnehin vor Ritterlich geachtet wird, mit Recht ziehen, 
dißfalls ſich gar eifrig bezeugen, unb ſowol von denenjenj⸗ 
gen, welche ſich bereits in ihrem Collegio befinden, als 
aud) denen, fo darein recipirt werden wollen, einegarex- 
acte conſervation ihrer Ehre und reputation erforberns 

So halten wir dafuͤr, daß die vorgelegte Frage nicht 
anders als affirmative zu beantworten, nemlidyen, dag 
ber Joh. G. wegen feines zu dreyenmalen'begangenenStu- 
pri, für infam und untüchtig zu Erlernung der Trompeter 
Sumft, zu halten fepe , und diefe Infamia anderer Geftals 
ten nicht abolirt werden Fónne, al8 peri refticutionem fae 
mz, tveldebaferne fíe per univerfum Imperium den Effe& 
exerit, unb der ofrtgemeldte Lehr⸗Jung als ein ehrlicher 
Trompeter aller Orten paffirt werden folle, entweder von 
Allerhoͤchſt Ihro ZAaiferl. Majeſtaͤt oder von einem Co⸗ " 
mite Palatino, welchen ze Dzplomate poteffas fama reflituen- 
de ectbeilt worden / verrichtet werden muß, 


Struv. S. 7. Civ. Exercit. 7. thef. 23. ibique Muller, inad- - 
dit. lit. &. Schvveder. Introd, in Zus publ. part. [pec. ſect. 








I. cap. 16. S. 1. f224. 


| 9. 7. 


Ob aber auch diefe Derfobnen von deren Ehren: Ob jemand 
‚Stellen, Handwercks⸗Juͤnfften Raths: und anbern don denen 
ehrlichen Colegiis, vootiunen fie (icb wuͤrcklich allfeyon ipt | 
 befinben/ zu removit? barinnenfommen die Rechts Leh Hand» 
rere nicht überein. Diejenige, welche behaupten, daß das BETP 
Stuprum nut eine Infamiam fa nad) fid) ziehe, negiten Kachs und 
dieſes, und zwar von dahero, mweilen die Ink wia f2&inut — 


den Zugang zum offentlichen Ehren Aemtern, dignitaͤten nden 
| € 2 und bat, wegen 


l 


— us 


36 Don oem Stande des Stupratoris, 3C, 


semen umb Collegiis ſperret, Feinesiwegs aber von beme , was 
ng einer bereits vorhero gebabr/ ausfchlieflet. ; 
werden? vid. L,B. de Lynker. Cezt. 3. deeif. 258. Wernher. in 








HT ifc Enunciat. Tur. part. 2. Enunciat. 437. pag. 823. feqq. Bere. 
Sr UN Ber. part. 1. refponf. 257. | 


ee Dahero als X. N. eines Sleifchers Wittib/ fih von ib: 
PR rengemefeneninecbt ſchwaͤngern laſſen / hat der ſSchoͤpf⸗ 
fen Stuhl zu Leipzig menſ. Julii A. 1724. ad requifitio- 
nem der Stiffts⸗Regierung verordneten ce - Éanglet 
unb Räthe zu Merſeburg / incaufabes Fleiſcher⸗ Hand⸗ 
werds dafeibfE / contra oie Wittib X. N. geſprochen: 
bafi diefelbe durch die mit N. N. getriebene linzucht und 
Schwaͤngerung / fi des Befügnuffes/ das Sleifcher: 
Handwerck nach ihres verfforbenen Mannes Todt/ 
nebſt denen demſelben anhängigen privilegäis fortzutreis 
beny nicht verluffigt gemacht / fondern/ oemeobnae 
achtet/ bey deflen Exercitio gebührend zu ſchuͤtzen. 
Rationes Decid. Dbwolen Appellaten, daß Appellanteng 
Principalin, durch bie mit ihrem geweſenen Fleiſcher Knech⸗ 
te N. N. begangene und geftandene Umzucht, und Schwaͤn⸗ 
aerung , bas Fleiſch ſchlachten, Aus ſetzung einer Fleiſch⸗ 
band, und übrige dem Fleiſcher Handwercke, welches fie, 
nach ihres Ehemannes Abſterben, als Wittwe, , fottaefte 
tzet, anhängige Privilegia, verlohren habe, theils durch 
den Sphum ihres Innungs Articul, theils dadurch, weil, 
nach gemeinen Saͤchſiſchen Rechten, ein Weib, durch 
Unkeuſchheit ihres Leibes, ihre weibliche Ehre kraͤncke, 
und dergleichen Leute in ehrlichen Handwercken nicht zu 
dulten waͤren, zu behaupten vermeynen, zumahlen durch 
das von deren Principalen, benebſt Mit Appellaten, ab» 
gelegte Juramentum delatum , worauf in denen Judicatis 
fol. 142. und 175. Vol. -T-T- erkannt geweſen, fo viel, bag 
fie den Stupratorem durch allerhand Zuredungen, weder — 
ſelbſt, nod) durch andere, fi) von Merſeburg fotum 
i c : | en 


Des erſten Buchs/ zweytes Capite. 35 
‚hen vermogt , nod) Appellantin zu heyrathen, abgehal- — 
ten, in Nichtigkeit gefegt worden, worbey fie wider die, 
von ber legtern, in Denen erftern vier Gravaminibus inten- 
dirte AGionem fpolii anzuführen willen, daß foldye um fo 
viel weniger Grund babe, nachdem nicht allein denen Hand. 
werden in Handwercks⸗Sachen einige Cognition nachge⸗ 
laffen , unb in beffen Anfehung bie Ausſchlie ſſung dererieni- 
gen , welche burd) Mishandlungen ihrer Privilegien fid) 
unwuͤrdig gemacht, nicht zu vermehren fep, fonbern aud) 
von Appellantin, daß fie nad) ber Zeit, da ihre Schwan» 
. gerfchafft ruchbar worden, das Handwerck exercirt habe, _ 
unb fid) biesfall8 in poffeffione vel qusfi befinde, nicht 
allegirt werden fónne, geftalt denn auch, da bie fol. 1. 
und 5. Vol. T-T eingetwendefe Appellationes bey denen Ge 
richten eingereicht worden , und ohne, daß von diefen an 
Appellaren hiervon eine notification oder Auflage , ergan⸗ 
gen, bie Einreiffung der Fleiſchbanck extrajudicializer ges 
ſchehen, bie legtere für ein Attenratum wider folche Appel- 
lationes nicht zu achten; : SUE MC 
Dieweil aber bennod), vermögeausdrüdlicher Difpo- 
fition angezogenen 4ten Innungs Articuls, eine jede Mei⸗ 
fiers Wittwe, nad) ihres Ehemannes Tode, ihr Handwerk, 
fo lange fie ihren Wittwenftuhl nicht verrüdt, frep, von - 
jedermann ungehindert, zu_treiben, befugt ift, und bag 
jenes dadurch, wenn fie auffer der Ehe fid) ſchwaͤngern dft, 
geſchehe, nicht aefagt werden mag , auffer biefem aber, — 
daß in bem legtern Fall eine Wittwe ihr Meifter- Recht 
mieder verliere , oder durch dergleichen Verbrechen eine 
folche Infamiam, in deren Anfehung fie in ehrlichen Geſell⸗ 
haften, unb Innungen, ferner nicht zu leiden wäre, fi — 
zuziehe, meder in bemeldten Innungs Articuln, noch in 
denen Rechten, irgendwo verfehen, vielmehr aud), nad) 
Verordnung gemeinen Sächfiihen Rechts, eine Weibs⸗ 
Perſohn, deſſen ungeachtet, Recht beybehaͤlt; a) 
het 3 ned 


38 Don dem Stande des Siupratoris, 3€, 


— — 


nechſt, fo viel bie des angegebenen Spolii halber fol, 30. ae» 
ſuchte Reftitaion , und Gritattung derer Daburd) veru 
ſachten Schäden und Unfoften, anlanget, Appellantin un. 
ter andern, daß Appellaten zu zweyenmahlen ihre Fleiſch⸗ 
band aud) bffentlidien Mardte niedergeriffen , wodurd 
das Fleiſch und Würfte in Roth gefallen, und ihr Schaden 
verurfachet worden, pro fundamento anführet, woraus, 
da denen Innungen aud) in Handwercks Gaben, wo ed jut 
Contradittionfommet, eigenmaͤchtiger Weiſe, mit libergen 
hung ihrer ordentlihenDdrigkeit weiche fie bey ihren Gerech⸗ 








tigfeiten zu ſchuͤtzen, angewiefen iſt, durch dergleichen Uns 


ternehmen fid) felbft zuhelffen, keines weges frey ftehet, vieb 
mehr foldie8 pro fpolio zu achten, allerdings ein Jus agen- 
di erwächfet, geftalt denn auch, ad fundacım intentionem, 
eine Poffefs die Fleiſchbanck auszufegen, anzuführen , eben 
nicht nöthig, vielmehr, daß bie eingeriffene Fleiſchbanck 
ihre, ber Appellantin, geweſen, welches fol. 28. angezo⸗ 
gen wird, genug ift; Im übrigen aber, da bie angeführs 
fen Fa&a, worauf ſolche Spolien-Rlage fid) gründet, we⸗ 
der von Appellaten deutlich eingerdumet , nod) fonft bey; 
gebracht worden, immaffen hierzu die fol. ro. Vol. FF. ges 
fertigte Regiftratur nicht zulänglid , vielmehr dieſe Sa— 
che, al eine von denen übrigen Grivaminibus appellatio- 
nis gan feparata actio, gnnoch auf rechtlicher Ausführung 


. beruhet, auf ordentliche Einlaffung zu interloquiren, vore 


Mann ein 
Statutum 


mit fid) 


nótfen ſeyn wollen. — 
Welches Urthel hernachmaln dereingewandten Läus 


ferung ohngeachtet, von der Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu 


Wittemberg / Menſ. Novembr. An. 1724. iſt confirmirt 
worden. | 


| $9. 8. MESE 
Hier Fragt fid) aber: Dann ein gatutum mit (id) 
bringet: daß eines verfforbenen Meiſters binterlaffer 


Bringt, daß | | nes 


Des erfien Buchs / zweptes Capitel, ED 


nes Eheweib nur folange/ als fie ihren Wittib⸗Stuhl die Wittiß 
nicht verändeet/ das Aandwerd zu treiben befugt ſeyn pd 
folle/ wann fie fid) ſchwaͤngern táffet/ und vor ange: lange, bif. 
fübrter maffen wegen des Scopri, und der daraus ent !e le 
ftebenben Infamis (id) des Handwercks nicht verlufigt a 
machet / ob fie fobann nicht wenigffens ex Loc. capire ben folle, - 
gleich als warn fie ficb würdlich verheprathet bátte/ — bes 
ibr Handwerck wiederum verliehre? Es ſcheinet man seber,od fie 
könnte a minori ad majus argumentiren , und dergeftait M une 
ſchlieſſen, daß, weilen durd) die Wiederverheyrathung Tim ale 
ba8 Meifter-Recht verlohren ache, eine Wittib noch viel. slci als 
mehr Durd) das Stuprum und das Laſter der Unzucht (id Do hd 
deſſen verlujtiat mache ; Alleine die Veränderung des ther hätte? 
Mittib-Stuhls erfordert eine ODieberzDerbeyratbung/ 
dahingegen bie Wittib der von ihr getriebenen Unzucht 
ohngeachtet, nichts deſtoweniger annoch eine Wittib ver: 
bleibet, eben als wie ſonſten eine andere ehrliche Wittib; 

aud) iff in odiofis, dergleichen der Verluſt des Meiſter⸗ 
Rechts iff, der proprietati verborum zu inhaeriren , und 

mag feine interpretatio exzez/foa allfier ftatt haben; —— 


. Wernher. in Enunciat. for. hodiern. part. 2. Enuntiat, 437, 
num. 1. 2. © 3. . 


Und alfo hat bie £ OBI, Juriſten Facultaͤt zu Wittenberg/ Refpon- 
Menf. Novembr. A. 1724. in caufa des Sleifcher: anb: (um, 
werds zu Yiferfeburg/ contra N. NW. eine Sleifchers 
 Yoittib/ aeforodyen , verb. Obwol Appellaten wider vo- - 
riges Urthel hauptfächlich dieſes anführen, DaB, weil auf 

dag Juramentum delatum erfannt , auch ſolches von ihnen, 

unb Mit -Appellaten, würdlic abgefhwohren , baburd) 

















in der Haupt Sache aleichfam tranfigiret worden, und da: . 


fero Appellanteng Principalin von dem Fleiſcher Handwerck 

- um fo viel mehr auszuſchlieſſen, weil fie ein Stuprum be 

aangen, und, nad) dem $. 4. ihrer Innungs Articul, " 
| | | nr 


40 Yon dem Stande des Stupratoris, 16 — 


nes verftorbenen Meiſters hinterlaffenes Eheweib , "nur fo 
lange, als fie ihren Wittwen Stuhl nicht verändert, das 
Handwerck zu treiben , befugt, dergleichen aud) dadurch, 
ba (ie mit N. N. Lngudit getrieben, geſchehen, in mehrern 
Erwegung, daß es ſcheinet, es fepe bigfall8 a minore ad 
majus bergeftalt zu fhlieffen, daß, weil per fecundas nu- 
ptias Das Meister Hecht verlohren aebe , eine Wittwenod) 
vielmehr durch das Lafter ber Unzucht fid deifen verluftig 
made, unb, wasdas Vorbringen fol. 28. feqq. anlanget, 
Die Einlaſſung daraufdahero vergeblich, weil eines Theils dag 
Spolium eine Poffe(s pr&fupponire, fo hier nicht vorbam 
den aewelen , andern Theils folded in vorigem Urthel über» 
gangen , aud) von der Appellantin nit weiter urgiret, 
und Dadurch cacite remittiret worden; 
.  Dieweil aber beniod) ber Eyd nur über einen gewiſſen 
Paffum, fo bie qange Sache nod) nicht exhauritet, defe- 
riret worden, alfo auch ber Effe&us transaBionis nicht auf 
bie Haupt⸗Sache zu ecftveden, fondern nur darvon, bag 
Appellaten , wegen des ihnen beygemeſſenen doli, unb Dag. 
fie Appellantin an ihrer Heyrath verhindert haben follen, 
weiter nicht in 9[nfprud) genommen werden Fónnen , angu 
nehmen; Hiernechit durch die von Appellantin gefriebene 
Unzucht, ihr Wittwen Stuhl nicht verrüdet worden, ge 


ſalt fie aud) nachhero eine Wittwe geblieben , folglich , die 


Veränderung des Wittwen⸗Stuhls novas nupti.s erfor 

dert, aud) in odiofis „ dergleichen Verluft des Meiſter⸗ 
Rechts iL, der proprietati verborum zu inbaeriten, und 
Feine extenfiva interpretatio ftatt haben mag, aud), was 
Infamiam anlanget , der Rigor Juris Civilis moribus Ger- 
manorum dißfalls fo genau nicht weiter attendiret wird, 
noch durchgehende recipitet , und infonderheit nirgends in 
denen Rechten difponitet, ba& bieferwegen eine Wittwe 
ben bem Handwerd niit zu leiden, voie die Herren Schoͤf⸗ 
fen zu Leipzig, in Denen Rationibyus Decidendi votum Ud 


Des erffen Buchs / svoeptes Capitel, 4t 
thels, gar wolangemerdet; Im übrigen caufa fpolii nicht 
abaeurtbelt, fondern nur ſo lange, bieder Incident-Pun& 
erörtert, in fufpenfo geblieben, aud) bi&fall8 die A&io 
fpolii mit der Exceptione fpolii nicht zu confundiren, und 
wenn gleich bie angegebene Facta pro fpolio eigentlich nicht 
zu achten wären, Appellaten dennoch wegen der ihnen bep» 
gemefrenen Exceffen, und Schäden, fid) der Einlaffung 
darauf nicht entbred)en mögen; Go iff geſprochener maf 


fen, billig erkannt worden, 


$. 9. 


Andere Rechts: Lehrere, welche Aatuiren, daß das anpere 05: 
Stuprum eine Infamiam juris nad) (id ziehe , fagen, baf wiren, bag 

bie, welche ein Scuprum begangen, aud) von denen all: uH d 

ſchon erhaltenen dignitäten und Ehren: Aemtern/ zu gangen, 
removiren, unb in denen Handwerds- Zünfften, Rathg. aus von 


und andern erbarn Collegiis nicht mehr zu laffen; —— ee tun 


fou ; tenen Eh: 

Leyfer, in Meditat. ad Pandect. Specim, 52. meditat, 2. & ven Etellen 
Specim. 582. meditat. 5. & 6. Berger. in Elect. Fprud,  emori- 
o JE, ven, und in 
Crimin. cap. 3. membr.4. Num. 12.pag.351. Lauterbach, venenzünfs 


- Colleg. theor. prat. ad ff, tit, de bis qui mot. infam, S. 15, d 


. Und diefes um deßwillen, weilen bie Infamia Furis nicht AA EE 
qut verhindert/ zu dignitäten und Ehren-Aemtern qu gez" ^ 

fangen, unb in bie Sünffte und Collegia recipirt zu wer 
ben, fondern auch uber biefe8 annod) die dignitáten und 
Ehren Stellen, die einer allſchon erhalten / auffebt und 
. beninnmt/ aud) ſolche Leute indenen Handwercks Zuͤnfften⸗ 
Raths und andern Collegüs nicht mebr dultet, wie im 
gleichen alle emolumenta und Einkünffte, bie bem Officio X 
anbángia, entziehet. | 

Lauterbach. Colleg. tbeor. pract. ad ff. tit. de bis qui not. 

infam. $. 22. Böhmer. «d Pandect, tit. cod, S. n Lu- 


— — — — æ — — — — — — 





42 otn oem Stande des Siupratoris, ꝛc. 


dovic. zz ufu. pract. diflinci. juridic. tit. eod. diflind. 1, 

Leyfer. 4. /pecim. 582. 

ind Und diefe Meinung iff aud) denen Rechten gemäßer / 

en wie wir in vorhergehenden 4. $. diefes Capituls darge 

Semager, han haben, deren aud) voit beypflichten, 

Refpon- Und alfo hat die £ bI. Juriſten Faeulrät zu Wittenberg 

fum . Menf. Junii An. 1730. geſprochen; verb. Ob zwar das 

— Stuprum feine Infamiam juris nad) fíd) ziehen möchte, cum 
nullibi in Jure de Infamia criminis hujus quicquam re- 
periatur, s 
Carpzov. part. 1. decif. 17. tum. 9. : 


daffelbe zum rwenigften moribus dodierzis, praeprimis vero 
fecundum Jus Zubecenfe , zu behaupten iff, prouti tradit 


Mev. «d 7us Lubec. lib. 4. tit. 5. art. 1. ibique in addıt. 


auch eine Infamia fad nur ein Impedimentum machet, zu 

Ehren Aemtern zu kommen, keineswegs aber die erhalte, 

ne aufhebt; | gom 
L. 2. Cod. de dignitat. L. B. de Lynker, refponf. 185. 


RUM: 24. 

















Dieweil aber dem Leuteraten bie Infamia Furis anflebet, 
quippe cum infamem faciat aliquem fententia lata ex eo 
crimine, quod judicii publici caufam habuit, HUE 
L. 7. ff. de pal. judi. 
fo Fan berfelbe ben feinem geführten Ehren-Amt mit recht: 
lidem Beyſtand nicht gelaffen werden, ejusmodi enimIn- _ 
famia omnem fidem enervat, omnemque dignitatem & 
honorem adimit, ita, ut infames muneris publici non . 
fint participes, | ; 
- 1.38. Cod. de decurion, L. 2. Cod. de dignitat. Carpzov. 
decif. 17. tium. 7. | an. 
babero 


Des erſten Buchs / zweptes Tapitel, 43 


dahero dann Leuterat dag Salarium und die Accidentien, 
als einen Effetum gebadter Ehren Stelle nicht mehr hat 
pratendiren Fönnen. Worwider bie in praecedentibus in 
contrarium vorgebrachte argumenta nichts in den Weg zu 
legen vermögen, angefeben, daß des vorhin angeführten 
Carpzovii Meinung, quod nimirum Stuprator tantum 
laboret infamia faci, irrig, dann, weil dag Stuprum 
ein Crimen publicum ift, 

$- 4. Inflit. de publ. judic. L. 25. Cod, ad Leg. Ful de adulter. 


fo muß demjenigen , weldyer propter tuprum condemnitt 
worden, nothwendig Infamia Faris anfleben, anerwogen 
L. 7. ff. de publ. judic. deutlich befagt , quod omnem ex ju- 
dicio pz5/co damnatum fequatur Infamia, quam fenten« 
tiam contra Carpzovium defendit 


Lauterbach. zz Colleg. theor. pract. ad ff. tit. de bis qui net. - 
0 éufam.. 15.. 
Und teil bereits vorhin angezeigt worden, daß dem Rath» 
mann Hanns Julio Infamia Furzs anf(ebe , fo wird derfeibe 
feines Ehren⸗Amts nothwendig entfegt werden müffen,nam 
- generaliter Infamibus port& dignitatumnon patebunt, 
A cap. 87. de R. 7. in 6to. ! 


ficuti Infames non folum non admittendi, fed etiam, fi 
ftante dignitate maculantur, ab ea removendi, 


— L.8. Cod.. de Decurion. Zahn. is Polit. municipal. lib..2. 
cap. Y. num. 93. | 


— Menf. Majo An, 1710. verb. Sat Erdmann Refpon- 
Zöpfers eine Fleiſchers⸗ Wittib, 4. Sahr nad ihres Stan (um u. 
ned Tod, das Handiverd fortgeſetzt , nachgehends aber fid) 

von ihrem Knecht ſchwaͤngern laffen, baibr dann, obbie 

felbe fid ber Fleiſcher Innung verluftig gemadt , unb aus 

ſolcher geftoffen werben Fönne, sim verlanget, pss 

N Qus LR 2 n 




















44 Von dem Stande des Srupratoris, 1€, 
(inb alte diejenige , dieein delitum publicum, dergleichen 
auch das Stuprum ift, begehen, für infam und anrüdjig 


zu halten, folglichen von allen Ehren⸗Aemtern und Hand: 
werckern auszufchlieflen 1c. | 





$. 10. 


DemRich⸗ Dem Richter ab, und denen Collegiis Juridicis, ffe: 
gr undcol- het nicht frey/ einen, der wegen begangenen Stupri if 
legis I condemniret worden, feinen ehrlichen Rahmen und 
sicht (teo, Ehren⸗Stelle vorsubebalten/ weilen der Judex nur ein 
u Minifter legum i(t, und die Straffen nid)t mitigien nod) 
meses vergroͤſſern datf, fondern fid) pracite nad) denen Gefegen 
Scopri con- riten muß; über dieſes ware eine (olde refervation eine 
MARRON: ap N aber eem andern, al8 dem Sürffen 
nen ebel» ober Landes⸗Herrn zukommt. 2 PUE 

s" d . vid. L. 63. ff. de fart. Berger. in Elec. 7prud. Crimin. cap. 
Ehren 3. membr. 4. Num. 12. pag. 351. Leyfer, meditat. ad 
Sibchalte at Pandeet. Specim. $82. Corollar. V. — 


ſondernes Hahero muß ber Stuprator den Sürffen oder Landes 

In Herrn felbft angehen, unb bitten, daß er in integrum 

felbft um refituirt, und ihme feine Ehren: Stelle aelaffen werden 

Die reftitu- Lu. & ; 

zion und möchte, 

a inch Berger. cif. cap. 3. membr. 4. Num. 12. pag. 351. 

Qnis, 09 Und alfo hat derschöpffen:Stuhlzu Wittemberg,Ment, 

$«m Majo An. 1706. in caufa Stupri, den F. G. M. beireffend/ 

Soppliciin. geſprochen. verb. Und hat ermeldten M. fol. . . befind, 

Przjudi- jiches Suchen nicht ſtatt; es iff aber demfelben die bo» 

Um. he Landes-⸗Obrigkeit allecuntertbániagft anzugehen/und 
um Verwandlung obiger Gefängnus:Straffe/ ineine 
Geld⸗Buß / ſowol reffitutionem fama, und Beybehaltung 
feines Ehren Amts / zu ſupplicixen unbenommen. 


6, 11. Wann 


— Des erffen Buchs / zweptes Capitel, 45. 


| S. 1r. 


Wann bie Geſchwaͤchte fid) verheprathet/ fie tag Wann bie 
nun gleich den Srupratorem felbiten / oder einen andern zur Geldtide 


Ehe nehmen, fo wird dadurch die ihr anflebende Infamia Harn 
wiederum aufgehoben. - fo wird die 


— ae | Infamia wie 
Berger. 2» Oecoz. Fur. Ib. 1. tit. 2. S. 14. wot. 5. PA2. 72. e erui ài. 


| part. x. refp. 257. num. $. Lauterbach. Co/leg. thæeor. gehoben. 
pract. ad ff. tit. de bis qui mot, infam. S. 24. 


Und diefes waltet auffer allen Zweiffel, wann nicht ber Und diefes 
Stuprator ſelbſt fondern ein anderer ehrlicher Mann — 
fie zum Weib nimmt; indem fie dardurch feiner Gre und warn nick 


Würde theilhafftig gemachet, und Die Infamia getilget wird, der Supra 


tor, ſondern 
arg. L. 8. Cod. de Senator. L. 13. Cod. de dignitat, Leyfer. ale 
‚meditat. ad ff. Specim. $82. Corollar. II. Berger, part. 1. De 


re[pouf. 257. num. 5. o: ande 


Dahero fie aud), gleich andern ungefcholtenen Meiſters⸗ !bet. 
Meibern in dem Handwerck zudulten , zu denen Zuſam IR 219 i 
menfünfften mit zu laden, und nad ihres Mannes Tod, dem and 
als eine unaefdoltene Meifterin, dag Handwerk fortzu mirin,und 
feen berechtiget. : | Ä here * 
Berger. ci. reſponſ. 257. num. 5. - TA 

Und alfo bat die Löbl. Juriſten Facultaͤt zu Wittemb 
menf. Junii An. 1695. En Hun ite ta Balken: 
fere / unter andern geſprochen: verb. Obwol verfihiedeme vm 
Rechtsgelehrte, immaffen oben angeführet worden, dafür 
halten, daß das Stuprum Infamiam faci nad) fid) ziehe; 


Carpzov. decif. 17. gum. 10. wofelbft er von derieni 

— Meinung , welche er part. 2. Confl, 6. def, 14. m 
o fen verfoditen , bintoieberum abgewichen. = 
alſo es das Anſehen gewinnen will, dag in gegenwärtigen 
[5s : S 3 | Sall, 


46 —— Vomdem Stande des Shpratris, 36. 
Gall, bie Geſchwaͤngerte vor anruͤchig und ehrloß zu ach» 
ten, folgende be8 Handwercks nicht fähig werden Fonne. 


arg, L. 2. Ced, de dignitat. cap. 87. de R. T. in Gto. 


Hiernechſt, bie mit einer andern Derfohn, al8 von wel⸗ 
her fie geiihwängert worden , aetrofrene Ehe in denen 
nirgends unter Die modos legitimandi gerechnet 
Heig. part. I. quæſt. 21. num, 63. feqq. 

Demnach ferner e8 das Anfehen hat, bag auch ermeldter 
Schenckin eure gegen fie tragende eheliche Intention, bif 
falls nicht zu (atten Fommen koͤnne; bietoeil aber bannod), 
wie in Denen rationibus decidendi bey bet erften Frage mit 
mehreren enthalten, ob vermittelff des Stupri', eigentlich 
eine Infamia erwachle, unter denen Nechtsgelehrtenin Streit 
gezogen, umb von unterfähiedenen daß contrarium verfod): 
ten wird; hiernechſt, da gleich Infamia fa&i (tatt hatte, - 

















| > iebannod) felbige , aleid)mie fte allein in opinione hominum 


gegründet, aljo contraria opinione, vermittelit nachher 
gebefferten Lebens und Wandels , hinwieder benommen 
werden mag; endlich viele bewahrte Nechts- Lehrere, in- 
‚fonderheit Covarruvias, Tufchus, Barbofa, mit ftattli- 
den Gründen, fonderlich ex HE 
L: 3. Cod. de natur. liber. L. 8. Cod. de Senator. L. 13. Cod. 
|... de dignitat. AUR PM U^ oh 
‚erhärten , etiam pracedens fa&i dedecus matrimonio 
purgari; ben weldyer Bewandnus die in contrarium von 
Heigio angeführte momenta auf einen luſum vocabuli hi» 
aus laufen, geftalten dag Wort: legitimationis, allhier 
refpe&u feminae, feinesvoeg aber nach dem ordentlichen 
Gebrauch, quoadliberos & poteftatem patriam, verftans 
ben wird; So ift gedachte D. ©. im Fall fie heyrathet, 
‘gleich andern Meiſters Weibern zu denen ah 
noe ^ a 


Jj; 


Des erſten Buchs / zweptes Capitel. 47 


rl — — —— ——— — — — — — — — 


ten miteinzuladen, in bem Danbroerd su dulten, und nach 

eurem Todt, als eine ungefiholtene Meiſterin, dag Hand» 
werd fortzufegen, vool befugt, aud) babero mehrerivehn: 
tes Handwerck der Schlöffer , (tibiae auf. und anzunehmen 
ſchuldig. Es ift auch berfelben „ aeftalten Gachen nad), 
und da erhebliche Urfachen fich ereianen, zum Uberfluß, 
und Borkommung alles fernern Streits, von einem Co- 
mite Palatiao, fo dißfalls berechtiget, fi gebührend le- 
. gitimiren zu laffen, unbenommen. 


S. I2. 


Wann aber ber Stuprator felbfE bie von ibme Ge Wann aber 
ſchwaͤchte heyrathet, möchte e8 feinen, daß beede nichts der Supr 
deftomeniger annoch für anrüchigund ehrloß zu halten, ein: voy anne 
folglicyen der dignicäten, Ehren: Stellen, Handwercks Seſchwaͤch⸗ 
Zünffte, Raths und anderer Collegien gang unfähig rod: ee 
ren. Dann da der Stuprator Durd) fein Verbrechen feine ner foiches 

Ehr und exiftimation felbft veriohren, fo Fan er feinem "ot anm 
Weib, das, was er felbft nicht mehr hat, nicht geben. 9" 
. Leyfer. Meditat. ad ff. Specim. $82. in.Corollar. II, & Specim. 


"19. meditat. I, 


Allein e8 gehet bie Meinung derer Rechts Lehrere, bie aud) Jedoch ge⸗ 
in Praxi recipirt ift, insgemein dahin, baf auch in biefem het bier 
Sall, fowol auf Seiten bed Stupratoris als ber Geſchwaͤch edite ch, 
ten 7 bie Durch bas begangene Stuprum zugeftoffene Infamia tere. insger 
wiederum aufgehoben werde; dann die bernad) Folgende pop oon il 
Ehe abolirt allen vorhergehenden defe&& unb macul, fo. vicem Sal 


wol in Anfehung derer Eheleute als derer Kinder; — 
cap. 6. X. qui fil. ſint legitim. eap. 20. X. de Sponfal, fs Aum 2 


mithin fátlet nicht allein die Infamia, fondern aud) derfel, der, Kinder 
ben Effe& hinweg, und die anruͤchig unb ehrlofe Perſoh gehoben 
nen befommen wiederum alle ehemals. Reha equ werde. 
rco Jur TN M 


Refpon- 
fum I. 


48 Voaon dem Stande bes Supranri se,  - 











und privilegien, und foirb dafiir gehalten, als ob fie nie: 
maln dergleichen Verbrechen begangen hätten. 
Lauterbach, Coleg. theor. pract. ad fff. tit. de bis qui not. in- 
fam.$. 24. Leyfer. meditat. ad Pandeöt, Specim. 19. me- 
ditat. Y. © Specim. $82. Corollar. II. Hert. vol. 1, refponf. 
.. 395. num. 5. Richter. part. 2. decif. 30. sum. 18. 
Dahero als eine Fleiſchers⸗Wittib (icb von ihrem Knecht 
fchwängern laffen/ und foichen nachgehends zur he 
genommen/ das Handwerck aber fie in ihrer Zunft 
nicht dulten wollen / bat die Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu 


Wittemberg / Menf. Majo A, 1710. für die Wittib fol; 


berechtiget. nd | | | 
Dannoch aber und dieweil der durch Das begangene Stu⸗ 
prum verurfachte Schand Fleck durch bie nachgehends er» 


ender maffen gefprochen: verb. Hat Michael ©. eines 
leifchers Wittib, 4. Jahr nad) ihres Mannes Tod, das 
Sanbmerd fortaefest, nachgehends aber fid) von ihrem 
Knecht ſchwaͤngern laffen, ſolchen aud) nunmehro zur Ehe 
genommen; da ihr dann , ob biefelbe fid) ber Fleiſcher⸗ 
Innung verluftigt aemadt, und aus feibiger geftoffen wer 


den fónne? zu wiffen verlanget., Ob num roof alle diejenin - 


ge, fo ein deli&um publicum, dergleichen aud) das Stu- 
prum ift, begehen, vor infam und anruͤchig zu halten, - 
folatid) von allen Ehren: YAemtern und Sanbroerdern aud» 
zufchlieffen , hierüber in.euren Innungs⸗Articuln, daß ei: 
ne ihrer Ehren gefihwächte Srau nicht mehr in der Fleiſcher 
Berfammlung kommen folle, deutlich enthalten; endlich, 
daß befagte Wittib vor begangenen Stupro, ihrdie Ehe vers 
fprechen laſſen, nicht zu befinden; Diefemnach es das An⸗ 
fehen gewinnet, ob waͤret ihr nunmehro obbemeldte an®. 
verhenrathete Wittib aus dem Handwerk zu ftoffen wol — 


folgte Ehe, aufgehoben, und bie Stuprata barburd) wie; 


der zu Ehren gebracht worden; immaffen bewährte Rechts⸗ 


Lehrere 


* 


Des erffen Buchs/ zweytes Capitel, 3 


—— — — — — 











Lehrere behaupten, bey welcher Bewandnuß nicht allein die 
.' infamia, ſondern aud) derſelben Effectus. hinweg fallen, 
und bie anruͤchige Perfohn alle ehemals gehabte Rechte und 
privilegia wieder empfähet, und dafür gehalten wird, al8 
0b fie ntemaln dergleichen deli&um begangen; wie dann 
aud) eure Innungs Articul nur eine folie rau, melde 
noch würdlid) an ihren Ehren geſchwaͤchet it, von dem 
Handwerck verfloffen ; enblid) , geitalten Sachen nad) 
und da, wie obgedacht, vermittelt der erfolgten Ehe, bie 
vorige macula gaͤntzlich abolirt worden, daraus, bag Fer 
ne Sponfalia vorher. gegangen, etwas widriges nicht zu 
erzwingen, _ 
So feyd ihr Erdmanns G. Eheweib aus der Gleifd)et 
Innung/ wegen der von ihr ehemals begangenen Hurerey, 
zu ftoffen nicht befugt. 
Ingleichen die Löbl. Juriſten⸗Facultat zu Bießen/ d. 7. Refponz 
Julii An. 1693. verb. Klägerd Suchen an und vor fid) fepe fum II. 
nicht ubel fundirt, angefeben 1) derſelbe um deswillen von 
ber Zunfft excludirt worden, weilen feine Haus: &rau im 
s. Monath , nad) der Prieiterlichen Copulation in dag 
Kind- Bett gefommen, Rechtens aber 2) fi fpontus fpon- 
fam fuam impregnavit, ab opificio excludendum non 
effe, mie bey Dem Mevio pronuncitt worden, 
‚part. 3. deciſ. 39. | : 
allwo derfelbe fefe nachdrüdlich fehreibet , non improban” 
dum quidem effe, opificum pro confervandis bonis mo- 
ribus ftudium, quod in Collegiis fuis pra fe ferre foleant, 
ex quo etiam multa fingularia receperint, & conniventi- 
bus Magiftratibus exercuerint; at concedendum minime 
effe, ut fub eo obtentu, injufta faciant, & irrogent; co- 
hibendum effe nimium rigorem illorum, per quem fape | 
deli&ta faciunt, quae non funt, aut ita puniunt leviora, 
ut rationi & aequitati non ee wohin er aud) zich- 
; e, 


D». 


so Von dem Stande des Stupratoris, 4c, 


rias na — — 














let, warn einer feine Braut geſchwaͤngert hat; ſonderlich 


-da 3) wann ſchon ex ftupro einiger Mackel auf Klaͤgern 


Ferner 
wird die 
aus dem 
Stupro ent⸗ 
ſtandeneln⸗ 
die darauf 
erfolgte Le⸗ 
being Befles 


famıa durch 


rung auf/ 


gehoben. 


ehafftet hätte, felbiger fonber allen Zweifel, Durch die er» 

olate Benrath ibme abgenommen worden; macula enim 
ex ftupro contratta , per fubfequens matrimonium purga. 
tur, qua Conjuges & qua liberos. : 


per tradita Richter. part. 2. decif. 80. Carpzov. /ib, 6, 
re[pon[. 99. © part. 1. Conflit, 6. def. 12, 


$. 13. 

-- Kerner ceffirt bie aus bert Stupro ent(tanbeneTnfamia 

und deren Effet, unb ift mithin aller Ehren und dignitaͤ⸗ 

ten fähig, wann ber Stuprator oder bie Geſchwaͤchte drey 

gantzer Jahre, fich wiederum fromm , erbar und tugend» 
fam auffuͤhret. : | 

Brunnemann, ad L. 43. ff. de rit. nupt. num. 4. Mev. ad 

jus. Lubec, lib. 4. tit. 5. art. 1. in addit. Berger. Oecoz. 

Fur. lib. 1. tit. 2, $, 14. pag. 72. Catpzov. part. 1. decif, 

17. Befold. part. 3. confll. 117. num. 20, Bardil. Concl. 

eor, pract. Exercit. 35. tbe[, 14. 


Dann burd) bie erfolgte Lebens - Aenderung und Befferung 
wird nid)t nur levis notae macula, fondern aud) infamia 
fa&ti gänzlich aufgehoben, fo bag ſolche Perſohnen, in lm 
fehung ihres gebeiferten Lebens und Wandels, weder von 
denen zu erlangenden noch bereits obhabenden dignitaͤten 
und Ehren-Stellen, von Rechts wegen nit mehr exclu- 


& 


ditt werden koͤnnen. 


Refpon- 
fum, 


Menf, Junii A. 1695. ad Interrogationem G. H. eines Schloſ 


Led S D HE decurion. Frommann. differt. de levis. mot. 
macul. tbef. 59. Freher. de fam. & exiffim. lib. 3. cap. 30. 
gum. 1. Harpprecht covf/. tubing. 24. num, 144. feqq. . 


And alfo hat bie Löbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Wittemberg 


fere 


Des erſten Buchs/ zweytes Capitel, sr 
fers, geforochen: verb. Worzu kommt: baf unterfchiede: 
net bewährter Rechts⸗Lehrer Meinung nad, bad Stuprum- 
an Seiten der Stupratze, weder jure nod) fato infamiret, 
fondern allein eine böfe opinion hey bem gemeinen Mann 
zu erwecken pfieat ; 

Carpzov. part. 2. Conflit, 6. def, Ya. num. 6. (eqq. Mev. ad 

Jus Lubec. lib. 4. tit. 5, art. 1. im da fi : 


welche Meinung zumal in foro Germanico ftatt fat, fe- 
cundum ea, qua tradit 
Schilter, Exerc. 10. £bef. 32. N | 
Hiernechſt, und da allenfalls eine ftuprata pro infami ins 
. famia fadi, zu halten, jebannod) felbige, mutatis mori. 
bus, per triennium , Dintoicber aufgehoben wird, — — 
arg. L. 6. S. 2. ff. de decur. Jul, Clar. /b. 5. recept. ſentent. 
quaft. 21, num. II. in fin. Brunnemann, 4 L. 17. & 19. 
God. de bis qui not, infam. 
quemadmodum enim vitee morumque levitate, impro- 
bitate, imprudentia & exiftimationis fuze incuria, mala 
fama facile apud populum incurritur: ita rurfus, muta. 
tis moribus, efficiendum & impetrandum eft, ut melius - 
de ipfo homines exiftiment, —— 
Freher, de fama. lib. 3, cap. 30. zu». 1. Molin. de 7uff. eg 
fur. comm. difputat. XO, num. XI, rci 


€» erfiheinet 2c, 








; S. 14. | 
Allein e8 ift biefe Meinıma in denen Rechten nicht ar. 
lerdings gegründet; bann, wie wir BPO ADD A Sirtung 
biefe8 Capituls angeführt, fo ziehet das Stuprum nicht fo: DL 
wol eine Infamiam faeHi, als vielmehr eine Infamiam juris oit gp 
nad fi; mit der Infamia Juris aber, ift (3 dergeftaiche, mir. 
| G 2 ſchaffen, 


$2 Voaon dem Stande des Stupratoris, 1C. | 


fchaffen , daß ſolche Durch bie Lebens: Beſſerung nicht abo- 
lirt werde, fondern-immerfort Daure, ds 
L. 43. S. 4. ff. de rit. nuptiar. L, 26. ff. de pen. Böhmer. 

^os dutrod. in Tus Digefl. tit. de bis qui not. iufam. $, 7. Lu- 
dovic. dodfrin. Pandect. tit. eod. S. 6. Berger. im Occor. 
Fur. lib. 1, tit. 2, S. 14. & wot. 1. pag. 71, © 72. 3 


paa, Mithin iff die Lebens. Aenderung nicht vermógenb , bie ex 
nichts, aw. ftupro entftandene Infamiam fo ſchlechterdings aufzuhebenz 
en dahero Fein anders Mittel übrig, al8 dag foldye anrüchige 
aleicjen.an. Derfohnen fid) in integrum refticuiren laffen; * 
Td. Berger. cit. loc. & part. I, reſp. 257. num. 6. Carpzov. ib. 


m um 6. refp. 100. 
anto; 5 E : : a ; 
Herrn in dann bie Infamia Furis wird anderer geftalten nicht, al8 


msn Durch die COiebergebung des ehrlichen Nahmens abolitt, 


him — ^ 2,7. Cod. de fentent. paff. Böhmer. Introd. in Jus Digefr. 
—  '" — fit. de his qui not. ipfam. S. 9. Lauterbach. Co/eg. theor. 
pratt. ad ff. tit, eod. S. 23. Befold, comp. 117. num.21. . 
fegg. Berger. Oecon. Fur. cit. loc. Hett. vol. 1. refp. 395- 
num. 6. | | id 
Refpon- Und alfo fat die Loͤbl. Juriſten Facultaͤt zu Wittenberg 
fuom l. menf, Junii A. 1695. ad Interrogationem des Schloffers G. 
H. unter andern gefprochen: verb. Es iff aud) berfelben qe 
(talten Sachen nad , und ba erhebliche Urſachen fid ereig⸗ 
nen, zum Uberfluß nnb zu Vorkommung alles fernern 
Streits, von einem Comite Palatino, fo dißfalls beredy, 
| tiget, (id) gebührend legitimiren zu laffen, undenommen, 
Refpon- Jngleichen die Löbl. YurifkenErcuköt zu Altdorf d. 10, 
- fum il. Decembr. A, 1731. in caufa der Peruquenmacher⸗Zunfft 
zu YO. contra Johann G. verb. So viel aber den Vater 
anbetrifft, berfelbe laut der Anlagen Num. AGor. 13. & 16, 
nicht nur auf. fein beſchehenes fuppliciten , ab fnclyto Se- 
natu W. recipirt unb aufgenommen. fonbern and 2m 
! | pe ud 





Des erffen Buchs / zweytes Capitel. 53 


bem Damahligen fodianfebnlidien Huldigungs Commiffa- 
rio Seren Grafen zu. N. N. nad) vorbero gepflogener. com- 
municarion mit erftgedachten Stadt: Kath, und der Beder- 
qu, praevia caufe cognitione , Kraft obhabender 
vaiferl, Commitforial-9fmt$ , und hergebrachter alter Ge 
wohnheit, in integrum reftituitt, aud) alled, was bac 
bey , unb hernach von feinem Weib und ihme veruͤbet, 
gaͤntzlich, ale ob e8 niemalen gefchehen wäre, abolirt wor⸗ 
den, mithin alfo Die macula & infamia, qua laborabat, 
auf feiner Seiten dardurch gánglid) hinweg fällt, per re- 
fticotionem enim in integrum , aboletur Juris infamia, | 
omniaque priftina Jura reftituuntur; 


L. 7. Cod. de fent. paſſ. L. fin. Cod. de gener. abolit. Heig. 
| part. 2. quæſt. 22. Lauterbach. Colleg. theor. pratt. ad ff. 
tit. de bis quà uot. ipfam. S, 23. st t 


So ift 1c. | | 

Serner von eben diefer Faco/tót bett 14. Aug. A. 1740. in Refpon 
caufa Johann G. eines Trompeter: Yungen, verb So (Gi "Em 
halten wir dafür, bag ber Joh; G. wocgen feines zu dreyen 
mal begangenen Stupri für infam und untächtig zu Erlen - 
nung der Trompeter-Runft , zu halten fepe , und diefe In- 
famia anderer geftalten nicht, abolirt werden Fönne, dann 
per reftitutionem famae, melde, baferne fie per univer- 
fum imperium den Effe& exeriren unb der Lehr Sung, ale ein 
„ehrlicher Trompeter, aller Orten patfirt werden (ole, ent 

weder von Ihro Kaiferl, Majeftät, ober von einem Co: 
mite Palatino, welchem in Diplomate poteltas famae re- 
ftituenda, ertheilt worden, verrichtet werden muß, — 
Struv S. f. Civ. Exerc. 7. the[- 23. ibique Müller, in addit, 

. it; &. Schvveder. Introd. in Jus. pull. part. Spec. Sect. 1, 

cap. 16. $. 1. feqq. = WELT 














6:5 $. 15. Die 


? 


54 Don dem Stande des Stupratoris, 2c. 


6. 15. 

Dieſe reti. Dieſe reftitutio /zz« oder Wiedergebung des ehrli⸗ 

— chen Nahmens / geſchiehet auf zweyerley Weiſe, ento 

Lildeter weder ausdruͤcklich ober ſtillſchweigend / wann nemli⸗ 

quit, hen der Ober Herr die ehrloſe und anruͤchige VPerſohnen 

fidfang, wiſſentlich zu dignitaͤten und offentlichen Ehren⸗Stellen ber 
gm. foͤrdert, ober in ſolchen Aemtern laͤſſet, und nicht callirt. 

arg. L. 23. S. 4. Cod. de nupt. Freher. de exiſtimat. & fa- 

ma. lib. 3. cap. 30. num. 15. Mylet. de Princip. & Statib. 

Imper. cap. $3. mum, 7. Lauterbach. Concl. forenf. Exerc. 

10. theſ. 15. Berger. Oecon. Fur. lib. 1. tit. 2, S- 14. pag.7 t. 


Weme das Das Recht die ehrloſe Derfobnen wiederum ehrlich zu 

m machen/ competirt niemanden anders, al8 deme, der 

Stejme Die regalia und Jura Majeftatica zu gaudiren hat; infonder. 

wee zu heit aber im Heil. Rom. Reich / dem Baiſer / oder denen 

fcher ^ er dieſes Recht fpecialiter verftattet, nemlichen denen Co- 
mitibus Palatinis, wie ingleichen denen Chur Fuͤrſten, Für 
(ten und Ständen des 9teid)8 , weniger nicht bem ohnmit⸗ 
telbahren Reichs Adel, Brafft Landes Sürfil, oder bos 
her Landes: Öbrigfeit. 


Lauterbach. cit. loc. Schvveder. i» 7. publ. part. Spec. Seit. 

I. cap. 16. 9. 2. & Sedi. 2. cap. 14. $. 9. Limn. 7. puli. 

lib. 4. cap. 8. num. 303. Myler. de Princip. & Statib. Im- 

per. cap. 53. num. 3. 

Wastie Jedoch mit diefem Unterfehied / daß wann die reftitution 

nein entweder von dem Aaifer immediate, oder von einem 

jemand von Comite Palatino geſchiehet, eine folche in ben vorigen Stand 

- bem Kaifer aefetste Perfohn allentbalben in dem Reich vor ehrlich zu 

go em Kalten; mann aber jemand von dem Landes: Herrn re- 

Sene. fHtuitt wird, derſelbe nur allein in des rerritorial- Seren 
et Gebiet / für ehrlich paſſirn koͤnne. Lacy ve 

Berger, Oecon, Jur. lib. 1. tit. 2, S. 14. pag. 71. Lauter- 

(HEP En bach. 











Des erſten Buchs / zweytes Capite, 55 


bach. ci. Joe. Schvveder. J. publ. part. Spec. Sect. 1. cap. 
16. S. 2. Carpzov. de regal. thef: 35. 


Allein es ift biefe8 fo ſchlechterdings nicht zu admittireng o6 ein son 
dann wann Die Statuta und Landes-Gefeke infamiam irro- um Fun 
giren, oder jemand in des Landes-Heren Cerichten durch on seo 
einen Richterlichen Spruch als infam condemnirt wird, mahteper- 
fo ift eine folche von dem Landes» Herrn ehrlich gemachte DD" fie 
Perſon nit nur in feinen Landen, fondern aud) in qan. Reid, oder 
fen Röm. Reich, dafür zu halten, und fan niemand anm in des 
ders. als bet Landes Herr ſolche macul wiederum aufheben, Herrn tans 
und ift Die Begnadigung des Kaiſers allbier nicht hinlaͤng de esr 
lich, als welcher Krafft ber Kaiferl. Wahl Capitulationen, ^" 
derer Fürften und Stände des Weiche Superioritát und ju- 
risdi&ion nicht Franden und turbiren darf; wann aber dag 
Jus Civile infamiam irrogirt, fo Fan zwar cer Landes: Herr 
foldje aboliten , alleine e$ gilt bie Ehrlichmachung weiter 
nicht a(8 nut allein in des Standes Lande; baferne aber 
durch Die Reichs⸗Conſtitutiones jemand wäre notirt ; oder 
von dem Reich, oder denen hoͤchſten Reichs Gerichten für 
ehrloß erflaret worden, fo fan der Landes. Herr ſolche in- 
famiam gar nicht aufheben, fondern es muß folches einig 
und allein von bem Kaifer oder aud) einem Cemite Palati- 
no befchehen, | hn 


* Schvvedet. in Tur. publ, part. Spec, gect. 2, cap. 14. 6.9. 
Myler. de Princip. & Statib, Imper.cap. $3. mum. 4-fegq. L. 

B. de Lynker. Z/fert. de Fur. reffituend. fam. thef- 6. Horn. 
„Juris pull. prud.-cap, 46. $.:13. Berger, cit. loc, 

















E $. 16. - ; zt eine 
Wer eine von einem andern Geſchwaͤchte ober gefchtwän andern ge 
aerte Weibs Perfohn bepratbet , der iff weder vor unehr —— 
lid) , nod) vor verächtlich zu halten, wann nur das Weib t 
mit bem Kind barnieber gekommen, d QS 311109 Der infam, 
—X | arg nod) ven 

aͤchtlich. 


Reſpon- 
ſum. 


56 Von dem Stande bes Stupratoris, 1€. 


En nn. OH 

















arg. L. 11. ff. de his qui not. infam. Carpzov. part. 2. Con- 
Nit. 6. def. ı4. Berlich. part. 2. decif. 299.. Lauterbach. 
Colleg. tbeor. pract. ad ff. tit. de his qui not. infam.$.23. 
Berger. Oecon. Tur. lib. 1, tit. 2, S. 13. tot. 7. pag. 69. 
€ part. 1, Refp. 132. & 257. | 


Meilen ber fein Verbrechen begehet, fondern vielmehr ein 
Werck der Barmhertzigkeit ausuͤbet, welcher eine Sour oder 


Geſchwaͤchte heyrathet, 


cap. 20. X. de Spon[at. 


aud) niemand aus eines andern Verbrechen fid) eine Infa- 
miam oder macul zuziehet; über Diefes bie der Geſchwaͤch⸗ 
ten aus der Schwaͤngerung entſtandene Infamia oder ma- 
cul, durch die darauf erfolgende Verehelichung, wiederum 
purgitt und aufgehoben wird. | | 

Dd. ad cap. 6. X. qui fil, fint legit. Lauterbach. d. zit. $.28. 

Wernher. Select. Obfervat. forenf. Vol. 5. Obfervat. 170. 
num. 1. €9 2. 

Und alfo Hat die Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Wittemberg / 
menſ. Junii A. 1695. ad reguiftionem G. H. eines Schloſſers 
gefprochen: verb. Ob zwar des D. T. ©. Toter, mit 
welcher ihr euch ehelich eingufaffen aebendet , in Anfehung 
des von ihr vorhero begangenen aud) geftandenen Scupri, 


pro infami, infamia juris mediata, zu achten, namque 


ob publicum ftupri deli&um, 

C$. 8. Infit. de publ. judie. sare labat 

condemnat, illudque confefla, fine dubio infamis fit, 
arg. L. 7. ff, de publ. judic. . | Lem 

bei welcher Bewandnus bann, und da ihr felbige zu bet 

tatfen entfchloffen , e8 das Anfehen gerwinnen möchte, dag 


ihr (obann wenigfteng levis notae macula behafftet würdet, 


confuetudo enim fingularis cum infamibus, atque ardif- 
| ps fimum 


; nenn) 


Des erſten Bude; zweytes Capitel. $7 





ſimum contradum confortium, quoque levis notae macu« 
lam infert; - 
arg. corum, qua tradit DOR prax. Crinih, — 
137. num 8. 
jam autem levis notæ macula pariter ac aa ab Opi- 
ficum Collegiis excludit, 
Strüv. 5. ‚F. Civ. Exerc. 7. tbef. 20. Hahn. ad Wefemb, rir. 
de bis qui mot. infam. num. 8... 
dannoch aber und dieweil bie Dd. communiter , inſonder⸗ 
heit unter denen recentioribus 
.. Carpzov. part. 2. Conſiit. 6. pA, 14. e pari, 1. decif. 15. 
num. 13. © part. 2. decif. 112. mum..4. Berlich. part.2. 
decif. 299. Hahn. «4 Wefemb. zi. de Lis qui not. infam. 
num. 2, Brunnemann. a4 rubr. Pandect, tit. eod. num. 5, 


mit ſtattlichen Gründen: bewähren , daß derjenige, fo eine 
bon einem andern Se ro daerte Sferfobn heyrachet , ba» 
durch alfofort nicht mit ber levis notæ macula belegt 
werde, in Erwägung , quod id pro caritatis officio & 
opere mifericordiae reputetur, & fub his titulis a Theo- 
logis fuaderi foleat; 


arg. c4p. 20, X. de fponfal. Nebelkrä. def 17. Wefemb- 
dn paratitl. tit. de rit, nupt. num. 8. 
| in fommt , bag verfchiedener Rechts Lehrere Meinung 
das Stuprum an Seiten der Stuprate , weder jure 
| * fi&o infamire , fonbern allein eine böfe opinion bey 
dem gemeinen Mann zu erwecken pflegt; ^ 
‚Carpzov. d. def. 14, num, 6. (64. Mev. ad Jus Lulec. lib. 
4 Eit. 5. art. 1. in addit. 


welche Meinung , zumalen in Foro Germanico ftatt hit, 
fecundum ea, qua tradit ; ! 
. Schilter, Exercit. 10. cheſ. 32. id 


Y 


$$ Von dem Stande des Stapratoris, 36, 


So erfcheinet dannenhero fo viel, dag, wann ihr euer Vor 
haben berverd'ftelliaet, und die geſchwaͤngerte D. ©. zur 
Ehe nebmet, deswegen pro perfona levis notae macula 
laborante, nicht gehalten, nod) aus bem $anbmerd ic, 
mna s „ Hieraus ergiebt (id) num, daß derjenige, welcher bie 
mithin von Geſchwaͤchte heyrathet, von denen Ehren Stellen, digni- 
bene  räten ; Handwercks Zuͤnfften, Raths und andern ehrlichen . 


men men — UE 








Tony ging» Collegits nicht excludirt, mod) aus denen Zünfften und 


ten und Collegiis, worinnen er fid) allſchon befindet, geſchaffet, 
Coran, Noch feiner auf fid) babenben Ehren Aemtern und dignità 
gefhlofen fen entfeget werden moͤge. Bleibt aud) einem Handwercks⸗ 
werden. ann, Gefellen und dungen ju fördern, und fid) aller 
den Handwerck zuftehenden Rechten und Sreyheiten aleid) 

andern , zu bedienen, unverwehret. E | i 

' Berger, in Oecoꝝn. Tur. lib. 1. tit. 2. $. 13. not. 7. pag. 69. €^ 

part. 3. Refp. 257. Lauterbach. Colleg. tbeor. prac. 

tit. de bis. qui noti infam. $. 28: Berlich. part. 2. deciſ. 

299. Weernher. NMect obfervat. farenf. vol.s . Obfervat. 170. 
pag.332. Horn, confult. & refp. Claff-. Re[p. 46. fol.162, - 

Refpon- Und alfo bat in ead. caufa d. Menf. Junii A: 1695. die £ OBI, 
fom I. Juriften.Facsksät zu OO ittemberg geſprochen: verb. daß / 
wann ihr euer Dotbaben bewerditelliget/ und die qe 
fhwängerte D. ©. zur Ehe nehmet/. ihe deswegen 

aus dem Jandwerd nicht geſtoſſen / auch Geſellen und 

| ungen zu fördern nicht gehemmet werden koͤnnet. 
Refpon- Ingleichen der Schoͤpffen Stuhl zu £ eipsig ad requifi- 
fum U. tionem G/oerz Waldmanns/ Burgers und des Raths 
au Borna / verb. Ob mi reel die Räthe in Städten mit 
ebrlidyen , untabelbafrten und unbeitoltenen Perfohnen be 

fete werden follen , ber Kath zu Borna aber vor einema- 

cul und Tadel anziehen will, bag ihr vorbefagte er 

BB: e — geehll⸗ 


Des etffen Buchs / zweytes Capitel. 59 


geehlichet; dannoch aber, und dieweil ein geiſtliches Con- 
fiftorium durch ben Superintendenten zu Borna euch zu 
diefer Ehe vermahnen laffen, unb alfo geiftliche und ande» 
re ehrliche Perfohnen gerathen, aud) ohne das in Rechten 
nicht verbotfen, wann einer eine unzuͤchtige und geſchwaͤn⸗ 
ger sperfobn ebelidyet , und feinem Ehemann feines Weis 
bes begünftigte Schuld unb Mißhandlung bepgumeffen , 
nod) Beſtraffung — dieweil auch niemand ſei⸗ 
nes erhaltenen Rechtens, unb alfo aud) Ehren⸗Standes 
ohne vorhergehendes rechtliches Erkaͤnntnus, nicht zu ent⸗ 
ſetzen; So werdet ihr auch bey dem von euch einmal er⸗ 
langten Raths⸗ und Ehren Stand, ungehindert billich ges 
laſſen, derowegen auch der Rath zu Borna euch dem Her⸗ 
kommen nach, zu bemfelben zu wehlen, unb darinnen zu 
dulten, fehuldig. V. R. W. alt 
 Serner,als N. Vf. feines Handwercks ein Leinen⸗Weber / Remon- 
und Burgermeiſter zu Vf. mit einer gewiſſen Perſohn, (um IL) 
welche/ ehe fie zum andernmaln an VY, Ví, verbeyra2 ——— 
thet / von jemanden geſchwaͤngert worden/ ficb mit 
derfelben copzlicen laſſen / bey oem Burgermeiſter Ame 
und der Zunfft nicht mehr gedultet werden wollen/ 
hat die Loͤbl. Juriſten Pacultaͤt zu Wittenberg / menf, 
Apri!, A. 1689. ad Interrogationem Burgermeiſter und 
Zath des Städtleins Weiffenburg/ alfo geſprochem verb, 
Wann num gleich angeführek werben Fan, daß Die vollzo⸗ 
gene Ehe mit einer berüchtigten Perfohn, ſowohl dem 
Refpe& des Burgermeifter- Amts, als aud der Leinweher⸗ 
Sunfft, hoͤchſtnachtheilig ift, er aud) , ebe er hinwieder 
aur Regirung aclanget , auf bie oon euch und im Rahmen 
der Gemeinde befchehene Anfrage , dag er nicht zumider 
ſeyn, fondern von feiner vorhabenden Heyrgth abfteben 
wolte , fid) erfläretz Serner in deraleichen Faͤllen wann 
einer fid) ad non faciendum verbindet , und dennoch feinent 
Berfprechen zuwider (ebet., on Pi y — 
| | v3 2 : ( 








60 Von dem Stande des Srupratoris, 1C. 


fid verbindlich gemacht/ adintereffe belanget werden Fan, - 
bevorab ; wann, wie in gegenwaͤrtigem Sal geſchehen, 
der Stipulator dolofe, dem Promittenti etwas zu conferi- 
ren, incuciret worden, —— (5 
Dennoch aber unb biemeil nirgends in denen Rechten, ben 
Verluſt feines Ehren⸗Amts eine gefchwängerte Derfohn zu 


heyrathen, verbotten, bie der Stuprarz aus der Schwaͤn⸗ 


gerung entitandene Macula qud) bereits burd) die andere 
mit dem verftorbenen N. N. beſchehene Verehligung purgi- 


yet worden, unb. ein Burgermeiſter, ungeachtet er eine 


folche Perſohn zur Ehe Dat, bennod) feinem Amte wohl 
worjichen , und der Gemeinde Beſtes fuchen fan; Hier 
über e8 in Feines Privati Gewalt (feet, burd) dergleichen 
Vorwurf der LZeinweber-Zunfft einen Schandfleck zu zuzie⸗ 
hen, oder fie dißfalls an ihrer Gerechtigfeit zu beeintraͤch⸗ 


tigen; Berner das von N. N. gethane Verſprechen, nicht 


"o s mnter dem Bedinggefchehen , daß, wann er darwider hat 


Refpon- 
fum IV. 


deln wuͤrde, er feines Biürgermeifter- Amts unb geinmebete 


Innung verluitig fepn follte, alfo ex conventione et deſſen 


nicht entfeget werden fan , endlich Fein be(tánbig Interetfe, 


in Anſehung, daß ihr durch bie bem Verfprechen zuwider 
vollzogene Heyrath einige einen Effe&um juris nad) (id) 
ziehende Laefion darzuthun, nicht vermöget , ausgefuͤhret 
werden mag; Go fepb ihr mehrgedachter N, N. ſowohl bey. 
bem Burgermeifter-Amt , als der Leinweber⸗Zunfft ferner 
gne ſchuldig 33. 9t, 98. — | | 

Wie dann aud) die Loͤbl. Turifken: Facotát zu Wittem⸗ 
berg, al8 das Maurer⸗Handwerck zu Mittembergden 
*5antis. Georg Zuch/ als Gefellen um deswillen nicht 


. mehr dulten und arbeiten laffen/ weilen er des Landess 
Bnecht zu Schweinig Tochter geſchwaͤngert und ges 


beyratbet/ auch mit des Marckmeiſters Land: Knechts 

Söhnen/ und andern dergleichen Perſohnen / öfters: 

Gemeinſchafft gepflogen/ und in der Marckmeiſterey 
/ | getrun: 


I 


Des erffen Buchs / zweytes Capitel, 61 


— — — — 








getruncken/ menf. Aug. A. 1693. ad reguifitionem bes: 
Maurer Handwercks zu Wittemberg / alfo geſprochen: 
verb. Dannoch aber und Dieweilder macol, welchen Hann 
Georg Luch durch Das. begangene Stuprum fid) zugezogen, 
. vermittels bervollsogenen Ehe, tnb nad erlittener Straf; 
fe, aufgehoben und getilget worden; — 
Carpzov. part. 2. Conflit. 6. def. 11. & lib. 6. refp. 99. 


Derjenige macul aber, fo denen Land umb Stadt Knech⸗ 
ten von einigen beygemeſſen, und umdeswillen felbigen die. 
Aufnehmung in die Zünffte verfaget wird, 

Marquard. de Infam. lib. 3, cap. 24. Richter. deci. go. 

um. Y9, | 

auf deren Kinder nicht zu ziehen, vielmehr in ber Chur: 
fuͤrſtl. Sächfifchen Policey. Ordnung , bag diefe bey be 
nen Zünfften an und aufzunehmen, ausdridlich verorbe 
net, und dahero demjenigen, welcher eines Landes. Knechtg 
Zochter heyrathet , der Zufritt zu Denen Innungen um fo 
viel deſtoweniger zu verfagen; | 

Carpzov, deci 18. — hate, | 
Ferner, bag bie bloffe Converfation mit denen li&oribüs - 
jemand die Innungs Faͤhigkeit benehme, in denen Rechten 
- nirgends verfehen; 
Richter. d. Z sum. 20. : des 
Ben diefer Berwandnus_ alfo , alle biefe Umſtaͤnde nicht der» 
geitalten befchaffen,, daß um derfelben willen, einige Aus⸗ 
fhlieffiing von dem Handiverd zu verhängen, à 
Carpzov. lb. 6, refp. 99. Beyer. i» Magiftr. Opife. cap. 4. 


num. 142. 


aeftalten bann auch bie Smardmeiftereo an unb or fich feto. 


ften , vor einen anrüchichen Ort nicht zu halten, unb enbé 


lich derer benachbarten und ausländischen Spteifter, und. 
Ec CONST M (0C 7 Omm c 


6x . Don dem Stande des Stupratoris, 4C, 











Innungen unbefugtes Beginnend , und bed daraus zu be 
forgenden Aufitands, oder anderer Confequentien halber, 
der Lauf’ der Gerechtigkeit nicht zu hemmen, fondern fel. - 
bigem vielmehr auf andere Wege vorzubauen; | | 
So ſeyd ihr offtbemelbten Suchen, auf fein Anſuchen und 
der Obrigkeit Gebot, Arbeit zu geben allerdings ſchuldig; 
eg ift euch aber, im (Sall. eure Obrigfeit dem beforalichen 
Ubel zu fteuren nicht vermód)te, Sr. Churfürftl. Durchl. 
unfern andbiaften Herrn, eure Stotbourfft dißfalls unter, 
thaͤnigſt vorzuftellen unbenommen. 20, 90, W. | 
: S. 18. i 

Am beflen Ob vum zwar bie, fo eine Geſchwaͤchte heyrathen, von 
d Jud denen Zunfften und Collegiis mit Recht nicht ausgefchloffen 
fan d erden mögen; meilen aber dieferhalben ben denen Colle- 
ſchwaͤchte giis und Qunfrten zum üfftern viele incommoditáten und 


ord Verdrügfichfeiten ent(teben , fo i(t am allerbeffen und — | 


einem Co- ficberffen, bag bie Gefhwächt oder Geſchwaͤngerte fid) 
ti — zu vorhero durch einem Comitem Palatinum legitimiren laffe/ 
miren affe, wie ſolches die Loͤbl. CguriffenzFacw/rát zu Wittemberg / 
in ihrem menf. Junii A. 1695. G. H. einem Schloſſer / al8 
felbiger ^D. T. S. nadjaelaffene Tochter, welche vorbero 
von einem andern geſchwaͤngert worden, su heyrathen ge⸗ 
Refpon- meinet war, angerathen: verb. Es iff auch derfelben/ / 
fum. geſtalten Sachen nach / unb da erhebliche Urſachen ſich 
ereignen / zum Uberfluß und Vorkommung alles fer: 
nern Streits / von einem Comite Palatino, ſo dißfalls bes 

vechtiget / ſich gebührend legitimiren zu laffen / unbe 
nommen. | ; 
- tefte Berger. in Oecon. Tur. lib, 1. tit. 2. 6. 14. pag. 72. © 

in re[p. part. 1. re[p. 257. num. 6. i m 

| mou $. 12. ; 

Die ander —— Hiernechft find aud) bie Kinder, fo aue einer mit einer 
ver von cis 00 einem andern geſchwaͤchten geſchloſſenen Ehe, erzeugt 
nem anbera TM a wor; 


Des erſten 25ucbs / zweptes Capitel, 63 
worden, vor rechtmäßig zu halten, unb von allen macul Gefämäg: 
frep, und mögen in das Handwerck zu fommen nicht ge tosrare 
binbert werden.! ; ^ erzeugte 

Berger. part. 1. refp. 257. uum. 7. UAE 

Und alfo hat bie Loͤbl. Juriſten Facultaͤt zu Wittem und des 
berg/ menf, Junii A. 1695. ad Interrogationem G. H, ei 
nes Schlojlers geſprochen: verb. Obwol vermög befann. fähig. 
ter Raiferl, Sted)te, bie Kinder ihrem Stande nach, ex con- — 
ditione matris zu judiciten, als ferner es das Anſehen gewin- um, — 
nen will, bag, im Sall D. ©. wegen begangenen Scupri 
vor anrüchig zu halten, barburd) denen nachgehends von 

ibt geseugten Kindern, ebenfalls eine macula zugezogen 
werde; — ER ; — 

Dan noch aber und dieweil, nach Anleitung desjenigen, fo 
allbereit mit mehrern ausgefuͤhrt worden, ber Stupratz fei⸗ 
neswegs eine Infamia mit Beſtand beygeleget werden mag; 

hiernechſt die aus denen Kaiſerlichen Rechten angezogene 
doctrin, Innhalts derer textuum, allein de ſtatu liberta- 
tis & fervitutis, verfaſſet; hingegen in angeregten Rechten 
deutlich verſehen, quoties agitur de ftatu familie, uo 
pertinet dignitas, toties liberos patrem fequi, ; a 
J£, 19. ff. de flat. bomin. re 
geſtalten dann aud) beeder Eltern: aleichförmiger Stand, 
‚fo viel bie Kinder betrifft, nicht orbentlid) , fondern nur 
‚in gewiſſen Fällen, ex confuerutudine vel ftatuto erfor. 
‚dert wird, ingleichen bie Statuta poenalia auf-die Kinder 
keineswegs zu erſtrecken; neque enim nocere debet proli 
parentum illorum, de quibus excludendis agitur, vitium 
& deli&um, neque aequum eft , ut fiiius patris matrisve 
culpam Iuat, neque impedienda eft dignitas ejus, qui 





OL 








nihiladmifit, E 

- L. 6. in fen. pr. f. de decurion. 

multo minus victus ratio, & medium, — P 
N ym 


64 Don dem Stande bes Srupratoris, 4C, 


— 


Mev. ad Tus Lubec. lib. 4. tit. 13. art, 3. & in addit, ad 
Hum. 4t. | 




















Go mögen bie Kinder , fo von euch unb der D. S. aus der 
Ehe gezeuget werden, in Handwercke zu kommen, nicht 
gehindert werden. V. R. W. 


$. 20. 


Wie die , Wann in einem Statuto, ober Innungs-Articuln / 
ade Worte vorkommen: daB warn ein Sandwercks⸗ 
und Re, Mann zur Heyrath fehreiten will/ fo dann derfelbe 
lichkeit bey nach Ehr und Redlichkeit heyrathen/ widrigen Salls 
nn aber des Handwercks verluftigt feyn folles fo iſt foldyes 
7° nicht formaliter unb von der Art und Weiſe (id) zu ver 
heyrathen, fondern obje&ive , und von der Derfobn/ - 
welche ein Meiſter zu beyratben gefonnen/ unb zwar 
infonder heit von einer Hure und offentlichen profibule, zu 
verfichen. | : : 
Carpzov. part, 2, Conflit. 6. def. 14. num, 5.& 6. Berger. 

| in Refpon[. part. X. refp. 257. num. 3. | 
Refpon- Und alfo hat die Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Witten 
fum, berg/ menf. Jun. An. 1695. ad requifitionem G. A. eines. 
Schloſſers geſprochen: verb. Wann nun gleich an Seiten 
gedachten Handiverds , fürgemwendet werden möchte, bag 
in denen von dem Rath confirmirten Articuls- Briefen, 


dag, wann einer zur Heyrath fchreiten will, fo bann ber? — 


felbe nad) Ehr unb Nedlichkeit heyrathen, widrigen Falls 
aber des Handwerks verluftig feyn folle , mit ausgebrid 
ten Worten enthalten , aeftalten bann aud) angezogene 
Worte: nad) Ehr und Redlichkeit allerdings die Beichaffens 
heit derer Perſohnen, mit welcher ein Meifter fich zu vet» 
ehelicyen geſinnet, nicht aber, immaffen ihr meinet , bie 
Art unb Weife zu verheyrathen, verftanben werde; im 
EIU nt 


* 
) 


- 


Des erſten Buchs/ zweptes Kapitel, 6g 
nechit in dergleichen Faͤllen auf bie Statuta und Gewohn⸗ 
heiten des Orte, fuͤrnehmlich bas Abſehen zu richten, 
argument. eorum, qua habet Gail, zr. 00/36. num. 15. 
* — Brunnemann. zdL, 1. Cod. que fft long. confuetund, 
Dannod unb dieweil Die Dd, communiter &c. fiernedyft; 
was des Schloſſer⸗Handwercks Statutum betrifft, felbiges 
von dem alten teutſchen Sprichwort: es fepe ein Schelm, 
oder wolle noch einer werden/ der eine Sure zur s£he 
nimmt; urſpruͤnglich herzurühren fdieinet , alfo nur de 

perfona infami, infamia juris immedizta, nemtidyen von eis 
tier Sure und offentlichen profßibulo zu verftehen; 
Carpzov. part. 2. Conflit. 6. def. 14, mum. 5. & 6. 
au geſchweigen, bag ſolches, ber von dem Kath beſchehe⸗ 
nen Confirmation, utpotequa nihilnovidat, ungeachtet, 
von einem Handel, fo zu ihrem Handwerck nicht gehörig, 
verfaffet, alfo nicht beftändig ; | 
arg. L. ult. Cod. dejurisd. & eorum, quae tradit Stephan. 
|o de jurisdict. lib. 2. part. 2. cap. 8. num. 16, 
ingleichen gar proirrationabili zu achten, in mehrer Betrach⸗ 
fung, quod ftatuta Collegiorum non valeant, quatenus 
juri communi , aut rationi contrariantur, & vel ad pro. 
prium commodum, vel ad aliorum aemulationem, odi- 
um, & invidiam tendunt, ° | 
- AL, 4. fff. de decret. ab ordin. faciend. Recels. Imper, de 4n. 
| 7 1548. t£. von Handwercks Söhnen, | 











im addit. ad num. 41. ungeachtet er anfangs daſelbſt beralet 


"(hen Statutum, wider einen, fo erft in die Zunfft aufge 
nommen werden folle, gelten láffet , jedannoch in fo weit, 
daß derjenige, fo allbereit aufgenommen, hinwieder qua 


fo(der Urſachen daraus geftoffen werden Fonme, gaͤntzuch 


wie dann auch Mevius ad fus Lulecenfe lib. 4. tit. 13. art. 3... 


preti» ^U 


berwirfft; woraus, daß foldye Statuta ftri&tillime zu inter- 
ern 


66. Don dem Stande des Srupratoris, 1€; 
pretiren, genugſam au erkennen; So erfdyeinet Dannenhero 


fo viel, bag ihr, wann ihr euer Borhaben betoerd(telligen, 
unb die geſchwaͤngerte D. ©, zur Ehe nehmer, deswegen 
aus bem Handwerck nicht geitoffen , aud) Gefellen und 
Zungen zu fördern, nicht gehemmet werden koͤnnet. 





S. 2r. 


Die natͤr · Was die natürliche Binder anbetrifft, fo find zwar 
hehe Kinder ſolche nicht infam und ehrloß , toie einige Rechts Lehrere 
Andwieale Jaruiren; Dann aus einem untedtmágiaen Benfchlaff ete 
rechtmäßig; zeugt und gebohren werden, Daran haben nicht Die Rinder, 
und an, fondern die s£itern Schuld/ bie Infamia aber entftchet 
zeugte Kin: aus eigener böfer That und Verbrechen , wo mun je 
der nit fnanb Fein fa&um turpe & legibus prohibitum felbften bts 
79^  gefet, von beme fan man nicht fagen, daß er infam fees ' 
Thoming. decif- 48. Lauterbach. CoZeg. zbeor. prad. a4 ff. 
tit. de bis qui not. infam. S. 28. Paleot, £r, de gotb. & 

fpur. cap. 55- 


un Jedoch werden fie, gleichwie alle andere unrechtmäßige — 

dc fir acc und auffer der Ehe erzeugte Ainder pro perfonis levis 

achtiche mote macula laborantibus , oder für verácbtlidoe Zeuthe, 

Wi gehalten | i. 

: L. B. de Lynker. vo. x. re/ponf. 182. uum. 4. Böhmer. 
Introd. in Jus Digeffor. tit. de bis qui not. inf am. S. 10. 
Lauterbach. c, loc. S. 32. Carpzov. part. 3. Conſtit. 
19.07.18. 02 | 


Bas levis Die Effe&us und Wuͤrckungen / welche levis notae macu- 
dapor?Bir la nach fi) ziehet, beitehen darinnen, 1) daß dergleichen 
dungen vexaͤchtliche Perſohnen ven allen dignitaten , offentlihen 
meábrdi Ehren Aemtern, Handwercks Zünfften, Raths⸗ und am 
BI dern ehrlichen Collegüs aus geſchloſſen werden; 2) fónnen 
m Ehren. ſie nach Denen Canoniſchen Rechten Feine Zeugen abgeben, 
ee 7 n - mad 


T Des erſten Bucysy zweytes Capitif. 6 
nad) denen Civil-Stedyten , werden fie — en 
rn en, werden fie zwar zu 
ps i / find aber nicht omni agii eni: ju euam mdr 
Icittide Gelhnoiftigte Glauben. 3) Wann jemand feine quum 
iffeigte im Zeftamene mit Grillfchweigen Is 
übergebet, wn Eine albe verdi pecjobm. Darimieg iod 
pilo D lens ^ in en bit Dedit iate dag $e — 
| querelam inoflicioli teftar . abgeben. 
anftellen , Daferne fie nu —— 2 Lteitamenti Wann 
BE ood teneo at (Hue Dodo MERC mde 
Böhmer, d. £r. S. t1 Lauter hen 
2 € Pene Eg rbach cit. foc. S Ja. der iei : 
een Dans 1. cit. loc. S. 34 Ludo- der icibl. 
rin. Bandeib. tit, de bis qui mot. infam. $. 9: han 


Leyfer. meditat, ad 
4 4f Specim. 52, meditat. 6. 8. es 9. tuirf wer⸗ 
| $. 22. — 
Ve e N dio natürliche Rinder appli ne 
en ine tüchtige Zeu — 
bie Geſchwiſtrigte,r gen abgeben, unb pa eeah 
HL 1 erbe. vann fie im Teſt HI, UND [eg auch auf 
ſchweigen übéraanden nn ue im Teſtament mit Still bie naticli 
ſchweigen ub , unb natürliche ober and d E 
BE M t EY 
ek Sp CM 23 ir — fuo loco id eh, 
AMontlichon.- rden: alfo fin Yíon Ge: Kind 
pic pedi en, dignitäten und en pe t für eie 
: 4 - ‚en em: 
Collegiis, fo ee — um andern ehrlichen d gelan 
ſchloſſen. macula anklebet, ausge. tie Sande 
L,3. $.2. ff. de decurion, Lauterbach Cu Blume u 
\ * - A y | d 
ad ff. tit..de his qui mot, i in Colleg. theor. pract. ehrliche 
| four. cap. Wa H qi Bot, nfam, S. 32. Palazeet. de Bol. 15 olepa 
Dahero fónnen feine Do8 208 - tirtfotrbeN, 
s'ocattn feyn; fic auch feine Do&ores, Magiftri und Ad- Können | 
L.2. Cod. dedignitat. Lauterbach. cir. ti — re un Ad- 
; t ıch. T. d^ ,; Ao voca T 
infam. S. 32, Viv. decrf. 162. CUR MU e 
ii — a 
— ER © ' din e i : ^n 
2. Können 


68 on dem Stande des Srupratoris, 1C. 


—— — — C 


Reine Pro- Können Feine Procuratores abgeben, nod) zu Notarien und 
euratores offentlichen Schreibern creirt werden, weilen bie procu-- 
ae ratur und das Notariat ebenfalls ein offentliches Ehren. 
Amt i(E, als worgu man niemanden anders Dann ehrliche 

Me und bie von untadelhaffter Geburt , zu employren 
pflegt. SA. 

—— S. fin. Inflit. de Exception. ibique Hopp. Lauterbach. Co- 

leg. theor. pra&t. ad fff. tit. de procurator. $, 46. & tit. de 

- guit bis qui notant. infam. S. 22. : , 
- eunfoifol. Hiernechft koͤnnen dergleichen Kinder zum Affeflorat am 

ne Kaiſerl. Sammer Seriht nicht gelangen; 

didi ſudem Ordinat. Cameral. part. 1. tit. 4. Mynlinger. 4. Obfervat. 
Ais: 31. Lauterbach, Coleg. theor. pract. ad ff. tit. de bis qui 
Seu s nor. infam. S. 32. f 


Werden ga Und werden am Baiferl, Reichs: Hof: Rath zu 9tátben 
PIU nidt angenommen. + 
Sor 9U: Reichs Hofraths Ordnung de 4. 1654. zz. 1. $. 1. ibi: 
then nicht follen guten Rahmens und Herkommens feyn. 
Rupee" —— Vffenbach, tract de Fudic. Aulic. cap. 6. Sect. 1. Subſeci. 8. 
Auch nit 9b. aber auch derer Süv(fen und anderer zlufren Der; 
een fohnen natürliche Söhne von bem Affefforar und der 
undandır., Keichs- eof. Rath; Stelle auszufblieffen? wird allhier 
A nicht uneben gefragt.  Einigenegiren diefed; =’ 
matüdie — poft Mund. ır. de munerib. & bonorib. Otto in ſtatua Mer- 
Rinder: RE curial. fol. hos .COSECTOSUET Noah; U 
5... alleine bie widrige Meinung iſt in denen Nechten weit bef 
fer gegruͤndet; dann beraleichen Perſohnen, mit welchen 
bie allerhöchfte Reichs⸗Gerichte beieget find, reprzfentirn 
Kaiſerliche Majeſtaͤt, und certo refpectu, das Reich, da 
fero bey benentelben billig: der Splendor nat.lium fjervor 
4 JENES us csi e en veru scho 
^ Vifenbach, ca. Jos, 33589: 
PUN — 5 


LÀ g 
= Me Iu . u 
£2 — e ; k Und 


Des erſten Buchs / zweptes Capifd. 69 


Und da nicht einmal die legitimirte und ehrlich gemachte ann, 
Söhne zu folhen Stellen gelangen mögen, indeme Die narärtiche 
Baiferl, Lammer-Gerichts- Ordnung cir. /oc. erfordert, Kinder find 
bafi bie Ajfefores rechter natürlicher ebelicber Geburt ſeyn or. 
follen/ und durch biefe Wiederhohlung nicht nur bie un; fünnen fie 
eheliche fondern aud) alle denen ehelich gebobenen gleich ops. me, 
geschtete Binder excludirf werden, " ^ Afkfores | 
Myn(üng. 4. Obfervat. 31. Blum. procefs. Camer. tit, 7. bien | 
num. 31. Deckherr. in not. ad Ordin. Camer. part. 1. tit, 29982 

















i Se mum35. feqg- pag. 124405 6 yerkdlars richten ſeyn 
ſo ſind noch weniger die natuͤrliche Kinder derer Fuͤrſten 
amb andern IIuſtren Perſohnen, von denen ſichs doch nicht 
ſagen laͤſſet, Daß fie untadelhaffter Geburt und Herkom— 


mens oder rechter natürlicher ehelicher Geburt feyn, ^—— 
focher hoben Een e ME 
UC «8 (EI ER : 3 23. 3 4 


Ferner werden die natuͤrliche Binder nad) denen Goͤtt Die toti 
lichen und Canoniſchen Rechten, zu denen geiſtlichen Nem we Finder 
nude aradanen Lu os ©... E DO 
„Deuter, XXIII. 4. cap. 13. X. qui fel. fft: legitim. ibique Ca: RR 
- nonift. Lauterbach. Colleg theor, prad. ad ff. tit. de his t ger ' 
qui notant, infam. $.32.8 34. ln 
Welches auch bey denen Evangeliſchen alſo obtinirt; dann ^ 
da man folche Kinder zu Ehren 9femtern unb Ganbioerdé ud bo 
Zuͤnfften nicht admittirt / fo iff gan billig, bag fie aud) iere 
on denen geiftlichen Aemtern ausgeſchloſfen bieiben. — een 
Dannhauer. zZeo£. corfciegt. tom. 3. part. 2. dial. 3. quafhg. 0o : 


- Böhmer. 7. Ecclefiaff. tit. de fl. presbyter, S, 8. Stryk. "et 
«d Brunnemann. Jus Ecclefaß lib. ko apeW. & 12. el 
pum. 22, uS ONE | | EXC 


CARA 33 Weilen 


70 Von ent Stande Des Srupratoris, 1€. Ä 
fon Wei et bie Wolfarth der Kirche und ber Gemeinde, 
Der Bit d — ſo iſt kein Zweiffel, daß nicht der 
deem Fuͤrſ ober Landes Herr hierinnen difpenfirn, unb einen, 
und einen Der auffer Der Ehe erzeugt, wann er mit genuafamer Eru- 
quit de dition unb guten qualicäten begabet, und einen erbatn, 
tr mann frommen und, exemplariichen Lebens. Wandel geführet, fo, 
er gute va baf man fid) von ihme bie Hoffnung machen Fan C inre 
quis Dues. De ber Kirchen febr nugtid) fepn, zum Priefter  9Emt ad- 
fer Amt  mittiren koͤnne. 


REN Dannhauer. cit, loc. Böhmer. 7. Eeclefafl. tit. de fil; pres- 
ig ber. S... " : TET. 
Oba te Es fragtfiche abet: ob auch denen Kindern / welchedie 
ne Bun AL Binder aus rechtmäßiger Ehe erzeugt und 
natürliche gebohren / diefer macula anhängig feye? E 
Kinder, unbillid) zu negiren, weilen Die denen at a 
erzeugt, — macul ud infamia nur allein ihre fem ange ; 
bier ma neswegs aber auf bie Kinder SUBIRE IURE ud 
böngig?: -  Tauterbach. € olleg, tbeor. pract, ad ff. tit. de his qui not. 
| infam. $. 32: — brc oben 
— ieieni : fnfeiten, welche der 
ne enige Statuta und Gewohnheiten, welche 
bee nati Dal: Le der und anderen’ veradhtlihen Perfohnen 
dene: natuͤrlichen Kind d EIU dg 
a aus ted)ten Ehebetfierzielete Kinder , wann fie die profet- 
rer seta? (ion ihres Vaters nicht Treiben, von denen Handwercks⸗ 
deines, Sünftten, ausfchlieffen, bon benen mehtiften Rechts-Echrern, 
vejtmifs als unbillich ver worfen, Pan pis xum per a ! "i T 
Be uai cum Fan denen Kindern nicht praejudiciren , und ihnen ci 
Lid pre nen Schand Fleck anhaͤngen. 2 it 
101 nicht N BAR 
iben,von . arg. L. 20. Cod. de pes, Carpzov. part. 3. decif. 298. nun. 
—— * de Mev, Ps decif- I7. nupt, 7. Stryk. in ufu mod. 
fölihen, ——— 4f tit, de bis qui mot, infa $-6. 0° 
werden von 
denen meh⸗ 


tiften bete £461 j 2d c d ' 2 $. 244 


Des erfien Buchs/ zweytes Capit:l. 7t 











ng ur '$. 24. N 
.  Diefe denen natürlichen Bindern anflebende macu- Diefe des 
la wird durch die legitimation es mag nun gleich ſolche nen um 
per fulfequens matrimonium , ‚oder Durch ein Sürjtiich Re[cript m anbámne 
und Diploma gejihehen, wiederum abolirt unb aufgehoben; dig? macu- 
— €ap. 12. X. qui fl. ftnt. legitim. ibique Dd. Berger. in Qecon. dur) die . 
Fur. hb. x, tit. 2, $. 14. pag. 72. in princ. Leyfer, Medi. us bod 

tat. ad ff. Specim. 19. meditat. 1.© 4. : ben. 
Dahero werden ſolche legitimirte Kinder nicht nur zu Zünff, Dasero 
ten und Handiwerden , dignitäten,, öffentlichen Ehren; erben fie 


Stellen, Raths: und andern erharn Collegiis gleich andern 12^ 
ehelich gebohrnen Kindern admittirt; dignicäten , 


"Lauterbach. zz Celleg. theor. pract. ad ff. tit de bis qui funt —— 


fi vel alien. jur, S. 25. 26. & 31. Böhmer, Introd. i; *dmivirt. > _ 
, SPORE Digeff tat: eod? & 13: 6 17. N | find aud : 
fondern fie find auch der geifflichen Würden unb Aemter der geittlis 
"fábias welches ‚a8 bie legitimation per fübleguens matri- MEM 
monium, anbettifft, auffer allen Zweiffel ivaltet; mir bag — 
fie keine Cardinaͤl werden können; —— oso Zefhiehet 
1 Deffel. in Erotem. fur. Canon. tit. qui fil, ftnt legitim, qua slmeion. 
I. num. 3. | 14 urd) ein 
Beſchiehet aber dielegitimation durch ein Refeript ober Di- — — 
ploma, es mag nun gleich dieſe der 2Saifer, ober ein Co- gleich der 
mes Palatinus , Oder ein Reichs / guͤr ſt unb anderen. K ande: qi ann" 
Herr vorgenommen haben, fo fónnen dergleichen legiti diefe vorge⸗ 
mirte Kinder ohne befondere difpen/ation des Pabfks/ zu pl 
geiftlichen Würden und Aemtern nicht gelangen, too fig Fönendergt, 
nicht von dem Pabſt (elbffen find legitimirt worden, — giimirte 


|, 44p, fn. X, de fil. presbyter. Deffel. im Erotem. Tur. Canon, d. RAE 
— dit. quafi. 1. uum. 4.. Böhmer, 7. Ecelefaft, tit. de fil, gelangen, 


" 


resbyter, S. 6... — * qo fie ni 
P ^N 3 i RIS oH pom abit 


Bey find legiti- 


mirt wordẽ. 


95 Von bem Stande des Stupratoris, X. 





ds Bey denen s£vangelifcben aber operirf bie legitimation 
fen aber. des Baiſers / oder eines Sürfken und Landes Herrn fo 
operisedie Viel, bag dergleichen legitimirte Perfohnen nicht nur zu 
eine Denen weltlichen, fondern auch denen geifflicben Wuͤr⸗ 
ftifes o. Oen und Aemtern adípiriren koͤnnen. xv did 


pendeln, Myler, Gamolog. cap. 26. num. ult. Böhmer, 7. Erclofafte 


daß fie juo Ut. de fil. presbyter. $. 9. Link. ad Decret. tit. eod. S. 
zu getto : 


um. a 0255 
a irirn 2 : : H k 
Binnen. — 7 Ingleichen wird aud) eine natürliche Tochter bat 


Berner durch legitimirt, wann fie einen ehrlichen Mann zur Ehe 
aan. nimmt. Es find zwar viele Rechts -Lehrere, welche das 
Soóter ie- Contrarium behaupten, und Ratuirn , e8 feyedie Commu- 
siimir, nio juris maritalis weiter nicht zuextendirn, als bie Rech: 
nen deu, te aulaffen, nun waͤre aber in feinem Sefege zu finden, daß 
. Henn Mann Diejenige Derfohnen, fo auffer ber Ehe erzeugt, Durch die 
bevratdet.  Berheyrathung Fönnten legitimirt werden, 
i Heig. part. 1. quæſt. 21. mum. 62. [egg. Stryk. im ufa mod, 
Ad ff. tit. de bis qui [unt fui vel alien. jur. $. 20. 

Alleine deme ohngeachtet , halten wir Dafür, bag unfere 
Meinung indenen Rechten genugfam gegründet fepe. Denn 

eg ift mehr als zu wol befannt, dag alle dignitäten und 

Ehren, bie ber Mann hat, aud) auf das Weib transfe- 

rirt werden, —— | tel €. j 

L. 8. Cod. de Senator. L.9. Cod. de Incol. Novell. 105. cap.2.pr. 


fo, bag wenn fie gleich unabclid) , fie jedoch durch ihre 
SE an einen Edelmann, ebenfalls nobilitirt 

L. 13. Cod. de dignitatib., | T No 
Befommet nun das Weib den Stand, Ehre, Würden, 
und Adel und alle privilegia von ihrem Mann, fo folget 
nothwendiger Weile, bag auch bic aus unehelicher EN 

AB PIS | ? 


Des erſten Buchs/ svoeptes Capite, 73 
entftandene macul, dur) bie Verheyrathung wiederum 
aufgehoden, unb aetilget werde; bann, wann diefe nod) 
übrig bliebe, fo fonnten bie Weiber derer Rechte und pri- 
vilegien ihres Mannes nicht tfeilbafftig werden. Deme 
der favor matrimonii annoch beptritt, a8 welcher heuti⸗ 
ges Tages viel aröffer ift, als er vor Diefem geweſen. 
- Leyfer. meditat. ad ff. Specim. 19. meditat.2. Berger. Oecon. 
Jur. lib. Y. tit, 2, $. 14. pag. 72. mot, 2.—— 
So wird aud) ein natürlicher Sohn barburd) ſtillſchwei Jugis 
gend legitimirt , wann ihn der Fürft oder Landes Herr emus 











item offentlichen Khren-Amt wiſſentlich vorfegt. Ban tiit 
arg. S. 2. Infit, quib. ex cauf. manumitt. Leyfer. meditat. \egitiwist, 
ad ff. Specim. 19. Corollar. 1. AME 
einem of 


Dann da zu fo[dyen 9temtern anfonften niemand pflegt ad- rr ep, 
mittitt zu werden, als ber von ehrlicher und untadelhaff: veneumg 
ter Geburt, fo voaltet auffer allen Zweiffel, daß mann ber serica 
Fuͤrſt haben will, daß ein unehelich gebohrner eine öffent: 
liche Ehren Stelle begleiten folle , deſſen intention aud) zu 
gleich dahin gehe, daß berfelbe aud) legitimirt feyn folle, - 
arg. L.2. ff. de jurisdict. ibique Brunnemann, Stryk, differt. 
de jure putativ. memb. 3. tbef. 35. Hopp. ad. $. 13. Inf. 
de nupt.adverba: Curie datus. in uſu bodiern, ibid. fuljedt, 


. 26, 


.. . € viel von bemStupro voluntario; Was aber das Eine mit 
Stuprum violentum, oder die Víotbasucbt anbetrifft , ifi Gewalt ae 
allhier zu mercken, daß eine mit Gewalt geſchwaͤchte Wit ragte 
tib oder Jungfer wie fie mit Feiner Strafe zu belegen, eros it 
alfo aud) nicht infam ober ehrloß werde, Sr — 

L. 13. $. 7. f. ad Leg. Tul. de adulter. Lauterbach. Colle. w beſttaf⸗ 
sbeor. pract. ad If. tit, eod. de Hopp. 44 S. 4. Infit. fen. 
de 


4 


+ Von dem Stande den Stupratóris, T r 
. de pul. judic. ad verba: penam. Berlich, part. 5. con, 
41. "um. 66, s s : 
Dann da die Infamia aus einem vorfeglid) begangenen fa⸗ 
&o turpi & illicito entfpringetz — | 
L. 6. S. fin. ff. de bis qui not. infam. Lauterbach. Colleg. theor. 
praet. ad ff. tit. eod. $, 3.© 7. 35 9974 ; 
eine mit Gewalt geſchwaͤchte Weibs⸗Perſohn aber nichts 
begangen unb verbrochen, fo Fan Feine Straffe, und fo 
mithin auch feine Infamia ftatt haben. 

Carpzov. part. 4. Conflit, 30. def. 9. | | 
‚Dahero dann diejenige Würdungen / welche anfonften: 
aus.der dem Stupro anklebenden Infamia entftehen, und 
von denen Toit oben allſchon in vorhergehenden 17. Capi⸗ 
notées tul $. 5.6.7. cag. weitlaͤufftig gehandelt, fid) hiehero nicht 
Derjohn, fo appliciten laſſen. Eben biefes findet aud) ftatt bep einer 
von.einem Manns Perſohn oder Juͤngling, fo von einem Weibs⸗ 
N Bid mit Sewalt zur Unzucht angebalten/ und zu ib: 








zur last ven Willen ift genöthiget worden. 
— Beſiehe oben dem 5. S. des|1. Capituls. er 
a Eine gan andere Befchaffenheit aber hat e8 mit denen 
eje aus der Vothzucht erzeugt: und gebohrnen Aindern/ 
Kinder find dann diefe find vor unzechtmäßige Binder zu halten, und 
se, werden gleich allen anbern unehelich gebohtnen, unter die 
der zu hal verächtliche Leute ebenfalls gerechnet. Dann wer auffer 
ne Der Ehe gebohren, deme iſt dieſe macula anhaͤngig. 
dieverahte Gabriel: IL con. 10, num. 2. Gratian. diſceptat. forenf. 
lie. Leute. cap. 135. num. 35. L. B. de Lynker. ref. 182. pum. 4. 
Dahero fuccediren aid) ſolche ex ftupro vio/ezto erseuate 
Kinder dem Vater nicht, fondern nur allein ale natürliche 
Kinder der Mutter, und biefe wiederum ihnen. IH 
» Stryk. tr, de Succesf, ab inteflat. differt: 3. cap. 13. S, Ag. 


Ld | T Das 


Des erſten Buchs / drittes Capitel. 


Dad Dritte Capitel. — 


Ob und wie ferne wegen begange- 
nen stupri ein $Eheverlöbnus/ oder auch die 
Ehe felbffen difolvirt werden tónne? | 


S. I. 


X An hat atibier vornemlid) auf 2. Haupt: Faͤlle zu fe. : 
IK hen: ob das Stuprum nach Reg T M, 
wa. lobnus begangen worden fepe, oder aber vor dem I. nen 
felben, Im erſtern Sall/ wann eines von denen Gebet: adire 
lobten nach dem Cheverſprechen ein Stuprum zu fehulden lenCdiver 
Eommen laffen., und die reconciliation , ‚weldye auf alle unus sin 
Art und Weife zu cenciren , nicht zu erhalten ſtehet Fön: bescher, 
nen die Sponbalia , auf Berfangen des andern, heiß, ossia 
wol nad) denen göttlichen als weltlichen Rechten, ditfol. saovirt 
virt werden, | EEE pb 
‚Deuter. XXII. 21. cap, 25. X. de jurejur.. des 


Dann. die fleifchliche Vermiſchung der Eheverlobten mit 
andern Perſohnen, wird als ein adulterium. angeſehen ; 
L.13. 8. 3. M. ad Leg. Jul. de adulter, Jul. Clar. lib, .recept. 





m 


— Sentent . S. adulterium. num. 8. | VM 
wegen Ehebruchs aber kan eine Ehe wiederum aufgehoben, 
und mithin aud) um fo ehender die Sponſalia getrennet 
 Carpzov, Jprud. Conffl. lib. 2. def. 184. num..2. € 3. 
Harpprecht. a2 rabr, Inffit. de Nupt.num. 121... 
Und biefe Meinung iſt nicht nur in praxi und denen Lvan⸗ 
geliſchen Co⸗Norug recipirt, ſondern dud) on denen 
Rechts Lehrern insgemein approbirt. u 


76 Ob propter Stuprum die Ehe su diffolviven 3 


— — 














Beuſt. de jur. connub. part. 1. cap. 10. Kizel. Synop/. ma- 
trim. cap. 4, theor. 19. hit. d. Carpzov. Furisprud. Con- 
for. lib. 2. def. 384. Nicolai. tr. de repud. & divort. 
part. X. cap. 2. num. 49. [egg. Brufnemann. Fur. Eccle- 
fra. lib, 2. cap. 17. $. 25. ibique Stryk. in addz. 


Jedoch Jedoch iſt allerdings noͤthig; bag das Stüprum zuvorhero 

muß das recbtegeborig ettotefen , und entweder durch bie Einge⸗ 

sore ges ſtaͤndnus der Geſchwaͤchten, oder durch /esa/e Befichti- 

bóri aic gung geſchwohner Heb:Ammen oder anderer erfabtz 

fen werden ser Derfohnen / ober auf andere Weiſe / dargethan 

werde, Bon welchen modis probandi focitlduftiaer handeln 

Cy pr. tr. de jur. connub. cap. 13. 5 41. $1. & 52, Arnif. 

5 de jur. connnb, cap. 3. Sect. 3. Kizel. Symopf- matrim. cap. 

— 4. cheor. 19. lit. c. Havemann. Gamolog. lib. 1. tit. 5. poſit. 

worm auch wiewolen aud) Indicia und praefumtiones zu dieſem Beweiß 

prime hinlaͤnglich ſehrn, — Hole 

Wndiü- _ 7. 5. Cod, deSpon[al. Carpzov. Fprud. Cou/fft. lib.2. def.135. 
.. Nicol. de divort. & repud. part. 1, cap. 2. num. 49. 

immaffen das Stuprum und alle andere deli&a carnisunter 

diejenige Verbrechen, welche ihrer Natur nad, heimlich 

begangen zu werden pflegen, gehören, und dahero ſchwehr 

zu erweifen; Nun werden aber in_heimlichen Verbrechen 

qud) praefumtiones und Muthmaffungen ftatt eines Be 

weiſes angenommen, | | 

Boér. decif. 164. m. 4.. Carpzov. cit. def. 185. pum. g.€8 9, 


Refpon- Und alfo fat, wie Carpzovius c. loc. num. 11. bezeu⸗ 
fum, get, das Ober Cos//forium zu Dreßdenadconfultationem 
M. Adam P. Pfarrers in 73. d. 12. Januar. 1611. geſpro. 

chen; verb. Ob ihr wol in eurer Jugend, ba ibt einScho- 
lar ohngefehr von 19. Fahren aus der Fürften- Schul Grim 
— E | ma 










Des etffen Buchs / drittes Capitel. 77 


ma kommen A-1601. euch mit Maria Baperin in ein be; 
ſtaͤndiges Ehegeloͤbnis eingelaſſen; Da ihr aber bannod) 
bor dem ordentlichen Confiitorio , durch 2. Zeugen eidliche 
Ausfage, darwider die Maria mit ihrer Rothdurfft bilo 
lid) gehört wird, exceptive fo viel ausführen und erhalten 
koͤnntet, dag fie die Maria immittelit obnaefebe vor 3. big 
4. Jahren, fid) an einen Schneider Gefellen gehangen, ih⸗ 
me nachgekrochen, und offentlich ohne Scheu, fid mit ih- 
‚me aefbleppet , aud) vernehmen laffen , daß fie ihn Lieb 
hätte, fid) mit ime geherget,, unb ime einen Sting gege> 
ben, daraus, und andern Umſtaͤnden, insgemein bafür 
gehalten worden, baf biefe Perfohnen ein Baar sufammen 
feyn müften; So würdet ihr von der offtermebnten Ma— 
ria wider euch erhobenen Ehe Klage und Zufprüchen, ge 
falten Sachen nad, bintvieberum billid) entbunben und 
log gezehlet. B. R. W. 





S. 2, Hd 
Sonften ift unter denen Perfohnen fein Unterfchied cano 
zu machen, mithinliegt nichts daran, ob dieBraut ober nichts bats 
der Bräutigam das Stuprum begangen. Dahero , wann ES) de. 
der Bräutigam mit einer andern Weibs Perfohn Unzucht der Drau 
getrieben, fan die Braut mit allen Recht auf die diflolvi Se 
rung derer Sponfaliorum d ‚und mag wider ihren begangen. 
Willen, zur Bollziehung deri&he nicht gezwungen werden. 
L, 5. Cod. de Sponfal. can. 2. XXXII. queft. 6, Nicolai ded;- 
wort. & repud, part. X. cap. 2. num. 47. Carpzov. 7prud. 
.. Confiftor. lib. 2. def. 186. Joh, Samuel Stryk. tr. de ſpon- 


(0o fhlib. tradl. 2. cap. 2. . 18. | & 
tocilen aud) ber Bräutigam einen Gfebrud) begehet, und 
treubrüdig wird, — MR MU UM. gus 

- Carpzov. prax. Crimin. quaſ. 56. 
snb ba um dieſer Urſachen ipm der Sponfus berechtiget 
| : ” £z ; : ^ 3 * 


tt, 


— 


78 65 Ob propier suiprun oie die Ehe he zu diffilviten ? 


ift, bie Braut zu ‚zu verftoffen, fo fo muß auch diefes Det Braut 
zugelaffen fepn , wann ihr Eheverf obter nach gefchloffenen 
Sponfalien, fi mit einer andern vergangen, cum corre- 
latorum eadem fir natura & difciplina, und was bep et 


| nem correlato (tatt bat, muß aud) bep dem andern ftatt 
noen. — 


Böer. decif. 48. num. 3. Everhard. /oc. topic. loc. a correla- 
£0. num. 3.. Cy praeus. de Sponfal. cap. 13. $. 56. 


DitSponfa. Jedoch koͤnnen die Sponſalia nicht getrennet werden, wann 
na nad denenfelben auf Rath, Veranlaſſung unb Geheiß, 
.trennermer-Oder mit Confens und Einwilligung cines Der Eheverlob⸗ 
den, mann fen die Braut oder der Braͤutigam ein Stuprum begangen, 


M aut L. 1. S. 12. ff. de vit$ vi armat. Nicolai, de repud. part. 
conl T. cap. 2. num, $$. feqq. 
Iaung ber theils, weilen alle beede ſowol die Braut als der Bräuft: 
u” gam ſchuld daran haben, theils weilen der Confens unb 
viart oder Einwilligung eines ber Eheverlobten in das Stuprum eine 
ve of Art des lenocinii, oder ber Verkupplung ift, und bafero 
. Suprm Mehr eine Straffe als einen faveur meritigt; ‚über bicíe8 
begangen. · mag nicht einmal bie Ehe felbft wegen beaangenen Ehe 
ed bruchs diffolvirt Yoerben, wann eines von denen Ehegat⸗ 


ten darzu Urſach und Gelegenheit gegeben; 
"Lauterbach. Colleg. iheor. prast. 4d y Lt. - divort. ik ré 
Spud.iS. 1g. oo Is 
welches dann auch allhier anfibtágt. dus > des 
Big Cypr. de jur. Cornubior. cap. 13. 4 d35 Kizel, if 








sjuseihen matrim..cap. 4- ibeor. ult. in fro, Bronvver. de jur. connus 
m x bior. Jib, 1. cap. 25. zum. 16. 
tà tig 


vie Ehe " Onaleidsen if auch der Braͤutigam die Scheidung zu ; fi 
rior uga, Den nicht befugt, toann bie Braut nad) ern HEheverlöb, 
i , 

wann die "MUB ns von einem andern hat ſtupriren — der Braͤu⸗ 
Braut nach  tigam 


| Des erſten Buchs / drittes Capite," 79 
tigam aber hievon Wiſſenſchafft hat, und die Braut nichts pen She 
beitoweniger nad) bem Stupro befchläfft, ih Ropa 
. L. 13. $. ult. f. ad Leg. Tul. de adulter. L. 40. ff. cod, Ni- ja UEM 
Col. de divort. & repud. part, 1. cap. 2. num. $7. ſegg. gam eim 
ine . - bievonBißs 
S. 3. rop Hr d 


Es fragt ſichs aber, ob auch biesertrennung derer iade 


Sponfaliorum ſtatt habe, wann die Braut wider ihren at bes 

Willen iff genothzüchtiget worden? G8 wollen einige Hisp de 

biefe Srage um deswillen negiren, voeilen der, Braut feine Spanratia 
Schuld bepgemefien werden Fan, fie aud) ihre Keuſchheit il divi 

nicht verlohren, als welche nidt am Leibe, fondern in pa quom 

dem Gemütf bejtebet - 2. | | i gne 

Deut, XXII. 25. 26. & 27, CAR. 2, feg. XXXII. quafı. 5. Orden? 

 „ Kizel. Syuopf. matrim. cap. 4. tbeor. 19. lit. b. Havemann. 

"C Gamolos. Synopt. lib. Y tit, 5. poft. d. mum. 9. 7007 

Allein wir halten dafür, daß ber Bräutigam nicht gezwun⸗ 

gen werden Fönne, die Ehe mit der Braut zu vollziehen, 

fonbern bie diffolution derer Sponfaliorum sti fichen, aller 

dings berechtiget Tepe. Dann ob zwar bie Brauf Feine 
Schuld daran bat; fo wäre c8 doch ettva8 hartes, wann 

man einen ehrlichen Mann _nöthigen wollte, eine von ei: 

nem andern gefihtmangerte Perſohn, vor welcher er einen 
Abſcheu hat, zu heyrathen. Mus alfo die Braut: diefes, 

als einen unvermutheten Ungluͤcks Fall mit Gedult ertra⸗ 

gen; da zumalen auch inanbern Faͤllen dieSponfalia diffol- — 
virt werden mögen, wann ſchon des andern Theis Schuld — 
darbey nicht concurrirt. Doch bleibet ber Braut frei; 
denjenigen, der fle mit Gewalt Auprirt, zu Erſetzung alles 








Schadens und Intereffe zu belangen, - RR 
“Gerhard. Joe. de Conjug, $. 112: Bronvver. de jur. connub. 
lib. 1. cap. 25. num. 20. feq. Nicolai. de divort, & repud. 
j R part. 


80 Gb propter Stuprum bie Ehe zu diffloicen? 
part. 1. cap. 2. num, S1. feqq. Beuft, de Sponfal. part. Te 
cap. 10. circa fin. Joh, Samuel Stryk. zr. de Sponfalib. 
| tract. 2, cap. 2. S, 19. | 
—— Wann beede Eheverlobte nach geſchloſſenen Eheverloͤb⸗ 
lobte ein nus / ein Stuprum begangen , fan Feines von ihnen bie 
Stoprom bes Scheidung begehren, weilen gleichmäßige Verbrechen ge 
donde geneinander compenfirt und aufgehoben werden , unb wd 
Scheidung. t€ fehr unbillid) , wann der Bräutigam von der Braut die 
begehren. Keufchheit forderte, bie er doch felbiten nicht hat. 
L. 3. S. 5. ff. ad Leg. Jul. de adulter. Gerhard, loc. de Con- 
jug. 9. 111. num. 4. Nicolai. de divort. part. 1. cap. 2. 
mum. $9. feg. Cypr. de jur. connub. cap. 13. S. 44.Bronvv, 
cit. loc. cap. 25, num. 17. feqq. 








6. 4. 
Wann vor Folget nunmehro der andere cafus, wann nemlichen 
bem Che: bag Stuprum nor getroffenen Eheverbindnus iff hegan⸗ 
die Hrang gen worden. Wann die Braut vor dem Cheverloͤbnus 
it zu Sal iff zu Sall gekommen / fo ift der Bräutigam bie Ehe mit 
g, Fommen, derſelben wider feinen Willen zu vollziehen nicht ſchuldig; 


qui Carpzov. Jprud. Confift. lib, 2. def. 187. Stryk. £r. de diffenf. 
iffolvir£ : z à 
verden. ſponſalit. Sect. 2. 8. 34. Beuſt. de iur. connub. part. 2. cap. 


34. Nicolai. de divort part. X. cap. 2. num. 61. feqq. 


und diefes tbeil8 wegen Ermangelung des Confenfus, wei 
Ien der Bräutigam, wann er Diefes gewuft hätte, (id) mit 
der Braut nicht würde in ein Eheverſprechen eingelaffen 
haben, inbeme muthmaglih , daß niemand leiht ein 
—— andern geſchwaͤchte Weibs⸗Perſoͤhn heyrathen 
werde; 1 Hd 
arg. L. 11. $. $4. f. de adt, emt. | 
andern theild voeilen bie Braur einen groſſen Betrug bes 
gangen, daß fie fid) vor eine Jungfer ausgegeben, 


Des erſten Buchs) drittes Capite ^ 81 


bod) nicht mehr iff, und alfo. den Bräutigam dolofe ver» 
leitet, mit ihr Sponfalia zu contrahiten; bieSponfalia aber 
bey denen ein Betrug mit unterlaufft , find von Feiner 
Gültigkeit. 

L. 7. pr. ff. de dol. mal. L. 5. Cod. de refeind. vendit. 


Und da das vor bem Eheverlöhnus von der Braut begam 
gene Stuprum zur Eheſcheidung felbiten , hinlaͤnglich ift, 
wie unten im 6. $. diefes Capitels mit mehrern folfe aus 
geführet werden , fo fónnen um diefer Urſache willen, nod) 
mehrers bie Sponfalia wiederum aufgehoben werden. 


Gerhard, loc. de Conjug. S. 100. fegg. Harpprecht, «4 $. 
I1. Inflit. de nupt, num. 63. feqq. & num. 74. feq. Kizel, 
. Sypopf. matrim. cap. 4. theor. 19. / 


3a wann aud) gleich der Bräutigam vor ber “Priefterlichen Manu 
Copulation , die von einem andern geſchwaͤcht oder ge quo t. 
ſchwaͤngerte Braut befchlaffen hätte, fo wäre er bod) nicht vorber co- 
ſchuldig, foldye wider feinen Willen zu behalten; bann ob zulaiordie 
amar der unrecht handelt, und dahero nicht unbilli au be ema 
ſtraffen, welcher vor der Copulation mit der Braut au. bätte 
bält, und fie ffeifdblid) erfennet , fo wird doch ihr begange⸗ 
ner Fehler barburd) nicht verringert , ober aufgehoben, - 
und fan man aud) auf Seiten des Braͤutigams, nicht fa 
k: a AM C B CIA — — 
Ver tacite verziehen, weilen er hievon Feine Wiſ⸗ 
ſenſchafft gehabt. | | | r 


 Cypraus de fpoufalib. cap. 13. $, 55. Müller, differtat. de 
(0 qure pregnant. cap. 5. tbef. 20. | 








Dieſes ift jedoch mehrern Sweiffel unterworffen: $5 auch — m 
die Sponfalia zu Een wann ME Braut mit Gewalt iff ups un 
Sluprist worden? Cyprus affirmitt ſolches, wann bie mir@emale 
Geſchwaͤchte fid) nichts SHAH AIG für inem ipm 3 
x | ns er | 


.8* (b propter Stuprum die Ehe zu difolvieen? 


er 





fer ausgegeben, weilen fie (older geftalten dolofe gehan: 
belt, und den Bräutigam hintergegangenz 1 
— tr. de Sponfalib. cap. 13. S. 39. [eg9- | 
Welche Meinung, wie fie ihre gute Richtigkeit hatz alfo ift 
fie auch auf den Sall'zu-extendiren , warn glei bie Ge⸗ 
ſchwaͤchte fid ausdruͤcklich für eine Jungfer nicht ausgege⸗ 
ben, fondern ber reper fie vor eine Jungfer gehalten, 
amb allererft nach getroffenen Eheverlöbnus erfahren hätte, 
daß fie Feine Syunafer mehr wäre; weilen aud) diefer fie 
nicht wuͤrde gesenrathet haben, wann ihme zuvorhero ibt 
Zuftand wäre befannt geweſen. | | 


Stryk. tr. de diffenf. [ponfalit. Sect. 2. $. 34. 


S. 5. a wi 
Daugdie Ob aber auch die Braut von denen Sponfalibus voiel 
Braut von berum abzutretten befugt feye/ wann fie in Erfahrung 
benen'pen- gebracht / daß der Bräutigam vor dem Eheverbindnus 
gehen kn cin Seuprum begangen ?. Darinnen Fommen Die Rechts⸗ 
ne, born Lehrere nicht überein; viele negiren diefes, und darunter 
gam pot  infonberbeit, rr : 
en, Cyprus de Sponfal, cap. 13. $. 57. mum. 2. Finkelthauf. 
Stuprum bee... Obfervat. pratt. 30. num. 85. feqq, Hillig, i» Donell, hb. 

sangen? | 13. cap. 20. lit. a. 


Uns bedumdfet denen Rechten und der Billichfeit gemäßer 
zu fen , Daß die Braut auf bie Callirung des getroffenen 
Eheverloͤbnus ebenfalls dringen Tonne; theils weilen Die 
Sponfalia viel ehender und leichter diflolvirt werden, als 
die Ehe, weilen auch bie Braut einen ehrlichen und unbe 
fleckten Bräutigam eben ſowol, a[8 man von ihr praeten- 
dirt, verlanget , und läßt fi aus dem unfeufken Leben 
des Bräutigams leicht-fihlieflen , mit was für Beſtaͤndig⸗ 
feit ex hernachmalen die eheliche Treue halten -— 
i * dp | > ero 





Des erſten Buchs/ drittes Capitel, 83 


nn — — — — — —— —— nn urn 


hero der Braut auf ihr Verlangen, mit der Wiederaufhe⸗ 
bung derer Sponſalien allerdings zu willfahren. 
Carpzov. Jprud. Confft. lib. 2, def. 133. mum. xx. feqq. 
Havemann. Gamolog. lib. 1. Vit. $. pofit.7. num. v1. & tit, 
13. poft. 7. uum. X. Stryk. tr. de diffenf. [pon[alit. Sect. 2. 
6. 34. © Seel. 5. $. 61. Nicolai, de divert. part. 1. cap. 

2. zum. 65. ſeq. | | 
Und pflegt man in denen Confiftoriis alfo zu ſprechen: Formule 
Daß Alsgerin geffslten Sachen und Umſtaͤnden nach / Pronun-_ 
die Ehe mit Beklagten wider ihren Willen zu vollzie, Candi. 
heben nicht fehuldig. | 

Item: In Sachen N. N. ZAlágerin an einem / bann 
N. N, Beklagten am anoern/ uno N. N.Inptervenienten attt 
dritten C beil/ wird für Recht erkannt: dieweil Bes 
klagter geffánoig / daß er die Alägerin beſchlaffen, 
hernach mit bet Zatervenienin fid) verlobet 5 welche ihn 
aber nunmehro zu ehelichen nicht begehrt / fo wird 
folches s£begelóbnus billich hinwiederum cart und aufs 
a auch ber. Interveniertin fid. in andere QOege 


inwiederum zu verehelichen verffattet, — | 
* Und dahin zielet aud) das bey dem Hornio in feinen Coz- Refpon- 
fultat. & refponfis, fol. 216. fe. befindliche und bem L. n. fum, 
menfe Januar. A. 1708. ettbeilte Refponfam, unter andern — c 
dahin gehend: geſetzt auch ba richtige Spo/aliavorhanz 
den gewefen/ dannoch bekannt oaB/ wann fich am 
Tage legt/ quod ftuprum a fponfo ante fponfalia cum. 
.. alia commiflum, & tempore fponfaliorum, fponfz igno- 
. tum, juftam caufam repudii veranlaffe/ voie ſolches mit 
. vielen rarionibus beftávdet wird | 
a Carpzov. Jb. 2. def. 188. Stryk, de nullitat. matrim. 
Sect. 2. S. 14. fe»ndü NIT Ä 

wie bann nicht obne/ daß diejenige opinion, welche eiz 
net. Braut facultatem repudiaudi Nen anten alii ilatum, 

dx 2 conce- 


94 Ob propter Stuprum die Che zu difolviren? 


eoncedirt / ziemlich gegründet / geſtalten bierunter Bils 
lich ein eguale jus ſtatt finden foll» voie ſolches bey ob. 

anaesogenen Autoribus, und apud Bergerum 

"in Supplem. ad proceff. matrim. pag. 128. 

mit mebrern ausgeführet wird; ce kommt aber i» bac 
cauſa darauf an/ ob Bekisate uno ibr Vater das voté 
mals begangene Staprum gewußt/ odernicht / geſtalten 
in cafu [cientia , Diefe exception beilsgten Theilnichtzu (fate 
- ^ fen fommen fan, VES vii diee gi = 
Be »Carpzov, lib. 2. def. 187. sum.ı% lutte sid 
Salt, die — Jedoch ift nicht zu laugnen, daß in diefem Sal, mit dem 
rsen. Bräutigam , nad) Befhaffenheit derer Unnſtaͤnde, zw 
flew, Malen, wann derfelbe etwann nur einen einigen a&um aus 
meilen nach geuͤbet, und zuvorhero ein Fenfd) und zuͤchtiges Leben ae 








Better m fübret, folches auch nad) aefd)loffenen Eheverbindnus con- 


fände de- tinuitet, nelinder verfahren, und der Brauf bie aefudte 
en, unb verlangte diffolution derer Sponfalien denegirt were 
aa niß, Havemant. 4. Hr. 13. nam. 1, Nicolai, cir: cap. 2. num.67. 
dere Zheit Wann die Braut oder der Bräutigam Wiſſenſchafft hat, 
ae daß der andere Theil ein Stuprum begangen , oder eines 


N 


anb mit Denm andern ein folches felbit offenbahret , und fie ſich her⸗ 


denfeben nachmalen nichts deſtoweniger miteinander in ein Ehevers 
dee Jobnus wiffendlich-eingelaffen , alsdann hat die caflır. und 
Spa, Miederaufhebung derer Sponfaliorum nicht ſtatt. 
eontrahiff; 


der. Fan die Nicolai. de repud. part. 1. cap. 2. mum, 61. 


—. eafhrung 


^ Perelbemn ; br 
nibt be⸗ $. 6. 


4D". —. Gio gie pon denensponfalbus, vum wollen wir quid) be⸗ 


Db wibtoit trachten, ob und wie weit das vor der Ehe begangene 
M ehe bc Stuprum Die Ehe wiederum aufzuheben vermögend ſeye? 

gengem ie Wann das Weib vor der Che in ihrem annoch ledigen 
RI T ' Stande, 


Des erſten Buchs) drittes Capite, ^. - 95 


zen en s — — —— 





Stande, von einem andern iff geſchwaͤngert worden, fo Cie wie ^ 
kan der Mann nicht gezwungen werden, das Weib zu be: pay are 
alten, fonbern auf die annullation unb Wieder, Aufhes asaın bag 
ung ber Ehe dringen, unb mag ihme Die zuvor befehehene it bor 
eheline Beywohnung an feinem Recht im geringften nicht einen au^ 
praejudiciten, daferne er nur, nachdem er von ber Schroän vex if ge 
 gerung feines Weibs Wiſſenſchafft befommen , von gei Kine 
fung ber ehelichen Pflicht fo gleich abftrahirt, der Mann 


3 - ^ e. . au bie - 
. pet Novell. Leon. 93. guam in Praxi fequimur, Gerhard, ol bi am 


loc. de Conjug. $. 111. Lauterbach. Colleg. theor. pract der €be 
tit. de ritu nuptiar, $. 100. 101.6 102. Carpzov, pr; 4, "gen. 
Conſiſt. ib. 2. def. 193. & def 1998. mum. 1. fegg. Beuft; ır, 
. de Fur. connub. part. 2. cap. 34. Stryk. tr. de dıffenf, fpon- 
ſalit. Set. 5. S. 59. Struv. differtat, de Fure divort. cap. 
‚4. S. 13. num, 27. jun&. $. 9. 10. 11. & 12. add. Fin- - 
* kelt, Obfervat. 30. Eu IS TL 
Und diefes nicht obne Urſach, weilen auf Seiten ber Ge 
ſchwaͤngerten ein offenbahrer Betrug und Hintergang zu 
ſchulden kommt, da felbige fi) annod) vor eine Syungfer 
ausgiebt , bie fie Dod) nicht mehr iff, unb demjenigen die 
Ehe verſpricht, von deme fie bod) bátte verfidert fepn Fön- 
ns dag ec (ie nicht anderſt, als eine Sunafer heyrathen 
wuͤrde; o 
- Stryk. de diffenf. [ponfalit. Sed, 2. $.60. & in not. ad Lau: 
- . terbach. Gompend. Jur. tit. de ritu nuptiar. PAg. 446. ad 
nwerböpro virginie. h | 
Nun iff aber bekannt, daß bie Ehe, worzu jemand durch 
Betrug iff inducirt. unb verleitet worden, an (id) null, 
nichtig und von Unkraͤfften. 
L. 7. pr. ff. de del. mal. L. 116. ff. de R. 3. Stryk. £r. de 
diffenf. [pon[alit. Sect. 5. S. 48. feq. Tra&, Noft, de Cog- 
jug delit. prafiat. cap. 2. $, 13. ied — 
CNN 83 und 
or 


Refpon- 
fum I. 


Refpon- 
fum Il. 


Refpon- 
fum Uf. 


86 ob — E die Ehe zu difoloiten? 


Und alſo Hat das Öber-Confforium zu Dreßden in caufa 
Vrbani F. Blögern an einem/ und deffen Eheweib Mag⸗ 
Oslena/ Beklagte amandern Theil/ den 3. Julii A.1619. 
aefprochen. verb. Dieweil Aláger feinem Eheweib / wel: 
cbe ibme verfchienene Faßnacht getrauet / von einem 
andern ſchwanger befunden/ und 7, Wochen hernach 
eines Kindes genefen/ diefen Sall nicht verzeihen / und 
fie binvoieber zu ficb nehmen wollen; fo wird wegen 
verübten Betrugs / die zwifchen beeden Theilen voll 
zogene Ehe billich binvoieberum cafret und aufgehoben/ 
wie wir fie dann hiermit cafren und aufbeben/ Rlaͤ⸗ 
gern auch als dem unſchuldigen Theil/ in andere Mes 
ge fich binvoieber zu verehelichen/ unb die Ehe / doch 
ohne Gepräng / Chriſtlich zu vollziehen, verjtatten 
und nachlaffen. 90, 90, W. | 
Ingleichen in caufa G. W. contra M. R. d. 13. Aug. 
A. 1706. verb. Dieweil Aläger dem am 26, Febr. diefes 
1706ten Tahrs eröffneten tecbtsfrá(ftigem Urthel zu 
Solge fid) vermittele Eides gereiniget/ und daß er oie 
Zeit über/ als er Beklagtin chelich bepgevoobnet/ von 
ihrem Schwanger ſeyn / nichts gewuff/ auch / oa et 
Wiffenfchafft hiervon erlanget / fic. ihrer alfobald 
gänzlich enthalten/ und mit ihr das eheliche Werd 
sicht mehr gepflogen/ würdlich geſchwohren; fo i(É 
nunmehro die Che zwifchen beeden Theilen zu cafzren 
und aufzuheben/ maflen wir folcbes hiermit cafzren 
und aufheben / auch beeden Theilen/ fid) anderweit 
Ehriftlich zu verehelichen/ verffatten und nachlaffen. 
Würde nun Zläger feine übergebene Liquidation wieder: 
holen, Beklagte ficb darauf einlaffen, inmaffen ihr zu 
tbunoblieget; foergehet auch ferner hierauf was Recht 


1 * * * e : d 
Ferner die Löbt. Juriſten⸗Facultaͤt zu Scand furt d.17..— 
Januar, A, 1674. verb, Hat 9n. E. mit M. S. ſich En 
: MESSEN verlo; 

















E i 
E 


Des erſten Buchs/ drittes Capite. 87 
verlobet, und ba er gehört, als follte fie mit andern zuges 
halten haben, er ihren Eltern folches vorgehalten, weiche 
aber ein widriges hoch betbeuert, auch 200. S. ſelbſt, ba 
fie nod) eine eine Jungfer ware, mit vielen Verfluchun⸗ 
aen befráfftiget, nad) voll3ogener Hochzeit aber ſich ent: 
lich befunden, fie aud) felber zugeitanden „ unb befannt, 
daß fie von G. ©. geſchwaͤngert; fo iſt M. C. im Faller 
Inquifitze ſolches Verbrechen nicht vergeben , und ihr fer- 
ner ebelid) beywohnenwollte, bey bem Confiftorio die Ehe; 
. fébeibung zu ſuchen wol befugt, und wann felbe erkannt, — 
it Inquifita wegen des aroflen Betrugs unb vielen Verflu⸗ 
dens, auf 4. Zahr lang, der Stadt-Gerichte offentlich zu 
vertoeifen , ober eine Geld-Buß von 5o. Thalern zu erlegen 
ſchuldig, unb im Sall fie felbft fo viel Mittel nicht hätte, 
ift ihr Bater wegen fo theurer Berficherung , vor ihr folche 
Gtraffe nebft denen Inquifitions-Unfoften , au erlegen vet» 
bunden; B. G. aber betreffend , weil berfelbe nicht allein - 
durd) der Inquifitee beſtaͤndige Auſſag, ſondern auch daher, 
dag er feinem Geſtaͤndnuß nad), bey ifr aus und einge 
gangen, gravirt, ift er fich vermittel(t Eides zu purgiren 
ſchuldig, daß er fie nicht fleifchlich erfannt, auf melden 
Sall er von angeftrengter Inquifition zu abfolviren, 03.91.98, 

Alſo bat aud) die Löbl. Juriſten Facultaͤt zu Gieffen/ Relpon- 
d. 23. O&obr. 1691. gefprochen: verb. In Sachen des fum IV. — 
Birchen Baumeifters und Berichts: Schöpffen zu Sta: 
den/ Johann Hammels / Alägers an einem / entge: 
gen und wider Claren Margarethen Junghennin / Be⸗ 
— Tlagtin am andern Theil/ in puncto divortiz, wird allen 
An: und Dorbringen nach / auf eingebolten Rath ohn: 
Parthepifcher Theologen und Rechts⸗Gelehrten vor Recht 
erkannt: daß zuvorderift die Derföhnung des Alägers 
mit Beklagtin feiner Hausfrau nacbbrüdlid) zu ver- 
fucben/ im Sall aber über alles befchehenes fleiffiges 
und ernfles Krinnern folche nicht erfolgen wolte/ bor 
5 elbe 





88 Ob propter Stuprum die Ehe zu difoloieen? 


— — — — — — — 

















felbe von ihr ber Che halber zu ſcheiden und loßzuſpre⸗ 


chen/ und ibme feiner Gelegenheit nach mit einer am 
dern ſich Chrifklich zu verehligen zu verffatten und aw 


- zulafien fepe. | So bann iff Befcheid / daß Alägers 


Suchen wegen der Weinfauff: und Hoczeits  Roffen 
Wiedererſtattung geflalten Sachen nady nicht ffatt 


| 


babe/ falle aber derfelbe beffer als Bishero erweifen - 


wolte/ daß Beklagte bey ihrem Ausgang ihm aus feis 


nem auf einige Sachen entwendet hätte/ er binnen. 


vier Wochen Damit zu hören ſeye worauf alsdann . 


ferner ergehet/ was Recht iſt. Immaſſen voir folches 
biemit ertheilen. 20, 90, W. 


Rationes Decidendi. | 


Als bie Beflagtin nach bem dritten Monath , da fie 
ochzeit gehalten, eine Tochter zur Welt aebradt, hat 


Klaͤger nicht allein nad) der Geburt fo bald bey denen am 
weſenden Weibern conteftirt , daß er zu ſolchem Rind nicht. 


Bater fepe, und nicht ehender in feinem Hauß, big Be 
Zlagte Daraus geweſen, fid) eingefunden, fondern aud) bey 
feiner Obrigfeit um die Ehefpeidung aud) Wiedererftats 
tung der Weinfauff. und Hochzeits Koſten, wie nicht roe 
niger wegen ber andern von ihr entwendeten Sachen nad» 


eſucht. Beklagtin hingegen hat zwar nicht abredig ſeyn 


önnen, daß fie von einem ihre unbefannten Paflagier in 


> Franckfurth fid ſchwaͤngern laffen, willaberdavor halten, 


bag Kläger fie behalten müffe, vocilen er nicht allein vier 
und zwanzig Stund vorbero, als fiedarnieder gefommen, 


ihr ehelich beygewohnet, fondern aud) al8 einer, der lange — 
Jahr vorhero in der Che gelebet,, die Schwaͤngerſhat 


wiſſen, ober zum wenigſten muthmaßlich glauben muͤſſen. 


Odb nun wol in bem unvorgreiffl. rechtlichen bey denen 


A8is befindlichen Bedencken ad quaft. 4. will behauptet 
werden, daß die Reconciliation zu verſuchen, pande 
EV UY VARI n | deswe⸗ 


Des erfken Buchs/ drittes &apitel, ^ — 39 
deswegen umgehen fónne , weilen dem Kläger als Kirchen 
Baumeiſter und Gerichts⸗Schoͤpffen nicht zugumuthen fepe, 
eine ſolche Perfohn , welche fid) von einem Unbekannten, 
leichtfertiger Weiſe ſchwaͤngern laffen , wieder anzunch» 
men, fonderlid) ba bie ex tali reconciliato matrimonio €t» 
jute Kinder zu feinen Zuͤnfften pflegten admittiret zu 
werden. | 
MNachdem aber in jegt aebadbtem ohnvorgreiffl. rechtli 

dien Bedenden ad quaft, x. arteftiret wird, dag bie Be 
Flaate ben die 8. Jahr hero faſt die meifte Zeit indes Raths⸗ 
Heren Münden Haus gebienet , und fid) barinn, fo viel 
man vernommen , erbar und ftill verhalten, aud) wann fie 
jezumweiten mad) Staden kommen, wo fie vorhin cr30« 
gen, und ihre Freunde bafelbft beſucht, gleichfalls (till ges 
weſen, unb [aut des pretocolli biefen ihren Sall fid) herglich 
leyd feyn laffen , babeneben fecundum jura Fein Mackel ame 
haͤnget, fi quis vitiatam ab alio ducit, & multo magis, 
fi jam du&tam retinet, cum mifericordiam canonicam exe 
ercere cenfeatur. nee 
..'. vid, Hahn. ad Wefenbec. de bis qui not, infam. num. 2. im 

‘ fin. Nebelkr&. Dec. 1$. verf. decimo tertio. Carpzov. 
Dec. I 12. num. 40. 


Weniger ber aus folher Ehe erzielter Kinder wegen ihres 
. ehrlichen Nahmens oder fonften fid) etwas zu befahren ha⸗ 
be, fo halte davor, man habe in praefentinicht Urſach von 
bet federzeit üblichen, und von allen Rechts Gelehrten aut 
— Defunbenen praxi abzugehen, primum tentanda eft reeon- 
ciliatio faat.395ilipp Melanchthon 
. Loco de Conjugio. 
ut is, qui errore duxit compreffam ab alio retineat eam» _ 
praefertim fi eft modefta: quia divortia faepe magnae ca- 
lamitates fequuntur, quarum habenda ratio & a judice 


& aba&dore. — — A HERE 
| | 9. Was 





eo — GÖbipropter Stuprum oie Ehe zu diſſolviren? 


Was die gefuchte Ehefcheidung anbelanget, mug aar 
- Kläger geftehen, baB er freptid) Muthmaſſung und Der 
dacht auf die Beklagtin gehabt babes | | 

vid. Protocol. 4. Septembr. 1691. ; E. 
Nachdem aber diefelbe bey der Confrontation gleichfalls 
fregmillig befannt, bag fie biß auf. 14. Tage vor ihrem 
Kind: Bert von ihrer Schwangerfihafft nichts gemuft, und 
bie Menftrua zu gewöhnlicher Zeit immer gehabt , batbe: 
neben auf Befragen des Klägers, woher fole Die fd 
me, bie Schwangerſchafft jederzeit geläugnet, und bie 
Mutter. Schmersen, womit fie lange Jahr. geplaget ae 
weſen, vorgeivendet hätte, daß e8 wohl heiffen mögen : 
frons, oculi, vuitus, perfape mentiuntur, oratio vero 
faepiffime. | Lj * | 
* 5o halte davor, bag Kläger mit dem juramento pur: 
gationis zu verſchonen, und: von ber Beflaatin fecundum 
praxin in proteftantium Confiftoriis receptam der Ehe bab 
ber zu fcheiden und [08 zu zehlen fepe. 

Betreffend das übrige Nachſuchen des Klägers, ift zwar 
derfelbe wegen der Weinkauff und Hochzeit -Koften, wel — 
che vermög der Beylag fub Num. 1. er auf 43. fl. rechnet, 
nicht befugt diefelbe nieder zu fordern: cum feparata hoc 
in cafu ne quidem dotem amittat. 

| per tradita Carpzovii p. 2. 7urisprud. Coz/ff. def. 199. 
quæſt. Crimin. 63, num. 63. in prejudicio, 
Wann aber 35eflagtin bcp ihrem Ausgang einige ihr nicht 
gugehörige Sachen zu fid) genommen hätte, welches. fie 
och beftändig bey ber Confrontation und fünften abacláuge 
net, fo müfte fie ſolches billich erfegen , unb ift deshalben - 
dem Klägern ber Beweiß nod) frey gelaffen worden. 


| — $.7.. Er .. 
amt. — (gan aber der Mann feinem Weib, nach erlangter 


.. bmi Wiſſenſchafft / ba fie von einem andern ſchwanger fepe, 
- Kd) ets 2 H nichts 


Des erſten Buchs / drittes Capitel. 91 


zz —— 2, — 
a c cdd — MÀ 


nichts deffoweniger / ferner ebelid) beywohnt, fan er langfee 

hernachmaln auf bie Eheicheidung nicht mehr Flagen, fon- ione na 

dern muß fie für fein Weib behalten, weilen er ihr durch fie von di» 

bie freywillig beiihehene ehrliche Beywohnung das Ver. demandern 

brechen tacite verziehen; fm je 

Gerhard. /oc. de Conjag. S. 1x1. Carpzov. Fprud, Confß. goat in 

lib. 2. def. 197. Lauterbach. Coleg. en en ed 
ritu nuptiar. S. 102. Struv. difertat. de Ture divortier. halten. 
cap. 4. S. 13. 2. 26, ! ! 


maffen bie zugefügte injurien durch Freundliche converfa- 
tion und Umgang mit bem Injurianten , und ſtillſchweigen⸗ 
de remiffion aufgehoben wird; 
G. ult. Inflit. de injur. L. 11. $. Y. ff. cod. Harpprecht, 44 
d. S. ult. sum. 1. iu | 


Nun iff aber Feine intimere unb genauere Converfation, 
woraus eine ſtillſchweigende remiffion abzunehmen , ala bie 
ehelihe Beywohnung. Ä rores 
Carpzov. 4. def. 197. num, 11. & in praxi Crim. quaft. 55. 
»um.43. trattat, Noft, de Conjug. debit, praflat. cap. 2.p.12. 


- AInb alfo Bat bas Ober:Conforium zu Dreßden in caufa Refpon- 
Hannſen 25. Blägern an einem⸗ contra fein f££bevoeib, fum. | 
Beklagte am andern Theil d. 26. Aug. A. 1616. geſpro⸗ 
dien: verb. Ob nun wol Beklagte bekennen müflen/ 
Daß fie mit Derfchweigung ihres Zuffandes/ an Blaͤ⸗ 
gern gefünbiget babes dieweil fie aber doch darneben 
angezogen/ und oarbey beharret/ daß er/ der Che⸗ 
mann/nach erlangter Wiffenfchafft/fie als fein Cheweib 
erkannt / und Bläger ein anders eidlich zu erhärten/ 
Bedenken getragen; So iff ec/ fie ferner für fein Ehe⸗ 
weib 3ubalten/ und ihr ehelich beyzuwohnen / ſie aber 
gegen ihn fich getreu/ demüthig und gehorfamlich zu 
verhalten/ pflidptig/ und oiefe Der(obnung 
NE : 2 N 813 

















92 Ob ꝓropter Stuprum die Ehe zu difolviten? 


— 0 — 


an feinem Stand und Zhren unverweißlich feyn. 











dv, 4 — 
gedoch in Jedoch iſt in dieſem Sall ber Mann mit der alimenta- 
der tion des Zindes nicht zu graviren, ſondern es liegt, wie 
. €óáwhw. ſonſten ordentlicher Weiß, dem Schwaͤngerer jure pater- 
tino zu e nitatis, ob, das Kind zu fid) zu nehmen, und gebührend 
wahren ZU alimentiren und zu verforgen. | 
ſchuldis. L. nec filium Cod. de patr. poteff. cap. cum baberet. X. de eo, 
qui dux. in matrim. Carpzov. 7prud. Conſiſt. lib. 2. def. 
96. ibique Bajer. in additionib. d. tratkat. Noft. cir. /oc. 

Refpon- ° Und alfo hat das Ober: Con/ffforium zu Dreden in caufa 
fum Hoffmann A.1678. geſprochen. Dieweilen Hagender Sof» 
2 mann auf unfer bewegliches Zureden, fid) erklärt, Ber 
klagten, feiner Ehefrauen , den begangenen Sehler , indes 
me fie von Johann N. ehe Kläger diefelbe gehenrathet, fid) 
ſchwaͤngern laſſen, von welchem fie auch eines Kindes aene» 
fen, zu verzeihen, und ihr förderhin, jedoch , daferne c8 
ihme zu Feinem Vorwurff und Hinderung in feinem Hand» 
werck unb Nahrung gereichet, Mit-Kidgerin aud) das Kind 
anderer Orten gebührend verforgen wurde , ehelich beyzu⸗ 
wohnen, und biefemnad der Ehemann und das Eheweib 
ausgeföhnet ; al8 hat es dabey fein Bewenden ,. und find 
Kläger und Befiagte hinführe , ale Gbrifttid)en Eheleuten 
gebühret , unb eignet, fid) gegeneinander zu bezeugen, 
wegen des beforgenden Vorwurffs und Hinderung an bem 
Handwerk und Nahrung aber , die weltliche Obrigkeit, 
ein — Schutz zu nehmen, verbunden. Din 
egen Mitbeklagten, feines Vorwendens ohngeachtet, das 
- Kind nad) der Entwehnung, mit nöthiger Alimentation 
an andern Orten zu verforaen, unb der N. N. vor dem 
Srang , famt denen verurſachten Unfoften , zu bezahlen 
ſchuldig, widrigen falls wird das inb in N.N. Vermögen 
billid) immitcirt , und der H. zu der erfannten Abfindung 
 wnb Unfoften, gebührend verbolifen, 23, R. TA qu 
bx ) 90 Jie 


Lo sn ml 


| $. 8. | Wo | 
-Sinaleid)en , wann der Mann gewußt / daß das Mann der 
Weib von einem andern ſchwanger fene, oder menigfteng Mann 
aus dem gemeinen Stuff, ober andern Indiciis, dergleichen Wi, DB 
hat muthmaffen Fönnen, und fienichte deftoweniger gehen: von einem 
vathet, fo Fan er hernachmals bie Separation nicht fudjen, Garn 
weilen der allzufpat ſich über dieSitten des Weibes beſchweh um Qe 
tet, weicher durch Heyrathung derfelben , foldyeapprobirt nite efto, 
und gebilliget Dat; und Fan der nicht ſagen, bag er feyean poysonr, 
‚aeführt unb hintergangen worden, welcher tvijfentlid) fid) Fan er ber 
mit derjenigen in ein Eheverbindnus eingelaffen , deren ga. 
Condition und Zuftand ihme beitens berouft geweſen. dungnice 
 L. 13. S. fin. ff. ad Leg. Jul. de adulter, Gerhard. Joe. de a fore 
Corjug. $. x11, Lauterbach. Co/leg. tbeor. pract. tit. de ^ 
Ritu nuptiar. $. 102. Struv, differtat. de Jure. divortior. 
cap. 4. S. 13, num. 26, Tract. Noft, de Corjug, delit. præ- 
AAat cap. 2. 8.133... 2 N 
Daferne aber der Mann vorfdbüget/ daß er um feines Wann der 
Meibes Suffano ober Schwängerung feine Wiffen. Mann die 
ſchafft gehabt / aud) nad) erlanater Wiſſenſchafft ihres pfe 
Falls, dieſelbe nicht mehr fleifchlich erkannt habe, fo wird &dminge 
ibme fo ſchlechterdings nicht geglaubet , fonbern ee mug bie ak 
fe fein Vorgoben mit einem Eid erhärten , darvon Dieu pau? 
Formula diefe: Ich N. ſchwoͤhre ic. daß id) vor unb nach umeilen 
der Verehelichung mit N. nicht aevouft , moi aud) einige ginn 
; — 1— aehabt habe, bag fie ſchwanger aemefen taxa. 
. .. Carpzov. 7prud. Confffl. Lib. 2. def. 199. ibique Bajer. in ad. 
“dit. Lauterbach. Colleg. tbeor. pract. tit. de ritu nupt, . 
ii 102. Struv, differt. de fure divort. cap. 4. $. 13- pum. 27. 
Dann obzwar anfonften die Unwiſſenheit ordentlicher Wei, 
fe prefumiet wird; 7 00 niol 
cap. 47, de R. T. m Gto, Mafcard. de probat, conch, 879. 9. 1. 
u ccu ct 23 fe 


Des erſten Buchs / drittes Capitel. ‚93 


Refpon- 
fum I. 


94  Qb propier Stuprim die Ehe zu difoloiten 2 — 
fo fhlägt bod) diefes in gegenwärtigen Soll nicht an , 
wann dag Weid von jemanden geſchwaͤngert i, oder Der 
Geburt febr nahe, ba vielmehr eine Wiſſenſchafft, als in: 
wiffenheit zu muthmaſſen; weilen e8 einerley ift, eine Sa⸗ 


che voiffen, ober leicht wiſſen fónnen, — : 
. Gail. 2. Obfervat. 48. num. 16. Nicolai. de divort. part. 2. 
capı 3. Uum. 52. feq. Lauterbach. Colleg. theor. prati. ad 


ff. tit. de vitu uupt. S. 102. | 
So ift aud) die Unwiſſenheit ex genere eorum, qua in 


animo confiftunt, deraleichen mit dem Jurament erwiefen, 
und an ben Tag gelegt werden müfjen. 
cap. cum in tua X. qui matrim, accuf. pof. Gail, di. Obfer- 
wat. 43. num. 24. Carpzov, Jprud. Confifl. lib, 2. def, 
198. num. 5. ſegq. | 











Doch hat ſolches alsdann (fatt, wanndas Weib bie vor: 


geſchuͤtzte Unwiſſenheit des Mannes / und deſſen Ent: 

haltung von weiterer Beywohnung ,nach erfahrner Schwan» 
gerung, laugnet / ober ſonſten enige widrige Vermu⸗ 

thungen wider den Mann militiren. m 

Bajer, in «dditionib. ad Carpzov. 7prud. Conſiſt. lib. 2. def. 

. 198. Struv. diffrtat. de Fure divortior, cap. 4, $. 13. 

num. 27. YTra&. Noft, cit. dor, ATE 


Und alfo fat das Ober:Confforium zu Dreßden / in 
caufa 2f, 8. Blägern an einem / und deffen Eheweib S. 
S. Beklagten am andern Theil/ d. 17, Febr, A. 1710. 
geſprochen: verb. Daß Bläger zunörderff/ daf er, als 
er erfabren/ oder felbfE vermerckt Daß Beklagte fein 
Eheweib von einem andern ſchwanger feye/ fich Ders 


ſelben enthalten / und ferner ihr ehelich nicht beyge: 


wohnt/ zu Ihwöhren/ unb fid) eidlich zu. reinigen 
ſchuldig worauf fo dann in der Sache ergehet/ was 
Recht iff, Y. A. QD, | (25 | 

P. Inglei⸗ 


^ 


Des erſten Buchs/ drittes Capitel, 95 


i — — — — er umen P — —— — — — — ——— — — 


Ingleichen in caufa ©, W. contra HF, A. d. 26. Febr. Kel on- 
A. 1706, verb. Daß Aláger zuvoͤrderſt fich vermittela fum II, 


f£ibes dahin zu reinigen ſchuldig: Daß er die Zeit über/ 
als er Bellsztin ebelic) beygewohnt 7 von ihrem 
Schwanger feyn nichts gewuſt / aud) da er Wiſſen⸗ 


ſchafft bievon erianget/ ih ihrer alfobald gaͤntzlich 


enthalten/ und mit ihr Das JEbelicbe nicht mehr ae 
pflogen. Worauf fo dann in der Sache ferner erge 
bet/ was Recht i(£. OD. RW, | 

Ein anders aber ift zu fagen, wann das Weib freyz 
willig eingeffebet/ daß fie von einem andern feye ge 


fhwängert worden/ und dag ihr Mann hierum nichts _ 


gewuſt, und nad) erlangter Wiſſenſchafft ihres Falls fid) 
ihrer alfobald ganglich enthalten, aud) daß fie ihme ihren 
Zuftand unb Schwängerung aänglich verſchwiegen, dann 
folgen Salls iff der Miann nut einem Eid weiter nicht zu 
graviren, fonbern e8 wird bie Ehe ohne Leiftung fotbanen 
Eides, für ungültig erflárt. | | 
. Baier, in Additionib, ad Carpzov. 7prud. Conſiſt. Lib. 2. def, 
198. Struv. cif. oc. Nicolai 4. cap. 3. mum, 55$. feq. 
Tract. Noft. de Conjug. debit. praftat. d, lor. | 


- Dahero das Ober:Confflorium zu Drefden ad conful- 


tationem C. €. von 7. menfe O&obr. A, 1708. folgender 


maffen geſprochen: verb, Dieweilen Beklsgte/ baf fie 
sicht allein vor der mit Blägern befchehenen Verehe 
ligung /. fib von J. C. ſchwaͤngern laffen/. fondern 
auch Aláger ihr s£bemann/ ale erdieSchwängerung 
gewahr worden/ fie von fich gethan / und wengetrie 
ben/ und fie hierauf eines Zindes genefen/ gericht; 


Refpon- 
{um ], 


lich geffanben; fo iff bey fo geffalten Sachen die zwi. .— 


ſchen Blägern und 25eflagten vollzogene Ehe / oaferne 


jener der Beklagtin den dißfalls begangenen Schler zu _ 
verzeihen/ und fie hinwiederum anzunehmen nicht zu 


ewe⸗ 


EU d 


 Refpon- 
fum Il. 


96° (bb propter Stuprum die Ehe zu difolviten 


bewegen wäre/ maffen foldbes vor allen Dingen zu 
verfuchen iff/ binmicoerum zu caſiren und aufzubeben/ 
auch) "Alágern , als den unfchuldigen Theil/ ficb «mn 
derweit Ehriſtlich zu verehelichen/ zu ver(fatten und 
nacbsula(fen, 0D. A. YD. 2n | 
Ingleichen die Loͤbl. Juriſten Facultaͤt zu Gießen d. 23. 
O&obr. A. 1691. in Sachen des Birchen⸗Baumeiſters 
und Gerichts: Schöpffen zu Staaden Johann Ham⸗ 
tele und Clara Margaretha Junghennin. verb. ad 
bit acfudte Ehefcheidung anbetrifft, muß zwar Kläger ge 
ftehen, daß er freylich Muthmaſſung und Verdacht auf 











bie Beklagte gehabt; 


angegeben 
wird? 


vid. Protocol. 4. Septembr, 1691. 


Nachdemmalen aber diefelbe bey ber Confrontation gleich. 
falls freytoillig befannt , bag fie biB auf 14. Tage vor ih⸗ 
tem Kind: Bette, von ihrer Schwangerfchafft nichts ges 
wuſt, und Die menftrua zu gewöhnlicher Seit. immer. ge 
habt, barmeben auf Befragen des Klägers, woher foie — 
Dicke kaͤme, die Schwangerſchafft FA aeláugnet, und 
bie Mutter-Schmergen , wormit (ie lanae Seit geplagt geo 
weſen, vorgemwender hätte, bag e8 wol heiffen mögen: - 
frons, oculi, vultus perfape mentiuntur, oratio vero 
fapitfime. © 735 
So i(t Kläger mit bem juramento purgationis zu oet» 
fehonen , und von ber 2Beflagtin, fecundum praxin in Pro- 
teftantium Confiftoriis receptam , der Ehe halber zu ſchei⸗ 
den umd loß zu zehlen. Ann 


«S. 9. 


Bie wann. — ft abet das Weib nicht ſchwanger / ſondern der Mann 


giebt nur eine bloſſe defloration an, das Weib hingegen ne- 
girt ſolche, unb es ift ſonſten Fein anderer Beweiß oder 
ſtarcke Muthmaſſungen und indicia vorhanden, — 

- : . Wt 


ift nach einiger Dd. Meinung, eine Befichtigung durch 
gefhwohrne und erfahrene Weibs:Perfohnen/ oder 
Seb Ammen vorzunehmen, welche, bamitniemanben zu 
nahe geſchehe, hierinnen vorfichtig verfahren, und ihre 
Yusfagen gerichtlich und eidlich thun follen, 
Sanchez. de matrim. lib. 7. difput. 113. num, 10. Arnif, de 
ure Connubior. cap. 2. Secf. 3. num, Il. & 16, Struv. 
differt. de divortior. Ture. cap. 4. S. 12, mum. 25. 


Wiewolen Scrykius in addit. ad Brunnemann. 7. Ecclef. lib. 
2. cap. 17. $. 24. ad verb, fed videntur erinnert , daß der 
Hann, wann er nur bie bloffe defloration angiebt / inde: 
nen Confitoriis nicht zu hören fepe , inbeme Die Jungfer⸗ 
fdjafft aud) aus einer andern Urſach, als burd) bie deflo- 
ration hat verleget werden koͤnnen, wie bie Medici bezeis 
gen, aud) fo gar nicht zweifeln zu behaupten , e8 Fönne 
durch Feine Signa, fo eine Verlegung der Jungfrauſchafft 
anzeigen, ſicher bejabet werden, bag eine Jungfer per viri 
conjun&ionem feye corrumpitt worden. N 
Zacch. quæſt. Medico-Legalib. (ib, 4. tit. 2. quaft, Y. pum. 18, 
cum Dd, zbid. allegat. | 
Waͤre alfo in dieſem Sall nur bie Eheſcheidung zu ver- 
ftatten, wann das Weib von einem andern feye ge 
fehwängert worden/ alà wohin faft alle precjudicia des 
ter Dd. abziehlen. o 
. Stryk. ad d. .capı 17. $. 25. ad verb. fed videntur rectius 
-feutire. zoe 
Allein, toit halten dafür, daß auch bie bloffe deforatzen, 
Daferne fie nur fonffen legaliter zu erweifen/ zur Wieder 
aufpebung der Ehe binlánglid) ſeye, wann glei) feine 
Schwängerung vorhanden; | 
Leyfer. meditat. ad ff. Specim. 315. meditat. y1.. Nicolai de 
— dévort. part. 2, cap. 3. Bum. 44- EN . [eg- 


Des erſten Buchs / orittes Tapitel, 95 


weilen 


96 (55 propter Stuprum Die Ehe zu difolviten ? 


meilen bas Weib, welches einen folgen Fehler diffimulitt, 

einen dolum begehet , darbey aber bekannt, bag bie Ehe, 

e, Worzu jemand Durch Betrug (ft verleitet worden, an und 

sed we vor fid) null und von Unkräfften. Ja, wann aud) gleich 

Ehe <ttiche Die Ehe etliche Fahre aebauret , unb bas Weib mittler Zeit 

ae a fich erbar aufgeführet hätte, fo wäre doch der Mann, 

das eb Warn er allererft in Erfahrung brachte, DaB das Weib ehe» 

en, malen von einem andern fepe geſchwaͤchet worden , Die Ehe⸗ 
fo Fan voc ſcheidung zu ſuchen berechtiget. — 


der Mann 
die Eher Leyfer, meditat. ad ff. Specim, 315. meditat. 12. 


a (8 hat zwar das Confflorium zu "fena in einem. folchen 
wannererfi cafu, den Mann gezwungen, Das Weib zu behalten, 
in Erfab: zweiffels ohne aus diejer Uſſache, meilen die a&io doli in 
75, Fahren erlifcht, warn glei) der Bintergangene nachge⸗ 
Weib ehe: hends den Betrug erfährts alleine, wann gleich bie actio 
bn on es doli expirirt, fo fan Dod) bie a&io in facfum angeſtellet 
fege dedo. werden, welche perpetua iſt. : : 

rixt weꝛden. p 28. ff. de dol. mal, Lauterbach. Colleg, tbeor. pract. ad 


ff tit. eod. S. fin. Leyfer. cit. loc. 


$. 10, 


Dieter Kerner finbet aud) bieanoutlirung ber Ehe (fatt, wann 
kheitung gleich Die Frau vor ber Ehelichung / mit Gewalt iff tu- 











i ig prirt worden; 2 | 
bitu, Carpzov. ik. g. reffonf. E14. mum. V3. fqq. 000 
lifusg mit maftendie Weibs Deriohn , weldemit Gewalt iff geſchwaͤ⸗ 
Qua iR het oder geſchwaͤngert worden, warm fie ben ihrer Ber 
worden. heyrathung das Stuprum verſchweigt, und fio als eine 
Zungfer dargiebt, ben Bräutigam , welcher eine reine 
und unbefleefte Jungfer verlanaet , araliftiger Weiſe hin 
tergchet, babero demielben in Anfehung Diefes Betrugs, 
die Sheſcheidung, mann er folge fudt, mit Nest nicht 
denegirt werden maa; ' | 
arg, 


Des erſten Buchs / drittes Eapitel. 97 


— — n9 











arg. L. 11. S. s. P- de alt. emt. vendit. Schurf, Cent. 3. 
confil. 52. num. 8. Carpzov. cát. loc. 


Wann nun gleih eine mit Gewalt Geſchwaͤchte barburd) 
bie Keuſchheit des Gemuͤths nicht verliehrt, fo hat fiebod) 
bie Keuſchheit ihres Leibes verfobren , worinnen ber Mann 
fiib betrogen befunden, und bafero genuafame Urſach auf 
die caflirung der Ehe au dringen vor fich hat, 

Dd. antea citat. | : 
Und alfo hat der Schoͤpffen Stuhl zu Leipzig, menf. Refpon- 
Mart. 1638, ad confultationem 70b. Höflers zu Wiehe / fum, 
geſprochen, verb. Begehret obgedschter N. N. von fei- 
ner Srauendarum,/ daß fievor der helichung genoth: _ 
züchtiget worden / gefehieden zu feyn. Daferne fie 
nun folches bey der Heyrath ihme verfchwiegen/ und 
er über allen angewandten Sleig/ und Zureden/ nicht 
zu bewegen wäre/ daß er fie wieder zu fiihnehme; fo 
möchte er auf fein Anhalten, durch 6as Conforium, da: 
bin diefe Sache gehörig/ von feinem Weibe gefchie: Ein anders 
den werden. E | | waͤre, wann 

Ein anders waͤre jedoch zu ſtatuirn, wann der Mann a 
um die gemalttbátiae Schwäd oder Schwängerung des 
Weibes Wiſſenſchaͤfft gehabt, unb fie nichts deſtoweni Schwänge, 
ger gebepcatber, dann ſolchen Falls muß er fie behalten, — mud uro ge 


A : - dannoch aer 
Carpzov. lib. 5. refponf. 114. mum. 22. - Bepratbet, — 


weilen er nicht (agen fan, baf er fene hintergangen worden; oder nad 
welches audy auf denjenigen zu extendiren, welcher tacite Erfahrung 
darein teilliaet , unb nachdeme er bie gewaltfame Shwädb: aufs neue 


oder Schwöngerung in Erfahrung gebracht, dem Weib wiederum 
wiederum ehelich beywohnt. NOE SENS the rp 


Carpzov, eit. loc. © in prax. crimin. queft. 63. "um. 6I. 
Und dahin ziehlet bas vorgedachte refponfam, inverb. f£sRefpon- 
wäre oann/ daß er noch neulichſt / als er folches alb fum. 
| pur c9, 2 bereit 


98 Gb propter Stuprum die Ehe zu difoloicen? 

bereit gewuſt feinem Weibe / wie fie vorgiebt / wie 
derum ehelich beygewohnt/ auf folayem Sally würde 
er mit der begcbrten Khefcheidung billich abgewie: 
fen, D. X. W. | 





SIE 


Ob auch die Was wir bißhero angeführet, dag die Ehe hinwiede⸗ 
Frau auf rum zu calben und aufzuheben, wann die Stau vor oet 
einig s£be von einem andern iff gefchwächet oder geſchwaͤn⸗ 
dringen Gert worden/ und der Mann Davon Feine Wiſſenſchafft 
fonnewann gehabt, das wollen einige Rechts. Lehrer aud) auf den 
vor bees be Mann applicitm, wann derſelbe vor der s£be ein Suprum 
einstuprum begangen / und Die Stau folches nicht gewuft. Die &m 
begangen? (be Fommt vornemlid darauf an; wann bie Braut fid in 
alten Ernft ausdruͤcklich dahin erfläret hätte, dag fie ibn 
nicht anders heyrathen wollte, als wann er nod) ein reiner 
- unb unbefledter Junger Gefell ware, unb er behauptete 
- foldyes , es ereignete fid) aber hernac) bas Widerfpiel, ſo 
wäre in biefem Fall, bie Srau auf bie Wiederaufhebung 
ber Ehe zu dringen allerdings Deredotiget , weilen al8bann 
der Bräufigam in dolo verhirt, dag er fid) vor einen feit 
den unge Gefcllen ausatebt , ber er bod) nicht mehr iff. 
vid. Bruckner. decif. matrim. cap. 20. num. 28. feq. Brun- 
nemann. ad L. 8. Ced. de repud. uum. 13. feqq. StryE, 

ir. de diffeuf: ſponſalit. Secf. $. S. 6t. | 
Auſſer biefen, mögen zwar bie Sponfalia wegen des oon 
bem Brautigam vor der Ehe begangenen Stupri, wie wir 
in vorhergehenden sten $. dieſes Gapitele dargethan, mie 
berum getrennet, Feinedwens aber Die Ehe felbft dieſerhal⸗ 
ben vor nicktig declarirt werden , — anermoaen unter 
Braut unb Bräutigam groffer Unterſchied vormaltet, ín 
deme nicht nur. bie Unzucht ein ſchaͤndlichers Pater bey be; 
nen Weibs Perſohnen, als ben Denen Maͤnnern, us 
i à | - Bere 


Des etffen Buchs/ drittes Capitel, 99 


bero eine weit groͤſſere Keuſchheit bey dein weiblichen Ges 
ſchlecht erfordert wird, fondern aud) bep dieſen wielmaln 
eine Ungewißheit der Kinder unb confofion derer Familien 
zu befürchten, dann das Weib, fo von einem andern 
ſchwanger, ſubſtituirt dem Mann eine andere und fremde 
Geburt , wordurd nicht nur ibme fondern aud) bec gan. 
gen Familie ein geoffes Unrecht und Nachtheil zugefüget 
wird, welches aber bey einer Manns⸗Perſohn, die ſich mit 
Unfeufchheit und Hurerey zuvorhero beflecket / nicht zu be; 
fuͤrchten; und gehet dem Braͤutigam wegen verlohrner 
Keuſchheit weiter nichts ab, præſudicirt aud) anſonſten 
dardurch niemanden, daß alfo in Anſehung dieſer motiver, 
die Eheſcheidung, wann ber Mann vor der Ehe fid) mit 
Unzucht und Hurerey befledet, Feineswegs zu verftatten, 
Und biefe Meinung if von Denen Rechts Lehrern insgemein 
recipirt, und wird nad) Derfelben, indenen £vangelifchen 

Con/ıftoriis toto die, alfo geſprochen. 
Cyprus de jur. conmubior. cap. 13. $.17. Carpzov, 7prad- 
Conf. lib. 2. def. 138: mum. 1o. jun, zum. 4. 5. feqq» 
& part. 4. Confüit. 20. def. 13. Nicolai de divort. part. 2. 
cap. 3. num. 64. feq. Finkelthauf. Obfervat. pract. 30. 
num. 47. Stryk. in addit. ad Brunnemann. 7. Ecdef. 

.. lib. 2. cap. 17.9. 25. ad verba? comperit. 

Und alfo bat der Schöpffen-Stuhl zu Leipzig incau- Refpon- 
fa Maria Schoffers zu Bergen menf. Jul. A. 1626. ge fug, 
forochen, verb. Habt ihr euch unlánaffen mit 7.m: in —— 
ein Ehegeloͤbnus eingelaffen/ auch mit ibm darauf die 
f£be vollsogen/ und es wird anjego ibm Schuld ge; 
geben / da er hiebevor eine Magd gefchwängert ha⸗ 
ben foll. Wann er nun gleich deffen aeffánbig wäre/ 
fo mócbte Doch Dahero Die Khefcheidung nicht zugelaß 
fen/ noch ihr von ibm lof geseblet werden. 9B. 9t, 98, " 

Daferne aber ber Bräutigam nach gefchloffenen Ehe: — 


verloͤbnus / eine yivánaert, 
verloͤbnus / eine — ober ————— am 








100 Ob propter Stuprum bie Ehe zu difolviren? 


mus eine und dag Weib allererſt nad) Vollziehung der Ehe / dieſes 
a, erfahren hätte, fo Fan, weilen von ihme ſolcher geſtaſten 
woe ein wuͤrcklicher Ehebruch iff begangen worden, Die Eher 
bref ſcheidung mit allen Recht vorgenommen werden. 5 
aj der Stryk. in addit. ad Brunnemann. 7. Eccleſtaſt. lib. 2. cap. 17. 


FIM io $. 25. ad verba: cemperit, cum fupro. 
/ 


fie fi von Und alfo hat das Löbt, Con/forium zu Leipzig/ ment. 
— Majo A. 1673. geſprochen: verb. Nachdem fid) Caus mit. 
Refpon- ſeiner Yılagd/ da zwiſchen ibme und der Omnia allbe⸗ 
fum. zeit offentliche Sponfalia gehalten gewefen / fleiſchlich 
vermiſchet / und dergeſtalt hierdurch ein warbafftiger 
Ehebruch begangen worden, die Ortilia auch ihme foL 
chen zu verzeihen / und gebrochener Treu und Glauz 
bens obngeacbtet/ ferner beyzuwohnen fich nicht be; 
wegen laſſen will; So mag die gaͤntzliche Eheſcheidung 
des wegen wol vorgenommen, Der Ottiliæ auch bernacb/ 
im Sall fie ohne Verletzung ihres Gewiſſens / auffet 
der Ehe zu leben nicht vermoͤchte / ſich in andere We⸗ 
ge gebuͤhrlich zu verheyrathen verſtattet werden. 


V. A. * / 
- eos Welihes aud) um eben Diefer Urſach willen ſtatt findet, 
Mann ju Wann vice verfa oie Braut nach getroffenen Sponfalien/ 
Dun Deua von einem andern iff befcblaffen / ober geſchwaͤngert 
der Braut worden / unb der Mann waͤhrender Ehe allererít Davon 
dergleichen Wiſſenſchafft erlanget, bann ſolchen Falls Eönnte derſelbe 














if iu ful: (16) ebenfalls oon dem Weib feheiden laffen. 


39V i. 
Wann bee-· Wann beede Braut und Bräufigem vor ihrer ato 
beBerlodte ſchloſſenen Eheverbindung ein Scuprum begangen , unb 
Eheverbm: Feines von des andern Zuftand etwas gewuſt, fonbern er 
dung ein, nady vollzogener Che dag Stuprum erfahren, fo mag fei 
gatgn un ned von ihnen auf die calfirung ber Ehe dringen , fonbem - 
epe Zu | e 


Des erſten Buchs / drittes Capite. 101 
é8 werden beede deli&a gegeneinander compenürt und auf: Ce das 


Stuprum erz 


gehoben, eben, als wie anfenften die Ehefcheidung nicht fapren, ran 
zuaelaffen, wann von beeden Eheleuten ein Ehebruch ift feines von 








begangen worden, en De 
L. 39. ff. Jolnt. matrim, Sttyk. tr, de diffenf: [ponfalit. Sect. dung fuchen 
5. 8. 61: | 


ann jemand eine ehrliche Wittib gebepratbet, unb ſol maus einer 
dye vor eine Jungfer gehalten, fan et ſich nad) Erfahrung avc ehrit 
feines Irrthums von ihr nicht fcheiden lafen , weilen fol gepeyras 
chen Falls feine Verleg und Befledung ihrer Ehe vorhan ter, und 
. ben, dem Bräutigam aud) nicht ſchimpflich, ſolche zum ide vr 
Weib zu behalten, es 
Bronvver. de Fur. conmubior. lib.2, cap, 18. mum.35. Stryk. u Jan 4 
de diff. [ponfalit. Sect. 5. S. 62. verftoffen. 
Welche Meinung ihre aute Richtigkeit hat, wann ber Braͤu © wäre 
tigam fid) nur blofferdinge a inbeme er ſichs felbften iq uoc 
zu imputiten hat, daß er fid) nicht beffee nad) der Braut Zraut Zu: 
condition und Zuftand erfundiget; wann er aber foldyes Dim un 
ethan, unb die Wittib fid) argliftiger Weiſe für eine Jung vice fid) 
er ausgegeben, bie er fonften nicht würde aebepratbet ba. zu, fuer 
ben, wann er gewuſt, bag fie eine Wittib ware, alsdann vor eine 
it er fofd)e wider feinen Willen zu behalten nicht ver. A 
bunden. | gegeben, 


Stryk. d, trac, Sect. 5. S. 62. 


$. 13. d Sur annul- 


eo € ; ; [A li d 
Aus bißhero angeführten erhellet zur Genuͤge, dag Ehe wegen 
zur aunulicung der Che wegen De8 von dem Weib vor ze, sum. 
der Eheverlöbnus begangenen Stupri, hauptſaͤchlich 2. ve- so dere he⸗ 
quifita nöthig , 1) daß ber Mann um Diefes Stuprum Feine obs, 
Wiſſenſchafft gehabt, und 2) baf er ſogleich nad) ram Sum fib 
* requifita 


L 


102. (b propter Stuprum bie Ehe au difolvieen? v 
Dd ter Wiffenfehafft ihres Falles, diefelbe nicht mehr fleiſchli⸗ 
beitbesst. den erkannt, 

pii 





Enthaltung Carpzov. fprud. Cor, lib. 2. tit. ı1. def. 198. Lauter- 
d Bey: bach. in Colleg. theor. pract. ad ff. tit. de ritu muptiar. $. 


102. Nicolai tr. de repud. part. 2. cap. 3. uum. 52, 


Und litat Wann nun diefe requifita vorhanden, fo wird fobann auf 
Ehe auf DBerlangen des Mannes, die Ehe gaͤntzlichen getrennet, 
Berlangen unb gemeiniglich fo wol demfelben als aud) bem Weib die 
u$ getren, anderweitige Verhenrathung ver&attet. Was 
net, md ^ Carpzov, 7prud. Con/ff. lib. 2. def. 193. eq. Laüterbach. 
<heilen bie cit. loc. $. 100. Nicolai de divort. part. 2. cap. 3. num. 
. 98 eberbers 42. € 43. Beſiehe oben den vorhergehenden 6. $. 
ne Diefes Capito, — | 
Decifum. Wie bann alfo das ObetzCoz//Zorium zu Dreßden d. ra. 
O&obr. A. 168r. decretirt, verb. So wird dahero die 
wiſchen Klaͤgern und Beklagten vollzogene Ehe billich 
ZU : : 
wiederum cafiet und aufgehoben / maſſen wir fie bie 
mit cafeen und aufheben/ unb gefkalten Sachen nadb/ 
beeden Theilen ficb anderweit Chriſtlich zu verehelichen/ 
verfkatten und nachlaffen. B. R. 8. 
— BU Hiernechft muͤſſen zugleich bem Weib alle ihre einge 
DBeib ihre hrachte dotal- und paraphernal- unb andere ihr zuftändige - 
eingebtae Haab und Güter , Meilen das Weib in diefem Gall das 
a Heyrgth Hut, oder den aten Theil von denen parapher- 
Helft on nal-Giütern , wie fonften beym Ehebruch geſchiehet, nicht 
eum ges verliehrt, nebit der Delft von denen Hochzeit Geſchencken 
reſtituirt und ausgehaͤndiget werden muͤſſen. 


en rei Beuft.:r.de fpon[. & matrim.part.2.cap. 34. Carpzov. Iprud. 


suirt Mers Confifl. lib. 2. def. 199. & prax. Crim. quefl.63. num. 63. 

den. Stryk. ad Brunnem, us Ecclef. lib. 2. cap. 17. S. 25, 
ad verb, e/ff recenciliatio. Nicol, de divert. d. eap. 3. 
num. 59. | 


Und 


Des erſten 25udys/ drittes Capite, 163 


Und alfo Hat das Ober Confforium zu Dreßden d. 28. Refponz 
April, A. 1620. in caufa Ehriffoph 3. zu R. und fein ge: fum I. 
trautes Eheweib Cbriifina/ gefproden, verb. Dieweil 
Beklagte nicht in Abrede, daß fie vor 3. Jahren trium Re- 
gum mit Klägern getrauet, und allbereit damals von ihres 
Bates Knecht ſchwanger geweſen, Darauf aud) 8. Tage 
vor Joh. Baptifta eine Tochter zur Welt gebohren, Kläger 
aber, fo balben er ſolches erfahren, fie von fid) aetban, 
umd auf unfer Zureden ibe nicht verzeihen wollen; So wird 
er der Ehe balben von ihr biemit log gezehlet, ev iff aber 
gleichwolen ber Beklagtin ihr Einbringen, sufammt dem 
halben Hochzeit⸗Geſchenck auf vorhergehende Liquidation 
zu erftatten und folgen zu laffen fehuldig. Q3. 9t. W. 

Ingleichen dee Schöpffen- Stuhl zu Leipzig menf Refpon- 
Jun. A, 1614. ad confultat. Balthafar 4 Botwiß, verb. fum IL - 
Da nun C. S. beffen acftánbig, bag (ie nemlid) mit G. S. 
zugehalten, und von ibme zu Kal gebradyt und geſchwaͤn⸗ 
gert roorben , ehe und zuvor fie ihrem Mann die Ehe zu: 
gefagt, und gleichwoln das eheliche Beylager, als wann 
ſie nod eine Jungfer waͤre, mit ihme gehalten, und fol 
che Schwaͤngerung verſchwiegen, und daß gedachter ihr 
- Mann, ehe und zuvor er mit ihr beygelegen, davon gang 
unb gar nichts getauft, fonberm hernach folches allererft er» 
fahren, und in der Thatinne worden, unb darauf alſobal⸗ 
den fid) ihrer gaͤntzlich geaͤuſſert und fie ferner nicht be» 
tübret , fo würde er von denen Berordneten im geiftlichen 
Confiftorio, dahin diefer Sall eigentlich gehört, auf bem 
Fall er nicht zuverföhnen,, Croie Dann aller möglicher Fleiß 
bey vorbenannten Perſohnen anzuwenden, ob fie wieder 

egeneinander ausgeſoͤhnet, Die Gemüther zufammen ge 

adt, und bie Ehe nicht getrennet werden möge) wegen 
ſolchen unchriſtlichen Betrugs, unb begangener groffen Un 
treu, aus Nachlaſſung aöttliher gemeiner und Landüblis 
cher Rechte von ihr der C. S. ber Ehe halber , billig ge⸗ 
| 58 Auc A ED u ſchieden 





104 Ob propter Stuprum die f£be zu difolviten 


fihieden und loß gezehlet, und Dem Manne, baferne er 
fi) ohne Gefahr feines Gewiſſens, auffer dem Eheftand 
nicht enthalten Eönnte, bargu er doch fleißig zu ermahnen, 
ibme, al8 dem unfchuldigen Theil, fid) feiner Gelegenheit 
nad, mit einer andern zu verehelichen, und die Hochzeit 
und Beylager mit gewöhnlichen Ceremonien zu vollziehen 
verftattet und nachgelaffen; aber dasjenige , fo C. S. ihrem 
Mann am Ehegeld, und fonften zugebracht, hat fie (id) 

eitalten Sachen nad) , teilen. fie nicht Ehebruchs hab 
ben, fondern wegen ihres begangenen Betrugs und Un⸗ 
treu von ihrem Mann geſchieden, und bie Ehe zwiſchen ih 
nen getrennet, nicht verluitig gemachet, fie wird aber 
gleichwolen hierüber, jrbod) wann fie zuvor von dem Con- 
fiftorio ber Ehe halber Io gezehlt, und gefchieden, und 
die Berfühnung zwiſchen ihnen nicht ftatt finden ſollte, nad) 
Gelegenheit bigralló. im Befaͤngnus durch Den Berichte: 
Stohnen oder &tod«Smedt mit Ruthen gegltditiget, und 
darauf wegen ihrer Leichtfertigkeit, und dag fie von einer 
fo nahe verwandten Perfohn (fo ihre Vetter unb ibr Ge — 
ſchwiſtrigt Kind iſt) fid) ſchwaͤngern laffen, eurer Gerichte 
emig verwiefen. 20, 9. W 











| 00 S 14e ATE 
—— Ehe und bevor man aber zur Eheſcheidung ſchreitet, 
quebec iſt vor allen nad) bet in Confiftoriis recipirten Obſervan⸗ 
dung ihrer unter becben Partheyen oie Verſoͤhnung nadbrüdlid und 
iie "fo viel ale immer möglich zu centiren , Dergeftalten, bag 
Güte m nicht nur das Weib ernſtlich zu erinnern ihren Stamm wegen 
vmm? dieſes Verhrechens demäthig um Vergebung zu bitten, 
nicht fend fondern auch dem Mann zugureden, daß er feinem Weib 
tet, die Ebe diefen begangenen Sehler und Hintergana Chriſtlich verzei- 
duorires Den, und fie voieber zu fid) nehmen möchtes daferne aber 
uͤber alles beſchehenes fleißiges und ernftliched Erinnern, die 
reconciliation nicht erfolgen follte, fo ift als dann erſthin 
Pie Ehe zu diffolvirem. — | 


-. Carpzov. Jprud. Conffft. lib. 2. def. 195. & Ji, 5. refponf. 
o UE RUE 114 


Em 


Des erſten Buchs / drittes Capite. 10$ 


114. num. fin. Beuft. part. 2. de matrim. cap. 34. Nicolai 
de repud. & divart. part. 2. cap. 3. num. $9. | 

Da dann alfo geſprochen zu werden pflegt: -— Formule 
Es wird diefe zwifchen bem Cajo und der Soja voll‘ Pronun- 
zogene Ehe hinwiederum zafpet / und der Seja ihr candi, 
Einbringen und Dermögen/ nebſt dem halben 
hochzeit ; Gefchend abaefolget, 

oder auf biefe Weiſe: Dieweil Beklagte qeffanben/ da 

fie vor oec mit. Blägern beſchehenen Derehelihung/ 

fib von einem andern ſchwaͤngern laffen/ und dars 

auf ohnlängfkens-eines Bindes genefen / (oder, wo 

feine Shwängerung vorhanden/ mit NV fleifehliche 

Unzucht getrieben) Aläger aucb fich ihrer ersthalten/ 

auch über allen angewandten Sleiß/ zu der Ausſoͤhnung 

nicht zu bringen gewoefen/ fo wird dahero aus ande 

regter Urſache / die zwifchen Alägern und Beklagtin 

vollzogene Ehe billich wiederum cart und aufgehoben, 

Blögern auch als dem unfchyuldigen Theil (oder auch 

gemeiniglichbeeden Theilen) in anoere Wege fic Chrift- 

lich zu verehelichen verffattet und nachgelaſſen; esift 

. aber. Blaͤger der Beklagten ihr Zinbringen nebff dem 

halben Hochzeit: Gefcbend / auf vorhergehende Ziguida- 

tion und Beſcheinigung / abfolgen zu laffen ſchuldig. 




















Oder auch: In Sachen TeözuN, Alägersan einem © 
entgegen und wider Meviam Beklagte am andern Theil / 
 pundo divortii, wird auf eingeholten Rath unparthepi: 
feher Theologorum und Rechts; Belehrten/ vor Recht ers 
faunt/ daß zunörderift die Derföhnung des Älägers 
mit der Bekiagten feiner: Hausfrau nacborüdlid) zu 
verſuchen; im Sall aber über alles befchehenes fleißiges 
unb ecnffes Erinnern / folche nicht erfolgen wollte / 
derfelbe von ihr der Ehe Re /.3u feheiden und [of 

8292 3u 


fe bé su difolvicén ? 
: Stuprum die Ehe zu dif 
166 Ob propt: "T 


—— 
— — 
cese pot nn 








egenheit nach / mit 
i ince Gelegenheit na s 
ind ihme feiner et 
e — id — au — | 
fer uno zuzulsfien (epe, V. X. 


008 15. bann beeden 
— — " ehet fo € d 
die Mad erfolgter herbei — 
deibund — 2 0109 Ä ie fe 
Kehet dem a N A Bewertet, Die Ehe 
M An Sc gi AUS CERA a Fan, etw 
fóidien me d aed — Eb lai de re- 
ide: i einem andern Ort ee def. 194. Nico d. doc. de 
verheyra⸗ v Jprud. Confiflor. lib. & 62, Gerhard. 

p if inr CREE di 2. cap. 3. PME. gr ! 
— Sal. PR 


d e ein. | yer Eheſcheidung ey. 
invio Ubrigens mag Die li, qui jo gar ben, der fieau vorher 
Die Se: rathen, en fie pce pats = 
a  aefmoddbet o ln air ec et Stuprator fie 
fan auc) 8 OV. & Nicolai [712 ann der Stupra 5 
eei Carpzov. RAM Esa OU ei ki ru ſelbſt 
— ck Ba nde 
pat. rey > 4 d en À : : uM , — ER 
gm ea bari are mimis po er aber "E ^y | 
, pratorgi ȇdte - A ; then 5 tu Dic 2- 
der Che ſchwaͤcht andern heyrath achet ſondern Ad 
^ feheidung: gerung einen a t theilhafftig gemi 8 Stupratoris, einem 
fónne ge 8 Betrugs nicht e Vorwiſſen dei erben, nad). 
mungen . [8 75 te fetbften , ohne‘ icht aegtoungen werd: máne 
werben, die ſchwaͤch yepratbet, fo fan er nt hwaͤchte oder Geſch 
Waviore andern geheyra ibung , bie Gefhtmäd t bie Ehe vet: 
won  pefehehener Gbefibeibung , ihr gleich zuvor die t on. 
7 euren 
— wiederum abgegangen, ! 
bent vorigen v ‚ib. 2. caps 17.8. 25. 
pu et ees emann. 74s Ecc A ) d » i 2. 61. 
dBrunr $295 BEN re Me 9» d T ( 
es Nicolai der * 5 Und 


— 


Des erſten Buchs / drittes Capitel. 107 

Und alſo fat die Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Franck⸗ Refpon. 

furth d. 3. April. A, 1674. in cauía M. C. & M. S. alfo qe fum. 
fprochen: verb. Hat M. S. nachdem (fe vorher von einem — 
andern befchlaffen worden, mit M. C. fíd) verlobet, und 
da fie von Demfelben zu Rede aeftellet , ob follte e8 mit ihr 
nicht richtig (eon , fie e8 gar bod) betheuret , und fid) ver 
flud)et, daß fie daran unſchuldig, nad) vollgogener Hoch⸗ 
zeit aber fid befunden, daß fie von einem andern geſchwaͤn⸗ 
gert fepe, ba fie bann euch dißfalls bezuͤchtiget, und ihr 
euch juramento zu purgiten verurtheilet worden, gedachte 
. M. S. aber , da fie von ihrem Mann gefchieden, miteud) 
bie Heyrath zu vollziehen fuel. Ob wir nım zwar auf 
euer Gewiſſen geftellet feyn laffen, ob ihr euch mit gedady. 
ter Perſohn fleiſchlich vermiſchet ober nit? im gefegten 
Gall aber, ba ſolches gefchehen ware, Fonntet ihr bannod) 
tie zu ehelichen nicht gezwungen erden. Dann obgleich 
ex itupro eine tacita promiffio matrimonii colligirt wird; 

fo hat fid doch M. S. ſolches wider euch gehabten Rechtens 
. ipfo jure verluftig gemachet, inbeme fie mit M. C. fid) of» - 
fentlich trauen laſſen, aud) denfelben dolo hierzuinducirt, - 
indeme fie fid) fo feft vermeffen , bag fie nod) eine Jungfer 
fepe. Wie nun eine vollftandige Ehe per adulterium dif- 
folvirt wird , alfo wird vielmehr eine tacita promiffio ma- 
trimonii, quae ex ftupro colligitur, wieder aufgehoben, 
wann bie Brauf fid) mit einem andern Reife vermi⸗ 
ſchet; es iſt auch bie M. S. wegen des begangenen groſſen 
Betrugs, nicht favore, ſondern odio digna, weshalben 
ihr vielmehr zuzureden, unverheyrathet zu bleiben, als 
euch wider Willen, dieſelbe aufzudringen. KR, W 


€3 )« $806 














3 5 05  — Qus 


108 . Pen der obli ‚Obligation de des 8 Stuprataris, ($c. 


Das Dierdte Kapitel, 


Don der Obhgationdes Stupratorisund 


der Satisfachıon der. Öefchwächten! und zwar in oem 
Sally da keine f£beverfprecbung darbey vor; 
gegangen. 
SS I 
FIN viel bie Satisfattion der Geſchwaͤchten anbe⸗ 
N trifft, Fommen allhier zweyerley Faͤlle vor: Der 
rmit OS, erfkeift, ba die Schwaͤchung alleine ohne Che⸗ 
Berne verfprud) aefchehen; ber anbere/ ba bey dem Stapro auch 
ug der Das Derfprechen der he cozcurrist. Bon dem erfken 
ohne die- Cafa, wollen wir vorjeßo in gegenswärtigem Gapitel hats 
We: di. deln. SE nun der Geſchwaͤchten die Ehe nicht verfpro, 
Ehe nihe ben worden, fo iff nad) denen göttlichen Rechten/ der 
sure „Stuprator fhuldig , bie von ibme Geſchwaͤcht · und zu Sall 
nad) tenen gebrachte nicht nur alleine auszufteuren , fondern aud) an⸗ 
gotcl KRech Der) ſelbige zu heyrathen; | : 
"WP. Exod. XX71. 16. Deuter. XXII. verf. 28. [5 29. Carpzov, 
t .. gprud.. Confiffor. Jib. 2. def. 228. num. 5. & def. feq. 
ü 0 Zum 5. 
— und dieſes ohne Anterfehied/ es mag gleich zwiſchen bee; 
den ein Eheverſprechen vorgegangen ſeyn ober nicht / 
weilen biefe textus generaliter reden, und alfo aud) genes 
raliter fine difin&ione zu verfiehen; — 
- Dedekenn. confl. theolog. vol. 3. lib. 2. Seck, 4. num. AI. 
Bardil, differtat. de Satisf act. ſtuprat. cap. 2. num. 9. 
Es wäre bann, ba der Geſchwaͤchten Vater dem Stupra- 
tori bie Tochter zum Weib zugeben verweigerte, welchen 
falls bie Ausfteuer alleine nöthig war. 
Deut, Xxir 29, & 29, Bardil. Z. cap, 2. vum. 11, Stryk. 
E uſu mod, ad pi tit. ad dni Jul, de adulter. $. 20. 
| Womit 








Rn 2 





: Des erffen Buchs/ vierdtes Capitel, 109 
Womit auch das Jus Canonicum ex affe uͤbereinſtimmet, da Womit 
Der Pontifex die Verordnung dadin gemacht, quod is, qui and die 
feduxerit virginem, dormieritque cum ea, dotare cam ae 
& habere uxorem teneatur; fi vero pater virginis dare äbereins 
eam noluerit, reddat pecuniam juxta modum dotis, quam ſlſimmen. 
virgines accipere confaeverunt ; 
in cap. 1. X. de adulter. & flupr. 
Dahero bie Canoniften fdreiben , e8 habe ber Pabft bag 
Moſaiſche Geſetz Exod. XXII, canonifirt , und DenenDe- 
cretalibus einverleibet, 
Wagnereck. Comment, ad Tus Canon. ad, d. cap. 1. add, 
Jul. Clar. prac. Crim. lb. 5. S. ffuprum. num, 3. Mev. 
ad Tus Lubec. part 4. tit. $. art. Y. num. 2. 














nid 8.2, 

Alteine beutiges Tages iff. in denen Reichs, L anıden, Heuriger 
nad) allgemeiner praxi, der Stuprator nicht mehr verbun n dpréabey 
den, bie Geſchwaͤchte auszufteuren, und zugleich zu fep. ettinies 
rathen , fondern es bleibt feiner freyen Willkuͤhr uberlaffen, Wikräsr, 
welches von beeden er erwehlen, mithin, ob er bie Ge: gi? 

ſchwaͤchte dotiren, oder aber felbige ehelichen wolle... te en 

| Stryk. iz ufu. mod. d, tit. $. 20. Carpzov. /prud. Conpja. !ben oder 

— üb, 2. def. 229. num. 7. [e4q. Bardil. cit, differt. cap, 2. — 
num. 15. feq. & num. 21. Schöpf. vol. X. decif. 33. num. 

1o. Lauterbach. Colleg. theor. pract, ad ff. tit. ad Leg. 

jul. de adulter. S. 42. Ns | d 

Und alſo fat die Löbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Srand: Refpon. - 
furtb d. 20. Decembr. A, 1665. geſprochen. verb. Hat G. fum 1. 
[ in der Güte befannt , bag er A. 3t, fleiſchlich erkannt, 
fie aber beederfeits zugeflanden , bag Feine Eheverfprechung 
darbey vorgegangen, aud) aus denen Worten, als follte 
Stuprator gefagt haben, eriwollte ber Cade Ion Rath 
fehaffen , dergleichen promiffio matrimonii nit zu colli- 
given, fo fónnte er fie zu ehelichen. wann er in der — 
Ng N s argu 


310 Von der Obligation Des Stupratoris Cc. 





rem —— 








darzu nit zu bringen wäre , nit geswungen wer 
ben; jedo mare Sruprator wegen des bekannten und zus 
ns S upri die Stupratam mit 5o, Rthl. zu doriren 
ſchuldig. x 5 
Relpon- Ingleichen die Loͤbl. Juriſten Facultaͤt zu Altdorf d. 4. 
fumi] Maii A. 1731. in cauſa Margaretha Louiſa S. von B.con- 
tra Leonhard 3. verb. In Sachen Margaretha Lovifa 
S. ton B. Klägerin an einem: entaegen umb wider Leonhard 
$. Juris Studiofum, erkennen Schultheiß und Schöpffen 
der Kaiſerl. und des H. Reichs-⸗Stadt ©, auf eingehohltes 
Gut achten auswärtiger Rechts Gelehrten biemit vor 9xedit: 
daß Beflagter , baferne et bie Klägerin zu. heyrathen nicht 
gemeint, biefelbe mit 300. fl. zu dotiren, ingleichen deren 
mit int erzeugten Rinde, voa Seit der Geburt an, fo tam 
ge, big es feinen Unterhalt. feldft verdienen Fan, jährlich 
^ 28. fl. alimentations-Gelder zu reichen fdoulbig. 25.91.98. 
Rationes Decidendi : Alldieweilen mehr als zu wol befannt, 
Daß heutiges Tages nad) allgemeiner praxi, ein Stuprator 
nicht nur diejenige Perſohn, welche er zu Fall gebracht, 
entweder zu heyrathen, oder, da er ſolches zu tbun nicht 
'— gemeint, gebührend auszuftenren verbunden, fatisf:Gio 
enim & intereffe femina ftuprate in terris Imperii in eo 
|, confiftit, ut ftuprator vel matrimonium cum ea contra- 
. hat, vel dotem, cujus quantitas fecundum conditionem 
‚yitiat, a judice determinari folet, illi praeftet ; : 
. 4 Carpzov. Jprud. Confff. lib. 2. def. 229. mum. 7. fegg. - 
|. Wernher, Select. Obfervat. forenf. vol. 1. Obfervat, 138. 
— UWwum. 1. Stryk. zu ufu mod. ad ff. tit. ad Leg.7ul. de adul- 
ger) COOL 2T... — t 
fondern aud) anben beme von ihme erzeugten Rinde, atem- 
pore nativitatis ejusdem , fd lange, biß c8 feinen Unter⸗ 
halt ſelbſt verdienen fan, bit alimenta zu reichen gehalten , 
-. Horn. conſultat. & refponf, Claff. 15. refponf.'43. fol. 1108, 
EC i tos .. Carpzev, 


rn — 


Des erſten Buchs/ vierdtes Capitel. III 

> Carpzov, prax. Crim. quefl. 69. Stryk. d. tit. $. 23. & 

in addit. ad Brunnemann. Jus Eccleffaft. lib. 2. cap. 18. 
$. 28. verb, Stwprator autem. N 


an beffen Stelle aber 16. 2. So it wie in dem Urthel ent⸗ 
halten, von uns erkannt worden. pM 











: | S. 3. i Mann j 
. Daferne jedoch an ein oder dem andern det einge poit 
führt zu finden , daß der Stuprator dievon ihme Geſchwaͤch fce. einges 
te pracife heyrathen folley aladann ſtehet in beffen Will Dot dab 
kuͤhr nicht mehr, was er thun und erwehlen wolle, fon: tordie Ges 
dern er tí Die zu Fall gebrachte Perfohn fhlechterdings zu Mhridte — 
ehelichen verbunden, und Fan fid) durd) bie dotation davon fur, ifi ve 
nicht befreyen, ©; pti Dann 
Schöpf. vol. 1, deciſ. 33. num. 11. feq. Bardil. de Satisfal. ne 
fluprat. cap. 2, num. 19. " ve ni 
: xr : i ergleis 
Wie bann infonderheit auch in dem Chur: Sücffentbum dim in bem 
Brandenburg das Jus Canonicum ift beybehalten worden, TU 
und ber Stuprator bie Geſchwoͤchte heyrathen unb ausſteu Srandenz 


ern muß, wie hievon Brunnemannus bezeuget SS bug obtie 
| dn Jur. Eccleſſaſt. lib. 2. cap. 18.num.26. Und in fols 


- Und in folchen Sällen fan der Stuprater, mann er fid) def pea 
fen weigert, aut Ehelihung ber Geſchwaͤchten mit Gelb Cbclidung 
Buß oder Gefängnus von der Obriafeit angehalten, unb ver Ge 

wann er ſich noch nicht darzu bequemen will, und bey fei. ſchwaͤchten 


ner Halsftarrigkeit verfarret, Durd) ben Priefter fiber As na 
feinen Willen copulirt werden ; | vue  Sefänguus 
arg. cap. 30. X. defponfal, Carpzov. lib.2. def. 135. SchOpf. Auch mer 
decif. 33. Hum. 12. — m 
unb wann er nach ber Copulation, ober den Benfchlaff fid erben, 


hinweg begiebt, unb Davon gehet, wird bie Geſchwaͤcht⸗ na ver 
E va | it ber s P oder copulation 


ader Bey⸗ 
fblaff da» 
von gebt, 
wird tie 


Geſchwaͤch ⸗ 


te in ſeine 
Güter im- 
mitrirfe 
Refpon- 
Im. 


112 Von der Obligatien des Stupratoris tc. 


— — — — 











oder Geſchwaͤngerte mit und nebſt dem Kind in die Güter 
des Fluͤchtigen, zu ihrem Unterhalt immittirt. 


Carpzov. Fprud. Conf. lib. 2. def. 136. L, B. de Lynker. 

refolut. 169. & 321. Schöpf. cz. loc. 

Und alfo fat die Löbl, Juriſten Facultaͤt zu Tübingen 
menf. Auguft, A, 1716. ad requifitionem der Hochfuͤrſtl. 
Regierung zu Onolzbach / in caufa Joh. Leonhard 
Hegenauer contra Dorotheam Loreng Engelhards 


| Kichfköttifchen Unterthenens zu Birckach Tochter qt» 


ſprochen. verb. Und weilen er nolens volenscopulirt, und 
fie von ihme niemalen für fein Weib erkannt und tra&tirt 
worden, fo ift nad) denen gemeinen Rechten biefe Copula- 
tion oor null zu halten; ! 
E, B. de Lynker deeifi 1362. it 
weilen heut zu Tag ein jeder Stuprator bie Wahl hat, ob 
er die Auprirte dotiren oder heyrathen will; ü 
Stry k. i» ufü mod. ff. tit. ad Leg. Tul. de aduli. $. 20. Laur 
terbach. Colleg. tbeor. pract. ad ff. tit. eod. S. 42. Harp- 
 precht. in ſcrutin. 18. bypotb. [pur. S. 14. Grat. in difpa- 
tat. ad Ordin. Conſiſi. Esling. cap. 1. pag. X5. 
Feilen aber der Hof⸗ Raths Befehl von 27. Aug. 17152 
an das Gaften- Amt ergangen, daß, nachdem unter ben 
30, Julii 17:4. ergangenen Ausſchreiben, fie copulirt, mit 


. XO, fl. beitrafft,, ober Hegenauer zu 4. wochiger, bie En⸗ 
gelhardin aber, zu (4. taͤgiger Springer. Arbeit im Hofı 


Se wird wol die Copulation, Einwendens chngeachten 


Garten, anbero geſchafft werben folle, mithin es allhier 
auf eineSpecial-Verordnung anfommt, wie aud) in Bran- _ 
denburgico EleGoraru obtinirf, ut Auprator ftupratam 
dotet & ducat; — N 
tefte Brunnemanno 7. Eerkefaf. lib, 2. cap. 18. num, 26. 
conf. L. B, de Lynker. decif. 1000, ; 


als 


- Des erfien Buchs / vierdtes Capitel. 113 
als gültig beftehen müffen; quando enim aliquis obligatus 
eft ad ducendum, tunc rette cogi potelt, 

Carpzov, Jprud. Confift. lib, 2. def. 135. 
& immittitur ftuprata in bona abfentis fugitivi & con- - 
tumacis. —— ir 

m Jib. 2. def. 136. L, B. de Lynker. reſolut. 169. 





321. 
$ qr gu. 220 Denle 
...., 98o aber dergleichen beſondere Landes-Gefege/ Sta. Ve 
tuta und Birchen- Ordnungen nicht vorhanden ; ba bleibt sit vor 
€8 bey der in foro & praxi recipirten Negul: daß in des Dabei 
Stupratoris Willkuͤhr ffebe, ob er bie Befchwächte aug; der Sicaul, 
ſteuren / oder Deyratben wolle, j a indes 

Befold. part. 6. confil. 261. um. 40. in fin. Sande ib. 2. Brukähe 


tit. 1. def. 10. num. 1. Berger, Oecon. fur. dib. 3. tit. 1 1. MAT A 
S. 4. 908.7. p4g- 824. feq. dorirenode 


Wormit aud) bas Hochgraͤfl. Hohenlohiſche gemeinſa⸗ Pe 
me Land. Recht part. J. tic. VIL von zu frühen Beyſchlaff aus das 
6. 2. ex affe übereinftimmet , allwo verordnet: Daß toann Aebnohr 
2. ledige Berfohnen fid) fleifdlid) vermifdien , und das La: fame Lands 
fier der Hurerey begehen, aledann bie Manns, Perfohn Medtäber 
anzuhalten fepe, entweder bie Geſchwaͤchte Dime zu ebe ^ es 
liben, ober ihr ein gewiſſes an Geld zur Abfindung an | 
- Statt eines Heyrath⸗Guts zu geben. Welches aud) alfo in sut in _ 
bun Frürnbergifyen zerrisorio obtinirt und beobachtet Nürnberai 
‚wird, wie foldyes bie prajudicia rerumque judicatarum coo alfo - 
autoritates zur Gnüge beikäftigen. Hieraus ergiebt (id) beinit- 
nun I) daß bie Geſhwaͤchte wider den Stupratorem, en 
len bey ihme die Wahl (teet, alternative agiren müffe: teiwiderden 
Sie entweder auszuſteuren, oder aber zu ehelichen; dann rin, 
wann fie nur eines davon begehrt, v. gr. (ie zu dotiren, naivesgien 
— Be. fan muß; Sie 


114 Don der Obligation des Stupratoris &c 
sott pbet EEE EEE IN WR TREAT Ee ES nde TE 7 — * 
zu heytras Fan fie mit Der Exceptione plus petitionis repellirt 
tben, nf werden di coe 
ſtehet ihr eh 
dieExceptio G. 55. Inſtit. de allion. Leyler. meditat, ad ff. Specim. $83. 


lus petitio=- . 


S rbod, ſm⸗Jedoch finder dieſes nur alsdann ſtatt, warn die Geſchwaͤch⸗ 
det oes FE Fregwillig Das eine membrum petitionis auslafiet, und 
flatı, wann entweder bie Ausſteurung allein , ober aber bie Ehe allein 
fomir begehrt; bann mann ohne ihr Verfhulden bie Sache da. 
frennilig in gekommen , daß fie tie Ehe nicht mehr fordern, mit: 
eine bin alfo alternative niht agiren Fan, wann nemlichen der 
freue alein, Stuprator bald nad) bem Stupro fid) verhenrathet, oder 
ber bie ſich erklärt, bie Geſchwaͤchte zu ehelichen, der Geſchwaͤch⸗ 
begehrr. ten Water aber ſolches nicht zugeben will; alsdann wird 
Nicht an die Klage ſchlechterdings auf bie dotation angeftelit. | 
ade da Leyfer. meditat. ad ff. Specim. 533, meditat. 3. 4. 5.© 6. 

ip E Me pp epo san 
aufdie be kei achten ſtehe upratori uH 
qot o menben freyen Wahl / mur auf eim Stuck alleine zu drin 
Sia t ‚can gen A er is M uns j nöthigen, (id 

ud nicht mit ber Geſchwaͤchten oder Geſchwaͤngerten copuliten zw. 

einmal Die 2 d 

Oßrigreie laſſen; : is 9x5 

den Stupra- Bardil. e Satisfacf. fPuprat. cap. 2.mum. 22. Carpzov. Fprud 
fehlechter, Confift. lib. 2. def. 228. Mev. ad Tus Lubec. part. 4, tit. ^ 
dings nöthtr art. 5. num. 3, Schöpf, vol. 1. decif. 33. num. 9. ? 


der ew gefchichet es aber de fa&o, und bie Obrigkeit láffet ben 
fimióte Stupratorem wider feinen Willen mit der Geſchwaͤchten 
quiim. Copuliten, fo mag bie Ehe nicht beftehen, fondern ift vor 
Gefhiehet, null und unkraͤfftig zu halten, ess 

fatio, [o i Schöpf. decif: 33. zum. 9. L. B, de Lyncker. deci. 1362, 
tu neun: e Sttyk. ip ufu mod. ad ff. tit. ad Leg. Jul. de adult. S. 20, 
Tüfüg. Und alfo hatdie Löbl. Juriſten acultaͤt zu Attdorff den 
— 23, Septembr, A. 1732. geſprochen: verb, Ob zwar om 
ium - dn : | enen 


— — 


— 


Des erſten Buchs / vierdtes Capitel. 115 
denen göttlichen Rechten der Stupraror ſchuldig, bie von 
ihme geſchwaͤcht und zu Fall gebrachte nicht nur allein aus 
zufteuen, fondern auch anben felbige zu heyrathen, r 
Exod. XXI. 16, & Deuteron, XXII. verf. 28. & 29. 
unb diefes ohne Unterfähied , e8 mag gleich zwifchen beeden 
ein Eheverfprechen vorgeaangen ſeyn oder nicht, weilen 
biefe textus generaliter reden , und alſo aud) generaliter 
& fine diftin&ione zu ver(tebeng — | aes 
Dedekenn. coz/Z, Theolog. vol. 3- lib. 2. Sect, 4. NUM. 2I. 
. Bardil. differtat. de Satzsfaét. fluprat, cap.2.num.9. — 
idque ad refraenandos libidinofos concubitus, & ad repa. 
randam l&fionem, qua ſtupratæ contigit, ; 
Bardil. Z. cap. 2.num, 9. ; 
womit auch 2) bad Jus Canonicum ex affe übereinftimmet, 
allıwo ber Pontifex in cap. 1. X. de adulter. die 2Gerorbning 
bafi gemacht, quod is, qui feduxerit virginem, dor- 
mieritque cum ea, dotare eam & habere uxorem tenea- 
tur; fi vero pater Virginis dare eam noluetit, reddat pe- 
€uniam juxta modum dotis ,. quam Virgines accipere cori- 
fueverünt; unde'Legem Mofaicam Exod. XXII. canoniſat 
tam a Pontifice & in Decretales relatam tradie‘ 110.0; 07 
/- Henric. Wagnereck. comment. ad Tus Canon. add. cap. Y, 
— ' add. Jul. Clar. pracf. crimi bb: 5. $. füuprum. mum. 3. 
.Mev. d Jus Lubecenf, part. 4. tit. 5. art.I.mum.2. 7 
im Sall aber 3) da einer — obligirt ift "bie 
dmpreegnatam zu heyrathen, Derfelbe allerdings zu Volk 
‚ziehung der Ehe angehalten werden mag, ita, ut vel car- 
cere ad id adigi, & (i in contumacia perfeveret, invitus 
per Miniftrum Ecclefie copulari queat —-. 
cap. 30. X. de Sponfalib. Carpzov. Fprud. Confffler. lil, 2. def, 
135. Lauterbach. €o/eg. tbeoret: prad, tit. de Sponjalib. 


[o ps3 &, fi 














116 Don der Obligation des Stupratoris c. 




















&, fipoft benedi&ionem facerdotalem, vel concubitum 
aufugiat, imprzgnata una cum partu fuo in bona abfen- 

tis fugitivi & contumacis immittatur pro alimentis ; 
Carpzov. 4. Jib. 2. def. 136. L. B. de Lynker. refo/st. 169. 
& 321. | 


ſolchemnach es das Anſehen gewinnen möchte, als ob bie 
mit dem Titio und der Sempronia vorgenommene Priefter; 
liche Copulation, in alle Wege für. gültig und kraͤfftig zu 
Halten, und zwar um fo mehrers, ald 4) bie Sempronia 
ihren Anfuͤhren nad), fub fpe & promiflione matrimonii 
ad concubitum von Dem Titio verleitet worden; quiahac 
ratione verum adeft matrimonium, illegitimum moribus 
noftris, quia deficit benedi&io facerdotalis, quod necef- 
fario in favorem liberorum faciendum legitimum; ; 
' Gerhard. de Gonjugio tom. 7. $. 152. Carpzov, 7prad. Con- 
co fff. lib. 2. def. 142. 6. 135. Lauterbach. 4, tit. $. 34. 
alldieweilen aber. 1) bie angebliche Eheverforechung im aee 
zinaften nicht erwieſen; ein Stuprator aber 2) (i matrimo-. 
nium ftupratz non promifit, heutiges Tages ‚nad allge 
meiner Praxi, nicht: mehr verbunden, bie impregnaram 
auszufteuren , und zugleich zu heyrathen „ fondern feiner 
frepen Willführ übertaffen.bleibet, welches von beeden er 
ertoehlen, mithin ob er bie Geſchwaͤchte dotiren ober ehe, 
lichen wileee IN 
Stryk. in ufu modern: ad ff. tit. ad Leg. Tul. de adulter. $. 20, 
Carpzov. 7prud. Cenfiffor. lib. 1, def. 229. Bardil. aiffertat. 
de Satisfatd, Stuprat. cap. 2. num. 15. 21. 
Dahero 3) in der Obrigkeit Macht nicht ſtehet, ben Stu. 
pratorem ſo fehlechterdings zu zwingen, fid) mit ber im- 
pregnata pracife copuliren zu laffen; ne invitus quis du- 
cere cogatur uxorem, quam odit, _ | 
Damhouder. prax, Crimin.cap.92,#um. 6. Bardil. d. cap.2. 
UNES pur. 


DDSes erſten Buchs / vierdtes Capite. . 117 
sum. 22. Stryk. ze ufu modern. ad ff. tit. ad Eeg. ful. de 
Adulter. $. 20. Mev. ad fus. Lubec. d. art. 5. num. 3. 
Schöpf. decif- 33. num. 9. —— | 

Hingegen 4) in gegenwärtigen Cafu ber Titius, ohnge⸗ 
achtet e8 an der promiffione matrimoniali allhier erman» 




















git, nolens volens gefrauet worden, inbeme man ifi, - 


a er fi zum heyrathen nicht bequemen wollen, nad 
Yusweiß bet Specie facti, erfilid) 3. Tage lang, ben der 


| — Winter Kaͤlt in den Thurn geſteckt, von dar in das 


cht⸗ Hauß gebracht und 3. Wochen daſelbſt ſitzen laſſen 
und endlich durch 2. Manner in des Stadt: Pfarrers Hau 
geführet, nnd wider feinen Willen alldort copulirt; Hier 


nechſt aber 5) aus denen Rechten mehr als zumol befannt, 


daß das matrimonium , fo vimetuque contrahirt worden, 


Pi jure null und nichtig fepe, und gar Feiner Scheidung, 


fenbern nur einer bfoffen Odrigfeitliyen Declaration, über 

- beffen Nichtigkeit , bebórffe; idque propter liberrimum 
confenfum, qui omnino in hoc negotio requiritur ; 

eap. cum locum. 14. X. de Spoufalib. Carpzov. 7prud. Conſſt. 


lib. 2. def. 27. L. B. de Lynker. decif. 1362. Stryk, sr. 


de difenf. Jpon[alit. Sect. s. S. 55- Re 
» quam conclufionem divis? & bumani Juris: effe, illamque 
& Theologos & JCtos approbare, teftatur 


(o0 Conffi. bb. 2. def. 55. mum. 8. 


Beuft. zr. de Matrimon. part. 2. cap, 44. & Carpzov. 7prud.. 


fo ergiebt fich hieraus altenthalben fo viel, daß biefe gang 


inrechtmäßig vorgenommene Copulation , ba sumalen der 
Titius fid) foaleid) nach der Trauung von der Sempronia 
hinweg begeben, und fie niemalen für fein Weib: erfannt 


und cra&irt , denen Rechten nad) für null und put 
laſſen, 


halten, aud) Dem Titio (id) mit deySejacopuliren zu 
in alle Wege gu verſtatten. 


$. 5. 


* 


118 Von der Obligation des Stupratoris &c. 


u Zu diefer "m u en 
re : "Ss. x 


ficte zu Zu diefer Obligatione alternativa; entweder die Ge 


en (bwächte zu heyrathen / oder auszuffeuern/ if 1)0et 
feuern, it Stupracor indiftin&e verbunden, cs mag gleich eine 
ber Supra Schwängerung vorhanden feyn/ oder nicbt. — | 


den, wann , Bardil. difertat. de Satisf atf. Stuprat. cap. 3. membr. 2. num. 




















leid) E 
ne d 7. 68 8. Farinic. prax, Crim. quaft. 147. num. 73. L B. 
zung vota ⸗ de Lynker. decif 1000. pag. 494. - 


banden. 

3ubemso. Dann das Stuprum iff nichts anders, a eine. Gidmb 
prosit oer hung einer ehrlichen Wittib oder Sungfer/ und ift 
flat bin, Die immilfio feminis und Schwängerung hierzu _gar nicht 
längih, erforderlich, fonbern der bloſſe Congrelf und Beyſchlaff 
Bit aber machet das Stuprum fid) vollfiommen. 


bit imruiffio 
v wins — Lugo de 7zuf. & Tar. dif putat. 12. Sed. 1. un. 1r, L.B. 
. . de Lynker, ci. deciſ. 


o Jedoch wird aus dem Congret die o coe 


bem Con- præſumirt. 


teffimmif- 


o (emm ^ Mafcatd. de: probat. — 732. Hum. 7. 
præſumirt. 


Wannen Dahero wann jemand des Beyſchlaffes zwar getandig, 
des ey führet aber batben an, e8 fepe der Concubitus nicht. con- 
oa Pato /"tmirt, und die immiffio feminis und Schwängerung — 
dig, die im- Nicht erfolgt, (o iff ex nichts beftoweniaer ber Geſchwaͤch⸗ 
guiannn SUCH, Satisfation zu geben, und b C entweder zu ehelichen 
segirt, mug oder ZU dotiren gehalten. 
$e. Farinac. prax. Crim. queft. 147. 2um.73. L. B. de Lynker 
T bae 
Satisfa&ion » Und: alſo hat der Schoͤpffen Stuhl zu Jena⸗ menf. 
geben. Febr. A, 1690. in caufa Yalerä, nach Quedlinburg, ge⸗ 
: ern ſprochen. verb. Valerius iff zwar des Congreffus nicht ab; 
— d , €8 ſeye aber der Concubitus nicht 
| oder 


"Des erſten Buchs, / vierdtes | Capite, 119 


oder die immiífio feminis nicht gefchehen, a aud Babe erife 
bie Ehe nicht verſprochen. Nachdeme aber der Concubi- - 
tus oder copula carnalıs dag Stuprum an fib vollkommen 
made 7. eftque f'uprum injuriofa virginis defloratio ; ; 


‚ Lugo e 7. diputat. 12. Secf. 1. mum. II. 


alfo , dag die immiffio feminis darzu nicht erfordert wird 
welche jedoch ex congreflu praefumitt werden mags. Be ir STRE 
niam cauía iftam praefumendi fubeft; | 


i Ber: cap. 16. X. de teflib. ibis quia. utrumque P — 

. Mafcard. concl. 732. num. 7. Menoch, 4b. 1, ——— 
à eap. 23. E 
atque geftum quid effe, fic, licet —— geftum 
fuerit, in obícuro fit. 


‚Cravetta.confl, 219, num. 13. VE [ m 


Dahero der Valerius der Drufilla d nur wegen ve Cons. 
greflus, Satisfattion zu geben ſchuldig, quoniamillifemi- - 
na pudicitiam: ademit, ſuaque .prava: €oncupifcentia fe- - 
,Cit, ut virtutem ea. depofuerit, qua quapa | mazime e 
Ae feminas, indeque indigna reddita fuerit 5. 


cap. d. X. dar aduer: n árinac. dev Crini quaft, 147. 
um. 73. ls 

So iſt ꝛc. vind 

. Eine gang andere BSefaffenheit aber hat es, wann es nur aAnderen vers 

ein ftuprum wrertarun, und die Cade nod) nicht adsit es (ig 

^a&um proximum afoinmer ; bam eine folibe Weibs: Per. $5.7 

Ma darff ber Stuprátor weder dotirea nod beptatben, Siertato; t 


. 1. X. de adulter, Berlich. part. 5. cozcl. 39. num. 70; lere Teo 


Bardil. differt. de Satisf ach. Auprat Cap, 3. membr. 2. pum. fobn,barf 
e ‘Farinac, prax Crimiguefl. 147 num. 73. 7. ee 
teilen ibr nod) nichts benommen worden und alfo ver; udi d 
glia auf eine Wiederſetzung = verlohrnen — und 
Keu 


2 











120 : Yon der Olligation des Stupratoris & € 


DE A E M pn 
ne flatt ji mag mum gleich der Stuprator wegen natürlicher 
Stuprator Untuͤchtigkeit, oder Darzukommung der Leute, oder fom 
tiger» (fen'an Der Volibringung verhindert worden feyn , inbeme 
tipa ſchon aenua, bag das Werck noch nidjt ad actum proxi- 
desde "^ Berlich. cit.loc. Richter. decif 88. zum. 29. 


iet Noch weniger aber ift eine Manns: Perfohn zu einiger Sa- 
sce E epe wann er mit einer Welibs Perſohn 
qoo md ſehr familiare umgegangen , und dieſe dardurch wegen ge» : 
OE Beyſchlaffes mit demfelben , fidy verdächtig ae 
Et m. >> ind Darürc eine Tale, Biäme (1) zugeg0ßeR > 
gi nes daß niemand fo leichtlich (ie mehr heyrathen werde. 


xA aC et a Je 
fam — Leff de 7. & 7. 4b. 2. cap: 10: quæſt d mms. Bardıl. a. 





gen) und die m ap. 3. membr. 3. mum.\10 >. Ub ^ IRRE S. 
dardurch we⸗ — I euo 

Beers Gleichwie aud) nicht hinlaͤnglich wann ſemand ſich qe 

dee been er bie oder jene beſchlaffen habe; bonn obzwar 
felben uid) Hera.” lchen diffamirten Berfohn die a&ioinjurisrum wider 
Momsse inet ſolchen diffamitten Perſoh w^ mer Richter aud) bete 
made Den diffamantenzü ftatten kommt ; der Richter au | 
Bo ihnen fefpert ex oflicio nachdruͤcklich betreffen Fan, gleichwie aud) 
im. Derienige zu Deftraffem , welcher eine Wittib ober Jungfer 
baten obi ri zu dem Beyſchlaff zu verfeitem geſuchet, fo ift Dod» der 
awe iRdiffamant, oder ber, welcher einer ünzucht zummthet, 
Saturn weder zu einer Aus ſteurung nod) zu ber Ehe aehalten, wei⸗ 
queso [eg mam wow ſolchen Derfohnen nicht [agen Fan, ne tie 
ER are Saar 
a 0 er "ot et >> wir A r Via di pov v2 " s i . Li in ER 
Eee nzOv.prax.Crimin.guafl.96. mum. 6. Sande decif. Frifie. 
dardey von RT arpzov. pra i im 1 T Pd sl... o0.:;. & 7. FAL. CA 

am 0 Db 5. 26. Sodef 5: Bardil; de Satisfact. fInprat. eap. 3. 
BR ^3 membr. 2. DIM. XXe [Egger E 4 id B atn “a 1 | ! m, 


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Des erſten Buchs / vierdtes fapite. — xor 
— 


Ferner liegt dem Stupratori ob, bie Geſchwaͤchte ent- nymusta 
weder zu ehelichen, ober aber auszuſteuren, wann gleich Stuprator 
II.) die Schwächung gewaltthätiger Weiß wäre aus: Kuniar 
geuͤbet worden. | heyrathen 

Hartm. Piftor. Obfervat. 161. sn fin, Bardil. dif. de Sati- M 
o fall. fluprat. cap. 3. membr. 2. num. 35.234. Brunne- fr old | . 
— mann, 7. Ecclef. lib. 2. cap. 18. $. 27. ibique Stryk. i» pb: | 
addit. ad verb. addimus interdum. à ^ Rex. > 
Erwehlt ec nun oie 2fueffeurung/ fo Fan an ihm nichts Srwehlt er 
beftomeniaer annod) die Todes Straffe, welcheordentlicher die Xusiien- 
eife auf die Nothzuche gefehet, vollzogen, oder, wann iger 
Umftändeconcurriren,die diegebens Straffe mitigiten ber: niotsdefon 
felbe mit einer aufferordentlichen Strafe belegt werden. — ange ent. 
Bardil, d. cap. 3. membr. 2. num. 36. feq. -'  pber nad) 
. Dahn obzwar Carpzovius dafuͤr halten will, als wÄreder sur ta 
- Stuprator weder zu der dotation nod) zur Ehe verbunden, b«retratie 
| — er mit der Lebens: oder einer Leibes Strafe belegt ^9" 
wird; | | er 
‚prax. Crimin. quafl. 68. num, 62. fea. 


So ift bod) das contrarium denen Rechten und der Billich⸗ 
fcit gemäßer , indeme anfonjten diejenige , welche mit Ge 
- walt fuprirt worden, fchlimmer daran wäre , als die, 
welche dag Stuprum freymillig erlitten; bann ed concur- 
xirt allhier ein Dovpelte8 Intereffe, dag Intereffe publicum, 
fo in ber Beftraffung diefes Verbrechens beftebet , und das 
Interefle privarum, nemlich bie Satisfattion der Geſchwaͤch⸗ 
ten, ſolchemnach billich und nöthig, daß einem jeden ein 
. Genitaen geleiftet werde. Dahero der Schöpften: Stuhl. 
zu Leipzig dem Nothzüchtiger, bie fuftigation zu erkannt, 
unb ihme darnebſt entweder bie Geſchwaͤchte zu dotirn oder. 
zu heyrathen auferlegt, hifce — "bag berStupra- 
| | RR — | tor, 


122. Von der obligation des Stupratoris, Ec. 


tor, auf den Fall, ba er fie nicht ehelichen, fondern allei- 
ne beftatten würde, aus Nichterlichen Amt zur Stauppen 
seelagen, und verwiefen werden möchte; wie folches be» 
zeuge | e 
kietet er  Hartm. Piftor. Obfervat. 161, in fin. 


fi abe ie Erbietet er fid) aber bie Genothzuͤchtigte zu heyrathen, 
UND diefe confentirt darein, fo wird zwar favore marri- 
then, und monii , bie Lebens Straffeerlaffen, umb eine andere auffer- 
bie con ordentliche, nad) Befindung der Umſtaͤnde, dem Stupra- 
ſentirt ^ar . HALE 
ein, iomiro tori andittirt, wl | 
RE Brunnemann. 7. Ecclefiafl. lib. 2. cap. 18. S. 27. ibique : 
hoffen, und Stryk. in addu. ad verba: addidimus interdum, Carpz. - 
in eine ane prax. Crim. quafl. 7 5. num. 65. Berlich. part. 5. couch. 41. 
MIS , pum.$1. Bardil. de fatzsfact. fluprat. cap. 3. membr. 6. 
verwandelt‘ · mum. 13: 14. /eqq.. Beſiehe unten den 11.5. des nach⸗ 
folgenden 13, Espitels, E quo | 
Dann man muf allhier nicht unbilli ber mit Gewalt ge⸗ 
ſchwaͤchten ‘Perfohn favorifiren, damit das burd) das ge⸗ 
. fvaltfame Stuprum ihr. zugefügte Unrecht, Durd) bie fer 
nachfolgende Ehe möchte compenfirt werden; und ba ei⸗ 
nem Entführer in Anfehung der Ehe die Lebens: Straffe 
erlaffen wird, fo it ſolche aud) in bem ftupro violento dem 
Stupratori zu erlaffen. als DE. 
Carpzov. & Berlich. cit. loc. Farinac. prax. Crim. quæſi- 
147. num, 26. — d 
Refpon- „ Und alfo hat die Löbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Franck⸗ 
im rth ben 4 Septee br. A. 1675. geſprochen. verb. Im Sall 
fie nun die Nothzüchtigung zugeſtehen würde, iffinquifitus 
Deshalb mit bem Schmerd vom Leben zum Tod zu brinaens . 
es wollte dann D. R. ion zur Ehe nehmen, auf weldem 
Gall Inquifito zwar die Lebens: Straffe zu erlaffen; er iſt 
aber dannoch auf 10. Jahr ber Stadt: Gerichte zu verwei⸗ 
fen, und IE D. K. ihme zu folgen fhuldig, — 











/; Inglei⸗ 


Des erffen Buchs / vierbtes Capitel, 123 
Inngleichen eben oiefe Facstát ben 6. Junii A, 1681. ad Relpon? 
requifitionem $. C. de M. verb. £59 nun zwar auf folde fum il. 
Nothzuͤchtigung bie Lebens Straffe ſchlechterdings aefegt ; 
per Conſtit. Crim. art, 319, Matth. Stephan. «a. 4. art. 
immo. | 
meldyes auch in foldyem Sall fatt findet, wann ein Weib 
durch Gewehr, oder andere gewaltfame Bedranungen ges 
noͤthiget wird, in bie Unzucht zu confentiren; pis 
Carpzov. prax. Crim, quæſt 75. num. 11. 
qud) oie Rechte nirgend biefen Sall, vonder Lebens Straf⸗ 
fe eximiren, warn die Öenothzüchtigte ben Gewaltthäter 
beprathben wollte; — —— 5 1 gi ved 
. Weil aber bannod) die geifkliche Rechte inter raptorem 
& raptam die Ehe zulaffen, fi rapta extra raptoris potefta- 
tem, in loco libero conftituta in matrimonium confentiat : 
cap. ult. X. de raptor. Sanchez, de matrim. lib. 7. difput, 12, 
NUM. 24. | 
welche difpofitio Juris Canonici nicht allein in terris Eccle- 
fie, fonbern aud) in terris Imperii recipitt, hes 
. Fatinac. prax. Crim. quaft. 145. num. 19. ^W 
inter raptam vero & vi ftupratam einerley ratio verfirt, 
. Leff. de 7. & 7. lb. 4. cap. 3. dulit. 9. num. 66. 
Dahero a raptu ad Auprum violentum, tanquam minus 





- grave, dergeftalt concludirt werden Fan, daß, teil einem 


Entführer propter matrimonium, die Lebens-Straffe ers 
ulis wird, fold)e Erlaffung aud)in ftupro violento (tatt 
noe — 


arg. illorum, qua tradit Farinae. quaß. 147. num. 26. 
mie dann foldye Meinung beweifen —— na 
. Carpzov. prax. Crim. quafl. 75. num. 65. Berlich, part. sn - 
concl. 41, num. $1. N yb sb n 
! | S M em DA 


124. Don der Obligation des Stupratoris £c, 


So halten wir dafuͤr, bag Ungeklagter bey ſo bewandten 
Saden, mit bec Lebens Straffe zu verſchonen; in Erwaͤ⸗ 
gung aber, Dag bie interceflio der gefchandeten Perſohn 
nur favorematrimonii zugelaffen, Damit er mitder Lebens: 
Straffe verfchonet werden möge, er aber dennoch von bec 
arbitrairen Straffe nicht befrepet feyn Fan; fo iff der An: 











geklagte wegen folchen Verbrechens , von einer Compagnie — 


Soldaten mit Spig-Ruthen su fauen , und fechsinal burd) 
zu lauffen ſchuldig. V. R. W. o. | 


$, 7. , 
m) Iſtder TIL) Iſt ber Stuprator bie Geſchwaͤchte entweder zu 


wee ehelichen oder zu dotirn verpflichtet, wann gleich ſolche 
fómábte von einem andern zu vorhero allſchon iff. geſchwaͤchet 
een worden, | 

Pe 


A m * Wernher. gelect. Obfervat. forenf. vol. 5. Olfervat, 135. 


fie ed Dann da eine Wittid, wann fie iff zu Fall gefommen, 
andern aj, und der Stuprator fie nicht heyrathen will , bie Ausſteur 
ihon ge fordern fan, fo.muß eben dieles, weilen einerley Urſach 
fomir vorhanden, aud) bep derienigen Derfohn , die ein anderer 
nei, bon befchlaften , ftatt finden ; wie Damm alfo die Loͤbl. 
um Juriſten⸗ Faculeät zu VOittemberg / menf. Januar. A, 
— 1721.ad requiſitionem des Amts Schweinig in cauſa Eva 
Baldingin/ contra Chriſtian Pancrazen / geſprochen. 

verb. Daß Beklagter feines Zinwendens ohngehin⸗ 

bert/ in Anſehung / daß das Anführen/ daß Aldge: 

rin bereits vorhero geſchwaͤngert worden / und er da⸗ 

hero ad dotationem nicht verbunden/ in Denen Rechten/ 

ibme nicht zu ſtatten kommt / Blägerin zu ehelichen / 

oder mit 20. fl. zu detiren/ ſchuldig. V. R. W. 

Velche Alleine wir halten dafür, es koͤnne der Stuprator in bie: 
aremung ſem Fall, mit Recht nicht gezwungen werden, daß er eine 
ex felipe Perfohn heyrathe, ober aber ausſteure, ul 
Ale: . v — ' , er 


Des erfien Buchs/ vierdtes Capitel. 12$ 


der Schwaͤchung erfordert wird, daß bie zu Sall gebrady — 
te Deriohn noch eine Jungfer oder ehrlicy und unberuͤchtig⸗ 
te Wittib fepe; mm fan man aber von einer Gefchändeten 
nicht fagen, daß fie nod) eine reine Syunafer oder erbare 
Wittib , zu bet Seit, da fie mit dem andern Stupratore zu 
thun gehabt, aemefen. Wo nun diefe qualicät nicht vor; 
handen, da i(f eigentlich FeinStuprum , mithin ceflirt aud) 
die anfonften Denen. Stupratoribus obliegende Verbindlich, 
keit bie Geſchwaͤchte zu Depratben , oder auszuſteuren. 
Und diefer Meinung find Die mehriften Rechts Lehrere zu» 
aetfan , und wird in Denen Berichten toto die barnad) ae 
fedes. o2 jd 
Berlich. part. 5. concl. 33. zum. 72. Jul, Clar. lib. $. recept. 
| fenteut. S. fluprum. num. 3. Bardil. de Satisfact. fluprat, 
eap. 3. membr. 7, num. 6. Carpzov. prax. Crim. quaft. 69» 
‚zum. 76. feqq. & in Jprud. Coufift. lib.2. def,233. num. 4, 


IV.) Muß ber Stuprator die Geſchwaͤchte ehelichen oder vo sug 
ausſteuren, fie mag num gleich nod) eine Jungfer ober der ne 
"aber eine Wittib ſeyn / weilen, wie wir öfters ange: fomidre 
fübrt, biefe Straffe auf dad Stuprum geſetzet, nun wird dositn,Dder 
aber das Stuprum eben fo wol gegen eine Wittib, aldeine du den 
Jungfer ausgeuͤbet. | | ei. nu 
- per text, expreff. in $. 4. Inflit. de pull. judic, E. 101. ff. de Las 
V. S. Lauterbach. Coleg, theor. prat. ad ff. tit, ad Leg, 
Jul. de adulter. S. 44. Stryk. uf. mod. ad ff. tit. eod. $.20. 
Carpzov. prax. Cris. quaff. 68. mum.23. fegg. Bardil. 4e. 
fatisfact. fluprat. cap. 3. membr. 3. mum. 7.& 16. — 


VD Iſt ber Stuprator die Geſchwaͤchte zu heyrathen ober a 
zu dotitit gehalten, er mag fie gleich durdy Schmeiche: die 6e 
leyen/ Beredungen, Bitten, Sieben, DVerforechungen, n more 
Geſchencke, u elung, und andere Bekrügerenen und the ver» 
Liſt, zu feinem Willen verleitet z oder ſie ſelbſten frey magm ^ 
un T à » A "illit eld durch 


126 Dott der obligation des Stupratoris &c. 





Echmeiche⸗ willig in den Bepfchlaff gewilliget haben; bam die - 
ua Rechte legen dem Stupratori entweder die Ehe oder bie 
Bereduns Ausſteur auf, unb machen darbey feinen Unterſchied, ob - 
gin in er Die Gefchwächte verführt worden (ene. oder nicht, babero 
perleiter, auch fine autoritate legis, nichts widriges zu ftaruirn. 


Mind. —— Bardil. de Satisfact. fluprat. cap. 3. membr. 2. num. 25. feqq. 


frepteillig & sum. 27. Harpprecht. ad S. 4. Infit. de Publ. judie. 
d j num. 96, Berlich. part. 5. concl. 38. sum. 27, Carpzov. 


haben, to pras. Crimin. quæſt. 63. num. 27. ſeqq. | 
2 f sib 0:9; 1 doi gilles pee 
VijRwj VI) Iſt betStüprator bie Geſchwaͤchte zu heyrathen, 


xd ve Oder aber auszufteurn verbunden, fie mag gleich reich 
fbmádte ‚Oder arm/ edel ober unedel und von fchlechten und 
eom, geringen Herkommen feyn/ wann fie (id) nur mol unb 
flm, fie erbar auffuͤhret, und feine Hur abgiebt. 


oia . Bajard. im addit, ad Jul, Clar. Ab. 5. receptar. fentent. S. 


edel oder . —. fAuprum. verf. quod tamen. . Berlich. part. 5. concl. 38. 

peris coo mum. 77. Bardil, de Satzsf act. feuprat. cap. 3. membr. 3. 

Sefom- > #um.21./eag.- Carpzov.prax, Crim.quefl.68. mum. 53.feqq» 

men FH Die Geſchwaͤchte benen diefe Satistattion gebühret, müß 

à fen entweder ehrliche und unberüdtiate Wittben , ‚oder 

Jungfern ſeyn; wodurch nicht fo wol die Condition, Ge: 

. burt, Herkommen unb. familie, fonbetn vielmehr die Er⸗ 

barkeit und Befchaffenheit der Sitten angedeutet wird, 

und alſo auch eine Fungfer ober Wittid von geringen unb 
ſchlechten Stand darunter mit begriffen if; maſſen nicht 

.., Wut die reihe und vornehme , fondern auch bie arme, 

— Eee geringe Weibs : Perfohnen , erbar und efr» 
uu MO TIO, 7 (BG Bat a NER iron 


dal 
Ay 


wu. arg. L.. 7. Cod. de incefl. nupt. Mev. ad 7us Lubec. part. 4. 
d tit. $. art, 2 num, $. Carpzov, cit. quaft, 68. mum. ST. 


; 3 pu ’ "i Befiche Qben oen 6,8 49 4. : pit els. P ow d $ 
Ex | .. aud 


KS ^ 


Des erſten Buchs) vierdtes Capite, 127 


aud) fo lange vor ehrlich und erbar gehalten werden, bif 
der Stuprator ein anders gehörig erroiefen und Dargethan, 
teilen unter denen Armen und Geringen, wann ffe nur 
erbar fid aufführen, und unter denen Reichen und Bor 
nehmen, Fein Unterſchied, und beeden ein gleiches Recht 
gebuͤhret. Ur 
Carpzov. prax. Crimin. quefl. 68. num. 82. Bardil. cir. 
— sembr. 3. num. 21. 


Dahero, wer eine Wittib ober Funafer oon geringen Her- Wer eine 
kommen, oder eine Magd, weſche einem andern um Soft gen pus 
und Lohn dienet, oder eine Wirth: Köchin, ober eine, kommen, 
die denen Studenten aufmartet , oder eine Studenten ya ene 
Wäfherin, zu Sall gebracht hat, der muß, wann er eine 
glei) ein Edelmann wäre, foldye entweder heyrathen, oder Zins 
aber ausfteuren. — | a A een, 
'- Bajatd. «d 7ul. Clar. lib. 5. recept. fenteut. $. fluprum. num. dd he 
27. vetf. fed quidquid. Mev. ad Tus Lubec. part. 4. tit. 5. eet dn 
art. 2. num. 8. Carpzov. prax. Crim. queft. 68. num. 59. E e 
. Bardil. 4e Satisfacf. ffnprat. cap. 3. membr, 3. rum. 22. CEDE LN. 
Und alfo hat der Schöpffen:Stuhl su £eipsig/ menf. Refpon- 
. Febr. 1602. ad requifitionem M, S. gefprochen, verb. So fum I. 
ſeyd ihr fie aud), ohngeachtet fie ihren Bericht nad), von 
ihrem Vater nichts zu gewarten, auf Richterliche Ermaße 
Bu ihren Stand und Herlommen nad), woferne ihr 
fe zu ehelichen nicht gemeint, zu dotirn ſchuldig. IN 
| &nnfeichen eben diefer Schöpfer, Stuhlmenf, OGobr. Repon- 
A. 1629. in dem cafa, da cin junger Edelmann eine fum IL 
Magd fuprict hatte / verb. Hat N.N. befannt, Daß er 
mit der verhaffteten M. S. fleifiplichen zugehalten , und bie 
felbe beſchlaffen, welches bie Verhaffte gleichfalls geftan- 
ben, immaffen fie aud) gefebwängert worden, und eines — 
toden Kindes genefen; So ift N. N. bie geſchwaͤngerte N. 
AN, moferne er (ie zu ehelichen — , Wit € 
| / otirn 








bulbis , und wird hierüber feiner Berbrechung we⸗ 

















dotirn fij * A : 

sen, 24. Tage lang. mit Hp nec ibi er 
ve — RUNE ar lige er ich gleich von 
ber Seupre” tirn oder. au ehelichen. ee 
S" Der befibalbigten finire und Bawallthäcisti, ieer ben 
benan, Yen Stupro außgelibet haben folle, vermittelo Jeibeo ober 
manner it Der auertannten rortur purgirt / Wb folder geitälten yon 
diuo on dar Aufdie LLotbzucht gefegten Gteaffe i ablolvirt wor: 
Mun. DEN 5, Denn berStuprator ift pt zweperley obligitt (SA 
ij^ tic er Obrigfeitlichen Befktaffung wegen des begangenen Stupri, 
lez, bie er Obrigkeitlichen Betr der Geſchwaͤchten⸗ ſie entweder 
d atre 2) ME Prövas Satisfadtion ber Ge Wann nun dieid) vorfom 
meist In. git heyrathen oder audgufteurn. Wa A d Ini 
geuͤbet, eid 07 Ira, qut $ ; ad Die Beilraffung, quoa nier 
dg. Pe body tar el cnet 
xx pu. ee publicum cetlitt, fo hört bod) Intereffe publico gang 
site fel privat Satisfadtiom ». ſo von Der Inrere vafelben niht2 
9^. feparitt ift, nicht auf, fonberm es bleibt Derfelben nichts 
—— AQUA enontinem ,- ice Civi ftfage zu Erlangung 

deſtowenige ds ffewegen ber doration oder Vollziehung 

Los grece Stupratorem fernermeit anzuftellen. — 
Siem on neo due Ming ER NIE s | 


e 


fecdi w^ Die biffero gerneibte CDab 1 — Qr 
2! "n oc 4 : y | eti $ ! Ado Edid TEST 3 7f r3 
Br Qu do- fbwächte zu m ben cefliret in verfihiedenen Fällen, 
icd ra an DEREN UU TUO DemsStuprators 
X pulp coss depen deca E 
Denen Tale. 25 7 5.0 den praßandis „ und zroar enit €t, BET auf oie 
1.) Bann, imeumbivenden pref uf die Ausfleurung allein, ſchlechter⸗ 
bei epr- sehe allein / oder aber auf oic Ausfleurung ae 
tot TIPO fee abero , wann 1.) der Scuprater in der 
ind$ agien fam. Dahero, warn I.) ee 
—— p: suft(bentéit Wahl fid aumſeelig erzeigt, ſo macht h 
send der Wahl dardurch veruflig. 1.0.0. ] 
Pi ds i Berger. im Oecen. Fur. lb. 3, bit. 3T. 8. 3 PO qoae — 
—— a ride ui 
— ternative auferlegt worden, bie Geſchwaͤchte ente ic 


| Dies etffen Buchs / vierdtes Capitel. — 129 
béyratben/ oder zu dosien / ſolches aud) in rem judi£a- in Bep d 
tam erwachfen, unb biefec bie Ausſteurung erwehlt fo penat. 
wird alsdann auf Anſuchung ber Geſchwaͤchten, ein cermin Gute fig. 
wr Auszahlung bes Heyrath Guts, bem Stupratori an Hu 
eraumt; Wann mim die er verfloffen „und der Stupratbr kaner u .; 
hernachmalen praetanda nicht praettirt; fan er , weilen er Bouttbun 
ſelbſten in mora; zur Dollziehung Der he ſchlechter⸗ fobledter: 
dings angehalten werden. E oup 
Wernher. is Eutinciát. fori hod. part. 2, Enunciat, 36440; (Dt 











Und alfo hat die Loͤbl. Juriſten⸗ Facultaͤt zu Wittem⸗Reſpon- 
berg/ mené Febr, A, 1724, ad Interrogationem N.N, gẽ ſum. 
fotod)en. verb. Ob wol dem Srupratori bie Wahl zufte: 

het, ob er bie Stupratam zuheyrathen, ober mit DeraJu-- 

dice determinirten Summa auszuſtatten gefonnen fepes 
bannod) aber und Dieweil berScuprator bie eletticnem cum. 
effetu, inb unter wirklicher ipraeftirumg desjenigen ‚fo: 

er eligit, zu verrichten verbunden, und wann er (ich dar⸗ 
innen faumig erweiſet, fid) der ihme zuftehenden Wahl 
vétiuftig madetg > 000 o uev c VOL To EHRT 

Berger. in Ozcon. Jur. lib. 3. tit. 11. S. 4. nit, 7. pAg. — 

So erſcheinet Daraus fo viel, bag, wann S tüprátor ve 
determinitten dotem, ín einer ihm zu fegenden Scit, nach⸗ - 
bem das End⸗ Urthel ſeine verbindliche Krafft Rechtens (r^ 7 0 
lanaet , abzuftottennicht vermöge, er fobann zu Vollzie 
: d dee Ehe ſchlechterdings angehalten werden MAG: u i — 
RUSO cO. nur RE I ip DIE 
o aud) , warn der Scuorator (id) zur Ehe anbietet, Her Botyiehung : 
nadmalen aber in Vollziehung derfeiben fid) faumfelig er PEDE 
zeigt, ſo fan alsdann ote Geſchwaͤchte diefe Condition vet. erzeigt, tan. 
voerffen / einen andern heyrathen , und nichts dDeftoweni bie Ge, — 
- ger die Ausfleucung eor Dem Stipratore annoch forbern. Kalter 
Berger, in Oecon. Fur. lib, 3. tit. 11. $ 4. not. 7. P.825. ud aj | 
acte |. 85  .  u)9anmree. 


dicc n3conon 


130 Don oet Obligation des Stupratoris &e. 
2.) Bat" 11 ann ber Stuprator nichts in Vermögen hat, bie Be 
‚Stapra- : iv 73 Hii / 9 
Se fhwächte auszufteuen, unb ihr das Jererminigte Pencath 
Wo»ibr Gut zu bezahlen, fo Fan er alddann folche zu heyrathen/ 
ficut Fan, abfolnte compellivt werden. | | — 
Fes — Lauterbach, Colleg. theor. pract ad ff. tit, ad Leg. Tul. de 
Uu 73 adulter. S. 46. Bardil, dif de Satzsfacf. ffuprat. cap. 3. 
j 3 — 6. num. 6, ſeq. Böhmer, 7. Ecclef. tit, de adult, 
». II 
-"fgyannbet Stuprator ift alternative obligirt, die Gefhwächs 
te entweder zu beyratben / oder aber auszuſteurn; 
WVon Vollziehung der Ehe aber „ ift er als dann erftbin bes 
frepet , wann er die Geſchwaͤchte dotirn fan; babingegen 
die Natur unb Eigenfchafft der Obligationis alternarivae | 
mit fid) bringet, daß wann e8 an einer Obligation erman⸗ 
gelt/ preciie und abfolute bie anbere unb nod) übrige zu 
adimplirn fepe; unb wäre, das Lirthel ohne allen Efteet, .. 
wann der Stuprator bie Geſchwaͤchte nicht heyrathen wolk 
te, einige Ausſteur aber ihr nicht geben Fünnte , und der 
Gerechtigkeit ſowol, als bem ledirten Theil Fein Genügen 
geleiftet werden follte, er 








‚Böhmer, — 5 tit, de adulter. © flupr, $, 12. & tit, 
| ns de fponfalib. 8.55. o on 

=) Ede III) Muß ber Stuprator die Ehe mit der Gefchwächten 
fonhen vollziehen / und mag fid) mit der dotation hievon nicht - 
yerdunden, befreyen, wann er barein gewilliget, unb feibft den An⸗ 
emu ſchlag gegeben, Da die Geſchwaͤchte mit Verſchweigung 
a5 den A ihrer Schwäd; und Schwängerung,, einen bepcatben jolle, 
Meine Diefer aber nachdem er das Stuprum nad) vollgogener Ehe 
zn Den in Erfahrung acbradt ſie nicht zu behalten gemeinet, und - 
iir, fid von-ähfcheiden dift. ER re 
eis. Kefiche oben ben 15. 8. des 3, Capitels, 

mehr bee ja €. 4 le ) - Maps 

rw. £5 AX ON DAR — à Rn Me Mo 4 iet 


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Des erfien Buchs/ vierdtes Capitel. 131 








6. 106, 

-. IV.) Wann der Stuprator bald nad) ber Schwächung, tv.) Wann 
ehe bie zu Sall. acbradbre die flag angeſtellt eine andere der Stupra- 
heyrathet, dann ſolchen Salle fan die Geſchwaͤchte fchlech: Gefsmige 

feroings auf die Ausſteurung Hagen, fe Die flag 
— Berger. Oecon. Fur. bb. 3. tit. 11. S. 4. mot. 7. pag. $25. Ht an 

Leyfer. medıtat. ad jf. [pecim. 533. medit. 5. Carpzov. levtatbet, 
prax. Crim. quaft. 68. num. 49. feqq. Berlich. pars. 5. Tele 
| -€0nc. 33. num. 34. | (dichter: 
Dann warn fion die Ehe nicht diffolvirt wird, unb alſo o5, - 
- berstuprator die Geſchwaͤchte nicht heyrathen Fan, fo muß rung agn. 
er fie bod) ihren Stand und Herfommen nad) dotiren ; 
und wäre hoͤchſt unbillid) und Denen Rechten zuwider, wann 
die Liftigfeit desStupratoris, welcher feine Berheyrathung 
- allzuvoreilig angeftellet , ber Geſchwaͤchten all. ihr Recht, 
fo tie gehabt, benehmen folite, | 
 Modettin. Piftor. part. 3. decif. 127. num. 61. Leyfer, ci. 
loc, Bardil, de Satisfact. füuprat. cap. 3. membr. 3. n. $5. 
And hindert nicht, daß der Stuprator nad) ber mit einer 
andern aefdiloffenen Ehe die Wahl nicht mehr bat, bie e; 
ſchwaͤchte zu ehelichen , oder zu dotiren, indeme er als ein 

Ehemann die Geſchwaͤchte nicht mehr heyrathen Fan; an: 
ermogen er butd) t eigenes Verſchulden diefe Wahl ver 
Iohren, und alfo fid) felbiten benzumeffen hat, dager mit 
feiner Verheyrathung allzuvoreilig gemwefen‘; Liber dieſes 
hat er barburd), baf er eine. andere zur Ehe genommen, 

(id) feiner freyen Willführ bedienet, und ipfo fa&o decla- 

virt, daß er die Gefchwächte nidjt heyrathen wolle, da — 

bero ihme allerdings obliegt, weilen die Ehe nicht mehr 

ftatt findet, ſolche auszuflatten, wie alfo das Loͤbl. Coz- Przjudi- 

— menf, Jun. A. 1704. geſpro⸗cium. 

debat. nn. ae dta aX BONS C0 ss 
Berger. 2. 82, 11. $.4. tot. 7. pag. 825. Carpzov. cir. 


o quefi. 68, Um, 51. — | 
li 93. V) 3ft 


132 "Dott der: Obligation des Stupratoris Gc. 


— — — 








En I der V.) Sit ber Stuprator 31 oer dotation ſchlechterdings ge 


jütdorarion halten, wann er mehrere Weibs⸗Perſohnen beſchlaffen bat. 
fhlhter Dann ob er zwar barburd) bie Wahl verliebret, inbeme 


D$ 9^ er weiß, bag er fie nicht alle miteinander heyrathen darf, 


ner und das ihnen Durch das Stuprum zugefuͤgte Unrecht durch 


mehrere Die Ehe wiederum erſetzen kan; fo ift er doch von ber Aus 


: 


Derfonnen ſteur nicht befreyet, unb mug denen übrigen dieferhalben 


fuprirt, billich Satisfa&ion geben. 


vijSgam Berlich. part. 5. concl. 38. sum. 100. Bardil, de Satisfach. 


der. Stupra- Jfluprat, cap. 3. membr. 3. num. 56. ' 
sch burd) 


unberfepe VL) Wann der Stuprator durch einen umverfehenen Zur 
nen Ball, v- Fall v. gr. wann er mit Tod abgehet, oder aber facto ter- 


ber teilen 


der Ge LH verhindert wird, bie Geſchwaͤchte zu heyrathen, nem⸗ 
[hwächten lichen wann der Stuprator vor feine Perſohn fi zwar er⸗ 
suere Haret,-die Gefchwächte zu ehelichen , der Geſchwaͤchten 
die Ge: Bater hingegen ſolches nicht zugeben will, alsdann wird 


ſchwaͤchte 


hdd die Klage nur allein auf die dorerion gerichtet, 


then Fan, Leyfer, meditat, ad Pandect. fpecim. 533. medit.5.& 6.Stryk.. 


wird auf ie ul. mod. ff. tit. de adult, S. 22. Befiche unten den 13.8, : 


ſchlechter · dieſes Capitels. 
dings ge⸗ 


ia VIL) Wann die Geſchwaͤchte nad) der Zeit fid verheyra⸗ 


iw thet, ober von einem andern fid wiederum befchlaffen [dfe 


bie 


— Stuprator 3u der dotation ſchlechterdings verbunden. 
ich verhey⸗ ah | a 
rathet, oder * 


andern ſich 


ſchlaffen láf: 


íovági ſet, Oder eine gemeine offentliche Sur abgiebt, ift ber. 


Berger. Oecon. Fur. lib. 3. zit. 11. $, 4. not. 7- pag. 825. | 
von cnm .. Wernher. Sele&ar. Obfervat. forenf. vol. 4. Obferuat. 212. 


ne welches jebod) dahin zu verſtehen, wann der Stuprator 


Surabgibt, nach erfolgter condemuation die zu Sall gebrachte zu ehelis - 


e 


ee ru bf oder auszuftenren, fid) faumfeligermweifet , weilen die 


dorirn oder Geſchwaͤchte ſchon einmal ein jus quaefitum erfanaet , wel⸗ 


— 


ie pun ches das von ihr begangene anderweitige ſtuprum, oder die. 


Des erfien Buchs / vietbtes Capite. X33 

Darauf erfolgte Verheyrathung oder Hurerey nicht mehr 
aufheben Fan; aud bat man bey praftirung der Satisfa- — 
&ion auf die Zeit der Schwächung, nicht aber auf dag, 
was bernad) erfolgt, einig und allein zu ſehen. | 
" Berger. & Wernher. cir. foc. EU oum 
Wann aber währenden proce, und che die Sache zu 
Ende / oder mittler Zeit, da Der Stuprator nad) ergan⸗ 
gener Sentenz bey fid) deliberirt, ob er heyrathen , oder 
gotirn wolle, mithin allo nod) vor des Srupratoris Qets 
zug, bie Geſchwaͤchte (i von einem andern fat upriren . 
lafien , ober (id) verbepratbet, oder Hurereh getrieben, 
alsdann verliehrt fie ihr an dem stupratore gehabtes Recht, 

und ift derfelbe, wann er ihr auch gleich die Ehe verforo> 

chen hatte, fie weder zu heyrathen nod? zu dotirn verbum: 

ben; weilen fie foldyer geitalten , Dem Seupratori feine ih⸗ 
me zukommende Wahl benimmt , als welcher foldye wegen 
unternommener Verehelichung, nicht mehr zum Weib has 

ben Fan , wegen Der anderweitig erlittenen Schwächung 

aber, oder begangenen Surerey , fie mit allem Recht ver» 
werffen kan; ift numbie principal Obligation die Geſchwaͤch⸗ 
te zu heyrathen, aufgehoben, fo hebt fid) auch die andere 
Berbindlichkeit bie zu Sall gebrachte zu dotirn, als ein 
furrogatum matrimonii, auf, durs 

- Berger, cit. loc. Wernher. 4. vol. 4, Olfervat.a12, uam, g. 
21816. Leyfer, Meditat ad Pandeét. fpeeim.533. meditar.g. 
i066 am Corollar. ihid, ſubject. x. & 6. Richter, decif. gg. 

c oogunm. 21. Schöpf. decif: 33. num. 13. Bardil. de Sezir. | 
io fach. fluprat, cap. 3. membr. 3. vum. 26. Muller, dif. de . 


* d 


poo Fur. pragnant. cap. 8. tbe[. 15.- | Vr ROME 5 
Und alſo bat bas Loͤbl. Confforiumz zu Wittemberg / Keſpon⸗ 
ment. Junii A. 1720. in caufa 4. E. B, contra M, S: geſpro um. 
dm. verb. Dabingegen der Aligeriwbriges Suchen 
wegen der dotation , . in. Krwägung / on ; dureh die 
penden- 





d 





134 — on ber Obligation des Stupratoris Ef. 


| pendente lite, anderweit unternommene Derehelihung/ 

alſo proprio fuo fatto , Beklagten Die Elecfzon, fie entwe⸗ 

ber zu ehelichen oder zudosien/ benommen/ auch von 
biefem/ daß er in mora gewefen/ vor erfolgter condem- 

nation, Nicht gefagt werden mag/ nicht ſtatt bat/ im» 

mafjen such die beederfeits aufgewandte LInfoffen qe» 
geneinander compenfrrt und aufgehoben werden. D. R. W. 

iie ben Wider den letztern Stupratorem aber Fan bie Geſchwaͤch⸗ 
m te nicht agirn, daß er fie entweder heyrathen oder dotitm 
findet Feine folle , weilen Die caufa deflorationis allhier ceffirt , und ben 
„Rio flat. dem Stupro erfordert wird , Daß bie zu Sall gebrachte nod) 
eine reine Fungfer , oder eine ehrliche und unberüdtiate 
Wittib fepe , welches fid) aber von ber anderweit Ge 
ſchwaͤchten nicht mehr fagen laͤſſet. | | 


... Speidel. Specul, notabil. pag. 694. Dietherr. ad Befold, the- 
(oae faur.pract.Lit. k. voc. Kinds Handel, Kinds Schwaͤn⸗ 
erung. Muller. Ziff. de Fur. pregnant. cap. 8. theſ. 15, 

efiefe den vorhergehenden 7. S. diefes Capitelo, 


9:25 


1 Hiernechſt giebt es auch Sálle/ ba der Staprator we⸗ 
Der fup. bet 3ut Justiéurang noch zur Dollsicbung ber sChe 
ren verbunden, und alfo aant Feine a&ion foider ihn ſtatt fin, 
nocurdo- Det. Dahin gehört 1) Wann eine Jungfer oder Wit: 
nu vers tib fich von einer ſolchen Manns Perſohn / den fienicbt 
1, Wann Deptathen kan / befchlaffen laͤſſet; wobey man jedoch ei» 
einezteibó nen Unterfchied zu machen , ob bie Geſchwaͤchte gewuſt / 
$5 bn „Daß der Stuprator von folyer condition, der fie nicht hey⸗ 
ner folden rathen fonne, oder ob ihre ſolches obnvoiffeno gewefenz 
ann im erffern Fall ift bie Geſchwaͤchte weder auf bie Ehe zu 
ber (ie gr dringen, mod) eine Ausfteur zu fordern berechtiget , wei⸗ 
beraten. len die dotation an die Stelle der Ehe gefeget iſt; foo num 
tenia p, dieſe nicht ſtatt bat , ba hört auch bie dotation aufs; mm 


Des erſten Buchs/ vierdtes Capitel. 135 
der Stuprator iff hauptfächlich di YT EVITE 
tt Stuprator i ie Geſchwaͤchte ſcchlaffen 
then verbunden, bod), ba$ er (id) Durch Nie edle de IN Fan 
von befreyen Fan, dahero dieſe alternativa obligatio zu ehe ber c 
lien , ober zu dotirn, prafupponitt , daß die princi AL Auf oic Efe 
obligation in des Stupratoris Macht ffehe, das ift dab Siudfeut 
mit ihme eine Ehe getroffen werden fónne, bann fonften "rau 
fallt aud) die fubüdiaria obligatio, nemlich die Ausfteur P 
mit hinweg. Deme nod) beptritt, ba bie, welche von | 
a ſolchen tr deffen condition und Zur 
Rr wiffend, (id) befchlaffen laffet, fid) dardurch if» 
ter Anforderung ftillfehtweigend begeben, unb derdotation — 
renuncirt, Im Legtern Sall aber, wann fie nemlichen Wann fie 
nicht gemuft , daß ber Stuprator eine folche Perfohn , der foidempa 
fie nicht heyrathen Fónne , fene , ift berStuprator fie ihrem Bri 
e Amb Herfommen gemäß zu dorien allerdings vet (hand nicht 
| bunden; dann eine vechtmäßige Untviffenheit excufirt ado ber sup 
lo, einfolglihen aud) von der darauf gefegten Straffe. 17 fi dr 
Wernher. Selecf. Obfervat. forenf. vol. 3. Olfervat 244° bid 
: Berger. E/ec£. proceff- matrim. $. 3. Bardil. de Satisf adl. ; 
ffuprat. cap. 3. membr..2. num. 47. & membr. 3. num. 35. 
$ Bos membr.7. num. V7. L. B. de Lynker. refo/ut.169. 
od) mug bie Geſchwaͤchte bie Unwiſſenheit ermeifen , Di nmi 
— Eu d ue A utbematlun ehe 
‚gen darthun, oder in deren Ermaı it einem odd 
Em tt | nang, ſolche mit einem eos 
.. Carpzov. prax. Crim quaft. 61, num Bo | T f mite 
| Cri, quefl. 61, um. o. Bocet, de adul- Is eb 
ter. cap. X. num. i fa x 
as Bardil, de Satisfact. feuprat. cap. 3. ficife. si 
Wann dannenhero ein Ehemann eine ledi bep. iu 
anr ero nmn eine ledige Weibs⸗Per⸗ | 
fobn zu Sall gebracht, und Diefe weiß, bof et ein Sc ce leg 
mann, (o Fan fie weder auf bie Ehe klagen , nod eine 9tus- NerfhnB 
en ne diefes nicht ohne Urſach, weilen der (ol, urb 
t fowol ein Stuprum, 2 vielmehr einen Ehe⸗ Rn 
i hruch Ehrmann, 


. 156 Yon der Obligation bes Srapratoris &c. 


fo tan fe. bruch begangen; bie 9tedite aber, melde bie dotation oder 
monu 2Jollsicbung bec Eheerfordern, reden von bem Stupro, und 
noch die nicht von dem Ehebruch babero folie auf den Ehebruch nit 
mener guextenditn bann was von einem gefagt wird,das wird von 
mom bem andern billich negirt; überdiefeg vertritt die dotation 
^ . bit Stelle der Ehe, wann der Stuprator bie Geſchwaͤchte zu 
ehelichen nicht aemeinet , voo nun bie principal-Obligarion 
 ceffirt, ald wie allhier, ba der Ehemann die Geſchwoaͤchte 
nicht heyrathen Fan, da Bóret aud) die [egtere Obligation, 

nemtid bie Ausſteur, mit auf, 
Carpzov, prax. Crimin. quaft. 68. uum. 66. feqq. Bardil, 
differt. de [atisfact. fluprat. cap. 3. membr. 3. uum. 34. feqq. 
Wernher. Select. Obfervat. forenf. vol. 3. Obfervat. 244» 


yum. 7. ^ [ 
fim fe Eine andere Befthaffenheit hat es, wann bie Geſchwaͤchte 
ai Rot nicht weis, dag der, mit bem fie in Unzucht zu thun ae 
ht, ein Ehemann fepe; denn biefe Fan man eiaentlid) 
 worein&he Feine Ehebrecherin nennen, weilen ber Ehebruch ebne boͤ⸗ 
mann, muß fen Vorſatz nicht begangen wird, und eine rechtmäßigelin, 
Werden, Auiffeniei adolo, und ber daher rührenden Straffe ex- 
cuurt; UU LEN 
L. 12. 6 penult. ff. ad Leg. Tul. de adulter. Bocer. de adul- 
te. cap. 1.04m. $9. 000. ub 
Dahero fie in Anfehung diefer ibrer Unwiſſenheit, nicht 
unbillich zu dotirn. | (9x d 
- Leyfer. meditat. ad. Pandeöt. Specim. $83. meditat. 8, Bat- 
Ä dil. 4. eap, 3. membr. 3. gum. 37. feg. Richter. part, 1, 
: | decif. 88. mum. 12. feq. ia s | | 
— Serm Und Hiemit kommet auch das Hochgraͤffl. Hohenlohiſche 
qu bar, gemeinfame Lands Recht part. L tit. von frühen Bey» 
Sobentobi- ſlaff. 778. $. 12. überein. verb. Eine von einem Ehe 
— mann, oder von einem ehelich verlobten geſchwaͤchte Weibs⸗ 
info, Perſohn iſt eine Abfindung ſtatt des HeyrathGuts zu for⸗ 
dern nicht berechtiget, weil ie vorher wol gewuſt, affi 








Des erſten Buchs/⸗ vierdtes Capitel. 137 


ein ſolcher nicht ehelichen Fönne, tod) weniger kan derglei⸗ 
gen Abfindung ein Eheweib von deme, mit welchem fie 
die Ehe gebrochen hat, begehren; woferne aber einer ledi⸗ 
en Weibs Perſohn ohnwiſſend ſeyn ſollte, bag ber, mit 
em ſie in Unzucht zu thun gehaht, ein Ehemann, oder 
ehelich verſprochen ſeye, unb fold) ihre vorſchuͤtzende Un: 
wiſſenheit wahrſcheinlich ift, aud) allenfalls von ihr mit 
einem Eide beſtaͤrcket werden koͤnnte, ſo haͤtte ſie eine Ab⸗ 
findung ſtatt Heyrath⸗Guts billich zu [es morsu fie 
aud) in dem Fall, ba (Ie von einem Ehemann, ober ehe⸗ 
lich Verlobten, mit einiger Gewalt zu feinem unfeufchen 
Willen wäre gebracht worden, berechtiget iſt. 
Und alfo hat aud) die Löbl, Juriſten Facultaͤt zu Wit⸗ Refpon- 
. temberg/ menf. April, A, 1717. ad requifitionem 7. Z. fum. 
Schiüßemilhen/ / Amtmanns zu Coßwig / in caufa 
N. N. contra N. N. geſprochen. verb. Daß obgedachte In- 
quifitin N, N, ihres begangenen Verbrechens halber, 2, 
Fahr lang, des Landes zu verweilen, fowolzu Erſtattung 
der verurfachten Unfoften angufalten, .M.W. 
‚Rationes Decidendi. Alldieweilen in caufa adulterii (impli- 
cis, bie Straffe der lebigen Weibs- Perfohn, nad denen 
Anhaltifchen Rechten, auf eine zeitliche Landes - Berweis 
fung anfommt , hiernechft Inquificin, bag N. N. mit dem 
fie fid) fleiſchlich vermiſchet, ein Ehemann (tpe, der fie 
nicht bepratben koͤnne, gewuſt, alfo bit obligatio ad du- 
cendum aur dotandum hinweg fällt; im übrigen, wann 
N. N, der Inquifitin etwas ver[prod)en , er dieſerwegen gar 
tool belanget werden maa , folder Punct jedoch abſonder⸗ 
lid) zu ventiliven und zu erörtern „ [o ift gefprochener maf 
fen bili) erfannt worden. — 


* S. 12. 


Eben dieſes findet aud) ſtatt, wann eine ledige Weibs⸗ dee 


Perſohn vou einem ehelich Verlobten geſchwaͤchet wor: Kar, aan 


138 — "Don bet Olligation des Stupralaris &e 


eineledige den, jedoch mit. Beybehaltung der, vorigen Zjfinction, 
De ob bie Geſchwaͤchte von bem Gbevertóbnus Wiſſenſchafft 
von einem gehabt oder nicbt/ alfo bag im erſtern Sall der Braut 
ebcid) vet» aam weder zur Ausſteur nod) zur Ehevollziehung beruflich, 
ripe tet, im letztern hingegen zu der dotation verbunden fepe. 
worden. Bardil. de fa£isfac. ffuprat. cap. 3. membr. 3. num. 40.© 41: 
. vid. das Hochgraͤfl. Hohenlohifche Land: Recht. 

part. I. tit. V1I. S. 12, ibi: oder von einem ehelich 

Verlobten. | 


Sngleihen So auch , wann einer eine nahe Anverwandte beſchlaffen 
mann einer ſaͤtte, mit derer die Ehe verbotten,, ift er folde weder 








seine nahe 


Anders zuehelichennoch zu dotirn verpflichtet. Dann obgleich an» 
arm be fonften ber Scuprator nad) ber beutigen praxi die Geſchwaͤchte 
mit derer entweder Heyrathen ober ausfteuen mugs fo ift bod dieſes 
dieEhe ver / alfo zu verſtehen, Daferne nur bie Geſchwaͤchte eine foiche 
Boch. qub, bie man denen Rechten nad) heyrathen darf, 
nun machet aberdie nahe Bluts⸗Freundſchafft ober Schwaͤ⸗ 
gerfchafft, daß zwiſchen ben Stupratorem, und ber Ges 
ſchwaͤchten feine Ehe beftehen Fan, unb babero weilen die 
principal- obligation, nemlichen die Ehe ceffirt, fo hört 
auch die doration, als weiche in locum matrimonii furro- 
girt wird, auf; Doch wird barbe prefupponirt, daß die 
Geſchwaͤchte von der nahen Anverwandſchafft Wiſſenſchafft 
gehabt, widrigen falls kan ſie die Ausſteur mit allen Recht 
prætendirn. 
Carpzov. prax. Crimin. quaff. 68. num. 7. Bardil. de ſatis- 
| fet. fluprat: cap. 3. membr. 2. num. 47. feq. & membr, 7. 
num. 17. Berger, i» Elecf. proc. matriz. thef. 8, Horn. 
confultat, & refp. Claff. 3. refp. 13. fol. 195. b) — 
mefpon- Und alfo bat die Loͤbl. Yuriffen: Facuitát zu Wittem⸗ 
fum, — berg/ den 16. funii A. 1699. geſprochen. verb. Wann 
nun gleich fo viel bie dotation anbelangt, eim Stuprator _ 
dieienige Perſohn, fo er zu Sall gebracht, ba er (ege zu 
P. : t ed heyra —— 


‚Des erffern Buchs/vierdtes Capite, — 139 


bepratben nicht. gemeint, gebuͤhrend au dotirn verbunden; 
hiernechſt vorgewendet wird, daß M. L. von Z. dardurd, 
daß ihr Hoffnung zu Erlangung ber difpenfation gemacht 
worden, zur Verlobung und Beyſchlaff fich verleiten Taf 
fen, ber von V. aud) ihr, wann fie B. L. sur Ehe nehmen, 
und das Kind auf ibn tauffen faffen wollte, 9oo. Rthlr. 
zur Ausftattung zu geben, verfprod)en; Serner bie mein 
(ten Rechts Lehrer aus denen Kaiferlihen Rechten, bag bee 
nen aus Blutſchand erzeugten Kindern, von denen Eltern 
feine alimenta zu reichen, zu behaupten pflegen; _ 

| Novell. 74..in ſin. Novell. 39. cap. ult. Harpprecht, ad S. 





|o fn. Inffit. demupt 0 | | 
Dannoch aber und dieweil obangezogene Rechts⸗regul nur 
von denenjenigen Fallen, in welchen die Ehefonften zuläßig, 
zu verfteben , Feinesweas aber auf diejenige congreffus-in- _ 
ceftuofos, auf welche fein matrimonium alfo aud) fein — 
dos erfolgen fan, zu verftehen, | n» n | 
Dd. 4 S. frn. Iuffit. de Nupt. L. 38. $, 2. ff. de rit. nupt. L. 
4. God: de inceſt. nupt. ip NET les 
Hiernechft bie von Z. damit , das (le (id ben biefem in 
Berlihen Rechten verbottenen Werd zur difpenfation ei⸗ 
nige Hoffnung gemadt, nicht behelffen mag, in mehrer 
Ermwegung , daß aud) bie ignorantia juris civilis, nedum 
divini, niemand in lucris captandis zu (fattenfommen fans — 
endlichen obangegoaene in denen Novellisberinceftuoforum - 


halber enthaltene Regul, weldhe zwar von denen recentio- | 


ribus tnit ziemlichen Grund in Zweiffel gezogen, | 
Huber. ad Inflit. tit, de fucceff. ab inte. $. 8. Thomaf, 4d 


. Strauch, differt. Tuflin. Exerc, 21. tbe[. 327. . 


von einigen abet mur de alimentislautioribus, fivecivi- ^ 
libus, non vero tenuioribus & naturalibus verffanden wird; + 


Brunner. ad Auth. ex complexu. Cod, de inceft, uupt. 


& 


et a | 

. z 

LI * 

w - o 
M 


140 "Bon der Obligation des Sripratoris &. 
» * Saͤchſiſchen und Caronifchen Rechten geaͤn⸗ 
Bue 


"eA. 1. & 2. X, de eo, qui dux. in matrim. Land-⸗Recht. 75. 
n 9) 7S i ; 
und nad) deren Innhalt biß anhero die Eltern zur alimen- 
tation dergleichen Kinder, nad) Gelegenheit derer Zuſtan⸗ 
bea s unb dem arbitrio judicis, alientbalben angehalten 
worden — 5 jo A 
"Gail. 2. Olfervat. 88. mum. 4. Sttyk. de fuccef- ab intefiat. 
2 4difert.'Y, cab. 2. thef- 88. | 
So iſt J. de V. bie von T. zu dotirn nicht verbunden, be 
ven Kind aber, bif c8 das 16. Jahr erfüllet, ober feinen 
Unterhalt feibft verdienen Fan, tabtli 15. bi& 16, fl, ali- 
mient-Gielber zu reichen fdjulbig. 23. 90. W. _ T 
Am beten ^ Die beffe Cautel vor die Geſchwaͤchte iff bieft, bag 
d wann bit Ehe in denen göttlichen Rechten nicht verbotten, 
ne fie den Güríten oder Landes Seren angehe, und um die 
um die di difpenfation bitte, dann alsdann hat der Stuprator, da 
iuge" bie Hinderung foldhergeftalten gehoben , nichts darwider 
| einzuwenden ſondern ift die Geſchwaͤchte, bie etwa auf 
die Ehe ihr Abfehen gehabt , entweder zu heyrathen, oder 
ihrem Stande gemäß auszufteuren ſchuldig. | 
on bt - Berger. im Elect. proce[f. matrim. S. 8. circa fin. i 
avc Tier Aus eben diefem fundament flieffet, bag aud) eineder Juͤ⸗ 
ior de diſchen ober Türdifchen Religion 3ugetbane Mecibs> 
tja und Perfohn / wann fie von einen Chriſten if geſchwaͤchet 
ro eund worden, weder auf die Ehe zu Hagen, nod) einige dora- 
ihr tion zu fordern befugt feye, weilen die Ehe heutiges Ta- 
be ges unter diefen Perfohnen verbotten. 
ARR 7 p, 6. Cod. de Frdeis. ibique Brunnem, Berlich. par. 5. 
— —. «excl, 39, pum. 110. Carpzov. part, 4. Confit. 26. 
| ss iue 4 nonsi 


$ 12 


a - 


Des erffen Buchs/ vierdtes Capite, 141 
$. I3. PHI M E | 
II.) Iſt ber Stuprator bie Geſchwaͤchte weder zu ehe. m) 38 ve 
lichen nod) zu dorirn verbunden, wann cz (id mit einer Senior 
offentlicyen und gemeinen Hur fleiſchlich vermiſchet 5 darirn nad | 
dann in dem Stupro wird erfordert, ba bie zu Sall qc n je 
brachte Perfohn nod) eine Jungfer oder cord unb ambe ue En 
rüchtigte Wittid feye, welches man aber von einer offent: fic cineQur, 
lichen Hur nicht fagen Fan , einfolglichen ift eigentlich Fein 
Stuprum allhier vorfjanben, mithin ceflirt auch auf Sei- 
ten be8 Stupratoris bie Obligation eine ſolche Perſohn zu 
dotirn oder zu heyrathen. rwn deter | 
Carpzov. prex. Crim. queff. 68. pum, 76. junct. mum. $6. 
Bardil. de /atisfact, ffuprat. cap. 3. membr. 3. num. 23. 
Stryk. uf, bodiern, ad ff. tit. ad Leg. Fal. de adulter. $,29. 
.. . Menoch. arbitr. judie. quaft. lib. 2. caf. 288. mum, 15. | 
Welches aud) dem Hochgraͤfl. Hohenlohiſchen gemein: sopentobit 
famen Land: Recht zis. VIL S. 7. gemäß, in En Eine aix od 
leisgtfertige Dirne , welche mit mehr, al8 einer Stanna „Pievon. | 
Perſohn tn Unzucht gelebet, fan für ihre Perfohn, Feine 
Abfindung an ſtatt des Heyrath Guts forbet, ou... 
., ML) Wann die Geſchwaͤchte 3uvorbero allfdpon von ann 
einem andern iff geſchwaͤchet wordenn. Berlon om 
.. Carpzov, prax. Crim. quafl. 63. mum. 76. Beſiehe oben Einem aus 
den vorhergehenden 7. $.diefes Lapitels, fiw 
. fBabero wann mebrere mit einer Weibs Perſohn zu thun Fon if a0 
gehabt, (9 muß derjenige, der. fie am erffen geſchwaͤchet, worden. - 


en 

fie entweder bepratben, ober ihrem Stande. gemaß aug, Derfeades 
ben, feinesworgs aber Dielegterm, — Mader 
. Berlich, part, $. conch. 38. num. 40. Bardil. de fatisfaeh. fon. mis ME ent 

ni PERCUNE 3. membr; 3, BUD. $4. 0 0050) nn. liden spe 
Daun der etffere Bat ifr bie Sungferfäafft genommen, ^ 
Die übrige abet haben zum Long, mi Ihe gerieben, bae 





“= 


144 Von derObligation des Stupratoris Uc. 


Mannaber fero nicht dieſe, fonbern jener zur Satisfa&ion gehalten. 
5,0 3 Welches jedoch alfo zu verjtehen, wann fie von bem erſten 
Merfohnen iſt geſchwaͤchet worden, und fid) hernachmalen wiederum 
Ber Se, VON Einem andern befchlaffen laͤſſet; dann wann 2. oder 3. 
fat ma. Manns Perſohnen miteinander Geſellſchafft machen, und 
$m, und bie Weibs Perfohn zu einer Zeit einen nad) dem andern 








- 


Merfohn ej admittit , fo Fan fie feinen von ihnen in Anſpruch nebinen, _ 
we nad und weder auf bie Ehe, nod) auf biedotarion Flagen, wer 
demandern len dergleichen Satisfattion nur erbarn Weibs Perjohnen 
barf fie fe gebühret , Diefe aber verdienet mehr ben Nahmen einer gei 
ner von i-tmeinen Dur, als einer honetten Weibs:Perfohn. 
oder ejdi Böhmer, 7. Ecclef. tit. de adulter. S. x1. Befiche den vor⸗ 
gm  .  Dergebenben 13. S. diefes Capitels, | 


p San] y) Wann die Gefehwächte währenden procef und ehe 
 fómájte Die Sache zu Ende/ oder währender Seit, da der Stu- 
mährenben prator nad) ergangenen Sentenz bey (id) deliberitt, ob er 
Boo vois heyrathen oder dotirn wolle, mithin alfo noch vor des 
Stupracoris Stupratoris Verzug, fich verbeyratbet / oder von einem 
$6 ecd wiederum befchlaften laffet, ober eine‘ offentliche Sur ab; 
zathet,oder giebt; dann wann (i dergleichen vornimmt nad) erfolgter 
won einem condemnation, und ber Stuprator in bet Wahl fid (aum 
‚laden ^ fefia MD MARE ijt er der Geſchwaͤchten zu einerdo- 
last,‘oder tation Verbunden. EEE dn M 
— Beoeſiehe oben den vorhergehenden 1o, S. dieſes Capitels. 
.V.). Wann V.) Wann der Sruprator ſich erbietet / bie Geſchwaͤchte 
der Supra- zu beyratben / dieſe aber ihn zum Mann zu nehmen 
Köägee ohne erhebliche Urſach / verweigert; meilen ſie ihme baro 
4u benra=, Durch ſeine von Rechts wegen zuftehende Wahl, entweder 
Den dien u heyrathen ober auszuſteurn benimmt , und fid) dar 
‚aber ihn gu Durch des Heyrath⸗ Guts, worzu er fo fchlechterdings nicht 
ebelihen adftringirt werden Fan, verluſtig macht.. 
ee rete qesoes iem ara wo fui ad, 
5 iud. quaft. lib, 2. caf. 288. mim. 22. Dardil, de farisfach, 


Auprat. 


Des erſten Buchs / vierdtes Kapitel. 148 
ffuprat. cap. 3. membr. 7. num. 21. Stryk. im uf. mod. ad 
ff. tit. ad Leg. Jul. de adulter. $. 22. Richter. decif, 88, 


num. 25. 


Und dahin zielet ba8 bey dem Carpzovio part. 4. Conflit. Relpon- 
27. def. 1. befindliche praejudicium, verb. Es wäredann/ (um. . 
baf der Stuprator fieehelichen wollte/ eure Tochter aber 
fich mit ibme zu verehelichen 2Debend'en bátte/ auffols 
chen Sall möchte er eure Tochter zu dosien nicht ange: 

Dalten werden. _ | | 


* 











. Gin anber8 aber wäre, wann eine rechtmäßig unb et Ein anders 
bebliche Urſach vorbanben/ als ba iE, wann Der Stu. ate mic 
prator Sinnloß, ober zum Eheftand untitcbtig wird , oder niagis wm 
ein ſchwehres Verbrechen begebet, welches eine Leibes erbeblihe — 
Straf nad) fid) ziehet, ober die Religion Ändert, bann jode. 
ſolchen falls Fan fie bie angebottene Ehe mit allen Recht re- 
cuſirn, unb dafür die Ausſteur fordern; _ | 
Stryk. de diff. [ponfalit. Sect. 2. | : 
ingleihen, wann der Geſchwaͤchten Dater die Ehe nicht 
zugeben will/ ift felbiae nichts_deftoweniger annod) von 
em Stupratore zu dotirn:, maffen unter dem Bater und 
Der Tochter ein groffer Unterſchied, weilen, wann die 
Tochter den Stupratorem nicht heyrathen will, fo privirt 
fie fid) durdy ihr felbft eigenes factum der Ausfteur; wann 
aber der Vater in bie Ehe nicht confentirt , fo Fan er zum. 
praiudiz und Nachtheil der Tochter diefes nicht thun , und 
ihr butd) feinen diffens ihr zuftehendes Recht nicht entzies 
hen, babero das Recht bie docation von dem Stupratore 
au fordern, ihr annoch billid) in falvo verbleiben muß. 
Ziegler, Infit. Tur. Canon. lib. 4. tit:7. Bardil. cz. be. — 
Stryk. 5s wf, mod. ad f. tit. ad Leg. Tul. de adulter-$. 22: .. 


POTERAT $e $43! M 2) $55 dE AO ETSI PA Kar 
a ES" Zu wq e t )$éT.il.39 iQ ü 2S IS RIO 2 M -I 
" * 4 
LI zi 
* 


144. — Don Ott obligation des Stupratoris &c. 








Td EIUS. 14. | 
vi) Wann — VL) Sif der Stuprator die Gefhwächte weder zu 
de ehelichen noch zu dorien ſchuldig, wann fie felbffen An: 
au den su. laß und Gelegenheit zu dem Srpro gegeben / umb etwa obo 
pro feft. ne Urſach/ in des Stupratoris Schlaf. Rammer, ober vot 
aan md deſſen Bett, oder auf bie Stube gekommen, oder fonften 
beit git. auf andere Art unb Weiſe denfelben verfuͤhrt, und zum 
Benfchlaff gereige, — » " 
| .. Leyfer. meditat. ad Paudect. Specim. 581. meditat.12. Bat- 
qeius i9 583 T. de [atisfact. fluprat: eap. 3. membr. 2. num. 30. feq. 
e ^E. B, de Lynker, 4ecif. 1006, Brünnemiann. 7. Ecclef. 
Ab. 2. cap. 13. $. 26. circa fin. ibique Sttyk. in addit. ad 
a - "verba: pracife ducere. & in ufu mod, ad ff. tit. ad Leg. 
saw CU ab. de adulter. $. 22, - Bh. RE oh mhi cn 


5 ri IR; wor “ 


Und diefes nicht ohne Urſach weilen die Geſchwaͤchte um 
deswillen auf die Vollziehung der Ehe oder die Ausfteur 
klagen fan, weilen fie von dem Stupratore zur Unzucht iſt 
verleitet worden, wann aber Diefes nicht gefchehen , fon: 
dern fie felbit den Stupratorem verführt, fo werliebrt fie 
billid) ire action, indeme ſonſten geringe und ſchlechte 
Weibs. Perfohnen,, unter der Hoffnung , benStupratorem 
zum Mann, oder eine gute Ausſteur zu bekommen, alle Gele 
genheit leichtlichen erareiffen würden, junge Leute an fid) 
zu locken, und zur Unzucht zu verleiten. b. 
Richter. decif. 88. num. 18. fegg. Berlich, part. Se cock. 
2 398.5num. 31. Leyfer. cit. /oc. Böhmer, 7. Ecclefiaff. tif, 
de adult. € ſtuprat. S. XY. 0° : 
Eelurdader And um eben Diefer Urſache willen , ift einer Geſchwaͤch⸗ 
Stoprator fe, welche wuſte, bag bie Titia mit dem ae 
ne werabredet, zu.einer gewiſſen Zei”, und an einem gewiſſen 
andere — Srt, zufammen zu Formen, der Liebes: Werde zu pfle⸗ 
gen , in Sinftern ihr zuvor gefommen, und von bem Stu- 
paf 97 5. > (0 pratore; 


Des erffen Buchs/ ı vierdtes Capitl. 145 | 


pratore , der fie vor bie Titia gehaften und angefehen , ift n6 riebars 
gefchwängert worden, ihr Verlangen , fie zu heyrathen, war go . 
oder zu dotirn, mit allen Recht abgeichlagen worden , fámádet - 
bann fie hat in dolo verfirt , unb ift babero feine aGio tol. kynyfngers, 
Der ben Stupratorem zu verftatten, M | 
Böhmer. 3. Ecclef. tit. de adulter. & flupr. S. 11. 


Eben biefe8 ift auch in dem Sochgraͤfl. Hohenlohiſchen Meiner 
gemeinfamen Land: Recht part. 1, tit. FL. $ 7. verordnet. Ae 
verb. Eine leichtfertige Dirne, welche mit mehr al8 einer (oom Eande 
Manns: Perfohn zu Chun gehabt, oder bie einen Huren Mer ger 
Lohn genommen , ober;, welche eine Manns: Perfohn, Mar ^ — 
burd) Einladung, Bothen fchiden, nächtlicher Eröffnung 
des Hauſes, und der Schlaf. Rammer, ober auf andere 
Art unb Weife zur Unzucht angereiget hat, Fan für ihre 
Perſohn Feine Abfindung an ftatt eines Heyrath Guts for 
bern, bod folle , warn zumalen Die Manns Perfohn vot» 
bero darzu Anlaß gegeben, unb die Eröffnung an Die Weibss 
Merfohn verlanget hätte, dem arbitrio Judicis nichts bes 
_ nommen feyn. irat | Ä a 
„Und alfo fat die Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Stand: Refponz 
furth/ d. 20. Decembr. A. 1669. gefprochen. verb. Hat um I, 
(5. A. inder Gute ausaefaat , bager A. R. G. fleiſchliche 
erkannt, fie aber beeberfeit8 zugeftanden, Daß feine Eh» —— 
Verſprechung darbey vorgegangen, aud) aus denen Wor⸗ 

ten, als follfe Scuprator gejagt haben: er wollte der Sa, 

den ſchon Rath (haften, dergleichen promiflio matrimo« 

nii nicht zu colligirn , fo Fönnte er fie zu ehelichen, warn 

er in ber Güte darzunicht zu bringen ware, nicht gezwuns 

gen werden; jebod) ware Stuprator wegen des bekannten 

und zugeftandenen Stupri, bie Stupratam mi! 50. Rthl. zu 

dotitn ſchuldig; e8 wollte dann Stuprator genugfam erwei⸗ 

fen, daß er fie nicht zu ſolchen Stupro genöthiget, fondern 
vielmehr fie darzu Anleitung Er und ohne Urſach, 

i 2 zu 





— 


146 on der Obligation des Stupratoris Er. 
zu ihme auf die Stube gcfommen , auf welchen Sal er bae 
. —.- fit zu foren, und a dotatione zu entbinden. M 
Refpon- Ingleichen die Löbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Wittemberg / 
ſum IL. ‚menf. Junii A. 1733. Nun ſcheinet zwar hauptfächlich te. 
me im Weg zu fteben , daß Beklagter felbft nicht in Abre⸗ 
de, mit ber Klägerin in einem Bette gelegen zu feyn; All⸗ 
dieweilen. aber der von Beklagten eingeraumte Umftand. 
von bem Beyeinanderliegen im Bette, burd den Anhang, 
dag Klägerin fid) dolofe und wider feinen Willen, fid) zu 
u... ome gelegt, entfeáfitet wird, 1c. 2c. o] 
Diefpinlen Doch wird in dubio allezeit Dafür gehalten, ba bie Ge 
pma anb. fhmächte fepe verfübret und verleitet worden, daherodem 
mußder Stupratori zu erweiſen obliegt, daß die Geſchwaͤchte ihme 
on 9In[ag und Gelegenheit zum Beyſchlaff gegeben habe, wel⸗ 
erweiſen. es, wann c$ (cine Richtigkeit. bat , ift der Stuprator ſel⸗ 
biae weder zu dotirn, nod) zu ehelichen aehalten. 
Berlich. part. 5. concl. 38. num. 30. feq. Leyfer. cit. loc. 
Bardil. de fatisfact. ffuprat. cap. 3. membr, 2. num. 28 feq. 
In dem Richter. dec, 88. num. 19. & 20. | 
da bad Ob num aber ſchon bie Geſchwaͤchte in diefem Fall, ba fie 
a felbjt Urſach und Gelegenheit zum Stupro gegeben , weder 
ium a" quf bie Ehe nod) die dotation zu Flagen bereditiget, ſo 














7 


Tan derfel- Fan doch derfelben Vater die a&ionem injuriarum wider den 


ben Baker Stupratorem anſtellen. | 


len - Bajard. 44 Jul. Clar. lib, 5. recept. [entent. S. Auprum. num. 
aem injuriae 28. Bardil, 4. membr. 2. num. 33. | 
zum anſtel⸗ 

6. 15. 


len. ——c : 
Stuprator VIL) Iſt der Stuprator die Geſchwaͤchte weber zu 


vn.)Wfübe 
nit e Deytatben nod) aussuffeurn verbunden , voann Diefe 
 $táófeupor den Bepfchlaff einen Lohn bedungen und am 


—— genommen, Dann mit dieſem muß. fie au nm 
; i og —— ſeyn, 


Des erſten Buchs / vierdtes Capitel. 


— 


0 3 








147 

fepn , und fan von bem Stupratore weiter nicbt8 mehr rt, wann 

fordern. fie für den 
; Beyſchla 


Carpzov. prax. Crim. quaft. 63. num. 87. Richter. "ob d ton 
98. num. 23. Batdil, de f/atisf'ac. feuprat. cap. 3. membr.7- genommen. 
quum. 3. & 4. Stryk. in uſu mod. ff. tit. ad Leg. ful. de 
adulter, $- 22. Müller. di. de jur. frag. cap. 8. cheſ. 20. 


Weilen fie alddann wenig von einer Hur differirt; dann ei⸗ 
ne Weibs⸗Perſohn, welche für den Beyſchlaff Geld am 
nimmt, und ihren Leib um den Lohn dargiebt, vielmehr 
fid) als eine Hur aufführt , al8 vor einefolde, bie nuraus 
bloffer Lieb und affetion den Stupratorem admittirt; Nun 
ift aber mehr ald zu wol befannt, daß der, welcher mit 
einer ofrentlichen Hur fid) fleiſchlich vermiſchet, ſolche voee 
ber zu ehelichen, nod) zu dotirn gehalten fepe. T ME 


Carpzov. 4. quafl. 68. num. 89. Menoch, 4b. 2. arbitr. jud. 


quaft. 328. Bardil. cit. Joc. num. 4. mede 
Und dahin gehet aud) das Hochgräfl. Hohenlohifche ge: nli 


meinfame Land. Recht part. I. tit. VIL. $.7. verb. Eine siet alfo 
leichtfertige Dirne , welche mit mehr bann einer S0tanngeverfeben. 
Perfohn in Ynzucht zu thungehabt, oder bie einen Huren: a 
Lohn genommen, Fan für ihre Perſohn Feine Abfindung suvertehen 
an (tatt des Heyrath⸗Guts fordern, Jedoqh if biefe8 alfo u giri 
zu verfteben , wann gleich anfangs nod) vor bem Benfchlaff sor vem 
ein aeroiffer Lohn ift pacifcirt worden, nicht aber, wann Beofolaf 
der Stuprator eine Syunafet oder Wittib zu bem Beyſchlaff gopeun er 
beredet, und fie barein gewilliget , nad) vollbrachter That dungen 
aber ihr allererít ein Geſchenck freywillig offeriert, und fie — 
ſolches angenommen; bann ſolchen Falls Fan man nicht (ae mann bic 
gen, bag ſie in Anfehung des ihr ex poft Behaͤndigten, wo- Seſchwaͤch 
von fie nichts gewuſt, in den Beyſchlaff conſentirt, fon. MAPLE e 
bern vielmehr das Stuprum in Anfehung der zu hoffenden spt?icife 
Ehe erlitten babes ja wann fie auch gleich burd) Geihende ors 
W & 3 ZU angenprime 


148 "Don der obligation des Stupratoris tfc. 


Ja wann zu dem Benfchlaff wäre verleitet worden, fo ift bod) bet 
feq, Jeuprator fie entweder zu ehelichen oder zu dotitn verbum 
fede Den, Dann es iff. eineclen , ob eine Weibs Perfohn durch 
zum Bey: Gefchende oder Bitten oder durch Hinterliſt zum Bey⸗ 
(aderit ſchlaff fepe verfübret worden, 


—— Berlich. part. 5. concl. 38. num. 27. L. B. de Lynker. de- 


beiscupraor eif. 1000, Befiehe den 7. S. diefes Capitels. 
entweder 


ehelichen, Und iff was gang anders Gefchend annehmen, und vor 
Ober dosirs. einen bedungenen Lohn feinen Leib zur Unzucht barbieten, 
Der o, dann Diefes [egtere machet, daß Feine action wider den 
fhrwäcten Stupratorem ftatt findet. Gleichwolen ftehet der Ga 
Bater fan ſchwaͤchten Bater frey, ben Stupratorem zu Erfegung des: 
at jenigen Schadens zu belangen, den er dardurch leidet, bag 
rem eine er zu Ausſteurung feiner geſchwaͤchten Tochter vor jetzo eine 


minem, Qrüffere Geld-Summa bedarf unb nöthig hat. 


ſtellen. Bajard. ad Jul, Clar, 4b. 5. recept. ſentent. 8. ſuprum. num. 
28. Bardil. de /atisf'act.. fluprat. cap. 3. membr, 2. mum. 5. 
Berlich, part. 5. conci. 38, num. 60. Muller. ai! de jur. 
pragn. cap. 8. theſ. 20. ; | 
| n) S VIIL) Iſt bet Stuprator die Geſchwaͤchte weder zu doritt 
tor die Mu Noch zu ehelichen gehalten, wann er des Stupri halber 
fhwähte mit derfelben sranfgiet hat / und fih mit ihr abge 
iu heyra funden 
then oder zu je BR ; 
fipuloig n Leyfer, meditat. ad Pandect. Specim. 583. pag. 156. & in 
Mann er. Corollario 3. ibid. fulject. pag. 174. 
Sue t Dann obzwar in denen deli&is pul/icir, bit nicht capital 
berfeiben ſeyn, dergleichen ba&Stuprum ift , bertranfigent procon- 
Vanigi. Seo & convicto gehalten, und infam wird; j 
L. 18. Cod. de transact. Lauterbach, Colleg. theoret pract. 
ad ff. tit. de traucact. $. 24. feq. Stryk. in uſu mod. ad ff. 
Sit. eod. $. 19. | | NA 
fo 





Des erſten Buchs /. vierdtes Capitel. 149 | 


fo erlöfchen jebod) dardurch, was dag privat Inrereffe ans 
betrifft, die aGiones civiles, und fónnen nicht mehr voi 
der den tranfigenten angeftellet werden, | 


Ludovic. doétrin. Pandect. tit, de transatl, S. 3. Lauter- - 
bach. cit. loc. Hopp. 44 S, 2. Inffit. de pen. tem. litigant, 
ad verba: fed & pacti. 


einfolglichen fan aud) bie Stuprata , wann der Stuprator 
fich mit ihr abaefunben , feine Klage wider denfelben mehr 
anftellen , babero er ihr zu weiter nichts, als was in bem 
Vergleich ausgemachet worden, verbunden. Einen atti 
gen cafum führet Leyfer. loc. citat, pag. 156. an: Es hatein 
junger Menfch fponfalia publica contrahitt , und da er 
wollte Hochzeit machen, f9 wurde er. offentlid) proclamirt, 
Eine Weibs-Perfohn machte ime hieraufeinen Einfprucch, 
und gab vor, ber Bräutigam hatte ihr ehemalen die Ehe 
verfprochen unb fie geſchwaͤchet. Endlichen vergleichen (ie 
(i beede miteinander , dergeftalten , bag der Beklagte der 
Weibs Perfohn 20. Rthl. ausbezahlt, biefe aber ihrem 
Ginforud) und a&ioni ex fponfu renuncirt, und die Bol 
- siehung der Hochzeit zugelaſſen. Nach aeenbiater Hochzeit, 
hat eben diefe WeibsPerſohn den neuen Ehemann ben ber 
ordentlichen Obrigfeit, der bie jurisdi&tio civilis zuftunde, 
- belanaet, und ftellte mit Vorbeygehung der actionis ex 
fponíu, welcher flerenunciiret batte, bitattionem ex ftu- 
pro an, und begehrteeine Ausſteur. Der Beklagte (djitge 
te (id) mit der exceptione transa&ionis, und opponirte, 
dag fie dem proceff (yon einmal renuncirt fáttes bie Klaͤe 
gerin herentgegen regerirte, Die transattion fepe nur bloß 
ferdingg über angeſtellte Ehe⸗Klag aefdicben, von welcher 
die a&io ex ftupro gänklichen differire, aud) wären die 
transa&iones ftri&e zu interpretitm. Der Richter hatte 
vor die. Klägerin gefprochen , und den Beklagten zur Be: 
zahlung 20. fl. ftatt Heyrath⸗Guts, voie ingleichen & n 
Uu, | tat» 








£50 Yon der obligation bes Stupratoris €c. 
Ernaͤhrung des Kindes condemnitt; hiervon batteber Klaͤ⸗ 
ger appellitt, die KLöbl. Turiften-Facu/rät aber ment. No- 
vembr. A. 1731. erfannt, daß bie a&io ex fupro, als 
welche durch bie exceptionem plus petitionis zur Genuͤge ſchon 
eliditt, nicht ftatt habe, das Urthel aber wegen Ernaͤh⸗ 
Refpon. rung des Kindes confirmitt folgender geftalt: Funmehro 
(fum, sus denen Adis fo viel zu befinden/ daß Bellagter/ 
weilen er Alsgerin mit 20. Rthl. ihres f£infprucbs und 
Ehe Rlage halber / ſich abgefunden / diefealfo/ nach: 
beim fie gegen Empfang der 20, Rthl. die Ehe: Alsge 
fallen laffen , weiter nicht alternative flagen fan/ die 
Alágerin mit 20, Rthl. auszuffatten / jedoch die zur 
alimentation geſetzte 9. fl. von Zeit an / da das Rind 
zur Welt acfommen / jährlich zu reichen ſchuldig. 


e * * 5 





| $. 16, | 

Formul eis Cine Sormul eines Dergleichs in Schwäch: unb 
dieu Schwaͤngerungs Sachen famt einverleibrer Guittung 
Schwänge iſt anzutreffen in unfern Formular Seel. III. Claff. 3. Num. 
quae em XXI. welche wir allbier mit bepfltaen wollen: Kund und 
cia-erl-i, ZU wiſſen fene hiermit, denen es zu wiſſen gebühret: Dem. 
fer Quite mad) Anna Maria, des Erbarn Tobias 9t. eheliche Sod) 
u. _ terworgeneben , welcher geftalten fie vor einenhalben Fahr, 
da fie in Herrn Abraham Iſaac 91. Dienften gemefen , von 

defien Sohn Johann Ludwig zu Sal, — dannen⸗ 

bero an denſelben ſowol ber an ihr veruͤbten Schwaͤch⸗ und 
Schwaͤngerung, Alimentation und Unterhaltung beedes 

ber Leibs Frucht und Bürde_, als auch ihr felbft, einen 
Anfpruch gemacht, als hat fid), weilen erfagter Fohann 
Ludwig N. nicht zur Stelle, in deſſen Abweſenheit deſſen 

Herr Schwager Philiyp Jacob N. in das Mittel geſchla—⸗ 

gen, und mit erwehnter Anna Maria M. mit Autorisät 

und Genebmbaltung ihres Vaters anheut zu End arietem 


Des erſten Buchs / vierbtes Capite, Fer 


— — — —— —⸗¶ — r O—— — — —— — — —— 


Dato fid) dahin verglichen , ihr überhaupts für ale und - 


jede An unb Zuſpruͤch, fo fie wider 90. über biefe von ihr 
angegebene Schwängerung und allen bem , was darbey 
vorher und hernach vorgegangen, ingleichen vor ben Crantz⸗ 
unb Jungferſchafft, fie und ihrer Leibes: Frucht und Buͤr⸗ 
be kuͤnfftigen völligen Unterhalt und Alimentation, auch 
Legitimation desjenigen , fo von ihr gebohren werden 
möchte, foie aud) der Ehe, und fonften aller andern An⸗ 
und Zufprüch halber in genere unb ípecie 220. fl. zu be 
ahlen, welche Summa fte aud) anheutrichtig unb baar ohne 
angel und Abgang empfangen zuhaben, hiermit befánnte 
lid) und geftandig ift, und dieferwegen cum autoritatefui pa- 
rentis, ibn Herrn 91. nicht allein in der fráfftiaft und beſtaͤn⸗ 
biaften Form, als ſolches immerzu von Rechts und Ge 
wohnheit wegen gefchehen folite, fónnte oder möchte, mit 
der Ausflucht des nicht baar empfangenen und zugeftellten 
Gelds, quittiret umd loßzehlet, fondern (id) aud) anbey, 
Krafft diefes > dahin erklaͤret, gedachten N. auf feinerfen 
Weiß und Weg in Anſpruch zu nehmen, und wider bene 
felden der von ihr angegebenen Schwängerung halber, cte 
was zu erregen, vielweniger ihn zur Bezahlung des unge 
ferſchaffts Crantzes weder inn- ober auffer Gericht in einige 


e 


Weg zu foredyen, nod) denfelben ober defien Vater und - 


Freunden mit Uberſchickung ihrer Leibes- Frucht, unb am 
dern ſchimpflichen Thaten zu belegen, zu verunglimpffen, 
oder in einige Weg unter wag Praetext e8 immer gefihehen 
fónnte, zu verunebren , fondern nunmehro deifelben und 


"ber gangen Sreundfchafft bey männiglich in guten zu ero. — 


mebnen, unb nicht veranlaffen oder zu aeftatten, Das aud) 
in ihren Nahmen von jemanden oder ihren Freunden etz 
was widriges in einige Wege gefchehen „ fondern es foll 
nunmehr zu ewigen Zeiten, vor alles und jedes oberzehlter 
maſſen, und nichts im geringiten davon ausgefhloffen, 


wandte 


oͤffters gedachter N. und in brin Sibisetentyis feine Der 


152 "pon der Ol/igation bes Stuprataris &c. a 
wandte und Befreunde, von ihr allenthalben quitt, ledig 
und legaefprodyen, und von ihr und ihrer Leibes- Frucht qe 
fichert fenn und verbleiben , auch überall obiger maffen ver 
tretten unb ſchadloß gehalten, und vorgeſetzten allen fteif, 
feft und unverbruͤchlich nachgelebet, und treulid) , fonder 
arae gift unb Gefährde, gehalten werden, und zwar an 
Eides (tatt, bey den Worten der ewigen Warheit , und 
fo wahr mir GOtt heiffe, Zu Urkund iff dieſer Vergleich 
in duplo, von einer Hand einerley Laut und Innhalts aude 
aefertiaet , und beederfeits eigenbanbig unterfchrieben und 
befiegelt worden. So gefischen N. ben sten Monats-Tag 
Martii Anno Chrifti 1716. - i. 


LS Anna Diian. — (L5) Philipp Jacobi 
(L.S) Tobias N. als Ph "S 
Beyſtand. 


Wie die der Die Det transa&tion anhaͤngige Infamiam zu evitiren, ge⸗ 

Nu ben bie edite. Lehrere verfehiedene remedia Qn die Hand: 

ebingg bag man bie transaction vermittels Ohrigkeitlicher In- 

pm. terpofition vornehme, oder 2) daß eine dritte Derfohn, 

‘an Watt des delinguenten , tranfigite, oder 3) dag das 
Verbrechen bem delinquenten umfonft erlaffen merde, 

Hopp. 2d$ 2. Inflit. de pen.tem. litigant.ad verba: fed 6 

patti. Ludovic. docfrin. Pandect. tit. de transact. S.3.Stryk, 

- énnot. ad Lauterb. Compend.Tur.tit.eod ad vetba : privatis, 

& ad verba: infamia, & in ufu bod, f. tit. transadl, $.19. 











Dieſe tran⸗ i. S. I7. | 
Grfomidy Dieſe transa&ion der Geſchwaͤchten aber mit dem 
tenmtdem Stopratore, mag dem Rind nicht ſchaden, fondern es 
eng bleibt der Scuprator nichtödeftoweniger annod) Das Rind zu 
dem fi» Weralimentirnverbundeng weilen die Gefihwachtezumpre- — 
wicht, ſon⸗ i | . judiz 


. .— Des erſten Buchs/ vierdtes Lapitel, 153. 
judiz und Nachtheil des Kindes, als einestertiü, nicht pa- sa 
cifeiren fan, aloe dinem Sedi 
Bardil. 4e fatisfael. ſtuprat. cap. 3. membr. 7. num. 44. Ber- Re Dur 
ger. in Occon, Fur. lib. 3. tit. V1, S. 4. mot. 7. pag. 826, iſtoweni- 
Ley fer. meditat. ad Pandect. [pecim. 532, Corollar. 3. Pag. he 
174. Carpzov. Fprud. Conff. tib. 2. def. 240. 


Und hindert nit, wann er aud) gleich, wie gemeinigfid) Dann er 
zu geſchehen pflegt, unter ben tranügiren nefagt hätte, dag bs rne 
er barburd) das Sruprum nicht wolle eingeſtanden, forbern te, das e 
nur bloſſerdings pro redimenda vexa tranfigirt babens 2 9n n 
bann das Kind fan nichts deſtoweniger die alimentations- vexa canfi- 
Klage anftellen , unb bedarf feines weitern Beweiſes, eirt, niit 
dann wer über das Berbrechen tranfigirt, der wird pro Sun 
confeffo & convitto gehalten, die eigene Eingefländnus Stoprum 
aber ift der allerbefte Beweiß. Tee 
Leyfer. cit. Corollar. . | ‚ben. 
. IX.) Sf der Stuprator die Geſchwaͤchte weder zu dozien 1x.) Iſ der 
noch zu beyratben fehuldig , wann bie zu Fall gebrachte oo. 
ihre Anforderung bem Stupratori erlaffen, und ſich ihres omite 
Rechts begeben. | | ich it do- 
Carpzov. prax. Crim. quafl. 69. uum. 87. Berlich. part. 5. ehelichen" 
|. «mtl, 39. num. 66. Bardil. de fatisfact. fnprat. cap. 3. fult 
— membr. 7. uum. 7. — fid) ihres 
Heilen biefe Satisfaction, fo der Stuprator zu geben Sul 
big, ber Geſchwaͤchten privat- Intereffe concernirt, unb a 
ibt in Anſehung des ihr durch Dad Stuprum zugefügte Un⸗ 
recht gebühret, mithin zu deren faveur hauptſaͤchlich ift eim 
geführet worden; num maa aber ein jeder feinem ihme zu⸗ 
Fommenden Recht, cum effe&u renunciiren. 4 
L, 29. Cod. de pact. Carpzov. cit. quafl. 68. num. 88. 
Und diefes waltet auffer allen Zweiffel , mann die Ges 
ſchwaͤchte nicht mehr unter Moin Aufſicht oder Ge 
| N Ki ——' 7, 








154° — Qon bet Obligation des Stupratoris, fc. 


Ob see walt/ oder gar Feine Eltern mehr hat; Wann aber bie 
ten Con. Geſchwaͤchte in der Eltern Gewalt fid) befindet, fo bat 
feriae man darauf zu fehen, ob die Eitern in fothane remiflion 
* willigen oder nicht; im erftern Sall iff bie remiflion guͤltig; 
im legtern Sall aber, find die Meinungen derer Rechte: 
Lehrere unterfchiedlich , einige negiren dieſes, als wieBer- 
lichius part. 5. concl. 38. num. 67. einigeherentgegen affırmi«- 
ren folches , deren Meinung auch denen Rechten gemäßerz 
dann bie SatisfaGion wegen der Schwaͤchung, gebuͤhret 
nicht bem Vater, fonbern ber Tochter , unb ift [ebialid) 
zu deren faveur eingeführt, babero in deren frepen Will⸗ 
s ftebet, ob (ie (id) ihres Rechts bedienen wolle oder 
NHL, 
Leff. de 7. & 7. lib. 2. cap. 10. dub. 2. num. 19. Bardil. de 
fatisfaet. fluprat. cap. 3. membr. 7. uum. 12. feq. 


Doch kon Und obzwar aud) denen Eitern ein groffer Schimpff bar 
nen die € durch zugefüget wird, fü ftehet Doch ihnen Frey, ihr Recht 
earmwide: gegen den Stupratorem beſonders annod) auszuführen, und 
ben Stupra- ihn wegen Der angetbanen Injurie und zugefügten Scha⸗ 
tomes an Den8 , rechtlichen zu-belangen. Librigens wird erfordert, 
no aus: Daß diefe remiffion freymillig und bona fide geſchehen fepe, 
Abren dann warn die Geſchwaͤcte araliftiger Weiſe darzu vete 
Eon mag leitet , ober mit Gewalt darzu actrungen worden, ift (ie . 
Remis von Feiner Sultigfeit, 

ade ad). — Leff. de loc. num. 13. Teffaur. decif. 3. num. 2. Bardil. de 


a fetisfatt. fluprat, cap. 3. membr. 7. num. 14, 
| 6, 18. 


Die m Hiernechft liegt nichts daran, ob die remiflion aus: 
ſchehen aus druͤcklich geſchehen 4 ober aber ſtillſchweigend / wann 
—— nemlichen binnen rechts bewaͤhrter Zeit, Feine Klage wi. 
Hii der den Stuprarorem ift anaefrellet toorben , weldyes man 
und ‚wor eine praefcriptionnennet. Dahero fragt fid, Daß, gleiche 
m leeterm. - ie TAN - Weit 


4 





Des erfien Buchs vierdtes Capitl. 155 


— — — 


wie das Verbrechen der Schwächung ſelbſt innerhalb 5. SaL mana 
Fahren præſcribirt wird, alfo auch bie a&io ex ftupro 5 Jahren fei 
die bie Geihwächte zu ihrer Satisfaction anftellet ? Einige ne Klage 
affirmitn diefes 5 allein e8 ift denen Rechten aemáget, konnte 
daß diefe ation nicht, wie bie erfiere, mit 5. Jahren auf: iftanacftettt 
höre, fondern nad) 5. Fahren annod) von ber Geſchwaͤch⸗ worden. 
ten wider den Stupratorem angeftellt werden fónne, fie 
entweder zu ehelichen, oder ihrem Stande gemäß zu do- 

tir, Dann diefe actio ift eine Civil- Klage; bie actiones 

civiles aber , wann fie gleich perfonales find, find immer» 


während, dag ift dauren 30. Jahr. — 
| pr. Inſtit. de perpet. & temp. Action. ibique Dd. 


einfolglichen Fan aud) bie a&io ex Pupro, weilen ſolche von 
diefer regul nirgend ausgenommen zu finden, auf 30. Jahr 
lang wider den Stupratorem angeftellet werden.  _ 


- Carpzov, prax. Crim. quaft. 69. uum. 44.feqq. Lauterbach, 
Colleg. theor. pract. ad ff. tit. ad Leg. Tul. de adulter. 8.46. 
Modeft. Piftor. part. 3. quæſt. 127. zum, 18. Bardil. de 

 fatisfadt. fluprat, cap. 3. membr, 7. num, 15. Richter. de- 











ef. 88. num. I1. 


Und dahin gehet bas bey dem Carpzovio d. 7. zum. 48. Refpon- 
befindliche praejudicium. verb. Ob nun wol folches vor fum. - 

5. Jahren gefcbebens fo ijf doch 7 K. eure Tochter 
nochmals zu ehelichen / oder ihrem Stande und Her: 
kommen nach / zu dosien/ vernflidhter/ und hat fich 
mit der angeführten prefeription nicht zu behelffen. 
V. R NON Daraus iq 


- Daraus aber iſt feine remiffion zu ſchlieſſen, toann die — 
Geſchwaͤchte mit bem Stupratore vor bem Beyſchlaff pa- leſſen, 

ciſcirt: Sie/ wann fie gleich cin Bind von ibme befá. —— 
me / verlangete nichts/ er follte nut c. es thaͤte ibr te vor den 
nichts / weilen Dafür gehalten wird, Daß fie Diefes genen e. 
RR TS 13 (0 0 POnlenenidr 


” * * 


15 6. ono obligation des Stapratoris £f 


——— ⸗ 


























wis | den Stupratorem nur aus allzugroſſer Liebe , nicht aber. 


mb befä in Gemuͤth und Meinung etwas zu remirtiren, gefagt has 
m Wed be, babero Deme obnaeaditet der Stuprator nichts deſto⸗ 
fir weniger verbunden, fie entweder zuheyrathen, ober aber - 


nichts, fon = 
a fetus aus zuſteurn. 


banohauf Berger, in Ociop. Fur. bb, 3. fi. 11. S.4. 90.7 


Biedocation + 
vdervieche ^ — £48: 925- 


Moser Gleichwie aud) ferner der familiare Umgang ber Geſchwaͤch⸗ 
ia Im» teh mit dein Stupratore nadj der defloration, feine remif- 
gang der fion der zu ſuchen habenden Satisfattion inducirt , weilen, 
Gchömähe die aio ex ftupro midi dahin gehet, bie Durd) die 
Swpraore Schwächung zugefitgte Injurie zu vindiciren, fondern nur 
nad der allein den barburd) erlittenen Schaden zu repariren. 

inducitef 1 4 


ebenfalls, THES qui p 8. 19. Ic MA as ^ | 
fein vo —_ Schlüßlidhen ift annoch zu merde, 1) daß auc die 


ie Bein, Geifkliche von oben angeführter Obligation und Satisfaeion 
lid: m licht exerat , fondern die vonihnen geſchwaͤchte Weids- Per; 
ebenfalls ſohn entweder dorien oder heyrathen muͤſſen. | 
bic Se  Bardil. de Satisfact. ffuprat. membr. 3, sum. 39. Böhmer. 
— 3. Ecclef. tit. de adult. & ſtupr. S. 11. 
donien oder Welches bey denen Evangeliſchen Geiſtlichen und Birs 
in denratbe. chen.Dienern auffer allen Zweiffel waltet, dann diefe doͤrf⸗ 
folches (raf fen heyrathen ; denen Roͤm, Tatholifchen Geifflicpen 
fn? — herentgegen iff. bie Ehe verbotten,, mithin Fönnen fie bie 
Geſchwaͤchte nicht bepratben/ wol aber find fie gehalten, 
felfeaudotirem. — — — — — | | 
à Böhmer, & Bardil. cir. doc. Jul. Clar. 4b. 5. recept, fent. S. 
Dit aio. fluprum. num. 3. Fatinac. quaft. 147. uum. 107. & ) 
ex furo. [L) af aud) wider bie Erben De8 Stupratoris bit atio 
Dat end x Aupro ſtatt finde, 1 
 bendegstue — Leyfer. meditat, ad Pandect. Specim. 583. meditst. 13, 
Muss — Bardil. de farisfadh ſuprat. puemtr, 3. vum. 3r Ea 1 
| ii 





Des erffen Buchs / vierdtes Capite, — 157 
Dann obſchon bie a&iones, die aus denen deliGtis entſprin⸗ 
gen, wann fit gleich rei perfecutorize ſeyn, wider die Er» 
ben ordentlicher Weife nicht angeftellet werden fónnen ; 
L. 4. $. 6. & 7. ff. de alienat. judic. mut. cauf. 
fo ift jedoch in denen Canonifchen Rechten verordnet, baf 
ber Erb wegen des Verstorbenen Verbrechens in folidum 
gehalten fepn folle, fo weit fid) das Erbſchafftliche Vermoͤ⸗ 
gen p ir NER DUM dE | 
cap. fin. X. de fepultur. cap. 5. X. de raptor. Y 
Welches wie es ſehr billih und in Gewiſſen verbindet: alfo 
wird aud) fothane difpofitio denen Civil- Rechten in praxi 
vorgezogen. — N | 
Leyfer. cit. Joc. Mev. part. 5. decif- 93, zum. 34. Brunne- 
| mann. 4d L. 32. ff. ad Leg. Aqui. as : 


TI) Das aud) denen Erben bes Stupratoris annoch bit Denen € 

Wahl morgen der Heyrath oder Ausſteurung gufomme, — barhessa- 
propter $. 23. Infeit, de legat. & L. fm. pr. Cod. comm. de fomnt 

«c degat. Leyfer. medi, ad ff. [pecim. 583. meditat. 14. ebenfallg 











£ 


; : | ^ A. NEN f die Wahl 
Dann o5 es zwar abfurd ſcheinen möchte, nach den Tod pcr 


bes Stupratoris, feinen Erben die Wahl wegen der Ehe oder der 

oder Ausftenr zu überlaffen, inbeme der Verftorbenenicht a 
mehr Hochzeit machen Fan; fo Fan fid) Doch ereignen , bag m 
"bie Erben auf bie Wahl provociten, wie Leyferus Zac, cir. 
 Üfefgenbeg Exempel anfübret : Eine geſchwaͤchte Weibs⸗ c.r. 

NU fatte wider bem Stupratorem alternative agitt, ^ — 

fie entweder zu heyrathen ober auszuſteurn; iſt aud) bie 

Urthel dahin ausgefallen , bie Geſchwaͤchte entweder au 

henrathen oder zu dotit, Die Geſchwaͤchte hat ven if» 
me zum oͤfftern verlanget, fid hierüber zu erklaͤren, ſo er 

aber immerzu trainirt bißer Darüber verſtorben; hierauf 
fat bic Geſchwaͤchte gebetten, ſie nunmehro vor frinabrio, 
9H um 


: 1,8 Don der Obligation des Sinpratoris &c. 


Refpon- 
fum. 





und das Kind für rechtmäßig zu erklären. Da bann des 
Berftorbenen Vater fid) gemetbet, unb angeführet, er 
wäre rechtmaͤßiger Erb, und ftünde ihme bie Wahl annod) 
frey; hat auch hierinnen von der £óbl, Juriſten Facurát 
3u.Mittemberg / Beyfall gefunden, welche Menf. De- 
cembr. A. 1733 alfo geiprodyen. verb. Iſt Hanns Barth 
ber jüngere auf eine von Maria Moderachin wider ibi am 


geſtellte Schwängerungs- Klage, die Klägerin entroeber zu 


ehelichen, oder mit 15. fl. zu gotirn, nicht weniger bie auf 
des Kindes Geburt und Tauf gewandte LInfo(ten zu bezah⸗ 
len, und dem Kind 1o. fl. jährlich , ftatt der alimenten zu 
‚reihen, condemnirt worden, jedoch, ehe er diefem Lite 
thel ein Genuͤgen gethan, verſtorben; twannenhero zu wiß 
m verlangt wird: ob das von Hanns Barthen unb bet 
Moderachin erzeugte Kind pro partu legitimo zu halten, 
und fo wol jetzo feines verftorbenen Vaters, als Fünffti 


- bes annod) lebenden Groß Baters rechtmäßiger Erbe fepe? 


Wann nun gleich ein Stuprator auf dem Fall, da er die. 
Gefchwängerte auszuftatten unb abzufinden nicht vermag, 
ſchlechterdings felbige zu ehelichen angehalten wird; hier» - 


nechſt bie Moderachin fid) bey Barths Leben, alle Muͤhe 
gegeben , ihn zu einer Erklärung auf die iine in bem Ur⸗ 


tbe zugeftandene alternativam anzuhalten, feiner aber, 


- wegen feiner Abweſenheit und ungewillen Aufenthalt nicht 


habhafft werden fónnen , folglich, bag nunmehro bas Ur⸗ 


cthel zu ihren, und vornemlid) bes unfchuldigen Kindes fa- 


veur erklaͤrt, und bie Ehe vor vollzogen geachtet werden 
müffe, e8 das Anfehen getwinmerz ; 


Dannoch aber und Dierocil des Sohnes Flucht und Unge⸗ 


horfam dem Vater feinen Nachtheil bringen, - 
oo L.O47. f. de Reg. Jur. 3 | 
mod einen Erben wider Willen aufdringen fan, quoniam 
- invico funus heres agnofci non debet, ^ne da | 

US 7. Inflit. de adopt. | NU 
| | bicts 


Des erffetn Buchs/ vierdtes Eapitel, 153 


hiernechſt ber Sohn bep einem Abſterben bie be nod) nicht 
vollzogen gehabt, alfo feinen Vater, als rechtmaͤßigen Er- 
ben Hinterlaffen, welchem fein ehemalig erlangtes Recht 
durch eine fi&ion nicht dd ron werden Fan, übrigens das 
unehelihe Kind, ba des Vaters Verlaſſenſchafft au feiner 
Unterhaltung nicht hinreicht, felbige von des Vaters Ba» 
ter, ex naturali obligatione zu fordern berechtiget, dem⸗ 
nad in fo meit geſichert ifi; Bas 

Gott das von Hanns Barthen unb ber Moderachin auf» 
fer der Ehe erzeugte Kind vor ehelih nicht zu erfennen, 
nod) vor einen rechtmaͤßigen Erben feines Vaters und kuͤnff⸗ 
tig feines Groß Vaters gu ad)ten. 28, 3t, W. 


S. 20. 


Auffer ber bishero angeführten Satisfa&ion die zu Sall rr) Ferner 
gebrachte entweder zu bepratben ober aber zu dotirn, mu gb Der 
der Stuprator 11.) wann eine Schwängerung concurrirf, bie Kinds 
bie Aindbeits, und Tauff- Unkoften der Geſchwaͤchten Sıtt un, 


bezahlen. Foften en(s 


Bardil. de fatisfa. fRuprat. cap. 3. membr. 7. num. 46. thire. 
Horn. confaltat. & refponf. claf- 1« vef. 48. fol. 1108 6) 
. „Lauterbach. Colleg. tbeor. pract. ad ff. tit. ad Leg. Jul. de 
— — adulter. S. 47. x | | 


Wormit aud) das Hochgraͤffl. Hohenlohifche gemeinfa Hosentsnis 
me Lands Recht part. 1. tit. VII. S 2. übereinftimmet Er Recht 
in verb. Wie viel aber ſowol zu Abfindung der Geſchwaͤch evbon. 
ten Weibs Perſohn unb deren Kind⸗Betts Unkoſten zu be; 

zahlen fepe , das ift von dem Richter nach des Thaͤters Ver⸗ 

mögen, und der Geſchwaͤhten Dirne Zuſtand und Be 
ſchaffenheit zu beſſimmen. zd : 

Und babin zielet auch das vonder Loͤbl. JuriſtenFacul. Refpon- 
zät zu Wittenberg Ment. Majo A. 1708. ertheilte refpon- fum. 
fum, verb. Es iſt auch — C, iar 2 

| | geſtal⸗ 








260 Von der Obligation des Stupratoris tfc. 


geſtalten Sachen nacb/ mit 5o. Rthl. zu dozirns/ fovoot 

zu des mit ihr erzeugten Kindes alimentarion [o lange/ 

biß es fein Brod ſelbſt verdienen kan / jährlich 15. Rthl. 

nebſt denen Tauff⸗ uno andern bey der Liiederkunfft bes 

noͤthigten Boſten ſelbiger zu reichen ſchuldig. D.R.W. 

un.) Muß HL) Liegt dem Stupratori od, wann er die Geſchwaͤch⸗ 

E supta- te zu beprathen nicht Willens / bad von ibme mit der 

Kind ver: Geſchwaͤchten erzeugte Aind von Zeit der Geburt an, fo 

alimentirn.. fange, bif es feinen Linterbalt felbf verdienen kan / zu 

ernähren; unb hat man hierbey nicht forwol auf das Alter, 

als vielmehr auf die Tuͤchtigkeit zu dienen, oder etwas zu 
acquiriren, zu fehen. 

Berger,Ozcon. Fur.lib. 3. tit.Y1. 8.4. 201.7. pag.82 5. Carpzovs 

| Prax. Crim. quaft. 68. num. 104. feqq. Stryk. im ufu mod, 

4d ff. tit. ad Leg, Jul. de adult. $. 23. Lauterb. cit. Joc. 


putem Welches aud) in dem Hocharaͤn. Hohenohiſchen ger 
| [bs cn meinfamen Land: Recht part. T. tit. V1L.S. 2. glſo vers _ 
wie! V^ orönet: verb. Wann zioey (ebige perfofnen ic) feikhlich 
.. vermifchen, unb das Lafter ber Hurerey treiben, fo iftbie 
Manns Perfohn fibulbig und gehalten, entweder bie ges 
Hwaͤchte Dirne zu ehelichen, ober ihr. ein gewiſſes Stud 
Geld zur Abfindung, an ftatt eines Heyrath Gute, zu 
geben , bargu leBterm Salle , dem mit ihr erzeugten unehe⸗ 
lichen Kind, ettvas gewiffes aur Verpflegung jährlich zu 
bezahlen, aud) nöthigen Falls wegen folher Verpflegung: — 
Gelder Caution zu flellen, und dieſes alles fo lange, big 
das Kind fein 12. Fahr erfüllet bat. | 
Refpon- And alfo hat die Zöbl. Turifken: Facultaͤt zu Altdorff 
den 4. Maii Ä. 1731. geſprochen. verb. D er ſelbe die ^l ris 
gerin/ da er felbige zu heprathen nicht gemeinet/ mit 
300, fl. zu dotien / wie ingleichen deren mit ihr erzeug⸗ 
ten Binde von Zeit der Geburt anz (o lange, : ges 
ir dd einen 











Des erfien Buchs/ vierbtes Capite, 161 
feinen Unterhalt ſelbſt verdienen kan / jährlich 25. fl, 
alimentations-Belder zu reichen fchuldig, Du 

Rationes Decidendi. Hiernechſt befannt, bag ein Stu- 
prator nicht nur diejenige Perſohn, fo er zu Sall gebracht, 
ba er felbige zu heyrathen nicht gemeint, gebührend zu do- 
irn (dulbig, fatisfattio enim & Intereffe feminz ftupra- 
ta in terris Imperii in eo confiftit, ut ftuprator vel ma. 
trimonium cum ea contrahat, vel dotem, cujus quan- 
titas fecundum conditionem vitiata: a judice determinari 
folet, illi praeftet ; | : 

Carpzov. 7prud. Confff. lib. 2, def. 229. mum. 7. feqq. 
Wernher. Select. Obfervat. forenf. vol. s. Obfervat. 135. 

num. 1. Stryk. in ufu mod. ff. tit. ad Leg. Jul. de adult. 








«S. 20. €$ 21. : 
. fonbern aud) anbey bem von ihme erzeuaten Rinde, atem- 
pore nativitatis ejusdem, fo lange, bif; es feinen Unter: 
ait felbjE verdienen Fan / Die alimenta zu reichen ge 
halten; — | 3 
Horn. Conſultat. & refponf. Claff. 15. refp. 48. fol. 1108, 
Carpzov. prax. Crim. quaft. 68. mum. 104. fegq. Stryk. 
d. tit. $. 23. & in not, ad Brunnem. 7. Ecc/efaft. lib.2. 
cap. 18. S. 28. verb. Sruprator autem. 
an be(fen Stelle aber 2c. So iff, wie in bem Urthel enthal- 
ten, von uns erfannt worden. ap | 
.. Don weldyer alimentation wir annod) weiters in nach⸗ 
folgenden 6, Capitel biefe8 tractats zu Handeln gefonnen. 
N ERS BEE S. ar. NR LE S 
IV.) Iſt ber Stuprator gehalten, ordentlicher Weiferv) Mus 
der Geſchwaͤchten alle aufdenprocef verwandte Unkoften/ Dore 
wo er nicht aute Schein-Sründe, oder eine red)tmáfiae Ur. cerato 
fad vor fid) hat, bie ihn von denen Unfoften befrepen, zu tesa 
erftatten. 0c : | 
Schöpf. vol. I- decif. 33, uum, fin. add. L, B. de Lynker. 
vol. 1. Refponf. 166, vum. 10. : 
X2 Wie 


162 Yon bet Obligation eo Stupratoris tSc 


Refpon- Wie alfo bie Löbl. Turifken: Facutát zu Altdorf in 

lum J. porgebacbter Sache d. 4. Maii A. 1731. gefprochen, verb. 
Anbep auch weniger nicht Beklagter alle bep diefem 
proceff bißhero aufgelauffene Unkoſten / auf vorberae - 
hende Liquidation und Richterliche Ermaͤßigung/ oct 
Alägerin zu er(fatten fchuldig. D. X. YD. Rationes - 
Decidendi : So iff, wie in bem Urthel enthalten, von 
Ans allenthalben erfannt, anbey aud) weniger nicht Bes 
flaater, weilen er feine juftam litigandi caufam vor fich 
hat, in alle auf diefen proceff bißhero verwandte Unkoſten, 
pravia liquidatione & moderatione judiciali, nicht unbil: 
lid) verurtheilt werden; vi&tus enim vi&ori regulariter in 
Expenfas condemnandus, 


L. 79. pr. ff. de judic. L. X3. S. 6. Cod, eod. Laüterbach. 
. diff. de Expenf. victor, theſ. 17. 
fuadente idipfum aequitate, ne fc, vel temeritas vel im- 
probicas victi vi&ori noceat, & fi illa impunita maneret, 
quotidie creícat. E. 


— L. 38: ff. de R. V; Ventur, & Valent. in partb. litig. libio, 
cap. $. num. Y. | N 


Refpon- Ingleichen bie Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Wittemberg, 

fum IE menf, Auguft. A. 1716. in caufa Johann Leonhard e 

genauer contra Dorothea Korenz Engelhbard/ Eich⸗ 

ſtettiſchen Unterthanens zu Birkach Tochter. verb, 

ind er ad agnitionem & alimentationem partus, necnon 

refufionem Expenfarum, nicht unbillich condemnirt wird, 

Refpon- Ferner die Loͤbl. Turifken: Fautét zu Wittemberg/ 

ſum Ill. menf. Januar. A. 1709. verb. Immaſſen Beklagter ſotha⸗ 

ne Summa nebft denen a fol. 99. aufgelauffenen Unkoſten, 

tad vorhergehender derfelben Liquidation umb unferer Er. 

maͤßigung Klägerin ben Vermeidung der Huͤlffe, au bezahs 
Jin. 35,195.08 eui sor e 026i 


6; 2n "MIT. 
OY w^. d wy - 














Des erſten Buchs / vierdtes Capite, - 163 
Dann die Löbl, Juriſten Facultaͤt zu Tena d, 25 Junii Relpon- 
A..1698, in caufa Machheimin contra ^jobann Jacob um IV. 
YWafen/ Lieu. verb. Daß es Beklagten Linwendens ä 
obnaeacbtet/ bey dem d. 8. Novembr. 1697. eröffneten 
und (ab Num,-27. befindlichen defmitiv-Abfehied billicy zu - 
laffen/ und berfelbe zur Execution zu bringen/ auch iff 
Beklagter bie daran fernerweit aufgelauffene fäntliche 
proceff- und Verſchickungs⸗Boſten abzutragen/ und der 
Alsgerin zu erfegen verbunden, D. R, W. Rationes 
Decidendi. Die Expenfas litis aber hat Beflagter durch 
feine vielfältige Verzoͤgerung ihme felbften zugezogen, unb 
bod) am Ende nichts erhalten, als worzu man ihn gleich 
anfangs, daß er (id) darzu zu beauemen Urſach habe, ete 
mafnet, er aber baben nicht acquiefciren wollen; bie ab- 
folutio von bem Eheverfpruch aber nicht intuitu merito- 
‚rum feiner Geits , fondern ex ofücio gefchehen , - alfo, 
daß er fid) in biefem Theil etwas nad) feiner Intention in 
caufa erhalten zu haben , um deswillen bie Expenfae com- | 
penfirt werden müften , gar nicht rühmen Fan. So hat 
auch bie Sache durch einig jurament ihre Endfchaftt nicht 
aenommen , — aud) eben nicht einzuraumen, bag 
folden Falls jedesmal die Expenf@ compenfirt werden 








muͤſten, | jh 

-. vid. Carpzov. part. 1. Gevf/it. 38. def. 27. ^ 

fonbern ift allein der Incident-Punet des quanti dotis bat» 
Durch um fo mebrer8. in Richtigkeit. gefeger worden 2c, 2c. 
So bat man beromegen ben am 8. Novembr, 1697. voor 
‚der Loͤbl. Commiffion aus geſprochenen definitiv-Abfchied 
in allen Stucken vor rechtmäßig erkennen muͤſſen aud) 
mesen Beklagten beflißenen der Klägerin zur hoͤchſten 
Biſchwehrung gereichichen Aufſchubs „ denfelben in die 
noc ferner verurfachte fämtliche Unkoſten billid) ver. 


theilet. 
apt € 3 eiit 


164 Von bet obligation des Stupratoris tfc. 


Refpon- Wie aud) die Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Wittemberg/ 

fum V. menf, Febr. 1724. adrequifitionem Heren Johann Adam 

Srey Herrn von Diemer. verb. So erſcheinet daraus al» 

lenthalben fo viel, das der von 31. 91. die von 91. 91. ent 

weder zu ehelichen, oder im Sall er ſolches zu Thun nicht 

gefonnen, felbige, gestalten &&aden nad, mit 200. big 

390, Rthl. zu dotirn, nicht weniger das mit ihr erzeugte Kind 

fo lange, big «8 fein Brod erwerben Fan, jährli mit 30.ff. 

p ‚veralimentiren ſchuldig, und wird Darüber 14. Tag 

lang, mit Gefaͤngnus biltid) beſtraffet, bie in biefer Sache 

aufgemanbte Linfoiten aber, find, in Anſehung derer ab» 

— Eide, gegeneinander zu compenſirn und aufi 

eben. | 

v.)tas . V.) Wird über biefed alles der Stuprator, nebit ber e 

en seite. ſhhwaͤchten, wo feine Nothzucht vorhanden / wegen 

Sefönäg, des begangenen Stupri, von der Obrigfeit, annoch mit 

ten anno) ciet willtührlichen Steaffe/ nad) Befindung der Um⸗ 
mum, Stände, belegt. b 


chen Strafs Cara ai ("i " 
bel arpzov. prax. Crim. quefl. 69. num. 2. feq. in Tprud. 
Hr Eg Conſiſt. lib. 2. def. 231. Lauterbach. Coleg. tbeor, prad. 


ad P- tit. de adult. & flupr. S. 47. 6 48. 


Formula _ ‚Und pflegt man alsdann alfo zu forechen: So i( R. 91. 
pronun- bie Geſchwaͤngerte, woferne er fie nicht zu ehelichen. be 
endi dacht, ihrem Stande und Herfommen nad), zu dotien, 
und das Kind, bif es fein Brod felbften erwerben Fan, zu 
alimentirn fehuldig, und mag hierüber, feines Verbrechens 
wegen, 14. Tage mit Gefängnus beitrafft werden. — — 
Beſiehe unten mit mehrern von Beſtraffung des Scupri 
. 689 12, unb 12. Capitel dieſes tractats. 


— 


ER Das 


rich! Des erſten Buchs / fünfftes Capite, 165 


— — — — — — — — — —— — 


5 Das Fuͤnffte Kapitel. | 
Yon der Dotation oder 2fuo(teurung 
der Geſchwaͤchten. 


NET. 
Dart haben bißhero angeführet, daß der Stuprator Das Her. 
Y die "ie Geſchwaͤchte entweder zu dorien / abe. aber I 
^S zu beyratben / denen Rechten nad) verbunden Graiis 
fepe, Erwehlt er nun bie dotation ober Ausſteur, fo mug tea fogleidy 
er folches aud) bewerckſtelligen, und das Heyrath But fo beiabltieem 
leid) auszahlen; bann diefe Ausfertigung gebührt ber Ge: vat me 
ſchwaͤchten alsbald, und darf (ie nicht warten, bif fiefid)niót — 
verheyrathet. | artem big 
. Berger. Oecoz. Jur. lib. 3. tit. Yr, $.4- mot. 7. pag. 824. heyrathet. 
Carpzov. prax. Crim. quæſt. 68. num. 32. fegg. Bardil, 
de fatisfatt. fluprat, cap. 3. membr. 6. num.3. feq. Lau- 
terbach, Colleg. tbeor. pract.;4d ff. tit, ad Leg. 7ul. de 
Adult, 8 45. | 
Dann obgleich anfonften bie Verſprechung des Heyrath 
Guts dieſe ſtillſchweigende condition, wann die Ehe b. 
folgen wird, involvirt, fo, daß wann die Ehe nicht et» 
folat, fein Heyrath⸗Gut gefordert werden fónne ; fo vers 
hält e8 fid) bod) in diefem Sall , wo das Heyrath Gut an 
(tatt ber Satisfa&tion wegen zugefügten Unrechts zu praefti- 
ren, gant anders, und muß Dahero der Dos ber Geſchwaͤch⸗ 
ten gleich und ohne weitern Aufenthalt entrichtet werden, 
arg, L. un. Cod. de raptu virg. $. 1. verf. five maritum, 
Wernker. im a Pu. ‚Part. — 364. 
num,2,3. 64. Böhmer. 7. Ecclef. tit. de adulter. € flupr. 
$. 8. Lauterbach, cz. Jos. Muller. d/ff. de Fur. pregnant. 
eap. 8. thef. 19, 









Hier⸗ 


166 Don der Dotation ober Ausfkeur, der Geſchwaͤchten. 
Dicit" Hieraus ergiebt (id) nun, 1.) daß dieſes Heyrath Gut bey 


Fan nihtzu- Det. Geſchwaͤchten unwiederrufflich verbleibe, unb nich 
rud gro wiederum zuruck gefordert werden möge, wann (ie fid) aleid) - 
den, wann gar nicht vetbepratbet. J 


leich die 3 ; « 
nis: Böhmer, cit. S. 8. 


te a0 uk 2.) Daß mann gleich bie Geſchwaͤchte vor ihrer Vereheli⸗ 
Und mie ung mit Tod abgegangen, biefer dos bannod) al8 ein de- 
auf die Er, bitum parum quf ihr Kind , oder andere ihre Erben trans- 
——— mittirt werde, fo daß dieſe annoch das Heyrarh- Gut von 


glei vie DEM Stupratore zu fordern, und ibn dieſerhalben zu belan⸗ 


Seförmäch: gen berechtigt ſeohn. 
Berhenrae Lauterb. Co//eg. theor. pract. ad ff. tit. ad Leg. Tul. de adult, 


AMT ver: $. 45. Stryic in ufu mod. ad ff. tit. eod. S. 20. & in ad- 
. WR | dit. Brunnem, 7. Ecc/effaff. (ib. 2. cap. 18. $. 28. ad verb. 
quam pater. Bardil. de Satisfact. fluprat. cap. 3. memb. 3. 
: num. 18. feq. Böhmer, 7, Eccleſiaſt. tit. de adu. & 
f'upr. $- 8. D : 
Refpon. . Und alfo bat ber Schöpffen:Stubl su Leipzig, menf. 
fum. Febr. A. 1639. gefprochen. verb. Hat ſich eure Tochter vor 
etlichen Fahren von A. W, ſchwaͤngern und zu Falle hrin⸗ 
gen laffen, derowegen gedachten A. W. weilener eure Toch⸗ 
ter nicht ebeliden wollen , ihr gebührenden Abtrag zu thun, 
und fie mit 30. fl. zu dotirn auferlegt worden; worauf 
fich8 begeben, bag ehe und bevor A. W. fold) Geld würd: 
lic) bezahlt, eure Tochter und darauf ihr Kind Todes vers 
- fahren, fo ift ſolche Schuld auf euch gebracht worden, und 
e8 ift nunmehro A. V. angeregte 30. fl. euch auszuzahlen 
; ſchuldig. dy. N. W. Ben 
zu ni Wann aber bie Gefhwächte vor der condemnation und 
eünidr vyerurtbeilung des Stupratoris, verftirbt , fo fan dag 
Condemna- Kind oder ein anderer Erb derfelben, das Heyrath: Gut 
tion P. in ihren Nahmen nicht fordern. Dann der Stuprator ift 


Stupratoris 


verfücht, alternative obligirt, bie Geſchwaͤchte entweder dg e 
| ! | a 

















Des etffen Buchs / fünfftes Capitel. 167 
Finnen ihre 


then oder zu dotien; woraus dann folget, daß, mann einer ou 
mährenden proceffbie Geſchwaͤchte fiebt , diefe obligation «orato. 
aufpoce und eríófd)e, bann in biefem Sall hat der Erb fein nu uidit 
Recht mehr zu agitm, oder ben angefangenen proceff fort; "rt 
zuführen, mithin wird der Sctuprator, fo viel die dotation 
anbelanget, gang befrenet, 

Wernher, Select. Obfervat. forenf. vol. 4. Obſervat. 33. 


Und alfo fat die X obl. Cjutiffenz Facusát zu Wittem Prajudi2 
berg/ menf. Auguft. A. 1720. ad requifitionem des Amt. cium, 
manns zu Gommern/ in caufa 4. M. B. contra 4. F, K, 
gefprochen, voie Wernherus cz. loc. bezeugt, — 


5 2 | 
Diefe dotation lieget nur allein dem smpratori ob/ Die Ges 
welchen fein eigenes fa&um zur Satisfation verbindet, und lómióte - 
wann diefee mit Tod abgegangen, Eönnen feine Erben De. i'zalein 
langet werden, wie wir foldhes in dem 19. S. des nechſt Stuprsore 
vorhergehenden 4. Capitels dargethan; Ded Stupratoris gioi i 
Vater oder Großvater aber ift, wann der Stuprator ent» dovrn. 
weder verftorben, oder nichts in Vermögen Dat, zur do- Feines 
tation der Gefchmwächten keines wegs verbunden, dann de asabe 
nen Gitern ift dag Onus nicht aufzubürden, daß fie ben praonstiar 
Schaden, weldyen der Sohn durd) fein Verbrechen caufi- Gone 
— tet bat, über ſich nehmen und erſetzen follen, | : 
arg. L. un Cod. ne fil. pro patre, Böhmer, 7. Eccleffaf. tit, 
- de adult. & flupr. $. 11. Bardil. de fatisfa&. fluprat. cap. 
3. membr. 6. num. 7. & 29. Berger. in Supplem. 4d Ele. 
‚Jprud. Crim. part. 2. mum. 3. pag. 419. feq. Stryk. ad 
Brunnem. 7. Ecc/af. ib. 2. cap. 18. $. 28. ad verba: zs 
bujus bona. circa fin. B A 
Und alfo fat der Schöpffen-Stuhl zu XDittemberg/ Refpon- 
menf. Septembr. A. 1677. ad interrogationem Antonii Ca- {um p 
ravallæ zu V, geſprochen. verb. Auf eure dritte Sragee 
| ds e E 2 kennen 


$ 


168 von der Dofation oder Ausſteur. der Geſchwaͤchten. 
kennen wir vor Recht: Wollen des Titii Eltern zu gedach⸗ 


ten Abtrag wegen ihres Sohnes veruͤbten Schwaͤngerung 
und álimentation des Kindes ſich nicht verſtehen. Wann 
nun gleich Caja vorwenden moͤchte, daß ſie in waͤhrenden 
Dienſt, bey Litii Vater ihre Jungferſchafft veriohren, 
alſo bec Billichkeit gemäß wäre, daß ſelbiger, zumalen da 
der Sohn noch nichts in Vermoͤgen haͤtte, vor dieſen, den 
Crantz and die alimentation bezahlete; dannoch aber und 
dieweil die Eltern vor ihrer Kinder Verbrechung zu gelten 
nicht verbunden, auch nicht dargethan, bag des Titii Va⸗ 
ter ober Mutter von dem vorgegangenen Beyſchlaffe Wiß 
ſenſchafft gehabt; So erſcheinet dannenhero fo viel, daB 
des Tiri Eltern gu mehr gedachten Abtrag für ihren Sohn, 
wider ihren Willen nicht anzuhalten. | | 
Refpon- Ingleichen oie Löbl, Juriſten Faeslrát zu Altdor ffrden: 
{um , 4 Maii A, 1731. in caufa Margaretha Louif2 3. von, 
| contra Leonhard K Turis fudwfum. verb. Dahingegen pa- 
ter ftupratoris mit der dotatione (tupratae, denen Rechten: 
nach, allerdings verſchont bleibet, quoniam dos debitum _ 
faltem juris civilis eft, adeoque pater facto filii ad eam: 
non poterit conftringi. « dd | 
Stryk. uf. mod. ad ff. tit. ad Leg, Tul. de adult. S. 24. infin. 
& in addit. ad Brunnem. 7. Ecc/ef. lb. 2. cap. 18. 9.28. 
T ad verb. i» bujus lona, Bardil. de fatisfact. fluprat. cape. 
zr 3. membr. 6. num. 7. & 29. à s 
einmal der Ja eg Fan auch nicht einmal der Dater bee Supratoris bts 
Bar s ang werden, das Heyrath Gut von der Legitima, die 
fibulrig tus fein Sohn Fünfftig. von ibme zu hoffen, einsweilen zu bes 
gene zahlen, worin bem Sohn bit legitima nicht ehender ge 
der Iegin buͤhrt, ale big nad) bem Tod feines Vaters, babero der 
a, bieder Vater auch Bierimnen nift zu graviren , und wider feinem 
SE Willen von feinem Vermögen, der Geſchwaͤchten etwas 
meg Bof zu einer Ausſteur herauszugeben, ihme zugumufhen. 
fen, us ^ Wernher: Enunciat, fori bod. part. Y. Enune.. 231. mum. 7; 


mweiln. bete Ls 
ANSjUGELEN o- fea 


Des et(fen Buchs/ fünfftes Capite, 169 

' feag. Mollenbec. diſſ de dote fne matrim. Set, U. S. fin. 

vid. &odbgréfl. Aohenlohif, gemeinfames Land⸗ 
Recht part. 1. tit. M. $. 2, ibi: unb bonn die Eltern 
auf Zureden nichts gutwillig an dergleichen bezahlen 
wollten, fo waren dieſelbe zwar darzu nicht zu zwingen. 

Und alſo hat die Loͤbl. Juriſten⸗ Facultát zu Witten: Refpon- 
Berg / ment, Jul, A. 1723. ad requifitionem der Regie fum, — 
xung zu Didenburg in caufa Alten Lütfen/ contra 40b. 
Reinern 69 Conf. geſprochen. verb. Wann gleich bie do- 

. &rinpatremex deli&oliberorum, quantum adlegitimam, 
obligari, der Dod) von vielen Rechts - Lehrern widerſpro⸗ 
“en, von vielen und Denen meiften aud) , ut peculiari fta- 
tuto hoc fit introdu&um, erfordert wirds : 


Covarruv. var. refolut. cap. 9. mum. 7. Jul. Clar. recepi. 
fent. lib. 5. S. fin. quafl. 86. mum. 8. Sichard, a4. Leg, 1. 
Cod. ne fil. pro patr. num. 5. Moller. Aib. 3. Semeflr. cap. 
:6. Bachov, ad Treutl. vo/. 1. diſp. 24. sum. 14. Brun- 
nem, ad L. 1. Cod. ne fil. pro patr. tum. 7. ; 


- $n foro, infonderheit in der Grafffchafft Oldenburg 7 
Schlechterdings und univerfaliter recipit wäre, fo bod) — 
nicht beygebracht; dieweil aber in gegenroártigen Sall bits — 
fer befondere Umſtand fid) ereignet, daß weder ber Sohn 
mod) der Vater bey jenes 2eben , gerichtlich befproden, 
fondern erít nad) deſſen Tod , Klagerin den Vater adtio- 
nirt, unb zu folder Zeit, wegen des verftorbenen Sof: 
nes legitima, und des überlebenden Vaters Wermögen, 
niemand fid) einigen Concept madjen Fönnen, als welche 
Aegitima eine portio be8 Vaters Verlaſſenſchafft ift, in 
.quam ab inteftato fucceffurus erst, fi fupervixiffet, und 
ba der Sohn vor bem Vater verftorben, diefe fucceffion 

. bintveaaefallen, unb fo wenig demnict vorhandenen Sohn, 

der Vater cine legitimam zu diei verbunden, fo s 

- Cm o | 





. den, fen et - 


170 Von der Dotation ober Ausſteur. ber Geſchwaͤchten. 


nig deffen Creditores ex delicto ſolche zu fordern berechti⸗ 
: act ſeyn koͤnnen; So ift xc. 
Jedoch tan Jedoch fan denen Eltern von der Öbrigkeit Inhibition 
pbi. geichehen, daß fie bem Sohn auf fein Eünfftiges Erbtheil 
Elten ve. ohne Obrigkeitliches Vorwiſſen nichts hinausgeben follem. 
bieten, dem Welches voie e8 Denen Rechten gemäß: Alſo iſt dieſes eben 
hi auch alfo infonderheit in dem Hochgraͤfl. Hohenlohiſchen 
gesenhheil gemeinfamen Land Recht par. 1. zit. FL. $. 2. verordnet 
nichts Bere zu finden. verb. Wann aber von des Thäters Eitern nod) 
hear eines bey Beben wäre, und derfelbe weder einen Voraus 
fan» noch fonftiges Vermögen hätte, und dann die Eltern auf 
Recht. Zureden, nichts gutwillig an dergleichen zahlen wollten, 
jo wären diefelbe zwar nicht bargu zu 3teingen, bannod) 
aber ihnen von Obriafeit8 wegen zu verbieten, bem Sohn 
auf fein Fünfftiges Erbtheil, ohme bero Vorwiſſen nichts 
Hinaus zu geben, widrigen Falls aber , und wann nad) bet 
Eltern Tod, deffen Erbtheil wegen folder Hinausbezah⸗ 
fung , aut Entrichtung der beftimmten Abfindung und Ro 
ften, nicht mehr zureihen würde, der Abgang von der 
danken Eiterlichen Verlaſſenſchafft erfegt werden folle, — 


Dam de Wann qud) der Sohn ben feinem 9lbfterben Güter fim 
inem Albeter (id) verlaffen hätte, bie bem Vater ober Greß Vater 
en erblich wären zugefallen, als dann wäre bie Geſchwaͤchte 
Yaffen, unt (d) an biefe bona wegen ihrer Sarisfaction zu halten , und 


Biel ben den Vater oder Groß Vater zu iberfommung ihrer Abfer⸗ 








fat, Ein zu belangen wol berechtiget. 
von der Be, Wernher, cif. £r. Enunciat. 211. in fin. j — 
ere ber Und alfo hat vorgedachte Turiffen: Farukät in eadem. 
longe IU" cana gefprochen, verb. Im uͤbrigen toann ber Sohn ein 
demi peculiem adventitium bey feinem Zibfterben , verlaffen 
beahlen. hatte, fo die Eltern zu fib genommen , unb foldjes zu bes 
Refpon- weiſen wäre, Klägerin wegen ihrer Satisfaction fid) wol 
fum, (R9 c VES baran 


A 


— 


Des erfien Buchs / fünfftes Kapitel, | 171 


— — — — — 


Daran halten möchte , unb zu dem Ende die Mutter 
foíd) vermittels Eides zu ſpecificiren, ſchuldig wäre. 


S 3. : 
Wie nun aber mur der Scuprator und deffen Erben / 

nicht aber die Eltern zur dotation der Geſchwaͤchten ver; Das Hays 
bunden: alfo ftehet das Heyrath Gut eigenthumlich einig — 
unb alleine der Geſchwaͤchten und ihren Erben / Feined- ver Se 
wegs aber derfelben Eltern und Anverwandten zu, und Hmähten, 
Fönnen bie Eltern fid) foldes nicht zueignen, wann aleid) nrencicern 
die Geſchwaͤchte nod) unter ihrer Gewalt fid) befindet. oder Ander⸗ 

muon. diff. de fatisfad. fluprat. cap. 3. membr. 3. num. en 
Dann wann gleich bie Eltern barburd) auf das hoͤchſt be: 
fibimpffet, and in groffe Betruͤbnus gefeget werden; fo 
find fie bod) nicht befugt , in ihrem Nahmen die a&ion wis 
der den Stupratorem anzuftellen, und das Heyrath⸗ Gut Sebed tiw 
vor fid) zu fordern, teilen folded nicht denen Eltern, und un "y Sb 
Anverwandten, fondern der Gefchwächten vor ihre Satis- a&ionem 
fa&ion gebühret, wol aber fieher ihnen frep; bevorab dem ’eisriarım 











Bater, die actionem injuriarum wegen zugefügter Be: —— 
ſchimpffung wider den Stupratorem anzuſtellen. sem: anſtel⸗ 


 Leff, de 7. & 7. lib. 2. cap. 10. dub. 2. in fin, Bardil, d. cap" 


3. membr. 3. num. . & 3. 


Wann ber Stuprator mehrere Weibs/Perſohnen ftupritt, atineines 
muß et fie alle dotirn. Wd aiu la 
Beſiehe den vorhergehenden 10, $. des 4, Capitels. Perſohnen 

Eee | $ d o cpu indir 
Beyn determinirung des Heyrath⸗ Gutà hat man zu⸗ an; 
vörderift auf die Landes Geſetze, Statuta. unb Sehne Orveache 
ten des Orts das Abſehen zu um , und denenfelben Out iu des 
Un Us 3 ſchlech⸗ 


termini ft. 


& 


Herzogl. 
Magdebur⸗ 


. 172 Qon der Doration oder Ausſteur. der Geſchwaͤchten. 











ſchlechterdings nachzugehen. In Sachſen werden einer 
Bauren Tochter ober Dienſt⸗Magd insgemein 20. Rthl. 
einer Handwercks Tochter 40. bi so. fl. und einer Edel⸗ 
mann8« Tochter goo. ober 1000, fl. adjudicirt , wie Car- 
pzovius bezeuget | 
prax. Crim. quaft. 63. num. 17. & 18. & in Fprud. Confiff. 
dib. 2. def. 233. Böhmer. 7. Ecclef. tit. de adult. & flupr. 
S. 13. Bardil. de fatisfael. fiuprat. cap. 3. membr, 4. 
NUM. 20. in 


tin ber Herzogi. Magedeburgiſ. Policey: Ordnung/ 
cap. 69. $. 1. it ievon folgendes verorbnet: Da eine ledi⸗ 


gif-Policey: ge Manns: Perfohn eine unberüchtigte Jungfer oder Wit⸗ 


Drdaun 


hievon. 


3 fib beſchlieffe, unb ihr dabey bie Ehe nicht verſprochen haͤt⸗ 


te, deßwegen er doch, auf der Geſchwaͤngerten beſtaͤndi⸗ 
ges Vorgeben, ſich eidlich zu reinigen ſchuldig, ſoll er ſie, 
nad) Gelegenheit ihres Standes und Herkommens , bod) 
ba ſolches bey Dienſt Maͤgden oder Bauren⸗Toͤchtern, 
fic uber 8. biß 20. Rthl. nicht erſtrecke, dotirn, unb die 
Leibes Frucht, wann ſie zur Welt kommen, biß in bas 15. 
zr , und zwar des Jahrs ben Adelichen mit so. bey 
Burgers Leuten mit 25. biß 30. bey denen Bauern aber, 
mit 8, biB 10. Thalern alimentiren. T 
Wie e8 aber zu halten, wann feine Befonbere Landes: 
Oronungen vorhanden , Darinnen kommen bie Rechts: 
Lehrere nicht überein. Einige ſtatuiren, man müffe_ auf 
beeder Vermoͤgen; einige, man muͤſſe auf das Vermögen 
be$ Stupratoris fehen, und waͤre das quantum nicht genug, 
fo ber Bater zur Ausfteuer hergegeben hätte, weilen fie 
fonften feinen Mann befame , wann fie nad) bem Vermoͤ⸗ 
gen des Vaters ausgefteuret würde. | 


- Faber. Cod. Sabaud. lib. 9. tit. 7. def. s. num. 6. Bertazoll. - 


ad Barthol, Bertaz. Conſult. decif. lib. 2. «onfl, 452. — 
án fip. LAM. 3 
| o: o0 MOit 3 


Des erſten Buchs / fünfftes Capitel. 173 


Die Canoniſten ſagen/ man muͤſſe ber Geſchwaͤchten fo 
viel zum Heyrath Gut geben, fo viel fie vorjego mehrers 
nöthig hat, einen andern Mann wiederum eben fe aut zu 
befommen , als vorhero. Dahero, wann eine Jungfer 
ein Heyrath Gut batte, wormif fie eine ehrliche und erba 
re Heyrath thun koͤnnte, wann fie nicht wäre — 
worden, nemlichen 1000. Gold Gulden, nad) bem Stupro 
aber keinen Mann, der ihr gleich, haben koͤnnte, als 
wann fie ihme gedoppeltes Heyrath⸗Gut zuhraͤchte, fo 
muͤſte der Stuprator ibt in dieſem Sall, 1000. Gold⸗Gul⸗ 
den geben, fo, daß (ie mit den ihrigen 2000. Gold; Gul 
s aes Damit fie ſich wiederum ehrlich verheyrathen 
oͤnnte. us 
Lugo de 7. & 7. difputat. X2. Sect, I. num. Y7. Ziegler. m — 
o fit, fur. Canon, lib. 4. tit. 8.$.3. vetſ. juxta modum dotis. 
Andere fagem , mam müffe auf ben gegenwärtigen Zuſtand 
und bie Beſchaffenheit der Geſchwaͤchten ſehen, bag der 
Stuprator (it entweder zuehelichen, oder aber ihrem Stand, 
und jegiger Gelegenheit nach, zu. beitatten ſchuldig, wei⸗ 
len niemand leicht eine Geſchwaͤchte ohne ein grofles Hey⸗ 
tati &nt, zu heyrathen pflegt, : | 
Hartm. Piftor. Obfervat: 161. num, 2. Brunnem. 7. Ecc/ef- 
.. Wh 2. cap. 18. num. 28. 


2 $5 | | 

Da nun aber in denen Rechten von Dicfent dote nichts Wie viel 
eigentliches determinirt zu finden, bie Rechts Lehrere her kandaren 
entgegen hierinnen nicht einig, fo iff biefe gange Sache, fir ires 
wie viti nemuchen ber Geſchwaͤchten ftatt eines Heyrath, ratios 
Gut , yr conftituiren ſeye, dem arbitrio Judicis oder —— 
een ‚eines: vernünfftigen Richters , gw über: boom 
aſſen. Epp pA t fers gu übey 
Horn. Corilat 4 vf. Cla 3. Refp 29- fal. 27 Bardil fen. 











174 Von bet Dotation oder Ausſteur. der Geſchwaͤchten. 





de fatisfact. fluprat. cap 3. membr. 4. num. 3. Richter. 
decif. 38. num. 9. Wernher, Enunc. for. bod. part. 2. 
Enunciat. 362. num. 2. 


Der ii Gemeiniglich pflegt man ben determinirung des Heyrath⸗ 
ter bat bey Guts auf die Condition und Stande des Vaters der Ger 


determint- 


zung des ſchwaͤchten zu fehen, und den Stupratorem dahin angubab 

rat» fen , ber Geſſhwaͤchten fo viel für das Scprati Gut ause 
au m fe zubezahlen, als ber Batter feiner Tochter Hätte mitgege⸗ 
ben, wie ben, oder mitzugeben gewohnt geweſen. 
biel ber Bas 4 
- terderöer — Carpzov. prax. Crim. guef. 68. num. 13. feq. & Fprud. Con- 


ſchwaͤchten, ffl. lib. 2. def. 230. num. 3. & 4. Bardil, cit. loc, num 9. 
Fr ite! — € 1o. Hert. decif. & refponf. wol. 2. decif. 873- zum. 2. 
Braten — Stryk. in addit, ad Brunnem. 7. Ecclef. /ib. 2. cap. 1g. 


$. 28. ad verba: quam pater. Lauterbach. Colleg. tbeor. 
pra&. ad ff. tit. de adult, © flupr. S. 43. 


 "gormua Hinc formula pronunciandi : So iſt er fie zu eheli⸗ 

pronun- chen / ober/ ba et bie Ehe mit ihr zu vollziehen nicht 

ciand. bedacht/ fie ihrem Stande und herkommen nach/ zu 
aotirn ſchuldig. bn ON. 


| | 
Refpon- Und alfo hat die Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Gießen ben 
fum 9. April A, 1705. in caufa 2Inna Sophia von Bnieſtede 
| contra Heinrich $riedrich von Heym geſprochen. verb. 
Dos Beklaater von der angeitellten Klage zwar zu abfol- 
viren, jedoch derfelbe oder deffen Vater , neben des für: 
des alimentation Klägerin ihrem Stande und Herfommen 

nach, zu dotirn ſchuldig 0. 95. W. 


Rat. Decid. &o haben wir nicht anders erfennen moͤ⸗ 
gen, ald dag Beklagter von angeftellter Ehe,Rlage zu ab- 

. foiviten fepe, jedoch iſt er ſchuldig, Da8 Kind zu alımen« 
tiren, al8 welches auch der Vater allbereit übernommen, — — 
auch die Beklagte ihrem Stande und Herfommen gemäß, — 
entweder von ihme, oder dem Vater, als weiber Kau- 7 
; en : . . tionem 


Des etffen Buchs/ fünfftes Capite, 175 


— — 


tionem judicatum folvi, fub Nam. Actor. 6. præſtirt, au 
dotirn, | 

 Carpzov. prax. Crim. quaft. 63. num, 13. feq. 
beffen determination aber am beften von bem Hochfuͤrſtli⸗ 
den Confiftorio gefchehen Fan, weswegen wir aud) bed 
fail8 nichts gewiſſes in dem Urthel exprimien wollen. 

Jedoch Fan zuweilen vorkommenden Umftänden nad) , Zuweilen 
ein aröfferer dos conftituirt werden; bann wann der Va he 
ter zuvorhero feine Tochter, tveifen fie entweder (dion oder do; cos 
wol erzogen, mit wenigen ehrlich hatte ausfteurn fónnen, Rirwirte 
vor jeßo aber, ba fie geſchwaͤchet, einer aröffern Ausfteur 
noͤthig Hat, fo iff allerdings billid), dag der Stuprator ein —— 
gröfferes Heyrath Gut, al8 ber Vater anfoniten gegeben 
hätte, unb zwar fo viel, als fie zu Lberfommung einer 
ihr anftändigen Heyrath vonnótben , bezahle, und baburdy 
der Geſchwaͤchten ihr Intereffe hinwiederum erfege , weilen 
eine Geſchwaͤchte allezeit mehrer bedarff einen Mann zu 
befommen, als eine Jungfer, jedoch daß man allezeit bate 
bey auf ihren Stand und Herfommen bas Abſehen richte, 
und das Heyrath Gut barnad) regulire, 

- Carpzov. prax. Crim. quafl. 68. num. 16. Mev. part. 4, 

bit. 5. art. 1. num. 24. Bardil, de fatisfact. uprat. cit, 
membr. 4:num. 12. Lauterbach, ez. loc. Böhmer. Iz. 
trod. in Tus Digeft. tit. ad Leg. Tul. de adult. S. 32. Hert. 
decif. & refponf. vol. 2. decif. 206. mum. 1. | | 

Und dahin aehet auch das von occ £ OBL Juriſten Facul. Refponz 
sät zu Gießen in caufa Serbinanb Werners contra YTe: fum, ° 
ria Barbars Aumermundin/ den 4. Septembr. A. 1703. 
ertheilte Refponfum, verb. Ob nun wol Supplicant pro: 
juftificatione Gravaminum anführet , daß nad) ber be; 
mwährtiften Nechts Lehrere Süteinung dos danda fit fecun- 
dum conditionem patris ftupratee, quantum ille vel de- 

diffet, vel dare confueviffet; mum un ber Klägerin sun 
| SE er 

















176 Von bet Dotation oder Ausfkeur. der Geſchwaͤchten. 








ter ihr nicht 10 Rthl. sum Che Geld mitgeben koͤnnte, und 
er Supplicant nicht eines Thalers wert), fo wenig an Erb: 
als Lehen Gütern in diefer Welt befíse; Nachdeme aber 
die bewaͤhrtiſte Meinung derer Rechtsgelehrten iſt, dota- 
tionem ſtupratæ fieri debere, non tam habito reſpectu 
ad bona parentis, quemadmodum ille dotaffet filiam, 
quam potius, quanto plus jam dandum eit ítupratae, ut 








J. virum fuae conditionis confequatur j 


Guttierez. de matrim. cap. 37, in fin. Menoch, lb. 2. arbitr. 
jud. quaft. caf 238. num. 8. ſeq. Farinac, guafl. 147. num. 
-. 124. Carpzov. prax. Crim, quaft. 68. num. 16. feq. 
So bani bie Einvede, daß feine Mutter bie ibme zuſtehen⸗ 
be Güter jure reluitionis bejige, de jure tertii iſt, unb 
wie ein Vater alfo aud) eine Mutter in hujusmodi cafu, 
ad dotationem gehalten ift ; ! 
- Anton. Faber. lb. 4, Cod, Sabaud. tit, 9. def: 3. 
Sp haben wir ꝛc. 


6. 6. 
Cn dem Hochgraͤfl Hohenlohiſchen gemeinfamen 


pcd Land: Recht ift folgende Verordnung Dievon zu finden: 
es Lande Wieyiel aber fowol zur Abfindung der Geſchwaͤchten Weibs⸗ 


Recht b 


von· 


zur Verpflegung des unehelichen Kindes zu bezahlen ſeye? 
das iſt von dem Richter nach des Thaͤters Vermoͤgen, und 
der geſchwaͤchten Dirne Zuſtand und Beſchaffenheit, zu 
beſtimmen. Wann aber von des Thaͤters Eltern, noch 
eines bey Leben waͤre, und derſelbe weder einen Voraus 
noch ſonſtiges Vermoͤgen haͤtte, und dann die Eltern auf 

Zureden, nichts gutwillig an dergleichen zahlen wollten, 


ſo waͤren dieſelbe Pi nit Darzu zu zwingen, Dannod) 


aber ihnen ven Obrigfeits wegen zu verbieten , dem Sohn 
auf fein Fünfftiges Erbtheil ohne bero Vorwiſſen nichts n 
^ A au 


| Des erffett Buchs/ fünfftes Capite, — 177 

Aus zu geben, widrigen Falls aber, und wann nad) der 

Eitern Tod , beffen Erbtheil wegen folder Hinausbezah⸗ 

lung , zur Entrichtung ber beftimmten Abfindung und Ro 

ften, nicht mehr zureichen wurde, der Abgang von der 

gantzen Eiterlisen Berlaffenfchafft erfeget werden folie. 
part. 1.8.2 | 


Wann der Geſchwaͤchten Vater nichts in Vermögen hat, Wanndet 
unb Armuth halber feine Tochter nicht ausſteurn Fan, fo 'ümäh, 
muß der Stuprator der Gefchwächten fo viel sum Heyrath ups iu. — 
Gut geben, dag fie ihrem Stand und Herkommen nad, Sasso, 
einen ihr anftánbigen Mann , damit wiederum bekom "ie das 
men Fan, | dau m 
Carpzov. prax. Crim. quafl. 68. num. 15. Bardil. de faris. tn? 
fat. fluprat, cap. 3, membr. 4. num, 11. Mev. ad Fus 
Lubec. part. 4. tit. 5. art. 1. tum. 22. Berlich. part. 5. 
concl. 38. num. 23. — | SER | 
Und alfo hat der Schoͤpffen⸗Stuhl zu Leipzig / menf. gefson. 
ul, A. 1630. gefprochen. verb. Ob nun wol der Dirnen (um. à 
atet ein armer Bauersmann und Taglöhner gerefen, 
und ihr mit feinen Gulden zur Mitgifft au belffen vermocht; 
fie aud) von ihme nichts ererbt; dieweil fie aber dann - 
ehrlichen Standes und Herfommens , fo ift fie N. N. zur 
Ehe zu nehmen, ober, da er ſolches nicht thun wollte, mit 
25. fl. zu dotirn fhuldig. B. 9t. 98. | i 
Wann eine geſchwaͤchte Wittib zu dotirn, fo ift ber Stu. — 
prator ihr fo viel zu geben ſchuldig, als (ie zuvorhero ſchon dora fepe? 
von ihrem Vater zum Heyrath⸗Gut mit bekommen. 
|». . Mev. d. loc. num. 25. Bardil, d, membr. 4. gum, II3. 


Allein es gehet biefe Meinung fo ſchlechterdings nicht an, 
teilen das Heyrath Gut ofitmalen des Vaters Stand und 
Würde nicht aemag, manchmalen aber feinen Stand unb 
Condition uͤberſteiget, als wann eines Bauermanns "um 

| 32 etliche 

















178 Don der Dotation oder Ausſteur. der Geſchwaͤchten. 


— — — — — — —— — — —— ——t — 


etliche 1000. Thaler Heyrath Gut ihrem Mann haͤtte zu⸗ 
gebracht, wer wollte mol behaupten, daß man fie fo Hoch 
dotirn müite, aledas Heyrath Gut, fo fie zu ihren Mann 
gebracht, ausmadet, dahero vieles hierinnen auf bas ar- 
bitrium und Gutdünden des Richters ankommt, weicher 
nad) Beſchaffenheit derer SDerfobnen und anderer Umſtaͤn⸗ 

de zu deserminiren hat, wie viel einer ſolchen geſchwaͤch⸗ 
ten Wittib, dotis loco, auszufegen fepe, ! 

$e Ber Böhmer. 7. Ecclef. tit. de adult, & flupr. S. 13. 
(mächten Wie bann auch bey determinirung des Heyrath Guts prae- 
Pe b cife dar auf nicht zu ſehen, voie viel eine geſchwaͤchte Weibs⸗ 
viel gum Perſohn im Vermoͤgen habe, unb bey ihrer Verheyrathung 
sur „einem Mann zuzubringen vermdgend fepe, fonbern c8 bat 
fegt worden, Der Judex lediglich auf der Geſchwaͤchten Stand und Her⸗ 
als fie ib. Fornmen, unb bie babep mit einſchlagende Umſt aͤnde fein Ab⸗ 
rem rca ſehen zu richten, unb wird mithin deffen arbitrio und Gute 
guubrinzen befinden überlaffen , wieviel er in Erwägung fothaner Unt» 
mum frande vor billid) erachtet, der Gefdiiáditen zu einem Hey⸗ 
rath Gut zu beſtimmen. 

Carpzov. prax. Crim. quæſt. 68. num. 16. Lauterbach. Co/- 
leg. theor, praci. ad ff. tit. ad Leg. Jul. de adult. $ 43. 
Wernher. Ezunciat. for. bodiern. part. 2. Enunc. 363. 

| num 2. 3. 4. | 
Refpon- Und alfo hat die Löbl, Cjuriffen: Faruisät zu Mitten: 
(am, berg / menf. Febr. 1724. ad requifitionem Aeren Joh. 
Adam Stevberrn von Diemar/ Obriften über ein Res 
giment Dragonsr/ gefprodhen. verb. Obzwar 91. M. in 
denen mit uͤberſchickten AGis, durch bie Dafelbft fÜl. 6o. 
fcqq. in Abſchrifft übergebene documenta, welche auch in 
Originali producirt worden, beyzubringen ſich angemaſſet, 
daß, wann fie 91. 9t. zu heyrathen fich anheifchig machen 
wollte, fie ihme am Vermögen 2000. und etliche 100 Tha⸗ 
let einzubringen vermögend fene, mitbin Daraus weiter in- 
feriren will, dag nur gedachter N. 91, welcher fie geſchwaͤn⸗ 


Des erfien Buchs/ fünfftes Capitel, 179 


gert, fie zu heyrathen fi) nicht verfteben wollte, er fie 
auf fo bod), als fie ihme zugubringen vermöchte, anszu⸗ 
. ftatten verbunden fepe , und ſolches um deitomehr , als fie 
Adelichen Herkommens, in der Conftit. Ele&. Sax. 27, 
part. 7. aber vecfeben iff , daß im Fall ein Stuprator die 
Stupratam zu heyrafhen nicht gefonnen, er felbige ihres 
Standes und Herfommen nad), detirn, aud) bie £eibeso 
Frucht, auf aeriditlidie Maͤßigung alimentirn, hierüber 
aud) mit zeitlicher Gefaͤngnus beftrafft werden folle, Dane 
nod) aber und dieweil bey Zuerfennung der prætendirten 
Ausftattung , nicht auf dasjenige, was eine Stuprata bey 
ihrer DVereheliihung dem Stupratori einzubringen vermóe 
gend, zu fehen, fordern daß bey Deren determination der 


—' judex bloß auf der Stupratee Stand und Herkommen fein 


Abſehen zu richten habe, in der obangezogenen Contticu- 
tion. Elect. Saxon. 27. part. 4. verordnet zu finden, mit» 
hin dem arbitrio Judicis, wie viel er, in Erwaͤgung ſolcher 
Umſtaͤnde vor billich erachtet/ zu determiniren, nochge⸗ 
laffen ift; im übrigen aber, wie viel der Srupratae Vater 
im Vermögen habe, und wie bod) berfelbe fie auszuftat- 
ten room, in denen A&is nicht binlanalid) dargethan 
worden; 


Sp erfdbeinet daraus allenthalben fo viel, daß der von 
N. N. bie von 9t. 91. entweder zu ehelichen, oder im Fall 
er foldje8 zu thun nicht aefonnen , felbige geftalten Sachen 
nad , mit 2. biß 300. Thaler zu dotirm, nicht weniger dag 
mit ihr VUE DD fo lange , big e8 fein Brod erwerben 
fan, jährlich mit 30. fl. zu veralimentien fdoufbig , und 
‚wird hierüber 14. Tag fang , mit Gefängnus billid) be» 
ftrafft; bie in dierer Cade aufgemenbete Unkoſten aber, . 
find in Anfehung derer abgelegten Eide, gegeneinander zu 
compenfiten und aufzuheben. | | 


ee 


* 


% 


180 Von der Dozation oder Ausſteur. der Geſchwaͤchten. 
$. 7- 
Wann der _ „Wann der Vater in Die Heyrath feiner geſchwaͤchten 
Baterindie Tochter nicht confentirn will, fo mug der Stuprator fieih» 
a tem Stand und Herfommen gemäß ausfteuren. | 
mager cap. 1. X. de adult. Befiche oben den 10.&° 13, $. des 4- 


nit con-% Espitels. DM. 
ern mu, Weilen aber foldbergeftaften in des Stupratoris Willkuͤhr 

Heyrathe nicht ſtehet, die Geſchwaͤchte zu heyrathen , fondern alles 

Out gebäb- auf ben Vater anfommt, fo iſt zwar die Geſchwaͤchte nichts 

nie deſtowemger zu dotien, muß aber mit einem geringeren Hey» 

ratb.Gut, als fonften gewöhnlich, vor lieb nehmen, 

arg. eorum qua tradit. Molin. tr. de 7. & 7. ır. 3. difputat. 

104. »um. 9. Bardil. de fazisf'act. fluprat. cap. 3. membr, 

4, LH. 14. 


Bann die Wann die Geſchwaͤchte von ihrem Vater ober andere wo ein 
ei Hinlängliches Heyrath- Gut befommen , ift der Stuprator 
rem Bater Nichts deſtoweniger gehalten, dieſelbe gebührend ausſteurn. 
t ; Berlich, part. 5. concl, 38- num. 36. Bardil, de (atisfact, 
binlängis ^ — Jfuprat. cap. 3. membr. 4. num. 15. 
—A Denn bitfeSatisfattion incumbirt dem Stupratori nicht nur 
befommen, zu einer compenfation der verweigerten Ehe, ſondern auch 
mue, zu einer Decke der verlohrnen Jungferſchafft unb Keuſchheit; 
fie dannoch Dann wann gleich Die Geſchwaͤchte wiederum einen Mann 
dim. bekommt / fo dauret bod) der der Schwaͤchung anhaͤngige 
macul noch immer fort, bag alfo bie Geſchwaͤchte zu einer 
Wiedervergeltung ihrer verlohrnen &eufd)beit, biefeSatisfa- 
Gion mit allem Hecht fordern Tan. — 
.  Bertlicb.-& Bardil. ci. Joe. . POR ut 
Be nex, Wie wann aber die Geſchwaͤchte ohne Subringung eis 
fümähte nes Heyrath⸗Guts / eine gute und anffánbige Zeyrath 
a ar getroffen? Einige unter denen Rechts. Lehrern ſtatuiren, 
eine aue C3 ſeye alsdann die Geſchwaͤchte nicht zu dotirn, r 


‚Des erfien Buchs / fünfftes Kapitel. 181 
ſolchergeſtalten feinen Schaden erlitten, unb ihr an ihren : 
intereſſe nichts abgefet. " ) un fm ; 

Menoch. de arbitr. jud. quef. lib. 2, caf. 288. num. 22. Mo 1% 303 
lina de 7. & 7. tr. 3. difputat. 104. num. 17. Aue 

Alleine bie voidrige Meinung, daß nemlichen der Stuprator 

zur dotation verbunden, iſt denen Rechten gemaͤßer; dann 

in dem Augenblick, ba eise iff tuprirt worden, entftehet 

dieie Obiigation bie Geſchwaͤchte entweder zu dotirm, oder 

aber zuehelichen; daberoiftdaseinaccidens, unb dem Sleiß 

oder Guͤck der zu Fall gebrachten zuzufchreiben , daß fieeine 

qute Heyrath aetban; babingeaen aar felten gefähiehet, bag 

eine olde Ehe wol aerátb und qut ausfhlägtz was aber 

per accidens, ohngefähr und gar felten aefdytebet, das fan 

die Natur und Eigenſchafft der Obbgation nicht dndern, 

imb denStupratorem von feiner Sati-fı&tion befreyen, und 

der Geſchwaͤchten ihr einmal erlanateg Hecht benehmen. - 

Farinac. 2424/7. 147. num. 127. Berlich. car. loc. 

Doch it biefed von dem cafu git. verſtehen, wann bie Ge 

ſchwaͤchte (id nach der Condemnation ted Stupratoris, und 

deffen Saumfeligfeit und Verzögerung feiner refolucion fíd) 
verheyrathet; dann warn fie dergleichen vor angeftellter Kia» 

ge, oder währenden procefl, und ehe der Stuprator nod) in 

mora,vorgenommen,Fanfie Fein Heyrath Gut mehr fordern, 
Beſiehe den vorhergehenden 10. uñ 13.5.des 4 Capitels. 

| ^ bod : 


Auſſer dieſem, was wir bißhero angeführt, incumbirt Was der 
aud dem Richter, ba er nemlichen noch auf andere Lim Kiäterben 
ande acht babe, ob nemlichen bie Geſchwaͤchte freymilligrung des 
in den Beyſchlaff confentirt, ober burd) Bitten, Beredun Pevratdı 
gen, Betrug und Hinterliſt hierzu fepe verleitet Morden ;@ernnägs 
ingleichen, bag er Fein allzugroffes Heyrath Gut conftituire, ten meters 
. damit ſolches nicht zu mehrerer Ausübung ſolches Verbre Do oed. 

chens Urfad und Gelegenheit gebe, bevorab aber auf Uni. 
verfitáten , welche, ba fie Seminaria und Pfiantz Stadte 
der Tugenden fen follen, gar offt eine Cloac aller Laſter, 
| | | ^7 tin 














182 Von der Doration oder Ausffeur. der Befhwächten, 


ein Schlupf Windel und Aufenthalt ber liederlichſten und 
unfeufcheiten Weibs Derfohnen, die ohne Unterfinied, allen 
jungen Manns Perfohnen ihren Leib barbieten, und, da fie 
in groſſes Heyrath Gut zu hoffen haben, fid) auf allerley 
Art und Weiſe befleiffen, junge Leute an fid zu loden und 
: au OT welche man aber in ihrer Boßheit nicht ftär- 
en muß. 
arg L. 2. $. 3. 6$. L. 30. ff. ad SCt. Vellej. Bardil. de fatis- 
Statuta und J^. fPuprat. cap. 3. membr. 4. mum. 17. ſeqq. Hac 
Beor, Dahero hat ber Senatus Academicus zu Tübingen/ als 
tun DE einsmalen ein Streit zwiſchen einen Studenten und einer 
Zübingen Weibs-Perfohn von geringen Herfommen, wegen derfelben 
Wow Schwächung und Satisfa&ion entitanden, damit burd) Con- 
fticuitung einer allzugroffen Ausſteuer, nicht Anlaß und Ge 
 Tegenheit, worauf tid) liederliche Dirne gemeiniglich zu be 
ruffen pflegen, gegeben werden möchte, gar wol und heilfam- 
lid) verorbnet bag kuͤnfftighin Die Ausſteur ber Geſchwaͤchten 
Weibs Perſohnen, fid) uber 20. bif 30, fl. nicht belauffen 
folle, wie Bardil. bezeuget : : 
cit. diff. membr. 4. mum. 19. 
Die Bes Die Geſchwaͤchte, welche eine gewiſſe Summa Geldes zum 
De Soegtatb Gut begehrt, die aber der Scuprator zu geben ver: 
wille Sum⸗ weigert, Fan ad jüramentum in Zez nidjt admittirt wer; 
ma Geldes den, weilen bie determinirung des Heyrath Guts der Ge 
ao fdhwächten keines wegs auf dag juramentum in litem einer 
fordert, die Geſchwaͤchten anfommt , ald welches nur allein alábann 
aber der (tattfinbet, , wann von dem Mann das Heyrath Gut wie⸗ 
zugeben derum zuruck gefordert wird, | 
verweigert, L. 25. S. 1. ff. folut. matrim. i 
Urb nan fondern auf dem arbitrio be8 Richters beruhet, wie viel 
in Item  Dorfommenben Umftänden nach, einer zu Fall gebrachten, 
uo e" ſtatt eines Heyrath Guts zu conftituiten fepe, 
^ ^^ -. Berger: m Oecon. Fur. Jib. 4. tit. 25. S. 3. mot. 9. pag.1093. 
florn. Confultat.& Refponf. Claff. 3. Refp.29. fol. Mm : 
— 201 f hs n 


tu 


Des erſten Buchs/ fünfftes Capite, 193 


Und alfo fat die Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Witten; Refpoa-. 
berg / menf. Januar. A.1709. ad requifitionem des Hoch⸗ fum. 
fürjet. Braunſchweig £üneburgif. Coz//forii, in Schwän 
gerungs: Sachen A. S. von K. contra H. F. von A, geſpro⸗ 
den, verb. Daß Klägerin Suchen nicht ftatt bat , fom 
dern es laͤſſet fid biefelbe der geforderten und auerfannten 
Dotation halber, mit soo. Rthl. billid) beantiaen. 

Rat! Decid. Nachdem aber felbiae , bag ihr Vater fie fo 
hoch ausfteurn fónne, ober fie felbit dergleichen zu geben 
vermöge, fol. 117. feqq. nicht angeben Fan, die determi- 
patio dotis aud) Feineswegg auf dag juramentum in litem 
einer Geſchwaͤchten ankommt, quippe quod juramentum 
in dote repetenda faltem locum habet, — ^ 


L. 25. S. 1. ff. folut. matrim. 
ſondern auf dem arbitrio judicis betufet , hierbey aber auch 
n) die qualitatem perfonarum und andere Umſtaͤnde zu 
. &o haben wir dafür gehalten, daß fid) felbige mit soo. 
Thaler gar wol begnügen laffen Fünne, darbey wir aber 
vor billich gehalten , bag Beklagter die fuper conftitutione 
quanti dotis aufaelauffene Unfoften, pravia moderatione, 
Klägerin erſtatte. | 

| | Verſchi⸗ 


$. 9 | dung der 
Sollen dahero die Richter / welche in Schwädh- und 59e ale 
Schwaͤngerungs Sachen Ada an die Juriften -Facultäfen raione dee 
verſchicken, daran ſeyn, dag fie benenfelben fleißig einver- codon. 
leiben „wie viel der Stuprator in Vermögen babe , ob Die pesver 5o 
Geſchwaͤchte annod) Eltern im eben habe, unb ob Diefelz tówicren 
be vermögende Leute, ingleichen von was Stande, Wir md 
de, Condition und Herkommen der Stuprator und Dic Ge mas fi: in 
ſchwaͤchte ſeyn, als von welchen Umſtaͤnden bie derermi- Bermusen, 


nation 508 Heyrath Guts p damit Die Collegia nenfeóen 
en Ä IA 


Ser Rich⸗ 
ter folle bey 


(id) einverleibẽ⸗ 


— 


184 Don oet Dotation oder Ausfkeur. der Befchwächten. 


Barmen runi m 








damit ih (id barnad) reguliren , und wiſſen koͤnnen, wie viel für 

guminde DI Heyrath » Gut der Gefd)wadten zu adjudiciren 

runs fepe. ! 

votj-eut$  Leyfer. Meditat. ad Pandect. Specim. 582. Corollar. F. 

darnach — 

rien | —7 Ä 

Rer dit Wie bann Leyferus dafelbft ein von ihme menf. April, 

us A. 1737. biecinnen ertheites Refposfum. anfübret, fo fob 
genden Innhalts: verb. Dieweil Oeorg Andreas Buß, 
daß er den ihme von Anna Maria Ratgin deferirten Eid 
nicht abfihwöhren wollen, aud) damahliger Trundenheit 
nicht fónne , fid kol. 3. ecfláret, fo ifter gedachte Ratgin entz 
weder zu heyrathen, ober auszuftatten, und das Kind, 
wann e8 aur Welt fommt, tauffen gu. laffen, und big e$ 
fein Brod feibit verdienen Fan, zu alimentiren ſchuldig. 
Das quantum der Ausftattung und alimentation fan, da 
in A&'s feine Nachricht vorhanden, ob Buß etwas und 
wie viel ohngefehr im Vermögen; ob die Ratgin annod) 
Eltern im «ben habe, und ob diefelbe vermögende Leute, 
ob fie eine Dienft Magd unb Bug mit ihr gleiches Stan: 
des fepe, als von vocldyen Umftanden die determination 
des quanti dependirt, nod zur Zeit von mit nicht feft ge 
fegt werden, fonbern e8 muß foldyes entweder von bem. 
Seren Amtmann mit Beobachtung obiger Umſtaͤnde, oder 
aber durch ein eingufolenbed decifum , wann zuwörderft die 
nöthige Nachricht ad A&a gebracht it, geſchehen. 

| Mann dar pe m cns e und * Wwe 

up (prodyene Heyrath Gut zu geben vidit vermoͤgend, fo 

tubo ift er alsdann bie Geſchwaͤchte zu ehelichen allerdings vet 


u geben 
30 ver⸗ bunden. 


wem Bardil. de fatisfa&. ffuprat. cap. 3. membr. 6. num. $. Lau 
6G: hpmidy  terbach. Ce/eg. theor pracf. ad ff. tit. ad Leg Tul. de 
yn .. 4dult. S. 46. Beſiehe oben Den 9, S. des 4. Capitels. 


- . Ban 


— — ———— — 
Wann er aber das verſprochene Heyrath⸗Gut zu gebe zus 
verweigert, fo fan er von der Obrigkeit durch gehoͤrige Heyrarb, 
Smwangs- Mittel darzu angehalten, ober, wann er etiva i — 
abweſend und flüchtig, die Execution in feinen Gütern, zu pau. 2 
Erlangung des Heyrath Guts vorgenommen, oder auc) bristeitig 
wol die Geſchwaͤchte in feine Güter [o lange immittirt wer- ooo aet 
den, bi fle wegen ihres Heyrath⸗Gus, bie gebührende qst, oer 
Satisfa&ion erhalten. _ uar : 
Carpzov. Fprud. Couff. lib. 2. def. 230. mum. 5. & 6. in dne 
Brunner. 7. Ecclef. lib. 2, cap. 18. $.29. in ſin. Lauterb. u 
eis, loc. Bardil. d. membr. 6. zum, 6. bverden. 


Dann wann eine Wittib in die Guͤter ihres Mannes ſo 
lange immittirt tverden muß, biß (ie ihr Heyrath Gut be⸗ 
kommen, wie Carpzovius mit mehrern dargethan, 
Lib. 4. reſponſ· 19. | 
warum follte dann nicht aud) eben diefes Recht der Ger 
(dwádten zu (tatten kommen. 
. Mollenbec. differt. de dote fne matrim. Sect. 2. S. 12. 


" Und alfo bat das Ober Con/ſtorium zu Drefden den 18. Reſpon⸗ 
Novembr, A. 1636. geſprochen. verb. Was an uns bie ge⸗ fum, 
ſchwaͤngerte Anna Margaretha W. damit fie in des entwi⸗ 
dienen Gottfried N. Guter und Vermoͤgen immittirt wer» — 
den möge, demäthig gelangen laſſen, das habt ihr biete 
ben zu finden. Wann bann das in Diefer Sache erganges 
ne Urthel allbereit Krafft Rechtens erreichet; als ift biemit. - 
an statt ihrer Churfuͤrſtl. Durchl. unfers andbiaften Herrn 
unfer Begehren , ihr veollet nunmehro Supplicantin mit 
ihrer Leibess Frucht in bemeldten 91. Güter und Vermoͤ⸗ 
gen ,. zu feinen daran habenden Antheil und Erlangung if» 
rer alimenten unverlaͤngt immittiren , und hierzwiſchen 
Beklagten, biß er dem Urteil Folge geleiftet , hievon 
nichts abfolgen laſſen. — | 


Des erſten 26udpa/ fünfftes Capite ^^ 19; 





Aa 2 j $. Io; 


196 Dott bet Doration ober Ausſteur. der Geſchwaͤchten. 


— — — —— — — — — — ——— — 


S, IO. 





ad bi Dieles Heyrath⸗Gut, fo der Stuprator zu geben verbun⸗ 


D : 

tab. Sue ben, ſtehet der Geſchwaͤchten eigenthumlich zu, alfo; bag 
geruͤgen fie darüber nach ihren felbft eigenen Gefallen , tit mit at 
fünästen, [en ihren andern Gütern, fre difponiren fan. 

sno fan Bore 


nah ?wli — Bardil. de fatisfact, ffuprat. cap. 3, membr. 6. uum. 27. js 


ben darü 
ter der Geſchwaͤchten herrührte, 
20 Brunnem. 7, Ecclef. lib. 2. cap. 18. suns. 26. 
Hatdiena fo, hat es bod) bie Natur und Cigenfdjafft des dotis profe- 


eur und € &itige nicht, fo daß, wann die Ehe iff diffolvirt worden 
geht Ber Water entweder allein, oder mit und nebit feiner 20d; 


profeAuiz ter foldyes wiederum zuruck fordern fónne , wie e8 (id) fon» 


nicht, ſten mit dem dote profectitia alſo verhält. | 


anb det M L. 6. ff. de Jur. dot. L. 4. Cod. folut. matrim. 


weder dem Ä tA DOR A s] 

P. So bat aud) weder ber Vater ber Gefhwächten no | 
— Stuprator ſelbſt, einiges Recht an dieſem DIXI DE 6 | 
ten ſuchen, fondern c8 Dleibet folches bey ber Geſchwaͤchten, 


enis unb fá(it, wann fie verftitbt, auf ihre Grben, 
. Stedbt bate 


anas fons Brunnem. eit. Joe. Farinac, quæſt. 147. num. 112, Bardil, 


dern falit d, membr. num. 28. 
auf oer Ge⸗ 


fowiót" Jedoch (teet der Geſchwaͤchten von fuegen ihres Heyrath⸗ 


piti Ge Gute, in des Stupratoris Gütern Fein flillfomeigenb Un, - 


fhnähte terpfand zu, fonbern fie bat nur allein zu Erlangung ihren 


mnfbung Ausſteur, eine bloffe perfonal Klage, nemlichen die Cons - 


ihres Neue t7 
zath-Surs, dictionem ex cope, 
in bes Stu- 


bc . e 
diponéa- Dann ob eà (don fiheinen möchte, al8 wann es oon Ba, 


prworsale Bardil, de farisfaet. fluprat. cap. 3. membr. 6. num, 1. 2, " : 


frm ein ſtill⸗ 30. Müller. de Jur. pregnant. cap. 8. theſ. 18. 


chiweigend : ; : 
—* — dann ba bem Weib wegen ihres eingebrachten Hehrath⸗ 
ua a Guté 


Y Des erſten Buchs / fuͤnfftes Capitel. 187 


Gut? eine ſullſhweigende hypothec in ihres Mannes Git 
tern zuftehetz. c0 | UNE 
L. 12: S. 1. Cod. qui pot. in pign. 


von bem Heyrath Gut ber Seſchwaͤchten aber in denen 
Redten nichts verordnet zu finden, aud) Feine durchgangi 


ge und allgemeine Gewohnheit biejerbatben vorhanden, ſo 
tan man in Ermanglung derer Geſetze, Scatuten und Ge: 


mwohnheiten, dem Heyrath Gt ber Geſchwaͤchten, Fein 


ſtillſchweigend Unterpfand mit Befland Rechtens bepmep 


fen und zueignen, 

- Bardil. ez. /ec. | QR 5 
Solchemnach, wann ein Concurfus Creditorum ín. be8 
Stupratoris Gütern entftehet , fo wird des Stupratoris Ehe⸗ 
weib, teilen diefe ein ſtillſchweigende hypothec, und ein 
jus reale oder Dingliches Recht in ihres Mannes Gütern 
überfommen , die Gelchwächte hingegen nur ein jus per- 


fonale, und bie Condi&ionem ex canone nut hat, vonwe - 


gen ihres eingebrachten Gutà, ber Geſchwaͤchten vorgezogen, 
Müller. d4f^ de Fur. pregnant. cap. 8. tbef. 13. 


Und alfo fat die Hochfuͤrſtl Magdeburgiſ Oficialeyd. g. 
Decembr. A. 1679. incaufa, da der Impregnant geftorben, 


mals bie Erben Des Impregnanten fucceditet/. gefprochen, 
. verb. In Sachen A. W.G. Klägerin eines Chr. %.& feel, 
Erben Vormuͤndere Beklagte andern Theils , fprechen wir 


Fuͤrſti. Magdeburgif. Officialey vor Recht: daß ber Klaͤge 


tin gefuchte dotation auf 300. Thaler hoch , nicht unbiilid) 


u feßen , welche ihr aud Gbr. 3. ©. feel. Verlaſſenſchafft, 
—* eſſen Wittib Abfindung, Beblagte zu bezahlen fut 


dig. pln R. W. 


\ 


9/23 : Das 


um, 


Refpons P 
unb deflen Dater annod) am Leben/ welchem nady um, 





188 Donder aliment.des aus dem Stupre erzeugt. Kindes. 


[en 22: en = 


$8 Sechſte Capitel. 


Von der Alimentation des aus dem 
Stupro erzeugten Kindes. 


— $. 1. | : 
Der Stupra- Se tees dotation , want bet Stuprator ſolche ftatt 





aues ber &he ermeblet , liegt demfelben annod) ob , das. 
dotation von ibmemit der Gefchwächten erzeugte Kind / 
der Ge⸗ von Zeit der Geburt an/ fo lange / biß es fein Brod 
nice und Unterhalt felbff verdienen kan, zu ernähren/ und 
erzeugte hat man hiebey nicht fo wol auf das Alter, als vielmehr 
ea ne Tüchtigfeit zu dienen, oder etwas zu acquiriren, 
mensien, ZU ſehen. 
ee Berger. Oecon, Tur. lib. 3. sit. Y. $. 4. wot. 7. pag. 825. 
bienen bam Stryk. uf. mod, ad ff. tit. ad Leg. Jul. de adult. S. 23. Lau- 
terbach. Colleg. tbeor. pract. ad ff. tit. cod. 47. Bardil. de 
fatisfact. luprat. cap. 3. membr. 7. nm. 22. Beſiehe den 
: 20. $, Bes vorhergehenden 4, Capitels, 
Hohenloh⸗⸗ Wormit aud) das Hochgraͤfl. Hohenlohiſche gemein» 
(cet Qu, fame Land: Recht part. I. tit. VII. $. 2. übeceinftimmet, 
von. verb. Go ift die Manns Perfohn ſchuldig und anzuhalten, 
enttveder bie Geſchwaͤchte Dirne zu ehelichen , oder ibr ein 
gewifles an Geld zur Abfindung, an ftatt eines Heyrath⸗ 
Guts zu geben, darzu fegteen Falls bem mit ihr erzeug⸗ 
ten uncbeliden Kind, etwas gewiſſes zur Verpflegung, 
jährlich zu bezahlen. : ! | | 
Refpon. Und alfo hat die Loͤbl. Juriſten: Facuſtaͤt zu Aalle/ 
fuml.  Menf, April. A. 1719. gefprochen. verb. Wegen be8 am 
| dern Gravaminis aber , nımmehro aus denen AGis fo viel 
zu befinden, daß Implorantin mit dem zuerfannten Bes 
weiß geftalten Sachen und Umftänden uad), zu verfhe: — 
d" " | Ben s 


Des erſten Buchs / ſechſtes Capitel. 189 


nen; wuͤrde nun Implorantin vermittels Eides, bag Im- 
plorat ſich mit ihr fleiſchlich vermiſchet, und Vater zum 
Kind ſeye, erhalten, unb alſo in ſupplementum ſchwoͤh⸗ 
ten, fo iſt Implorat die gebettene alimenta Ordnungs⸗maͤſ⸗ 
fig, Implorantin Kinde abzuſtatten ſchuldig. V. R. W. 
Ration. Decidendi. So viel das andere Gravamen be⸗ 
trifft; obwolen die alimenta dem partui nicht eher zuer⸗ 
fannt werden Fönnen, bif die quæſtio prajudicialis, wer 
Vater zum Kinde fepe, audgemadjet , zu dem Ende der 
Berveig der Implorantin auferlegt ift, zumahlen Implo- 
ratens Curator folches geläugnet, und Implorantin folcheg 
mit nichts beygebracht; 5 | 
Weil aber dannod) die Alta mit mehrern geben, dag 
zwiſchen Implorantin und Imploraten ein Eheverlöbnus qe» 
ſchloſſen, und fol, 9. fie (Id) beede erfiäret , daß fie von eim 
ander nicht laſſen wollten, alſo, der vertraute Umgang, 
da fie fid) als Verlobte gehalten, nichts anders muthmak 
fen láffet , als daß fie von Imploraten gefchtwängert wor 
den, bevorab, da er nunmehro (id) abfentirt , vorherg 
aber bey der Implorantin Eitern logirt, und bie groͤſte Ges 
legenheit zu foldyen Beyſchlaff gehabt , aud) fid) nicht uf 
fert, bag fie mit jemand anders verdächtig umgegangen, 
daraus dann fid) fo viel hervor thut / daß fft ad Suppleto- 
rium billid) zu laffen; So hat in diefem Punct die vorige 
Urthel reformirt werden müffen. 2G. R. W. Refpon- 
- Sod) ein anders bieber gehöriges Refporfum iff in dem fom IL 
20, $, des vorhergehenden 4. Capitelo zu finden. irm er 
: Kindernäh> 
ren, ermag 


T Sale» | 

. Diefe Veralimentirung des Kindes hat ohne Unter G,2 ido 
ſchied (tatt, e8 mag gleich der Stuprator der Gefdymád) oder aber 
ten die Che gar nicht verfprochen haben , oder aber fol Ye, aen 
cbe zwar 3ugefaget haben, deren Vollziehung aber her aber ber. 
nachmalen nit erfofat. = ld QNT ARE NOTA, 
.. Bardil. de fatisfact. ſtuprat. cap. 3. membr. 7. pum. 27. € GER wo den 

Sr | Ü--— 





E 


90 Don der Aliment. des aus dem Stupro erzeugt. Kindes, 


— — — 


Jugleichen So liegt aud) 2) nichts daran, ob bie Geſchwaͤchte an— 
pants nod) eine Jungfer geweſen, oder allſchon von einem an⸗ 


füniót. dern zunorhero geſchwaͤcht worden fepe. 


don ge Carpzov, prax, Crim. quafl. 68. num. 118, ſeq. Bardil. 
ſchwaͤchet cit. loc, 


worden. 

Dann obzwar in dieſem Sall der Stuprator zu der dota- 
tion der Geſchwaͤchten nicht verbunden, fo muß er bod) 
Das mit ihr erzeugte Kind ernahren und unterhalten, maf 
fen ein groffer Unterfchied zwiſchen der dotation unb der 
alimentation; Syene gefhiehet wegen beraubter Jungfer⸗ 

ſchafft, welche aber ſchon vorhero ver(obren gegangen, 
babero bie Ausftenrung nit unbillid) ceſſirt; mit Diefer 
hingegen, nemlid)en der alimentation, muß das Kind ums 
terbalten werden; Nun liegt aber einem jeglichen Vater 0D, 
feinem Kind den nothtvendigen Unterhalt zu verſchaffen, 
einfolglichen iff auch ber Stuprator hierzu gehalten, 

Carpzov. d. quaft, 68. num, 119, & 120. 


Stew es Ferner ift der Stuprator das Kind zu ernähren ſchuldig, e8 

mode mag gleich 2) die Mutter etwas in Vermögen haben/_ 

mas inger, oder nicht; dann die Mutter ift nur in fubfidium hierzu 

mögen ba: gehalten. | | 

nit. Bardil. de fatisfaet. ſtuprat. cap. 3. membr. 7. num. 30. 
Carpzov. 7prud. Conſiſt. lib, 2. def. 243. num. . 


Oder dee Ingleichen 4) wann (hon ber Stuprator ein ££bemann/ 
ehe an ungfer oder Wittib befchlaffen hatte; welches 
mann fen, auch weniger nicht ftatt findet, wann der Stuprator die Ge⸗ 
n ſeyn, g 

oder einerſchwaͤchte wegen naher Anverwandtſchafft oder andern 
nie Verbots/ nicht heyrathen darf. | 
nicht hev· Bardil. de fatisfacf. ffuprat. cit. membr. 7. num. 29. Car- 
nbenbp pzov. prax. Crim. quæſt. 68. num. 122. feqq. L. B. de 
| Lynker. refolut. 169. 2 ji Py 

Dann ba aud) diefe Perfohnen anfonften oon Wi c 


e 











Des erfien Buchs/ fechfkes Capitel. 19: 


——n — —— — ms 


befreyet, wie wir in dem xr. und rz. S. bes vorherge⸗ 
henden 4. Capitels mit mehrern dargerhan haben , fo 
müffen fie bod) die alimentation des Kindes über (id) neh» 
men, weilen aud in diefem (Sall dag Rind der Unterhalt 
und Verpflegung bedarf, und derfelben wegen des vater» 
lichen Verbrechens nid)t privirt werden folle; bann von bet 
dotation laͤſſet fid) nicht auf bie alimentation argumenti- 
ren; Dann das Heyrath-Gut fan bie Geſchwaͤchte um bes» 
willen nicht pretendiren , weilen fie fid) von einem foldyen 
beſchlaffen laffen , von deme fie gewuſt, daß fie ihn sum 
. Mann nicht befonunen Fan, und alfo hat fie hieran felbit 
Schuld, welche Urſach aber die alimentation und Vers 
pflegung des Kindes nicht hindern Fan, ba sumalen die aus 
verdammter Geburt erzeugte Kinder natürlicher Weiſe eben 
ſowol Kinder find, als andere, und bie Natur unter denen 
Kindern feinen Unterfchied machet; | 
Modeft. Piftor. part. 3. quaft. 127. num. 1$. Carpzov, eit, 
quæſt. 68. wun. 123. un 


Dahero dann auch nicht nut nad) denen Canonifdjen, fom» 
dern aud) (o gar nad) denen Civil-Stedbten , und ber heufis 
gen Praxi, Die aus dem Ehebruch unb Blutfhand ergeuge 
te Rinder , eben ſowol ald andere, von dem Vater zu et« 
nähren find. 
cap. 5. X. de eo qui dux. in uxor. ibique Canonift, Böhmer, 
— 3. Eccleftaft. tit. de adult. & flupr. $. 14. Mæſtert. de 
Juſtit. Leg. Rom. Lib. 2. dub, 7. Horn. conſultat. & reſponſ. 
 Claff.. 3. Refp. 13. fol. 195. feq. vid, Animad. Noftr. 44 
-- Hopp. Comment. ad Inflit. pag. 157. feq. ad vexba: jure 
Canonico. ; 
Wormit auch die Krürnbergifche Latuta uͤbereinkommen, Närnsergts 
morinnen enthalten , bag unehelichen Kindern , bie aus fe Sua 
verbammter Vermifchung unb Geburt herkommen ; als biebon. 
burd) den Ehebruch, oder, da a unb Mutter reine 
| B. Ehe 





192 Von der Aliment. des aus dem Stuproerzeugt, Kindes, 


Ehe beſitzen mögen, bie Leibes NRahrung, damit fie erzo⸗ 











gen werden mochten, folgen unb gereicht werden folle, 


Reſpon⸗ 
fum 1. 


' Reformat. Noric. tit. 34. Leg. 9. | 

Und dahin gehet aud) das bey bem Carpzovio, prax. 
Crim. quefl. 63: num. 126. befindliche prajudicium, verb, 
Betreffend der Deftel dozatzon, und des Bindes alimen« 


ration, iE fie/ Die Dettel/ einige doratzon, aeltalten Sa⸗ 
. eben nacb zu fordern/ nicht befugt / ihrem Binde aber 


Refpon- 
fum Il. 


werden fine zlimenta, bif es fein Brod felbff verdienen 
fan/ auf Rihteriiche Erkaͤnntnus / von obbemeldten 
tí. Y*. billich verordnet und entrichtet. V. R. W. 
Alſo fat aud) Die Loͤbl. Juriſten Facultaͤt zu Wittem⸗ 
berg/ d. 27. Junii 1699. geſprochen. verb, Wann nun 
nleich die meiften Rechts Lehrere aus denen Kaiferlichen 
Rechten, daß denen aus Blutfchand erzeugten Kindern 
REA denen Eltern feine alimenta zu reichen, zu behaupten 
pflegen; sd | 
Nov, 74. in fin. Nov. 89. cap. fy, Harpprecht, «4 S. fa. Iu- 
flit. de Nupt. — 
Dannoch aber und dieweil obangezogene in denen Novellis 
der Inceftuoforum halber enthaltene Regul, welche zwar 


von denen recentioribus mit ziemlichen Grund inZweiffel | 


gezogen, | 

Huber. «d Infit. lib. 3. tit. de fucceff. ab inteſt. S. 3. Tho- 
maf. ad Strauch. 4f. Fuftin. Exereit. 21. tbef. 127. 

von einigen aber nur de alimentis lautioribus, five civili- 

bus, non vero tenuioribus & naturalibus verfianden 


| wird, 


in benen Canonifchen und Sächfifchen Rechten geaͤndert; 


Brunnem, ad Autb. Ex complexu. Cod. de incefl. nupt. 


sap. 1. & 2. X, de eo qui dux. in uxor. Land Recht Kb. 3. 
j mb 


T 
Wo 


Des erſten Buchs / fechfkes Capitel. 193 


und nad) deren Innhalt, bißanhero die Eltern aut alimen- 
tation dergleichen Kinder , nad) Gelegenheit deren Zuſtan⸗ 
"des, und dem arbitrio Judicis, allenthalben angehalten 
worden. -— 
Gail. 2. Obfervat. 88. num. 4. Stryk, de ſucceß ab intel. 
dif. x. cap. 2. tbef. 58. j MR: f 
So ift J. de V. bie von Z. zu dotirn nicht verbunden, be 
ren Kind aber, biß es das 16. Fahr erfüllet, oder feinen 
Unterhalt -felbit verdienen Fan , jährlich 15. big 16, fl, Ali- 
ro a au cus DA A R. W. 
Ingleichen der öpffen- Stuhl zu Jena, Menf.Refpon- 
April, A, 1706. verb. Daß die Verpflegung allein auf La- fum I. 
berii uneheliches Kind zu reihen, unb höher nicht, dann — 
auf rs. Rthl. jaͤhrlich, von Zeit an, ba baffelbe der Stu- 
. prator verlaffen, au fe&en , voorgu fich Intervenient An- 
themius erbotten , bif fo lange das Kind fein Brod felbft 
verdienen fonne, welche 15. Rthl. aus bem Väterlichen, 
und fo dieſes nicht zureicht, aud) au der Mutter VBermds 
gen, (bod) auch, daß diefelbe nebft ihren Kindern, nicht 
felbit Noth leiden mögen) zuentrichten, unb in be(fen Ver, 
bleibung , durch Gerichts Zwang zu exequien; die Lnfos 
(ten aber diefer Lauterung gegeneinander aufzuheben, Rat. 
Decid. Dann gleichwie die Stuprata, da fie den Incetum 
mit ihres avunculi Sohn , obgleich fonft desfalls die Ehe 
(wiewol nicht aller Orten) difpenfable, nicht. begehen fol; 
len, auf die Ehe, bevorab des Stupratoris Vater darein 
p willigen verweigert, zumalen fie eine plebeja ift, nicht 
lagen kan, nod) ihr Dahero einiger dos gehört, eo, quod 
duci non poffit ; | ; : : 
Carpzov. vol. 6. ref. 89. num. 6. feqq. 


alfo müfte zwar ber natürliche Vater feinem unehelichen 

Kind ben nothdürfftigen Unterhalt, jedoch, baf die Mut» 

ter zu beffen Erziehung , das iy mit nähen unb pflege, 
2 un 








194 Don bet Aliment. des aus dem Stupro erzeugt, Aindes, 


—— M — 


unb alfo mit Leib unb Gut, nad) allen ihren Vermögen, 
auch hergeben muß, verfchaffen, babero in denen Saͤchſi⸗ 





fchen Landen , einem ſolchen Rind mehrnicht , bann 5.oder 


einiger Gegend, 7. fl. à 21. Gr. von dem Vater zuerfannt 


werden; der Erycia aber vor ihre Perfohn, ber Stupra- 


tor, dud) nicht loco dotis, quam ei non debet , dag ae 
ringſte zu ihren Unterhalt nicht fehuldig ift, als den fie fid) 
felbiten durch arbeiten, und fonit, fibaffen, unb darmit 
ihres Otts dabeneben auc) dem Rinde , mit aufhelffen 


mus. Die Unfoften aber bat man compenfirt , weil die 


Klägerin bie vorige Urthel nacheinander vor fid) gehabt. 


: i $. 3. 

3 5) Iſt der Stuprator das Kind zu ernähren verbum 
— den, wann gleich die Geſchwaͤchte allſchon einen am 
en geheyrathet fat; dann mann fie fehon inbiefem Sal 
Khuldis, nicht begehren Fan, daß der Stuprator fie entweder eheli⸗ 
warn dió hen oder ausſteurn folle , tie wir oben bereits in vorher, 
fäwächte gehenden 4. Gapitel S. 10. & 13. angeführet 5 fo hat eg 
fid alfihon bod) mit dem Kind eine andere Befchaffenheit, zu deffen 
- fepratbet fet des Kindes, agirt werden Fan, und liegt ibme diefeg 
Bat, Onus wegen der Erzeugung des Kindes ob, unb Fan der 

Mutter Berheyrarhung bem Kind nicht prajudiciren, 

Wernbher, Select. Obfervat. forenf. vol. 3. Obfervat. 72. 


. Refpone Und alfo hat die Löbl, Juriſten : Faeultát zu Mitten: 
fum.  berg/ Menf. Jul. A. 1700. ad conlultationem Sempronis, 
Aanbelemann zu Leipzig / gefproden, verb. Oh mug 
wol angeführet werden möchte, daß ermeldte 91, M. ei: 


ren Borgeben nad), ürüblen Stuff, und zugleich erfolgter 


Copulation mit dem Studiofo, euch wegen ber Ehe oder 
dotation, fernerweit zu belangen nicht vermag x. Dannody 
"aber unb dieweil ihr ſelbſt in Feiner 9lbrebe , wie ihr eudy 


mea nr alimentation allezeit nod) weiber denStupratorem, als Bas 


ehebe⸗ 


| Des erffen Buchs/ fecbffeo Capite, ^— 195 
ehebevor mit ber N. 9t. fleifdbfid eingelaſſen, biefe aud) 
in dem document fub © vornemlich und haupfſaͤchlich nur 
auf bie Verpflegung des Kindes dringer, baben zu unter 
fehiedenenmalen Recht und Billichkeit ihr wiederfahren zu 
laffen zugleich anſuchet, und bie Verhoͤr und Einlaſſung 
auf die Klage urgirt , bey welcher Bewandnus dann e8 
vor jetzo lediglich auf die alimentation des Kindes ankommt, 
nb diefe dergeitalt beſchaffen, daß, wann beffen Mutter 
aud) eine Ehebrecherin geweſen wäre, der Scupracor fid) 
er d verlangten Verpflegung mit Beitand nicht. entbre: 
So erfcheinet daraus fo viel, daß 1c. dod ga 
Eben diefesift aud) 6) zufagen, wann die Geſchwaͤch⸗ Der 6 den 
te den Seupratorem nicht beyratben will/ ald worzu fie rem adi 
wider ihren Willen nicht gezwungen werden mag. Ob beorator 
mun zwar in diefem Sall die zu Sall gebrachte, Fein Hey; wil. 
ratf Gut fordern tan, fo muß bod) der Scuprator nichts 
deftoweniger das Kind ernähren, al8 worgu er als Vater 
natürlicher Weiſe verbunden, : 


Leyfer. Meditat. ad ff. Specim. 294. meditat. 3. & 4, 


Muß ber Scuarator das Kind veralimentiren , wann „m 
Zr bie Gefchwächteeinen Huren Lohn angéeotpmen/ ut 
oder Gelegenheit und Anlaß zu demStupro gegeben hätte; 455. 
und ift mithin , mit einem Wort, als eine Regul zu meto irn, mana 
den: dag in allen denenjenigen Sállen / da der Sropraror 9l die 


weder zur Ehe / noch zur dotation gehalten/ von twel re P rca 


pen wir in dem vorhergehenden 4 Capitel $, rr. fegg Yenkobn ^ 
big auf den 19. exclufve, weitläufftig gehandelt, Der Scu- vor aur 
prator nichts deftoweniger annoch zur alimentation und sum Stupro 
DBerpflegung des Kindes verbunden bieiber; maffen bet na. gaeben. 
tuͤrlichen Billichkeit gemaͤß daß ein jeder Vater feinem en 
Kinde ben nothrendigen Unterhalt verſchaffe, und hat Stuprator 
inan, was die alimentation und, Verpflegung ber Kinder [ondgge: 
iw — LODS anbe⸗ weder ju 





— 


196 Von der 4liment.bes aus dem Stupro erzeugt. Bindes. 


ehelichen anbetrifft, feinen Unterfchied zu machen, ob fie aus einer 
aod iu do rechtmaͤßigen Ehe, oder auffer den Eheftand erzeugt unb 
ben, mußer gebohren, Dann allenthalben ift ein natuͤrliches vinculum 
boh ons Der Blutfreundſchafft zwifihen bem Vater und denen Kin, 
nib, Dern vorhanden, fo den Vater zur alimentation und Ber 
pflegung der Rinder verbindet. | 
Bardil, de fatisfacf. fluprat. cap. 3. membr. 7. num. 27. feqq. 
Carpzov. prax. Crim. quaft. 68. num. Os. & num. 124,68 

















125. L. B. de Lynker. refo/ut. 169. Wernher, Ewunciats 


o for. bod. Enunciat. 211. num. 3. 4, 


Hohenlohi⸗ Wormit aud) das Hochgraͤffl. Sohenlobifche gemein⸗ 
rat fame Lands Recht part. T. tà. VII. S. 7. übereinftimmet. 
wm, —— verb. Sn denen beeben letztern Sállen aber, banemlid) das 
| Weib. Bild einen Huren Lohn genommen, ober zur Un. 
"- audit angereißet hätte, bleibet gleihwol die Manns: Per: 
fon auc Verpflegung des Kindes verbunden, mie oben im 
2. Abſatz verfehen iſt; nemlichen daß der Stuprator dem 
Kind jährlich etwas zur Verpflegung bezahlen folle , bif e8 
fein 12, Fahr erfüllet hat. 


6. 4. 


Wann re | Eine gant andere Befchaffenheit aber hat esmit denen 


. mete fd Auren-Bindern/ dann ein ſolches von einer offentlich und 
Sur Bein, gemeinen Huren aur Welt gebrachtes Kind, darf niemand 


li. vermi- von denen, fo mit derfelbigen zugehalten, ernähren , mei: 


lót, ift fe^ len ſolcher geftalten ungemiB, wer der rechte Vater zum 


ner. von ipo 


- nen,das Kind fepe, fondern e8 liegt alsdann der Mutter ob , das 
Sino iu ev Kind zu alimentirn und zu verforgen. | 
fchulbig, Wernher. Select. Obfervat. forenf. vol, 4. Obfervat. 39$. 


ME Leyfer. meditat. ad Pandect. Specim. 322. meditat. 9, 


Wide Es will zwar Brunnemannus dafür halten , bag wann if 
verforgen- ter mehrer (id) mit einer gemeinen Weibs⸗Perſohn dp 
1: 19 j qo ow : e 





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n MEL Lea mi m d eO Ecce 


pore — F pui cur an en A anne 


^ Des etffen Buchs/ ſechſtes Eapite. _ 197 


Ó———— M — Pn — — 


fibet haben, alle miteinander das Kind unterhalten, und 

— ihren Antheil zu der alimentation beytragen 
ollen, ipe 

ad L. 5. ff. de agnofc. & alend. liber. num. 20. 


Allein e8 findet biefe Lehr, als eine gang befondere Mei. 
nung, femen Beyfall, unb ift nad) heutiger Praxi feiner 
von ihnen vor ben Vater zu halten, nod) das Kind zu er» 
nábren ſchuldig. 

Leyfer. cit. loc. Carpzov. 7prud, Confß. lib, 3. def. 81. 


- Und alfo hat die £ óbl, Juriſten⸗Facultaͤt zu Mitten: Pr2judi- 

berg/ menf. Septembr. A. 1720, ad requifitionem beg cium. 

Amts UDilbenfelf in caufa X. N. gefprocdyen. Ingleichen Refpon- 

die Löbl, Juriſten Facurát zu Helmſtaͤtt menf. Decembr. om. ° 

A. 1718. verb. Haben 2. Perfohnen bey einer Huren, in 

einer halben viertel Stund , einer nad) dem andern gefchlaf: 

fen, welde Hur, nachdem fie ein Rind zur Welt gebracht, 

ben erftern auf die alimentation des Kindes belanget, bd 

bann zu wiffen begehret wird, ob der erfte, ober Feiner, 

oder beebe zur alimentation angehalten werden fónnen, 

Sun ind zwar unterfhiedliche Rechts Lehrere der Meinung, 

daß, wann ihrer mehrere fid) mit einem Weibs Bild oerz - _ 

miſchet, derjenige eor den Vater geachtet werde, welchen ^^ 

das Weibs-Bild dafür angiebt, — — 
Teſſaur. Zecif. 3. uum. 6. | 

nach welcher Sentenz das Onus alendi dern erftern obliegen 

würde; andere hingegen halten mit Brunnemanno 44 L. 5. 

ff. de agnofe. & alend. liber. nur. 20. Det Billichfeit acmág zu 

feyn , daß bie Stupratores insgefamt ihren Antheil zu der- 

alimentation beytragen. | 

Alldieweilen aber nad) ber Medicorum und. Naturkuͤn⸗ 

diger Let iL, eine Frau eigentlich nicht voiffenfan, su melo 

cher Zeit, mb burd) was für einen Foneubiemee IE jc 
EV TS. | T DW 





198 Von ber Aliment. eo aus bem Stupro erzeugt. Kindes. 


ſchwaͤngert worden, folglich die Benennung eines gewiſſen 

Vaters aus mehrern, Die mit ihr zu tbun gehabt, Feinen 

Glauben verbienet, wie Nicol. Boérius decz/-299. weitläufe 

tiger ausführet, welchem Berlichius beyzupflichten ſcheinet; 
part. 5. conci, 38. uum. 60. 


Hiernechft Die Obligatio ad alendum nicht ex deli&o, fon 
bern aus ber Natur felbft , und bem Officio der Elternund 








Afcendenten herflieffet, 
L. 8. $. 5. Cod. de bou. qua liber. 


folglich demjenigen, von welchem man nicht weiß, baf er 
Vater fepe, nicht aufgebürdet werden mag; | 
L. $. S. 8. ff. de agnofe.& alend. liber. Hahn. 42 W'efemb, . 
tit. eod. num. 4. ad verba: ut etiam alat. 


mannenhero aud) Brunnemanni fonberbabre Meinung kei⸗ 
nen Beyfall findet, fondern vielmehr in praxi, mehrere 
Stupratores mit dem onere alendi verſchonet, und folcheg 
der Mutter auferlegt wird. | 

. Carpzov. Fprud. Conſiſt. lib. 3, def. 81. 


Go halten wir dafür, daß in dem uns vorgelegten cafu, 
Daferneje- Feiner von beeden das von der Huren zur Welt gebrachte 
bad dee Kind zu ernahren fehuldig fepe, 23. 9t. 98. 


nn Daferne jedoch ausfündig zu machen ftunbe , wer unter 
— ranausfün, Denenjenigen Manns. Perfohnen, bie mit der Sur zu thun 
Dig mu ma gehabt, ber eigenkliche Bater zum Kind fepe, alsdann 
er Fonnte derfelbe zur alimentation des Kindes, mit allen 


fer iie al Recht angehalten werden. 


bes Kindes  Stryk. af. mod. ff. tit. ad Leg. ful. de adult. $.29. Carpzov. 


angehalten m. . 68. zum. 118. feqq. 
ang dal prax. Crim. quaft. 68 8- fegg 


gunt Das Hochgraͤffl. Hohenlohiſche gemeinfame Land» 
jes Lande Recht part. I. tit, FI. $.7. difponitt hievon alfo: Bey dem 
3d bie" erſtern Sall, voann nemlich eine Dirne mit mehrern ome. 

| j e» 


Des erſten Buchs/ ſechſtes Capite. 199 
Perſohnen, zu unterſchiedlicher Seit, ſich fleifhlich ver: 
miſchet hätte, kommt die Bernflegung bes umehelichen Kin⸗ 
Ded berjenigen zu, ben bere bie Geburts Zeit mit ber Zeit 
Des begangenen Zafters , dergeſtalt uͤbereintrifft, baf er 
für ben Vater des Kindes gang gewiß zu halten ift; waͤre 
aber die fleiſchliche Vermiſchung mit mehrern, innerhalb 
I. 2, oder 3. Monathen geſchehen, ſo iftin ſolcher Ungewiß⸗ 
heit, welcher des Kindes Bater fepe, Feiner zu deffen Ber 
pflegung verbunden, fonbern biefe Laſt fallt allein auf bie 
unzuͤchtige Mutter, ober, ba biefe das Rind nicht wol et 
halten und ernähren Fönnte, auf bie Beyſchlaͤffere insge⸗ 
amt; voie bann auch bie Pfarrer angewielen werden, ehe 
und bevor deshalben Richterlihe Erkanntnus ergangen, 
niemand in dem Tauff Buch zum Vater zu benennen. 


(IO $. 5. STR 

Wann der Stuprator enfweder abvoefenb iff, oder Bann dee 
nichts in Dermógen hat, foit deffen Vater zur alimen- sn over 
tation und Verpflegung des Kindes, nicht fo wol wegen fei- abwefnd, 
ne Sohnes Verbredyen , fondern vielmehr als Groß Vater 12b den 
des Kindes verbunden. — — ne Nod imd Sabes C 

arg. L. penult. ff, de agno[c. vel. alend. lib. Berger. zu Oecoz- naͤhren. 

0 ur. lib. 3. tit. 11. $. 4. mot. 7. pag. 826. Stryk. in uf. 

mod. f. tit. ad Leg. Tul. de adult. $. 24. Wernher. cit. 
.- ec. Bardil. de fatisfact. ffuprat. cap. 3, membr. 7. num. 

31./eg. Carpzov.prud.Conffl.lib. 2. def. 24:3. num.8.[eq. 

Und alfo bat dee Schoͤpffen⸗Stuhl zu Jena/ menf. x 
Novembr. A. 1620. ad requifitionem Johann Muͤllers en 
3u Altenburg / und menf. OGobr. A. 1606. ad requifitio- '" " 
nem Jacob Böker, Burgers zu Altenburg geiprochen. 
verb. Woferne fold) Kind, voie vermutffid) , eures Sch» 

SR In i feyd ihre Demfelben Unterhalt zu verſchaffen ſchul⸗ 

i + . * + : 4: 
| Tute Rich decif. 88. nam, 3% in fin. 
: i" 

















Inglei⸗ 


Pd 


Refpon- 
fum Ik 


.200 Don bet dliment;des aus bem Stuproerzeugt. Kindes. 














Ingleichen bie Loͤbl. Juriſten Facuitát zu Altdorff/ 
den 4. Maii A. 1731. in verb. In Sachen Margaretha 
Louifa S. von B. Klägerin an einem: entgegen. und wider 
Leonhard K. Juris ftudiofum von B. Berlagten am andern 
Theil, erkennen N. N. auf eingehohltes Gutachten aus 


wärtiger Rechts Gelehrten hiemit vor Rechts Diß weilen 


Beklagter zu ber ihme zuerkannten Eides Leiſtung, drey— 
mal citirt worden, und allezeit ungehorſam ausgeblieben, 
derſelhe nunmehro pro conreff & convi&o zu achten, eiim: 
folgiichen die Klägerin, ba er felbige zu heyrathen nicbt ae 
meint, mit 300. (T. zu dotirn, wie ingleichen deren mit ihr 
erzeugten Rinde von Zeit der Geburt an, fo lange big eg- 
feinen Unterhalt feibit verdienen fan , jaͤhrlich 25. fl. ali- 
mentations- Gelder zu reichen, inzwiſchen aber des abwe⸗ 
fenden Vater fothane alimenta, fo wol bie verfloficne als 


 gufünfftige zu entrichten ſchuldig. 


Rationes Decidendi, verb. Hiernechft mehr als zu mol 
befannt, daß ein Sruprator nicht nur diejenige Perfohn ic. 
fondern aud) anben beme von ibme erzeugten Kinde, atem- 
pore.nativitatis ejusdem, fo lange, biß es feinen Unter 
halt felbit verdienen Fan, bie alimenta zu reichen gehalten; 


E Horn. confultat. & rep. Claff. 15. ref. 48. fol, 1108. Car- 


pzov. prax. Crim. quafl. 68. num. 104. feg. Stryk. af. 
mod. ff. tit. ad Leg. Tul. de adult. $. 23. & in not. ad 
Brunnem, 7. Ecclef. lib. 2. cap. 18. $. 28. verb. Stupra- 
tor autem. ie 


an be(fen Stelle aber, wann er abivefenb und nichts in bo- 


nis hat, deffen Vater, nemlid)en dem avo paterno die ali- 
menta neceffaria zu fupped:tirn obliegt ; quando enim fi- 
lius ftuprator vel abfens & fugitivus, vel nihil in facul. 
tatibus habet, nec bona poflidet, gravamen hoc alimen- 
tandi patri ejus, ceu avo fpurii paterno, accrefcit, ita, 
ut vel de portione hereditaria, quam filius poft obitum - 

cjus 


—— Sys erſten Buchs / fedbffes Capite, 201 
ejus fperat, neceffaria nepoti naturali fubminiftret , vel 


ipfum jure avitatis proprio, alat, quia alimenta debitum 
juris naturalis funt; 


Carpzov. 7prud. Conſiſt. lib. 2. def. 243. num. 8. fega. & in 
refp. lib. 4. Refponf. 60. num. 6. Menoch. confl. 89. zum 
I. Stryk. ir uf. mod. ff. tit. ad Leg. Tul. de adult. $.24. 


adeo, ut etiam pendente proceffu, contra filium inftitu- 
to, interim avus ad alimenta condemnari queat; 


- Stryk. i» addit. ad Brunnem, 7. Ecclef, lib. 2. cap. 18.5.28. 
verb, i» bujus bona, - | 


Und dieſes hat (tatt, wann aleid) die Gefchwächte nicht Wan 
acm / unb annoch vermögende Litern im Leben hat; ni 
dann die Gefchwächte ift nur in fubfidium die Kinder gu et te nice 
nähren gehalten, wann biefe nemlichen ihre alimenta von dedic 
ihren natürlichen Vater und Groß Eltern vaͤterlicher Linie mögene 
nicht erhalten fónnen;. dahero warn die Mutter Die Kinder Eltern im 
ingmwifshen ernähret hat, fo Fan fie von dem Stupratore, keben bat 
als Vater der Rinder, und feinen Erben, bie hergegebene 
alimenta wiederum fordern; die Groß Eltern muͤtterlicher Dann dieſe 
Linie aber bórffen zur alimentation und Verpflegung des oévifen zur 
von ihrer Tochter gebohrnen Kindes ebenfalls nichts con nme 
tribuiren, fo lange der Vater und bie Groß Eltern váter- Kindes 
licher Linie vorhanden, dann gleichwie die Mutter nur in nibts -. 
fubfidium die Kinder ernähren muß, wann nemliden Det zen, folane 
Vater arm, unb bie Kinder fonften nichts im Vermögen 921er 








haben; ern vaͤ⸗ 
? dug ter licher 
L. 5. S. 1. ff. de agnofc. & alend. liber.ibique Dd. ae 


alſo find aud) die Groß-Litern mütterlicher Linie / ihre 
Enendlein nur in fubfidium zu ernähren gehalten. 
Berger. cit. loc. Catpzov. 7prud. Confifl. lib. 2. def. 243. 
num. 11. /44.. Ludovic. docfrig Pandect. tit. de agnofe. 
& alend. lib, $.2. Stryk. ad F-Eeclefraf. lib... 
(2 


cap. 


202 Yon bet Aliment. des aus bem Stupro erzeugt. Bindes. 


a — —— — — 














cap. I8. S. 28. ad verba: in bujus bona, & in uf, mad. 
ff. tit. de agno[c. & alend. liber. S. 3. — 

Refpon- Und alfo hat die Loͤbl. Yuriften - Facutát zu Altdorf/ 
fum, den 4 Maii A. 1731. in eadem caufa gefprocyen. verb. Son⸗ 
(ten aber demielben im aerinaften nicht zu ftatten Eommen 
mag, daß der avus maternus annoch im Leben , indem 
mit dem Onere alimentationis der avus maternus, wann 
er gleid ver noͤzend ift, nicht zu graviren, fo [ange bet 
Groß Vater värerliher Linie annod) vorhanden, quem- 
admodum enim non nifi in fubfidium mater cogitur alere 
& dotare liberos, finempe pater, eftinops, nec liberi ali- 

unde quid habeant ; | 
L. 5. $. 1. ff. de agnofc. & alend. liber. ibique Dd. | 

ita nec avus m .ternus, vel avia materna; nam ficuti pa« 
.. tris appellatione veniat avus paternus: ita & matris ap- 
pellatione, avia materna; 


Carpzov. 7prud. Conſiſt. citat. def. 243. mum. Y1. feqq, Stryk, 
in ufu mod. ff. d. tit. $. 24. & in addit, ad Brunnem. 7, 
Ecclef. lib. 2. cap. 18. $.28. verb. i» bujus bona immittenda, 


Dahingegen 2. Sp ift, wie in bem Urthel enthalten, von 
ung allenthalben erkannt worden. 


4 6, J 
ibeiStupra- : $ : | | 
 seüsBatt Go Fan aud) bee Stuprasoris ater währenden Ehe: 
u proceff, fo bie Geſchwaͤchte wider feinen Sohn angeftelet, 
he procertüegen der alimentation und Verpflegung bes Kindes belans 
eines So get, und hierzu condemnitt werden. | 
S$ubom arg L.$. 8. 9.ff. de agnofcend. & alend. liber. Brunnem, 


wp 3. Ecclefiaft. lib, 2. cap. 18. $. 28. ad verba: in bujus bona. 


halt zu vers Und alſo hat die Loͤbl. Juriſten⸗ Facultát au Stand; 
(Hafen Furth d. 29. O&obr, A. 1668. ad requifitionem des Raths 


| — zu Goßlar geſorochen. verb, Daß ohngeachtet Stine: 


Des et (fen Buchs / ſechſtes Capitel, 203 
ſelbſt beguͤtert, dannoch Beklagter Sohn, oder in fubfi- 
dium Beklagter ſelbſt das Kind mit nothduͤrfftigen Unter: 
halt zu verfozaen ſchuldig, immaſſen wir ibn ſolche ente 
weder voͤrderlichſt auszureichen, ober der Immitfion ohn⸗ 
fehlbar gewaͤrtig zu ſeyn, hiemit, jedoch der angeftellten 
Ehe Klage, auf welche ſich Beklagter ohne ferneres Ein⸗ 
wenden einzulaſſen ſchuldig, unnachtheilig, condemniren, 
die bißhero aufgewandte Unkoſten werden biß zur voͤlligen 
Austrag der Haupt Cade ausgeſetzt. BR. W. 

Wann des Stupratoris Vater nichts in Vermoͤgen at, Wann des 
oder nicht mehr vorhanden/ fo incumbirt die Verpfle "Per 
gung des Kindes, deſſen Groß Vater, und nad) denen tra nice 
übrigen Groß: Litern véáteclicber Kinie/ und wann e8 vorbanden, 
auch bey diefen ermangelt/ alsdann muß die Mutter if nr 
rem Kind den Unterhalt verfinaffen; nach diefer aber iſt gen baben, 
der Geſchwaͤchten Vater und übrige Groß Eltern muͤt⸗ fo muß bie 
eire Linie / das Kind zu verſorgen und zu ernaͤhren vere nó) ti 

unden. die Groß⸗ 
L. 5. S. 4. € 5. ff. de agnofe. vel alend, ib, L. 2. ff. eod. a 

Stry«. iz ufu mod. ff. tit. ad Leg. Tul. de adult. S. 24. & sur rox 

tit. de agnofc. wel. alend. lib. $. 5. Bardıl. de farisfaet. nábren. 

fluprat. cap. 3. membr. 7, num. 40. Ludovic. dor. Pan- 

deck. tit. de aleud. liber, $. 2. Carpzov. 7prud. Conſt. 


lib. 2. def. 243. num. 11. 
Wann endlichen aud) biefe nicht mehr vorhanden, oder mm s, 
nichts mehr in Vermögen haben, fo muß der Fzcur quf lerlegte pes 
feine Linfoften das Kind erziehen und ernähren laffen, Eile 
. Carer. prax. Crim. tr. de homicid. S. circa: igitur quartum, 
aum. 36. Muller. dif. de Fur. pregnant. cap. 8. tbef, 17, 


S T | 
... Qt der Stuprator mit Tod abgegangen, fo find fei- spem 5 
ne Erben / wann. fie. bie eripe entweder fibiediter- "ridus 
d din 


b ds, berfiorben, 





204. Von bet Aliment. des aus dem Stupro erzeugt. Kindes, 


—— —— — — — — — — — — — — — —— 


ERES dings, oder cum beneficio Inventarii angetrettem , undfo 
das sim viel in der Berlaffenfchafft (id) befindet, Daß das Kind dar- 
verforgen. AUS die alimenta haben Fan, mit nothwendigen ilnterhalt 


zu verfsraen ſchuldig. 


L. 5. S. 17. de aliment. & liber. legat. ibique Brunnem. 
num. 18. Bardil. de ſaticfact. Auprat. cap. 3. membr. 7. 
num, 41. Böhmer. in 7. Ecclef. tit. de adult. € ftupr. 
S. 14. 

Meilen diefe Obligation das Kind zu ernähren, aus was 
für einen Beyſchlaff es aud) erzeugt worden fepn mag, bie 
Gefege , bevorab aber bie Canonifche Rechte eingeführt, 
welche bann aud) auf bie Erben gebet , und fie, zur Er» 

— des von dem Stupratore erzeügten Kindes, ver» 
indet. 

L. 2. S. 1. &L. 18. fi de aliment. legat. L. 18. $. 1. f. cad. 
Böhmer. cir. loc. Lauterbach. in Compend. Fur. tit. de 
aliment. legat. pag. 521. 


Wann die Diefe alimentation unb Verpflegung be Kindes fängt nicht 
dime. erſt nad) 3. Jahren an, wie einige Rechts⸗Lehrere fatui- 
Sepe ren, unb Dag inzwilchen bie Mutter alleine das Kind er⸗ 
aung des naͤhren unb verforgen muͤſſe, behaupten, und ſolches ex 
AU n L. 9. Cod; de patr. poteft. darthun wollen, fondern fogleich 
; )j vd rig Zeit an, da das Kind sur. Welt gebohren wor; 
nt * | 
Stryk. ip uf. mod. ad ff. tit. ad Leg. Tul. de Adult. 8. 23. Böh- 
mer. Introd. in Fus Digefl. tit, de agnof. & aleud. liber. 
6. 9. Carpzov. prax. Crim. quafl. 68. num, 106. fzq. & 
parts. 4. Conflit. 27. def. 5. num. 3. 


Dann diefer textus handelt nur allein von der Säugung der 

- Rinder, bag nemlidyen die Mutter bie drey Jahr über, 

nach Römifchen Gebraud) , das Kind mit ihren Brüften 

. fáugen, demfelben Milch geben, ſolches waſchen, uw 
un 


Des erffen Buchs, ſechſtes Capitel, 205 


und auferziehen folle; Dahingegen diedem Kind nöthigeali- 
menta nicht in dem bloffen Sägen befteben , bie Mutter 
aud) nicht allezeit tuͤchtig bas Kind felbit zu ſaͤugen, oder 
mandymalen fo arm, daß, wann fie dag Kind feibit ſaͤu⸗ 
gete, fie nichts zu leben hätte; So ift and) die Mutter 
nie ſchuldig, Das Kind 3. Jahr zu fäugen, fondern man 
pflegt heutiges Tages, bie Rinder nod) vor denen 3. Sal 
ten zu entwehnen , Dahero ber Vater nicht unbillid) alle 
Unfoften , bie auffer der Säugung , zu der Auferziehung 
und Berpflegung des Kindes erfordert werben , foaleid) 
von Zeit der Geburt an, nad) Richterlichen Gutbefinden 
und Ermäßigung, über fich zu nehmen bat, und wann die 
Mutter das Kind felbften zu fäugen nicht vermögend, muß 
er aud) die Unkoſten zur Saugung ergeben, 


Carpzov. cit, loc, & part. 4. Conflit. 27. def. s. in m. Böh- 
| met. cit. loc. Stryk, ip ufu mod fff. tit. de agnof. & alend. 
liber. $. 4. Richter. part. 2. decif. 88. num. 33. Bardil. 
de [atisf act fluprat. cap. 3. membr, 7. num, 33. Beuft. de 
" Fur. Connub. part. Y. cap, 29. verf. ff tamen cafus. 


So lange alfo dag Kind die Mutter⸗Milch genieffct/ darf p» ante 
der Stuprator nicht8 bargu contribuiren , fondern bie Mut piesvutter, 
ter alleine muß (older geftalten das Kind verforgen; voann Wild ge 
aber das Kind auffer ber Mutter-Milh und Säugung, pa. «Darf 
nod) was weiters bedarf, fo ift ber Stuprator, ober in rar nichts 
fubfidium bie Groß-Eltern váterlidyer Linie ſolches foaleidy quo min’ 
von ber Zeit an, ba e$ gebobrem, berbe zu Ichaffen das Kin 
in iis. pubem NS 
Hartm. Piftor. Obfervat, 97. Richter, dec. 88. sum. 32, gung nod) 
ſeqq. Finkelthauf, Obfervat. 102, num. 16, Bardil. — be 
membr. 7. num 39. | 


Und wann bie Mutter arm und nichts zu leben fiat; Wann die 


und das Kind Armut halber nicht fäugen Fan , alsdann Mutter 
ide oos RSS — [icgt arm, muß 








€ 


206 Von der Aliment. bea aus Dem Stupro erzeugt. Bindes. 

bebe Liegt Dem Stupratori 0b , aud) ber Mutter bie noth- 
nöthige an. duͤrfftige alimenta zu teid)en , Damit fie das Kind (dugen 
wu c 














fiebas&inp Bardil, cir. loc. um. 39. Coler. de aliment. lib. 1. cap. 6. 
finie. num. 4. Stryk. uf. mod. f. tit. de agnofcend. & alend. li- 


ber. S. 4. circa fin, Theflaur. decif. 3. num. 7. 


Refpon- Und alfo hat die Löbl, Juriſten⸗Facultaͤt zu Jena/ 
fum. ^ menf. Januar. A. 1633. ad requifitionem des Amtmanns 
| zu Arnshang/ gefprochen. verb, Daß Hanns Sald das 
Kind drey Fahr bey ber Mutter, und folgende aud) bei 
ibt oder foniten zu unterhalten fehuldig, wie bann von ih» 
me beruhrte 3. Jahr über, der Mutter zur alimentation 
des Kindes, wodyentlid) 4. Grofchen zu liefern, nad) Aus⸗ 
gang angezogener 3. Jahr, ift von ihme ſolches Kind, big 
es (td) feloft ernahren fan, zu alimentiren. 

Wie lange „ Wie lange aber der Siuprator das Bind zu ernähren 
ber Scupra- fcDuloig ſeye? hat man vorderfamft auf die ſStatuta und 
MOD Landes⸗Verordnungen hierinnen zu fehen. An vielen 
ren fjuloig Otten find x2. Jahr zur alimentation des Kindes ande: 
kw? raumt, welches aud) das Hochgraͤfl. Hohenlohiſche ges 
Hohentopi: meinſame Kano 2 Recht pare. I. tit. VIL. $. 2. alfo mit (id) 
fees Eaud- bringet, verb. bem mit ihr erzeugten unehelichen inb et» 
suit Die was gewiſſes zur Verpflegung , jábtlid) zu bezahlen, aud) 
nöthigen Falls toegen folder Verpflegungs Gelder, Cau- 
tion zu (tellen , unb diefes alles fo (ange , bif das Kind fein 
12, Jahr erfüllet bat; An einigen Orten find 14. biB 16. 
Jahr bargu beftimmet. Wo aber in denen Starutis und 
Landes⸗Rechten, der Zeit halber nichts gewiffes deter- 
minirt zu finden, muß Der Stuprator bas Kind fo lange ver: 
alimenriten, Dif c8 fid) felb(t durch Arbeit, oder auf ans 
bere WWeife , feinen Unterhalt verfchaffen, ober ein Hand» 

werd ober Kunſt erlernen fan, ———— | | 
Carpzov. prax. Crim. quaft. 68. num. 110. fegq, Stryk. / 
MS 











Des erſten Buchs / ſechſtes Capite. 207 


ufu bod. ff. tit. ad Leg. Jul. de adult. S.23. Bardil, de fa- 

tisfa. fluprat. cap. 3. membr.7. num. 34. Richter, decif. 

88. num. 37. |... ; 
Dahero man gemeiniglich dem Urthel bie Clauful eingubete |... 
Ieiben vfleat: bif es fein Brod ſelbſt vcrbienenfan, Was en 
aber für alimenta einem jeden Kind nothwendig feyn , unb derermini. 
von weicher Zeit an das Kind fich felbiten zu ernähren! 
im Stande fid) befinde , Davon Pan wegen Ungewißheit und 
Unterſchied ber Vi&ualien, unb der Koſt, der Güter, beg 
- Orts, wie aud) der Conttitution, Natur unb tempera- 
menten der Kinder , Feine gewiſſe Regul gegeben werden, 
fondern wird billid) bem Gutduͤncken und difcretion eines 
perſtaͤndigen Richters, uͤberlaſſen. | 
. Carpzov. eit. loc. Bardil. d. membr. 7. num. 35. Mev, ad 

us Lubec, part. 4. tit. 5. art. 1, num. 27. 


! Hob. n : 

Wann dad Kind vor der Zeit/ ehe es feinen Unter wann das 
Halt ſelbſt verdienen Fan, ober vor denen in benenStatutis Kind vor 
un®Land-Kechten determinirten Jahren verſtirbt, fragt A LA 
fis / ob alsdann die verfprochene ober auerfannte alsbann die 
alimenta, von dDemStupratore nichts deſtoweniger annoch slimen- 
zu entrichten fepn? Man hat allhier einen Linterfchied zu pis, n 
maden, ob eine gewifle Summa Geldes überhaupts/ 
an (tatt der alimenten, verfprodben worden fepe, oder ob 
der Stuprator die alimenta alle Jahre oder Monath abs 
zuführen, fic) engagiret babe, oder aud) in dem Urthel 
argu angewiefen fepe. — Im ecffen. Sall/ mann der Stu- 
prator eine gemiffe Summa Geldes verforodhen , fo muß 
felbige völlig ber Mutter ausbezahlet werden, wann gleich 
Das Kind in wenig Fahren oder Tagen verstorben , umb 
(álit auf den Stupratorem nichts wieder davon zuruck, fon 
bern gehöret eigenthumlich dem Kind gu, und wird durd) 
deſſen Abſterben auf die Mutter — ſo s is 
EC | | otha⸗ 


208 Don der Alment. des aus bemsStupro erzeugt. Kindes, — 
fothanes allſchon ausbezahltes Geld nicht wieder zuruck seben 
Darf, und warn e8 nod nicht murdíid) erlegt, von dem 
Stupratore annoch fordern kan; im legtern Sall/ mann der 
Stuprator alle Fahr oder Monath bie alimenta zu entrich⸗ 
ten ſich erbotten , oder in dem Urthel zu jährlicher oder 
monatlicher Abfuͤhrung berfelben , it angewieſen, iſt er, 
wan bas Kind verftorben, zu weiter nichts verbunden, und 
fan das Weib die alimenta (auffer was die verfloffene an 
betrifft) von demfelben nicht mehr prastendiren, weilen bie 
Reihung der alimenten eine perfonal-Obligation ift, bie 
mit der Derfohn deſſen, deren man foldye fchuldig , auf 
höret, und auf die Erben nichts transmittirt wird, 
Finkelthauf. Obfervat. pract. 102. num. 25. ſeqq. Carpzov. 
(o0 prax. Crim. quaft. 68. num. 113. Bardil. de ſaticfact ffu- 
prat. cap. 3. membr.7. num, 42, & 43. Stryk, uf. mod. ff. 
| dit. ad Leg. Jul. de adult. S. 25. Beuft. de jur. connub. 
m oo part. 1. cap. 29. feq. : | 
Hohenloh· Wormit aud) das Hochgraͤffl. Sobenlobiftbe gemein 
fies Lande ſame Lands Recht pare. I. tit. VIL S. 3. übereinitimmet, 
duet hiee verb. Wann das uneheliche Kind vor den 15. Jahr vet» 
| ftitbt, fo hören als dann aud bie Verpflegungs Gelder auf, 
Dabin gehet aud) dad bey dem Carpzovio cit, quf. 68, 
num, 114. befindliche praejudicium. verb. Iſt aud) unter 
andern, vorgebaditen A. W. deme mit eurer Tochter in 
der Unehe erzeugten Kind, fo lange biß es fein Brod ſelbſt 
erwerben fan, bie alimenta und Unterhalt zu reichen cto 
fannt worden; und eg ift ohnlanaften foldyes Kind nach ew 
rer Tochter Abtterben , aleihfalls Todes verfahren, | 
feynd foldie alimenca A. W. wiederum anheim aefallen, 
und ihr habt euch deren beftändiger Weile anzumaffen nicht 
Sua. Q3, 9t. 98 1 "d 


* 














m »& Jedoch ift in diefem Sall/ warn das Kind vor der 
Eu " Zeit verſtirbt und Die alimentations - Gelder aufhören, 
ſtirbt, muß V SR quat 


o9 - 


Des erſten Buchs / ſechſtes Capitel. 209 


der Stuprator die Begraͤbnus Koſten, fo auf bag Kind der Stupra- 
verwendet worden, zu bezahlen fdbulbig ; dann obzwar 10, die Be 
biefe zu denen alimenten nicht gehören, fo erfordert Dod) Koften 
das officium pietatis, Daß der Stuprator, als natürlicher sables. 


Vater des Kindes, ſolche Unkoften über fid) nehme. — 
Carpzov. prax. Crim. quafl. 68, num. 115. Stryk, uf. mod, 


ff. fit. ad Leg. Tul. de adult. $. 25. circa fin. L. B, de 
Lynker, vol; I. refp. 166. sum. 10. 


Welches aud) alfo in dem Hochgraͤfl. Aohenlohifchen Hohenlohi⸗ 
Land « Recht part. 1. tt VIL S. 3. verordnet zu finden. [9e fan» 
verb. &8 ift aber der natuͤrliche Vater folchen fallsdie Be von — 
graͤbnus foften, gleich zuvor den Kind⸗Tauffs⸗Koſten, zu 
bezahlen ſchuldig. | 

Und alfo-hat die £ obf. Juriſten⸗Facultaͤt zu Tena/ d- Refpon- 
25. Junii A. 1698. in caufa Maria MNagdalena Wach: um. 
heimin/ contra Job. Jacob Maſen / Lieutenant, unter 
andern geſprochen. verb. Was aber bie Expenfas betrifft, 

fo auf 350. fl. gemäßiget worden , fepnb diejenige, welche : 

auf bie alimentation des Kindes und deffen Begraͤbnus ver · 
wendet werden müffen, nit in Streit zu ziehen. 


S. 9. : 
Wie viel jährlich zur alimentacion und Verpflegung Wie viel 
des unehelichen Aindes von dem Stupratere zu bezahlen jäßrlic jue. 
feye? das iff von dem Richter, nad) des Stupratoris Ver: doo des 
mögen , der Geſchwaͤchten Zuftand und Beſchaffenheit, Kindes von 
und andern mit einſchlagenden Umſtaͤnden zudeterminiten. (57 zu bes 
Richter, decif. 88. rum. 34. feq. Stryk. uf: mod. ff. tit. ad zahlen. 
Leg. Jul. de adult. S. 23. Bardil, de fatisf'acf. ſtuprat. cap. 
(09. membr. 7. num. 35. | Au 
Wormit aud) bas Hochgraͤfl. Hohenlohiſche gemein; IE 
fame Land; Recht part. 1. tit. V11. $. 2. expreffe uͤberein⸗ Recht hie 
$02 (tiro vot 














210 Yon der Aliment.des aus dem Stupro erzeutit. Rindes. 


— —— 


Magdebur ſtimmet. In der Hochfürfti. Magdeburgiſ Policey⸗ 

NA Qronung / cap. 69. S. 1. iſt verfehen, daß ber Stuprator 
bimon, Die Leibes Frucht, wann ſie zur Welt gefommen, bi in 

das 15. Jahr, und zwar bey AUdelichen , jährlich mit 50. 

bey Burgers Reuten , mit 25. biß 30. bey denen Bauern 

aber, mit 8. bif ;o. Thalern, alimentiren folle, — — 

.. tefte Stryk. cit. zit. S. 21. | y^ 


Denen na Worbey zu merden , 1) daß denen natürtidben Kindern 
en «feine alimenta civilia oder Standesmäßiger Unterhalt, wie 
Siret tein Die aus rechtmäßiger Ehe erzeugte Kinder befommen , fon: 
Sin. bern nur allein Die alimenta naturalia, oder ber nothduͤrff⸗ 
fondern nur tige Laterbalt, ohne welche ber Menſch nicht leben Fan, 
der nor: gebuͤhren, 














lg ^ Böhmer. 7. Eeckefafl. tit. de adult. € fupr. S. 14. Coler. 
Jun. de Aliment. lib. Y. cap. 1. mum. 31. feqq. 


Dbbersu. 1.) Daß der Staprator ober deffen Eltern, nicht ſchuldig 
meer und ſeyn, ber Geſchwaͤchten prezcife das Geld für bie alimen- 
 Vesftin u tation des Kindes zu bezahlen, fondern fie Eonnen auch, fo 
fi nb- wol der Stuprator als feine Eltern, wann fie wollen, das 
me ub, Kind zu fid) nehmen, umd es felbit auferziehen und ernaͤh⸗ 
ſelbſt aufers een x 
ehen Ev ven; baferne fie nur aud) binlánalid)t Caution barbe» ftek 
»^* fen, daß fie das Kind wol auferziehen wollen. Ps 
Berger. i» Oecon. Tur. lib. 3. tit. V1. S. 4. wot. 7. pag. 826. 
Stryk. sf. mod. ff. tit. ad Leg. jul. de adult. S. 27. | 
Dann wer das Rind auf ſeine Unkoſten zu ernähren verbum 
ben iff, bem iff ordentlicher Weiſe bie Auferziehung nicht 
zu denegiten. | 
Berger. ci. /or. | | 
Reíaon. Und alfo hat die Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Halle / 
Keen Menf. Febr. A. 1710. geforochen. verb. Obwol B. ver⸗ 
meinet, daß der Beſcheid uͤberfluͤßig, und nur zu Haͤuffung | 
| 2 e 


\ 


Des erfien Buchs / ſechſtes Capitel. 211 
ber Unkoſten abgefaßt waͤre, inbeme dasjenige, was bat 
innen erkannt, allbereit Durch Des Beklagten Vater, pre- 
ſtirt waͤre; weil aber dannoch bey dem legten Verfah: 
ren , fol. 356. feqq. darüber annod) geftritten worden: 
Ob Klägerin das Kind auszuantworten ſchuldig, unb 
ob fie wegen gebührender Erziehung des Kindes genug. 
fam gefichert fepe? unb beede Theile fol, 365. sum VImtée 
Beſcheid fubmittirt , fo bat ber Befcheid nit anders, 
als gefhehen Cnemlidben , bag bie Stuprata bas Kind 
dem Stupratori 3 E Ea ſchuldig) erfolgen fónnen, 
fondern es iff derfelbe denen Aen unb Rechten allerdings 
gemäß, und hat ime daher, einige Partheylichkeit Feines» 
wegs beygemeſſen werden mögen. V. 9t. 98, ps 
Wie bann auch alfo das Churfuͤrſtl. Sächfifche cos c. Praiudi- 
fforium in caufa Juſtina B. contra Barthel S. menf. Ju. Cum. 
nii A. 1704. geſprochen, wie Bergerus cit doc. bezeugt. 











. IC. : 

Bann der Stuprator nicht fo viel in Vermögen hat, Dem su 
die ime von dem Richter zuerfannte Alimentations Gel; fommr, 
der zu bezahlen , unb er wird bieferbalben gerichtlich belan. mann ee 
get, fo Fommt ihme aldbann das beneficium Competenris IE" der 
zu ftatten , fo daß er nicht alles bezahlen darf, fonbern if: tions- Gel. 
me fo viel übrig gelaffen werden muß, af8 zu feinen noth; Dr brav 
duͤrfftigen Unterhalt nöthig ift, mithin wären die auferleg das beuzr- 
te Alimentations- Gelder nad Richterlichen Gutbefinden «un Com- 
p moderitem , bamit er barburd) nicht felbft Mangel n aan, 
e e, AAN, 3 t 3 S 

 Bardil. de [atisfact. ffuprat. cap. 3. membr, 7. num. 37. 

Wernher. differt. de benefic. Competent. cap. 3. tbef. 2. 

sum. 84. Richter. deciſ. 88. »um. 35. Coler. de aliment. 

lib. (i d 2. qe S E | * ij Ms | 

Wie alfo der Schöpffen Stuhl zu Jena menf. Auguft, 2... 
A, 1611. ad requifitionem Sartholomdi Abeitis/ Amt) ae ees 
manne zu Helmersleben gefprochen. verb. Woferne des ' 

m | UOS NE 1: cre e: 


312 Donder Aliment. des aus dem Stupro erzeugt, Kindes, | 

















Ober Leuteranten Vermögen alfo beſchaffen, daß, mann 
er bie auferlegte 30, Thaler Educations- Gelder eritatten 
follte, felbft Mangel leiden muͤſte, in folden Sall bie zu: 
erkannte Zieh Gelder willkuͤhrlich zu maßigen. 23. R. W. 
Weilen aud) unrechtmäßige Kinder ihren Bater ebenbie 
reverenz und Ehrerbiefung nach Denen natürlichen Rechten 
ſchuldig find, als andere aus rechtmaͤßiger Ehe gebohrne 
Kinder, und die Römifche Gefege bierinnen unter Denen 
Eltern unb Kindern feinen Unterfchied machen, und bie 
natürliche Kinder nirgend davon ausfchlieffen; Und darf 
fid) bie Geſchwaͤchte gar nicht beſchwehren, bag fie mum 
mehro das Kind ernähren muß, indem fie fid felbften bey: 
zumeffen , daß fie (id) hierinnen nicht be(fer vorgefehen , 
und von einem Armen hat beſchlaffen laffen. 
Wernher. cz. differt. tbef 2. mum. 35. feq. vol. 7. Seleä. 
Obfervat. forenf. pag. 706. feqq. fubject. ; 
Ingleichen Und biefe8 beneficium hat ber Stuprator ntd)£ nur wegen 
que Mal Det Alimentations- Gelder zugaudirn, fondern aud) als dann, 
nen nato, wann er von feinen natürlichen Kindern wegen anderer 
lichen Kin Schulden und Sorderungen/ in Geridtliden Anſpruch 
bern ivegen genommen wird; dann bie Rechte admittiren aud) bie na 
Schulden tuͤrliche Eltern zu allen benenieniaen privilegiis, bie denen 
N Eitern foegen des ihnen gebührenden Kindlichen Refpe&s, 
' . finb verftattet worden, wie zuerfehen 
€x L. 6. ff. de im jus vocand, Lauterbach. d/fert. de benefic. 
Competent. tbef. 15. | 
Ban ber " /2 $. 1r. 
tuprator ? . Ame Mun o o 
dieShnie Zu Erlang: unb Uberkommung diefer Alimentations- 
dise. Gelder ift die Geſchwaͤchte oder das Kind ſchon genug 
barbepaberfar fundirf und gegründet, wann der Stuprator die 
a a Schwächung eingeffanden/ wann er gleich Darbey vor; 


Bater zum giebt, er wäre nicht Vater zum Bind/ bie Seit traͤffe 
Sino, oder | | tnit 


b 
Ma esp mc SE E WR aa. > a M RES o me Fl 


T a x 
* S 
—— FU arm: etd 


Des erſten Buchs / fechffes Capitel. 213 

mit ibme nicht überein, oder die Geſchwaͤchte habe fid) nod) Kuncnee 
von mehrern beichlaften laſſen. Bär m. 

: eorera 

Bardil. de fatisfac. luprat. cap. 3. membr. 7. num. 22. feqq. tbun aes 
Stryk. uf mod. ff. tit. ad Leg. Tul. de adult. $. 23.. Car- LC 
pzov. prax, Crim. quaft. 63. num. 116. & Fprud, Confgflor. lange vor 
hib. 2. def. 232. Leyier. Mediat. ad ff. Specim. 32 3. den Vater 


m. es Rindeg 
medit. 1. gehalten, 


Weilen aus dem Beyſchlaff eine rechtliche praefumtion guet 
wider ihn entfpringet , welche fo viel operirt , daß er fo erwirien. 
lange vor ben Vater des Kindes gehalten wird, bißerdag 
Gegentheil rechtögenägig ermiefen und dargethan. | 


Carpzov, cit. loc. Strüv. 7prud. Rom. Germ, forenf. lib. I. 
tit. 19. 9. 8. i ATHE | 
Dann wann (d)on der Stuprator fein Vorgeben erweiſen unb mußer 


wollte, ober auc allfihon den Beiweißhierüber , übernem; Mäbrenden 

men hätte, fo iſt Doch die alimenration und Verforgung Send hp 

des Kindes, weilen bie caufa alimentorum feinen Verzug Ausgung. 

leidet, nicht aufzuſchieben, fonbern bem Srupratori durd —— 

ein decretum provifionale five interimiflicum aufzuerlegen, " 

daß er den Kind Dig zu Ausgang Der Cade, notbolrffto — — 

aem Unterhalt verſchaffen folle. —.— 0 0 

. Carpzov. Jprud Conſiſt. lib. 2. def. 232. uum. Yo. Stryke 

in addit. ad Brunnem. 7. Eccleffaff, lib. 2. cap. 18. $.28, — 

ad verba: Stuprator autem. Leyfer. cit. c. 


Und alfo hat die Loͤbl. Juriſten Facurät 3u Frauck Refpon- 
futtb/ menf. Auguft. A. 1675, gefprochen. verb. Weil um J, 
Inquifitus zugeftanden und befennet;, bager bie A. W. zum 
öfrteen fleiſchlich erfennet , fo iff deshalben wider ihn. die..." 
pr&fumtion, daß er be8 Kindes Vater fep; unb'oberaleid) — 
‚au erweifen fid) aetrauet , bag aud) andere bey ift geweſem 
fo it er dannoch, bevorab er zu RENTEN ARRA 
30 E i da 





214 Don bet Aliment. des aus bem Srupro erzeugf. Bindes. 


— — RA ——— — — — — — nn nn — 


daß er zu dieſem Kinde nicht Vater ſeye, unterdeſſen die 
alimenta herzugeben, ſchuldig; 
arg. L. 7. ff. de agnoſcend. & alend. liber. 
licebit enim poftea nihilominus quarere, an fit filius. 
L. 10. ff. de bis qui [unt fui vel alien, jur. Covarruv. pract. 
quaft. cap. 6. 

' Ingleichen die Löbl, Juriſten Facultaͤt zu Wittemberg / 
"a 1: Septembr. A. T verb. Diemweil Beklagter des 
—. . dVibellitten Beyſchlaffes aeftánbig , barneben aber exceptio- 

nem fornicationis vorſchuͤtzet, fo ijt ec felbige binnen Saͤch⸗ 
ſiſcher Friſt, gebührend zu befcheinigen fchuldig , baraegen 
Klägerin ihre Gegen. Belcheinigung und andere rechtliche 
Nothdurfft, in ebenmágiaer Friſt billid) vorbehalten wird; 
immaffen aud) beeden Theilen, fid) darbey der Eides de- 
lation zu bedienen, unbenommen. — 8 iff aber Beklagter 
unterdeffen das Kind wochentlich , bi zu Austrag ber Sa- 





die, mit 4. Grofchen zu alimentitn verbunden. 95. R.W. 


Und Bat Dahero bann aud) in diefem (Sall feine Appellation, 


b — * e . 
M wann der Stuprator ſolche wegen auferlegter alimentation 


lion frott, ergreiffen follte, darwider ſtatt findet, weilendie caufaali- 


mentorum feinen Berzug leidet, fondern e8 muß der Stu- 
prator feine vorgefchügte Exception, daß er nicht Vater 


m Kind feye,binnen des ihme anzuberaumenden termin, 


zu 
Rechts, gehörig erweifen , inzwifchen aber Das Kind vere 
alimentiren. 2.23] 

Sttyk. in uf. mod. ff. tit. ad Leg. Jul. de adult. $. 23. & in 
addit. ad Brunnem, 7. Ecc/df, lib. 2, cap. 18. $. 28, ad 

| .... Verba: Stuprator autem. | : | 
Refpon. , Wie bann alfo vorgebadbte Juriſten⸗Facultaͤt in eben 
fum, dieſer Sache / fernermeit alfo geſprochen: verb. Weilen 
nun ſolche caufa alimentorum feinen moram leidet, fo ift 


qud) Die Appellation bep fo geítalten Sachen, nicht uu. 
i : u | On 


" : 
4 MO RM SET: n ES disce di 
Lea Te XM e c De S U Sara iss 


Des erſten Buchs/ ſechſtes Capitel. “a 


fondern es iff genug, wannibme eine Srift von 4. Wochen, 
su Beweifung feiner vermeinten Exception eingeraumet 
wird, jedoch, baf er indeffen die alimenta entrid)te, 
$. 12. wird dasbeg 

Jedoch werden allhier termini habiles darbey praefup- —— 
porirt, bag nemlichen aud) oie Zeit / da der Stuprator Die da ber Sue. 
Geſchwaͤchte fleifcbtido erkannt zu haben / eingeffan- ende 
ben; dergefkalt beſchaffen / daß das Aind aus diefen te erfanne 
Beyſchlaff bat erzeugt werden fónnen/ und alfo feine ——— 
geringere ober gröffere Zeit, als anfonften erforderlich , ta aiete 
(v. gr. S. obtt 12. Monath,) verfloffen fepe; dann fonffen haften, 
ift ber Stupracor zur alimentation und Verpflegung eines «5f. 
ſolchen Kindes nicht gehalten. Diefem ver⸗ 


.. Wernher. Se/ec£, Obfervat. forenf. vol, X. Obfervat. 63. eryeuát toas 
Wie bann alfo bie Löbl. Jurifken-Fzuiät zu Wittem Wr Tonne 
berg/ menfe Septembr. 1709. acfprod)en zu haben Wern- des 
herus czz. /oc. bezeuget. des — UM 
-- Qu einer ordentlich und rechtmäßigen Geburt aber, Wie viel 
werden 40. Wochen, oder 280. Tage, ober 9. Sonnen, Satin eno 
Monath, jeden ſolchen Monath durchgehends zu 30, Tage dea und 
aerechnet, oder ro, Monde: Monath erfordert. ! et 
"Valent. Pazdecf, Medic. part. 1. gSect. I. caf. 24. Carpzov. erforbere 
- Sprud. Confiftor. lib. 2. def. 225. Teichmeyer. Inſtis Me. f? 
- dic. Legal. cap. 9. quæſt. 5, Harpprecht. conſil. Tubing. 
51.Zum. 9. — 


Dann €8 pflegt bie Natur oemeinialid) ben ber Geburt ei- 
nes Menfchen eine gewiſſe Zeit zu beobachten , unb Das 
Wer der Kinder Erzeugung ordentlicher Weile nach Ber: 
flieffung 280. Tagen zu vollenden; welchen termin aud) un: 
ſer Heiland, als der allervollfommenfte Menſch, fat be 
. fbadten, und auf biefe Weile aud) alfo wollen acbobren 
werden. Jedoch find Ska Urfaden , die m 

| e orbente 





216 Donder Aliment. bes auo dem Srupro erzeugt, Rindes. 


— — — — — 








ordentlichen unb natürlidyen termin entweder verlängern 
oder verkuͤrtzen. | 
Teichmeyer. 4. track. cap. 9. quæſt. 6. ; 


Ein im fe Ein Kind, das im fi-benben Monath ober 190. ober 192» 
Mgr Tagen nad) gepflogenen Beyſchlaff zur Welt gefommen, 
"n Anfang wird Ebenfalls vor eine rechtmaͤßige Geburt gehalten , und 
defien pr Fun medice nicht mur vivus, fondern aud) vicalis fen? 
ie mann gleich einen oder 2. Tag der 7. Monath fid) erit an 
fin ivo gefangen, bann es werden eben nicht præciſe 7, vollkom⸗ 
na mene Monath erfordert. uL. 
k . Carpzov. 7prud. Confiff. lib. 2. def. 224. num. 5. [ea, Lau- 
terbach, Colleg. zbeor. pract. ad fff. tit. de bis qui funt. fui 

vel alien. S. Yo. Leyfer, Meditat. ad ff. [pecim. 15. medi- 

tat. 2. Teichmeyer. d. cap. 9. quafl.9g. — 

Refponz , Und alio hat die Loͤbl. Juriſten⸗Facaltaͤt zu Wittem⸗ 
fum 1 berg/ Ment. Januar. A, 1712. gefprochen. verb. Wiewol 
— -. bie Görfin wegen ihres fonft übelgeführten Lebens, in bó» 
fen Gefchren iff, zudeme an der von ihr felbft angegebenen. 

eit des Benfchlaffes , 8. Wochen ermangeln; dieweilaber 
annod) Siedler‘, bag er das Were fleifchliher Unzucht 
qnit ibr oollbrad)t, nicht in Abrede fepn Fan, hieraus aber 


bie (tarde Vermuthung, ba er des zur Welt gebohrnen 


Kindes Vater fepe, ermádfet; Dahingegen die an der an. 
gegebenen Seit ermanglende 3. Wochen ihme nicht su flat» 
ten fommen mögen, in Erwägung , daß nadı ber in denen 
Rechten gegrimdeten und überall eingeführten Meinung, 
ein Kind aud) im Anfang des fiebenden Monathe nad) ae» 
oflogenen Beyſchlaff, zur Welt Fommen fan; So mag 


Siedler darüber, daß er die Görfin nicht geſchwaͤngert m : 


gum Eide nicht gelaffen werden. — m d 
Keſpon· Ingleichen das Churfuͤrſtl Sächfifcehe Ober: Coma: 
fum IL. rium in Dreßden/ Ment. Mart. A. 1715, in caufa Heroids 


3u M. verb. Dannoch aber und dieweil nach aller — 


N Des erſten Buchs / fechfles Capite,  2ır 
ter Rechts Lehrere Meinung der partus feptimeftris pro 
legitimo gehalten wird, warn gleich der 7. Monath nur 
mif 1. oder 2. Tagen angefangen worden; 

Carpzov, Jprud. Confifler. lib. 2. def. 225. num, 8, —- 

ihr auch felbit anfübret , baf von ber Zeit der Copulatio 
an, 26. Wochen, 2. Tage, oder 184. Dig zu des Weibes 
Niederkunfft verfloffen, da doch nad) nur allegirten Car- 
pzovio d. loc. nur 182. Tage, wann partus pro legitimo 
gehalten werden felle , erfordert werden; hiernechſt, ba 
ber Kauffinanns-Diener fie gerichtlich beſchuldiget, Daß fie 

— fid) mit ibm fleiſchlich vermiſchet, babero nicht zu attendi- 
ren, weilen er propriam turpitudinem allegitt; Serner 
Die von euch wegen ber deprecation angezogene Obfervanz — 
ad prasfentem cafum nicht zu appliciten iſt; in Betrach⸗ 
tung , daß diefe mic von einem Gbemeib , fo unter 7. Mio: 
nath darnieder kommt, zu verfteben,, bier aber das Ehe⸗ 
Weib zu Anfang des 7. Monaths des Kindes genefen, weis 
ches denen Rechten nad) , für rechtmaͤßig, vote bereits ans 
gefübret, geachtet wird, leglic) auch, wann gleich Heral- 
dus den anticipatum concubitum geftanben häfte, davon 
aber in der Trage nichts ausführliches enthalten, bod) in 
favorem partus die Eheleute zu einer offentlidgen depreca- 
tion, (ie gefchehe nun, auf was Art umb Weiſe, wie e8 
wolle, nicht pflegen angehalten zu werden; Als erfeheinet 
mes unb allenthalben fo viel, Daß Heraldus und fein 
Eheweib geftalten Sachen nad), mit ber offentlichen Ab⸗ 
. bitte ganglich zu verſchonen; es ift aber der Weitlichen 
Dbrigkeit unbenomimen , daferne diefe Eheleute den anti- 
2 concubitum geftehen , fie gebübcenb zu beftraffen. 











Ingleichen in eben diefem dberzCor//orio Menf. Sept. Refpon- 
A. 1704. ad confultationem 7. C. G. verb. Dannoch aber fum Ill. 
und dieweil allhier bas Kind im fiebenben Monath geboh⸗ 
zen, und nad einhelliger Sonn derer AEDIRSSeiraeten 
| €e2 Au 


€ 


— 


219 Von der Aliment. des aue bem Stupro erzeugt. Bindes. 














md Medicorum, partus feptimeftris pro legitimo jt adj» 
ten, aud) in denen geiſtlichen Confiftoriis dieſer Meinung 
beygenfliätet wird; als wird aud) 2. Kind dafür zu babe 
ten, und er und fein Eheweib mit Kirchen Bulle zu ver⸗ 
fchonen ſeyn. V. R. W. | i 


S. 13. 


Ingleichen So iſt auch ein im 8. Monath oder zu Anfang def 
das, fo im fen / gebohtnes Kind , nad) derer bewährtiften Rechte» 
E Rehrere und Medicorum Meinung, für rechtmäßig zu hal⸗ 
depre. tet; Dann da ein im fiebenben Monath aebobrnes Kind 
für rechtmaͤßig geachtet wird, fo ift ſolches um fo viel meh⸗ 
terà ven cineri acht monathlihen zu fagen. | b. 


| Carpzov. 7prud. Confiftor. lib. 2. def. 226. & Fprud. ferenf- 


part. 4. Conflit, 27. def. 14. Lauterbach. ad ff. tie. de 
bis qui funt [ui vel alien. jur. $. 10. Hahn. 44 Welemb, 
tit. de flat. born. num. 3. ad verba: poflguam nati. Teich- 
meyer. Inflit. Medic. Legal. cap. 9. quaft. 10. r 
Refpon- Und alfo hat der Schoͤpffen⸗Stuhl zu Leipzig Menf. 
fom. X O&obr. A. 1641, ad requifitionem ob. Erneſti Gott, 
F-bald's zu Camburg geſprochen. verb. Dieweil aber das 

Kind, fo nur Anfangs des B. Monaths, nad) gehaltener 
Hochzeit unb Beylager gebohren „ ftir unebelid) nicht ge 


halten teird , inbeme ber Medicorum einhelligen Meinung — 


nad), partus feptimeftris pro legitimo zu adjten, und 
. aber allewege ungewiß, ob ein Kind im 8. Monath nad) 

ber Hochzeit gebohren, nicht allererft einen Monath nach 
aehaltenen Berylager empfangen worden , unb alfo partus 
feptimeftris fepe; So mögen vorgedachte Perfohnen, ob 
haͤtten fie (id) vor der Hochzeit fleiſchlich aufammen gehal 

—- ten, nicht befchuldiget werden. DB. R. W. «ROT UA 

Refpon. Ingleichen das Churflurſtl Saͤchſiſche Ober Confforium 
fam I. au Dreßden/ menf. Aug. A. 1713. ad confultationem M. 


Jj ob, 


£d . Des erffen Buchs/ ſechſtes Capitel. 919. 








Foh:Coleri. verb, Db min wol fcheinen möchte ; daß, weie 
len P. und fein Eheweib vor cud) unb euren Collegen geſtan⸗ 
den, bag fie einander ante copulationem bepaeroobnt , fie 
gar wol zu dergleichen deprecation angehalten werden Fons 
nen; bannod) aber und dieweilen nad) bewaͤhrter Rechte 
Lehrere und. Medicorum Meinung, Der. partus ıfeptime-. 
ftris , und alfo nod) um viel mehrers oGtimeftris pro legiti . 
mo geachtet voirb ic, QS OH 7 
Herentgegen, mann das Weib im 4, 5. uno 6. Monath Nice aber 
nach gebaltener Hochzeit / mit. cinem Kind Darnicber go, ? cin 
fommt , fan baffelbe nach einhelliger Meinung aller. Medi- 5. us» 6 
corum und Rechts Lehrere al8 rechtmaͤßig nicht halſiren, ovato 
bann in dem 4. 5. und 6. Monath wird die Geburtf für ei ^ 
nen vollfommenen Menfchen nit gehalten , fondern für 
verftorben angefehen , weilen ein feld) Kind natürlicher: 
Weiſe nad) Zeugnus des Hippocratis. nod) Fein eben hat. 
Dahero, Yoann ein Weib im 4. 5. unb. 6, Monath cines. 
. Kindes genefen, bie rechtliche Bermuthung wider fie it, 
daß entweder der Mann fie vor der Priefterlichen Copula- 
con fleifchlichen erkannt babe, oder aber, wann er ſolche 
auf fich nicht Fommen laffen will, einanderer Vater gum. ^ o 
Sinbidtoe: ur RUE ord CHR End dier ek V dioe io 557m 
Carpzov. Jprud. Confiftor. lib. 2. def. 224, pum. 3.4. feq 
Berger. Oeconom. Tur. lib, 1. tit. 2. $. 2. pag. 38. Lau- 
terbach. Co/eg. iheor pratt. ad ff. tit. de bis: qui funt fuá 
vel alien. jur. S. 12. Teichmeyer. Inſlitut Medic. Legal. 
*^ " cap. 9. quaft. 8... Ha Di or H "dn hun ers, " 3; m d. pé hr 
Es ware bann, ba das Kind nod) anti unzeitig und uns Estwäre - 
volllommen / welden Falls obige germuthung N Fr 
frühzeitigen Beyſchlaffes, ober , baf einzanderer Vater nod une 
zum Kind fepe, binroeg fiele, und das Kind mitbt urbillid) 5 und um 


pb er 


für ehelich mb rechtmäßig zu halten waͤre. j 
—. " Garpzov, lb. 5. refpenf: LEA num. 20, feqq, & gprud..Con- 





u  fflor. lib, 2. def. 227. num. 11. feq. Berger, Occon. Fur. 
- eit. loc. pag. 39. Lauterbach. cir. /oc. S. 12. VM 

Refpon. Und alfo fat oer Schöpffen-Stuhl zu Keipzig/ ment. 
fum. Septembr. A. 1622. ad requifiiionem N. N. zu 2luma qe 
ſprochen. verb. Habt ihr eud) mit N. N. in ein Ehegelöb: 
mus eingelaffen, und Hohzeit gehalten; worauf ſichs be 
geben, ba die 22. Woche bernad) euer Eheweib eingefom: 
.. Hen, und einer lebendigen Tochter genefen. Ob nun wol 
^. .  Vergegeben werden will, ob haftet ihr vor ber Hochzeit 
- unb Priefterlichen Copulation, euch zu der Braut gefun⸗ 
ben , und fie fleiſchlich ecfannt , deswegen aud) die Obrig- 
feit euch zu ftraffen gemeinet, Da aber bannod) eurem 
Vorgeben nad), Das Kind nit ganz zeitig und vollkom⸗ 
> men geivefen , fondern wenig Tag nad) empfangener Taufe 
verſtorben; So möchte eud) vorgedachte Beguͤnſtigung be 
ſtaͤndiger Weiſe nicht zugemeſſen noch ihr deswegen mit 

einiger Straffe beleget werden. V. R. W. 


i S. 14- 

Spams ^— Wann ein Weib nad) dem Tod ihres Mannes / mit 
Dc nach einem Kind darnieder fommt , fo ift Die ordentliche Zeit/ 
res Sane; 9. Monath, umb wird das Kind bis dorthin für ehelich unb. 
imo Mo rechtmäßiggeahtetz "= nn 7 
ber fommt, "Lauterbach, Colleg. tbeor. pract. ad ff. tit, de his qui funt fui 
ifba$finD . wel alien. jur, S. 11. Stryk, i» ufu mod. ad ff. tit. eod. 
Mine a . 14. Berger, Oeconom. Fur. hb.1. tit. 2. $. 2. pag. 39. 
halten. Wie dann aud) annod) der 10. Monath / ingleichen der 
un 9? Anfang des 1: MTonatbs / das ift, ber erfte und ande: 
10: und der re Tage bed 11. Monathsadmittirt wird, teilen bie tem- 
—— —— ungewiß; und bie Geſetze 
engelaffen, von Deme, was von ber Wuͤrckung der Natur dependirt, 
fo ſchlechterdings nichts determiniren kͤnnen. 

-: Ludovic. doctrin. Pandect. tit. de bis qui ſunt [ui vel er 


s 
\ 


oor Des erſten Buchs / fechffes Capitel. 221 
sou S. 7. Harpptecht, Conf]. tubing. $1. num. IT. fegq. uique — 


ad num. 55. Lauterbach, cu /oc.. Berger. cit. Zoc. Car- 
pzov. 7prud. Confiftor, lib, 2. def. 225. num, 12. € 13... 


Es muͤſſen aber bie Monath nicht von ber Zeit; ba der Ton ter 
Mann mit Tod abgegangen / fondern von Der Zeit am VS 
da ec frand worden/ gerechnet unb gezehlet werden; es in rechnen. 
wäre Dana, daß der Mann, der ſich ſonſten wolbefunden, 

und geſund gewefen, plóglid) verftorben. - + 
Lauterbach. & Carpzov. ciz. Joe. Richter, deciſ 89, 95:6. 


^t Hahn, «4 W efemb. tit. de fíat. bomin, num. 3«htq stsrisd 


Herentgegen, wann das Weib zu s£nbe des 11. Monaths Rinder im 
oder im ı2. Mlonath/ oder zu deifen Anfang / nad) Irobe ta, 
bem Tod beo Mannes ein Kind zur Welt bringet , mag ahahen," 
ſolches vor ehelich und rechtmäßig nicht gehalten werden, find nicht 

Carpzov. 7prud, Couſſſtor. lb. 2. def. 225. num. 16. Lauter- CAPE 

. > bach.-Coleg. theor pract. ad ff. tit. de bis qui [unt [ui vel 
alien. jur. $. 12. Teichmeyer, Irfst, Medic, legal. cap,g. iD 
quæſt. 13. "f | RR HS ae Bs 

Jedoch ift nicht zu läugnen , bag e8 verfchiedene auſſeror⸗ Sätednein 
3 liche Sálle giebt, und die Natur wütdid) ihr d ng, u 
türliden und ordentlichen termin füo modo retardirn Fan; nebohrnes 
alfo wird bie Geburt mandymalen verzögert und aufgehal. Kind rit 
ten 1.) ob energiam feminis deficientem & morbofam Ms Fun 
debilemve partis conftitutionem, wie in dem Alter zu g& = = 
(deben pflegt. 2.) Wegen. der Sutter ſchwind ſuͤchtig ober 
he&ifchen difpofition, wo die Leibes Frucht an Hinlängli- 
cher Nahrung Mangel leider. 3.) Wegen ber Mutter ca- ^ ^ ^ 
ehe&ifchen Zuftand 4.) Wann die Menfes ober bie Mo⸗ | 
nathliche Zeit , zur Zeit der Schwangerſchafft fid) einſin. 
den. 5.) Wegen des Durchfall, und anderer Rrandpeit., 
der Mutter. 6.) Wegen allsugrofler Weite "des: uteri, — oo 
7.) Wegen auflerordentlichen Affc& der Mutter und al —— 

| USERS dr USE EUN. allahölien | 


) 





à33 Don Set Aliment, des aus dem Stupro erzeugt. Kindes, 
groffe: Traurigfeit , wordurd) die gane matfa uuu 
er Mutter, unb mithin aud) bie nutrition des Kindes 
ſelbſt, turbirt wird. 8.) Wegen der Mutter aufferordent- 

^. iden dixt, oder aud) übermäßigen Entziehung der Nah 
zungs- Mittel; 9.) Wegen des Kindes Schwachheit und 
uͤblen difpofition. 10.) Wann mehrere Kinder in Mutter _ 
Leib fid) befinden. —— | : 

. Teichmeyer. Inflit. Medic. legal. cap, 9. quæſt. 3. 

Wo nun dergleichen Umſtaͤnde fid) vorfinden, ba fan nach 
denen principiis derer Medicorum ein tm IT. oder 12. Mo⸗ 

- nath. gebohrnes Kind gar wol für ein rechfmäßiges und 


i o eheliches Kind gehalten werden. j me 
(sos tr Valentin. is Pande. Medic. legal. part. Y. Secf. 1, caf. 35, 











b: (09 4086. 6537. Teichmeyer. eir. foc: pag. 63. 

pdt. Diefe Zeit ber Geburt/ davon wir bißhero gehan⸗ 
der Geburt delt haben, findet nicht nur in bem Fall ffatt, wo eine 
und Nie gechtmäßige. Ehe vorhanden / . fondern wird aud) in 

Bell) ech uhd Schwännerungs Sachen beöbadıret 
Hide Schwaͤch und Shwängerungs: Sachen beobachtet A 

‚Soräd- Yyayın etwa der Stuprator bas Kind vor bas Seinige nicht 
Chin ENSIS Mun „und vorgiebt , e8 fepe daſſelbe aus feinem 
grat, Beyſchlaff nicht erzeugt, und treffe Die Zeit bey ihme nicht 
obanter. AU uU ak ara mdirciinosebese: ni 
rA Ludovic. decrin, Pandect. tit. de flat. bomin, $.8. Berger. 
-o in Oecan. Fur. lib. 1. it. 2. S. 2. mot. 3. pag. 40. Harp- 
nam die . precht, Confl. tubing. g1. num. 6. [eqq.. Wernher, Select. 
Don ‚ Olferuat. forenf. vol. 1. Obferuas.63. :  . | 
Mn Dahero wann bie Geſchwaͤchte im 7. ober 8. Monath mit 


* 


Darnieder „einem Sino barnieber Fommt , muß der Stuprator dieſes 
ap Kind für bas Seinige agnofciren , unb demfelben feine nd» 
or das, thige alimenta fubminiftriren. 20.5. X 
— Maoller. lib. 3. Semeſir. 28. Pagenſtecher. de jur. ventr. 
erkeunen. Part. 


Des erſten Buchs / ſechſtes Capitel. | 933 


—ñ— — — 





part. 8. Sect. 4, S. 4. Berger. in Vecon. Fur, lib. 1, tit. & 
. S. 2. mot. 3. pag. 40. N; ri 

Wie alfo die Loͤbl. C(uriffenz Facultát zu Altdorf? ben Refpon- 
28. O&obr. A. 1730. unter andern geſprochen. verb. Bei, fum. 
len ber Concubitus, beſag Beklagten ſelbſt eigenen Ange: 
ben, den x3. Junii A-1728. zum erſtenmal aeidyeben ; die 
Klägerin aber um Weyhnachten mit bem Kind darnieder ges 
kommen, fo ſchon über 6. Monath beträgt, partusautem 
maturus & legitimus dicitur ex fententia Hippocratis rela- : 
ta & approbata in L. 12. ff. de ftat, homin. qui feptimo _ 
. menfe, quorum cuilibet 30. dies tribuuntur, editus eft, 
& fufficit, menfem feptimum uno die, vel potius duo- 
bus effe inchoatum , ut partus habeatur pro legitimo, - 
nec menfes feptem perfecti requiruntur, Ants 

L. 3. S. fin. ff. de [uis & legitim, Carpzov,part.4. Conflit.27. 

"def 13. & lib. 2. def. 224. Lauterbach, Colleg. tbeoret. - 
vs pratt. tit. de bis, qui funt [ui vel alien. jur. S. 10... 
ſolchemnach Beflagter , ba e8 mit dem Concubitu ex con- 
ceflione propria feine Richtigkeit , den von der Klaͤgerin 
um Weyhnachten in principio menfis feptimi zur Welt 
gebrachten partum allerdings pro fuo zu agnofciren hat, 
eo quod haec obfervatio de partu feptimeftri ufum quo- 
que habeat eo in cafü, fi ftuprator ideo negarevellet par- 
tum ex fuo concubitu effe, quod feptimo menfe, velin 
principio menfis feptimi femina pepererit, - nM 

Harpprecht, Cov/Z. Tubing. $1. num. 6. fé44. Ludovic, Do- 
rim. Pandect. tit. de flat, bomin. $. 9. 0 0 [3 
einfolglichen das juramentum bey fo bewandten Umſtaͤn. 
den im geringſten nichts releviret, qua vero probata non 
relevant, ad probandum non funt admittenda 

L, 21. Ced. de probat. Stryk. introduci, ad prax. forenf. cap. 


17. S. 9. «Has re —* EC 
Sf nos 


234 Don der Aliment. des aus dem Stupro erzeugt. Bindes. 
& fic nec juramentum , tanquam fpecies probationis 

Rauchbar, part. 1. quæſt. 9. num. 24. Mev. part. 4. decif.6- 
non admittendum, quando jurata nom relevant, & ad 
decifionem caufa nihil plane conferunt. — 
Stryk. differt. de Offc. judic. eirca pejerat. vel otiofe jura- 

















2 fur 31-3? . 
und Fan Und fan dieſerhalben die Gefchtwächte mit dem juramento 
bum Dypgatorio, Daß fie fid) von einem andern, weder vorbero, 
fhmäcten noch darnach nicht habe befchlaffen laſſen, keineswegs 
das jura- oravirt und beleget werden; wie alfo bie £àbl. Juriſten⸗ 
ton Facultät 3u Wittenberg, Menf, Jul, A. 1709. ad requifi- 
um niht tonem litii, Advocati caufae, geſprochen au haben: bes. 
auferlege zeuget. I | 
tern. © f RU C | 
c NI Betgep, rt a o cuoio Gc usen EIE 
e des tic SO qud, wann die Geſchwaͤchte im 10. Monath / oder 
den Daten zu Anfang des 11, Monaths / ein Kind zur Welt bringt, 
Dee Sin ift ber Stuprator für den Baer be Kindes ebenfalls zu bab 
wann die fem, und Fan der Geſchwaͤchten dag juramentum. purga- 
Odinid" torium wegen ‚gepflogenen Benfhlaffes mit einent andern, 
Monach nicht auferteget werden. on 4 tidyslit v u | 
eg ‚Harpprecht. confl. tubing. SY. num. 55. [egg, Wernher: 
11. Moe | Select. Obferoat, forenf. vol. 1. Obfervat. 63. p 
wer —— ilnbalfo fat bie Loͤbl. "éuriffen-Facubát zu Tübinger 
fae. bem 19, Junit A. 1697. in. caufa Maria Sft aabatena Muͤlle⸗ 
fih mit ei ein contra Andreas Hermann, Kiefern, geſprochen verb. 
sen, ED eicheis allen nad) toit nicht zweiffeln, DaB Diefes Kind, 
em aus den a Reo eingeftanbenen 25i yſchlaff, aud) nad deren 
Refpon. von ihm felbften angegebenen Zeit, warhafftig ent ſproſſen 
fum, fen. Und halten dahero auch nidjt davor, daß Klagerin 
mit einem juramento in ſupplementum, vel purgatorio, 
aggravirt werden folle , wohlbetrachtet, daß, ebgleich 


- Des er(fen Buchs / ſechſtes Capitel. 254 


tam a Jureconfultis, quam Medicis gefagt wird t .quod 
partus undecimo menie pronati, inter rariores X extra- 
ordinarios referri debeant, juxta ea, quae monet 


Paulus Zacchías Jeco fupra cit. & Johannes a Sande, Decif. 
Frific. Jib. 4. tit. 8. def. 10. ibi: illud certum eft, cafus 
ifttosmulierum &c. ^ ^ Foul SEN 

Und babero e8 wol bas Anſehen Haben moͤchte, bag A. mit 
bem Eid nicht verfchonf werden fónne; cum ea, qua ra- 
ro fiunt, haud pr&fumantur; ut in fimili Strauchius cir- 
ca partum feptimeftrem , hac ipfa de caufa juramentum 
purgatorium parentibus deferendum putat; Jedoch nicht 
allein, in dubio, legitimitas partus von Rechts wegen zu 
præſumiren; 




















© juxta Dn. Strykium, in ecim. ufus mod. Pandect. ad sit. 


- de flat. bemin. S. 14. in ſin. 
fonbern aud) bie allfundige generalis praefumtio, qua qui- 
libet bonus, in dubio, prafumitur, & praefumtio delicti 
exclufiva prafertür, etiam in propofito vor bie Klägerin 
waltet, unb alfo diefelbe mit feinem jurament, ceu fuper- 
fluo, zu beſchwehren, juxta ea, quae in fimili, nempe 
de feptimeftri partu, contra Strauchium difputat 


B. Dn. Lauterbach. Colleg. tbeor. pra&. tit..de bis, qui fu. 


. "vel alien. jur. funt.th. yo. Dn. Stryk.4. /. $.13. Hahn. 44 
Weſemb. zz. de flat. homin. num.3. ad verba: poffguam 
jo Mati fcilicet funt, ubi ita Facultatem Helmfladienfem Auno 
|. 1633. refpondiffe recenfet. Addat. Carpzovius, zz Furis- 
prud. Confiftor, ib. 2. tit. 13. def. 227. num, 12. & feq. 
welches alles big Orts aud) ex his rationibus deſto kraͤfftt⸗ 
eer anſchlaͤgt, weilen nicht allein bie Klägerin bie angege⸗ 
bene aud) kuͤrtzere Zeit deren, ultima vice, mit Beklagten 
‚getriebenen fleiſchlichen Vermiſchung unter hoher Betheu⸗ 
rung affeveritf, unb, daß dE anders, ald eben er 
hu Cr 


i 


Reus 


226 Von der Aliment. des aue dem Stupro erzeugt, Kindes, 
Reus ihres Rinde Vater fep, mit dein juramento in fup- 
 plemenrum zu corroboriten , fid) vcn felbften erbotten, 
unb zu deffen Abſchwoͤhrung admittiret zu werden mehr, 
fáltia gebetten, fondern aud) allbereit , auf vorhergegan. 
gene ernſtliche adviftung , dag juramentum calumniae ge. 
nerale wuͤrcklich pr&ftirt, und vermittelit deſſelben, daß 
fie eine aute Cade habe, corporaliter beſchwohren hat; 
To bann daß zwar ber R. ihr der Klägerin unterfchiedliches, 
nehmlich baf fie beftändig auffe feinen Hau gefchlaffen, 
2do mit ihrer Teichtfertigen Schweſter in Geſellſchafft aelee 
bet, atio daß die Soldaten viel in ihres Vaters Haug kom⸗ 
‚men, und daß 4to, dieſes Sauf zwey Thuͤren babe, eine 
vordere, und hinder Thür, aud) 5to ihr Vater, ale ein 
an bem Steden Friechender Mann , Feine Auffiht auf fie 
‚haben koͤnnen, in den Adis exprobrirt, aber nichts oom 
Beſtand wider felbige beygebracht, vielroeniger den von 
der A. Advocato, in feinen produ&tis febr depredicirten . 
guten Wandel und Nahmen, wegen beffen fie ſich auch auf 
‚der gangen Stadt Weinfperg ihr ertheilendes teftimonium 
‚conhdenter beruffen, mit nichts zu hintertreiben verfucht, 
unerachtet er ſonſten, wegen anderer Neben Streite, eis 
ne endliche Zeugen Verhoͤr, auf Articul und Fragſtuͤck vor⸗ 
nehmen laſſen. Ben welcher Beſchaffenheit es nicht an- 
derſt ſeyn Fan, als daß reus dieſes Kind vor das Seinige 
agnofcire , demſelben nod) weiter feine noͤthige alimenca 
ſuͤbminiſtrire, aud) der Klaͤgerin, juxta phrafin NeveZe 
Wurtembergice , nad) Befchaffenheit feined geringen Vermoͤ⸗ 
eni , in praemiffa fententia enthaltener maffen, dag Kräng: 
lein, Kindbett, wie aud) ibro fatis temere caufirte Gerichtaͤ⸗ 
Koiten, falva moderatione Domini Judicis, bezahle. 


Diefegaber - | $. 2 1 n4 i. 

Ruben — Diefes aber iſt nicht nöthig, daß bie Geſchwaͤchte dar⸗ 

ed id bey mit einem Lide erhärte oder beitärde, daß decia 
! d UPS prato 











t$ mut c6 c 


t Des ecffen Buchs/ ſechſtes Lapitel, 227 


prator Oster zum Zind fepe, wie einige Dafür hatten Meyer 
ave, oa 








wollen, darunter — | N 
Teffaur. decif- 3. num. 4. Berlich, part. 5. couch. 38. mum. 'or Bater 
57. Perez. Cod. tit. de adult. num. 51. a 


fondern e8 it die bloſſe s£ingeffánonus des Stupratoris, ſondern eg 
dag er die Geſchwaͤchte befdblaffen babe, wann man zuma :Rbiebiofie . 
[en von einem andern Stupratore nichts weiß, ſchon hin: q., t $n» 
länglich , ibn fo lange für ben Vater des Kindes zu Halten, supr fon 
und ihme beffen alimentation und Verſorgung zu iniungi "ati ges 
ten, big er ein anders dargethan, da zumalen eine Wirub 9 
für erbar, unb eine jede annod) für eine Zungfer in dubio 

zu halten iff. | 


. Carpzov. 7prud. Con. lib. 2. def. 232. num. 9. feq. Bardil. 


de fatisfa&d. fluprat. cap. 3. membr. 7. num. 23. Ein ander? 
Ein anders aber wäre, wann Indicia und ftarde Muth⸗ abc; mam 


maſſungen vorhanden, dag bie Geſchwaͤchte aud) mit atte fangen vor. 
dern fleifchlich zugehalten, und v. gr. zu erweiſen ſtuͤnde, banden,oag 
daß fie bey Tag und nächtlicher Weile Manns Perfohnen fomanıe 
bey ihr aus. und eingehen laffen ,. mit ihnen gegeſſen und ge- end nit am 
trunden , ober fid) foniten fehr verdächtig aufgeführer , imnrende 
bann folchen Falls ift bem Stupratori bie Verſorg und Un juscpaiten,. 
terhaltung des Kindes nicht ehender zu injungiren , biß fie dann fols 
fid) von diefem Verdacht ber mit andern Manns, Perjoh: au, gaue 
nen getriebenen Hurerey eidlih purgitt dat. 11 pratori die 
Teff:ur. decif. 3. zum. 6. Heig. part. 1. queff. 40. mum. 31. vs. 
Carpzov. 7prud. Confiflor. hb. 2. def. 239. num. 8. feqq, vidt ju in. 


Muller. di de jur. pregnant. cap. 84 thef. 16. i fou 
A c1 624 bat ae 
"t lid) purgit, 


Od nun aber zwar der Stuprator, wann er das Stu- Die ee. - 
prüm eingeffanben / für den Bater des Kindes gehalten [0mióre, 
wird, fo gar, bag aud) nicht einmal bie vorgeſchuͤtzte Ex- der einen 
i nn Sf3 ^" &eptioD, b0ü z. Stes 


lista "^ ceptich ] dà deve DI. Cul woütbaba Sid comes ET ERE. 
„pratoribus, Ception, €8 feye bie Schwächung nicht confummi $ 
Seen it, Sctenditen; fo ifi PARE 
fring der hen, feo man nicht weiß, Dag um eben dieſe Zeit, no ) 
But Battt ein anderer bie Geſchwaͤchte beſchlaffen Habe; Wann nu 
kn tan, Diefefofches eingefichet „und toiber einen von ihnen beeden, bie 
fepn Fan, PIEIEIO 15 tT ' i und barbe 
auf die ali- Sage zur alimenration des Kindes anftellt, und darbey 
Des fines vorgibt, Daß Der Beklagte Vater zum Kind feye, fo muß 
Hack, muj fie Den Beweß über finem ; A fie fi —— 
ertveifen, Det, Welches, weil e8. febr Hwehr zu en, jo Tan 
teur PP fie demjenigen ‚ den fie unter Diefen beeden zum Deter Vis 
As Bote Kindes angegeben, das En welches in einer je⸗ 
ivil-& 3 ! aer bis 
I. ben Civil-Sadje ftatt findet, 


und, fan u Nernher. Se/ecf. Obfervat. forenſ. vol. 3. Obfervat, 133. 
em Ende | 


dem Der Und alfo fat oie Loͤbl. Juriſten - Facurát zu Zeipzig/ 
fügt ib ys it eriiben aud) sí Loͤbl. Cjuriffenz Facultat zu 
— Wittemberg / menf. April. A.1 720 ad requifitionem 
Refpon- des Creyß⸗ Amts zu Meißen/ in caufa R. /; contra M. 
fom. 2. gefprochen. verb. Der Käuterung obngeacbtct zc. je 
: doch mit biefer Erklaͤrung / daß Blaͤgerin bey der er: 
- kannten Befcheinigung / Der Eides delation gebührend - 
| ficb zu gebraudyen/ unbenommen. D. 3. wm. ee 
Die ai. Diele alimentation fan von dem Stupratore nicht ibo 
menarion. Die Geſchwaͤchte vor ihr Kind begeben, fenbern auch das 
Fia uc tib felbft foldye fordern, wann gleich bie Mutter wegen“ 
mri der Schwaͤchung fid) mit dem Stupratore verglichen bat. 
Sura Beſiehe oben ben 17. $. des 4. — E. 
u$ es Dann durch den mit der Mutter getroffenen transa& j 
ou TRADERE URL. Kindes nicht erlaffen , wann gleich) 
26a gleich Fein Wort von denen alimenten in dem Vergleich ijt ge 
pis der dacht Orden; bann Der Stuprator iff zu zweyerley ver; 
Sande bunden, 1.) die Geſchwaͤchte entweder zu ehelichen oder zu 
Qu mit dotien, und 2.) bas Kind zu unterhalten ; bie Vibes 
ur vagi für bie Schwächung concernitt der zu Fall gebrach ehr 
EEE It = 


Des erſten Buchs/ fecbffes Capitel. 229 
Intereffe, die alimenten aber gebühren dem Kind, und 
Debt alfo Feines das andere auf; fo ijt aud) nicht zu prae- 
fumiren , daß die Geſchwaͤchte dem Stupratori die Ver⸗ 
alimentitung des Rindes fo fehlechterdings habe remittirn 
wollen, als welches fie nit einmal zum prajudiz ihres — 
Kindes, zu thun befugt geweſen. inus 
.. Carpzov., 7prud. Confift. lib. 2. def: 240. num. 5. feqq. Co- 
ler. part. 3. decif. 176, num. 89. feqq. 
Zu Erlangung diefer alimenter, Fan fo wohl die Mut: Ob und wie 
ter/ als das Aind die a&ionem de partu agmöfcende‘, tocl- ne 
che von einigen a&io alimentaria genennet wird, wider den aliment- 
Stupratorem, oder beffen Eltern an(tellem, welches aber oda Yos 
sur allein von denen Fünfftigen , nicht aber von Denen ver; core gefore 
fallenen alimenten zu verſtehen, bann auf biefe Fan das — 





Kind nicht klagen; bie Mutter kan zwar bie verfallene, " 
wann fie ſolche einsweilen hergegeben von dem 8tuprato⸗ 
re wiederum fordern, und competirt ihr zu dem Ende die 
actio negotiorum geſtorum wider den Stupratorem, die 
auch einem jeden au ſtatten fommt, der mittler Zeit das 
. Kind ernahret hat, das Kind. hingegen fan biefe action, 
‚als deme weiter nichts daran gelegen, ‚nicht anſtellen, e8 
. ‚wäre dann, daß ihme Diefe action ware cedirt worden, 
oder folhe als Erb feiner Mutter inftituiren wollte, obe 
fonften ein Intereffe darzuthun vermöchte, Jg e 
Berger. in Oecon. Tur. lib. 3. tit. Vx, $. 4. not. 7. pag. 826. 


D] 


e 


& in tr. de ufu action. cap. 1. S. S. pag- T1. nis | 
Wie dann alfo die Loͤbl. Cfuriffen.Facurát zu Witten præjudi- 
berg/ menf. April. A. 1704. in caufa 7$obanna s£lifabe um... 
tba -Beinhardin/ contra Andreas Reinhard/gefprohen: — .— 
verb. Daß die Alsge/ immaſſen fieangebracht / nicht 
Sattbat, >. em Mie ern 


» 


230 Von der Aliment. des aus Dem Srapro erzeugt, Kindes, 


| f ken S. 18. | 
Die a&io Die A&io de parts agnofcendo fan mit der auf bie Aus— 

















— — — 


depu antwortung der Erbſchafft und alimentation des Kindes 


agnoſcendo 
Fan mit der gerichteten Klage in einem libell (uccefive, gat wol cu- 
a, mulitt werden, fo, bag zuvorhero der prasjudicial- Punet 
der Erd» Außzumadhen, und, mann diefergeendiget , es keines neuen 
(ag und Klag-Libells bedarf , fonbern aus diefem aud) über bie 


a Haupt: Sache gefprochen werden Fünne. 


Ks iM Leyfer. medizat, ad ff. [pecim. 36. mcditat. 5. & [pecim.322. 
— meditat. 9. Corellar. 1. ibid. ſubject, pag. 395. ; ; 


Cas hie, Einen Cafum hievon führe Leyferus ci. medi. 5, an, fol 
von genden Innhalts: St Hanns Hauptmanns einiger Sohn 
Gottlob Hauptmann , ro. Tage nad) offentlid) gehaltener 
Verloͤbnus mit Maria Muͤllerin, verftorben, und hat fei» 

ne Erbſchafft auf obbemelbten feinen Vater verfällt, Es 

wird aber diefer anießo von der verlobten Muͤllerin wegen 

eines zu Ende des fiebenden Monaths nach gehaltener Vers 


loͤbnus, gebohrnen Sohnes, welchen fie von ihrem ver 


ftorbenen Bräutigam zu haben voraiebt , in Anſpruch ae 
nommen, da bann zu wiflen verlanget wird, ob nicht die 
zugleich auf Ausantwortung der Erbſchafft und zlimen- 
tation des Kindes gerichtete Klage vot sept zu halten/ 
und vor allen Dingen actio prajudicialis de partu agnoſtendo 
hätte angeffellet werden follen? Da dann die Loͤbl. Ju⸗ 
riſten Facultät. zu Wittemberg / Menf. Mart. A. 1711. 
—. . bafüt gehalten, daß diecumulation diefer Alagen in einem 
ui Libell, allerdings zuläßig / unb folgendermaffen aefotos 
Refpon- dien zu haben: verb. Obmwol derjenige, welcher bie Erb» 
fum I, Schafft feines verftorbenen Vaters, oder bie alimentation 
fudit, zuvoͤrderſt, daß er warhafftig des Verftorbenen 
Sohn fepe, beyzubringen fhuldig, und manner, ohne 
ſolches vorhero darzuthun, alfefort auf an 
Y d x : er 


Des erfken Buchs / fechfkes Capitel. 231 
ber Erbſchafft ober Reihung der Alimenten Klag erhebt, 
billich mit der Exceprione prajudicii, abgemiefen wird; 

dieweil aber bannod) derjenige, welchem 2. unterfibiebene 

aCtiones, baton eine praeparatoria der andern ift, zufle 

ben, foie gang wol in einem libell, fucceffive cumuliti 
mag, dergeſtalt, bag zwar zuvoͤrderſt bie, fo der andern 

ben Weg bahnet, ausgemachet, nachgehends aber aud) 

über der letztern gefprodien werden muß; welches bann die- 
Klägerin in gegenwärtigen Soll in adjt genommen, inbeme 

fie nicht alfofort bie TEN une der Erbſchafft oder 

alimentation ſuchet, fonbern gleich Anfangsihrfundament 

anf bie Verlöbnus umb. Schwängerung ſetzet, alfo a&io- 

nem de partu agnofcendo deutlich anftellet , und derfelben 

hereditatis und alimentorum petitionem anhänget; 

So mag die übergebene Klinge, als inept, nicht verworf⸗ 

fen werden. es 














| $. 19. | : s 
Ji Mid * d 4 * Des ; * 
SGleichwie heutiges Tages der Beklagte ordentlicher orba «- 
Weiſe von Beſtellung der Caution , befanntermaffen be. —— 
freyet: alfo fan aud) von dem Stupratore Feine Caution pana er 


gefordert werden. | : up "I 
‚© Carpzov. Jprud. Confift. lib. 2. def. 243. mum 8. | M pu 


Welches aufjer allen Zweiffel waltet, wann berStuprator alimene- 
mit unbeweglichen Gütern angefeffen; dann warn gleich go 
die zu Sall gebrachte entweder zur Vollziehung der ver pro ber Sarista- 
henen Ehe, ober gut Beralimenzirung beg Kindes, ober Gon i. 
wegen ihrer Satisfation für bie Schwaͤchung, wider ion agam. 
bie Klage anftellet, (o bat fie bod? eine Cicerbeit, unb 

Fan aledann, wann er praetanda nicht prxftirt, Die Exe: pater aber 
cution in feinen Gütern vorgenommen werden; boferne one Di, 
aber der Stuprator Feine Güter Dat/ und doch wegen nun der. 
der Stucht verdächtig iſt / iji er zur Caution verbunden, *ludt vers 
3 Wu i mE G8 2 und daͤchtis/ 


| 232 Don der Aiment. des aus dem Stupro erzeugt. Bindes. 


wird er ſo und Fan alddann zur gefänglichen Verhafft gebracht, unb 
, ingen fo lange darinnen aufbehalten werben, bi& er genugſam 
ien unb hinlängliche Sicherheit mit Bürgen oder Pfanden dies 
he und ge ferhalben beitellet bat; weilen auch inandern Civil. Sachen 
aufame der Beklagte zur Caution angehalten tuerden fan, wann 
beten ZU befürchten, daß er bie Flucht erareiffen und Davon ge 
fats ben borffte. 

.. Carpzov. cit. def. 141. num. 9. ſeqq. & num. 15. feg4. Muls 
^ ler, differtat. de Jur. pregnant. cap. 8. theſ. 17. — 


Sumdl Wann aber ber Stuprator weder mit Bürgen nod) Pfan⸗ 
wird tt Den aufzufommen vermag, ift et fobann aur eidlichen 
eivlid en Caution, Yoann er fid) darzu erbietet, zu admittiren, 
— — p Carpzov, 4. def. 241. num. 19, feqq. 
Hohenlohi⸗ Nach dem Hochgräfftl. Hohenlohiſchen gemeinfamen 
(es anb Band: Recht part. I. tit. VII. $.2. Wf aud der Stuprator 
ud! D gach Befindung der Umſt ande jue Sicherheit der ali- 
mentations-Gelder Caution " beftellen verbunden, verb, 
auch nöthigen Falls wegen folder Verpflegungs Gelder 
Caution zu ftellen, und biefe8 alles fo lange, biB das Kind 
Wann der Kind fein 12. Fahr erfüllet hat. x 
Su»eor ann der Stuprator abwefend unb flüchtig iſt, wird 
eo, in fein Vermögen das Kind immittirt, und bemfciben bate 
tigeub'aus aus der nothdürfftige Unterhalt gereichet. o 


| bu dem Carpzov. 7prud. Conſiſt. lib. 2. def. 242. num. 8. fegg.Stryk, 
Kind ber in ufu mod. f. tit. ad Leg. Tul. de adult. S. 23, 


Ane Schluͤßlichen fragt ſichs: Wann das Bind fich von ei 
Kind fih nem Comite Palatino legitimien löffet / ob auch der Szupratos 
Igitimith, Die Legitimations-Mntoflen herzugeben verbunden feye? 

tor Bergerus affirmitet dieſe rage " 
bieLeBU* ,— 55 Oecon. Fur, lib, Y, tit. 3. $. 15. mot. 13. 


mationie : - 
unen Weilen aber denen natürlichen Zindern Feine andere » 
mii DOM ie 











— 


| Des erſten Buchs / (iebenbes Capite. 233 

die alimenta zrala , oder der nothdürfitige Unterhalt 

gebuͤhren; 

- L. 4. ff. de agnofe. & alend. liber. 

unter biefe aber die Legitimations Unkoſten nicht gehören; 

fo ift bie widrige Meinung , dag nemlichen der Stuprator 

pen Unkoſten nicht gehalten (epe, benen 9tediten at 

m $c 

Wernher. Seed. Obfervat. forenf. vol, 2. Obfervat.49, — 
Wie dann alfo die Loͤbl. Juriſten acuſtaͤt zu Wittem⸗ Prajudi-- 

Berg menſ. Auguft. A. 1714. incaufa Vormunden Chr. E. cium. 

contra Chr. ££. ad requifitionem des Raths zu Eulen⸗ 

Bun! geſprochen, wie vorangeführter Wernherus cz. loc. — 
egeuaet. 


EXEDHOJISIMENORICNONCNIIHENGIMENOMENSE 
Das Siebende Capitel. 
Von Vollziehung der Ehe mit der | 











Geſchwaͤchten. 


S. I. 


ARE v Haben oben angefuͤhret, dag der Stuprator Haupt: wann der 
S3 IE fächlich zu zweyerley verbunden fepe, entweder Stuprator 
Va die Geſchwachte zu heyrathen/ oder aber zu I mu Che 
dorien; erwehlt er nun bie dotation, ſo muß er foldie ihren mug etie 
Stand und Herkommen gemáB/ gusſteuren, und bar. [le mit 
bey , wann eine Schwangerfchafft concurirt , das (jmigim 
Bind/ wann e8 zur Welt gebohren, fo lange ernähren, votieben. 
biß eg fein Beod-Kelbfi erwerben fan, woson mirin por ^ 
hergehenden 5, und 6. Capitel diefes tractans ausführlich 
gehandelt Haben, Erbietet fich aber der Stuprator zur 
| T $6832 ££be/ 







234 Don Vollziehung der Ehe mit der Geſchwaͤchten. 
e / fo muß er diefelbe mit ber Gefchwächten aud) voll⸗ 
ziehen. 

Bardil. de fatisfact. fluprat. cap. 3. membr. 2. num. 39. feq, 
smarm Im Fall er aber foldyes zu thun fid) weigert , fan. er nicht 
Sel Fan nur mit Gelb. Buß ober Gefängnus von der Obrigkeit bar» 
a zu angehalten, fondern aud) fo gar, wann er bep feiner 
aud) v iber Halsſtarrigkeit verharret, durch den Prieſter, wider fei- 


Er A nen Willen ‚mit der Beichwächten copulirt werden. 


Bude — arg. cap. 30. X. de Sponfal. Carpzov, Fprud. Conf, lib, 2. 
| def. 228. num. 9. Beuft, de jur. connab. part. 1. cap. 58, 
in fin. Schopf. deciſ. 33. mum. 12. EN 
und wann Und, wann er. nach der Driefferlicben Copulation oder dem 


er dann Beyſchlaff / Davon gehet, und die Geſchwaͤchte verläffet, 
geht, mit? Isdann wird biefe mit ihrem Kind, in des Abweſenden 
Kbvióte (nb fluͤchtigen Guͤter immittirt, und ihnen Daraus der 
sett ven. Unterhalt gereichet, : de | 
me Guter Carprzov. Jprud. Confiß. lib, 2. def. 136. & def. 230. L. B. 
mm de Lynker. refolut. 169. & 321. Schöpf. cit. loc, Be⸗ 
fiebe oben den 3ten S. des vorhergehenden 4. Capt 
tels diefes fractats. —— En T 
Und alfo fat die Loͤbl. Turifken-Farusrät zu Tübingen/ 
menf, Auguft. A. 1717, ad requifitionem der Jochfürffl, 
-— o Regierung zu Bnolzbach / in caufa "job. Leonhard 
; Hegenauer/ contra Dorothea/ Lorenz f£ngelbarto/ 
Eichſtaͤttiſchen Unterthanens zu Birkach / Tochter/ 
geſprochen, fo oben in vor alegirien 3. S. des 4. Capitelg - 
zu finden. 53 ee —* 
Kehson: Ingleichen die Loͤbl. Juriſten Faeezát zu Altdorff, den 
pur 23. Septembr. A. 1732, verb. Im all aber , ba tinet obe 
ligitt iff bit impragnatam zu heprathen, derfelbe aller» 
dings zu Volziehung Der Ehe angehalten werden maa; 








Refpon- 


m 
i 


confequendis alimentis, | ies 
...,Carpzov. 7prud. Confift. hib. 2, def. 136. L. B. de Lynker. 


= 


— 7 Se etffen Buchs, fiebendes Capite ^ 23; 
ita, ut vel carcere ad id adigi, &, fi in contumacia per- 
Severet, invitus per Miniftrum Ecclefie copulari queat; - 

cap. 30. X. de Sponfal. Carpzov. Fprud. Conf. lib. 2. def. 

135. €. def. 228. uum. 9. Lauterb, Golleg. tbeor. pradt, 
ad fff. tit. de fponfalb. $.34..— & 2 
und wann er poft benedidtionem facerdotalem vel concubitum 


davon gehet, wird bie impraegnata una cum partu (uo, 
in bie bona abfentis fugitivi & contumacis immittirt pro 








Die Res 
ne 
- at zu vigie 
$. 2. ^ | rn, daß der 


refolut. 169. © 321. 


5 Sinbeffen hat bie Geſchwaͤchte, wann (td) der Stupra. fi) nid 
| ter zur Sehe anbeifebig madoet/ vor allen dahin bedacht I", cin an 
zu ſchn/ Daß fid) derfelbe nicht in ein ander weitiges Ehe⸗ eheneriihe 


verlöbnus einíaffe , und wann es de facto gefchehen, ſol gus cinlafr 


‚ches annod) bey Zeiten hintertreibe; bann wann Der;Stu- Pn. 
prater etwa allſchon zum brittenmal von ofrentlider Gan. 
zei wäre aufgebotten worden , unb bie Geſchwaͤchte erſt 9:3 be 


mann es ge 
fchehen, fol» 


‚nach vollbrachten dritten Aufgebot, wegen verfprochener nn | 
Ehe Vollziehung, einen Einſpruch thun. wollte, waͤre ſie Sind) will 
damit nicht mehr zu adwittirn; es ift aber gleichwoin ber de 


Stuprator als dann nicht nur bie Geſchwaͤchte ihrem Stand gebot wird 


pow 


benden Der Cafe Eltern fimilem Confer aud) in Bey. (gi v 


und Herfommen gemäß auszufteuen , fonbern aud) dag ? Se 


Kind, wann bie zu oll gebrachte Darben Hid) ſchwanger ber nar ndis 


findet, zu veralimentirn [huldig und gehalten. |. — bon. 

L. B. de Lynker. Cent. 5. refolut. 488. nur dr Stra i 
BIETER : : Seres — tor Q« 

. Und ede Sic iuto Stu zu "feria /. A.1696. uim und 

ip fomili caufa gefotodyen, verb. Cajus verlobt fid) mit der Sus 

Kefpoi : 


55 admittirf, 


3 


ſeyn 


236 Don Dollziehung der Ehe mit Der Geſchwaͤchten. 
ſeyn derfelben , und etlicher darzu ecbettenen. Beyſtaͤnde, 
big auf Prieiterlie Trauung. Darauf fubarrhiren fie 
einander, und werden zum brittenmaf von ber Cangel auf 
geboten, wie aud) alles zur Hochzeit gehörige angelchafft, 
bag nita mehr, als daß fold) matrimonium per benedictio- 
nem [acerdotalem vollzogen werden mögen, übrig geweſen. 
Es koͤmmt aber, mad) vollführten dritten öffentlich Aufge⸗ 
bot, Caji Magd, fo bey ihm jederzeit, aud) biß dato, in 
Dienſten gewefen , giebt vor, fie fen von Cajo ſchwanger, 
auch ihr von ihm bie Ehe verſprochen. Ob num wohl der 
enige , weicher eine Weibs Perſohn beſchlaͤfft, und ihr 
azu die Ehe verfpricht,, fein Verſprechen zu vollziehen ge 
halten, unb die erſte Sponfalia-denen hernachfolgenden vor; 
zuziehen. Alldieweil aber, poft trinam proclamationem publi- 
cam, ad impediendum matrimonium, beſagte Magd jux- 
ta trad. Berlichii Dec. 76. nicht gehoͤret, aud) ohne big, ba 
Cajus zwar bie Schwängerung befennt , aber die eheliche 
Zufage verneinet , ihm das Juramentum purgationis, bag 
er der Dirnen darbey bie Ehe verſprochen, fo wohl nad) 
Verordnung der Chur Saͤchſiſch. 81. Decif- al8 aud) fom 
(ten, denen gemeinen. Rechten nach, ben ſolchen Umſtaͤn⸗ 
den, nicht auferleget werden maa. Im uͤbrigen aud) Caji 
Magd nicht allein jederzeit, fondern big dato , unverruͤckt 
fid) bep ibm in Dienften aufgehalten, allenthalben bey An⸗ 
ſchaffung einiger Zubehör, fo wohl zum Verlöbnus, als 
auch bevorfichender Hochzeit, zugegen , wie nicht weni 
act, al Caja zu dreyen unterfchiedlihen malen in ber Site 
chen öffentlich aufaeboten worden, perfobnlid) darbey ge 
weſen / zum öfftern mit der Braut, in die Stadt gangen, 
und ein und das andere einfauffen helffen; dahero tie, mit 
einiger Unwiſſenheit des vollbrachten Aufgebots, ſich nicht 
zu behelffen. Alſo mag fie, ben ſolchen Umſtaͤnden, mit 
ihrem Einſpruch nicht zugelaffen werden. Jedoch iff Cajus 
ſolche feine Magd, weil er des Stupri geſtaͤndig un 
beige e 1 n 


— 














⸗ 


Des erſten Buchs / fiebenbes Capitel. 237 


Stand gemäß zu dotirn,, aud) hinfünffrig Das Kind zu vers 
alimentiten verbunden, 25. R. W. 


S. 3 


Wann bie Geſchwaͤchte wider den Stupratorem eine Wann tie 
Klag, die Ehe verfprochener maffen mit ihr zu vollzie⸗Heſchwaͤch⸗ 
herz anftellet, des Scupratoris Eltern aber barein nicht bos 
willigen wollen, und ihren diffens unb Widermwillen (nitorem auf 
dem Confiftorio per modum Interventionis anbringen, fo!‘ 
iff zu vorhero bec Eltern Intervention, ob fie gegründet Elrernaber 
fepe oder nicht, zu unterfuchen und auszumachen, ehe und in dem 











€ Confifterio 


bevor bie Eheklage eróctert wird. «Pd 


- Í N 
Berger. part. 1. refp. 145. guafi. 2. — 


anerwogen die Entſcheidung der angeſtellten Ehe:Kiag von ifi! iv 
bem Erfanntnus der Intervention, als einer caufa praeju. Eltern In, 
diciali, Iediglich dependirt, und wann diefeihre Endfchafft — 
erlanget, ſich fobann ergiebet, ob und wie ferne ber Stu. ga, ^" 
prator fid) auf bie ange(tellte Ehe-Klag einzulaffen verbu 
nen feyes wie bann aud) bie Rechte mit fid) bringen, bag 
die Intervention, wann zumalen felbige praejudicialis iff, 
zuvoͤrderſt zu erörtern fepe, — 
Zanger. de Except. part. 2. cap. 9. num. 1. ſeqq. Vmm. de 
[putat ad proceff. x1. tbef. 4. mum. 11. | 
Und alfo bat bie Loͤbl. Juriſten Facwrát zu YOittett/Refoon, 
Berg/ menf. Decembr. A. 1690. unter andern gefprodjen. fum, 
verb. Ob nun wol, in Erwaͤgung, daß die Exceptio de- 
ficientis confenfus paterni das jus tertii befrifft, e8 am 
fangs das Anfehen gewinnen will, al8 ob ber ledige junge 
Geſell unter dem Vorwand, ber von feinen Eltern befches 
henen Intervention, fid) ber Ginlaffung auf angeführte 
— fuͤglich nicht entbrechen fónne , da beſonders 
hiernaͤchſt [o viel, daß ermeldete Eltern Beklagten Sohn. 


* 


v- 


| 253 Dott. Vollziehung der f£ bé mit bee Geſchwaͤchten. 
zu affiftiren genteinet, und daher. angeregte Intervention 
accefloria fepe, abzunehmen; _ Na lin sches 

Dieweil aber dannoch vermög odangezogener Nechten, 
derer Eltern Einwilligung zu Berehelichung derer Kinder 











pro forma fubftantiali erfordert wird. 
Carpzov, 7prud, Con/ffl. lib. 2. tit. 3. def. 40. € A1, num. 
10:9 119.05 | 1 ir 
und alfo obige Exception aud) von Beflagten Sohn adim- 
pediendüm litis ingreffum, mit Beſtand vorgefihliget wer⸗ 
den mags. geftalt bann nicht weniger einem terio, de nul- 
litate zu excipirn nachgelaffen; ME 
Sebaft. Vant. de Nullitat. pag. $7. num. 13. & pag. 59. 
num. 21. — | i 
hiernechſt in gegenwärtigen Fall bie Interventio, in mehres 
rer Betrachtung, daß bierben zugleich das Interefle der 
Eitern vornemlich, ne ipfis invitis agnafcatur heres, con- 
eurrirt, pro prizcipali wol zu achten; ferner bewaͤhrtiſte 
Rechts Lehrere dafür halten , bag dergleichen Interven- 
tion, wann zumalen felbige praejudicialis, — — | 
. Zanger, de Except. part. 2. cap. 9. num. 5. feqq. Berlich. 
, pert. Y. Conch, 25. num. 7. | DE 
ingleichen liquida, — | 
Mev. part. 8. deci. 416 —— | fog a 
zuvoͤrderſt gu erörtern, und immittelft mit Klägers Suchen 
* in Ruhe zu fiehen, — hy 
Vmm, difputat, ad proceff. judic. x1. thef. 4. mum. A1, - 
Schwendendörf, ad proceff. Fibig. part. 1.cap.2. 5. II. lit. S. 


immaffen dann bie Erörterung der angeftellten Ehe⸗Klag, 
von dem Erfanntnus in mehr angezogener Intervention Is 
Diglid) dependirt , wie nicht weniger an Geiten derfelben 
Die Gerechtigkeit ſattſam und in continenti zu — | 
1 | I" 


" Des erſten Buchs/ fiebendes Capitel. 239 

So iſt der ledige junge Geſell ſich auf die erhobene Ehe⸗ 
Klag, efe unb bevor der Eltern Intervention eus dem 
: Py geraumet worden , eingulaffen nicht fdpulbig. 93. 
Odbzʒwar ber Stuprator, wann er die She erwehlt/ Die Be 
31 Vollziehung derfelben gehalten, fo fan Dod) die Ge. mier. 
Schwächte den Stupratorem wider ihren Willen zu heyra 


then nicht gezipungen werden; , Biber foren 
Wernher. Select. Obfervat. forenf. vol. 2. Olfervat. 20. & c atben 
vol. 7. in Supplem, ad d. Olfervat.22. Berger. in Supplem. ——— 
Ad Elect. proce[f. matrim, pag. 129. tum, 6. Leyfer, Me- Markt fie 
ditat. ad ff. Specim. 294. meditat. 3. | : Lu 
und dieſes eines theild batum, weilen bie Ehe frey und im doration 
gezwungen feyn folle , andern theils, weilen dag, was die efi. 
Geſetze zur Satisfaction der Geſchwaͤchten, daß nemliden 
der Stuprator fie entweder dotirn, oder heyrathen folle, 
eingefübret, einig und allein zu ihren faveur verordnet, 
nun fan aber ein jeder feinem zu feinem faveur eingeführten 


Recht nad) Gefallen renuncirn. | 
Wernher. czt. loc. sum. 2. Leyfer, cit, foc, 


And alfo hat das Köbl. Confforium zu Leipzig / d. 4. Refpon- 
Junii A. 1691. gefprochen. vcrb. Zum achten, iſt ex Op- fum I. 
fervantia Confittoriorum befannt , daß, wann auf heimli⸗ 

ches Verloͤhnus, ober mur gemachte Hoffnung zur Ehe, 

die fleifchliche Vermiſchung erfolgt , Der Stupraror zur Boll 
siehung ber be gebalten; dahero Zweiffel entftanben: Ob 

auch) in dieſem Sall bie Geſchwaͤchte ben Stupratorem wi⸗ 

ber ihren Willen zu ehelichen ſchuldig? Wiewolen e8 mum 
feinem möchte , bag die Obligatio mutua fepe, unb die; 
femnad) bie Weibs Perfohn nicht weniger als ber Impra- 
gnator zur Bollziehung der The nachdem en 
= - ; | ag 


"Relpon- 


fum IL | | 
507 &rans Ulrich / Stiffts:Canzler zu Frewzell/ in caufa 


240 Yon Dollsicbung der Ehe mit der eſchwaͤchten. 


ſolchen Fall, dergeſtalt verabſchiedet. 














das vitium clandeftinitatis vornemlich in favorem impres- 
gnata per concubitum vor purgirt zu ſeyn erad;tet wird, 
md ein jedes dem favori pro fe introdu&to renuncirn mag; 
So wollten wir dafür halten, daß eine ſolche Perfohn den 
Stupratorem wider ihren Willen, zu heyrathen nicht ge 
halten feye, iminaffen wir dann aud) unlängft , auf einen 

Ingleichen die Loͤbl. Turifken sFacukät zu Wittem⸗ 
berg/ menf. O&obr. A, 1720. ad requifitionem Tobigs 


Margaretha Libenauin / und Michael Zſchubelts. verb, 
Und hat deſſen auf Vollziehung der Ehe wider die Libenauin 
gerichtetes Suchen, geſtalten Sachen nach, nicht ftatt. 
B. R. W. Ration. Decid. Obwol im Sal, ba auf 


d bvorhergangi⸗ heimliches Eheverloͤbnus, ober nur gemach⸗ 
or te Hoffnung der Ehe, Die fleiſchliche Vermiſchung erfolgt, 


der Stuprator zur Vollziehung der Ehe gehalten, aud» bloß 
in ftatu. deflorationis fade, er fid) derfelben ebenmägßig 
nicht entbredien fan , ober bie deflorirte dotirn muß; bae 
bito, baf ber deflorator gleiches Recht habe, unb bie de- 
Norara ebenmäßig jenen ehelichen, ober ibme etwas dage⸗ 
gen zu geben gehalten, e8 fid) anſehen laͤſſt. —J 

Dieweil aber dannoch dag vitium cezdeffinitatis fides mae 
trimonialis vornemlich in favorem impraegnatae per concue 
bitum vor purgirt zu feyn aesaften wird, aud) bey bem 
bloffen Concubitu, die dotation nur in folitium ablarz 
virginitatis geordnet, jedoch bem Srupratori darbey die 
ele&ion, an ducere eam velit, nadjaelaffen, alfo, quod 
in favorem ipfius geordnet, in ihr difpendium nicht de- 
£orquitf werden mag, vielmehr ihr, dem favori pro fe 
introdu&o zu renuncitn freu ffebet , und folglich bie Lie 
benauin wider ihren Willen, ben Iſchubeln zu ehelichen nicht 
verbunden iff , zumalen Da fie feinen dorem vrelangt ' n 
ut ^. — 44 | elchen 


50558568 erfien Buchs / fiebenbes Capitel. 24€ 
welchen Falls dieſer (d) zur Ehelichung Derübrter maffen. ^07 
offerith fónntes —— Jit if [aqua 

So ift geſprochener maffen erfannt worden. n 

Warn nun alfo die Geſchwaͤchte Den Stupratorem nicht Seed 
heyrathen voill/ fo mug zwar Der Stuprator nichts Deflo RE s 
Weniger das Dino ernábren/ al8 worzu er als Vater picem Sal 
natuͤrlicher Weiſe verbunden; bie Geſchwaͤchte hingegen, notiodie 
. wann fie feine rechtmäßige Urſach bie Ehe auszufglagen cae duo 
ver fid bat, macht fi folgen Falle ihrer dotation oder ernähren, 
Ausfteur Dierburd) verluſtig; Das die Obligation enttoe- die 3%, 
ber zu ehelichen oder zu, dotirn, tff alternativa, dahero abe: made 
bem Stupratori feine inne zuſtehende Wahl nicht benom-Ib.der — 


men werden Fan, fondetn [ren gelaffen werden muß, - cada 
, Leyfer. Meditat. ad ff. Specim, 294. medit. «es verhujtig. 


inb alfo Bat die Loͤbl. Yurifken: Farusät zu Mitten: neon. 
Berg/ Merf, Majo A. 71e. geſprochen verb. nb Bittfum. 
Vater des Kindes angiebt, bit alimentation befielben zu⸗ 
etfannt, bet Beklagten uͤbriges Suchen aber, was nen — 
fid bie dotation oder Satisfaction pro defloratione betrifft, 
gänzlich übergangen , in mehrerer Erwägung, dag die 

echte ben Stupratorem titt alternative vel ad ducendum 
vel ad dotandum anhalten, bicfemnad) Kläger, Da erfich 

zu bem. eríten freywillig erbietet , Beflagte aber foldyed 
nicht annehmen foollen, audy zu dem letztern, weil er bie 
 Ble&ion Dat, nior gezwungen werden mag. 25. 91, 8. 


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gu id aber der Stupr.torumd die Geſchwaͤch 
tt einander 3u beyratben / fo Fan Feines inehr poenicirn, Nüwichte 
und wiederum zuruck tretten, fonbern find au Bollziehting i» vios 
der Ehe fhleiterdings verbunden ; unb das Kind, (o fiewurd das 
aufier der Ehe miteinander erzeugt, wird dardunbdegi Tl ces 
2115, : $52 timirt, 9dommt 


(cblife£ fiib aber der Stupr. tor und bie Ge 


-— $ent 


x 
SA se AA oes 


242. Don Vollziehung der £bemit der Geſchwaͤchten. 
ale denen timirt, unb hat alle bie Jura derer aus rechtmaͤßiger Ehe 


más" gebobrnen Kinder zu genieffen. 

bobrnen $, pn. Inffit. de Nupt. ibique Dd. Lauterbach. Colkg. tbeer. 
Kindern zu⸗ pract. ad ff. tit. de bis , qui funt fui vel alien. zur. S. 2.5. ſeq. 
pe. Welches aud) in dem Aochgräffl. Hohenlohiſchen ^ae 
Hohenlohr meinfamen Lands Recht parz, 1. zit. V1. S. 8. alfo verord⸗ 
eo net. verb, Wann 2. in Hurerey miteinander gefalleng 
von Perfohnen, zwifchen denen anfonften Die Ehe nad) Goͤtt⸗ 
! lichen Geſetzen nicht verbotten ift, einander ehelichen, fo 
. wird das auffer Eheerzeugte Kind dardurch ehrlich gemacht. 
Der su- — Syetnecbít muß der Stuprator und bie Geſchwaͤchte, wie. 
peer ub fonften, alfo auch ben der Copulation , fie mögen mum - 

fómádte gleich einander felbft , oder jemand anders bepratben, fico 
mifen wieder Bränge entbalten/ als welche nur einig unb allein 
route "bie Jungfern und Jung. Gefellen tragen dörffen. — Dann 
berCopule- Det? Aranz ift ein Zeichen ber unbefleckten Jungferſchafft 
ad P? unb feufibbeit , too nun das , was darburdi bezeichnet und: 
supates. angedeutet wird, nemlich bie Sungferkbafft unb Keuſch⸗ 
beit nicht mehr vorhanden, fo fan man fid) aud) des Zei 
chend der Jungferſchafft und Keuſchheit, nemlichen des: 








Krank, nicht mehr bedienen. 0). nun 0 
Müller. difert. de Ture pregnant, cap. 8. thef, a 


Ob auch Ob ober auch eine mit Gewalt gefhwächte Jungfer 
die mit 80 in Tungfräulichen Schmud einherzugehen/ und den 
ie Branz auf dem Haupt zu tragen berechtigt fepe? Das 
den Jungs Finnen kommen Die Rechts Lehrere nicht uͤberein. Einige 
fern Trans Debaupten dieſes und zwar von babero , weilen fie in bie 
im? Schwächung. nicht confentirt, unb alfo ihre Keufchheit 

unb Jungferſchafft Dardurch nicht verliehrt, als welche als 

eine Tugend, nicht ſowol in dem Leibe, als vielmehr in, 

Dem Gemuͤthe heſtehtee «a 

can. 2. feqq, cauf, XXXIL queff. 5. Pfeil. Cent. 2, conf). 147: 
nu C UG Berlich. 


Des erffen Buchs/ (iebenbes Kapitel, 243 
|. Berlich. pari. 5. concl AT. sum. 67. Stephan. «4 Ordinat. 
Erimin. Carol. V. art. 119. 


Andere machen einen Unterfchied/ ob bie Genothzuͤch⸗ 
tigte ihren Widerwillen durch Schreyen/ Heulen’ Wei⸗ 
nen/ und DOieberffreben/ auf allerhand Art und Weife, 
von Unfang big zum Ende, an ben Tag gegeben, und in 
oiefem Sall hätte fie ihr Recht ben Kran zu tragen , burd) 
die Schwächung nicht verlobren , oder aber, ob felbige in 
dem acis der Schwächung fill gefehwiegen/ dann fol» 
diet Geftalten hatte fie ftillfd)meiaenb in die Schwächung 
gewilliget, und ihrem privilegio renuncirt, rib 
ap. 44. de R. f. in Gto, L. penult. Cod. de pact. Brünnemg 
ad. L, 20. Cod, ad Leg. Jul. de adult. uum. 2. 


Einige vermeinen, man habe Darauf zu eben , ob die mit 
Gewalt Geſchwaͤchte aus diefem Bepfchlaff ſchwanger 
worden feye/ oder nicbt; alfo dag im ecffen Sall (ie fid) 
mit bem Schlener zudeden, unb bes Krangeg zu enthalten 
Habe, mweilen fonften ein Aergernus daraus entíteben wuͤr⸗ 
de, nicht aber in dem letztern / damit die vorhin betruͤbte 
Perfohn nicht weiters barburd) möchte betrübet werden. 

Stryk. in ufa mod. ff. tit. ad Leg. Jul. de adult. $. 17. M 
Wiederum andere überlaffen biefes alles bem Gutbefinden 
eines verſtaͤndigen Richters / alfo, daß diefer bie Sache 
nad) allen in einem jeglichen fa&o vorfommenben Umftän 
den dergejtalten moderirn. folle, damit weder bie vorhin: 
fion betrubte Geſchwaͤchte nicht. nod) mebrer8 betruͤbt 
werden, nod) in ber Kirche ein Aergernus daraus entſte⸗ 
ben möge, 

Brunnemann, 7prud. Confffl. lib. 2. def. 237. pum. 15.67 16. 
Linfere Meinung gehet dahin, daß eine mit Gewalt ge 
ſchwaͤchte Jungfer in Tungfräulichen Schmud bersue 
gehen/ uno den Brass auf oem Sauptzutragenniche — 
— | 253 befugt 








244: Don Vollziehung der Ehe mit der Gef chwaͤchten. | 


befugt fcye, Dann teilen. ber Srang Fein Zeichen !der 
Beufchheit des Gemüths / und des Geiftes (ft , bann 
fonften fónnten aud) die Weiber unb Wittfrauen , als wel 
che bie Keufchheit bes Gemüths ebenfalls annoch benbebalo: 
ten, frange auflegen, fondern vielmehr ein Zeichen der. 
Jungferſchafft und Beufchheit des Leibes iff/ bie Ge 
ſchwaͤchte aud) durch die Gewalt ihre Leibes Keuſchheit 
wuͤrcklich verfobren , und Daher unter bie ammoch unbefleds 
te unum nicht mehr Pan gerechnet werden; (o mag eine 
fold)e nothaezuchtigte Sperfobn fid) des Krantzes, gleich ans. 
bern unbefledten Jungfern, mit Recht nicht anmaflen. 
. Catpzov. prax, Crim. quafl. 75. mum, 80. feqq. & in Tprud. 
Conufift. li. 2. def. 2. Aa num. 10, feqq. — Wr va 
deor. pract. ad ff. tit. ad Leg. Jul. de adulter. $40, Kin 
s. delilat. Tur. theſ. 34. Berger. in Oecon. Tur. lib. 3. tit.11. 
R S. 4, not. 3.pag. 824. Müller. differt. de jur. pregnant. 
„cap. 8o] 254 0 : : | 
‚Und alfo hat der Schoͤpffen Stuhl zu Zeipzig/ ment, 
non: Oktobr. 1582.ad requifitionem Burgermeiffer und Raths 
zu Fr geſprochen. verb. Was aber die Genothzüchtig: 

te Derfobn. anbelanget / ih fe. oiefelbe des Aranzes 











zu enthalten fchuldig. V. X. YO. | 
Ingleichen Menf. Julii A. 1680. ad requifitionem des 
Amtmanns zu Sahfenburg, verb. Sie i£ aber gleicbz 
wol/ weil (ie ſich ſelbſt gerünet/ und geklaget daß. - 
et das Werd der fleifchlichen Unzucht mit ibe voll- 
bracht ne ben ‚gehen fehuldig. 


a LR Me Lun redi 


An einigen E: o d — X. tar 5 Ai Le 
an, An etlichen Orten darf der Stuprator imb. die Ger! 


un pi, fb Ad)te feinem Biechgang mit einer formlichen pro- 
—— ceſſion halten / ſondern werden in dem Gefaͤngnus, «ober. 
(dam aaa... £t at zwar 


| Des erffen Buchs/ fiebendes Capite, ^ 245 

zwar in ber Kirche, aber vor einen gang befonbern Altar ordenttige 
Prieſterlich zuſammen gegeben, müfien aud) an vielen Or Kirhgang 
ten Dit Stroh: Aränze darbey auffegen; welches aber von Szafen 
denen genothzuͤchtigten Weibs Perſohnen nicht zu ver; aud) an eis 


ige Dr 
ſtehen. Est Orten 


So find auch an vielen Orten geroiffe Sormuln einge, Fire auf 
führt, deren fi bie Priefter bep ber Copulation foldyet An vielen 
Perſohnen, die den Eheſtand mit Unzucht angefangen, zu Orten ind 
bedienen haben; wie aud) innfonderheit in Krürnbergi: f, en 
ſchen gewoͤhnlich, da die Perfohnen vor der Copulation eingeführt, 
von dem Siedoar Diener , der fie zufammen aiebet , fol. 
oendermaffen angeredef werden! Dieweil ihr becbe Zum bepderco. 
Stand der heiligen Ehe follt 3ufammen gegeben wer: — fol: 
den / fo frage ic) euch N. begehrt ihr N. zum ehelichen po t 
YOcibe? unb N. begehrt ibr N, zum ehelichen Manne? dienen has 
Und wann fie beede mit Ya darauf geantwertet, fo (prit is. 
er weiters: Wann ihr bann in Den Stand der heiligen Ehe im sin» 
treten rooliet, unb aber denfelbigen mit Leicht fertigkeit in gstsilben 
der Luſt ſeuch und Unzucht angefangen, habt ift wohl zu paio 
behertzigen, wie ſchwerlich, aróblid) und manniafaltig ihr gemöhnlig 
euch hierinnen verfünbigef, — e Bat ; 

Als erfilih , an bem heiligen Eheftande ſelber, welcher 

ehrlich ven jedermann gehalten, das iff, in Zudt, Er 

barfeit und Gottfeeliafeit , angefangen und gefuͤhret wer⸗ 

den foll, Ebr, XIII. Dannenhero lefen voir Tob. VIIT, daß 

. ber junge Tobias zu Sara feiner Vertrauten fagte: Wir 

find Kinder Der Heiligen , und ung gebühret nicht, fülden 

Stand anzufangen, wie bie Heiden, bie DEC verachten, 

., Sur andere, habt ihr. euch bodiid) und ſchwerlich ver⸗ 

 fünbiaet an GOtt dem HEren , der gangen heiligen Drey⸗ 
faltigfeit, weil GOtt nicht allein Stifter und Urheber des 

heiligen Eheftandes ift, unb ein ſchweres Urtheil drohet, 

allen die feine Ordnung fanden, Rom. XIII. fondern in 

nig | in 




















»46 Von Vollziehung ber Ehe mitber Geſchwaͤchten. 
ein heiliges Feufches Wefen, bannenbero aud) von jedermann 
Feufch unb heilig zu ſeyn ernftlich erfordert, Levit. XL. 

Fuͤrs dritte, habt ihr wider euch ſelbſt gefündiget und at 
than. Als erſtlich, wider eure Ehre, wann ihr euch feld» 
(ten durch biefe eure Ungehuͤhr des Ehren Kranges veru 
(tiat gemacht, euch zur Shmad und den Leuten zur lady 
rede worden ſeyd, ba ihr doch wiſſen füllen, bag Ehr und 
guter Nahme beffer fep, dann groß Reichthum, und Gunft 

effec, bann Silber unb Gold , Prov. XXII. barnad) an 

eurem eignen Leibe Habt ihe euch verſuͤndiget, beraeftalt, 

daß ihr ſolchen Durch Unzucht von Chriſto actrennet , unb 

ba ihr foltet heilige Chrifti Glieder feyn , handliche und 
r 

















unreine Huren Glieder worden feyd. 1. Cor. VI. 

Fa auch eure Seelen, bie nicht mit vergánglidem Sil⸗ 
ber und Gold, fondern mit dem theuren , unfchuldigen 
Blut JEſu Chrifti des unbefledten Laͤmmleins GOttes er- 
Fauffet und erlöfet find, habt ihr auf8 nene wieder ing 
Verderben gefeget. Dann offenbar find Die Wercke des 
Sieifches, al8 da find Ehebruch, Hurerey, Unreinigfeit, 
Unzucht und dergleichen, von weldyen id) euch babe zuvor 

gefagt, und fage nod) zuvor, bag, die ſolches thun, wer⸗ 
den bas Reich GOttes nicht ererben. Die aber Griftum 
angehören, die creugigen ihr Fleiſch famt den Lüften und 
— ſagt Paulus, Galat. V. 

Endlich habt ihr euch verfündiget an eurer nod) verſchloſſe⸗ 
nen Leibes Frucht, bie ihr in Unehren erzeuget, und nod) 
vor derer Geburt in Schand und &dmad gefegt habt. 
Daher fagt der tweife Mann, bag folcbe Kinder zeugen von 
der Eltern Boßheit, wann man fie fraget. Sap.IV. 
.. Weil nun deme alfo, möget ibr wohl zufehen , Daß ihr 
iiber foldye eure gepflogene Ungebuͤhr, wahre und hertzli⸗ 
he Neu und Leid abet und traget , die Straff der lieben 
‚Obrigkeit, al8 wohl verdient , erfennet und annehmet, 
GOtt aber den Allmaͤchtigen inwahrem Slauben, iren 
d et» 


Des erſten Buchs/ ficbenbes Capite. || 247 


Verdienſt, bittere Leiden und Sterben IEſu Chrifli, um 
gnaͤdige Verzeihung eurer Sünden anruffet, und vole ihr 
bißhero euere Glieder zum Dienftder Linreinigfeit gebraucht, 
alfo hinfüro folde zu Dienit der Gerechtigkeit anwendet, 
toit Paulus vermabntt Rom. VI. Sonderlih aber, und 
für allen Dingen ſollt ihr jest anhören, wie ihr euch ind 
kuͤnfftige gegeneinander erzeigen und verhalten folk ıc. 
Flach der Copulation thut der Prieiter folgendes Gebet? — 

D allmaͤchtiger GOtt! ein Stiffter und Einſetzer des Deb 
ligen Eheſtandes, wir bitten Dich , bu wolleſt dieſen gegen: 
märtigen Eheleuten, gleichwie bu ihnen, auf ihre verhof⸗ 
fentlich gethane und noch Fünfftige Buße ihre Sünde der 
begangenen Unzucht , vergeben , alfo aud) deine Gnade 
unb Geegen verleihen , daß fie folchen ihren Eheftand Dire 
füro in wahrer Furcht GOttes Gpriftfid und wohl fortfte 
gen, bie Zeit ihres Lebens in beftändiger Liebe und Treu 
‚friedlich und feeliglich darinnen gubringen , und in wahrem 
Glauben mit allen Ausermählten endlich ewig feelig wer⸗ 
den mögen, burd) FEfum Ehriftum deinen lieben Sohn 
anfern Herten, der mit bir und dem H. Geift, gleicher 











Sstt von Macht und Ehren, lebet und vegieret hie und 


: dort hochgelobet in Ewigkeit, Amen! 


WOMEN $. 7* ^ 
Obzwar anfonífen dein Stupratori die freye UDablsite va 
zuffehet/ ob er bie Geſchwaͤchte ehelichen, oder aber do- 7o rs 
tirn wolle, fo giebt es bod) gewiſſe Sálle/ da der Srupre- jienung der 
tor zur Vollziehung der Ehe fchlechterdings verbunden Fbellen 
if." Dahin gehöret 1) maim er der Geſchwaͤchten zugleich yersunden. 
aud) bie Ehe mit verfprod)en, worvon tvir in nachfolgen⸗ El: 
den 8. Gapitel zu handeln gefonnen; 2) wann Statuta oor» 
handen, die bie Bollziehung der Ehe mit der Geſchwaͤch⸗ 
fem, erfordern , 3) wann der Stuprator nad) erfolgter — 
condemnation, die dotation erwaͤhlet, in Bezahlung des 
| Da, EU -  Heyrath» 
€ E 3 


348 Don Dollziehung der be mit der Geſchwaͤchten. 

Heyrath⸗Guts aber, fid faumfeelig erweiſet/ fan alsdann 

auf bie Ehe geklagt werden. 4) Wann ber Stuprator Ar⸗ 

muth halber, bie verſprochene Ausſteur nicht zu geben ver: 

mag; 5) wann er die Geſchwaͤchte beredet, einen andern 

mit Verſchweigung der Schwängerung zu heyrathen, die 

fer aber fie nid)t mehr behalten will; von welchen Sállen 

| allſchon oben in vorhergehenden 4. Capiteldiefes zradfars 

teBole $. 3. & 9. weitläufftig gehandelt: worden. — Derentaegen 

hung ver giebt e8 aud) verfehiedene caſus, da die Yollsiebung oet 

ae not, Ehe gar nicht ffatt findet / welche wir in jet folgenden 
att ſudet. Fapitel anführen und unterfuchen wollen. 


GEISHESTHIEISMIENSHENSHIEIPERHHENN 
Das Achte Kapitel. 


Yon der Sarisfacfion der Geſchwaͤch⸗ 
ten im Sall/ 8% bey dem Stupro ein Ehevers 
fprecben concurrirt. 1 


S. 1. 


CN Ißhero haben wir gehandelt von ber Satisfation der 
A Geſchwaͤchten, da fein sEheverfprechen darbey 
IE vorgegangen, nun wollen wir in gegemwärtigen 
Capitel der oben gemachten Ordnung zu Solge, aud hans 
' Mann der Dein, was der zu Sall gebrachten für eine Saticfaction, 
u im Sall/ da eine Eheverfprechung mit unterlaufft/ des 
nad dem nen Rechten nach / gebühre. Hat nun der Stuprator der 
en Geſchwaͤchten bie Ehe vor/ bep oder nach dem Beys 
khwächten fcblaff darbey verfprocben/ fo ift er diefelbe zu ehelichen 
a Shesersjehlehterdings verbunden, | : 
mujtrft — Stryk. sf. mod. ff. tit. ad Leg. ul. de adulter. $. 20. Bar- 
s. al de fatisfacl. fluprat. part. pofter. num. 1. Hert. vol.2. 
rathen. deciſ. 


























Des erffen Bus, achtes Capitel. 249 


mM nn ann 














... decif.372. Carpz. prax. Crim. quæſt. 68. num. I. dn ELE 
deLynker.Zecf. 1000. —— — — 


Und ift nicht genita, wann er fid) anheiſchig machet, bie Und kan ſich 
Geſchwaͤchte ihrem Stand und ahnen QE) aus. an De 
zuftenren, oder fiefonften reichlich zu Defdienden , und dar. bae 
Durch diefen Verluſt, ben fie durch bie Schwächung erlit dea Aue 
ten, wiederum zu erfe&en , wann fie ſolches nicht freproit Narr wieder 
lig acceptiren will, dann die su Sall Gebradte hatdurd bie Schöwäg: 
beſchehene &beverforedyung allfibon ein Jus quasficum erfan, fttv Dievon 
get, welches ihr wider ihren Willen nicht mehr. benommen qu i 
und entzogen werden kan; fondern ben Stupratorem Iediglich 

zur Bollziehung der Ehe verbindlich machet; bann wann 

ein Eheverſpruch geſchehen, fo finder die dem Stupratori am 

fonften zuftehende Wahl, bie Geſchwaͤchte entweder zu ehe 

lichen oder zu dotirn, nicht mehr ftatt. 


Zoef. comm, ad tit. X. de adult. num. ult. Teflaur. deciſ 3. 


num. 3. Carpzov. Fprud. Covfift. lib. 2. def. 229. uum. 8. 
Bardil, cit. loc. num. 2. 3. feq. | 


Wormit aud) das Hochgraͤfl. Hohenlohiſche gemein: gohenlohi⸗ 
fame Land: Recht parr. 1. tir. IL. $. 5. uͤbereinſimmet. (des Land 
verb. Die vorhin gemeldete Wahl aber, entroeber bie Ge Fest bie 
ſchwaͤchte zu eheliden, oder aber ihr eine Abfisdung zu ge rn. 
ben, kommt ber Manns Perſohn nicht zu, wann voroder 
nad bem unzuͤchtigen Beyſchlaff, eine Eheverſprechung 
geſchehen waͤre, ſondern in dem Sall iff der Thäterdie Ge 
none Weibs: Derfohn zu ehelichen fehlechterdings ver» 

unden. 


js Und alſo hat die Loͤbl. Juriſten Facultát 3u Gieſſen / Refpon- 
ben 8. April. A. 1705. ia caufa Anna Dorothea Hofmei. fum. 
fferin contra anne Aofmeifker geſprochen. verb Nach⸗ 
den: aber. 1) Beklagter bem Hanns Jordan, weldien Kia: 
gerin zu tome geſchickt, nicht allein den Concubitum ge 

Aur jt2 ftanden, 


250 Don ber Satisf.der Geſchw.im Sall der Ehe Verloͤbn. 


ffanben , fondern aud) gefagt: er wollte fie wieder ehren 

und nehmen, 

vid. ejusd. depofit. ad art. probat. 1. © fegg. fub Num. 
Actor. 12. f 


welches er an einem andern Ort, aud) gegen ben zweyten 
Zeugen Hermann Opfermann, voieberbolet ; 
4d d. art, 


and 2) was Beklagter ihr imputitt , nicht erwiefen hat s 
auch 3) Beklagter vorhin ad 4&a fub Num. 29. & 35. was 
bie Zeit des eoncubitus anbelanact, fo viel eingeftanden, 
baf folches mit ber Zeit, welche Klagerin angegeben, wol 
übereinfommt; fodann 4) die renovirte Hochfuͤrſtl. Der 
ordnung d. d. 32, Januarii A. 1704, difponirt , wann fid) be; 
geben würde, daß eine oder die andere Manns. Perfohn 
ein ehrliches und ihres Lebens und Wandels unbeſcholtenes 
Weibs⸗Bild unter gemachter Hoffnung und Verfprechung 
der Ehe, zur ungebührlicher Luft zuinducien, umb fie um 
ihre Ehre dolofe zu bringen fid) unteriteben follte, in fol: 
chem Sall der deflorator nad) gemeinen Rechten, zur 
würdlichen Verehelichung zu condemniten; So habenwir 
dafür gehalten, es fepe das vorangezogene Urthel nunmeh⸗ 

















— $0 pure zu confirmiten, 
| $, 2, | 

Wann der — Daferne aber der Stuprator bie Geſchwaͤchte su bey: 
— rathen verweigert / fan er nicht nur mit Geld: Buß, 
(bmi, oder Gefaͤngnus von der Obrigkeit darzu angehalten, fone 
nib bey: dern auch fo gar, wann er bey feiner Halsſtarrigkeit vers 
gaben, Barret, durch ben Prieſter, wider feinen Willen, mit ber 
u u min Geſchwaͤchten copulirt werden, | | 
gen. arg. cap. 30. X. de ſponſal. Catpzov. 7prud. Confifl. lib. 2 

| def, 228. num. 9. & ip prax. Crim. quafi. 68. mum. 92. 

| & Bardil. 


\ 


Des erfken Buchs/ achtes Capitel, 251 


& Bardil. de fazisfa&t. ffuprat. poſter. num. 38. Schöpf, 
decif. 33. num. 12. ! | 
unb, wann et nach ber Driefferlicben Copulation ober dem Wann er 
Beyſchlaff davon aehet, und bie Geſchwaͤchte verläfft, al& Moe uM 
bann wird bicfe mit ihrem Kind, in des Abweſenden unb die Ser 
Slüchtigen Güter immittirt, und ihnen Daraus ber Linter- Hwaͤchte 
halt gereichet. | wa 
- Carpzov. 7prud. Confffl. lib. 2. def. 136. & def. 230. L. B, Infénc&it 
de Lynker. refolut. 169. & 321. Bardil. ez. loc. Schópf. —— 
cit. loc. Befiche oben den 3. $. des 4. Capitels / im 
gleichen den 1. $. des vorhergehenden 7. Capitelo/ 
allwo prajudicia und refponfa zu finden, : 
Wie wann aber hernachmalen der Stuprator, ehe et die Wann der 
der Gefehwächten verfprochene Ehe vollsogen/ mit ‚nrrzron 
einer andern fid) verheyrathet hätte? Wir halten dafür, a 
daß durch biefe de fa&o getroffene Ehe, das eritere Ehe, miti 
verbindnus nicht aufgehoben „ fonbern bie Geſchwaͤchte auf gene due 
bit annuilitung diefer (e&tern Ehe zu Flagen berechriget fepe, Holsicher, 
arg. cap. 30. X. de Sponfal. Stryk. ad Brunnem. f. Ecc/e- PN 
faft. lib. 2. cap. 16. S. 8. ad verba: de confuetudine & ad ob fo bann 
S. 1c. Bardil. de /atzsfact, ffuprat. part. pofler. num. 5. — 
Denn es ſtehet nicht in des Stupratoris Maͤchten, durch — 
fein unerlaubtes fa&um , ba er nemlichen feines erſtern —— 
Berfprecheng uneingebend , voiber alle goͤttlich und weltli⸗ 
de Rechte, mit einer, andern Weibs: Perfohn fid in ein 
neues Eheverlöbnus eintáffet, und folded. entweder burd) 
den Beyſchlaffe oder burd) bie Prieſterliche Copulation 
vollziehet, fid) von feinem befchehenen erftern und rechts: 
fräfttigen Eheverfprechen, fo fehlechterdings zu befrepen; 
dann fonften Eönnte ein jeder böfer und unattiaer Menfch , 
fi) diefer Cautel bedienen , eine andere heyrathen, und 
dardurch die erftere Braut fhandlich hintergeben; _ 
Berlich, part, 4. couch. 25. num. 87: Bardil. c£. Joe. 
UM 13 | Und 





* 


252 Donbet Sarsf ber Geſchw. im Sall oer Ehe Verloͤbn. 


Und thut allhier die Prieſterliche Copulation gantz nichts 
zur Sache, dann dieſes iſt de facto alſo geſchehen, und 
fan dahero keinen rechtlichen Etfect nad) (id) ziehen; bann 
bie Prieſterliche Copulation iff von dem Kirchen- Diener 














aus Irrthum vorgenommen worden, unb vermag ein an 


fid) gant; ungültiges Gheverlobnus nicht gultig unb kraͤfftig 
maden; babero, wann diejenige, Deren am alleresiten 


‚das Eheverfprechen gefchehen , durch guͤtliches Zureden ſich 


nicht bewegen [á(fet, von ihrem Recht abzuftehen, oder 


nicht etwa felbften freywillig davon abftrahirt,, (al8 wel: 


ches fie zu thun gar wol befugt,) fondern auf bie annulla- 

tion der legt getroffenen Sponfalien, oder auch wuͤrcklich 

vollzogenen Ehe bringet, fan ihr folches mit Beftand Rech⸗ 

tens nicht abgefchlagen werden, fondern e3 ift alsdann ei 

ne folde Ehe oder Eheverbindnug wiederum aufzuheben. 
Stryk. 42 Brunnem. 7, Ecc/effaft. d. loc. 


Und obfdjon auf diefe Weife der legtern eine aroffe Be- 
fhimpffung zugefüget wird, fo mag fie (id) doch feibiten 
imputirn, bag fie nad) den Zuſtand ihres Braͤutigams (id) 
nicht. beffer erfundiger , dahero Dann aud) biefe wegen fo 
thaner Injurie Feine.andere Satisfa&ion fordern Fan, bann 
bie in des Braͤutigams Maͤchten ſtehet; diefer aber, mei 


len er der eritern allfihon die Ehe sugefagt, Fan ſich mit 


Refpon- 
fum I, 


laſſen. 


einer andern in ein neues Eheverlöbnus nicht mehr ein 
Carpzov. prax. Crim. quaft. 67. uum. $9. Hopp. ad pr. In- 
- flit. de Nups. ad verba: juffas. verf, bac itaque ratione. 

— Sttyk. cit. loc. & in tr. de diffemfu ſponſal. Sect. 4. cap. 2. 
8,6. feqq. © cap. 3, S. 3. Schilter. prax. Tur. Roman. in 
. . Foro Germ. Exercit. 36. tbef. 62. | gym 
Und alfo hat, was bie Spozfalia anbetrifft/die Loͤbl. Juris 
ſten⸗Facultaͤt zu Gieffen/ d. 3. April, A. 1705, in caufa 


. Aanııs Hofmeiſters und Anna Dorothea Hofmeiſterin 


geſpro⸗ 


Des erſten Buchs/ achtes Capitel. 253 


geſprochen. verb. So bann bie renovirte Hochfürftl. Ver⸗ 
ordnung von 2. Januarii A, 1704. difponirt: wann fid) bes 
eben würde, daß eine ober bie andere Manns Perfchn 
ein ehrliches und ihres Lebens und Wandels unbefcholtes 
nes Weibsbild unter gemachter Hoffnung und Verſprechung 
der Ehe, gu ungebührlicher Luft zu inducirn, und fie um 
ihre Ehre dolofe zu bringen fid) unteritehen follte, im fel» 
den Sall der deflorator nad) gemeinen Rechten zur würd: 
lichen Berehelichung zu condemnitn, aud) weiter Red) 
tens, clandeftinis fponfalibus prioribus, quibus acceflit 

concubitus, cedere pofteriora, licet publica; 
Tarnov. lb. 1. de Conjug. cap. 81. quafl.7. Nebelkrae. desif. 
14. Carpzov. ib. 2. 7prud. Confifl. def. 69. cum ibid, 


citatis. 


So haben wir dafür gehalten, es fent das vorangezogene 
Urthel nunmehro pure zu confirmiren, | Eur elle 

*ingleidjen was Die-annulkrung der he ſelbſt anbe: Refpon: 
teifft/ die Löbl. Turiften: Facurát zu Jena bey Schil- (um I, ° 
tero ci. /oc. verb. Dannoch aber und bejfen ohngeachtet 
halten wir dafür, bag die von euch mit N. 91. vollzogene 
Ehe wiederum zu trennen , und ihr zu dem juramento pur- 
gatorio keineswegs zuzulaſſen, weilen ihr gleichwoln 91,91; 
durch 31. 9t. um die Ehe anſprechen, und nidt allein 91. 
fondern aud) ermelbten N. Vater um ſolche Ehewerbung 
Wiſſenſchafft gehabt, babero fold) Verbindnus pro fpon- 
‚ falibus publicis zu halten, etenim fponfalia illa publica 
habenda, qua praefentibus & fcientibus teftibus contra- 
huntur, 
Ep. 1. © feqq. X. de Sponfal. 
& duobus faltem numero, ; 

Carpzov. lb. 3. Zprud. Ecclef. def. 34. Richter, vol, 2. con- 

ffl.7X.num.4$. —— 

vcl arrhis confirmirf, - 

L, 35. pr. 7. de contrab, eut, 


euch 


254 Di Don der Sarisf.der € Sefchw.ir im Sall der ul der Che⸗Verloͤbn. 


euch derfelben mit Blut verfchrieben, an 91. 9t. Vater fob 
de Briefe gefihrieben,, und darinnen fole Worte qe 
braucht, woraus nichts anders geichloffen werden Fan, als 
daß I ihn um feine Tochter angeſprochen, und ſolche zur 
Ehe begehrt; — 

L.4.& 11. ff. de ſponſal. Coraf. Ab, 3. mifcel. cap. 4, mum. 
4. Cypr. de [poufal. cap, 9. $. 23. Harpprecht, a4 pr. 
-Inflit. de Nupt. num, 35. 

peraccedentem Concubitum, cn matrimonium con- 
fummatum, | 

cap. 15. X, de [ponfal. Menoch, de prefumt, lib. 3. vend L 
num. 6. 

unde vulgo traditum legitur, omnia fponfalia ante bene. 
 di&ionem facerdotis per copulam carnalem fieri indiflo. 
lubilia, quia per concubitum contrahentes fiunt uffa caro ; 


can. 13. XXVII. qu. 2. cap. 2. X. de converf, Conjugat, 


Serner bec 9. N. ihre geraubte Ehr nicht anders reftituirt 
‚werden fan, als wann er fie ehelichet; aequitas namque 
hoc fuadet, ut confülatur vitiatae, cui alio remedio vix 
poteft fuccurri , praecipue fi hoc ante concubitum pro. 
miferit, 

Gerhard, loc. de Conjug. S. 146. Cypr. de — cap. 10. 

S. 10. 

zumalen in jure Canonico, quod pra jure civili, in cau- 
fis matrimonialibus obfervari, tradit 

Struv. S. 7. Civ. Exerc. 2. tbef. 39. 


ausdruͤcklich verſehen, daß, wann einer einem Weibs Bild 
verſprochen, fie u ehelichen „AUnd fie beſchlaͤfft, nachmals 
aber eine andere trauen laͤſſet, er dannoch dieſe verlaß 
ſen, und die erſte nehmen muͤſſe; 

pet cap. 30. X. de fponful. add. cap. 1. HM eod, & cap. 1. X. 


de ſponſa duor e 
und 








Des erffen Buchs / achtes Capitel, 255 
unb obzwar 90. 90. euch niemaln durch Priefterlihe Hand 
getrauet, fo operitt doch der fponfalia de prafenti fecu- 
tus & longo tempore continuatus concubitus indiffolubi- 
litatem, hindert matrimonium pofterius, & facit, utpo- 
fteriorconjun&io inbigamiam incidat ;. zugefchweigen 1c. 

Site 





S. 3. Zann bet 

tupratog 

Wann aber der Stuprator die Befchwächte zu hey: We 
rathen ſchuldig ſeyn folle/ fo muß es feine Gewißheit und heyrarnen 
Richtigkeit haben, daß berfebe oie wahre inzention und fol, fomug 


Mieinung gehabt/ der Geſchwaͤchten die Che zu vet: pin 


ſprechen Der’elbe bie 
Havemann. Gamolog. Jib. Y. tit. 7. pofít. 7. Bardil. de fatis- Be 
fa. fuprat. part. poffer, num. 6. then Wil 


B ; I ? 
Dahero, warn die Worte / deren fid) der Stuprator be- Punti 


bienet, dundel und zweiffelhafft/ unb auf unterfchiede: un if 
ne Weife ausgelegt werden Fönnen, v. gr. Sie folle nut qoo nige- 

feines Willens leben / er wolle ber Sachen (dom Rach binlänglich, 

au f:baffen wiffen, fo ift diefes für eine Cheverſprechung Geor ge 

feineswegs zu halten; bod) muß er fie ihrem Stand unb more ver 

Herkommen gemäß dotirn; | dave ea t 
Stryk. 44 Brunnem. 7. Ecelefafl. lib. 2. cap. 18. $, 26. ad fdaiin. 
verba: pracife ducere. Bardil. cit. loc. num. 9. 

Und alſo bat die Loͤbl. Juriſten. Facultaͤt 3u Stand furtbD gemon: 

d. —— A. 1669; gefprodhen. verb. Hat 3. N. in — 

ber Güte ausgeſagt, bag er A. R. G. fleifchlich erkannt, tie 

aber beederfeits zugeflanden , bag fan SCheverfprechen 

darbey vorgegangen, aud) aus denen Worten, als folite 

der Stuprator gelagt haben: er wolle der Sache ſchon 

Rath ſchaffen / dergleichen promiffio matrimonii, nit 

zu colligien, fo koͤnnte er fie zu ehelichen, warn ec in ber 

Site bargu nicht zu bringen wäre ^ het gezwungen n D 
m HET elt, | 


256 Von der Satisf ber Geſchw. im Sall ber Ehe: Derlöbn, 
den, jedody wäre Stuprator biet Stupratàm mif so, Tha⸗ 
lern zu docena ſchuldig. er | T 

Von der (0 auch, wann Det Stuprator der Geſchwaͤchten ver 
CI, er ſzrochen: er wolle ihr vor all: Schaden gut feyn/ 
bo aln Wann Daraus etwas erfolgen follte fo ift daraus eben, 
Schaden falls kein Eheverfpressen fiber zu ſchlieſſen, dahero in bie, 
qut on fem Sall bie Geftiwächte eine Ehe Klage wider ben Stupra- 
aut etwas. torem nicht anftellen Fan, fondern eg ſtehet in be(fen freyen 
epe Willkuͤhr Die Geſchwaͤchte entweder zu ehelichen ober zu 
' . dosirn; wann er aber bie zu Sall gebrachte zu heyrathen 
nicht gemeinet , muß er fie aledann ihrem Stand und Her 
fommen gemäß dotirn, und veo. eine Schmwängerung vore 
handen, das Kind, wann c8 zur Welt gebracht, ernaͤh⸗ 











ren umb verforgen, 

Gr Hert. vol. 2. decif-873. ^ ^ ORAS RR 
Refpon- Und alfo hat die Löbl, Suriffen;Freultät zu Gießen⸗ 
fum. d. 9. April. Anno 1705. geiprocdhen. verb. "$n Ehe⸗ und 

| Schwangerungs⸗ Sehen Anna Sophia von Knieftede 

Klägerin an einem: entgegen und wider Heinrich Sricberid) 
von Senm, Beklagten am andern Theil, erfennen Sürfkt, 
 Braunfhweigefüneburgif. verordnete Diredfor, Conſiſto 
rial.und Kirchen Raͤthe / auf worgehabten Rath auswärs 
- tiger Rechts Gelehrten, allem Ein unb Sucbringen nach, 
hiemit vor Recht: Das Beftagter von der angefteliten Eher 
Klage zwar zu.abfolvirn , jedoch derſelbe oder deſſen Vater, 
‚nebenft des Kindes alimentation, Klägerin ihrem Stand 
und Herfommen gemäß, zu dotirn ſchuldig; immaffen wir 
hiemit abfolvirn, und fchuldig erkennen. 2. R. DB. 
- Rationes Decid. Anna Sophia von Knieſtede bat wider 
Beklagten eine Ehe Klage angeſſellet, vocifen berfelbe ſie ge⸗ 
ſchwaͤngert, und nad der Hochfuͤrſtl. renovirten Verord⸗ 
nung. d. 2. Januar, 1704- ein dolofus;deflorator,. meldet. 


* 


tin Weibs+ Bild unter gemachter Hoffnung POBRE 





43555] Des erſten 3 chs/ achtes Capitel. 257 














— ⸗ 





ung der Ehe, zur ungebuͤhrlicher Luft inducirf , zur 
wirdlichen Verehelichung zu condemnirn , immaffen er 
bey bem guͤtlichen Berhör am 16. Julii A. 1704. fub Num. 
Actor, 27. endlich geſtehen muͤſſen, daß er gefagt: er voolle 
ihr vor allen Schaden gut ſeyn wann was daraus 
erfolgen follte; 9tad)bem aber 1.) Beklagter negirt, daß 
er biefe Worte vor dem Concubitu geredet, auch 2.) bat: 
aus certa promiflio matrimonii nicht zu interit, da bor) 
Rechtens ijf, inmarrimoniis contrahendis confenfum am- 
biguum non recipi, fed certum & clarum exigi; ——— 
Carpzov. Fprud. Con/ift. [ib. 2. def. 42, num. 8. feqq. Huber. 
.  praledt. ad f. tit. de Sponfal. $. 11. 
über das 3.) Beflagter ber denen gütlichen Berhören, mit 
Anführung der Urſachen, auf feine Weiſe fich zur Heyrath 
der- Klägerin verfteben wollen , infonderheit aud), tveilen 
er nicht viel über 20. und Klägerin über 40; Jahr alt iſt, 
eine ungluͤckliche Ehe zu Deforgen ware; — — — nen 
So haben wir nicht anders erkennen mögen, al8 bag 
Beklagter von angeftellter Ehe-Klag zu abfolvitn fees je 
doch "s er ſchuldig, das Kind zu alimentirn, als welches 
auch der Vater allbereit übernommen; auch bie Beklagte 
ihrem Stand unb Herfommen nad) , entweder von ime, — 
oder. Dem Vater, als welcher Cautionem judicatum folvi, 
fub Num. A&or. 26. praeftirt, zu dotirn; dus dul 
Carpeov. prax, Crim. quæſt. 68. vum. 13. ſey. 
deſſen determination aber am beften von dem Aochfürfkt, 
 Confiftorio geſchehen Fan, wes vegen wir aud) desfalls nichts 
gewiſſes im Urthel exprimith wollen. | j 
CUiOM HB —— i eU D iS 4. (ul enr 
Eben diefes (ft aud) zu atuirn, wann ber Sruprator Don ber. 
auf Befcagen der Geſchwaͤchten: ob cr ficbeyratben mol: czaupsca 
Ie? antwortet: iſt es auch a Tuas 5. al8 — geus werth· 
SR - 2 eben⸗ 


258 Don ber saris der Geſchw.im Sall ber Ehe⸗Verloͤbn. 
ebenfalls für fein Gbeverfprecben zu halten, weiten biefe 

Worte des Stupratoris Confens nicht hinlänglidy declarırn, 

und unterfchiediich ausgedeutet, und aud) negative genom⸗ 

men werden koͤnnen. | NER 

Bardil. de ſatiſoct. Muprat part. poffer. sum. 9. Carpzov. 

part. 4. Cor ffit, 20. def: 9. RUM. 4. feq. Hopp. ad pr. pfit. 

de Nupt. ad verba: juffas. verf. funt autem fpeufalia. — 

es wäre dann, bag i£bezracaren vodren darzu gekommen⸗ 

bann ſolchen Falls fónnte aus fold)en Worten ein Ehe Gee 

löbnus annod) gefäloffen werden. 
Stryk. ad Brunnem. Jus Ecclef. lib. 2. cap. 16. $ 3.adver« 

| ba: cezfen[us autem. Hahn. ad Wefemb, tit. de ſponſal. 
: zum, 6. ad verba: £edie qualiscanque. | 
De Elaufı. Wie wann der Stuprator zu der Geſchwaͤchten p Ich 
hi: 6 til ptf feine andere nehmen / als dich? Dieſe Worte ent⸗ 
rc nehmer halten ein unter einer Bedingung geſchloſſene Che⸗Verbin⸗ 
als dih- dung in fi, wann nemliden der, fo die Ehe zugeſagt, 
(ib verhenrathen ſollte; da nun in gegenwärtigen Sal, 

ber Benfchlaff concurrirt, fo wird Daraus praefumirt, daß 

der Stuprator feine andere zum Weib nehmen wolle, ala 
diejenige , welche er geſchwaͤchet. ies — 

arg. cap. 30. & feq. X. de ſponſal. Bardil. de ſaticfact ſuprat. 

part. poffer. num. XO. | à | 

Dahero die Geſchwaͤchte folchen Salls auf bie Bolgiehung 

der Ehe zu bringen allerdings berechtiget iff, unb wann der 

. Stuprator hernachmaln (id) mit einer andern in ein Ehe⸗ 
verlöbnus eingelaffen/ Fan fie al8bann einen Einſpruch 

thun, und dieſe Sponfalia hintertreiben 5; vocilen bie Ges 
ſchwaͤchte aus diefern Verſprechen ein jus quafitum über 
fommen , welches ihr zumaien da der Beyſchlaff Darauf ers 

folgt, nicht mehr. entzogen werden mag. Me. 

— Sanchez. de matrim. lib. 1. di[put. 19, vum. 8. Beil, 

» i | £r 





Des erſten Buchs / achtes Capite, 259 


Er voc, Wollen. Stryk, er. de diffenf. [ponfaht. Seil. 

I. S. 27- : 

Und darf in biefem Soll bie Geſchwaͤchte eben nicht wars 

ten, (wie fonften auffer der Schwächung nöthig wäre) 

big der Stuprator fid) mit einer andern fid verfprochen hats 

te, fondern fie fan gleich bie Ehe mit ihr zu vollziehen dbe 

gehren. i 
Bardil. & Stryk. da. loc. 

Wie wann er aber geſprochen haͤtte: er wolle ſie fitt! De claufus 

mermehr verlaflen / fondern aab und Gut / Leib und ns tolle 

Blut bey ihr auffemen. Daß aus denen Worten: et mehr ven 

wolle fie nimmermebr verlaffen , Fein bündiges Eheverfpre: laf. 

dien zu nehmen fene, wollen verfähiedene Rechts Lehrere 

behaupten, mann gleich ber Beyſchlaff darzu gefommen 


ware; — / | Lied 

Du Beuld. Tuling. 261. King: de ouo miei 

eap, 14. Zum. 27. | T : 

Allein obſchon aus Diefen Worten fidi nichts _gemsiffes und 
richtiges ſchlieſſen laͤſſet, jebody, wann der Beyſchlaff dar: 
zu fommt , fo wird Daraus ein Eheverfprechen fo lange 
prafumirt, bi& von dem Gegentheil das Contrarium if 
erroiefen worden. rt Pi: 

Bardil, eir. loc. wum. II. 
Wann der Stuprator der Geſchwaͤchten verſprochen: er De etas. 
wolle fie wieder zu Ehren bringen; fo ift Daraus ein ua mid 
Zheverbindung abzunehmen, mithin Fan bie Geſchwaͤch zu Ehren. 
bun Stupratorem zur Vollziehung der Ehe mit allen bringen 
echt belangen. | | 

Müller. differt. de Fur. pregnant, cap. 8. tbef, 11, Bardil, 

d. loc. nam. 12. exin E 
2 un — * dem — — m Ed zen Ob derstu⸗ 
Che ctraetaten vorgegangen, unb ber Beyſchlaff darauf prater vie 





— 


060 Don ber Serif bet Gefhw.in Sali ber Ehe⸗Verloͤbn. 


te zu heyra⸗ erfolget, wollen einige Dafür. halten, bag bie Geſchwaͤch⸗ 
im Rbufe anders nicht, als unter Anhoffnung Der Ehe, in ben 
zeihenih: Beyſchlaff confentirt Babe , mitbinfepeber Scuprator ſchul⸗ 
nen Ehe big, fie zu ehelichen, weilen Peine cractaten vor mehr ehe⸗ 


vorgegan, Her Eönnen gehalten werden, als wo ber Beyſchlaff bat» 


UM zu kommt; J | ] 
RE af Ponce Ir, de Sacrament. HAT IA. lb. 2. cap. X2. MU. 5» 
Niger? 5 Havemann. Gamolog. lib. 5. tit. 6. pofit. 5. 


Allein der bloffe Beyſchlaff thut hier nichts zur eade, 
wann ber andere Theil oaa Eheverfprechenlaugnet, wann 
et gleich ben Beyſchlaff eingeſtehet; weilen allbier bie bt 
Fannte Regul ſtatt findet, Dag der Confess nicht aber der 
Beyfchlaft eine Ehe made, mithin ift der Stupracor bie 
Geſchwaͤchte zu heyrathen nicht fchuldig , wann bloffe Eher 
tra&taren zwiſchen ihnen beeden vorgegangen, unb ber Bey» 
fihlaff darauf. erfolget. —5 ee 


Bidembach, de cauſ. matrim. cap, 2. quaft. 1. Befold, part. 
6. confi. 261, num. 10. Bardil, cir. Joc. gum. 15. feg — 


Mann bet | 

Stupratos ; 6. 5. 5 
einer OS m a i Fi * 
RC - Mann bet Stuprator einer Weibs-Perfohn die Ehe 


N perſprochen / und fie hernach ſchwaͤchet / bey dem Bey⸗ 
foricht, unb ſchlaff aber ausdruͤcklich proteſtirt hat, daß er das / was 
rid et jego vornimmt/ nicht in derintention und Meinung / 
barbep abo fie zu heyrathen / tbue/ fo muß er nichts deſtoweniger 

| AVR bie Geſchwaͤchte gue Ehe nehmen; td: : 
fes nicht Muller. diferé, de Jure pregnant. cap. 8. theſ. 12. Bardil. 
mE de fatisfad. fluprat. part. poffer. num. 17. Stryk. ad Brun- 
Ehen nem. 7. Ecclefiaft. lib. 2, cap. 16, $. 8. ad verba; me 
c prafumatur. — m WERE 
one Lind wird biefe proteftation nicht attendirt, weilen fie bes — 
en „fe atruͤglicher Weiſe geſchehen; niemanden aber fein — d 


echelchen. 


0505 Des erffen Buchs / achtes Capite, |. a6ı 


unb DHintergang helfen und ait fratten fommen mag; Liber 
Diefes ift es eine proteltatio fa&o contraria, welche nichts 
operirt, unb feinen rechtlichen Effe& nach ſich ziehet. 

“ Muller. et. dAferr. the 12. j aedi 
Sonften liegt nichts daran , ob ber Stuprator der G5e; Insleihen 
fhwächten Zoza fide bie Ehe verſprochen, oberaber mit ber cn Tide 
intention, fie zu bintergebens weilen diefelbe unter die, Ehe vers 
fer Bedingung , wann er ſie heyrathen wird, indie Schwaͤ⸗ iria 
chung confeacirt, unb fan ihr ber Betrug des Stupratoris, undi fie qu 
S fie zu hintergenen gefonnen „ zu feinem prajudiz qe pinferite 
reichen. | | & 

L. 12. ff. de dol. mal. L. 3. ff. de transat, Bardil. de ſatis 

fa. fluprat. part. pofler. num. 13. ſeq. iM i. 

Und obfibon einige bafür halten, e$ wäre der Stuprator 
nicht (dubia, fie praecife Lh ehelichen , fondern koͤnne (i47 
durch bte 9lusffeur Davon befrepens fo ift bod) bicfe Mies 
nung denen Rechten nicht gemäß, inbeme dem Creditori 
wider feinen Willen nichts anders bezahlt werden fan, alg 
To non inne feaulvtay 0 ec nn m Beto il 

NO DD L4. AP LISSE aci sie x. ue | 
Nun bat abet bie Geſchwaͤchte, bie mit der condition, 
wann er fie heyrathen würde, in ben Beyſchlaff getvilliaet, 

Yoann ihr gleich ein Heyrath⸗Gut conftituirt wird, bod) 
nicht. dasjenige, was, ihr gebuͤhret, nemlichen bie Ehe, 
mithin fan ihr aud) Fein Hehrath Gut wider ihren Willen: 
ebtrud tt werden. bons pA c : | 
Zoef. comment. ad tit. X. de fponfal. num. 20. Lugo de 7.69 
j. difput. 12. Sect. o. pum. 20. Bardil. cz, /ec. 

Wann aber bie Geſchwaͤchte aus denen Umſt aͤnden leicht: ete mana 
lich abnehmen fónnte , bag der Stupratör nicht aufrichtig aus denen 
handle. v. gr. Wann er fid) etwa zweydeutiger Worte — 
bediente, unbeſtaͤndig redete, allzugroſſe a Made, daß 
j IUNII atto 





er Stupra« 
4 


262 Don der sarif bet Geſchw. im Sall oet Ehe⸗Verloͤbn 
cuit thaͤte, oder eine groffe Ungleichheit zwifchen beeden Pers 
ug lohnen vorhanden ware, alfo das fie leicbtlid) mercken und 
die ge Abnehmen Fönnte, dag er mit Betruͤgerey umgehe; als 
fómábte dann wollen einige, als (ene der Stuprator die Geſchwaͤch⸗ 


Auf og, EC weder zu fepcatüen , noch ihr fonften einige Satisfa&ion 











bringen, v zu geben fchuldig, 
fien be^ — Leff, Ab. 2. c. 10. dub. 3. sum. 24. & 25. 
ur Ob num aber zwar, fo viel das ecffe nemlichen die Ehe 


Hime? anbetrifft, auffer allen Zmeiffel, indem ſolche Umſtaͤnde 
-— ,Concurriren koͤnnen, woraus die Geſchwaͤchte gar wol hät 
te fhlieffen und abnehmen fónnen , daß dem Sctupratori der 
Eheverſpruch niemalen ein rechter Ernſt gewefen , alfo, 

dag in Anfehung ber Heyrath, ſie nicht feheinst hintergans 

‚gen zu ſeyn; unb ba fie aem und. von geringer condition,, 

der Stuprator aber reich unb von Adel, fie (id) nur felbften‘ 
beyzumeſſen bat, Daß fie fo leichtfinnig geweien, unb in. 

den Beyſchlaff confentirt hat, ba fie bod) hätte vermu⸗ 
then follen , e8 (tede Betrug dahinter; alleine das letztere 
ift denen Rechten gang nicht gemäß, weilen was bie Aus⸗ 
(teur unb Satisfaction ber Gefhwächten belanaet , nichts - 

daran gelegen, es mag gleich der Stuprator die Ehe ver 
forochen haben oder nicht, ober zweiffelhaffter Worte ſich 

darbey bedienet haben, bann in allen biefen Fällen iſt zwar 

. bet Stuprator bie zu Sall. gebrachte zu ehelichen nicht ſchul⸗ 
dig, er mug fie aber. aleichmwolen ihrem Stand und Her». 

gommen gemaß, ausfteutn. | — 
Sayr. theolog. moral, lib. 11. cap. a. num. 35. Bardil. de ſa- 
fisf act. füuprat. part. pofler. pum. 20. fe34. EOS 

— | $. 6, en 
Wie mona —— Qilein, was i(t von diefem Gal zu fagen, welcher in 
ber Supra Denen Caron: [eben Rechten / und matr cap. 26. X. de ſponſal. 
einen 7 angeführt zu finden? Es hatte jemand alle Mühe C 
Qon : - / 


Des erffen Buchs, achtes Capitel. 263 














det, eine ehrliche Weibs- Perfohn zu dem Beyſchlaff 3U pen maga 
verleiten, weilen es ihme aber nicht gelingen wollte, batte men derse⸗ 
er bie Sache auf eine andere Art angefangen, und ihr die rad tem 


bie&he oet». 


Ehe verſprochen, verforad foldie aber unter bem Nahmen? (rige? 


Sobanne8, ber aber fein rechter Rahme nicht war. Hier⸗ 
aufläßt fid) bie Weibs Perſohn von ibme befchlaffen, und 


ba dieſes geſchehen, bezeuget er Dernadimalen , er habe. 


niemalen bie intention gehabt, (ie zu heyrathen; Fragt 
fichs demnach, ob er die Ehe mit ihr zu vollziehen ſchuldig 
fepe? Pabſt Innocentius hat diefen catum dahin erörtert, 
bie Ehe wäre nicht rechtmäßig , und Fönne mithin der Scu- 


prator die Geſchwaͤchte zu ehelihennicht gezwungen werden. — 


Havemann, Gamolog. Jib, 1. tit. 6. poft, 5. mum. 2. Capit - 


- d d. cap. 26. num. 3. Pest ting 
Alleine wann man bie Sache recht einfiehet , fo ift bie Ehe 


um deswillen, daß der Stuprator. fid) einen andern Nah⸗ 


men beygeleaf , und ber Weibs⸗Perſohn unter biefem fal» 


fen Nahmen bie Ehe verfproden , keineswegs fuͤr um — 
gültig zu halten; dann daran liege nichts , eg maa ftd einer . 


wiß iſt; dente 6) sd 

E j$. 20. Inflits de legat. L. 9... 1. ff. de contrab. emt, 

Dann es ereignet (id) hier auf Seiten des Weibs Fein 

Irrthum an der Perfohn , ba fie ben Mann , mit dem fie 
eine Heyrath ſchlieſſen will, gegenwärtig und vor fid) hat, 


nennen , wie er wolle, wann nur bie Perſohn felbit aee 


"babero mag der Irrthum des bleffen Nahmens , ihr im 


geringften nicht zu einigen Nachtheil gereiden, ^ ^ 
. Panormit. & Wagnereck. ad cap. 26. X. de [ponfal.Bardil, 
ín de fatisfaét. fluprat. part. pofler. uum. 25. feq. i 

Dahero einige biefen text unter 
‚Innocentii ziehen, darunter (inb 
^. Beza, tr. de repud. & divert, pag. 85- 
sni i cope M EE 


bir Jerthuͤmer des abf — 


route 


264 Don bet Sarisf. ber Befchvo.im Sall der Ehe⸗Verloͤbn. 
Uns aber bebundet, es halte zwar der Pabſt biefe Ehe 
nicht für abfolue und ſchlechterdings null und ungültig, 
fondern unter dieſer declaration, daß derjenige, welcher unter 
Belegung eines falſchen Nahmens (id ehelich verſyrochen, 
feinen Confens wiederhohlen, und diefer nullitaͤt ohngeach⸗ 
tet, wahrhaft batein confencitm muͤſſe; unb unter Diefer 
«declaration Fan diefe Pabftliche decifion defendirt werden, 
weiche anfonften keineswegs zubilichen ware, voie mit meh» 
rern Barbofa angemercket hat, 
⸗a po 26. X. de [ponfal, add, Link, ad Deeretal. tit. de ſpon- 
VIP IM, 8.7, s io. [i . 
Wann be Wann der Stuprator vorgiebt , er habe mur verfkellter 
Supraor. KMeife die Ehe verſprochen, fo Fan er unter Diefen praetext 
von der Vollziehung der Ehe fich nicht hefreyen; dann ent> 
nerfieltter weder Bát ev bie Ehe in Beyſeyn ehrlicher Leute verſpro⸗ 
a doit, und bie Weibs Perfohn al8 eine Braut tra&irt, und 
fprodoeob alsdann ſcheinet die vorgeſchuͤtzte Exceptio fimulationis nur 
ibm [olore erdichtet zu ſeyn ober aber bie Umfande geben fo viel, 
reine er ſih nur alfo verftellet habe, ba bann bie Geſchwaͤch⸗ 
Ehe ber te fich felbft beyzumeſſen hat ‚daß fie in einer fo wichtigen 
et — Gode, fo leichtiinnig und leichtglaubig geweſen. 
Havemann. Gamolog, lib. Vc tit. 6. pofit. 5: mum. 3. Bardil. 
cit. diff. part. pofier« uum. 277. | 


Der Ehe⸗Wann nun alfo von der zu Sall. gebrachten ein Ehe⸗ 
Bırfrah verſprechen porgegeben voiro/ fo mug es nicht nur feine 
m4 60 Bewißheit und Nichtigkeit haben , daß der Stuprator 
ifm — tine wahre inrention und Meinung gehabt, bie Geſchwaͤch⸗ 
werden te su.heyrathen, voie wir bißhero angefuͤhret, fondern es 

mus aud) vecbtegenügig erwiefen werden? Daß der Stu- 
Meme der prator die Ehe verfprochen habe? Weme aber der Be⸗ 
— ne ‚weiß hierinnen obliege? Bat man auf zwey Sale n fe 





Des erſten Buchs / achtes Capitel. 265 


hen; dann entweder negirt der Stuprator beebes / ſowol 

Die Schwächung als den Eheverſpruch; undalsdann hat 

die Geſchwaͤchte beedes zu erweiſen; geſtehet er aber oie. 
zhwächung/ negirt aber bas Eheverſprechen / foit - 

die Geſchwaͤchte nur allein bie Ehe⸗Zuſage zu erweifen i 


Huldig, 


Bardil, de fatisfadt. fuprat. part. pofer. zum. 28, 29. & 34. 
Befold. coz/Z. tubing. 261. quæſt. 1. in princ. 


Dann obzwar die Geſchwaͤchte bie prefumtion vot fid 
hat, baf in dubio fie nicht anders in ben Beyſchlaff gewil⸗ 
liget habe, als mit Verſprechung ber Che; meilen fie fid) 
aber in facto qualificato, nemlichen auf bie Schwächung, 
mit Verfprechung der Ehe fuadirt, fo muß fie nicht nur 
das factum, nemlichen bie Schwaͤchung, fondern aud) bie 
qualitatem dieſes facti, daß ihr daben die Ehe verſprochen 








x 


worden fepe, gebührend bartfun. pute 
arg, eorum, qus tradit Befold. Z. /ec. Bardil, d, dif part. 
pofter. num. 34. fe4. | i 
7 S. g. 


Das Eheverſprechen wird unterſchiedlich erwieſen: Vie dus 
I) durch bie ſelbſt eigene Eingeſtaͤndnus bes Stupratoris, SPcefese 


und liegt nichts daran, e8 mag nun gieich fole gerichtlich weiter 
Oder auſſer⸗ gerichtlich acfbeben fen. D ue 


«Joh. Samuel Stryk, tractat. de probat. [ponfal. S. 6. Site 


Dann weilen niemand von der wahren Befchaffenheit der dei Seer 

Cade beffer deponiren Fan, als Der felbft contrahirthat, " 

fo tff nicht abzufehen, warum die frepmilliae und im Ernft 

beſchehene Confeflion beffen ,- ber bie Ehe zu vollziehen ver» 

meigert, nicht für wahr zu Halten, weilen er gleichfam 

wider fid) febiten befennet, und ba die Ehe ohnedem eine 
NEU 212 Sache 


266 Von der Satisfider Befehw.im Sallder Ehe Verloͤbn. 
ade von groffer Wichtigfeit , fo wird nicht præſumirt, 

dag feine Gingettánbnus falfch und erdichter fepe. - Ä 
L, 2. Cod. de transadl. L. 13. Cod, de non mum. pec. Stryk. 

"ct, 1) o us | T ! j 
n) Dur IL) Durch 2. aute tücbtige und unverwerffliche Zeugen. 
ie Bardil. de fatisfact. [Buprat. part. pof. num: 30. Befold. con- 
fl. tubing. 261..mum. 10. Stryk. cit, tract. $. 12. & 20. 


a HL) Durch Brieflicde Urkunden , wann nemlichen der. 
rape, Stuprator eine Handſchrifft von fid aeftellet, unb darinnen 
gegen bie Geſchwaͤchte fid) verpflichtet, bag er ihr ewig 
treu ſeyn, und Feine andere lieben wollte dann fie; bevors 
ab, wann, wie manchmalen zu geſchehen pflegt, er fid 
auch mit feinem eigenen Blut unterfihrieben, 

Stryk. de probat. fponfal. 23... | 
Dahin gehören aud) die Briefe, bie der Stuprator mit der 
Geſchwaͤchten gewechſelt, und ifr darinnen bie Ehe ver 
ſprochen; unb ſolche Briefe beweifen vollfommen , wann 
fie aleich ohne dato, dag ift, ohne Benfegung Jahr und 

Tages, geſchehen. P j 

| Cypr. de Fur. Connub, cap. 9. 6, 23. Stryk. d. trac. 8.24. 

avjtTag1V) Durd bieiEibeodelation, — (8 pflegt aber ber Eid in 
Die Eides bem Gericht deferirt zu reerben entroeber von oer Gegen 
Ss  ySertbey / oder von dem Bichter ſelbſt weaen Ermang 
luna genugfamen Beweiſes. Der Lid, denein Theil dem 
audern deferirt, unb juramentum judiciale der Haupt⸗ 
Dbinebe Eid genennet wird, findet aud) in Ehe Sachen ftatt, eg. 
u mag nun gleich bie Eides-delation pro matrimonio oder con- 
acabe i matrimonium geſchehen, ba8 ii, su fdnvobren, bagein - 
den Eid de · Eheverſprechen geſchehen fepe, weld:es ein Eid pro matri- 
fu, monio, Ober gu fhrsöhren, daß Fein Eheverſprechen vore 
gegangen fepe, melde ein Cib contra matrimonium wäre. 
Ludovic. in der Kinleitung zum Confflorial - proceff- 
| cap. 








— — — — — — 


eap. 15. 8. 2. & 4. Bardil. de ſatiact fluprat. part. po- 
fer. num. 33. Stry k. de probat. [poufal. $. 31. & feg. 





Des etffen Budyo/ achtes Eapitel, 267 





Das erffere waltet auffer allen Zweiffel; das andere aber Die Grün 


wird von denen mehriften fo wolder Römifch Catholifchen 
als der Evangelifchen Religion zugethanen Rechts⸗Lehrern 


de dererje⸗ 
nigen, die 
folches auf 


und zwar aus dieſem fundament negirt, mweilen in derer gewife 


Partheyen Belieben nicht ſtehet, bie Ehe wiederum auf- 
zuheben und zu aertrennen, — Wann nun aber bie Eides-de- 
lation negative, oder contra matrimonium ftatt hätte, 
fo fónnte derjenige, weicher das angegebene Eheverſpre⸗ 
hen negirt , fid) von der Ehe nad) Belieben lof maden, 
‚wann er den deferirten Eid acceptirt , und wuͤrcklich 
ſchwoͤhrt, daß er fih nicht verlobet babe; Uberdieß Fan 


man in Ehe - Saden weder auf einen Schieds Richter: 
compromittiren, nod) darüber tranfigiren und fid) ver“ 


leihen; _ 


. per cap, 9. in fin. X, de in integr. reflitut. cap. fin. X. de 


- Wansad. 


Nun pflegt man aber inggemein biefen Schluß zu machen 
daß in denenjenigen Sachen , worüber bie Partheyen fid 
eu nuo vergleichen mögen, bie Gibe8:delation nicht 


vid, Carpzov. 7prud. forenf. part. x. Comi. I2. def. 30. & 


grad. Confift. Lib, 3, def. 44. Brukner. deciſ matrzm, 
cap. 2. & 4. Cypr. de jur. Connub. cap, 14. $.18. Berger, 
Elect, proc. matrim. S. 23, feqq. Beuſt. de jur, connub. 
part. X. cap, 47. aliique. * 4t 


$. 9 


Maag nee 


gf 


Allein es ift bicfe Meinung weder in denen Canonifchen Beant 
X E * 4 t . ö END. » lij 
Kechten, nod) in einer gründlichen ratione juris fanditt, tuna derer 
nod) in praxi Durdhgehendg recipit; bann dag die Berlob dm 


te ſich nad) ihren Gefallen nicht wieder trennen follen, hat 
| 813 | feine 


268 Don bct Setisf oet Geſchwim Sall ver Ehe Verloͤbn. 


feine qute Richtigkeit, wann es eine ausaemadte Sache 
iſt, daß ein Eheverſprechen wuͤrcklich geſchehen, ober, daß 
die Ehe wuͤrcklich ſeye vollzogen worden; allein in gegen⸗ 
waͤrtigen Fall iſt es keine dergleichen ausgemachte Sache, 
ſondern, weilen bie eine Parthey des angegebenen. Ehe 
Verſprechens nicht geſtaͤndig, und ſolches abfolute negirt, 
fo ift die Sache annod) gang zweiffelhafft, und wird alb 
hier nicht ſo wol von der Zertrennung des Eheverloͤbnus 
ober ber Ehe ſelbſten gehandelt, ſondern nur über das fa- 
&um: Ob ein Eheverſprechen wuͤrcklich vorgegangen, oder 
eine Ehe wuͤrcklich vorhanden ſeye, difceprirt, wannen⸗ 
hero ſich bie Geſetze auf dieſen Sall nit appliciren laſſen. 
So kan man auch in Ehe⸗Strittigkeiten auf einen Schieds⸗ 
Richter compromittirn oder tranligirn, warn die Sache 
noch zweiffelhafft, dann wann man gewiß weiß, daß ein 
Eheverloͤbnus oder eine Ehe ſeye getroffen worden, iſt we⸗ 
der dad Compromiff nod) der Vergleich zulaͤßig herentge⸗ 
en, wann nur allein die Frage vorwaltet, ob die Sache 
ch alſo verhalte, wie ſie angegeben wird, und der eine 
Theil negirt ſolches, und macht dardurch die Sache zwei⸗ 
felhafft unb ift auch nod) fein Beweiß darüber gefuͤhret 
worden, fo fan in. Ehe⸗Sachen fo wol ein Vergleich, als 
Compromifl allerdings ſtatt finden, einfolglichen iſt auch 
bie Eides delation zu admittiren. E 

: Petr, Heig. part. 2. queff. 16. num. 3. feqq. € num. 22. 
: «7 Carpzov. Fprad. Conſiſt. lib. 2, def. 233. num. 7. | 


Und diefes ift aud) auf diefen Sall zu extendirn, mann ein 
Streit fiber die Ehe feibiten entftehet, nemlichen, wann 
die Titia von dem Cajo die alimentation fordert, und vor» 
giebt , der Titius fepe ihr Ehemann , diefer aber Lauanet 
ſolches, fo Fan darüber ebenfalls tranfigirt werden; bann - 
weilen man nod) nicht weiß, ob eine Ehe vorhanden, fo 
iff die cransa&ion file zulaßig zu halten, inbeme man eR 














Des erſten Buchs / achtes Capitel. 269 
ſagen kan, daß contra matrimonium fepe tranfigirt wor⸗ 
ben, ba man nod) Feine Wiflenfehaftt bat, ob eine Ehe 
geſchloſſen fepe oder nicht. 
Ziegler. ad Lancellot. lb. 3. zit. 3. in fm. Böhmer. 7. Ec- 
clefafl. tit. de transact. S. 4. 


Solchemnach halten wir dafür, daß bem Beklagten, wel. 
cher das angegebene Cheverfprechen negirt , der Eid gar 
wol deferirt werden möge, und Fan man nicht fagen, Dag 
diefe Eides-delation contra matrimonium gefchehen fepe, 
teilen nod) ungewiß und zweiffelhafft, ob eine Eheverloͤb⸗ 
nus würdlich fene gefcehloffen worden, Und diefer Mei. 
nung find unter andern zugethan ee 
Stryk. tr. de probat. [pon[al. $. 33. & in Meletem. de jura- 
ment. meletem, 4.. Böhmer. 7. Ecclepafl. tit. de jurejur. 
S. 6r. Ludovic, in der Sinleitug zum Confforal.pro- 
cef. cap. 15. S. 14. feq. Leyfer. meditat. ad f. [pecim. 
135. meditat, 3. Müller. dzffertat. de delat. juram, contra 
matrim. cap. 2, $. 7. 8. €9 9. | 
Mehrere Gründe hievon find aus nadfolgenben von der_ _ _ 
Köbl, C(uriffersFacuttát zu Halle / ment. O&obr. A. 17c r, Refponz 
“ertheilten Refponfo zu erfehen. verb. Obwol Kläger der um 1. 
Beklagtin ba8 juramentum exprefle fuper negativa defe- 
ritet, daß (ie ihm bie Ehe nicht verſprochen, unb alfo re 
vera die delatio contra matrimonium ift , in welchem Sall 
fecundum communem Poctorum opinionem die Eides⸗ 
delation nicht ftatt hat, indem niemand erlaubt ift, fid) 
von der einmal geſchloſſenen Ehe; Verbindung durd) feinen 
Eid loß zu wuͤrcken; pum 
Weil aber dennoch diefe communis fententia dieſes vot» 
nemlich zum Grunde fe&et, quod füper matrimonio non 
valeat transa&io, und ein groffer Unterfcheid iff, antran- 
figatur fuper matrimonio contra&o, an fuper fponflibus, 
'vel matrimonio contrahendo; alfermaffen jenes eine 
OlUDI- 











370 Don der Satis oet Geſchw. im Sall ber Ehe Verloͤbn. 


folubilitatem ex jure divino mit fid) fuͤhret, diefe aber ex 
honefta caufa per transa&ionem wohl diffolviret werden 
koͤnnen, und alfo fuppofita ficultate tranfigendi die juramen- 
ti delatio aud) ftatt finden muß, hiernechit bie Eides:dela- 
tio ein in Rechten vergönnetes Mittel if, deſſen man fid 
zum Beweiß überall gebrauchen Fan, voo nicht die Rechte 
ein anders deutlich verordnen, welches aber in materia 
fponfaliorum fid) nirgends findet, ba doch diefe caufa fa- 
‚vorabilis ift, unb daher via probandi mehr zu extendiren, 
als zu reftringiren , welches jedoch gefchehen würde, wenn 
man aus Mangel der Zeugen den Eid nicht deferiren fom 
te, wodurch zugleich Gelegenheit gegeben würde, das che» 
lide Verſprechen promifcue ing £áuanen zu ziehen, wenn 
biefe8 fire eine beftändige Negul ausgeſetzet bliebe, daß nie 
amanben der Eid darüber deferiret werden Fönne, daß er 
die Ehe nicht verfprochen, zu geſchweigen, daß hierunter 
ualeid) eine delatio juramenti pro matrimonio tacite ent» 
‚halten, indem;, wenn der Beklagte nid)t ſchwoͤhren fan, 
dag er die Ehe nicht verſprochen, er ipfo fa&o das marri- - 
monium zugeftehet; und obrool einige hiefelbft bie gravi- 


--« .fatem caufa matrimonialis entgegen ſetzen, bag folche der - 


criminali comparitet werde , bennod) dieſe comparatio 
nicht abfoluta, indem aud) fonft pro matrimonio fein Eid 
deferiret werden Fönte , weil ia pro eriminecommiflo fein 
juramentum affirmative zu deferiren erlaubet ift , indem 
niemand burd) Des andern Jurament (id) zur Leib. und Le 
bens⸗Straffe verbinden fan: zu geſchweigen, daß dag ju- 
ramentum [purgatorium ſowol in criminalibus, als ma- 
trimonialibus, contra commiffüm crimen & contra pro- 
miffüm matrimonium unftreitig zugelaffen wird, und dar: 
‚aus zugleich folget , daß die juramenti delatio contra ma- 
trimonium an und vor (id) nicht ungültig feyn Fönne, ba: 
‚ben aud) auf dag periculum perjurii nicht zu fehen „weil 
ſolches ſowol in. bem juramento purgatorio, al8 in, bem 
idu! jura- 


Des erſten Suchs/ achtes Capit, 271 


juramento judiciali pro matrimonio delato fich zufragen Far, 
indem einleichtfinniges Gemuͤth eben fo leicht pro matrimo- 
nio, damit er eine reihe Braut nicht verliebre , meyneidig 
werden, aí$contra matrimonium ſchwoͤhren wirde: —— — 
So erfiheinet hieraus allenthalben fo wiel, bag fuper pro- 
miffo matrimonio die Gibes«delation allerdings ftatt finde, 
ba jedoch bem Beklagten , fo er nicht fhmwören molte, fein 
Gewiſſen mit Beweiß zu vertretten, oder aud) pro matri- 
monio den Eid zuruͤck zu ſchieben, feenbleibet. 23. Sq. W. 
Ingleichen oie Löbl. Cjuriffen ; Facotát zu Roſtock A Reſpon 
1708. verb. So fragt ſichs ferner, ob allbier juramenti de- fu 
latio ftatt finde, ba bann zwar in thefi unb regula ſolches 
communiter verneinet wird; m PROS 
Gail, L. 2. Obf’ 94. num. 13. feq. Carpzov. Lib, 3. d. 44. 
. Setfer. de Turament. Lib. 4. cap. 4. num. 7. Bruckner. in 
Decif. matrim, cap. 2. num. 4. Richter, Decif. 8. mum.27. 
Nicol. de repud, cap. 1. uum. 68. u 
Es haben aber bit DoGtores negantes alle eine raifon, quia 
non eft in arbitrio partium a fponfalibus femel initis fub. 
conditione jurisjurandi recedere, aS | m. 


.—. Gail. 4. Lib, num.14. Carpzov. d, Lib.num. 10. Bruckner: 
. 4. L. v. 4. Hillig. ad Donell, Lib. 24. cap. 17. £t. f. in 
med. ibique allegat. Richter. Dec. 8, num. 27. & 36. 


und gebrauchen dag argument ex cap. fin, X. de transa&. 
... Gail. Z. zum. 14. Carpzov. 2. Li. gum. 11... 0.0. 

Wann aber ex actis erhellet, bag Kläger biefen Eid nicht 
defecite (id) von ber Beklagtin [of zu machen, fondern 
bloß bie Warheit an den Tag zu bringen, und toit bie bebo 
lige Schrift redet, ein Ende alles Haders zu machen, 
Mii o d 0 ed J E Me 
da et alia ratione fein intent plene nicht. erweifen kan, fo 
E2150 x Mm haben 








372 Dott bet Surisf. bet Geſchw. im Sall oer Ehe Verloͤbn. 
haben wir Fein Bedenden getragen, folie Eides-delation 
zu confirmiren juxta do&rinam | 

Brunnem. ad L. 16. ff. de jurejur. num. 26. 27. & in Fur. 
Sen Ecclef Lib. 3. cap. 5. $. 3. in ſin. BEIN ACH 
Dann ed hat mit Diefem Turament allerdings aleidje Be 
wandniß, ald mit der transa&ion contra matrimonium, 
welche zegulariter nicht verítattet wird, | 
..€. fin. X. de trausat?. ibique Dd. 








aaund gleichwol fan dad Confiftorium ex jufta caufa deraleis 
sov m transactiones confirmiree. 


/"Catpzov. Lib. 3. D. 4$. sm. 12. Stryk. in Lf. mod, fff. tit, 


Warum foüte ein Richter nicht koͤnnen juramenti delatio- 
nem, contra matrimonium. confirmiren „wann er fiehet, 
daß der deferens den animum.nicht habe, fid) a fpontali- 
bus initis [08 zu wuͤrcken, oder wie Setfer de Furament. L. 
4. ep: 4. num. 7. redet, fid von einander [og zu ſchwoͤren; 
um (o viel mehr‘, ba ex a&is erheller, dag Kläger proba- 
biles caufis angeführet, aus. welchen zu fehen, daß er den 
Gib nit temere deferitet;- fonbcrm gnugſame praefumtio- 
ries ſind daß bie einmal abaefiblagene Sponfalia nad) des 
Vatern Tode von neuem beliebet feyn. Da nun die ratio⸗ 
nes,.fo. contra. juramentum judiciale fonft militiren, allbier 
cefirn, fo i( Feine Urfahe, warum man nit juramen- 
tum judiciale ſowol als purgstorium parti injungiren Fort» 
né; (8 würde aud) aus ber widrigen Meinung folaen,bag 
Sponfalia , wann fie in. zwey oder dreyer Manns Perſoh⸗ 
nen Gegenwart geſchloſſen, bie teftes aber wären bald auf 

einander geftorben , nicht Fonten probiret werden, wann 
bie Eidedsdelition feine ftatt fünbe , welches aber wider 
alle Recht und Billigfeit: Mus alfe opinio Doctorum come 
munis, quod juramentum judiciale contra puni | 
81790 mw " cferri 


Des erſten Buchs / achtes Capite. „++ 273 


deferri non poffit, ex adje&ta ratione reßringiret werden, . 

fi fc. Parentes a (ponfalibus velint recedere, fecus fi pro- 

batio plena haberi non poflir, arg. eorum, qua habet... 
Carpzov, Lib. 2. D. 233. num. 8. feg4. 

Quo enim cafu licita transá&io, eo quoque cafu licite de- 

fertur juramtentum judiciale, quia haec valde (unt fimilia; 











ut ab uno ad aliud liceat argumentari. 


5 Kolget der andere Sallı wann der Eid nicht von bet Doberte: 
Gegen Parthey / fondern von oem Richter felbfE defe i nnese 
rivt wird, und zwar entiveber bere , ber einen halben 286 Sade 
weiß vorfich hat, fo man das Juramentum /app/etoriura, den fat babe? 
ferfüllungszf£io nennet, oder aber demjenigen, ber feine 
intention weniger bann Balb erwieſen, und juramentum 
purgatorium , bet Reinigungs⸗Eid / aenennet wird. Was 
ben Aeinigungs.s£io anbetvifit , fo gehet ber Rechts Leh⸗ 
rere Meinung in&aemein dahin, bag foldyen der. Richter 
den Beklagten auflegen koͤnne, wann wider ihn veblide 
Unzeigungen vorhanden , daß ein Eheverfprechen vorge: 
sangen fepe. fan WRITER : range 
^ Carpzov. 7prud. Confiftor. lib. 3. def. 4$. €^ prax. Crimin. 
. quaft. 68. num. 100. Bruckner, decf. matrim. cap. 2. 
pum. 5. Ludovic. in der Zinleitung zum Cox//for. 
grocaf. cap, 1$. $.6. Bardil, de fatisfact. fluprat. part: 
pofter. uum. 32. Muller. difert. de delat, juram. contra 
an amalrim. cap. 2, S- 348 74, 1 pne — 

Dahero pflegt man alfo zu ſprechen: Daß Beklagter Formula 
vermittels Coͤrperl. Kides fid) zu vórberiff zu reinigen/ pronun- 
unb daß er Blaͤgerin bey der fleifchlichen Vermiſchung / ciandi. 
die Ehe nicht verfprochen / zu ſchwoͤhren ſchuͤldig; 
worauf fo bann in der Sache ferner ergehet was 


Rebtif pen R M 
. *« " 9m Anrei⸗ 


274 Don Ber Sari der Geſchw.im Sall ber Ehe⸗Verloͤbn. 











Dsudmie Anreichend den Zrfüllungs:2id; fo find verſchiedene 


weit der Er, 
fuͤllungs⸗ 
Eid in Ehe⸗ 
Sachen 
ftatt babe? 


Formulz 
pron un- 
ciandi. 


Meinungen unter denen Rechts⸗Lehrern anzutreffen; einige 
laffen dielen Eid fhlechterdings zu, wann der Kläger einen 
halben Beweiß vor (id) bat; 


Befold. cos. tubing. 140. num. 26. fegg. b 


Einige wollen ben Erfülungs: Eid in Ehe⸗Sachen gar nicht 
verftatten, * 

Vultej. Coxſil. Marpurg. I5- | 
Andere hintwiederum laffen ben befagten Eid zwar zu, jt» 
doch nur in diefem Sall , wann der Kläger nod) etwas 
mehr, als einen halben Beweiß vor (ib bat , e. gr. einen 
«ang unverwerflichen Zeugen, und einen ber nicht gang 
unverwerflich; 

Hahn. in set. ad Wefemb. zit. de ritunuptiar. num. 5. verb, 

(0C poftremo etiam, Lauterbach. Colleg. tbeor, pract. ad ff. tit. 
de jurejur. $. 77- | 
Die erſte Meinung, daß nemlichen der Kläger, wann er 
einen halben Beweis vor ſich, zu dem Erfüllungs- Eid zu 
‚admittirn, iff bie beſte, und im denen Rechten genugſam 
gegründet; dann dag juramentum fuppletorium hat alle» 
acit (att, wo ein halber Beweiß vorhanden, und find Die 
Ehe Sachen in feinem Gefeg ausgenommen, nod). Liefer» 
halben etwas befonders verordnet zu finden , babero (8 
bili bey ber Regul fein Berbleiben haben muß. Lind die⸗ 
fer Meinung pili ten bey | | ! 
prater Befold, antea citat, Muller. Zifertar, de delat. ju- 

—— yam. contra matrim. cap. 2. S. 5. Leyler. Meditat. ad ff. 

fpecim. 141. meditat. 4, Ludov, inder Kinieitung zum 
Confiftor. proceff. cap. 15. $. 8. Carpzov. 7prud. Confffor, 
lib. 3. def. 46. ke | | 

- gyafero pflegt man alfo zu ſprechen: Wuͤrde Blaͤgerin 
permittels Córperl, Kides / daß Beklagter ihr die 3£he 
| pero 


Des erſten Buchs / achtes Capitel, 275 


verfprochen/ erbalten/ unb alfo in fupplementum (dyvoós 
ren/ maffen ibv/ geffalten Sachen nacb/ zu thun ob: 
liegt/ fo ergebet in der Sache / was Recht i. 

| j " Stt : 
Daß Blägerin die geflagte Schwängerung zur Noth⸗ 
durfft erwiefen; würde fie nun aucb/ daß Beklagter 
ihr die Ehe / unb fie zu beyratben verfprochen/ vers 
mittels leiblichen i£ibes erbalten/ und alfo ir [upplemen- 
sum ſchwoͤren / immaflen ihr zu thun obliegt/ fo bát: 
te fie auch die geflagte f£beverfprecbung genüglich dar⸗ 
gethan/ und wäre demnach Bellagter/ feines Ein⸗ 
wendens ohngeachtet / die Ehe mir Blägerin/ ver: 
mittels Priefferlicher Copulation, zu vollziehen ſchuldig / 
widrigen falls wird er durch die Weltliche Obrigkeis 
darzu angehalten. ae 











ib. V.) b Lie ſprechen aud — 
Ferner wird V.) das Eheverſprechen aud) ervoiefen 5D. 
durch prefamtiones und Muthmaſſungen; Eee [T 
Stryk. er. de prolat. fpon[al.$.36. — ls nor Toe aaner 


Md 8 i^ 22 0007 Mutbmafe 
Diefe entſtehen aus gewilfen a&ibus und Zeichen , welche funzen. $ 
dergeftalten beſchaffen fepn müffen, baf, wann ſchon das... ro 
Eheverſprechen dire&o daraus nicht zu erweiſen ſtehet, ramionibus 
man jedoch muthmaßlich ein Eheverfprechen Daraus abneh 1 beobad 
men tonnes bernad), if eine einige pracfumtion dag Ehe mab (ic vis 
verfprechen zu erweiſen nicht genug, fonbern e müffen be« navega 
ren nod) mehrere vorhanden fenn, einen Beweiß daraus ft Daben? 
zu nehmen; und endlich iff annoch zu merden, daß die pra-- 
fumtiones fe ſchlechterdings nicht. hinlanglich , jemanden 
dieferhalben zu Bollziehung der Ehe zucondemnitn, auch 
feinen wollfommenen Beweiß ausmadıen, gleichwoln aber 
diefen Effe& nach (id ziehen, bag nad) Befchaffenheit der 

ue i JU 3 Umſtaͤn⸗ 


X 


275 Von der Sarisf der Geſchw. im Fall der Ehe⸗Verloͤbn. 








— — — —— 








umſtaͤnde , entweder Der 9teinigungé Ed ober ber Erfül, 
lungs Eid ſtatt finden koͤnne. eti a | 
Stryk. d. tradi. $: 37. | 


Bie mate Jedoch find nidt alle Muthmaflungen und Anzeigen, die 
Sut aus diefen oder jenen Umſtaͤnden entipringen, won einerley 
fungen  Keafit, fonbern es ift unter ihnen ein groſſer Unterſchied; 
hv? Dann einige Davon, foerben Indicia proxima, andere Indi- 
— cia remota genennt; jene find, welche fehr wahrſcheinlich 
auf.ein Gbever(predyen ſchlieſſen, dieſe aber, welche nur: 
- indire&e eine Muthmaſſung machen, und offtmalen fef 

len koͤnnen. I rd j 
Stryk. 4. tract. 6. 38. 


rn. Unter bie Indicia proxima wird insgemein gezehlet des Stu- 
— Miam. pratoris felbfk eigene Eingeftändnuß, daß er Die Gefchwädh., 
«ims wird te beſchlaffen, woraus auf ein heverfprechen geſchloſſen 
von dem wird; dabero wann eine Weibs Perſohn voraiebt , ber 
Stäpracore Beklagte habe fie geſchwaͤchet, unb ihr dabey bie Ehe ver» 
ee fprodyen, diefer aber den Beyſchlaff zwar cingeftebet , das 
fhlaf,ron, Eheverfpredhen aber Iaugnet, fo ent(tebet aus folder Con- 
us rig, , gefion eine Muthmaffung, daß er ber Geſchwaͤchten bie 
din oen. Che verſprochen habe, meilen Dafür gehalten wird, bag 
mirt teird, Der Stuprator bie Geſchwaͤchte unter der gemachten Hoff⸗ 
nung zue Ehe fleifchlichen werde erkannt, und biefe in ben 
Beyſchlaff nicht anders gewilliget haben, alsunter Dev ihr 
beſchehenen Verfprechung,, fie zu heyrathen, welche pre- 
«v famtion fo viel wuͤrcket, daß dem Stupratori das juramen. 

^" "gum purgatorium, der Reinigungs Gib. auferlegt werden 
fónne, dardurch zu erhärten, ba&erber Geſchwaͤchten bey 

der fleifchlichen Vermiſchung, bie Ehe nicht zugeſagt habe. 


„ Beult, zr. de jur. Connub. part. 1. cap. 47, Carpzov. prax. 


„..„.Erim. quafi. 68. num. 94. feqq. & part. Y, Conf, 22. def. 
"45. Richter, deeif 88. num. 4. feq. ; 


Des erfien Buchs’ adbtes Capite, 277 


Und alfo bat der Schöpffen Stuhl zu £ eipsig/ Menſ. Refpon: 
Septembr, A. 1625. geſprochen. verb. Ob nui wol Be, fum. 
Flagter J. F. ber zugelagten Ehe nicht geitändig feyn will, 
die Geſchwaͤngerte aud) auf einer Rede nicht verbleibt, 
fondern varizet, und bager fid) bep Verſprechung ber &he, 
balb dieſer, bald anderer Worte gegen fie gebrauchet, vor; 
giebt; dieweil aber dannoch berührter J. F- nicht in Abrede 
feyn Fan , daß er mit C. T. fleifchlichen zu thungehabt, und 
fie geſchwaͤngert; fo ift et vermittels feines leiblichen Eides 

-fid) zu reinigen, und daß er vorgedachter C. T. bie Ehe 
nicht verſprochen, zu ſchwoͤhren ſchuldig; er thue nun fol» 
ches oder nicht , fo ergehet Darauf ferner, was Recht iſt. 











A S. T^. | * 
Allein es iſt dieſe Muthmaſſung eines. beſchehenen gage 
Eheverſprechens an und vor fid) nicht hinreichend, Dem Meinung 
Stupratori bieferbalben, wann nit andere adminicula Jui ed 
unb Umſtaͤnde darbey concurriren , wegen ber bloffen Cin. gegrünost. 

geſtaͤndnus ber Schwaͤchung, Da8 juramentum purgato- 
rium, oder den Reinigungs Eid, wann er das Eheveripre; 
(ben negirt, aufguerfegen , weilen der Richter den Reini 
gungs Eid nicht auferlegt, wo nicht ein ſolches Indicium 
vorhanden, woraus man ſicher fchlieffen Fan, baf ein Eher 
verfnrechen vorgegangen fepe , dergleichen aber die Finger 
ſtaͤndnus des Beyfchlaffes nicht iſt; und hat nicht ein jeder 
Stuprator die intention zu heyrathen, fondern nur Unzucht 
zu treiben, voie dann aud) die Weibs Perfohnen ſelbſten 
vielmalen fid) Wolluſts halber von denen Manns Perfoh> 
nen befchlaffen laffen; nun hat man aber alleseit nicht auf 
das, was (id) felten zuträgt, fondern auf dag, was ac 
ar und zum öftern zu gefchehen pflegt‘, das Abſehen 
— Esbach, 4d Carpzov, part. 1, Conflit. 22. def 4. & 5. — 
* dod 


278 Don ber Serif. ber Geſe dv.im Sall oec Ehe⸗Verloͤbn. 


ö— o — — — — — a 


|... de Lynker. Cent. 1. decif. 42. & decif. 587. Stryk. er. 
de probat. ſponſal. $. 39. Carpzov. 7prad. Conff. lib. 3. 
def. 47. Lauterbach. CoZeg, tbeor. pract. ad ff. tit. dejure- 
jur. S. 47. Bardil. de fatisfact. fluprat. part. poffer. mum. 
35. feq. Befold, conſil. 261. num. 39. 


Refpon- Und alfo Bat bec Schöpffen: Stuhl zu "fetia/ Menf. 
fum. Jun. A. 1695. gefprochen. verb, Erafmo wurde durch einen 
Bercheid, als ihn Magdalena Kühnin auf ein Stuprum 
und Eheverfprechen angeklagt, und ihre Schweiter,, daß 
er etlichmal in ihrem Bette fid) fleifdblid)en vermiſchet, be 
ſchwohren, zuerkannt: voie er zu ſchwoͤhren ſchuldig, daß 
et der Klägerin weder bie Ehe zugeſaget, noch biefelbe ges 
ſchwaͤngert habe; dieweil aber über biefe Ausfage , ſonſt 
weiter wegen des Eheverfprechens, feine Anzeige oder Be, 
huf vorhanden, voorburd) er mehrer gravirt werden müflen; 

— . vid, Carpzov. 7prud. Conſiſt. lib. 3. def. 47. 
anders, bann er part. I. Conſtit. 22. def. 4. 5. © in praxi 
Crim. quæſt. 68. num. 96. dafür gehalten; bie Decifio Electo- 
ralis aud) dag purgatorium demjenigen, fo de ftupro gra- 
virt, oder auch deſſen geftandig ift, nicht ſchlechterdings 
über bie Ehe⸗Klag auferlegt haben will 2c. fo möchte er aber 
bey mehrern Umitánben , fid) des Juraments fuper ftupro 
nicht entbrechen , bleibet aber mit dem juramento purga- 
torio wegen des Eheverfprechens verſchonet. | 
Semie . Daferne aber wegen Des eingeitandenen Beyſchlaff noch 
a andere prefumtiones und YiTutbmaffungen / wegen be: 
Indicia eon- ſchehener i£beverfprecbung / concurritn, fénnte fobann 
riet. er Scuprator mit bem Reinigungs « Eid gar wol belegt 














werden | d e 
Beſold. cit. loc. Catpzov. 7prud. Conſiſt. lib. 3. def 48.Bar- 

C dil. de fatis ac, fluprat. part. poffer. mum. 36... _ 
edge Eine gröffere praefumtion aber wegen borgegangenen Ehe 
der Braut Verſpruchs entſpringet daraus, wann ihrer zwey einander 
und Braͤu⸗ ? : 5 : Braut 


Des erſten Buchs / achfeslapite. 279 
Braut und Bräutigam nennen; teilen nicht zu muthmafß Ran nen 
fen, dag eine Weibs Perfohn eine dergleichen Benennung daraus_ein 
zulaffen werde, wann fein Eheverſprechen vorgegangen Somerfero 
ware. | (ofen, 
Cypr. de Jure Connubior. cap. 14. $. 14. Stryk. track. de 
probat, [ponfal, S. 40. | 


$. 15. 
Aus ber bloffen Gebung eines Ringes hingegen wird ausser@. 
fein Eheverſprechung prafumitt , weilen man die Ringe burg eines 
nicht allezeit auf die Ehe, fonbern um vieler andern ürſa 2095. 
then willen , entweder einen damit zu beſchencken, oder &besertpie 
aus fonberbabrer Hochachtung, oder einer Jungfer Lieb und G5 nn. 
Affe&ion dardurd) zu gewinnen, oder fonfien fid) bey der, 
[inet zu infinuiren , oder aud) mandmalen Huren unb am | 
een unzüchtigen Weib - “Perfohnen zur Verehrung, oder 
zuweilen aud) nur aus einem bloflen Schertz gegeben, oder 
von dem Finger gezogen, oder aud) denen Weibs Perfoh» 
nen aus gang geringen Urſachen, und wie man ins gemein 
fagt, zur difcretion offerirt werden. 
cap. 11. X. de prafumt, Lauterbach. dijert. de Arrba. thef. 
84. Hopp. «d pr. Iuffit, de Nupt. ad verba: jufas. vert, 
|o funt autem [ponfalia. Muller. diſſertat. de annulo. pronubo, 
tbef. 14. Leyier. Meditat. ad ff. [pecim. 290. meditat. 7. 


Es ftünde bann zu erweifen, daß in Anfehung der Ehe Wo nice 
der fing fepe gegeben worden, nemlichen wann Ehestradta- Sbemsde 
ten waren vorhergegangen, dann folchen Falls wäre das gegangen —— 
Eheverfprechen zur Genuge erwieſen. | 

cap. 10. X. de fent. & re judic. Cyprus de Sponfal. cap.1I- _ 

G. 5. num. 3. Hopp. & Lauterbach. cir. loc. Muller. de 
annulo pronubo. tbef. 30. num. 19. ind | 
Zum Erempel, wann eine Manns Perfohn einer Jungfer 

einen Ring, mit der BR vedi De, condition und Reh 

2] | n ung: 


\ 


280 Von dersarisfder Gefchw.im Sall ber Ehe-Veriöbt. 


tung: er wolle fie Depratben , uͤberſchickte, und fie folchen 
annehmete, unb darzu (till (cotbiege, fo wird daraus prfu- 
mitt, daß fie ben Ring, um dieler Urſachen willen, um 
welcher er ihre ift überfendet worden, nemlichen zu einen 
Zeichen Fünfftiger Ehe angenommen habe; ingleichen wann 
Ehe⸗tractaten zwoifchen denen Eitern und Befreunden vor: \ 
gegangen, und der Mann hierauf der Weide-Perfohn, bie 
um diefe Ehe trackaten mol gewußt, einen Ring zuſchicket, 
und dieſe ſolchen ohne Widerfpruch zu fic nimmt, fo wird 
daraus aefchloffen , daß fie beederſeits bareim gewilliget, 
unb. ben King auf bie Che gegeben unb angenommenhaben. 
Cypr. cit. Joc, cap. X1. $. $. mum. 2. Lauterbach. de Arrba.- 
the[. 84. : | Z 
Wann Fer- Dahero, wann gar keine £&Dezraczaten vorbergegangen, 
ne Eher fo mag wegen der bloffen Gebung unb Annehmung eines 
"san, Ainges/ Deme, welcher negitt , bag er den Ring auf bie 
fanmeaen. Ehe gegeben ober angenommen, der Reinigungs Eid mit 
; S Recht nicht auferlegt werden, teilen diefer Eid in Che 
mejderdas Sachen nur aledann ftott findet, wann erheblich und bim 
— laͤngliche Muthmaſſungen vorhanden, dergleichen aber die 
S ver Gebung Mar Rs up und Es bd nicht ift. 

DT Lauterbach. azffert. de Arrba, tbef. 84. Carpzov, Forud. 

— . Confffe. lib. 3. def, 47. mum. 2. feq. s | ds 
nit? . Es waͤre bann, Daß etwa noD andere adminicnlz und 
Sie virutbmaffungen eines befbebenen Che-Verforuche dar 
erwa noch bey concurrirefen, als wann e. gr. dad Cheverſprechen 
eng weniger, 018 halb ersoiefen, oder, daß eine Manns Per 
füngen dar- fohn mit einem Weibs Bild gang familiaire umgegangen, 
bey concur- von verliebten Dingen immer mit ihr geſprochen fie ala 
Hm eine Braut cra&irt, alsdann madjet bie Geb: und Anneh- 
mung des Rings bey ſolchen mit unterlaufenden Umſtaͤn⸗ 
den allerdings eine ſtarcke Vermuthung, bof ein Ehever⸗ 
ſprechen vorgegangen fepe, beuorab, wann noch itur bet 
— | "Sting 





ru. Des erffetn Buchs/ achtes- Capitel. 281 | 


ri 
— — men — — — — —— ee 


Ring nicht von geringen Werth, ſondern koſtbar, weilen 
dergleichen Ringe nicht aus einer bloſſen Liebe und Affection 
ſondern vielmehr in Anſehung eines vorgegangenen Ehever— 
ſprechens/ pflegen gegeben zu werden; weiche Vermuthung 
eines beſchehenen Cheverſprechens nod) mehrers dadurch be. 
ſtaͤrcket wird, wann auch die Weibs Perſohn wiederum 
dargegen einen Ring, oder andere koſthare praefenten der 
Manns Derfohn verehret. | 
"Muller. differt. de annulo prouub. thbef. 30. mum, 19. feq. 
‚Lauterbach. cir. loc. Befold. cozf#. 140. Bardil. de fatis- 
fad.ftuprat part. poffer. num. 36. L. B. de Lynker. de- 
cif, 459. & decif. 928. Stryk. tr. de probat. fponfal. $.41: 


Qu mehrerer Erläuterung beffen , wollen wir ein. von Relpon- 
der Loͤbl. Juriſten Facultàt zu Halle A, 1711. ertheilteg Re- '9m- 
fponfum allhier mit beyfügen , Folgenden Innhalts: Hat 
Titius im Nahmen feiner Tochter Amalie wider Sempro- 
nium Klage erhoben, Daß diefer feine Tochter zu heyrathen 
geſuchet, und Kiagern Deshalb um feinen Confens ange 
ſprochen, aud zu dem Ende feine Mutter an den Ort fon 
men laſſin, und lich beyde Theile mit einander verfproden, — — 
Er, Sempronius, aud) der Amalie zum Mahlſchatz einen — 
Diamant-Ring, ffe hingegen ihm 2. diamantene Sand: 
Knoͤpffe, und eine Diamantene Hemd⸗Schnalle geſchencket, 
er aud) nod) darzu fib mit einem Eide ihr treu zu feyn, 
verbunden , und gleichwohl vor 2. Fahren davon zurud 
tretten wollen; Hat Beklagter hingegen batviber eingewen⸗ 
bet , Daß er niemabis fid) mit Klägers Tochter ehelich verz 
lobet, unb obwohl etwas unter ihnen davon vorgegangen, 
er Doch, da feine Mutter nicht barcin confentiren wollen, 
billih davon abtreften Fönnen , er au deshalb, was fie 
ihm geſchencket, nebit ihren Briefen zuruͤck gefchict , fo 
aud Klagers Tochter angenommen, folafid) foldhes, wenn 
aud) dergleichen vorgegangen, M" pro fponfalibus clandefti- 
n 2 nis 














2382 Von der suf. bec Geſchweim Sall oer Ehe⸗Verloͤbn. 


nis zu achten, indem, mann aud) feine Mutter darein ge; 
voilltaet , bod) nicht zwey ober drey Zeugen dabey gewe⸗ 
fen, welches bod) in der dortigen Landes - Conftitution de 
A. 1704. den 2. Jan. generaliter in allen Sponfalibus publi- 
cis erfordert wird , und Daher auch diefe Sponfalia, unge 
ftandenen Falls, bod) pro clandeftinis zu achten, dahero 
gefraget wird: 1.) Ob aus den angeführten erhelle/ daß 
wuͤrcklich Sponfalia vorgegangen feyen? oder 

2.) Db deren formali nod) mehrers und was vor 
Beweifes bedürffen? 

3.) b folcdye Ponſalia, wenn fie aleid) erwiefen / 
oder erwiefen werden Fönnten/ nicht der N. 4&. 9. bei 
findlichen dortigen Fuͤrſtl. Landes Conſtitution zuwider 
eyn? 

Ob die vom Beklagten Sempronio geſchehene zu⸗ 
ruͤckſendung des von Amalie Seite empfangenen Fræ- 
ferts von einigen/ und was «fec? ſey? ober 

5.) Ob der animus, welchen man bey beffen Wieder⸗ 
annehmung von der Amalie Seite geheget / noch beffer 
. 3u erweifen und darzubringen fey? : | 
Ob min wohl, was oie x. unb 2. Srage anlanget, Be: 
Flagter beſtaͤndig vorgiebt, daB gank und gar feine Ver 
lobima zwifchen ihm imb Der Amalia vorgegangen, und ob 
fie aletd) mit einander bekannt geweſen, unb gar offt gang 
allein mit einander gefprochen , fid) auch mit Liebes Diſcur 
fen unterhalten, er auch weil fie gar bekannt geweſen, 
ihre Mutter Mama geheiffen, dennoch niemals die Inten- 
tion gehabt, fib mit ihr zu verloben, ſolche Verlobung 
aud) nidt geſchehen, ned) aus denen mit ihr gemechfelten 
Liebes Brieffen zu fehlieflen, hiernechſt, daß er ihr eine 
eydliche Verſi berung feiner Treue gegeben, von ihm aus 
Leichtſinnigkeit geſchehen, unb (id) auf feine Minorenni- 
tüt beruffer, endlich aud), das foíd)e8 alles wider feiner 
Mutter Willen geſchehen, und daher, so a. * 

| . aima 








, 


Des erſten Buchs/ achtes Capite. 283 


—  À— — 


gleichen Verlobung vor fid) gegangen , ſolches bod) nicht 
anders al8 Sponfilia clandeftina anzufehen, folglich alleg 
tor null und nichtig zu achten wäre; BE 

Weilen aber bannod) beflagter Sempronius nicht in Abs 
rede feyn Fan, fondern öffentlich geftchet, dag er mit fld; 
gers Titii Toter, Amalia, gar familiair umgegangen, 
von verliebten Dingen mit ihr geſprochen, und faft immer 
alleine bey ihr geweſen, fie einander aud) reichlich , und 
zivar Er Sie mit einem biamantenen Ring , und Sie 
ihn mit 2. biamantenen Hemdſchnallen befdyendet , und 
nicht zu vermuthen , daß dergleichen Foftbahre preefente 
aus andern Abfichten, al wegen der unter ihnen voraes 
gangenen Verlobung gefchehen ſeyn folten,, aud dergleichen 
gang familiaiten Umgang allerdings die praefumtion er- 
waͤchſet, daß er fie zu heyrathen aefitbet indem er aud) 
ihre Mutter ſelhſt feine Mama geheiffen, und daß eine Vers 
lobung wuͤrcklich unter ihnen vorgegangen, aus der mit fei 
nem Blute und fo groffen Eidſchwuͤhren verfa&ten Vers 
ſchreibung, fo er des Klägers Tochter zu einer Verſicherung 
ausaeftellet, gang beutlid) und ln erfennen, 
auch bie hernachmals an fie gefchriebene Briefe, barinnen 
er fie feiner Treue verfidiert , mit mehrern beftátden , folg 
lic , was Ben anführet, bag ſolches nur ohne Ver 
bindlichkeit geſchehen, und ihın feine minorennitát zu ftat» 
ten fommen müffen, gang unerfeblid), ba et über 20, Jahr 
. elt gewefen,, und wenn er mod) fo unverftändig geweſen 
keine Kriegs Dienſte befleiben tónnen , aud) bekannt, quod: 
in matrimonialibus minorennitas gar nicht zu ftatten for 
men Fan, und ba er fid) auch gar ciblid) gegen Klägers 
Tiri Tochter verbunden, auf ibn aud) das zu applicirn, 
was fonft in denen Rechten enthalten, quod juramentum 
éx minore faciat majorem. - | "t Min dC 

" Auth. Sacram. puberum C. Si adverſus vendition. &c. Cephal, 
. Conf. 34. pum, 31. Brunnem. ad d. Autbeut. 


Ru3 End⸗ 








284 Vondersaufder Geſchw.im Fall der Ehe⸗Verloͤbn. 

Endlich was ben angeführten Muͤtterlichen difenfum be— 
trifft, Beklagter Sempronius denſelben gar mit nichts er. 
wieſen hingegen, daß fie darein gewilliget, nicht unbillig zu 
ſchlieſſen/ aus den von Klaͤgern beygelegten Brief, darin⸗ 
nen Beklagtens Mutter bie Amaliam ihre Tochter nennet, 
auch zuletzt vermahnet, nicht gar zu febr der Loͤffeley nad» 
zuhangen, ſondern fleißig zubeten , folglich da des Beklag⸗ 
ten Mutter vorher 14. Tage in Klägers Haufe geweſen, 
unb nachhero einen: ſolchen Brieff geſchrieben, gang kraͤff⸗ 
tig. daraus au ſchlieſſen/ daß fie ſolches nicht nur muͤſſe ae 
wuſt / ſondern aud) ‚daß ſie gar nichts darwider einwen⸗ 
bet, conſentiret haben. Uberdem auch ſowohl der Klaͤ⸗ 
ger ſelbſt eidlich zu erhalten, als auch durch ſeiner andern 
Tochter eidliche Auſſage i erweiſen fid) erbietet , bag Be⸗ 
klagte Mutter wuͤrcklich ben Klägern um feine Tochter an⸗ 
gehalten, und bekannt, daß in matrimonialibus derglei⸗ 
chen teftes domeſtici, wenn feine andere zu haben find, 
allerdings zugulaffen , ber dem allen auc) des Beklagten 
Mutter nunmehro verftorben , und Daher die Exceptio 
clandeftinorum fponfaliorum völlig wegfaͤllt, in Betrach⸗ 
tung, daß, die Sponfalta clandeftina nicht infe & fuınaru-, 
ra nulla fínb , indem allerdingd.naturalis obligatio vorhan⸗ 
ben, fondern mir in favorem parentum, daß wider ihren 
Willen folcbe nicht zuzulaſſen, mithin wann die Eltern ge 
ftotben ; bie ratio:prohibitionis cetfiret , folalid) Beklag⸗ 
ter in dolo i(F, daß er bic der Amalie fo theuer verſchrie⸗ 
bene Treue unter ſolchen Falfchen praetext bredyen voill.. 
So erſcheinet hieraus: allenthalben fo viel, daß bie Spon- 

falia zur Nothdurfft erwieſen, und allenfalls zu deren gang 
vollfommenen Beweiß Flagenden Titii andere Tochter: ad 
teftimonium dicendum zuzulaflen. ^ 0000 "nt Sam 

Ob nun wohl, anlangend die 3) Srage/ Beklagter 
Senipronius ſich infonderheit auf bed Landes Conftitution 
de Anno 1704. Menf. Febr, beruffen, in welcher fo.gar die 
eu c HK pon- 





Des erſten Buchs/ achtes Capitel. 28; 


Sponfalia clandeftina verbotten zu feyn fdbeinen „dag aud) 
folche Sponfalia pro clandeftinis gehalten werden , wo 
nicht 2. oder 3. Zeugen adhibiret , und da e8 dahero (dei 
net, daß wann gleich bie Sponfalia zwifchen Beflagtenumd 
Klägers Tochter zur Ginüge erwiefen, nichts beftoroeniget 
wegen diefes Editi ſolche Sponfalia vor null und nichtig zu 
halten, indem, wann gleid) Beklagten Mutter confenti- 
tet, folde Sponfalia nicht: in amener oder dreyer Zeugen 
Gegenwart vollzogen. _. Ä ind dam 
Weil aber dennoch hiefelbft gar tool zu merden;, bag 
in vorangezogener Landes « Conttiturion: der Cafus., Aug» 
druͤcklich ausgenommen, wenn einer dolofe unter gemach⸗ 
ter onmung und Berfprechen der Ehe eine Perſohn indu- 
cirtf? verb, - BIN IE | | d 
. Golte (id jedoch begeben , daß eine ober bie ‚andere 
Manns Perſohn ehrliche ober ihres "Wandels halber unbe: 
ſcholtene Weibs-Bilder unter gemachter Hoffnung und Ver, 
ſprechung ber Ehe zur ungebührlichen Luſt zu inducirer 
und fie um ihre Ehre dolofe zu bringen fíd) unterftchen fol 
te, fo foll in folgen Sall auf vorgefegte requifita nicht ae 
fehen, fonbern der deflorator nad) gemeinen Rechten zur 
wirdlihen Berehelichung condemniret tverben,- 7 
.. Und hierbey ex antecedentibus confequentibus leicht zu 
ſchlieſſen, Daß biefe Exceptio nicht ſowohl in favorem. de. 
fiorationis, als in odium doloforum hominbtm innocen- 
tes virgines decipientium gemacht worden, unb bann aud) - 
des Bekfagten dolus in diefer Sache offenbafr , baf er, 
ungeachtet aller feiner theuren Verfprechungen,, ob er gleich 
des Klägers Tochter nicht defloriret, dennoch auf fofd)e 9(rt, 
und unter Berfprechung der Ehe dolo maxime profano, fie 
zu befrügen getrachtet,, über bem aud) Ihro Hochfuͤrſtl. 
Durchl. Herzog Anton Vlrich in einer declaration de An- 
. ho 1709, vom 4. Septembr. vorige Conkitution dahin aug- 
druͤcklich erklären, dag fie nicht alfo auszulegen, daß aud) 
x * e E mn 


086 Don bersatf ber Geſchw.im Sall der Ehe Verloͤbn. 
in dem Cafu , wenn die Eltern eingewilliget, unb bie Der» 
lobte ſolches nicht ablduanen fönnen , unb fid ſolches in allen 
Gtüden hiefelbit befinder, aud) nicht hindert, daß ſolche 
declaration an die Regierung nad) Blankenburg geſchicket, 
indeme daraug beutlid) voluntasipfius Legislatoris erhellet, 
in mehrerer Ermegung , daß aud) foldye declaration denen 
Rechten gemäß, da ad fponfalia publica nur die Zeugen 
erfordert werden , wenn bit contrahentes feine Eltern 
mehr haben, im Segentheil, wenn fie Eitern haben, be» 
ten Confens ad fponfalia publica genug ijt. 


Struv, 7prud. Lib. Y, tit. 6. $. 3. 


Cnblid) ben der Erörterung der vorigen Srage fattfam 
angezeiget, dag wann e8 aleich biefen Gründen allen unge» 
achtet, pro clandeftinis fponfalibus zu achten wären, bem 
Ele den Tod des Beklagten Mutter convalidiret 
f en, 
Go find daher diefe Sponfalia der N. a&, 9. angeführten 
Landes Confitution nicht zuwider. ; | 
Was nun letztens die 4. und 5. Stage anlanget/ fo 
ſcheinet zwar anfangs, daß indem der Beklagte bie von 
. Klägers Tochter erhaltene biamantene Hemd: Knöpffe und 
Hemd. Schnalle nebft denen Liebes: Brieffen_ihr hinwieder 
zugefchicfet,, und ihr alles auffagen laſſen, fie auch folche 
angenommen, fie dadurch allen ihren Rechten renunciret, 
unb alfo bie Sponfalia aufgehoben tworden, oder zum we⸗ 
nigften nod) beffer gu erweiſen, quo animo fie folches wie⸗ 
De genen nen: | ar us 
Weil aber dennoch burd) obgedachte Zuruͤckſendung ber 
ihr gefchendten Sachen zwar des Beklagten Gemüt) an 
den Tag geleget wird, daß er dem gantzen Contra re- 
nuncitet , hingegen, indem Klägerd Tochter feinen ihr aee 
(dendten biamantenen Ring nebſt benen von ihm. gefchries 
benen Brieffen nicht wieder geſchickt, Folglich , bag fie e 














— 7 Des erfien2Sudpo/ achtes Capitel. 287 
ihrer Seite von ber unter ihnen gemachten Verbindung 
nicht abgehen wolle, in der That bezeuget, und auch uber 
dem eine nicht ungshebliche Urſache anfuhret, warum fie 
diee Stüde, fo ihe burd) einen aan unbetannten Ote 
fen. gebracht, nicht wieder zuruͤck ſchicken wollen, und 
daher Feines fernern Beweiſes/ quo animo fie baffeibe am 
genommen, vonnöthen, cum ex ipfofa&oadpareat, und 
allenfalls nicht anders, als burd) ihreeidliche Beſtaͤttigung 
herausgebracht werden Fünnte. NETT 

So erſcheinet hieraus allenthalben fo viel, bag die von 
Sempronio gethane Surüdfenbung derer Stüde, fo er von 
Klägers Tochter Amalia gefchendt befommen , Peinen effect 
habe, fi von ber Obligation, damit er ihr verhafftet, 
zu liberiren , nod) vielmeniger noͤthig, deshalb ferner, 
quo animo £8 Klägers Tochter angenommen, zu unterſu⸗ 
den, Alles "QU, R. W. 


ee 


à S. 14 - : | : 
. Winter bie Indicia remotiora wird gezehlt der Buß / obtenu 
welchen jemand einer Weibs Perfohn gegeben, bann bat. ein Ebever 
aus last fid) fo aleid) nicht ſchlieſſen, bag er ihr bie Ehe eier, a 
zugefagt Habe, baferne- aber nod) andere Muthinaflungen 
| — kommen, fo ift das Eheverſprechen prafumtive et» 
Stryk. tr. de probat. fpon[al. $. 42. | 
Sicher aehöret aud) der allzuvertrauliche Umgang / und Jugleichen 
Die gan cinfame Converfation mit einer WDeibs Per. Dei elite 
ſohn / al8 woraus ebenfalls eine praefumtion eines beſche de ums 
henen Eheverſpruchs erwaͤchſet, welches jedoch anderer at gang e 
ftalten nicht ſtatt findet, als wann ſonſten nod andere Um fopne 
ftände und adminicula tnit zur Huͤlffe kommen. 
L. B. de Lynker. decif. 928. Stryk. ci. tract. S. 43. 


$90 Und 


ALL —————Á— e 





Refpon- Und alfo hat der Schöpffen:-Stubl zu Jena Menf. 


fum, 


O&obr. A, 1686. aefprod;en. verb. Dieterich hatte eine 
Adeliche Wittib geſchwaͤngert, und wurde fie von ibm auf 
die Ehe belanat, Nun Eonnte er den Beyſchlaff nicht laug⸗ 
nen; wolte aber das Eh Verſprechen bey fid) nicht Fon» 
men lafien. Darauf wird ibt der Beweiß zuerkannt, und 
wird ber Beſcheid rechtskraͤfftig; aud) obſchon, auf Am 
falten der Klägerin , dieſer Beſcheid dahin erfláret wird, 
wie fie bactfun folle, daß Dieterich fie zu ehelichen ſchul⸗ 


big? qua quidem decliratio concludentem demonftratio- 


nem nihilo minus refpicit, Dieweil fie aber ein mehrere, 
denn eine fonderbahre familiaritát, nicht darthun konnte. 
Et vero familiaritas nimia praefumtionem quidem matri; 
monii inferre dicitur, 

P. Greg. Tholof. Lib. 36. Sys. 7. Vo. c. Ya. m. 17. 
& contra blandientes invicem fponfalia facilius interceflis- 
fe creduntur: Be 

Cypraus c. 19. d. Sponfal. $. 24. 
tum & ducere quis eam debet, quam phaleratis verbis do- 
lofe ad concubitum illexit. 

Leff. L. II. de J. & 7. c. 10. dub, 3. n. 20. feq. 


Dieweil aber diefed alles anderer Geſtalt nicht ſtatt findet, 


Wann die 


ale wenn fonft Daneben argumenta probabilia mit zu Sülf 

fe fommen: Secus inde nihil conficitur, quam. quod ad 

ftuprum blandiloquio alter alterum induxerit. ' 
Hoſtienſ. iz c. provenit. X. de adult. 

So ift dasjenige , was Sophia darthun follen, nicht bep» 

gebracht, bannenbero wird Dieterich von der Che: Klage 

bitlid) entbunden. — : 2 


Sehinig Wann nun die Geſchwaͤchte mit ihrem Beweiß wegen 
te die &he vorgefihügten Kheverfprechens nicht auffommen tan/ 


fos Fan, fo 


item aud) fonften Feine preiumtiones und Muthmaſſungen wob 
de : | der 


Des erſten Buchs/ achtes Eapitel. 289 


TEES 


ber den Stupratorem bieferbalben vorhanden , fo ift ek 














von der angeftellten Ehe « Klag zu abfolviten , und ZWAR forcirn, mb 
ohne Eid. ima ohne 


Befold. coz/Z, tubing, 261. uum. 34. Bardil. de [atisfad. ſtu- 
prat. part. poffer. num. 31. 
Jedoch liegt bem Stupratori darbey ob , ber Geſchwaͤchten Doc mag 
Satisfattion zu geben, und fie ihrem Stand und Herkom: 2I s 
men gemäß auszufteuren, anben aud) weniger nicht, Da ſie das Kind 
von ihme Leibes⸗Frucht bat, diefelbe auf gerichtliche Er, Yerzlimen- 
maßigung, zu veralimentiren. | ; 

Coler, part. 3. decif. 176. num. 89. Beuft. de jur. Connub. 

part. Y. cap. 29, L. B, de Lynker, vol. 1. Refponf. 166. 
num. 1. Carpzov. Fprud. Confif}. lib, 2. def. 288. pum, 11. 
fegg. Bardil. de f/atisf act. finprat. part. poffer. mum. 58. 

Und alfo Bat das Churfürfti, Ober: Con/]Zerium zu Def; Refpon- 
den d.2.Ottobr. A. 1607, incaufa Anna Urban N. Tochter fum. 
contra Cafpat S. gefprochen. verb. Obwol Beklagter der 
Schwaͤngerung nicht in Abrede geweſen; bierveil er aber 
doch der ehelichen Zufage nicht geitändig ſeyn wollen, Klaͤ⸗ 
gerin aud) dißfalls nichts erweiſen Fónnen; So wird er der 
geklagten Ehe halber, von ihe hiemit entbunden,, wegen 
zugefuͤgter Swaͤngerung aber, ift er auf unfer Erfännt: 
nu8 (id) mit ihr abzufinden, ſchuldig. V. 9X. W. | 
Iſt aber Der Stoprater mit widrigen Muthmaſſungen ca wäre 
und prafumtionibus eines vorgegangenen Eheverſpre— des id 
diens gravirt, fo muß derfelbe, ehe er von der Klag ab- ore 
folvirt wird, suvorhero den Reinigungs-Eid ablegen, Muthmafs 
daß et ber Geſchwaͤchten bie Ehe nicht zugeſagt. — 
AT. cap. 10. X. de deſponſat. impub. Berlich. part. $. concl. fid) wit eis 

- 38. num, G1. Richter, decif. 88. num. 4. Bardil. cz. loc. — 

muß. 

Und pflegt man alfo zu furechen : Daß Beklagter vet Formula 
mittels Lörperi. Eides (fido zuvoͤrderiſt zu reinigen / pronun- 

wi 992 N und ciandi, 


27 


290 Don bet Suis bee Geſchw.im Sall oer Ehe Verloͤbn. 
^ unb bof er der Blaͤgerin bey der fleifcblicben Vermi⸗ 
[chung die Ehe nicht zugefagt/ zu ſchwoͤhren ſchuldig / 
worauf fobann in der Sache ferner ergehet was Recht 
D NADA iom pec M 
Bann e Wann num betStuprator ben ihme auferlegten Reinigungs⸗ 
den Gib a Eid abgefchwohren hat, fo wird er ziwar von dem Che: 
ar von verſprechen lof gezehlt, er muß aber nichts deſtoweniger, 
der Ehe lob wegen eingeftandener Schwächung, der zu Sall gebrachten 
uoa M0d)Satisfa&ion geben , unb fie ihrem Stand und Herfoms 
die ge men gemäß, ausſteurn, anbep aud), wann eine Schwäns 
fomite, aerumg vorhanden, das Kind , wann c8 auf die Welt 
d:8 Kind Fommt, ernähren, | | 
en  Beuft. de jure Connub, part. 1. cap. 49. preflito hoc. Care 
s pzov. prax. Crim. quafl. 63. num. 103. & Fprud. Conſiſtor. 
lib. 2. def. 228. per tot. Bardil. de [atisfad. fiuprat. part. 
pofler. vum. 37. Richter. decif. 38. mum. 6. 


Zuweiln —— geſchiehet es, daß nicht mur über den Ehever⸗ 
Biden ſpruch / fonbern aud) über die Schwächung zugleich / 
ae €i der Reinigungs: Lid von dem Richter deferirt wird, warn 
| ile bie nemlichen der Stuprator ſowol bie Schwaͤchung ald aid) 
en bic Ehe Zufage laugnet, und bod) wegen aller beeber fid) 





Sun aif. trbiidptia gemachet. dut 
: * i don Carpzov. 7prud. Conſiſtor. lib. 3. def. 49. & prax. Crim quaft, 
den grarirt. 68, uu». 1OOC. Bardil. de fatisfact. fluprat. part. poffer. 
pum. 32. i j - 


Formula Und pflegt man alfo zu ſprechen: Daß Beklagter vor 
pronun- allen Dingen / ſich vermittels leibl. Zides zu reinigen/ 
siandi. und daß cr (id) mit Alägerin fleifebiico nicht vermiſchet / 
Nnoch ihr die Ehe babey verfprochen / zu ſchwoͤhren 
ſchuldig / unb ergehet fo dann in der Sache ferner/ 

Was Recht iſt. p. A. * RS 
Nach Abſchwoͤhrung dieſes Eides , wird der Stuprator 
ſowol von der Ehe als der dotation [0f gezchlt. 


* 


Des erſten Buchs/ achtes Capite, 291 
S. i 3. : z 
Hat aber die Geſchwaͤchte die angenebene Ehever np 
fptecbung baib erwiefen/ alsdaun wird fie zu dem jura- rie re 
mento fuppletorio oder bem Krfüllungs: s£io -dmircirt, halb erwies 
und warn dieſes abgelstuohren, bem Stupratori die Bol. hi i? 





ziehung ber Ehe auferlegt, Erfillunges 
. L. B, deLynker decif‘ 459. Levfer.Meditat, ad f. fpecim. 14 1- ib id 


meditat. a. Beſiehe oben den vorhergehenden 10, f Sprsor.— 
diefes Eapitel/ allo aud) eine formula pronuncian- P5 fieale 
di anzutreffen. pas 
Und dahin aehet bad von dem Schöpffen- Stuhl zu Refpona 
Jena Menf, O&obr. A, 1684. ertheilte Reiponfum. verb, fum I. ' 
Blafius geftehet bad Stuprum mit Juliana, negirt aber pro- 
miffionem matrimonii, quia vero confeflio flupri facis 
prafumtionem pro matrimonio, : 
Klock, ve 2. confil. 71. sum, $7. 
accedentibus donativis an Ringen, Haarband ıc, 
vid. Mafcard. deprobat. concl. 1024. Carpzov. /ib. o. Fprud, 
 Confifl. def. 5ı num. 9. Menoch. de prefumt. Lib. 5. pref. 
| I. zum. 84. 93. & 95. | 
fo wird deswegen der Weibs⸗Perſohn per tradita Cravet- 
tae confil, 99 1. num. 74. & Carpzovii 4b. 3. Fp. Cov/fft, def. 
46. num. 9, bas juramentum fuppletorium auferlegt, ac- 
edente etiam paritate conditionis, 
.. Klock. d. conf. num. 74. Menoch, confil, 347... 
ob (ie (don gleich am Reichthum einander ungleid) fepn, 
Klock. ct. doc. num. 50. | | | 
Ingleichen die Loͤbl. Juriſten Farulsät zu Helmſtaͤdt / nenan. 
ment Mart, A, 1719. verb. Nachdem ber Klaͤgerin in bem (um IL, 
legt eröffneten Urthel ber Erfuͤllungs Eid zuerkannt mor: 
ben, fo hat Beklagter bagegen appelliret, und ftatt ber 
Gravaminum maefübret, daß 2 von der in ber Klaͤge⸗ 
„0 3 Da 


292 Don ber sauizsf ott Gefchw.im Sall ber Che⸗Verloͤbn. 
rin Vaters Haufe gebabten Wohnung auf das angegebene 
Stuprum fein Schluß zu machen , 2.) bie einige wider ibn 
aufgeitellte Zeugin bey der Klägerin Vater biene, alfo gar 
verdächtig, zu dem 3.) Klägerin fid) mit Diebftahl befle⸗ 
det, demnach bey nod) darzukommenden Stupro nicht wohl 
zum Erfüllungs-Eide gelaffen werben fónne, 4.) feine Ar⸗ 
muth und Catholiſche Religion ihn nicht verdächtig made, 
5.) die ihm durch einige Atteftata aufgebürdete Beſchuldi⸗ 
gungen falſch und unermwielen waren, enblid) 6.) ber Er- 
fiillungs Gib in wichtigen fonderlih Ehe « Sachen nidt 
leichtlich ftatt finde, fondern vielmehr auf ben Reinigungs 
Eid erkannt werden muͤſſe; Bey, weldher Bewandnıs c8 
das Anfehen gewinner , ob hatte Beklagter entweder 
ſchlechterdings, oder bod) nad) abgelegten Reinigungs Eide 

von angeftellter Klage entbunben werden füllen. Alldieweil 
aber 1.) bie Wohnung beber Partheyen in einem Daufe 
zwar vor fid) das begangeneStuprum nicht beweifet, gleich⸗ 
tool bey andern darzufommenden Beweißthuͤmern einiges 

Indicium madet und felbige beſtaͤrcket, 2.) bergleidben im 

aufe und heimlich vorgegangene Handel nicht wehl am 

ers, ald burd) teftes domefticos, erwieſen werden Fon. 
nen, 3.) zwey ber abgehöreten Zeugen von dem anaegeoe 
nen Diebfiahl nichts willen, immaſſen aud) das alicin mit 
Beklagtem begangene Stuprum fie zu feiner. öffentlichen 
Hure madet , folglich ihren fidem nicht gaͤntzlich vernid — 
tet, 4.) der vorigen Lircheldfaffer Meinung nicht geweſen, 
den Beklagten feiner Religion halber von bem Reinigungs - 
Gibe auszuſchlieſſen, fonbern mur feinen ungebuͤhrlichen 
Haß gegen bie Evangelifihe , welche er vor Keger geſchol⸗ 
ten, zu zeigen, 5.) faſt aus allen Blättern der Contitto- 
rial- und beygelegten Inquifitions-Adten erhellet,, bag Be: 
Flagter ein vagabond fep , feinen Nahmen und Religion 
vielmahlen verändere , allerley Profsfliones fteibe, ben 
Weibs Bildern nachlauffe, fidy Lügen vorzubringen nicht 

: | | ſcheue, 
⸗ 


Des erfien Buchs / achtes Capitel. 293 


ſcheue, bey feinen eigenen Glaubens: Genoffen eine üble 
Nachrede, und nicht bas geringfte im Vermögen habe, 
biefemnad) ohne merdlihe Gefahr des Meineives zum 
Schwoͤhren nicht gelaflen werden koͤnne, 6.) einem Richter 
allerdings frey ſtehet, auch in wichtigen und infonderheit 
Ehe Sachen ben ben ber Sade unb Perfohnen vorfoms 
menden Umftänden nad) auf den Erfüllungs « und nicht auf 
den Reinigungs. Eid zu ſprechen, fo haben wir es billig bey 
vorigem Lirthel gelaſſen. 
Bann endlich die zu Sall, gebrachte den Kheverfpruch Bann das 
polltommen erwiefen/ fo tit der Stuprator als dann ver, Ebeverfiaer 
bunden, bie Ehe mit der Geſchwaͤchten zu vollziehen, und Fommener- 
mag fi burd) Offeritung einer hinlänglichen Ausſteuer, wielen, it 
davon keineswegs beyfreyen. — 
Carpzov. prax. Crim. quæſt. 63. num. 92. & Jprud. Con/ſſtor. ſchwuchte 
lib. 2. def. 228. num. 9. Bardil. de fatzsfact, uprat part. Mo gue. 
pofler. um. 38. : | x 
Und biefe8 findet ſtatt, warn aud) aleich der Stuprator Ob and 
ein Edelmann / die Geſchwaͤchte aber eine unadeliche iin Fi 
Derfohn wäre. Dam — einige dieſes negirn wol. Gefomid 
lm, und anführen, es babe fib eine foldye Weibs- quer; ft, manner 
fohn fel68 zu imputien , daß fie fid) von einem Edelmann verfprage 


habe befihlaffen laſſen, da fie dom hätte miffen follen, bag — 





fic ihn zu einen Mann nicht bekommen wuͤrde; 

Cypræus de ſponſal. cap. 10. S. 33. 
So iſt doch die widrige Meinung denen Rechten gemaͤßer, 
weilen die Edelleute hierinnen keinen Vorzug vor andern ha⸗ 
ben bevorab ba die Ehe favorabler ift, als ber Mel, ift aud) 
foniten befannt,dag ein privi'egirfer wider einen andern privi- 
legirtenfich feines privilegii nicht bedienen moͤge nodo weniger 
aber in dieſem Sall, allwo der favor matrimonii der gröfte. 

Carpzov. grax. Crim. qu«ff. 63. num. 53, Muller. differt. 
de jur, pragnant, cap. 9. tbef. 13, iai e 
| in 


294 Don der saisf.ber Geſchw. im Sall ber Ehe Verloͤbn. 
Ein anders wäre zu fagen, wannbey ber Schwaͤchung Fein 
Ghever(prud) vorgegangen , Dans ſolchen Falls Bat ber 
Scuprator die freye Wahl, bie Gefchwächte entweder zu 
ehelichen oder zu dotirn, mithin mag aud) ein Edelmann 
in dieſem catu, nicht gedrungen werden, bie Geſchwaͤchte 
pracife zu heyrathen, fondern er Fan (id) durch bie Aus- 
— als welche die Stelle der Ehe vertritt, davon be⸗ 
reyen. 

Carpzov. part, 4. Conſtit. 27. def. 1. tum. 9. & def, 2. 
.. Sum, 2. Muller. cr. /ec. ! | 


$. 16. 


Falle, da 2 € 
bee Jedoch giebt es verſchiedene Sälle / ba des Ehever⸗ 
uhngendj ſprechens ohngeachtet, der Stuprator die Gefchwächte zu 
iet/ der Scu-heprathen nicht ſchuldig. Dahin gehoͤret 1.) bie Un⸗ 
sende gleichheit der Derfobnen / wann nemlichen ber Stuprator 
tenicht bey und bie Geſchwaͤchte an Stand und Herfommen einander 
nt gants ungleich. p | 
bórtr)bie Perez. i» Cod. tit. de adult, num, 52. Havemann. Gamolog. 
ng lib, 1. tit. 6, pofit. 5, S. 2. : | 
Derfohnen. Unſere Meinung aehet dahin, daß bie Ungleichheit bet 
einig Perfohnen an Stand unb Herfommen, der Ehe nidi hin, 
‚aber denen derlich, mithin der Stuprator, bie Geſchwaͤchte, wann er 
en ifr die Ehe verfproden, zu heyrathen verbunden ſeye. 
maͤß· Carpzov. 7prud. Conſſtor. lib. 2. def. 1o. Bardil, de ſatisfact. 
ſtuprat. part. poffer. num 42. 
Dann bie Geſchwaͤchte tbut nichts unrechtes, bag (ie das⸗ 
ienige fordert, was man ihr verfproden, nemliden die 
olziehung der Ehe; Stand, Herfommen und Reich⸗ 
tbum aber gehören nicht zur Subftanz unb Weſen der Ehe, 
ſondern find nur ein accidens betfelben, unb etwas zufaͤlli⸗ 
ges. Dann obaleid dem gemeinen Weſen NP dtram, 
* i | af 


_Des erffen Buchs / achtes Capite. 295 


dag Edelleute ſich nicht an einen jeden ohne Unterſchied ver» 
beptatben , umd fid mit gemeinen unb unadelichen Weibs: 
Perſohnen vermählen, dahero man foldye ungleiche Hey⸗ 
rathen zu widerrathen pflegt ; 
*- Carpzov. jprud. Conſiſt. lib. 2. def. 9, 
Wann aber ein Zdelmann einer unadelichen Weibs⸗ 
Deu bie Ehe aufrichtig zugefagt , fo ift ein ſolches 
heverſprechen wegen der bloſſen Ungleid)beit ber Perſoh—⸗ 
nen, nicht wieder aufzuheben, noch weniger aber, wann 
auf das Eheverſprechen, fo zwiſchen Perfohnen ungleichen 
Standes und Herfommens , nemlichen einen Edelmann, 
und einen unadelichen Weibs. Bild, oder unter einen vor» 
nehmen Herten und feiner Magd getroffen worden, der 
Beyſchlaff erfolget iff. | 
Carpzov. ci. lec. def. 10. Havem, Jib. 1. tit. 5. poſſt. 2. 
Gerhard. de Conjug. tom. 7. $. 399. Bardil. cir. Joc. 


1L) Sf der Stuprator das Eheverſprechen zu vollziehen 1.) Diena 
nicht ſchuldig / wegen naher Anverwandtfchafft OD andere 
Schwaͤgerſchafft oder weilen er allſchon verheyrathet, und andere- 
wovon toit oben bereits in bem vorhergehenden 4, Capi: pene 
.fel $. 11, 6 12. weitläufftig gehandelt haben. m 
Bardil, de [atisfact. Auprat. part. poffer. vum. 43. 
Wie want aber ein f£bemann fich vor annoch ledig Tan ein 
unb unvetbeyratbet ausgegeben/ und eine Weibs⸗Per fh vor les 
ſohn / die um feinen Zuffand nichts gewuſt / unter dis ausge» 
Verſprechung der s£be befchlaffen/ fragt fid : ob er Ink, 
nach Abfkerben feines Meibes/ die Geſchwaͤchte warn Perfon une 
diefe darauf bringet / zu ehelichen verbunden feye? G5 ne 
Wir halten dafür, bag der Stuprator bep fo bewandten bec eoe be 
Umftanden , feinen Worten allerdings Krafft geben, und lafenob 
mit der Geſchwaͤchten, mann fie e8 verlanget, und ſie von aufinrBer 
NS vy ne |, m5» — — ime langen, 








^ 


N 


! 


‚296 Don ber satisf-bet Geſchw.im Sall oer Ehe⸗Verloͤbn. 


nad) ſeines ihme nod) nicht ift dotirt und ausgefteuret worden, bie 
ae Ehe vollziehen muͤſſe. nase 
tetoen Sayr. tbeolog. Moral. lib. 11, cap. 2. num. 34. Bardil. de f^: 
mäfle? tisfadh, fleprat. part. pofler. num. 59. pr) E 
Dann obzwar nad) denen Cozonifd)en Rechten der Ehebre; 
cher die Ehebrecherin nicht, heyrathen Fan, voann er ihr bey 
Lebzeiten feines Weibes die Ehe zugeſagt; | 
cap. 6. X. de eo, qui dux.im uxor. Lauterbach, Codeg, theor. 
pratt. ad ff. tit. de rit. nuptiar. $. 33. -7 
fo fat es bod) in gegenwärtigen cafu eine quM Be⸗ 
ſchaffenheit, weilen dieſer Beyſchlaff auf Seiten der Ge» 
ſchwaͤchten, bie um den Zuſtand des Scupratoris, daß er 
ein Ehemann (eoe, iita gewuſt, für feinen formalen 
Ghebrud zu halten, Dabero ffe aud) wegen ihrer Unwiſſen⸗ 
- heit mit der auf den Ehebruch gefegten Straffe nicht fan 
 beleat werden, mithin ſindet be ihr, weilen Die Canoni- _ 
fche Rechte nebit ber Ehe Zuſag, aud) einen würcklichen 
 Gfebrud) erfordern, Fein Berbot, die Ehe mit dem Stu . 
pratore zu vollziehen, ſtatt. | 
Barbof. ed cap. 1. X. de eo, qui dux. in uxor. nam. 2. Engel, 
- Colleg. Tur. Canon. tit. eod. num... % T 











ur) Wann H1.) Wann Die zu Gall gebradjte nad) ber Schwächun 
1o it (ido an einen anbern verbeyratbet/ ober oon einem am 
Je ear Dttn wiederum befchlaffen läffet/ ober eine offentlicbe Dur 
eet; abgiebt, weilen Die der Geſchwaͤchten beſchehene Ehever⸗ 
osea bey ſprechung dieſe condition ſtiliſchweigend in fid hält, tvann 
rae. fie fid kuͤnfftig keuſch unb erbar aufführen werde; ja es ift 
| der stuprator in Dielen Sallen aud) nicht einmal zu einer 

Anusſteur verbunden. j $ 

Bardil, de farisfalt. fl'uprat. part. pofler. mum. 46. Beſiehe 
oben ben 1o. uno 13, $, des vorhergehenden 4. £a: 


IW Ww $. 17, 


Des eriten Buchs / achtes Capitel. 








S. 17. | 
IV.) Darf bet Stuprator bie Che nicht vollziehen/ 1v) Darf 
wann die Eltern darein nicht voilligen ; PE bie ehe 


- Bardil. de fatisfacf. fPuprat. part, pofler. num, 45. Berger. in nicht voli 
—. re[ponf. part. x. refp. 145. guefß, 1. : doen 
teilen das von Denen Kindern ohne ihrer Eltern Confens Eltern dar⸗ 
und Einwilligung unternemmene Eheverfpredien denen a pues 
meinen befepriebenen Rechten nach, an (id nichtig und von 
— Alnfráfften, wann gleich der Beyſchlaff darauf erfolget. 
.. S. 12. Inflit. de Nupt. ibique Dd, Lauterbach. Colleg. theor. 

prac. ad ff. tit. de [ponfal. $. 14. Böhmer. Introd. in jus 

„ Digeft. boc tit. S. 14. ) 

Und alfo hat die Löbl: Turiftenzkaeuisät zu VOittetti! Repon: 
berg Menf. Decembr. A. 1690. gefprochen, verb. Wird (itíum, 
lediger junger Gefele , welcher unter väterliher Gewalt ^ 
ſtehet, Deftbulbiget, daß er ohne Einwilligung feiner El⸗ 
tern einer Wittbe die Ehe verſprochen, unb fie darauf ae 
ſchwaͤngert, inmaflen denn felbige eines Kindes genefen. 

Als nun berührte Wittbe vor dem Confiftorio be8 Hexzog⸗ 
thums Magdeburg zu Halle auf Bollziehung der Ehe Klage 
angeftellet,. hat fid) gedachter junger Gefelle aufferhalb Lan⸗ 
des befagten Serzogthums aufgehalten , deffelben Eitern 
Hingegen bey angeregtem Confittorio in Schriften dißfalls 
ihren Widermwillen eröffnet , tmb welcher geſtalt fie in fol 
ches Ehe-VBerbindnig ſchlechterdings nicht willigen würden, 
- hiernechft dergleichen von ihrem Sohne nicht vermerdet, 
vielweniger von demfelben um Ertheilung ihres Confenits 
jemahls erfuchet worden, angezeiaet. 2 Ds 

Wannenhero bey euch, ob fo geftalten Sachen nad, 
mehr angeführtes Berlöbniß verbindlich , und dahero wider 
ben abweſenden Sohn mit der Edi&al- Citation verfahren 
werden Fönne, Zweiffel entſtehet, nad) mehren Innhalt 
eures ung zugeſchickten Berichts; 
| $92 - Wenn 


298 Von der Satisf- ber Geſchw.im Sall bee Ehe D erlóbis, 


— _ —— — nme — — 


Wenn nun gleich an Seiten ber geſchwaͤngerten Wittben 
zu Behauptung ihrer Intention vorgewendet werden moͤg⸗ 
te, dag gleichwohl einmal derer principal- Perfohnen Con» 
fens vorhanden, und felbiger durch die erfolgte fleifchliche 
Vermiſchung dergeſtalt, bag ber Eltern Diflens bie Voll⸗ 
ziehung der Ehe nicht verhindern koͤnne, beftárdet worden 
wäre, inmajfen bewährter Theologen aud) Rechts Lehrer 
Anfuͤhren nas) in denen ber Goangeliftben Religion zuge 
thanea und infonderheit Zaͤchſiſchen Kanden in folem 
Sat zu Verhuͤtung mebrern Aergernifles, und zu Ehren 
Des heiligen Gheitanbes , aud) Beruhigung des Gewiſſens 
fowohl fürnemlid) zu Ehren.Rettung der unter, der Ho 
nung der Ehe geſchwaͤngerten Weibes⸗Perſohn, wie nicht me 
niger des aus dem unehelichen Beyſchlaff erzeugten Kindes, 
der Eltern Einwendes ungeachtet, auf angeregte Vollzie⸗ 

ung ber Ehe erkannt werde; ME 

Joh. Gerhard, Lec. de Conjug. $. 146. Harpprecht, 244 pr. 

Inflit. de nupt. tium. v22. fegg. Carpzov. Jurisprud. Cone 

ffl. fib. 2. tit. 3. def. 60. nium, 6. | 
dennoch aber und dieweil in denen gemeisien Aaiferlichen 
Rechten / dag in Mangelung der Eltern Confens ein Che 
Geloͤbniß, der darauf erfolgten fleiſchlichen Vermiſchung 
ungeachtet, vor unbündia zu adıten, du. | 

&. 12. Irflit. de nupt. arg. L. s. Ced. de repud. 


und, vermoͤge Churfuͤrſtl. Dranbenb. bey publication der 
im Herzogthum Magdeburg in Drud herausgegebenen 
Kirchen Doliceyz und Procef O dnungen promulgitten 
Edi&s, bag in ber&hrtem Herzogthum feldigen Rechten ote 
Deutlich nachgegangen formen! in angezogener Rirchen- Orbe 
nung, ingemem bie Nothwendigkeit angeregten Confenteg 
deutlich geordnet , ferner in gegenmwartigem Fall einiger 
Umftand, woraus der Eltern Einwilligung, nad Anleis 
fung befannter Rechte in L, s. Cod, de nupt. — e 

19 | | werden 





| Des erſten Buchs / achtes Capite — 299 


werden koͤnte, nicht erfindlich, hierüber die Wittbe, qw 
mahl in Anſehung ihres erlangten Alters unb Wittbenſtan⸗ 
des ihr ſelbſt beyzumeſſen, daß ſie mit dieſem jungen Ge⸗ 
ſellen, fid) ohne der Eltern Confens in ein Ehe: Berbinds 
niß eingelaffen, aud) fteifcblid) vermifchet, unb dadurd fo» 
wohl vermittelft der babero entiiandenen Schwängerung 
dem Juri tertiorum, bevorab an Seiten der Eltern, und 
da fonft aud) die Hintanſetzung gedachter Eltern Confenfeg 
für eine zulängliche Urfase , earum mehr berührte Eltern 
fid ihrer Einwilligung beitändig verweigern fónnen, Gee 
halten wird —— ES: | 
Carpzov. Jprud. Confff. Lib. 2, tit. 3, d-f. 67. 


ichtwas nicht benommen werden, unb fonft in gegenwaͤrti⸗ 
ent Sall der Wittben zu ſtatten koömmen mag, in mehrer 
Crmuüsung, daB anderer Geſtalt burd) derer Kinder Boß. 
eu net Eltern ihr in denen göttlichen und natürlichen 
Exod. XXI1, 17. Genef, XXXIF; 11. Carpzov, GE, tir. 3; 
def. 39 SR | 
gegruͤndetes Recht entzogen , und wider ihren Willen auch 
- zu Machtheil der Familie unehelicbe Kinder aufgebürdet, 
hingegen leichtfinnige Weibs-Perfohnen durch die Vermeh⸗ 
rung ihres Verbrechens einen Vortheil gewinnen, toienidt 
wemger ben fo geitalten Sachen, ber heilige Eheſtand 
merdlich gemißbraucher werden würde, inmaffen aus die: 
en und Ben bewährten Rechts Gründen andere Rechts⸗ 
elehrten ſolche Meinung beftättigen, 
Cottmann. 1. Refp. Jur. 1. num. 160. /egg. Arnif. de Fur. 
Connub. cap. 3. Sect. 9. num. 24. Henr. Brouwer. de Fur. 
Connub. lb. 1. cap. 13. num. 4. Havemann. Gamolog. 
Synopt. lib. 1. tit. 9. poßt. 7. & alii ibidem allegati, 


ingleichen unterſchied ene Theologifche und Zuriffen-Faculä ten, 
"we | pp3 den 





300 Don bet sarisf bet Geſchw.im Fall ber EheVerlöbt, | 


ſonderlich auf denen Saͤchſtſchen Vniverftüten vorlánaft 
darauf erfannt, | 
.. Dedeken, Confl. volum. 3, pag. 155. & 157. 


©» erfiheinet bannenbero fo viel, daß das zwiſchen dem 

ledigen jungen Gefellen und ber Wittben getroffene Ehe 

Gelöbniß zu Recht unfrärftig , und dahero bie angeftellte 

Klage nicht ftatt habe, aud; wider ben abwefenden jungen 

Gefellen mit der Edi&al- Citation mit Beftand nicht zu 
verfahren. TIENS ' 

Doch mus Jedoch liegt in Diefem Fall dem Stupratori ob, manner. 

nie leid) von Vollziehung der Ehe befrepet , die Geſchwaͤchte 
dep. Ihrem Stand und Herkommen gemäß, auszuſteurn. 


Beſiehe oben Das vorhergehende 4, Capitel. S, 13. 


ann bie Das, was wir in nechſt vorhergehenden 17. $. von 
anne der f&ltern Widerſpruch angeführt , findet alébann mut 
Yrfacp zu ſtatt, wann bie Eltern eine recbrmépige Liefach ihrer 
con. Kinder Ehe: ——— zu — * id dtm; 
Haben, mug Dann wann der QDater Feine erhebliche Urſach warum 
ber Sopa. er if des Sthpratoris Che-Vollgiejung nicht roilligen Fönne, 
vor Die DE anzuführen weiß, ift der Stuprator des Elterlichen diffen- 
fdividten, (us und Widerfpruchs ohngeachtet , bie Geſchwaͤchte zu eft 
bis Baters ficben , und (id) mit berfelben copulien zu laffen ſchuldig. 
Dan L B, de Lynker, reſolut. 426. a LION 
LB dede i o. E MM 
a A6 ieh » & ^e PRA, NI. o" ; : 


Refpon- Und alſo hat der Schoͤpffen Stuhl su Jena Menſ. 
fum. April. A. 1681. geſprochen, verb. Als zwiſchen Hanns 
| Mam Griffen , und Juſtinen Kyberin eine öffentliche 
Verloͤbniß vorgegangen; aber biefe , die Kyberin Dernad) 
von Hannß Gbriitian Vogeln au Fall bracht. worden, ium 


Mes erffen Buchs/ achtes Capitel. 30r 


deswillen denn Goͤriß von ihr ſeparirt zu werden geſucht, 
es guch erhalten. Dieſer, der Vogel, auch, ungeachtet 
et ſich zuvor inner und auſſerhalb der Gerichten vernehmen 
laffen , daß.er (ie ehelichen wolte, nichts deſtoweniger fol 
ches nunmehro m3 Werd zu fezen verweigert, unb dahero, 
ob er Damit ausfommen fóane, Zweiffel entitehet. Wie 
wohl nun er auf feines Vaters Diffens vornehmlich (id) be» 
ziehet; dieſer aud, da e: font nichts anzuziehen hat, daß die 
Spberin feinin Sohn verführet habe, zur Urſach feines Dif- 
fenfus brauchen will, Alldie veil aber 1) der Sohn erwehn⸗ 
ter Kyberin nicht nur fo bad in Anfang eor der chwaͤnge⸗ 
tuna die Ehe verfbroihen, fondern aud (oid) Gerforeden zu 





vollziehen, hernach gerichtlich wiederholet, beywelder Br 


wandniß Denn, weder des Baters Diffens, nod) aud), daß 
hierauf der Sohn ſich aͤndern volle, zu attendirn. Zumahl 
2) aud denen acten erſcheinet, daß vielmehr ber junge Vogel 
bie Rpberin, bann fie ihn, verleitet, ihren Braͤutigam den goͤ⸗ 
riſſen, (welchen fie nod) dieſe Stunde viellieber, als ben Bo⸗ 
gel, nehmen wolte,) ihr zuwider gemacht, unb darneben (ie 
beredet, als 05 jener ſie nicht ehelichen, ſondern davon ziehen 
würde, mit Verſprechen, daß er, Bogel, ſie heyrathen 
wolte, auch damit die Eltern drein willigen mitten, fie 
dahin gebracht, dag fie mit ibnte ſich fleiſchlich zu vermi⸗ 
fen eingewilliget; wordurd dann 3) die Kyberin um ih 
ren Bräutigam Formen, dem fie, allen Umſtaͤnden na 
bie Treu font wohl. gehalten haben wurde, Sym übrigen 
ud) 4) der Vater Feine beftändige Urfache, farum ec in 
- bieft Ehe: Vollziehung nicht willigen Fönne , anzuführen: 
Ars it Hanns Ehriftian Vogel, des Elterlihen Diffenfus 
und Widerſprechens ungeachtet, Furtinen Seoberin zu ehe 
[iden , und mit ihr ſich Chriſtlichen Brauch nach, copuli- 
ren zu laffen, ſchuldig. In deifen Verweiserung, wird 
er von der weltlichen Obrigfeit biltih angehalten ; aud) 
mehr ermeldter Kyberin, injonberbeit da er (id) no * | 
| ar ETE MM — funber 





352 Von ber saris bet Geſchw.im | Sall oet Ehe⸗Verloͤbn. 


fuͤnden würde, von Zeit an ihrer Geneſung, zu ihrem und 
Des Kindes Unterhalt, von deme, fo derſelbe Durch die ihme 
per Decretum am 1r. Aug. 1680. auferlegte Caution vet: 
fidjert, ober im Sall bieftlbe nicht geleiſtet, von demjeni⸗ 
gen, was er etwa hiernechſt aus feinen Eiterlichen Ver⸗ 
‚mogen zu qeroatten , billich verholffen. Gie wird aber 
wegen ihres Verbrechens, geftalten Saden und Umflän: 
den ne Gefángnus auf drey Wochen billid) geſtrafft. 


v sy * Eu 














% 1 $. 19, | 
v)9üe —— V.) fan bet Stuprator zur Ehe Vollziehung nicht 
Stuprator gezwungen werden/ wann Die Geſchwaͤchte (id) vor eine 
He Fungfer ausgegeben und er fie nicht alfo befunden. 
bung odee Havemann. Gamolog. lib. 1. cap. 6. pofít. 5. S. 3. in frm. 
niheven ,. Bardil, de farisfadt. ffuprat. part. pofler. num. 48. feq. 
bunden, Dann gleichwie et fie felber hintergangen: alfo ift er hin 
Gdanéa Segen wiederum von ihr befrogen und Hintergangen worden, 
te fi) vor. dahero das beederfeits einander zugefuͤgte Unrecht nicht um 
eine unge hillich zu compenfirg, fo gar, Daß er fie nicht einmal zu 
geben, und dotien und auszufteuren gehalten iff. | 
nicht iſ. Bardil, car. loc. mum. 48. © $1. 
v1) Wann Und diefes findet VL) ftatt, wann gleich bie Geſchwaͤchte 
erin dem ſich ausdrüdlich vor eine Zungfer nicht ausgegeben / 
OL ſondern ber Stuprator in der That felbfE/ wäre hintergan. 
Sungie gen worden, und in bem Beyfärlaff befunden hätte, Daß 
aut befun (fe feine Zungfer mehr aevocfen fepe; weilen der Stuprator 
den eine ehrliche Jungfer oder Wittib zu ehelichen gehalten, 
nicht aber eine folde, bie ihre Keufhheit verlobren , und 
von einem andern allſchon ift geſchwaͤchet worden; bafero, 
wann biefelbe Urſach zu Wiederaufhebung der Ehe Ver⸗ 
Aöbnuffen, wie aud) ber Ehe felbft binlánglid) ift, fo ift 
fie aud) allhier für binldnalid) und zureichend zu halten, 
Bardil. difert. de faisfack. ſuprat. part. pofter. Beliebt 
' j Suy | welehe 


Des erſten Suchs/ adbtes Kapitel. 303 


Befiche oben den 7. und 13. $. beo vorhergehenden 

4. Capitels. | 
Wie dann aud) der Stuprator in bitfem Fall zu Feiner do. snb tarffie 
tation und Ausſteur verbunden iſt; weilen er Krafft feines dona 
gethanen Verſprechens die Geſchwaͤchte heyrathen muß, 
welche obligation abet cellirt, wann er fie als eine ung: 
fer nicht befanden. 

Sanchez. de matrim. lib. 1. difputat. Yo. num. ı2. Bardil. 

de ſaticfact. fluprat. part. pojter. num. sı. Beſiehe den 

7. $. des vorhergehenden 4. Capitels. 
Wie wann aber der Stuprator gewußt / baf die Ge⸗Wie wann 
fchwächte feine Tungfer mehr fepe/ und ihr deme ohn Pit Supra 
geachtet/ die Ehe verfprochen? Hierauf dienet Firglichaepterene 
zur Antwort, bag der Stuprator allerdings ſchuldig, bie Jungfer 
Ehe mit derfelben zu vollziehen, weilen ee nicht ift hinter und gros 
gangen worden, bann mer einer zuvor Geſchwaͤchten Die dannoh 
Ehe verforid)t , von der er weiß, daß (ie ein anderer vor; su, 
fero ſchon befhlaffen , der approbirt dardurd ihre Per⸗ PAR 
john und Suítanb , unb iſt aud) einer Dur bie gegebene che 
liche Treue zu halten. | 

Bardil. de ſatisfact. ffuprat. part, poffer. num. 52. feqq. 


! $, 20. : i 
\ _ torbie Ge 
VIL) Iſt der Stuprator an fein &heverfprechen nicht fónáore j 
gebunben/ wann erweißlich, daß bie Geſchwaͤchte eineipa vir 
Zur / oder mit andern Manns: Perfohnen verdächtig urn. fáulbis, 
aegangen, und liederlich gelebet. : | Aes 
Hert, vol. 2. decif: 872. Beflehe oben den 15.8. desvors mit andern 


hergehenden 4. Capitels dieſes tractats. derohnen 
Und alſo hat die Loͤbl. Juriſten: Fæcultaͤt zu Gieſſen s 


den 8. April. A. 1705. in caufa Hanns Hofmeiſters unb an. 
Anna Dorotbea Hofmeiſterin gefprodyen, verb, Als Gon. Refgon- 
x —X rad ſum. 


VIL) Iſt 


ber Stupra- 


304 Don bet Ssaisfder Geſchw.im Sall der Ehe⸗Verloͤbn. 


rab Hofmeifter Rahmens feinee Tochter, Anna Dorothea, 
wider Hanns Hofmeifter Kiage erhoben, weilen dieſer beo 
meldte feine Tochter nicht allem geſchwaͤngert, fonbern aud) 
berfelben bie Ehe verſprochen, hingegen Beflagter anfangs 
bie Ehe. Verforedung, und nad) ber Sand in feiner Ex- 
ceptions-Schrifft Num. A&or. 29, die impraegnation ne- 
girt, bod) barbey vorgegeben, daß fie liederlich geleber, 
ift den 17. Januar. A, 1703. fub Num, A&or. 37. ein In- - 
terlocut ergangen: Wann Beklagter, was er der Klage: 
rin imputirt , gebührend bartbun und erweifen würde, 
ſolches gehört werden folles Worauf den 25. Maij. ejusd, 
anni fub Num. Actor. 5o. weiter erfannt worden: Wann 
Riägerin in fupplementum ſchwoͤhren wuͤrde, daß Beklag⸗ 
ter fie unter Verſprechung der Che geſchwaͤngert, er als⸗ 
bann die Ehe mit ihr zu vollziehen ſchuldig; unb in Ver⸗ 
weigerungẽ Tall burd) Obrigfeitliden Zwang darzu antt: 
halten fene; es wäre bann , Daß er bem vorigen Befcheid 
gemäß, bie Imputara der Klägerin bartbun und erweifen 
fónnte, Don welchen Urthel fowohl Slfabin Schmidtin 
Inie;venientin, als aud Bellagter fupplicirt, au adar-: 
ticulos probateriales Zeigen cbbóren laſſen, und fonders 
lid) vorgewendet, baB er lange Zeit vorbero , nicht aber 
zu der Seit , welche Klägerin angegeben , fie befihlaften, 
mithin des Kindes Vater nicht fepe , weniger ihr bie Ehe 
verfproden habe. | 
Nachdem aber Beflaater bem Hanns Jordan, welchen 
Klägerin zu ibme geſchſckt, nicht allein ben Concubitim 
ac(tanben , fondern aud) geſagt, er wolle (ie wieder ehren 
und nehmen, 
ut is depofuit «4 art. probat. 1. & ſiq. ſub Nom. AGor, t5, 


welches er aud) an einem andern Drt gegen ben zweyten 
* Zeugen Fürgen Hermann Opfermaan wiederholet; 


ad 4. art. UE 
| is Und 


Des erſten Buchs/ acbtes Capite 305 
Und 2.) was Bellagter ihe imputirt , nicht erfviefen, 
dann was teftis 2. Heinrich Ilſenſer, ad art. probat, 1o. 
feq. Num. A&or. 78. deponitt , von einem unbekannten 
Kerl in Braunſchweig gehört zu haben, Klägerin nichtgra- _ 
vim Pane o ort | | | 
So haben wir dafür gehalten, ed feye dag vorangegoo — 
aene Urthel nunmehro pure zu confirmirn. 
Vili.) Iſt der Stuprator die von ibme verfprochene Ehe viu) 9g 
zu halten nicht ſchuldig wann die Geſchwaͤchte ſelbſt iur - 
Anlaß und Gelenenheit zu dee Schwaͤchung gegeben, unb fowiotem 
benfelben zum Beyſchlaff verführet und gereiget. en 
Richter. deeif/ 88. mum. 20. L. B.de Lynker. deciſ 1000.28; baltia nid 
fiche oben den 14. $. des vorhergehenden 4. Capitels, mr zu 


Es vermeinen zwar einige, ba zwar der Stuprator eine jog ip - 


fele Weibs- Perfohn nicht dotirn bórfe, wann er ihr. aber Gee: 
bie Ehe ausdruͤcklich zugefagt „ er feinem Verſprechen nach⸗ Dit 9m 
kommen, unb bie Geſchwaͤchte ehelichen müffe; weileneine 
Hur oder liederlihe Weibs Derfohn zur Ehe zu nehmen, 
„niemanden verwehrt; N | | 
- Leff. de 7. & 7. lib. 2. cap. XO. dub. 4. in fin. Bardil, de fa- 
Lisf act. fluprat. part. poffer. mum. 56. | A 


Alleine eà ift bie erſtere Meinung diefer legten nicht um 
billid) zu prferiren, weilen der Stupraror wie zu dem 
Beyſchlaff alfo aud) zu dem Ehe⸗Verſpruch iſt verleitet 
worden, dahero bie Geſchwaͤchte weder auf bie Vollzie⸗ 
“hung der verfprodyenen Ehe zu dringen, mod einige dota- 
bs unb Ausſteur von dem Stupratore zu fordern berech⸗ 

Pa iget. us! " N 3* vM \ 3 : | $ ; 

; Dd. antea citat. His 

Und alfo fat ber Shöpffen Stuhl zu Jena Menf. Ju- 

nit A. 1626. gefprochen, verb. Wann gleich eureg Sohnes Refpon- 
Dienſt Magd ihnnicht allein einer RR a A 


- 


366 Don ber sufder Geſchw. im Sall ber Ehe⸗Verloͤbn. 
fondern auch einer gelobten Ehe beſchuldiget, und derſelbe 
befannt, daß fie 3. Wochen vor Weyhnachten als et in 
der Stadt in feinem Bette gefihlaffen , mit einem Licht oh⸗ 
ne Mieder unb Bruſt⸗Tuch, vor fein Bett gekommen, 
an gefragt, ob ex fchlaffe? und als er darauf erwachet, 
ihn gekuͤtzelt, die Decke aufgehoben, und Durd) dergleichen 
eife Veranlaffungen , ihn dahin bewogen, daß er fid ſel⸗ 
igesinal fleiſchlich mit fie vermildbet , fo iff bod) euer 
Sohn die uan verſprochene Ehe zu halten nicht (dul 

0 e : * * Je i ; \ 
Refpon- E enaleidjem eben der Schöpffen Stuhl zu Jena Merf 
fem ll Febr. 4.1690. verb. Welches bey diefen Umſtaͤnden der 
Verführung eures Sohns, ben der Vater in ber Fremde 
. batte, und da derfelbe zu demStupro fonderlich bermaffen 
leichtfertig verleitet worden, um fo mehrers ſtatt bat 5 cum 
fibi imputare Drufilla debeat, quod pudorem fuum ipfa 
‘proftituerit, cujusreparationem fruftra per matrimonium 

defiderat. pus 





6. 2I. : 
ra  Shlüglichen.ift annoch zu merden, ba£ , wann das 
— angegebene Ehe Verſprechen noch zweiffelhafft / oder 
ihmäcten ſchwehr zu erweifen/ DemStupratori und der Geſchwaͤch⸗ 
wegen av ten gat wol zugelaffen fepe, fi hierüber mit einander zu 
en vergleichen, fo bag die Geſchtwaͤchte pro redimenda vexa 
aheus ver Ci Stud Geld ober fon(ten etwas anders von dem Stupra- 
isn tore annehmen, unb von der Ehe Klag abfteben Fan, 
|  Beuft. de Tur. Connub. part. 1. cap. 29. © 30. Heig. part. 

2 ie 16. Carpzov. Jprud, Confiflor. lib. 2. def. 233. 
uum. 7. fegg. „Bardil, de [atisfact. ſtuprat. part. pofter. 
num. $7. DA : : d 

Dann obzwar anfonften in Ehe Sachen die transa&ion, 

welche zu Wiederaufhebungder Ehe gereichet, ordentlicher 

Weiſe nicht Hatte findet} — | Vy 
sap. fiv. X, de transact. ibique Dd. Carpzov, eit. def. 233. 
ja PUMA 


Des erſten Buchs/ achtes Capite, -: 307 
num. 4. feqq. Lauterbach, Coleg. tbeor. pra&. ad ff, tit. de 
&rapsact. $. 21. 

fo gehet biefe8 jedoch in diefem Sall nur an, wann man 
weiß, daß eine Ehe oder Eheverſpruch vorhanden/ 
bann wo alles Ps weiffelhafft/ unb noch ungewiß, ob 
eine Ehe oder Eheverbindnus jemaln fepe aefdbloffen wor⸗ 
ben , da iſt bie transaction ohne Unterſchied erlaubt, bani 
man £an ja eigentlich nicht tool fagen, bag der Vergleich 
zu Wiederaufhebung der Ehe gefchehen fepe, wann die 
Ehe oder Eheverſpruch nod) ungewiß. 

arg. L. fin. Cod. de trausac?. Carpzov. & Bardil, eir. /or. 

Böhmer. 7. Ecclefíaff. tit, de transaction. S. 4. 


. Sormul eines folcben Dergleiches fónnte biefe ſeyn: gomul eis 
Nachdeme Juliana vor allhiefigen Confitorio Flagend ange. ne Ders 
bradjt , daß Titius fie nicht nur geſchwaͤchet und gefdyrodn- 2555 in 
(ert, fonbern ihr anbep qud) bie Ehe verſprochen habe, €ámiugo 
Seflagter aber des Beyſchlaffes unb Gmüngerung nicht 29e» 
in Abrede feyn fónnen , jebod) die eheliche Zufage ganglich 
verneinet , bie Klagerin aud) auf des Confiftorii beſchehe⸗ 
nes Erinnern und Zureden, nad) Gelegenheit biefer Sache 
und berfefben Umſtaͤnde, bie wider den Titium anaeftellte 
Ehe Klag, gutmillig ſchwinden unb fallen laffen, fo hat 
Beklagter endlihen dahin fid) erbotten und verfprodyen, 
der Klägerin für bie zugefügte Schwaͤch und Schwaͤnge⸗ 
rung , 800. fl. bann zu Erziehung des Kindes 400. fl, und 
alfo in allen 1200. fl. in folgenden dreyen terminen, nem» 
lichen auf fünffrigen Johannes Tag 400. fl. auf Michaelis — 
diefes Jahrs, wiederum 400. fl. und dann letztens auf den 
- Meuen Sabre Tag Fünfftigen Fahre, ‚abermalen 400, fl, 
‚zu. geben und zu entrichten, aud) jedesmalen ordentlich das 
mit einzuhalten; da aud) immittelft das Kind verfterben 
und mit Tod abgehen würde, folle bod) das Geld, oder 
4o viel daran nod) unbezahlt rn. sou 


Ian 


308 Von ber sarsf ote Geſchw.im Sell ber Ehe⸗Verloͤbn. 


— — — 


der Klaͤgerin, als Mutter, allein, oder wo ſie nicht mehr 
im Leben, ihren Erben bleiben unb heimfallen. Wormit 
bann Klägerin beſtens zufrieden geweſen, und Beklagten 
herentgegen für ſich, und ihr Kind, aller fernern Anforde⸗ 
rungen unb Zuſpruͤche, dieſer Eher und Schwaͤngerungs⸗ 
Sachen gaͤntzlichen erlaſſen, mit wiſſendlicher Verzeih⸗ 
unb Begebung aller ihr in Rechten zukommenden Exceptio- 

mum und Wolthaten , wie die immer Nahmen haben moͤ⸗ 
gen oder Fönnen. Welches beede Partheyen alferfeit8, bet» 
maffen, voie obftehet, mit Mund und Hand unverbrüd) 
lich zu halten, einader verfprochenund zugeſagt; Alles treu» 
lic) und fonder Gefábrbe. Zu mehrerer Beglaubigung, ift 
diefer Vertrag, in duplo, gleich Iautenb zu Papier gebracht, 
und jedem Theil ein Exeraplar davon, unter des hiefigen 
Confiftorii Snnfiegel zugefiellet worden. Sp geſchehen 
91. N. den 31. Martii A, 1741. — 


— | 

cpao3a5 bdo 26 36 S6 36 db: b dob Oo bob abdo Ob 636 0b 
Das Reundte Kapitel. — 

(Ob und wie weit einer zu Sall te 


brachten Perſohn / in Angebung deſſen / der fie ges 
ſchwaͤchet oder gefebwängert bat/ Glauben 





| beyzumeffen feyer 
Die Schwaͤ⸗ A EM i4 
hung muß 0$, 1. B e | 
aa '& Drinnen die Satisfs&ion ber Geſchwaͤchten beſtehe, 






EVA davon haben. wir bißhero in vochergehendendas — 
Semi: ro Pileln meitläuftig gehandelt; will aber Die zu Sad 
Yngeben cis gedrachte zu Diefev ihrer Satisfaction gelangen, fo muß fie 
ner Beibsrdie angegebene Schwächung mit allen ihren Umfländen 
| daB Be rechtsgenuͤgig erweifen und darthun; oam ihren bloſſen 
ober jene | — inge 





Des erften Buchs/ neundtes Capitel.: 309 
Angeben / bag dieſer ober jener fie geſchwaͤchet, oder Da fir efte 
ter zu bem Kind fepe, wird fein Glaub beygemeſſen; geidiiodn. 
Stryk. in ufu mod. ff. tit. ad Leg. Tul. de adulter. $. 19. & in (Tt, teirb 

atiis ad Brunnem. 7. Eccleſiaſt. lib. 2. cap. 18. S. 29. aree 
L. B. de Lynker. 4ec;f. 1425. Hert. voe. 1. refponf. 189. meſſen. 
Bardil. de [atzsf'acf. ffuprat, cap. 3. membr.2. num. 13./e4. 
Horn. conſultat. & refpon[. Glaff- 15. Refponf. 44. fel.1096. 
Sande 4b. 7. tit. 10. def: 2. 
Dann ba befannter maffen niemand in feiner eigenen Sache 
einen tüchtigen Zeugen abgeben Fan, fondern einem jeden 
“ dasjenige, was er behauptet, zu erweiſen oblieger, B 
L. 10. Cod. de teffib. L. 2. ff. de probat. 


So ift nicht abzufehen, oie das bloffe Angeben einer Weibs⸗ 
Perfohn, daß diefer fie geſchwaͤchet, oder aefdywángert, 
Giauben verdiene; nicht zu gedencken, daß vielmalen leicht: 
finnige Weibs Derfohnen ehrliche und unfehuldige Manns: 
Periohnen gans fálidilid) des Stupri befdjulbiaet , und zum 
Daterdes Kindes A auch des wegen nicht unbillid) 
ihrer ungegruͤndeten Bezuͤchtigung halber zur gebuͤhrenden 
Straffe ſind gezogen worden. Und ohzwar febr wahrſcheinich 
hier vider eingewendet werden möchte, es fepe wol nicht. 
glaublich, warum die Geſchwaͤchte den wahren Stupratorem 
verſchweigen, und einen andern, ber mit ihr gar nichts zu 
thun gehabt, faͤlſchlich angeben ſollte; fo ift Dod) dieſes 
zur Widerlegung ber von und ‚oben angeführten Urfach, 
dag niemand in feiner eigenen Sache einen tüdhtigen Zap» —— 
gen abgeben fónne , nicht hinlanglich , und bezeuget bie 
tägliche Erfahrung zur Genuͤge, das folde geſchwaͤchte 
Dirnen entweder um fdinóben Gewinns willen, oder au$ 
Surdt und andern Urfachen den rechten Stupratorem und 
Dater zum Kind verſchwiegen, und einen andern dafür ans 
gezeiset haben, p : 

Stryk. difertat. de defgmat, patris a matre infant. facla. cap. 

Qum hegp o 0 0000 00 o0 Sw. 


310 Ob der Geſchw. die Angeb. bes Stuprat. zu alauben ? 
2541218 Und liegt nichts Daran, e8 mag gleih diejenige, fo eine 
fhwähte Schwaͤch oder Schwaͤngerung vorgiedt, eine Aure und 
Sue erbare liederliche Dirne oder eine erbare und bamnere Weibs⸗ 
Derfopn, Perſohn fenn, wellen auch diefer bag in feiner felbit eige⸗ 

nen Sache verwerflide Zeugnus entgegen (teet, und alfo 

unter beeden hierinnfalls Fein Unterſchied zu machen, mito 
hin feinem von beeden in Anfehung ber angegebenen Schwaͤch⸗ 
oder Schwaͤngerung, Glauben beyzumeſſen. 

- L, 32. ff, adLeg. Aguil. L. 27. 8.2. ff. ad Leg. Tul. de adulter. 

| Stryk. cit, loc. num. 12... | 

Biedanı So (ui) , wann ein f£beroeib einen andern als ihren 
ee Mann zum Dater des Kindes angitbt , wird ihr ebenfalls 
wann ie ci fO ſchlechterdings hin, nicht aealaubet; theils, weilen dag 

nenanden, Zeugnus in feiner eigenen Sache in denen Rechten verwerf⸗ 

mid , andern theils weilen für den Mann eine rechtliche — 

Bater des prefumtion militirf, bag er der Baker zum Kind fepe; — —— 

L. 5. ff. de in jus voc, L. 24. ff. de probat. 

Benlauset teils aud) , weilen das Weib ihre eigene Schande allegirf, 
wird, und ibt babero zum prajudiz und Nachtheil eines andern 

. ein Glaube beygemeffen wird. | 

' .arg. L, 5. Cod. de condit, ob turp. cauf. L. 16. Cod. de trans- 

—. 48. Hartm. Piftor, Obfervat.123. Berlich. part. 5. conci. 

38, num. 49. Sttyk, cit. loc, pum. 13.fegg ; 


— E S. 2. | j 
qid... $yieraud ergiebt (id) nun, bag derjenige, welcher et» 











eónid, ne Schwaͤch und Schwaͤngerung oder eines Ehebruchs von 


».Cchwän einer Weibs Perſohn bezüchtiget wird, wegen dieſer bloffen 
Sms aub, on Beinahe Haͤfft nicht nM | 
beiuldigt zogen werden; weilen bie bloffe Inculpation eines Mits 

cun Übuldigen, wann nidjt anbereIndicia darbey concurriren, 

[er Blofen am und vor fid nicht hinreichend ift, ben Beſchuldigten zu 
—— inhafftiren. | id | 
inrer ^. Labor. £r. de Confrontat, difputat, 1. tbef. 35. Stryk. diff. 


me de af. gar. a mate fan fe. cap. uam. 16 
Mu ann 


Des erffen Buchs/ neundtes Capitel 311 
Dann darzu, dag man den Beklagten koͤnne zur gefaͤngli 
cen Hafft bringen, werden flarde und groffe Indicia und 
ng , in ber Peinl. Hals-Serihts Ordnung 
apte Carl be8 V. art. 6. und 11. erfordert, woran cà ali^ 
hier-gänglich ermangelt. ui mi | 
Leyfer. Meditat. ad ff: [pecim. $77. Meditat. 7, 


Dahero ein fehr groffer Fehler von einem Richter, wann 
er Den, welcher des Stupri befdjulbiget wird, und mit ans 
bern Derdacht weiter nicht gravirt it, fsaleid) in das Ge; 
fängnus wirfft, oder , wann er fid) verborgen, allenthal: Tann der 
ben auffud)en , und gefaͤnglich einziehen läffet. Wann die Zelbulvig- 
ſes der Beſchüldigte vermerkt, tbut er am beften, mann madr bos 
er fid inzwilchen mit der Flucht falvitf , ‚und verbirgt; man ihn 
bann barburd) macht er ſich gar nicht verdächtig, unb ife mac Nor 
bie Slucht ben verfpührter Nachflellung Feine redliche Anzei- disung der 
gung des befihuldigren Verbrechens. on: 
— 7. S. 3. ff. de adilit. edict. Leyfer, cit. fpecim. 577. me- Sen u 
* itat. 9. i | at er fic 
uUnd alſo hat bie Loͤbl "juriffenrecurát zu YOittem: stie 
 berg/ Menf, Majo A.1735. gefprodyen. verb. Esift wider in 
Johann Ehriftian Nollen, noch zur Zeit, in Ermangfung Relpon- 

mehrern Verdachts, nichts vorzunehmen, fonderh dem UM 
selben, aud) ohne falvo condu&u, fihunter dem Amt frey 
aufaubalten, unbenommen. 23. R. W. | 

. Rat. Decid. Dieweil bie bloffe Beichuldigung einer Ehe: 
bredyerin und Diebin , feinen ehrlichen Mann gravitn mag, 
hiernechft bie Flucht bey verfpührter Nachſtellung Feine red — 
liche Anzeigung machet; So iff nad) Innhalt unferes Ur 
thels billih ertant. — —— — | | 

Wann aber die Geſchwaͤchte ober Geſchwaͤngerte eine €i märe 

erbare Perfohn / der Befchuldigte aber von geringer Geikmäge 
Condition , oder ein liederlicher Menſch und zu befürchten, oder Ge- 


er moͤgte etwa durchgehen/ ea Sucht regreifen, — 
J t | als⸗ 





312 Ob der Geſchw. die Angeb. des Stuprat. 3u glauben? 


bare Per⸗ alsdann ift der Richter allerdings Defuat, benfelben incar- 
fob, und ceriten, oder aber nad) Befchaffenheit der Lmftände, in 
pese! Arreft, als welcher nicht fo ſchimpflich, al8 das Gefáng: 
ſchuldigt 
wegen dee nus, nehmen zu laſſen. T 
Lou Mev. part. 3. decif. 73. & tr. de Arreff. cap. 3. mum. 7. 18. 
& 19. Stiyk, cit. loc. num. 17. 
Hievon fagt Ludovici alfo: Was aber gemeine Leute find, 
welche burd) bie Inhaffurung von ihrer reputation nichts 
verliehren , mit denen pflegt man eben nicht fonderlidye 
Complimenten zu machen, fondern Diefelbe auch wool vot 
gen geringerer befihuldigten Verbrechen in das Loch zu (te: 
den. Dahero auf dem Lande, bie Bauren- Kerls offter8 
zur Haft gebradyt werden, wann fie. etwa eine Weibs⸗ 
Perfohn befchuldiget , bag fie diefe geſchwaͤngert, unb ihr 
die Ehe verfprod)en haben. 
in der Einleitung zum Peinl. proceff. cap. 2. S. 5. 
Ob der Gleicher geftalten ift der Richter nicht befugt, wegen ano 
Richter Die gegebener Bezuͤchtigung der Schwäd: und Schwängerung, 
— oder eines Ehebruchs die Special - Inquiſicion wider Den Be⸗ 
wegen die. ſchuldigten vorzunehmen. | 
E itt Stryk. uf. modern. ff. tit. ad Leg. Jul. de adulter. $. 19. & in. 











ung ans diffcrt. de deffgnat. patr. a matre Infant. faöl. cap. 2. sum. 
TEE 18. Bardil. de fatisf acf. ffuprat. cap, 3. membr. 2. num.14. 


Ley ler. meditat. ad ff. [pecim. 577. meditat. 7, & [pecim. 
14. meditat. 4. 5 i 
Welches auffer allen Zweiffel waltet, wanndie Geſchwaͤch⸗ 
te oder bie sÉbebrecberin eine Aur oder liederliche Dirne; 
dann wann der Richter die Special- Inquifition anftellen 
will, fo müffen rechtmaͤßige Indicia vorhanden feyn , woe 
fir aber bie bloffe Inculp.tion einer ebrfoffen und liederli⸗ 
chen Weibs⸗Perſohn nicht zu halten. | 
Stryk. 44 Brunnem, 7. Eccleſiaſt, lib. 2. cap. 18. S. 29. Mev, 
part, 3. decif- 73. i gr 
Wann 


Des erſten Suchs/ neundtes Capite. 3173 


— — — — — — — — — — — — —— 


Wann ſie aber eine erbare Perſohn und von guten Lebens⸗ 
Wandel, fo vermeinet zwar Mevius cir. Zo. e8 konne der 
Richter alsdann gar wol zu der Special-Inquifition ſchrei⸗ 
ten; beffen Meinung aud) nichts unbilliches in fib halt, 
wann der Befchuldigte eine fofde Derfohn, zu der man 
fich der besücbtigten That verfehen mag; dann wann 
zu der Inculpation nur mod) ein geringes adminiculum 
kommt, fo Fan bie Special-Inquifition gar wol vor die 
Hand genommen werden; a 
. Zanger. de tortur. cap. 2. uum. 48. Menoch. de arbitr.jud. 
- quaft. lib. 2. caf. 474. num. 25. D 
Wann aber ber Befchuldigte ebenfalls eine ehrliche unb 
etbare Perfohn/ fo halten wir dafür, daß in bicfem Sall 
die Special Inquifition nicht ſtatt abes dann weilen die In- 
quifition etwas ſchimpfliches , fo wäre hoͤchſt unbillid) , ei 
nes ehrlichen Mannes guten Rahmen, welcher ob er ſchul⸗ 
big ober unſchuldig, annoch gang ungewiß iſt, burd) bie 
Inquifition alfererit in Zweiffel zu ziehen, ba zumalen die. 
Rechts Lehrere einhellig Raruiren , bag die bfoffe Beſchul⸗ 
digung einer Geſchwaͤchten oder einer Ehebrecherin, als e 
ner Mitſchuldigen, fie mag aleid) aus eigener Bewegnus, 
oder auf Befragen des Richters gefchehen, Fein Indicium 
zur Special Inquifition made, t 
Carpzov. prax. Crim. quaft. 108. num. $8. Tabor. de con- 

frontat. difput. 1. tbef. 35. Stryk. ad Brunnem. f. Ecc/e- 
(00 fafe. lb. 2. cap. 18. $. 29. ad verba: ur puella. - 
und dag, warn es an redlich und erheblichen Indiciis und 
Muthmaffungen eines begangenen Scupri oder Ehebruchs 
ermangelt, oder wann Indicia vorhanden , dieſelbe aber 
feft gering und nicht hinreichend ſeyn, ber Richter den In- 
quifitiong-procefl nicht anftellen koͤnne. | 
. Bocet. zr. de adulter. cap. 3. uum. 148. Carpzov. 4. loc. 

num, 61. Brunner. proc. — gap. 4. qum. 2. 

; ro : 





Zu 


314 Ob ber Geſchw die Angeb:desStupras. zuglauben? 


Diegene- Zu der general Inquifition aber, voeld)e au bem Ende ange 
mabinquie fFeffet wird, daB man wiſſen möge, von meme eigentid)- 
Ko bad angekhuldigte Verbrechen fepe begangen worden, ift 
ben aor wol die bloſſe Angeb unb Beſchuldigung Der Geſchwaͤchten ober 


ant Ehebre herin f-ffizient unb hinreichend. : 
«- Farinac. Oper. Crim. part. 1. quæſt 43. num. 135. Stryk. de 


. defignat. patr. a matre Infant. fact. cap. 2. num. 29, 

| | $8. 3. " | 

EE u mehrerer Erläuterung deflen, was wir in nechſt 
en 2, S diefes Capitele angeführet , bag 
ei, nemlichen bie bloffe Bezuchtigung Oeo Seuprs oder sS£bes 
sung mw brücbe nicht hinreichend fepe, oie Special - Inquifzion wider 
Speca-in ben fBefdbulbiaten anzuftellen , nod) weniger aber Denfelben 
qub inca. Dieferhatben sucarcerien zu laſſen, bienet ein von der Löbt. 
zertung Juriſten Facultát zu Ha le/ Menfe Decembr. A. 1709. €t» 
Mite. fheiltes Refponfum, folgenden Innhalts: Hat Eliſabetha 
wid mt foanfin benfelben befhuldiget, daß, ba fie bey ibmneinfei 
Rebonis Bem Wittib Stand gedienet, fie oon ihme geſchwaͤngert 

















erlaͤutert. x 


Refpon. worden fepe, derowegen er belehrt fen will: 
d gegebene Bezüchtigung des Stupre für cime unge 
gründete difamation zu halten / und deshalben fei⸗ 

ne Special. Inguifition voibet ihn zu verhängen ſeye? 
So viel nun die Entfiheidung biefer Srage belanget , obs 
wolen denfelben zu gravirn feheinet, daß biefe Eliſabetha 
Hankin eben zu Der Zeit geſchwaͤngert worden, toit er im 
Witt wen ⸗Stande gelebet , umb fie bes ibm im Haufe in feio 
pen Dienften geweſen, unb babere , wann fit ihre Bezuͤch⸗ 
tigung mit ihrem Eide beſtaͤrckete, foldyes ad Inquifitionem 

guteidbenb zu feyn, feinen módbtez —— 00 

Weil aber dannoch diefe Hankin fonft ein verdaͤchtiges 
Leben aeführet , indem fie offte auch wohl in Mannes Klei⸗ 
— fend) des Nachts auf der Goffe anteeffen fafíen, inp 

tz ni 


AS 


Ob nicht die von Eliſabetha Hankin wider ihn an⸗ | 


Des erffen Buchs / ‚neundtes Capitel, 4 1.315: 
nicht fo fort auf ihn bekannt, fonbern (id) auſſer Landes. 
. gemadt, und zu Pribuß tauffen laſſen, woſe bſt fie ihn 
ohne Gefahr, wenn e8 bie Warheit geveſen, sum Vater 
angeben fónnen , nichts deito minder fie bey Berluft ihrer 
Seeligfeit vorgegeben , daß fie einen Ehemann hätte, (it 
aud) das Abendmahl darauf empfangen, aud) in der Ge 
burt des ihr geſchehenen Zuredens ungeachtet, batbep ges 
blieben , und zu ſolchem Ende fid) eines falfcben Briefeg 
bedienet , nachhero aber ihn eritlich beſchuldiget, unb bare 
gu vermuthlid) von andern inftigitet worden; Da nun wider 

enfelben nichts als die.bloffe inculpatio, ftupratae vorhan⸗ 
den , dieles aber eine perfona infamis und: perſura, welche 
(Ott und, feine Kirche duch Nehmung des Abendmahlg: 


betrogen ,. und aus denen Nechten befannt , quod fi talis: 


perfona criminis ſocia alterum . nominaverit ,. illa .nomi.. 


y 


natio nihil operetur, adeo , ur perfonamillam nequidem 
ICE Walt iWuJ d u pul $4 GN : F : 3 iu r gi 





fuípe&am faciat, TE t gp Tut cibrnsbiosb scd £3 
" Menoch, de arbitr. fud. quefl. Lib. 2. caf. 474. mum, $6. 
— ut Zanger. de Quæſt. & tortur. cp, 2, mum. $9519 oig 
& legitima indicia'contra aliquem non otiuritur ab infa-- 
mibus perfonis, nn SA ui sn B fe N i à 3i 
- Polyd. Ripa. de A&, in mert. art. cAp. 31. uum 16. in fie 
Zanger, d. cAp..2. NUM. 6I. s > * E WS & 
gumablen er eine ſolche Perfohn nieht ift, zu melcher man 
ſich dergleichen. verfehen fan, fonbetn er in einem offentlie 
hen Ehren Amt lebet, unb fonft niemahls einiges Laſters 
beſchuldiget worden, quando autem aliquis in publico of- 
ficio vivit, & ha&enushonefte vixit, tunc tale indicium, - 
quod ex: nominatione focii criminis oriri poffet, facile 
eliditUy ep ond usu | joerg aut 
- Mafcard. de probat, €oncl. I3. I IK. BAUM, 17. Zanger, 4. 
-.— €Ap. 2. num. 69, 2d de 


BN Na Kr 3 PELO dg 


Refpon- 


ſum II. 


316 Db bet Geſchw. bie Angeb. des Srprar. su glauben? 


in fernerer Erwegung, bag dieſes Menſch fo hauptſaͤchlich 
varitet , und vermittelft eydlicher conteftation aud) in ipfo 
partu ein anders ausgeſaget, auf welche [estere Auſſage im 
ſonderheit refle&iret zu tverden pfleget, und wie fonften 
einem tefti varianti nicht acafaubet wird, alio Fan aud) fot« 
cher ftupratee varianti um fo viel weniger Glauben zuge 














ftellet werden, daher aus diefen allen fo viel erſcheinet/ daß 


er mit ber Special-Inquifition zu verſchonen. Ä 
Und alfo hat aud) die Loͤbl Juriſten⸗Facultaͤt zu Alt⸗ 
dorff den o. Julii A. 1728. gefprod)en. verb. Demnach uns 
Decano , und andern Do&oribus ber Syutiften:Faculcát bey; 
Nuͤrnbergiſcher Univerfitát su 9f(tborfr, hiernechft wieder» 
um zuruckgehende Fa&i fpecies una cum fafciculo Adjun- 
&orum a Num. I. usque ad Num. 35. incluf. zugefertiget, 
und darüber ſowol, als bie darbey mit anne&irte hernach⸗ 
ftehende 2. Fragen unfer vechtliches Gutachten, una cum 
Rationibus decidendi, fürglidpen zu ectfeilen , verlange 
worden: Als haben wir ſolche in unfern verfammleten Col- 
legio verlefen,, wel und genau erwogen, und fo viel bie in 
ber Ordnung folgende Erſtere Srage anbetrifft. y 
b nicht genugfame Indicia auf den angegebenen 
Schneider AT, zugegen gewefen/ unb ex officio 
anderſt und mit Ernſt isquirict werden follen? 
Rechtens zu ſeyn befunden, Dag, ba die Stegina W. den 


- Paul Sriederih M. Schneider und Laquayen bey Herrn 


> N. N, zum Vater des Kindes angegeben, umb deſſen 
Rahmen in das Tauf Buch einzeichnen laffen, aud) dem: 
felben ihre Niederfunfft in einem Schreiben, burd) ihren 
Bruder Hanns W. [aut Arteltati füb Signo C, notificitt, 
weniger nid)t von felbigen ein Antwort: Schreiben dieſer⸗ 
halben hinwiederum zurud erhalten haben folle, feine folo 
che indicia zwar vorhanden, daß wider befagten M. fpe- 
cialiter inquiritt werden mögen 5; gleichwoln aber. Domi- 
pus Judex in alle Wege genugſame Urſachen gehabt hätte, 
2 nqui- 


! 


‚Des erfien Buchs / neundtes Capitel. 317 
Inquifitionem generalem anzuſtellen, umb wer probabili- 
ter ber Thäter, unb Vater zum Kind fepe, Information 
einzuzichen; cum inculpatio feminae, qua ab alio.fe im- 
pr&gnatam dicit, fi nullum adminiculum accedat, ad 
Inquifitionem fpecialem contra hunc inftituendam equi- 
dem non fufficiat , generali tamen Inquifitioni candem 
locum facere, communis eft Dd. traditio, 2 
Farinac. Oper. Criminal. part. 1. quef. 43. hb. Y. mum. 1384 
Carpzov. prax Crimin. quefl. 111. num.27. feqq. Auguft. 
Stryk. differt, de deffgnat. patris a matr, inf ant. fact. cap, 
2. Mum. 29. | —— | 
Die zweyte Frage: EENIN IR 
Ob die Canaille und proſtibulum dermaſſen durch ihre 
Ausfage fidem merititt / Daß ido zur Iuquiftion qezo» 
gen/ und fo gar mit perfonal-Arref? belegt werden 
Tonnen? o0 TX un ——— 
beantworten wir dahin, daß der W. Ausſage wider Herrn 
KRequirenten, daferne ſonſten Fein Verdacht ober Beweiß 
vorhanden, an unb vor fid) nicht ben allergeringſten fidem 
meritite , noch felbigen zu gravirn vermoͤge; allermaffen 
ausfündig unb fchon Länaften verfochtenen Necdhtens, quod 
ficuti femina, fe ab altero conftupratam & impraegnatam 
. affeverans, ftuprum fibi illatum five copulam carnalem, - 
cum omnibus qualitatibus probare teneatur, ^ ^^ 
L. 2. ff. de probat. cap. conguaflus X. de for. compet. Befold. 
confil. Tubing. part. 3. conf. 140. num. 5. Theffaur, decif, 
v3. num, 4. Boër. decif, 206... u nte 
ita concors omnium Dd. eft traditio, feminze feu cum ali. 
quo concubuiffe, & ex illo gravidam factam afferenti, eo 
quod nemo in re propria idoneus fit tel, — EM 











L. 10. f. de teflib. * ir I 
nullatenus fidem habendam,, talemque defignationem Pa: 
tri degnato nullum inferre prejudicium, ^. 
. Bosr, 4. 4 Berlich. part. 5. coucl, 38. num. 49. ues 

K | iftor, 


318 Oi 18 Ob der Gefhw.die Angeb. des Stuprat. zu fü glauben? : 


-  Piftor, Obf. 128. Zanger. de teriur. cap. 2. num. Bere. 
Horn. conſult. & refp. claff. X. refp. 47. fol. 1105. 2 
Wernher. Seleéi. oM. Ferenf. vol, E ur 117. & vol. 3 
:"Olf. 148. 
fe gar, dag aliis indiciis deficientibus , dergleichen inculpa- 
tion ne quidem ad hoc, üt contra inculpatum [Pecialis in- 
ou formari queat, für hinlänglich geachtet wird, - 
Wernher. dd. loc. Carpzov. prax. Crim. queff. 108. num. 
57. Tabor. de confrontat. diſput. x. sbef. 35. Cothmann. 
"vol. 3. refp. 30. num. 133. — 
am alleewenigiten aber der Judex zur Captur oder Incarce- 
ration dieferhalben fo-fchlechterdings fchreiten fan, —— 
. Tabor. de confrontat. d. diff. 1. num. 35. Stryk. differt, de 
del efignat. patr. a matr, infant. fact. cap. 2. num. 16. 
tametũ illa i impragnatee affertio —— juramento fi fit cor- 
xoDborata; |... 
Berlich. 4. /. num. $2. ‚Sande decif. Frif fe. lib. 1. tit. 10, 
def. 2. Berger. Oecon, jer. lib. 4. tit. 33. S, 3. ‚nah, 2. 
Pag. 1198. | 
vei in maximis di ificulratilus partus facta, 
Bardil. aput de ſatiact ‚fuprat. cap. 3 — ide ; 
Mev. 4d $us Lubec, part. 4. tit, 5. art, 1. mum, 16. 
aut ftuprata vel adultera ad confirmandam fuae aflertionis 
veritatem,.Eucharifliam fat féepersts wann fie dag Beil, Abend⸗ 
mal darauf genommen... 
Farinac, Oper. Crimin, part. 1. quf 46. "un. pra Stryk, d. - 
1 differt. Cape 2. num. 69. 
Woraus dann fid) eraiebet , bafi in Ermanglung anbetuei 
tiger indiciorum, Herr Requirent ob nudam ftupratee in- 
culpationem weder zur Inquifition gezogen, am allerwe⸗ 
nigften aber mit perfonal:Arreft, vorfommenden Umſtaͤn⸗ 
den nad, mit Recht belegt werben mögen; und amar um 
fo mehrers, als eines theils derſelbe oun: honelt® ei 
de 








Des erſten Buch Buchs / tieu BURN ntes Eapitel, 319 


— — — —— 





& fame, wider weldye die die nominatio itio focii c criminis ohne⸗ 
bem feinen rechtlichen Effet hat, fondern alsdann er(thin 
zur Inquifition mit Zug geſchritten werden kan, wann ſol⸗ 
che Perſohnen vorhanden, zu denen man ſi ó dergleichen 
bezüchtigten Ubelthat verfehen möchte, | 
vid, Conflit. crim. Carol. V. art. 25. 6. 3. art. 31,8. zum 
vierdten, & art, 37. 


ficuti enim vita nequiter & flagitiofe pera&a juftam indu- 
cit criminis obje&i crudelitatem; ita e diverfo bona fama 
de vita honefte & decore gefta omnem ex tali nominatio- 
ne refultäntem fufpicionem facile expurgat & diluit, cum 
talis quisque praefumatur, qualis olim fuit; 
L. $. $. 6. ff. de re milit. Langer.detertur. cap. 2. num. 69. 
Stryk. i» not. ad Brunnemann. 7»; Ecclef. lib. 2. cap.:8. 
: $. 29. verb. wt puelle alias bonefle. Suyk. (ar citat. dif- 
(fert. cap, 2. num. 26. 


andern theils aber , weilen bie W. in defi iehationie varii- 
et, unb zuvorhero den Paul Friederih M. vor den Ba: 
fer ihres Kinds beftändig angegeben , aud) deſſen Nahmen 
in das Tauf- Buch einzeichnen laffen,, dahero berfelben In- 
culpation ob hanc variationem, um fo weniger ein india 
cium ad inquirendum vel arreftandum. wider Herrn Re-- 
quirenten machen koͤnnen; 
- Horn. conſultat. & refp. claff 15. rep. 47. ve. 1105. p 
Stryk, est. cap. 2, pum. 77. Tabor. de sanfrontat. di[put. 
1. £be[. 40. 
Eft enim variatio in jure odiofa, certitudini contraria, & 
inducit fufpicionem fall. 


. Tabor. 4. tr. difput. 4. thef.. 14. en prax. nA | 


quaft. 120. num. 76. Barbof, £5ef- locuplet.. VOC. variatio | | ; 


axiom. 1. 


Und da auch Der geialten fein i bintánglidye Indici, | 
un 


320 db der Geſchw. bie Angeb. des Luprat. zu glauben? 
um welcher willen ein remedium eruendi veritatem nöthig, 
vorhanden, fo ergiebet fid) hieraus fo viel, bag Berr Re: 
quirent, geftalten Sachen nad), und wann fonftennichts, 
fo.ihn gravirn könnte, zu ſchulden kommt, auch nicht ein⸗ 
mal mit dem juramento purgatorio, ob folam & nudam hanc 
nominationem ab impragnata fa&am; fünfrtiabin belegt 


werden Fönne, | 
. Sttyk. 4. differtat. cap. 2. num.9$. Horn, caff 15. refp.47: 
fal. 1106. 5) Bardil. de fatisfact. fluprat, cap, 3. membr. 
„ot 2: RUM. 15. rüiecmotfias sio 13 — 1 
Eft fiquidem: commune Interpp. Juris effatum & in legi: 
bus fatis probatum: juramentum purgatorium aliter impoe 
ni non. poffe , quam fi fufficientes adfint praefumtiones, 
fufpiciones & indicia reum gravantia ;. à 
IL. 6. S. 4. Cod; de bis, qui ad Eccleſ. confug. cap. 9. X. de 
purgat. canon. Carpzov. proceff.- Saxon, tit. 12. art. 3. 
gun. 7. Lauterbach, Colleg. rbeoret. pract. tit. de jurejur. 
$ 45. Se ort vd 
Si vero nulle conje&urze & indicia, aut non verifimilia 
contra reum pugnent, vel quae adfuerunt, fastis purgata, 


abfolvendus potius eft, quam juramento gravandus, | 
cap. 8. X. de purgat. can. E. ult. S. 4. Cod. de bis, qui ad Ec- 
clef. Carpzov. prax. crim. pert. 3. quafl. 116. num. 62. 

& in proceff. Saxon. tit. 32. art, 3. zum. 7. € 21, Horn, 

fel aa dGi bes esum po m. a 

Wegen de iibri F3 s d ; en m dp o4 
biofender Wie nun wegen der bloffen Bezuͤchtigung des Stupri 
foulbiguis oder eines Ehebruchs feine Special-Ingziftion nod) Incar- 
Mene zeration ſtatt ſindet: alfo Fan noch weniger fothaner Incul- 
bruéfan patior halter, eine Confrontation vorgenommen werden, 


> * 


feine Co^. Bonn in welchen Fallen ber Richter zur Special-Inquifitio 


v rgenpme als ein antecedens, fibteiten fan, in diefen. Faͤllen ift auch 
wien werdẽ. H vule t m — it 


Des erſten Buchs/ neunbtes Capite, ^— 321 
bie Confrontation, al ein fubfequens, und ein Theil ders 
felben zuläßig; herentgegen mo bie Special Inquifition nicht 
Pla bat, ba mag auch bie Confrontation nicht vor die 
Dand genommen werden. | 
Stryk. differt. de deſgnat. patris a matre Infant. fat. eap, 2 
num. 30. f699. Ae S 
ie mum aber diefes feinem Zweiffel unterworffen, wann 
die Bezuͤchtigerin eine Hur oder liederlihe Diene: — 
. Mev. part. 3. decif. 73. Carpzov. prax. Crimin. quefl. 114: 
BAM. 78.fed. ^ ! j | 
alfo ift eben diefes aud) zu fagen, wann gleich bie Ehebre⸗ 
herin oder bie Geſchwaͤchte anfonften eine erbare und un: 
verleumde Derfohn wäre;  _ nu 
Stryk. cit. Joc. sum. 32.8 & 33. 
Dann ba die Confrontation einem ehrlichen Mann fehr 
nachtheilig und fhimpflih , fo darf der Richter obne erheb⸗ 
liche und rechtmaͤßige Anzeigen zu folder nicht fdreiten, 
unb iff ein ehrlicher Mann (id) berfelben zu unterwerfen 
nicht fhuldig. : que 
| Carpzov. prax. Crim. cit. loc. num. 77. Zanger, de tortar. 
cap. 1. num. 50. feqq. Cothmann, vol, 3. refponf- 29. 
num.456 | A 
Daferne aber der Inculpation der Ehebrecherin ober der €t mire 
Gefhwächten/ annoch andere Indicia und adminicula mit Pay dab 
bepteetten, it der. Nichter oie Corfrontation vor die Hand parion nod 
zu nehmen allerdings berechtiget. | TW Di odi 
Stryk. cit. loc. num. 13. Sande 4b. 7. deciſ. Frifíe. tit. 1O. ttetten. 
def. 2, Carpzov. part. 1. Conflit. 22. def. 1. € 5. ru d 
Und dahin gehet unter andern, das von der Loͤbl Ju⸗ Refponz 
tiffenzFacultát zu Altdorf den 12.Septembr. 1729. ertheil ſum. 
te Refponíum: verb, Und meilen auch über diefes bie In- 
! | 632  culpatio 
































322 Ob der Geſchw. die Angeb. des Sruprat. zu glauben ? 

culpatio imprægnatæ aut defloratae nad vieler. tapfferer 
und bewährtefter Nechts-Lehrere Meinung , alsdenn adin« 
quirendum & confrontandum für hinlaͤnglich geachtet wird, 
B noch andere Indicia & adminicula derfeiben mit bee 
tretten; | 


| Zanger. de tortur. cap. 2. num.48. Menoch. Jil. 2. de arbitr. 
jud. quaft. caf. 474. tum. 25. Sande lib, 7. decif. Frifie. 
tit. 10. def. 2. Carpzov. part. 1. Conflit. 22. def. 1. 8$. 


oder aber einiger Meinung nad), bie Stuprata Feine femi- 
ra vulgatae pudicitiæ, fondern extra ftupri patientiam vi« 
tae honeltz, 


Mev. part» 3. decif. 75. Bardil, ae fatisfad. fluprat. cap. 2. 
membr. 2. num. 18. feq. Harpprecht. confl. tubing. 25, 
aum. 39. Brunnem. 7. Eccleſiaſt. lib. 2. cap. 13. S. 29. 

^ ibique Stryk. inaddt. : Hc 
heedes aber allhier mit einſchlagt, und dahero Inquifit gue 
Genuͤge iff gravirt worden, fo, daß mit DerSpecial-Inqui- 
fition wider ihn unb ber Confrontation, optimo jure fat 
verfahren werden moͤgen. | 

Noch vent Am allermenigften aber macht bie bloffe Beſchuldigung 
ger ae, der Geſchwaͤchten oder Chebrecherin ein genugfames In- 
folgte dicium, daß dieſerhalben allein, der der Sqhwaͤch und 
siehe. Schwaͤngerung oder des Ehebruchs Beſhuldigte mit der 

den mitder ortur oder Peint. Srage Fónnt angegriffen werden. 


| —— Carprov. prax, Crim. quæſt. 122. num. 77. Hart. Piftor. 


Obfervat. 128. num. 1. feqq. Sttyk. differt. de deſſgnat. 
patr. a matre Infant. faéf. cap. 2. num. 37. eqq. Langer. 

: de tortur. cap. 2. num, 47. ſeqq. num. $6. & 214. 
Refpon. _ Und alfo hat die £ 6bI. Juriſten Facultaͤt zu Altdorff/ - 
fom, - den ı1. O&cbr. A. 1730. geſprochen. verb. Dann gleich⸗ 
wie ein ausfindig gemachte Sache iff , daß ber Judex ad 
poenam nicht ehender ſchreiten fan, che unb bevor hadde- 
| | idum 








d T 


Des erſten Buchs / neundtes Tapitel |^ 323 
um vollkommen erwieſen, nam pœnam non nifi con- ^ 
feflo vel convitto irrogare licet; "der | 


N 











L. 16. Cod de pez. ibique Brunnem. & Dd. Ziegler. Dz- 
cafe, conci. 27. uum. 3. Catpzov, prax. Crim, quaft. 113. 
coc wn. 3- feq. G quæſt. XYqe numm 0 nun 
alfo if auch weniger nicht befannt , und ſchon laͤngſten veri 
fochtenen Rechtens, bag die bloffe Beſchuldigung einer Che; 
bredyerin an (id) fem hinlaͤngliches Indicium contra perfo- 
nam adulterii vel ftupri infimulartam made, daß ber Bes 
poußiate dieferhalben mit der Peinlichen Frage konne be 
Garpzoy. prax. Crim. queff. 122. num. 77. Berlich, part.4. 
—  "encl, 27. num. X31, Farinac, prax. Crim. part, 1, quaf?, 
43. num. 42. feqq. Langer, de tortur. cap. 2. pum 47. feg9. 
Kara. 56, G^ num. ara. CUN HANDRSSEIEHS, TRANS 
nominans enim perfona eft focia & particeps criminis, 
cui credi non debet; eXERHM. SMS 
L. 17. $. 7. ff. ad Leg. Jul. de adult. L. 11. Cod, de teffib, L. 
' fin. Cod. de accufat. Menoch, de arbitr. fudic. lib2. caf. 
27a: Dun afghanischen 
Und da fonften unius hominis five teftis non omni exce- 
ptione majoris teftimonium zur Peinlichen Stage nicht ^ 
binteiitubs- ones AHORN | 
L. 20. ff. de quæſt. ibique Dd. Ordinat. Crim. Carol. V^ art, 30. 
fo bat um fo weniger ein Richter bem teftimonio hominis 
de crimine convi&i Glauben beyzumeſſen , daß er bloffer 
dings um feiner Ausfage willen, denjenigen mit ber tortur 
belegen folle, ben er als Socium criminis angegeben hat, 
. Bocer, tr. de tortur. cap. 3. num. 45. Carpzov. prax, Crim. 


* -queft. Xo. mum, 37. ſiq. EIER a olio * 
- Daferne aber mit dieſer Inculpation der Ehebrecherin oder Ei märe 


Jh | DE Ce mi 
Der Geſchwaͤchten ique dii 3 ru und Umftände — 


*YopDe4 


824. Ob der Gefchw. die Angeb. des Stuprar. zuglauben? 
meh hier concurriten, alsdann ift ber Richter wol befugt, die tor- 
sireten. — tur Vor bie Hand zu nehmen. 

- Berlich. par£. 4. concl. 27. num. ı31. Carpzov. prax,Crim. 

402 quaft. 122. num. 77. 
a Was für Indicia aber allhier concurriren müffen, bag der 
erforder, des Ehebruchs Befchuldigte zur cortur Fönne gebracht wer⸗ 
io? — ben, bavon iff unter andern mit mehreren nachzuleſen | 

. Brunnem, proceff. Inquifit. cap. 8. membr. 5. num. 2. 


infonderheit aber. a yiii : 
" "Tabor. de confrontat. difput. 4. cap. 2. thef. 2. feqq. allwo 
. er weitläufftig anfübret, daß, wann ber Beſchuldig⸗ 
. te entweder eingeltünde, oder durch Zeugen zu übers 
' wife wäre, baB er bie Ehebrecherin um den Bey 
ſchlaff — und ſolchen bey ihr tentirt, der⸗ 
D eibe DI. er. Peinlichen Frage gar wol belegt wer⸗ 
— iV 


Der Reini⸗ iernechft mag auch nicht einmal wegen ber. Bloffen 
ange o Bezuͤchtigung der Geſchwaͤchten oder der Ehebrecherin/ 
gen bo blo Dem Belchuldigten das juramentum. purgatorium; oder der 
fen neulpa- Reinigungs-Eid mit. Hecht auferlegt werden. " 
falenigt, — Batdil. de fatisfacf. luprat. cap. 3. membr. 2. num. 19. Ley- 
Batt, ‚fer. .meditat. ad. ff. Specim. 142. meditat. 7. Horn. confal- - 
tat. & reſponſ. Claff. 135. Reſponſ. A4. fol, 1096.,b) Stryk, 

differt. de defignat. patr. a matre Infant. fact cap. 2, num. 

95. feqq. Muller. de Fur. pregnant. cap. 8, theſ. 8.. Car- 

; pzov. prax. Crim. quaft. 96. mum. 54. au 
Weilen dieſe Inculpation an unb vor fid) ben Befchuldigten 

im aering(ten nicht gravirt, unb Fein hinlangliches Indicium 
abgiebt, tn Ermanglung aber eines ceditmagigen Berdachts 

^75 wnb Argwohns, der Reinigungs Eid nicht ftattfinbet; ^ — 
(5005 s Haroprecht. confl: tubing. 25. num. 17. Lauterbach, Cokeg. 

? &beor. pract, ad ff. tit..de jurejur. $. 47. | wt 
nd 


Des erſten Buchs / neundtes Capite, 33% 
Und alfo Hat der Schoͤpffen⸗Stuhl zu Halle d. 16, Au. : 
guſt. A. > ad Interrogationem Chriſtoph Seinrich — 
von Lochau / geſprochen. verb. Hat Chriſtina Muͤllerin, 
al man fie in ber Beſichtigung ſchwanger befunden, und 
befragt, von weme fie zu Sal gebracht, auf ben 9ttit 
Knecht Hanns Sittingen befannt , und iſt num bep ber Ge 
burt unb Confrontation, bey ber Ausſage beftandig ges 
blieben; e will aber der Reit: Knecht foldyes nicht geftehen, 
babero fie fidy zum Cörperlichen Eid erbotten. . Ob num 
mol deraleichen delicta catnis in occulto vollbr adit werden, 
dahero burd) Zeigen ſchwerlich zu beweiſen; dieweil aber 
bannod) die blofie Bezuͤchtigung nicht_genug ift, fo mag 
gedachte Ghriftina Mullerinz daferne fie nicht andern Be 
weiß hat, des anerbottenen Eides halber nicht. zugelaflen .... ... 
werden, aud) ift Hanns Sittingen fein Sewiffen ,' in Man- 


gel. fráfftigez Indiciorum, zu reinigen nicht fhuldig. 93. 


. ecc e UNES As Pepe y MC — 
Ingleichen die Loͤbl. M Rd o zu Altdorff/ d.g. Refpon- 
Julii A, 1728. verb. Und da auch folcher geftalten Feine hin, fum IL 
Tängliche Indicia, um welcher willen ein remedium eruen- 

di veritatem nöfhig, vorhanden, fo ergiebt (id) hieraus 
fo viel, bag Herr Requirent, geftälten Sachen nad), und 
wann fonften nichts, fo ibn gravirm fónnte, au fdyulben 
fommt, aud) nicht einmal mit dem juramento purgatorio, 
ob folam hanc & nudam nominationem ab impraegnata 








fa&am, Einfftiahin belegt werden koͤnne i. no 
7 Stryk. differtat. de defrgnat. patr. a matre Infante fa. cap.ai |... 
"C mum. 95. Horn. C/aff 15. Refp, 47. fol. 1106. 4) Bardil. 
- ' de fatisfat?. fluprat. cap. 3. membr. 2. mum. 355 nn 
Eft fiquidem commune Interpretum Juris effatum & in le- 
gibus fatis probatum : juramentum purgatorium aliter 
imponi non poffe, quam fi fufficientes adfint praefumtio« 
nes, füfpiciones & Indicia reum gravantia ^ ^ ^ ^ - 
L. 6. $. 4. Cod, de bis qui ad. Ecclef. confug. cap. 8. X. de 
ud Ae purgat. 


m" 


809 nicht 
andere In- 
dicia bats 
bey con- 
ourriren. 


Refpon- 
(um L 





326 Ob ber Geſchw. die Angeb. des Srnprat. su glauben? 
purgat. cal. € arpzov. proc Sax. Ht. 12. art. 3- "um. 7. 
Lauterbach. Codeg. theoret. pract, ad ff. tit. de jurejur. 
— rr090 2 1677 | 

$i vero nulla adfint conje&urae & Indicia, aut non veri- 

fimilia; contra reum pugnent, vel quae adfuerunt, fatis 

purgata, abfolvendus potius eft, quam juramento gra- - 

vandus. . | Hu 5 

— €ap. 8. X. de purgat. canon. L. fin. &. 4. Cod, de his qui ad 

(Ecclef, Catpzov. prax. Crim. quaft, 116. num, 62. & in 

Loo proce[f.. tit, 12. art. 3, oum, 7, 6 at, Horn. cit, reſponſ. 








47. VU 1108, M)... 
risd Sí 6r 

Daferne aber nebſt der Beſchuldigung ber Geſchwaͤch⸗ 
ten oder der Ehebrecherin nod) andere Indicia unb Muth⸗ 
maffungen eines begangenen Stupri ober Ehebruchs concur- 
riren, kan der Richter dem Beſchuldigten den Reinigungs⸗ 
Eid, entweder ex officio oder auf Inſtanz und Verlangen 
der befdutbigenben Weibs Perfohn, allerdings zuerkennen 
» Sande decif. Frifie, lib, 1, tit. Yo. def. 2, Brunnem. 7. Ec- 
pos Clef lib. 2. cap, 18. S, 29. ibique Stryk. is addit. Horn. 
‚.. €onfultat. & ve[ponf. Clajf. 1s. refponf. 44. fol. 1o96. 
....„Itryk..difert. de deftgnat. patr, a matre Infant, faci, cap. 
coo BUM, 94. SHMSCU us TUR TAN 

Und alfo bat bie Loͤbl Juriſten⸗Facultaͤt zu Mitten: 
berg d. 6; Septembr, A..1697; ad interrogationem Georg 
Aßmanns / Boͤnigl. Advoearen und Beamtens zu iege 
nis geſprochen: verb Hat Barbara B. eineledige Dirne, 
id br Alnchren ſchwaͤngern laffen, und ift, nachdem fie 
olches: beftánbia gelaͤugnet, aud) gegen den Priefter „fo 
ibr vor ber Beichte hart zugeredet, nicht aefteben wollen, 
medio [:nuarii dieſes Fahre eines Kindes genefen, zu def: 
fen Bater fie endlich nad) ber Geburt ——— 
inri 


Des erſten Buchs/ neundtes Capite «38 


Heinrich B. einen ledigen Gefellen angegeben , unb der 
Here will, wie in diefer Sache su verfabren, und welches 
heil mit einem Eide qu belegen, des Rechten berichtet 
feyn , nach mehrerm Inhalt des und zugeſchickten Berichte, 
Rationes Dubitandi. Wenn nun gleih Barbara B. ber _ 
faaten Heinrich B. anned) vor ber Zauffe des Kindes, zu 
deſſen Vater, wie gemeldet, angegeben, dieſes aud), und 
bag er einsmahls Abends auf ber in ihres Vaters Haufe ber 
Stuben Thür gegen über befindlichen Treppe fie geſchwaͤn⸗ 
gert, aud) dabey, vole es ihr einmahlnicht fdyaben würde, 
vorgegeben, unter bie Augen geſaget; Hiernechſt befaater 
Heinrich B. daß er einſtens fur& nad) Pfinaften. voriges 
Jahr ben ber 2B. auf der Treppe gefeffen , und fie wohl ba» 
mahls, ald auch vor 2. Fahren, da fie zu ibm in die 
Scheune, allwo er auf der Streu gelegen, fommen, und 
Pu gekuͤtzelt, ein wenig begriffen, felbit geftanden unb bes 
ennet ; Sh dd : | 
Rationes Decidendi. Dennoch aber unb dieweil barben 
ermeldeter Heinrich B. daß er mit der 29. fleiſchlichen fid) 
vermiſchet, beitändig verneinet, dieſe Befchuldigung aber, 
wenn fie auch gleich eidlichendeitärcket würde , dem incul- 
pato feines weges nachtheilig feyn, unb graviren, wenn 
ger felbigen überführen mag , in Erwegung Diefelbe einefol- 
che Perſohn, welche fid ttupriten faffen , alfo in dieſem 
delido complex, und ber zumahlen wegen ihrer harten 
Derläugnung der Schwängerung wenig Glauben beyzu— 
meffen; 3m übrigen Heinrih B. durch fein obangezogenes. 
Geſtaͤndnuß fid) felbft einiger maffen verdächtig gemachet: 
5o erfcheinet daraus fo viel, bag Heinrich 95. nad vorherge — 
hender [harten Berwarnung vor ber fdyweren Straffe de 
Meyneids/ bargu aud) mot ein Geiftlicher zu gebrauchen. fid 
 vermittelft Eides zu reinigen, unb, daß er mit Barbara 93; 
fich fleiſchlich nicht vermifdet, zu ſchwoͤren ſchuldig; Er thue 
nun ſolches oder nicht, fo ergehet nichts beftoreniger in 
der Sache allenthalben ferner, was Recht iſt. V. 90. W. 
Zt Inglei⸗ 


328 Ob der Geſchw. die Angeb. bes Stuprar. zuglauben? 


Refpon- · Ingleichen oie Köbl. Cjurijten: Farnkät zu Aitdorff/ 
fum IL. den r1, O&obr. A. 1730. verb. Wie bann aud) der Judex 
ob folam hanc defignationem ab adultera factam, wann 
fonften nicht andere adminicula concurriten, ben deno- 
minatum mit der tortura fpirituali, five juramento pur- 
gatorio denen Rechten nad) nicht belegen fan; cum talife- 
mina tanquamtefti inpropriacaufa, nulla plane, inpr&- 
judicium tertii, habeatur fides, deficientibus vero indi- 
ciis & fufpicionibus juramentum purgatorium ceffet, — 
* Harpprecht. coz/Z. tulizg. 25. num. 17. Seryk. in addit. ad 
Brünnemann. fus Ecclef. lib. 2. cap. 18. $. 29. verb. ut 
20 quelle. Bardil. differtat. de [atisfack. fluprat. cap. 3. membr. 

.. & S. 19. add. Horn. confulkat. & refp. fol. 1106. b) 


Nachdemmalen aber gleichwolen in fa&o fij fo viel ver⸗ 
ofrenbabret , daß ber inbafftirte felber ad. art, Inquifit. 8. 


& in confrontatione eingeftehen muͤſſen, mie er Inquifititt 
ein&malen an einem Feyertag unten in ihrer Stuben, da 
er auf der Band gefeflen, im Borbengehen , beym Rod 
ergriffen , und fie zu lich: gezogen, weiches aud) die Maria 
Sinfingerin,, fo 13. Jahr alt, und damalen aud) mit zu- 
gegen geweſen, Laut ihrer. fummarifden Auſſage, mit. atte 
gefehen, mit bem fernermeiten Anhang, es waͤre Inquißi- 
tin aleid) wieder von ihme weg zu der Band? gehafpeltz fie 
deponentin aber hierauf fortgegangen , der Rauchfang⸗ 
fehrer hingen in der Stuben geblieben, jedoch ungefehr et» 
ne viertel Stund hernach, ebenfalls herausgegangen, über 
dieß aud) Inquifit, wie in denen Literis requifitionalibus 
angeführet worden , fein Weib Iediges Standes geſchwaͤn⸗ 
gert, und folded biß auf den Tag der Sticberfuntit aelauge 
net, durch ſolcherley Umſtaͤnde aber ziemlid) verdachtig ges 
madiet wird; fo haben voir bey folder der Sachen Be⸗ 
fdyafrenbeit bem Inquiliten ad eruendam veritatem & con- 
feffionem, dag juramentum purgatorium nicht unbiltid) zu⸗ 
| T iq „erkannt, 














a 


; A Des eriken Buchs / neundtes Capitel. 329 
erkannt, quippe quod etiam in caufis criminalibus reo re- 


Ge imponi poteft,. fi tanta indicia, quae torturae locum 
faciant, non adíunt. . | 


cap. nos inter. X. de purgat.canon. Catpzov. prax. crim. quaft. 
116. »um. 58: € 61. Ludovic, in der Kinleitung zum 
Peinl. proceff. cap. 9. S. 50. | h 


Würde nun felbiger das ihme auferleate juramentum 
purgatorium , nad) vorher gehender ernſtlichen Berwarnung 
von der ſchwehren Straffe des Mein-Eides, worbey auch 

ein Beifilicher zu gebrauchen, abfhwöhren,, fo ift berfelbe 
ſodann mit einer voeiterm Straffe zu belegen , cum reus, 
‚qui juravit, non obftantibus pr&fumtionibus contrariis, - 
definitive abfolvi debeat, _ | 


























Ro Heig.part. I. guafl 40. num, 38./794. Berlich. p art. 1.conel 37. 
22 UAI. 44. Carpzov. prax. Crim. quefl. 116. pum. 77. — | 
rat Beiftliche 


Hiernechft werden auch nad) denen Canonifchen Rechten/ mises auf 
bie Geifktiche ausgenommen, al8 welchen auf bloffes An die blofie 
geben und Beſchuldigung der Geſchwaͤchten oder ders£he Sdan" 
brecherin / damit Schwache nicht geärgert, bem Minifte- Gifomád 
rio feine blame barburd) angehänget, unb Geiſtliche nicht toman 
allzuficher gemachet, unb zu folcher Sünde leichtlich verlei vis basse 
tet werden möchten, nad) Befindung des Richters, der nigungs- 
Reinigungs: Lid auferlegt wird, ——— 
«Apes. X. de adult. can. presbyter. cauſ. 2. quæſt. 4. Stryk- 
 differtat, de defignat. patr. a matre. Infant. fact. cap, 2. 
num. 96. Corvin. 7, Canon, lib, 4. tit, 17.8. 15. 
E Mes uh $. 7. SEM —— 
Dieſes fat feine aute Richtigkeit, dag bie bloſſe 25e. fhultisung 
fehuldigung der Geſchwaͤchten oder ber f£bebrecberin fnutvigre 
alleine nicht fufficient unb hinlänglich , bag bieferbalben der ihr con- 
Beſchuldigte, Yoann er bie Shwächung oder den Che undteiraft 
Tt 2 bruch werden. 


330 Ob ber Geſchw. die Angeb. des Sruprar. 3u glauben? 





— — 














Prud) nicht cingeftebet , in Ermanglung andern Beweifes, 
koͤnne condemnirt und zur Straffe gezogen werden. 


L. 17. S. 6. ff. ad Leg. Ful, de adulter. Bardil. de fatisfad, 
| fluprat. part, poſter. num, Ys. Berlich, parz. 4 concl. 21, 

02 aum. 130. Stryk. differt. de defiguat. patr. ‘a matre Infant. 
fact. cap. 2, num, 43. Boét. decif. 299, pum. 1. 


Dann ber Richter mag nicht ebenber zur condemnation 


amb Strafe fihreiten, ehe und bevor bie befhuldigte That — 


. e€- 


^wolifommen erwieſen, wofür aber bie bloſſe Inculpation 
? einer fofdicn Weibs Perfohn nicht zu halten. : ^s 


Refpon- 
. fum. 


Und alfo bat bie Loͤbl. Cjuriffene Facutát zu Altdorf 


‚den 12 Septembr. A. 1729. geſprochen. verb. Und aber. 


der Inquifitin voranaeführte Befrpuldigung ad Inquifitum 


.convincendum eumque condemnandum alleine nicht (uf- 

ficient und binlánafid) iſt; bann da die Rechte niemanden 

, im feiner eigenen & ade Glauben beymeffen, nullumquein 
re propria idoneum teſtem efle voluerint? " — — " 


L, 10, Ced. de teflib, L. 10, ff- eod. , 
fondern vielmehr demjenigen, der etwas behauptet, ben 
Beweiß nicht unbilfid) auferlegens " 

L. 2. ff. de probat. 1 3 


- ita, ut paria in jure fint, non effe, & non apparere, id 


eft, non probatum effe; 


de ( E? 4. pr. Cod. de cdeud, D 30. df. de teffam. Int, Mynfing, 


; I. re[p. 4- RUM, 2I. 


. fo kan nad) einhelliger Meinung derer Rechts Lehrere die 


bloſſe Befchuldigung einer obſchon erbar unb unverleumde⸗ 
ten Weibs Perſohn, daß fie von jemanden (epe geſchwaͤchet 


worden, aut tale quid attentatum, fp viel nicht operirn, 


daß bie von ihr benannte unb angegebene qperfobn , warm 
dieſe der Schwaͤchung widerfpriht,, fotbaner Srsüchtinung 
| ae, Vin «oc 09 alber, 


4 


Des erſten Buchs/ meundtes Capitel Q 331 


halber , deficientibus aliis probationibus , condemnirf 
und zur Straffe gezogen werden koͤnne. ? 
L. 12. Cod. ad Leg. Jul: de adulter. L. 17. $. 6. ff. eod. cap. 
0 fanificafti, X. eod. : Bajard. 44 Jul. Clar. receptar, fentegt. + 
"üb. s. S. adulterium. num. 40. Farinac. Oper. Crzm. part. 7077 
(0. qua. 43. num. g2. Berlich. part. 4. corcl. 21, ZUM 20 
/130. Boér. Jecif. 299. mum. 1. fe | 
Hieraus ergiebt (id) num, daß wann der Bräutigam von 20e tio 
einer Weibs Perſohn des Stupri ober Ehebruchs befchul. fer bloflen 
biaet wird, die Braut wegen dieſer bloffen Bezuͤchtigung Befchulbie 
die Hochzeit nicht. auffchieben , obet die diffolution des mit aub das. 
ihme getroffenen Eheverlöbnuß fudyen koͤnne nn dopo 
Carpzov. 7prud. Confiß. iib. 2. def. 2.34. num. 3. feq. Stryk. getrennes 
171 differt. de, defignat, patr. a matre: Infant. ſuct. cap, a, werden. 
num. 45. aa alis om: cartzu air 


Dann. es. ift der Braut hierinnen nicbt nachzugeben, a[8 
welche vielmehr eine beffere praefumtion vor. ihren Bräuti, 

qam haben, a[8 ungegründeten Gewaͤſch und boßhafften 
Sájterungen trauen folie , weilen ein jeder fo lange für efr 

lid) unb erbar gehalten wird „ biß Das Gegentheil rechtsge— 

^ Eelin. «d cap. fin. X. de prefümt. num. x5. Menöch. depre- 

Co oum. ib. S præſumt. 3. num I. 

Ehen diefeg ift auch vice verfa zu fagen, wann die Braut 

des Stupri oder einer Aurerey von jemanden: beſchuldigt 





wird, veis Um deg "M i oet Jo KELLER 
 Carpzov. 7prud. Confif. lib. a. def.234. fegg. nn 


Noch weniger aber mag die Che felbff aus vor angefübti Ro Ii 


ten Urſachen / wegen einer folchen bloffen 2Besücbti ger aber . 

gung / die entweder dem Mann / ober dem Weib ge; bie Er, 

ſchiehet, (o ſchlechterdigs getrennet werdßen.. 
Carpzov. part. 4. Conflit. 45. def: 3. num. 4. Strykadifer. 

— - de defignát. pair. A matre iini cap: 2. Hunt. 46. 
| i i i 


L] le 


f 








Wegen de· ¶ Ferner Fan auch derjenige, welcher des Stupri unb Ehes 
fonee bruchs befchuldiget worden, wegen ‚Diefer-bloffen Inculpa- - 
Ebebruchs tion von denen Ehren: Stellen, Handwercks Zuͤnfften, 
Fan nie Rache: und andern erbarn Collegiis nicht excludit werden, 
Ehren 10, daß er nicht nur, wann er einmalrecipirk, Darinnen zu 
Sai laffen, fonbern aud) zu ſolchen zu admittirn. | 





332 Ob der Geſchwdie Angeb.des Stuprar. zu glauben? 


adi |... Richter. vo/. 1. Confl. 156. Stryk, differt. de defranat. patr. 


od r [ : ] 4 . * . e e "a 
andernCol- _, A matre Infant f4ct, cap 2. Vu. 47 feg 


legiisexchu- Theils um deswillen, weilen diefe diffamation öffters an⸗ 
Sitom geführter malen bem Beſchuldigten nicht zu bem allerge 
; tingften-prajudiz und Nachtheil gereichet, theils auch und 
inſonderheit, voeilen- diefe bloſſe Bezüchtigung denfelben 

nicht infam und efríof machet; | 


e Mollet. 34 Conftat. Elect. Saxon. part. 4- Conftit. 45: num. T. 

weilen aud) nicht einmal berjenige , welcher wuͤrcklich einen 
Ehebruch oder Stuprum begangen , nicht ehender infamirt 
wird, Di zuvorhero bas Urthel hierinnen erfolget , und 

der Richter ihn als einen fihuldigen condemnirt hat, — - 
(Cold. erde teflib; Hillig..44 Donell. 4. 18. cap. 7. Lit. i. 

' Lauterbach. Coleg. theor. pract. ad ff. tit. de his qui wo- 

ant. infam..S. 15.8 Tn 

uch nie. Ingleichen mag. niemanb/ aud) nicht einmal ein Geifklis 
mandniht cher oder Birchen Diener / wegen folder Befipuldigung, 
Geifilicher, warn nicht andere Indicia-concurrirem, non feinem Amt 
bieferhal:. fufpenditt oder rewovirt werden , nod) das. blofie Ange: 
ben bon ei pen ber Geihmwächten ober einer Sur und Ehebrecherin if» 
fufpenart me an feiner Ehr und Priefkerlichen Amt / ober fonften, 


Dder remo- SE 4 «& oif; 4. 
vittivcioy, nachtheilig ſcehn. 


Carprov: 7prud. Confift: lib. 2. def. 115. Brunnem. Ceui.3. 


(o 4f. 68. Stryk. diff. de ſuſpenſ. ab Offic. cap. 3. Par a7. 
14 3r e 


‚Des evffen Buchs / neunbteo Capite ^ 335 


2s Hert, vol. 1. reſponſ. 189. mum. 1. feqq. Stryk. differt. de 
v. deffauat. patr. a matre Inf ant. fact. cap. 2. num. 4. feqq. 

Und alfo hat die Loͤbl. Juriſten Farnkät zu Gießen’ Refpon- 
den 21. Julii A. 1701. in caufa des Pfarrers Benedicti ge: fum. 
fprochen. verb. Was nun anbelanget die erſte Frage: 
^ Gb Pfarrer Bezedicius auf ſolche der dure Pamphile 

befcbebenes Angeben vor unſchuldig oder fcbuloig 

.. ZW achten / oder doch wenigſtens barburd) beym 
gemeinen Wann oder feiner Pfarr: Gemeinde in 
boſe prafümtion geſetʒzt worden-feye/ alfo daß es an 
^ feiner Ehr und Priefferlihem Amt ihm in einige 
UG DOeneorekduege. 2 cov 0i dH P AME ded 











fo ift 1,) befannten 9tedyten8., fi femina fe ab altero im- 
pragnatam aut conftupratam affeveret, requiri, ut ftu- 
prum fibi illatum five copulam carnalem probet — ^ — 
per regulam in L.2. ff. de prolat. Cardinal Tufchus zom- 
3. Pratlic. Concl. 709. tt. 33. Teflaurus Decif. Pede- 
montan.3. num.4. Bot, decif. Burdegalens, 399.5. —- 
usque adeo 2.) ut illius inculpatio non accedentibus alii 
. jndiciis ne quidem ad hoc, ut adverfus inculpatum /pe- 
cialis inquifítio formari poffit, multoque minus ad juraz e 
ii purgatorii delationem ſuſſiciens ſ iſit. 
Boér. 2. decif. 299. tum, 4. Carpzov. tit. 12. Proceff. art.3: 
— mum. Y. Stryk. in addit. ad Brunnem. Fus Ecclef, Lib. 2. 
"o eap. 19. $.28. vesb, ur puella alias bonefle famae, 
Licet 3.) ea corporal; juramento corroborata, .. — ^ dit 
. poft plur. Teflaur, Zi. Decif: 3. sum. 4. Meviüs ad Zus 
‚ Lubecenf. part. 4. tit. 5. art. 1. n. 16, Chriftinaeus aZLL, 
— Mechlinien[. tit. 8. art. 4. num. 7. feq. Menoch. Lil. 2. de 
arbier. jud. queft. caf. 288, uum. 25. Joatin a Sande Li. 
T. deba udo. defi 1 us s 
aut 4 ) in maximis puerperii difficultatibus fit -prolata, - 
-. Mevius d. 1. num, 17, & poft alios Harpprecht. Conf: Tu- 
bing. 25.num. 18. — —— 
Und 


334 Ob der Geſchw die Angeb. des Stuprat. zu tglauben? 


Und obwohlen 5.) nady einiger Rechts⸗ Gelehrten Meinung 
der Beklagte in pun&o ftupri ſich eidlich purgiren muß/ 
fi femina extra ftupri — honeftee Vitae 


vid. Mev. part. 3. Decif. 73. 
ſo hat doch 6.) fole a ftatt, fi femina alterius (it 


farine, ut loquitur 
Mevius d. Z zum. 2. 


Die bann in facti fpecie. referitf wird, RR Pamphila mif 
£inem Franzoſen ein Huren Kind er eaaet habe, unb fom: 
fien. vor eine ausbündige Hure paflıre. Nebens dem 7) 
bat biefelbe , als fie wegen ihrer Inculpation zu Hafft ae; 
bradt, und ihr nad) der. Hand die Wacht abgenommen 
worden , fid heimlicher Weife mit der Flucht falviret, 
Fuga autem fere femper. indicium male. caufa praebet 
contra fugientem i: 

; Mafcard, de — concl. 820. num, 1. fé4. 
Hingegen 8) ift fecundum fa&i fpeciem Benedi&tus vont 
ebrlidyen Eltern, unb fonften männiglich Zeit feines Lebens 
eines quren Leumuths umb Wolverhaltens; vita autem an- 
teada magnam pro tali perfona pr&{umtionem inducit, 
"1.3. $. 12. ibi: Infpeeto vite ejus ‚Pracedentis ala, ff. dere 

militari. L. $. pr. ibi: Et ante actæ vita. cod. Strykius 

dn dijfert. de vita ante atta. 


i ſonſten einig indicium in fa&i fpecie wider ihn. anges 
uͤhret. 

Halten ſolchem allen nach davor, ei fepe | Benedi&us at 
ferbingé vor unfhuldig zu erfennen , unb möge ihm bie wis 
drige ohnbegruͤndete PRO feineswegs in feinem pre 
big Amt ober fon(ten nachtheilig fem. 

















$.9 
Es kan Endlichen Fan aud bie bioff Besäähtigung ber Be 
iei T mers ober einer Ehebrecherin fo viel nicht Pow 


Des erſten Buchs / neundtes Capitel. 334 


Daß ber Beſchuldigte deswegen pon der ⸗abſolution und bei er tia 
ligen Abendmahl ausgefchloflen werden möge , weilen ineuipacıom 
Die Erfahrung genugfam bezeuget, bag vielmalen unfchut der = 
bise Leute eines Laſters oder Ubelthat feynd bezüchtiger Mirähten 
worden. Sr S : | Co 2505s redierit 

Carpzov. Fprud. Conf. lb. 2. def. 38$. L. B. deLynker. ln 
diff. de eo quod juflum eff circa [acram Con. cap 5: S. 17. ?ibeubmafl 
feg. Stryk. differt. de defignat. patr. a matre Infaut. fadt, di : 
cap. 2. num. 49. feqq. | | | 

Dahero billid) bie böfe ımd verkehrte Gewohnheit einiger 
Geiſtlichen und Kirchen: Diener zu mißbillichen. , Die (td) 
Gottes, als eines alleinigen Hergens Kündigerd, unb der 

in das Verborgene fiehet, Recht hierinnen wollen anmafe 
fen, und widerden Befehl GOttes, ber da Deur. XIX. i5, 
verbeut , bag man aus bloffen Muthmaffungen niemanden 
richten folle , wider die Reguln der Chriftlichen Li be, wel 
che erfordert, daß man die Sünden nicht folle auf: fondern 
vielmehr zudecken, und folder das Erempel Ehrifti feltft, 
welcher Judam feinen DBerräther zu dem Abendmahl ges 
laffen, alle diejenige, welche eines Chebruchs oder andern 
Laſters befchuldiget werden , und beffen bod) nod) nicht 
überführt worden find, fo aleid) von bem Tiſch des Herrn 
. abzumeifen fid) unterfangen , da bod) bie Geiftliche Rechte 

and Kirchen - Ordnungen ausbrüd(id) verbieten, bag vor 
bem Beweiß der befchuldigten Lbelthat, niemanden aus 
bloſſen Argwohn und Muthmaſſungen von der Commu- 
nion ausgefchloffen werden felle, x 

can. 13. © 18. II. guafl. 1. Brunnem, 7. Ecclef, /ib. 2. cap. 
(0 X. membr. 3. $.13. Wernher. princip, fur. Eccleffafl, pro- 
teff. cap. 6. $. 10. Lynker. cir. loc. 

Und alfo bat bas Churfuͤrſtl. Sächfif. Ober Cos/fforium Refpon- 
u Dreßden menf, Octobr. A. 1708 ad requifitionem des (um, _ 
Rathe in Camenz gefprochen. ni Ob nun gov das 

u ini- 


336 Ob der Geſchw. di e Angeb. des Sruprar- zu glauben? 

Minifterium- vorgeben will es ware notorium, Daß bie 
M. mit einem Sawediſchen Unter Officier Unzucht getrie⸗ 
ben, und von ihme ſchwanger worden, ingleichen, daß 


unterſchiedene Indicia und. Verdacht wider fie, wegen vet» 
sg übten Infanticidii, vorhanden, dahero zur Beicht und Bei, 
ligen Abendmahl nicht zugelaffen werden koͤnne. Dannod) 
aber und dieweil bie. M. ob fie wol bie fleifhlihe Vermi⸗ 


fung mit einem Schwediſchen Officier Gerichtlich getan. 
ben, und, daß ſie davon ſchwanger worden, ſelbſt vorgege⸗ 
ben, ſie doch, daß das erſte mit ihrem Willen geſchehen, 
egirn Die Imprgnation aud), nach beſchehener Unter, 
u hung, (Eb nidt veroffenbabren wollen, und, ald wegen 
des Infaaticidii feine genugſame Indicia, wie e8 das Ober 
Amt zu Budißin, befas ihrer Verordnung , fol. 47. ſelbſt 
alfo befunden , wider fie vorhanden, unb Diefem nad zu 
Wweifeln od bie Inquitirion wider fie ſtatt finden borfite, 
geſchweige, daß fie des erwehnten delicti geſtaͤndig, unb 
aenuafam uͤberfuͤhret, in welchen Sall bann, Die Lehrere 


- unferer Kiren ber Meinung, daß dergleichen Derfohnen, 


Es ſoll au 
ein Beich 
Vater in 


wann fie bußfertig fib bep bem Beichtſtuhl einfinden, bie 
Abfolution nicht fünne verfaget , nod) fie von dem heiligen 
Abendmahl aus geſchloſſen werden; Bun een 
Balduin. caf. confe. hb. 4. cap. 4- caf. 6. pag. 1123. feqq. 
Bechmann. zz theel, confeient. ſect. 6, tit. Y. caf. 20. pag, 

^5 216. König. caf: catecb.: part, 1. 0,6. cef. 18. pag. 571, 
5c Bruckner. zs» man, mille quaft, Ceut,; 6, quaft. YO, ^. 


Als erſcheinet Hieraus und allenthalben fo viel, bag, wann 
Wie Muͤllerin, als eine bußfertige Suͤnderin, fid bep bem 
Beihtftuhl einfinden würde, bag Minifterium fie nod zur 
Zeit, barven nicht ausſchlieſſen Fönne, fonbern fie zu ad- 


;" miteien ſchuldig/ V. R. W 


55, Sosfichet auch einem Beicht. Vater nicht zu, wegen 
des Stupri ,; Khebruchs / oder andern euis o0 


E vs if Des erſten Buchs / neundtes Capitel. 337 


deſſen jemand beſchuldiget wird, 4zuſtrenge zu inquitiren, angefäuls 
und die Befänntnus zu extorquiren, und im Sall, da erben 
nidt? eingeftehet, fondern bey feinem Ablaugnen verblei⸗ sibt als 
ber, die Abfolution und das heilige Abendinahl bemfelben ige, in 


uirirett, 
gu verfagen. | ....". amb bie 
' S D : L j $ 3 Commu- 
Dannhauer, in theol, conſcient pag. 1167. Carpzov, Zprud. nion dee: 
Conſiſt. lib. 2. def. 187. uum. 7. feq. RO 


Wormit aud) Lutherus zo. VI. Wittemberg. pag. 420. Über» 
einftimmet, wann er hievon alfo fdoreibet : Lieber Herr, 
ihr fepb ein Beicht Vater, und nit ein Stock Meifter, 
mir gebührt zu beichten, was mid) mein Gewiſſen treibt, 
euch gebührt nicht zu treiben , nod) zu forſchen, ihr moͤch⸗ 
tet wol forfchen , mie viel SDfennina id) im Beutel hartes 
fihtweig ich etwas, das id) weiß, fo (tebet bie Gefahr bey 
mir, was gehet es eud) an, gebt mir meine Abiolution, 
fo ihr mir ſchuldig ſeydd. ! | 


Und alfo bat das Churfürftl. Saͤchſiſ Ober: Conffo- Refpone- 
rium zu Dreßden d, 16. Octobr. A, 1663, in caufa M Muül (um. 
lers refcribitt, verb. Fun dann allein M. vor ber Confef- 
fion eine ernftlihe 2Dermafnuna zu tum , nicht aber auf 
folge Maas zu verfahren, voie von M. S. zu extorquirung 
einiger Bekänntnus geſchehen wollen, anbefoblen , auch die 
Vernehmung gefehen feyn, ober nod) erfolgen wird, und eti 
nem Beicht Bater nicht zuftchet, in zweiffe hafften Dingen, 
die der Confitent verneinet , allzuftrenge zuinquirirn, fom 

bern ſchuldig Gt, ba derfelbe im Beichtſtuhl alle feine bes 
gangene Stunden inegemein befennet , felbige, herklich bez 
reuet, und Befferung zuſagt, ihn fodann hierauf, nach 
gethaner ernſtlicher und befiheidener VBermahnuna , . bie 
Abfolurion unb Cormunion wiederfahren zu laſſen; als 
ift hiermit de. ihr wollet euch alſo darnach adten, und M. 
S.daraufbeiheiden Q0, 90, 98. — | 


— Uu2 $. Io, 


4338 Db ber Geſchw. bie Angeb. beo Sruprat.3u glauben ? 





Shen «stint ug sna o S. CORE 2" 5 
Der fo bed Nicht weniger iff der fo des Stupri oder Ehebruchs 
Stupri oder beſchuldiget wird, aud) waͤhrenden procef’oder Inquifition, 
Exbiuds zur Beicht und heiligen Abendmahl zu adwittiren, 
wird, iſt Carpz. 7prud. Conjıf. lib.2. def.287. Muller. diff. depamit. 
«ud wäh u Ecclef; cap. 3. nam, 46:/egg. V. B. de Eynker. dif. deco 
zenden pro» d ; 

‚seh gderin- quod jufl. efl circa [acram Can. cap. 5. S. 18. 
om. teilen das vor eine Sünde und Aergernus nicht zu halten, 
WU ion gs 00, ob jemand eine Sünde und Verbrechen würdlich bee 
ase. gangen, annod) gang ungewiß, aud) in dubio allezeit ein: 
—  jeber für fromm und erbar gehalten wird, biß das contra; 
rium rechtegenügig dargethan worden; babere hoͤchſt un⸗ 
billid) wäre, wann man mährender Inquifition und proceff 
diejenige, welche das angefchuldigte Verbrechen noch nicht: 
eingeftanden , nod) deſſen gebührend uͤberwieſen find, von: 
bem heiligen Abendmahl ausfchlieffen , oder wenigſtens an⸗ 
ders nicht, al8 auf vorhergehende offentliche deprecatior 
zur Communion zulaffen wollte , dann beedes findet waͤh⸗ 
renden proceff nicht ftatt , fenbern es- iff der Beſchuldigte 
(cb lediterbinas zum heiligen Abendmahl zu admirtiren, und 
mit feiner deprecation zu gravirem. a | 
 Carpzov. cit, def. 287. num. 4. feq, & mum, 13. Ä 
Jedoch ift Diefes von diefem Fall zu verfteben und anzuneh⸗ 
men, wo bie Sache dergeftalten nod) zweiffelhafft, dag 
der Beſchuldigte zu deducirung feiner Unſchuld nothwendig 
admirtire werden muß, Dann wo gar zu flardeindicha mt 
der den Beſchuldigten vorhanden, alfo daß er dieſerwegen 
enfiweder aar fónnte überwiefen, oder gu Det tortur ge 
brocht werden , alsdann ein folber mit fo ſtarcken Indicis 
eravirter Beſchuldigter, entweder gar nicht, oder Dod) 
weniateng nicht ohne offentfid)e deprecation zu dem heil, 
gen Abendmahl zuzulaffen. Be 
Richter. decif. 139, num. 34. Stryk, differt, de defgnar, 
: patr, 








Des erffen Buchs/ neunbteo Capite, ^^ 339 


p———— —— —— — — — — ——— — * 


| patr. a matre Infaut. fact, cap. 2. num. $3. L. B.deLyn- 
ker. diff. de co quod juff. eff circa facr. Gan. cap. 5. $, 18, 


S, II. iar. | 

.. Diefed was. wir bißhero angeführet , daß nemlichen Der birfien 

einer Weibs Perſohn, vvann fie jemanden des Stupri ober rt 
eines Ehebruchs bezüchtiget , Fein Glaube beyzumeſſen een. 
fepe, findet aud) (fatt, warn gleich in ihrer legren Co: fen dui 
des-Stunde biefe Beſchuldigung von ihr geſchehen wäre, «in nio 


nicht ge⸗ 





: Boer, deeif. 299. Stryk. differt. de deſſgnat. patr. a matre laubt toa 
Infant, fact. cap. 2. num. $7. feq... TUN fig. gleich 
tt ihrer 


Dann obzwar anfonften deme, was ein ſterbender Menfch legten zo- 
redet, viel zueignet, und von ihme geglaubet wird, epe etunb 
werde zu folcher Zeit die Warheit fagen, und feiner ewigen kelchehen. 
Seeligkeit eingedend ſeyn; fo cetfirt bod) diefe praefumtion 
bey einem Sterbenden , wann eine8 tertii praejudiz dar: 
unter verfirt , bann foldhen Falls wird demfelben nicht ges 
alaubt, und fan eine ſolche Ausfage einem, andern nicht 
ſchaͤdlich feyn, nod) zu einigen Nachtheil gereichen. 
Mev. ad us Lubec. part, 2. tit. 2, art. 24. num, 11. Myn- 
fing. Confil. 79. num, 35. Stryk. differt, de Effat. agoni- 
— £Abf. c4p. I. BUM. 15. 
Eben fo wenig meritirt aud) einen Glauben , wann bie Oder mit 
Gefchwächte oder f£bebrecberin unter denen gróffen ee, 
Geburts: Schmergen auf bie von der Amme befchehene sure, 
wahre oder erdichtete Vorftellung , wie fie munmehro if. Schmers 
rem Tod fehr nahe fepe, und folite dahero den wahren und "^ 
rechten Vater zum Kind anzeigen, und ifr Gewiſſen nicht 
beſchwehren, den Stupratorem, oder ben, ber bie Ehe 
mit ihr aebrod)en, anzeiget. | 
Stryk. differt. de defrgnat. patr. a matre Infant. cap. 2. uum. 
. 39- Leyfer. meditat. ad ff. ſpecim. 14. meditat. 4. t$ fpec, 
($77. meditat. 8. Simon. differtat. de Tur. Obfletrie.thef.17. 
| Mu 3 Mev. 


Kefpon- 
(um |, 


340 Ob der Befchw. die Ungeb.desStuprar, zu Glauben ? 
 Mev. ad fas Lubec. part: 4. tit. $. avt. Y Bum. 17. Bat- 
dil. de f/azzsf act. fluprat. cap. 3. membr. 2. sum. 17. 


Und alfo fat die Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Helmſtaͤdt 
Menf. Julii A. 1712. gefprochen. verb. Es fiheinet zwar der 
gefangenen ©. offters unb fo gar bey ber Geburt ihres un, 
ehelichen Kindes wiederholtes Bekaͤnntnis, und die darbey 
abe befrtiae Betheurung B. 9. febr zu gravienz Alb 

ieweilen aber die bloffe Beſchuldigung einer geſchwaͤnger⸗ 
ten Perfohn, ohne anderweitige Anzeige, Feinen genug: 
famen Verdacht zu Anftellung der Inquifition machet, ba 
zumalen gegenwärtige Inquifitim nit allein begangenen 
Diebftahls , fonbern auch, nad) Innhalt des beygelegten 
Brucd. Gerichts: protocolls, mit andern getriebenen Un⸗ 
zucht uͤberzeuget iſt, und barburd) vollends allen &dem vet 


p 


liehrt , worzu-ferner fommt, dag $. bie InquiGtin wegen 








. Diebftahls, ins Gefängnus fegen laſſen, ba dann gar vete 


Refpon- 
fum II. 


mutblidy, daß felbige aus Boßheit, unb, um fid) gu raͤ⸗ 
den, auf ihn Defennet; biefemnad haben wir dafür. gehal⸗ 
ten, daß er, inErmanglung mehreren Verdachts, mitder 
Inquifition zu verſhonen. VB. R. W. 
Ingleichen eben dieſe Facultat Menf.Seprembr. A. 1713. 
verb. Inquifi: wird von der Coinquißtin.eines mit ihr De 


..gangenen Ehebruchs beſchuldiget, und heſtehet das darin⸗ 


men wider ihn vorhandene Indicium darinnen, daß beſagte 
^ Coinquifi:in bey folder ihrer Beſchuldigung beſtaͤndig, aud) 


bep der Geburt ihres unehelichen Kindes verblieben, und 


| ihme feloft die Umſtaͤnde davon unter die Augen aefaat 


wannenfero es das Anſehen gewinner, od könnte K. ben 
deraleichen Verdacht, fofibfebterbunas nit Tog gefprochen 
werden. Hüdieweilen aber die bloſſe Beihuldigung einer 
gefhwängerten Perfohn ohne weitere Anzeige, feinen ae 
nugfamen Verdacht maden fan, basemaien mmol vermuth⸗ 
ih, daß bie €, wider H. als ihren ehemaligen Deren, s 

: ie 


7 Des erffen Bucys/ neunbtes Capite, ^ 341 
fit vor der Zeit, aus bem Dienſt gejagt, einen Das tra 
ge; So haben wir Jaquifiten foivol von dir Inquifition, 
als denen Unfoften, auffer Denenjenigen, welche er durch 
Sührung feiner defenfon, unb Vorſchlagung be8 einen | 
Zeugens verurfacbet, loBgefotodpen. BR. W. 

Ja wann auch gleich oie Ehebrecherin wegen dieſer if. Dderdiekt 
ter ſelbſt eigenen Lingeſtaͤndnus waͤre veructbeilt wor: vun „or 
den / fo fónnte bod) Ditfc8 dem angegebenen Khebrecher ihrem oo 
au feinen Nachtheil geveieng = ni 2; peraimact 
UL 17, S. fa ff. «d Leg, Tul. de adult, ibique Brunnem. Fa- 

-- - rinac. Oper. Crim. part, $. queff. 141. num. 105. Bocer. 
tr. de adulter. cap. 3. num. 8. ! os 


Wiewolen nicht zu laugnen ,. daB in bicfem unb. dem vori⸗ 
‚gen cafu, mann. bie Gebährende-mitten-unter-denen Se 
burts Schmergen, ober, wann fie zum Tod veruetheilt 
worden it, big anihren Tod bey ihrem Vorgeben beftän- 
dig verbarret, hieraus zwar einiges Indicium tbiber den 
Beſchuldigten entitehe, welches aber dergeftalten nicht be» 
ſchaffen, bag der Befchuldigte bieferbalben , wann nicht 
andere Umſtaͤnde darbey nod) concurriren , ſogleich pro 








‚confello & convito gehalten werden möge. 
Stryk, ad Brunnem. 7. Ecclef. lib. 2. cap. 18. S. 29. Simon. - 
— differtat. de Ture Obftetric. tbe[ 17. Sttyk. differtat. dedes 7 
-f'anet. patr. a matre Infant. fach, cap. 2, mum. G. 


G8 fommt biecinnen vieles auf eines verftändigen Richters 
Gutadten an, welcher forool aus ber. Condition der Per; 
fobn , die bie Anzeige thut, al8 deren. bie des Stupri oder 
eines Ehebruchs beichuldiget wird, wie aud) aus andern 
mit einfihlagenden Umſtaͤnden zu dijudiciren hat, ob und 
tie. viel dem Vorgeben einer folcben Weibs Perfohn Glau⸗ 

ben bepgumefien (06 sooo et man arme 


$, 12, 


342 Ob der Geſchw. die Angeb. des Seiprat. 3u glauben? 


$. 12. | 
Oder ire So thut aud) nichts zur Cade , wann aleid) der 
EE of Ehebrecherin oder der Schwäcten Auffage vor. Be 
berpor ge. Ficht geſchehen wäre ; dann der Ort trägt zum Beweiß 
un ‚efdernichts bono 7. | 
Sttyk. differt. de defsgnat. patr. a matre Infant. fach. cap. 2. 
RUM. 64. _ | 
bann ob man zwar insgemeindafür hält, e8 fene eine Tode 
‚Sünde, wann man im Gericht (iat, fo bezeuget Dod) bie 
tagliche Erfahrung zur Genüge, daß nirgends mehrere 9t. 
gen begangen werden, als in denen Gerichten. (Eben bie: 
fe iff auch zu fagen, mann eine Weibs Perſohn in foie 
Raſeren verfällt, bag (ie jemanden auf offentliher Straß 
fen anfállet , unb anfd)repet , daß er fie geſchwaͤchet, oder 
bie Ehe mit ihr gebrochen, und ber Vater zu ihrem zur 
Welt gebohrnen Rind fepe; a 
Stryk. cit. diſſertat cap. 2. num. 65. (eq. 


‚dann ein ſolches Verfahren machet ihr Vorgeben nicht glaub» 
wuͤrdiger, fondern zeiget vielmehr ein böfes und unartiges 
Gemuͤth an, und itt ein gewiffes Indicium, daß fie eine 
Oder mie licberlid)e gemeine Dirne ſey. So fan aud ferner die Be⸗ 
«ms t, aucbtigung desStupri oder eines Chebruchs dem Beſchul⸗ 
flärddee digten nicht nachtheilig ſeyn, unb ihn gravirn, wann fob 
wir che auch gleich bie Befchwächte ober die Ehebrecyerin — 
nit einem Bid beftärder hätte. T br 
Bardil. de fatisfact. Buprat. cap. 3. membr. 2. num. 16. 
Horn, confaltat. & refponf. Claff. X s.refp. 44. fl. 1096. 0) 
| Stryk. differtat. de defranat. patr. a matre Infant. f acf.cap, 
2.mum.66.feq.. ^ 0 
Dann wann der Gib einen Effe& haben folle, muß er zu 
borfero von bem Gegentheil deferirt werden; ter abet 
freywillig, obne vorhergehende delation, gu feinen. felbit 
AI eigenen 


Des erſten Buchs/ neundtes Kapitel, 34% 


eigenen 9tugen unb Vortheil fhwöhrt, beme wird hierine 
nen nicht geglaubt, — | 
Stryk, cit, loc. nam. 67. 


mithin mag aud) der Geſchwaͤchten oder Ehebrecherin mans 
fie ohne vorhergehende Eides.delation ihre Beſchuldigung 
beſchwoͤhret, Fein Glaube beygemeffen "erben, | 


Harpprecht. confil. tubing. 25. num, 18. Sande decif Frifie, 
Iib, 1.. tit. 10. def 2, Mev. ad Fus Lubec. part. 4. tit. So 
art. 1. num. 10, Befold. aZ Ordinat, Wurtemberg. pag. 341, 
eun, 9. | 


Und alfo fat die Löbl, Juriſten Facultaͤt zu Witten: Refposs 
berg d. 6. Septemb. A. 1697. ad Interrogationem Georg fum, 
Afmanns/ Bönigl. Advoraten unb Amtmanns zu Lig 
pis gefprochen. verb. Dannoch aber und biemeil darbey 
ermeldter Heinrich B. daß er mit ber 25. fleifchlichen fid) 
vermifchet, befkändig verneinet , Diefe Befchuldigung aber, — 
mann fie auch gleich eidlichen beitárdet würde, bem Incul- - 
pato feineswegs nacıtheilig feyn, und gravirn,, meniger 
felbiaen überführen mag, in Griveguna , diefelbe eine fol- 
che Perſohn, welche (id) Muprıren laffen, alfo in diesem 
delito complex. und der zumalen wegen ihrer harten Ver⸗ 
lauanung ber Shwängerung wenig Blauben bey jumeifen 1c. 

So erfibeinet daraus ac. — NE 

So fan fíd) audb nicht einmal die Geſchwaͤchte oder die Die me, 
Ehebrecherin gu bem juramento fuppletorio oder Ei füllunga: ſchwaͤhte 
Eid / um barburd) ihr Vorgeben zu beftärden, offerıren, Ki} Pe 











noch darzu gelaffen werden; Fan Sud; 
Sande decif. Frifre. lib. 1. tit. 10. dif. 2. Stryk differt. de ou hm 
(. defgnat. patr. a matre Infant. fact. cap. 2. num, 100. ea 
. Muller. difert, de jur. pregnant. cap 8. tbef. 8. B Ad 
Dann das juramentum fsppletorium iſt alábann nur zu de- 
BUE erp, 


344 Ob ber Geſchw. bie Angeb. des Smprat. zu glauben? 


deferirn, wann der Kläger oder der Beklagte einen halben 

Beweiß vor fih bats. | 

L. 31. ff de jurejur. Lauterbach. Colleg. tbeor. prad. ad ff. 
tit. eod. S. 76. ſeq. 














- bafingeaen bie bloffe Beſchuldigung der Geſchwaͤchten 


Refpon- 
fum, 


— 
waͤchten 
oder Ehe⸗ 
brecherin 
wird nicht 
eglaubet, 
fonnn fie 
gleich das 


Heilige - 


vIbendmahl 
darauf ge⸗ 


mommen. 


oder Der Ehebrecherin an unb vor fid) nicht hinlaͤnglich iſt 
einen halben Beweiß zu conſtituren. 
Stryk cit. loc. 

Und alſo hat der Schoͤpffen⸗Stuhl zu Halle den 16; 


Augufti A, 1663. ad Interrogationem Chriſtoph Heinrich 


von Lochau gefprodyen. verb. Hat Ehriftina Mülerin, 


als man fie in der Beflchtigung ſchwanger befunden, und 
befragt, von weme fie zu Sall aebradbt, auf den Reit 
Knecht Hanns Sittingen befannt , und ift mun bey der 
Geburt. und Confrontation , bey ber 9fuffage beitändig 
geblieben. G8 will aber ber Reit Knecht ſolches nicht geſtehen 
dahero fie fich zum Coͤrperlichen Gib erbotten. Ob nun zwar 
dergleichen deli&a carnisin occulto vollbracht werden babe; 
to burd) Qeuaen ſchwehrlich zu erweiſen; dieweil aber dan- 
nod die bloffe Bezuͤchtigung nicht genug iſt, fo maa gedachte 
Shriftina Müllerin , dafzene flenicht andern Beweiß hat, 
des anerbottenen Eides halber, nicht zugelaffen werden; 
aud) ift Hanns Sittinger fein Gewiſſen ini Mangel Fräfftiger 
Indiciorum , zu reinigen nicht fhuldig. RW — 
45 vast do S. 13. bri 
Ferner wird ber Gefhwächten oder einer s£bebree 
cherin inihrem Vorgeben nicht geglaubet, wann fie gleich 
das heilige Abendmahl darauf genommen, 
Mafcard. de probat. vol, 3. concl. 1135. mum. x3. Stryk. 
differt .. de deffgnat. patr. a. matre Infant. fact cap. 2. mum, 
68. fcq. L. B. de Lynker. differt. de eo quod juff. eff circa 
Sacr, Cap. cap 6, 2. Je vo N N DE UR URUNGUS 
| Dann 


Des erſten Buchs/ neundtes Capite, — 345 


Dann weilen diefeg Sacrament nicht zu einem Zeugnus, 
fondern zu unfers Glaubens Staͤrck und *Befratftigung , 
und zu einem Gedaͤchtnus und Angedencken des Todes Gori; 
(ti eingefeget worden itt, fs Fan dardurch eine zweiffelhaff⸗ 
te That, durch deifen Gebrauch nicht ausfindig gemacher, 
oder biefem betruͤglichen Beweiß ein Glauben bepgemefe 
fen werden. — | dE 
Brochmann. Syß. univ. theolog. Joc. de Cana Domin, caf, conſe. 
21. Lynker. ci. loc. oos 














Wie warn aber eine Weibs:Perfohn ben Stupratorerm, Wie wann 
oder den / der den s£bebrucb mit ihr begangen in der eine Weiber 
toriur angezeiget hätte? Wann alle diejenige requifita, puros. 
bie Raifer Garí der V. in ber Peinl, Hals: Gerichts⸗GOrd⸗ torem ovre 
nung art. 31. erfordert, vorhanden, fo machet biefe An, Ebebreber 
zeigung und Benennung an und vor (id) ein ſolches Indi- «anseris 
cium, daß dieferhalben ber Beſchuldigte mit der tortur e«t bittet 
angegriffen werden koͤnne; foniten aber, wo es an denen 
benöthigten requifitis ermangelt, alsdann erweiſet derglei⸗ 
chen Benennung alleine nichts, und Fan dem Inculpato zu 
einen prajudiz gereichen. — 
Farinac. Oper. Crim. part, 4. lib. Y. conſil. crim. 90. num.20, 
Stryk. difert. de deftgnat, patr. a matre Infant. fact cap. 
2. num, 70. feq. Tabor. tr, de Indic. deliclor, ad, d. art.3 t. 


&o mag aud) ben Befchuldigtennicht gravitn, ba&erunb nen Bu 
die Geſchwaͤchte ober die XEbebrecDerin miteinander in fulbiatea 
einerley Jauß gewohnt; dann ob zwar nicht ohne, daß rosse, 
fülche Berfohnen , die bepfammen wohnen, gar leicht (Bec ud die 50 
legenheit haben, Unzucht zu treiben, unb fib fleiſchlichen !dwante 
mit einander zuvermilchen, und babero rider ben Befchul Kyıpeege 
biaten noch mol ein widriger Verdacht entſtehen Fönnte; fo rin in inem 
laͤſſet fid) doch a poffe ad e(Te, fo ſchlechterdings nicht ırg : |" —— 
mentirn, da zumalen in dubio eine Sache allezeit auf bas be: ge oput, n 
fte zu deuten, unb bie Interpretation a'fo zumachen, baf bat | 
| || &r2 durch 


346 Ob der Gefhw. die Angeb. des Stuprat.zu glauben? 


— — — — — 


durch ein Verbrechen ausgeſchloſſen und vermieten bleibe, 
mithin iſt denen Rechten gemaͤßer, daß einer ſolchen Weibs⸗ 
Perſohn, die mit jemanden in einerley Hauß wohnet, und 
vorgiebt, er habe fie beſchlaffen und geſchwaͤngert, im 
geringſten nicht zu glauben ſeye; | 
- Boér. decif: 299. num.1. in fin, Stryk. differt. de defignat. 
patr. à matre Infant, fact, cap, 2, num, 72. feqq. Berlich, 

part. 5. coticl, 38. num. $0. 


- bafero auch einer Dienſt⸗Magd / welche fid) ſchwanger 
' befinbet, und vorgiebt , ibr Herr habe fie zu Sall gebracht, 
fein Glauben beyzumelfen, wann derfelbe aud) (don ein 

Wittwer wäre, voie Diefen Cafum gar fihön entfcheider 
Sande decif. Friſic. lib. 1. tit. VO. def.2, Mafcard. deprobat. 
 — €oncd, 789. Rum, 33. - 
Einer@e Noch weniger aber meritirt eine Weibs Perfohn einigen 
a fidem, fondern macht fid) dardurch nur verdächtiger, wann 
dregerin fie entweder im ihrer Auſſage varört/ und bald dieſen bald 
ait jenen zum Schwaͤcher oder Ehebrecher und Vater des Kin 
mano fie in des angiebet, oder aber anfänglich ben, ber mit ihr zu⸗ 
ihrer Aus. gehalten ; verfchweigt/ Detnadymalen aber frepywillig/ 

Kg var ober auf Befragen, denfelben anzeigt. ) 3 
Tabor. Ze Corfrostat. difputat. 1. thef. 40. Stryk. difert. de 
defignat. patr. a matre Infant. facta cap. 2. num. 76. feq, 
Horn. confultat. & rejponf. claf- 1 $. refp. 47. fol. 1105 P) 
Dann die Variation machet eine Sadje ungewiß, unb ers 
medet einen roibrigen Verdacht, Daß einer wider die War⸗ 

heit geredet Haben mirffe. u: 
Tabor. d. tr. difpat. 4, thef, 14. . 


Relpon- Und dahin gehet dag von der Loͤbl. Juriſten⸗Facultaut zu 
um. XDittemberg Menf. Auguft. A. i706. ertheilte Refponfum, 
verb, Dannoch bem Confitenti in praejudicium alterius, 
regulariter. nicht geglaubet werden fan, welches alles fo 

den | : bann 

















- ... Des erffen2óucbs/ neundtes Capite. ^ 347 
dann um fo viel weniger gefehehen mag, wann annod) ans - 
bere Umſtaͤnde, welche das Geftandnus in Ziveiffel ziehen, 
vorhanden, wie dann allhier fonderlih in Obacht zu nef 
men, dag die Inquifitin vormab(8 , und bey Anfang der 
Inquiütion, auf eine andere Perſohn ihr 2Befünntnus ge 
richtet, und felbigen vor den 2Dater des Kindes angegeben, 
alfo fie nothiwendiger Weiß wider bie Warheit geredet fae 
ben mug; qui autem femel mendax, femper talis effe 
pr&fumitur, in praeteritum quoque & in prafens 5 


- sap. teflamentum, X. de teflib.. Alciat. de prafumt. regul. 2. 
praf-1o. Horn. de femel malo femper mato.cap.2. $,24. 625. ^-— 
& Mendax femper in dolo effe prefumitur, .. 
^L. 7. S. fio. eum LL. feqq. ff. de dol, mal, L. 43. S. 3. ff, de 
geftalten bann fie auch 1c. 











So erſcheinet daraus allenthalben foviel, bag Titius ge; 
ftalten Sachen nad), unb wann in denen judicial-A&ten 
mebrer8 , fo ihn gravirn fónnte, nicht enthalten, eine fen- 
tentiam abfolutoriam a poena, qud) ohne Reinigungs: _ 
Eid / wol zu hoffen habe. 20, 90, 98, Pebbue C 
» Eben diefes iff aud) zu ſagen, von. derjenigen, welche Zoer den 
auf des Beſchuldigten Verlangen , den Drt/ Jahr⸗ yiezeine 
Monat und den Tag/ welden fie bod) von Rechts we Berfhlafs 
gen zu exprimiren fhuldig, nicht anzeigen kan / befor. (gran 
gend, e3 möchte etwa ber Befchuldigte daraus feine Un— es 
(bulb darthun, und daß er an ſolchen Ort, und au ber — 
angegebenen Zeit anderswo geweſen fene, erweiſen. | 
Gail, 1. Obfervat, 64. num, 3. 9. € 11, Stryk. differtat, de 
defignat. patr. a matre. Infant, fall. cap. 2. num. 78. feq. 
Bocer. tr. de adulter. cap. 3, num. 88. feqq, Carpzov, 
lib. 2, refp. 56. unm. 18. feq... - UP LA o») 


(v 


2» 
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i ‚zu 8 SECUN 
des Stuprar 
Angeb. bes sruprat. 
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348 ———— 


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—— fuͤhret cit. diff mag er dies ent, fos agiq, 
mentaton einen m pa tres er reihen 
niat fore Sleichen ung des ut Ehe ihree Kind fü Git. hoc. 
at xU: TU J — ad ver. 
a8 w : nm d Tu bd tnt. em. Left. ji 
* n Ron ime, " pul bique uns —— nba, 
o» bod — En — tu aFabafr | 
na ab ficat am XOT. dan 
t | m I: . H 331l.2. qe. | 
Bann isl? tos f — im anm à 
DE Aged jufé tiat, it einem 
ein "- tbi: | t | nit 
n d E us aud) n ? 

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funt, in 


Des erſten Buchs/ neundtes Capitel. 249 


— bann es fan bas Weib eine Ehebrecherin ſeyn, unb. bod) de Veis 
das Kind von ihrem Mann, mit deme fie (tet M — 
gen, erzeuget ſeyn. | gehalten, 
L. 9. Cod. de Nupt. Hopp. eit. loc. Stryk. d, differt, cap. 3. 
num. 26. (eq. Gall. cit. loc. num. 8. j | 
Welches aud) zu fagen, mann gleich das Weib eine Zeit Over ⸗. 
lana be. ibrem Mann (id) nicbt befunden, fondern 2. Mio; Monath 
natf bey dem Ehebrecher fid) aufgehalten, unb hernah eiua 
malen wiederum zu ihren Mann fid) begeben hätte, 7.070: aufgehalten 
nath aber nad) ihrer Zuruckkehr mit einem Kind barniebcr Pitt 
gekommen wäre, dann al bann wird das Kind als eine 
7. Monatliche Geburt angefeben , unb für des Mannes 
Kind gehalten. | AGAS 
., 9ttyk. differt. de defignat. patr. a matre. Infant. f^. cap. 2. 
LE ‚num. 28. Gail, cit. loc. num. zB Sede NY 
Weilen auch ein Kind, fo im 7. Monath, oder su Anfang 
beffelben , zur Welt gebobren worden, für eine zeitige und 
recotmäßige Geburt geachtet wird, mithin ber Mlann ein 
fold) zur Welt gebrachtes Kind allerdings vor das Seinige 
erkennen muß. dis | epe on 


2 i t. 





L. 12. ff. de flat. bom. Lauterbach. Colleg. theor. pra&. ad 
oc fff tit, de bis, qui funt. fui el alien. jur. $. 10. Beſiehe 
oben den 12. 8. des vorhergehenden 4, Capitels. 
So thut aud) nichts zur Sache, wann gleich bie Ehehre: o 
dyerin lange, zuvorhero unfruchtbar aemejen , Ra —— 
mit einem Kind darnieder gekommen wäre; dann e$ lehret zur nat 
bie Erfahrung, dag einige 2. und mehrere Jahre Feine Kin: fen wäre. 
Der zu zeugen vermoͤgend geweſen, und bod) hernadimalen 
eft Kinder gezeuget haben... 01 20.000. $ 
Stryk. d. differt. cap. 3. num. 29. Call 2. Olferoat.- 97. 
Rum. 13. ; 
So wirb aud) ferners das Kind für des Ehemanns Kind oec das 
EMT aehal: Kind dem 


|. $$0 Ob der Gefdyw.bie Angeb. beo Stuprar.zu glauben 
Ehebreher gehalten, wann gleich daffelbe nicht bem Mann, fondern 


estet dem Ehebrecher gang gleich und ähnlich ſiehet; 
ſehete. -. Gail. 4. Obfervat. 97. num. 10. Stryk. diff. de defignat. patr. 
el 








a matre Infant. fall. cap. 3. num. 30. 
dann die Gleichheit und Ungleichheit iff ein accidens, und 
fan zur Zeit der Conception, aus einer Einbildung und 
ftarden Impreffion des Weibes fid) gar leicht ereignen. 
Menoch. de prafumt. kb. 6. praf. $3. num. 45. Vmm. diſpu- 
tat. ad proceff. 15. tbef. 52. 


Daferne Doch gehet diefes alles alsdann erff an, wann der Mann 
ann fi ut Zeit der Conception gegenwärtig gewefen , und feinem 
nem Wein Beide beygewohnet bat; dann warn bekannt, daß ders 
ehelich bey: felbe eine Zeit lang feinem Weibe, wegen Schwady und 
gewohnt. Krandheit, oderanderer Urfachen halber , nicht ebelid) bey» 
emobnt, ober unvermögend gervefen, Kinder zu zeugen, 
o ift ſolchenfalls ein anders, und zwar fo viel, Dag das - 
Kind nicht des Mannes , (onbern des Ehebrechers Kind 
fepe, zu fagen. j8P S dai A | 
"2.6. ff. de bis qui funt. [ui vel alien, jur. ibique Dd. Stryk. 
diffrt. de dejignat. patr. a matre. Infant. fact. cap. 3. 
SUA. ZT ARUM | 
Da mim einer Weibs Perſohn / welche vorgiebt, fie fene 
— von jemanden gefchrwächet, oder gefihiwängert worden, im 
geringſten nicht geglaubet wird/ wie wir foldyes bisher 
to weitläuftig dargethan, fo liegt derfelben allerdings ob, 
ſich nad) Beweiß umzufehen. Wie aber in Schwaͤch⸗ 
und Schwängerungs: Sachen der Beweiß zu führen, 
und was darben zu beobachten, davon wollen wir vorje⸗ 
e in nedeffolgenoen 10, uno: 1r. Capitel. ausführlicher 

ano cin. TUA AD? Apa. CVERUY oS HC 


6g 
4 w^. 
E E oni 
+ 4 
5 


Des erſten Buchs/ zehendes Capitet. 351 


Das Zehende Capitel. ide 


Yon Beweiß ín Schwaͤch⸗ und 
Schwaͤngerungs⸗Sachen. 
| $. 1. 

w Ó vielnunden in Shwäh. und Schwängerungs, vr wat 
Y Sachen zu führen ftebenben Beweiß felbffen am irse 
Sus betrifft, fo geſchiehet folder entweder burd) Zeu: egvág: 
 £e/ oder durch des Scupratoris felbff eigene Eingeſtaͤnd⸗ MSchwäne 

nia/ oder durch Briefliche Urfunden/ oder aber burd) £495 
Indicia unb Muthmaſſungen / oder durch die Zides.ae- führe wer. 
Iation. Gyutd) zeugen ift Der Beweiß ſhweht zu haben, du? 
indeme foie Sachen beimlih unb im Verborgenen , wie our 
und remotis arbitris, gemeiniglidh vorgenommen zu wer; Zeugen? 
ben pflegen; wann jebod) (voie e$ nod) wol ein cafus dabi- 
lis fepn Fönnte) jemand fo unverfdbámt und verwegen más 
re, eine Weibs Perfohn in Gegenwart anderer zu fto pri- 
ren, ober einige von ohng fehr darzu gefommen wären, 
Die ben Stupratorem bey der Gefihwägten, in ipfo adu 
angetroffen hatten, fo mare dadurdy das Stuprum durch 
Zeugſchafft zur Gentigedargethan.. 11) WirddieSchwä Dat Se, 

chung eriwiefen, wann der Stuprator dag Stuprum felbft ermieien 
eingeſtehet und befennet , daß er bie Geſchwaͤchte zu Gall dub es 
gebracht habe; bann bie felbft eigene Eingeftändnus iit fo Gio 
tool in Civil- als Criminal. &adjen , ber allerbefte Berweiß, des Supra- 
den man in ber Welt haben fan, und ift einerley, ob einer 7 9- 
das Berbrechen fefbft befennet , ober deifen burd) Zeugen, 
oder in andere Wege , rechtsgentigig überführet worden 


ept. S i : : 
ſ L. fin. God. de probat. ibique Brunnem, & Dd. comm. : 
NL) Wird das Stuprum ertwiefen,, burd) Briefliche Ur Jolie 


Funden / und zwar durch die Briefe deg Stupratoris AN lide Ur. 
| | Yy bie Funden, 





352. Yon Beweiß in Schwängerungs-Sachen. 
die Geſchwaͤchte, barinnen er der Schwächung geftändig, 
oder wann ec in einem an einen andern geftellten Schreis 
ben fid im Vertrauen heraus läffer,, daß er die zu Tall ge⸗ 
fonimene befchlaften babe, oder (id) fonften der That be 
rüfmet, ingleiden aud) Durch ben Brief ber Geſchwaͤch⸗ 
tem an ben Stupratorem, worinnen fie bemfelben die 
Schwaͤch und Schwaͤngerung zu toiffen tbut dieſer aber 
‚den Brief fiefet, annimmt , und bey fid behält, unb dar» 
zu Still fchmeiget,, bann dardurd bat er alles dasjenige, 
was darinnen zu feinem prajudiz enthalten, ſtillſchweigend 
approbiret, und für wahr gehalten. - | 
Müller, differtat. de Liter. amator, tbef. 31. Lauterbach. 
" diffrtat. de Epiflola. cap. 7. thef. 40. & 45. 


iv) IV.) Wird bad Stuprum ertoicfen burd) die Lideszdelation, 
erwiefen worvon wir in nachfolgenden x1. Eapitel 1.2.3.8 4 
ale ausführlicher handeln werden. | 
lation. Leyfer. meditat. ad ff. [pecim, 533. meditat. 16. — 
premo Allein, obzwar diefer Weg anfonften fehr gewöhnlich und 
eimme get. erlaubt, fo bat er bod) felten einen glüdlihen Ausgang; 
ten einen dann bie Stupratores , nadibeme fie einmal zu laugnen 5 
aiheichen ben angefangen, taffen ſich von Diefem ihrem DBorfag gar 
— .felten durch den Eid abfdbroden ; e8 wird wol unter hun. 
derten, denen über bie Schwächung der Gib iff deferirt 
worden, Eaum einer zu finden fenn , der die That lieber be; 
kennen, als ſchwoͤhren wollte; bie übrigen werden ohne _ 
Scheu und unerſchrocken fortf@mönren; Dahero am beiten, 
Semug Daß ein Advocat auf alle und jede Umſaͤnde, bie den Stu- 
durch pr=- pratorem verdächtig machen fónnen , fleißig acht babe, und 
ho xut ziehe Daraus argumenta, die zu convincirung des Beflag 
maffungen ten bienfid) ſeyn; wepigſtens wird ber Riester hernachmä⸗ 
anuterfien [en dardurch veranfaffct , dern Stupratoridaß juramentum 
Fein, purgatorium aufzuerlegen; worbey die Geſchwaͤchte aud) 
gungs Eid | : | dieſen 


Des erffen Buchs/ zehendes Capite, 353 


diefen Stugen hat, daß (fe von dem juramento calumnia, 
welches ber, fo den Naupt-Eid deferitt, anfonften præſtirn 
muß, befrepet wird, aud) (id) Hoffnung machen fan, c8 
‚werde der Beklagte, wann er zumalen durch fein eigenes 
fa&um (id) verdächtig gemachet, in die Lnfoften, welche 











Dat bie Saw 
chwaͤchte 
mehr 34 
gen * 
em Hauß 

Eid. 


man bey ber Eides⸗delation allezeit zu compenfirn pflegt, 


condemnirt werden. Sa ed tragt zuweilen aud) bie Ges 
ſchwaͤchte nod) einen groͤſſern Vorkheil davon, daß, manm 


Indicia unb Muthmaffungen ſtarck, fie nad) Beſchaffen⸗ | 


heit ber Umftände gu. dem juramento /zpp/eter;o. Fünne at 
laſſen werden. "OR — ut 

— Meditat. ad ff. ſpecim. 533. meditat. 17. 18. 19. 

20. pon 

Dahero beffer und ratbfamer / daß V.) das Sruprum 
durch) Indicia, prafumtiones und Muthmaſſungen ermie 
fen werde, dergleichen find e. gr.. wann der Sruprator bey 
der Geſchwaͤchten nadenb im Bett angetroffen worden, 
oder beede an einem heimlichen und abgelegenen Ort gang 
‚alleine (id) befunden, und einander gefüifet und umfangen, 
oder einander unzuͤchtig betaitet, ſih miteinander in ein 


Zimmer eingefperret, oder fonften unzüchtige Handel ge 


‚trieben, und unflätige fd)anbbare Keden geführet, 
.. Leyfer. Meditat. ad ff. [pecim 533. meditat. 18. Schöpf. 
.— decif. 238. nunt. 10. L. B, de Lynker. 4ecif. 1388. 
Diefe und dergleichen Indicis operiren fo viel, daß, nad 
beme viele oder wenige derſelben concurrirn, entweder der 
Reinigungs Eid / ober Erfuͤllungs Eid zuerfannt wer 
den kan, | | 
Leyfer. Meditat. ad ff. [pecim. 583. meditat. 19, E 
wovon wir in nachfolgenden 10. Capitel $. 5, /eqg,. mit 
. mebreen su handeln geſonnen. | 


Wie endi 
V.) durch 
Indicia und 
Muthniafs 
ſungen. 


; — 
354 Von Beweiß in Schwaͤngerungs Sachen. 








f x H 631. 11525 $.. 9. WERE 
Die par  „ E nun bie Schwächung entweder Dutd) des Stupra- 
niit wid toris felbff eigene Lingeſtaͤndnus / oder auf andere Weis 
aus POM „ fe rehtegentigig dargethan , fo iff eo ipfo, wann eine 
mr. Shmängerung darbey concurrirt, aud) die paternität ete 
wiefen, imnaffen aus bem Beyſchlaff eine rechtliche Ver⸗ 
muthung wider den Stupratorem entfpringet , daß ec der 
Bater des Kindes fepe, welches er folange provifionaliter 
veralimentirn mug , 618 er das Gegentheil, dag nemlichen 


* 


ein anderes bie zu Fall gebrachte geſchwaͤngert, gebührend 


bargefhatı Dat. a nn 
Wernher. feleä. obfervat. forenf. vol. 1. obfervat, 63. pag. 


" — 30. & vol. 4. obfervat. 395, num. I. fegg. Schöpf. decif. 
"E 755543. num. 2: feqq. Muller, diff. de Fur: pregnant. cap. 8, 
db. 17. L. B. de Lynker: decif. 1600. & decif. 1425. 
Beſiehe oben den 11: unb 12. $. des vorhergehen- 
den 6. £dpitele/ allwo prajudicia gu finden, | 
ern. Und alfo Dat die Loͤbl. Juriſten Facultaͤt zu Tübingen 
er Menf. Auguft. A, 1716. aefprod)em, verb, Weilen er aber 
I.) den Concubitum. geſtanden, fo mug er bae Kind vor 

ſein Fleiſch und Blut erkennen, und alimentirn, x 
Carpzov. Fprud. Con/ift, lib, 2. def. 232, Lauterbach. zx 
Synopt, S. 3. nunt. 58. feqq. de jurament. Bardil. de faris" 
Li ue: aa, u. 0 E 

Und weiten 2.) fie in der dritten Woche im 9..Monath, 
niedergekommen, fo trifft die Seit wol ein, und Fan baeo 

ro nichts widriges prefumirt werden; 5 
Lauterbach. Codeg tbeor. pract. ad ff. tit, de bis qui funt [ui 

j vel al: jar. S. oa fh i epe Ns 

als 3.) vorhin bie Seit bey einer erſten Gebährerin nicht fo 
genau genommen wird, und wann man in favorem par- 
5% e ( (o | EUS, 


Des erſten Buchs/ zehendes Capitel — 3f5 


— — — — — 


tus, menfes lunares rechnet, garnicht viel von 9, Monath 
feblen; | | | 
arg. Novell, 89. cap. 8. iu fin. Lauterbach. differe.de Invent. 
heredit, tbef. 13. mum. 5. & 6. Mev. confl. x11, num, 
74. feqq. Sttyk. in not. ad Lauterbach. Comp. Far, voc, 
| XXX, dies. 


Dahero 4.) fie in fo ferne nicht einmal ad juramentum 








‚Purgatorium gehalten iff JE 
Lauterbach. Conc, forenf. Exerc. 4. concl, 6. Stryk. im uf 
mod. fff. tit. de flat. bom. S. 13. L. B. de Lynker, Zecif. 113. 


Ob auch gleich 5.) eine widrige Confeflion ber Mutter ba 
Me , fo wurde bod) foldye bem partui innocenti nicht 
aden, | | "ut 

L. 11. $. 9. ff. ad Leg. Jul. de adult, L. 29. S. t, If. depralat, 
— Frommann, Ziffer, Agnat. & Cognat, tbef; 1. 
Als einem tertio, 
— Lauterbach. difput. de Confeff. tbef, 23. 


bi& 6.) diefer Hagenauer deutlich ermiefen, bag es cit 


anderer mit ihr, zu eben folder Seit, alfo cohabitirt, ba 
daraus ein Kind entfpringen funem. ds. ‚daß 


- Bardil. difpurar. de fatisfact. fTaprat. pag. 33. 52. & 56. 


| 9.3 ^ | 

Wann auch gleich der Stuprator excipiren wollte, ss Aus bem. 
Rye der Beyſchlaff nicht vollbracht oder immiflio femi- Safólag 
nis nicht gefihehen, fo wird ihme doch hierinnen Fein Blau eara so 
ben bepaemeffen, weilen aus ber fleiſchlichen Vermifchung runs unà 
die rechtliche Vermuthung, quod femen emiffüm & im- ro | 
wiſſum fuerit, entftehet, mithin der Stuprator beme ofinge; pr=famitt, 
achtet für den Baterdes Kindes nicht unbiliich gehaltenwird. — 

L. B, de Lynker. deciſ. 1000. ns Seleéf.. Obfervat. 


3 Jorenf: 


-o94 


- 7856 Don Beweiß in Schwängerungs:- Sachen. 
forexf. vol. 6. Obfervat. 334. num, 1. © vol.3. Obfervat. 
133. zum. 1. & 2. 


Refpon- , Und alfo hat der Schöpffen- Stuhl zu Jena Menf. 
fum, Febr. A. 1690. gefprocyen. verb. Valerius tft be8 Congref- 
fus zwar nicht abredig, es fepe aber der Concubitus nicht 
confummirt , oder die immiílio feminis gefhehen; Nach⸗ 
deme aber der Concubitus das Stuprum an fíd) , vollfom» 
men machet, eftque ftuprum injuriofa virginis defloratio, 


— Lugo 4e 7. & 7. difputat. 12. fe. 1. tum. 11, 


alſo, daß die immiſſio ſeminis darzu nicht erfordert wird, 
welche jedoch ex congreſſu præſumirt werben mag , quo- 
Aniam caufa iftam pr&fumendi fubeft, 


Maſcard. concl. 732. sum. 7. per cap. 16. ibi: quia utrum- 
^o que efe potuit, X. de teſtib. Menoch. lib. 1. de prafumt, 


Cap, 23. Bum. 2. 


atque geftum quid effe fufficit, licet qualiter geftum fue- 
rit, in obfcuro fit; 


Cravetta conf. 219. num, 13. 
Dahero der Valerius &c. 


Wan gleich Ja warn aud) gleich bet Stuprator ſich zu einem £ib 
der erbietig machet / Dag er die zu Sall. gebrachte zwar ges 
Hed d ſchwaͤchet / aber nicht gefhywängert / oder Alters als 
erbietet, Der zu ſchwaͤngern nicht vermögend geroefen ware, fo wird 
— — et bod) zu dieſen jurament nicht zugelaſſen; bann wer zum 
7 Beyſchlaff tüchtig fid) befindet, Der ift aud) zum Kinder 
ſchwaͤngert, inem, für vermögend zu halten, unb aus ber fleifhlichen 
mó s Bermifchung wird die Schtwängerung prafumirt , mithin 
bermögend iſt dem Stupratori dag juramentum in contrarium nicht zu 
geweſen · gerftatten , fo gar, bag aud) nicht einmal bie Geſchwaͤch⸗ 
te dieferhalben , wann fie fonften nicht durch binlängliche 

| ndicia 


Des erſten Z6ucbs/ zehendes Capitel. 357 


Indicia gravirt, zu belegen, fondern bet Stuprator ſchlech⸗ 
terdings für ben Bater des Kindes zu declariren, 
Wernher. fele&. obfervat. forenf. vol. 6. obfervat.334. num, 
1.2.69 3. & part. 3..obfervat. 56. num. 34. Berger, Elecf, 
proc. matrim. S. 23. - 


Und alfo hat die £ óbI. Juriſten Facotát zu Witten: Refpon- 
berg / Menf. O&obr, A. 1721. ad requifitionem 4. Tb. (um, 
Hacks / Amtmanns und Hof-Advoessen zu Zerbſt / ge 
forochen. verb. Weilen aber aus der fleifchlidyen Vermi⸗ 
ſchung, welche Beflagter einaeraumet, die rechtliche Ber» 
muthung, quod femen emiffum & immiffum fuerit, ent⸗ 
(tebet., unb dißfalls das juramentum in contrarium nicht 
zu verftatten, quicunque enim concubitum fatetur, fed 
impragnationem negat, ad jurandum haud admittitur, 
fed pro patre infantis habetur, quamdiu plures circa 
idem tempus cum eadem femina concubuiffe, probare 
nequit, . 

Berger. in Elect. proc. matrim. S. 28. Wernher. Olfervat, 
frenf. part. 1. Obfervat, 63. & part, 4. Obfervat. 245. 


und in dergleichen Sállen , bie Weibs⸗Perſohn nicht einmal 
mit einem Eide beſchwehrt zu werden vflegt, voann (ie nicht 
durch hinkängliche Indicia graviret , fonbecn S3eflaater alfo 
fort zu condemnirn 1c. | | 

So erfcheinet dannenhero fo viel, bag Beklagter zum 
Eide nicht zuzulaffen. 20. 9t, W. 

RU S. 4 e E 
Was bie Jungferſchafft und Erbarkeit der zu Sall 54 
gebrachten anbetrifft, bie in Schwaͤch⸗ und AA RUM 
runge-eSacben hauptſaͤchlich in Confideration Éomimt , (ol. ions n 
che hat bie Geſchwaͤchte zu erweifen nicht nöthig, weilen darf nde 
in dubio, eine jedwedere Iebige Weibe-Perfohn annoch für viren 

— > eine fondern 














/ 














| 378 Yon Beweiß in Schwaͤngerungs⸗Sachen. 
win du eine unberuͤchtigte Jungfer, und eine jedivede Wittib für 
mi(,  eErbar unb zichtig gehalten wird, big das contrarium iſt 
dargefhan worden. | | 

Carpzov. prax. Crim. quefd. 63. mura. 81. & Tprud. Confif. 

lib, 2. def, 234. num. 10. feq. Schöpf. decif. 33. mum.ig. 

Bardil. de fatisfa&. [Buprat. cap. 3. membr, 2. num. 23. 69 

24. © membr, 3. num. 28. Muller. d/ff. de jure pregnant. 

cap. 8. heſ. 8. L. B. de Lynker,decif. 1000. & deci 1425- 

— oH Und biefe8 one Unterſchied, e8 mögen gleich bie Jung⸗ 
MD fern ober UDittfrauen reich und von hohen Stande 
unb Witt fep , ober aber atm und von geringen und feblecbten 





hauen Zyerfommen feyn, weilen für alle Weibs Bilder, und al» 


von hoben fO dud) fuͤr Diefe bie rechtliche Dermuthung ſtreitet, daß fie 
ober geriw erbare und unberüchtigte Jungfern und Wittfrauen feyn, 
ipa. ^ md hierinnen unter denen armen und geringen, wann fie 
 . fid) nur erbar aufführen, und unter denen Reichen und 
Edlen Fein Unterfihied zu machen. 
L. 7. Cod. de inceft. uupt. Carpzov. prax. Crim. quaft, 68. 
num. 32. Schözf. vol, 2, decif. 238. num. 18. a 


Dahero Dahero, foann der Stuprator bie Schwächung eingeftchet, 
— darbey aber behauptet, es wäre die Geſchwaͤchee feine 
vorgiehedie Jungfer mehr gewefen/ oder hätte (id) nicht erbar und 


Beſchwaͤch nichtig aufgeführt, oder hatte eine Dur abgegeben, muß 
te wäre ei gr Diefes fein Vorgeben rechtsgenügig erweilen. — 
apu. Carpzov. prax. Crim. quefl, 63. num. 81, Bardil, de fatis- 
duit fad. ffuprat. cap, 3. membr. 2. num. 23. Mev. part. 3. 
erbar aufs decif. 73. num. 6. Mafcard. de probat. vol. 3. conet. 1410. 


muf er fole Muller. df. de jur. pregnant. cap. 8. Lbef. 9. 


Wm fogat, bag in £rmanglung des Beweifes/ ime nicht 
Dus ——— der Geſchwaͤchten das juramentum ju- 
diciale oder den Haupt. Eid darüber, ba fie vor ben Bey 

ſchlaff nod) eine Jungfer, oder eine ehrliche Wittib Ben 


— cy niti — — — — — 2 





Des erſten Buchs/ zehendes Capitel.359 





ſen ſeye, zu deferiren, auch die zu Fall gebrachte ſolchen 
wider ihren Willen abzuſchwoͤhren nicht ſchuldig; weilen 
bie Geſchwachte bie prefumtion vor fid bat, bag ſie noch 
eiae Jungfer oder erbare unb zuͤchtige Wittib geweſen, und 
babero mit bicfem jurament nicht zu gravirn, à 

Bardil. de fatzsfadt. fluprat. cap. 3. membr. 3. num. 25, Mul- 

lex. differt. de Tur. pregnant. cap. 8. tbef. 9. Ä 

Daferne ſedoch eine voibrige Dermutbung wider bie Ge: Wannabee 
(dywächte vorhanden wäre, alábann fónnte der Stupra Geigaid 
tor mit allen Recht von dem Richter verlangen , Daß der: te eine wir 
felben bieferbalben dag juramentum pargatorium oder der !!3t Bere 


Reinigungs Bid auferlegt werben möchte, ober aber aud) yarbandeny 
der Suet ſolchen Eid ex officio ſelbſt deferirn, t 4 D b 
Bardil. &-Muller. gir. loc. Sttyk. Introd. ad prax. forenf‘ GE bap 
(eap. 20. $. 12.85 13. Speidel. /pecul. var. Obfervat. voc. Kin 
Binds Schwaͤngerung. Muller. cir. loc. QUEM 


$ 5 ‚werden. 
Will vun ber Stuprator die vorgeſchuͤtzte Exceptionem Die Pire 
Fornicationis, daß nemlichen bie Gefcbvoádbte eine Hur I muß ue 
fye/ erweifen, fo muß er foldhes rechtagebührend bat. a a 

ffun, worzu aber die Indicia leviora & remota, e. gr, Prec. 
daß bie Gefbwächte von andern Manns: Perfohnen Pam hoa 
toffel, Strümpff und andere Gefbende angenommen ha vos e 

be, nicht binlánalid) feyn ; bann warn fion dergleichen ne hin 
- Indicia zu erweifen ſtuͤnden, fo twaren fie bod) von Feiner loai v 
Wichtigkeit, bie Hurerey zu ermocifen, fo, bag aud) nicht sr ^ot. 


einmal bie Gefchrwächte dieferhalben mit Dem Reinigungs pos andern 
Eid belegt werden fönnte. : me 
Lips 


Levfer. Meditat, ad ff. [pecim. $83. meditat. 21. 
Und alfo hatdie Loͤbl. Turifken Facutát zu helmſtaͤdt / Reſpon- 
menf. Mart, A: 1719. geſprochen. verb, Beflagter-hatap fum. 
peliirt , und ſtatt der a: angebracht, daß der 
Di V QUIE M 


360 Don Beweiß in Schwärgerungs:Sachen, 


Klägerin Eltern , im Sall man fie eidlich vernehmete, nicht 
Iaugnen fónnten , daß Klägerin von andern Kerln, Pan 
toffel und Struͤmpffe geihendt bekommen ; alldiewerlen 
aber der Klägerin Eltern wider ihre Tochter zu zeugen, be 
nen Rechten nad), nicht verbunden ſeynd, da zumalen bie 
Sad felbft, worüber ihr Zeugnus veclanget wird, von 
Feiner Wichtigkeit ift, unb eine mit andern getriebene Siu 
reren nicht berocifet ; fo haben wir es billid) bey bem vori⸗ 

z gen Urthel aefaffen. 20. 9t. W. 

muet — Cine gang andere Beſchaffenheit aber hat es mit denen 

graviora, y, Indiciis gravioribus , und ſolchen, woraus ſich eine began⸗ 

gene Huͤrerey ſicher ſchlieſſen laͤſſet; e. gr. mann bie Ge 
tomis ſhwaͤchte bep einer andern Manns-Perfohn im Bette ge⸗ 
anccrn im legen; dann ſolchenfalls wird der Geſchwaͤchten der Weiz 

Det  nigungs.SEid nicht zuerkannt, fondern berScuprator, wann 

9059 er gleich das Stuprum eingeitanden , ſchlechterdings von 

. Ar Klage abfolvirt, | 
Leyler, meditat. ad ff. [pecim. 533. meditat. 22. & 23. 

Refpon- Ind alfo hat die Loͤbl. Juriſten Facuitát zu Helmſtaͤdt / 

fum, menf, Septembr. A. 1734. geſprochen. verb. Dieweil Mar⸗ 

tin Schüller mit ber Pettin unzüchtig umgegangen zu feyn 

eingeitanden, unb fid) gegen bie Grau von R. erklärt, zu 

haben, daß er Vater fepn wolle, und daß er bey ber Pet⸗ 

tin geweſen, nicht abaelauanet , fo iít ec Durch biefelbe Um⸗ 

ſtaͤnde des Stupri nothdürfftiguberführt,, mithin das Kind 

zu unterhalten, oder darzu jährlich 5. fl. zu bezahlen ſchul⸗ 

bia; ‚hiernechft ſowol als die Dettin, jedes mir 14. Tag 

Gefaͤngnus zu beftraffen; dahingegen mag die Pettin in 

Anfehung ihres mit andern Mannes Derfohnen gehabten um 
züchtigen Umgangs, welcher denen Rechten nad), 


per cap. 12, X. de prafumt. | ; 
fo gar zur Ehefheidung hinlänglich ift, ver ihre Perfohn, 
bag Schüler fie heyrathen oder dotirn folle, nicht for 


dern. 20.90, W. 
| | - ^ MD 








| Des erfien Buchs/ zehendes Capite. 361 | 


Wiewoln beffer gethan wäre, mann an ſtatt ber Ex- Lois 
ception einer begangenen Hurerey / welche Die Stupr to- an flatt dee 
res, oder Deren Adrocaren , der Geſchwaͤchten aemeiniglid) xen ion 
entgegen zu fegen pflegen, die Exception, es feye Die Ge gangenn 
ſchwaͤchte in einem üblen Ruff/ und babe fich verdäch. Aurerey, 
tig und unzüchtig aufgeführt / opponitt würde; bannis, ripa, 
ed ijt eben nicht nöthig, oie Zurerey felb(t zu erweifen ‚be die e 
fonbern c8 ift, zu abfolvirung des Stupratoris (don genug, Mächte 
Yoann biefer mur fo viel bepbringet, daß die zu Sall gez tub" 
brachte in einem üblen Ruff fepe; und ein unzüchtiges geführet, 
Leben geführet babe, Dann da um diefer LIrfadye mif #,9Pr°- 
len ein Eheverlöbnig felbft diffolvirt werden Fan, fo ift fol’ Wann dee 
che um fo mehrere binldnalid), den Stupratorem von fei; Ir: Ruf 
ner Oblig:ition, die Gefchwächte entweder zu dotitn ober. RR 
zu heyrachen, zu befreyen und [08 zu fpredien, Worzu Wandelder 
nod) fommt, baf bey der Geſchwaͤcten welche wider den Geld mid 
Stupratorem ihre Klage anftellet , baf er fie entweder ehe fen,ifver 
lichen, oder ihrem Stand gemäß ausiteuten folte, haupt pores 
fächlich erfordert wird, Dag fie eine enbare Fungfer oder Haze ji 
unberuͤchtigte Wittib fepe, wofür aber bie Weibs Perfoh blo in. 
nen, welche in einem bófen Stuff ſtehen, und einen unfeu TE, 
(den Lebens. Wandel geführet,, keineswegs zuhalten; won oouccadtet 
der Obligation aber bas Kind zu veralimencirn ift der Scu. 0:6 uno 
prator nicht befreyet, indeme diefeg Onus einemjcben Ba: um. — 
. ter des Kindes oblieat. GAMBIA 
H Leyfer. Meditat. ad ff. [pecim.:583. meditat. 24. Beſiehe 
oben den 2ten $, des vorhergehenden 6. Capitels. 

Wie dann allo bie Loͤbl. Turifken: Facutát zu Aelm’ Ref-ons. 
ftáot / Menf. Januar. A. 1 d geſprochen. — Johann ore 
Martin Unger ift durch bie vortommenbe Umſtaͤnde, unb 
den eingeftanbenen Spaß, mehr als halb überführet , ben 
nad , wann die Wagnerin ihr. Borgeben, bag Llager fid) 
fleiſchlich mit ihr vermiſchet, unb Vater ihres Kindes fepe, 
AC | 3532 eidlich 














362 Yon Beweiß in Schwängerungs:Saden. 

eidlich beſtaͤrcket, ſolches Kind Lauffen zu laſſen, und jähr- 
lich, bi es fein Brod feibit verdienen Fan, mit 6. (L. au 
unterhalten, auch die bey dem Amt veruriachte Unkoſten 
zu bezahlen ſchuldig, über Diefes, 14. Tage mit Gefaͤng— 
pnus zu beftraffen; hingegen mit weitererSatisfa&ion, wel⸗ 
he die Wagnerin pratendirn möchte, in Anfehung, bag 
diefe fid) mit Scherken 3. Jahr lang getrockt zu haben, 
eingeftehet, alfo dardurd) Lehmanns und der Hubin Zeugs 
nus unterflüget, verfhonet. 20. 9. WB. un. 


MR On. Publi 


Die Be: Ferners liegt der Geſchwaͤchten, wann eine Schwaͤn⸗ 
— gerung vorhanden / Dad tempus partus legitimum, daß 
nn adas Das Aind zur rechter seit zur Welt gefommen feye/ 
‚Kind zu — (Coon welcher wir oben allieyon in dem 12. 13: 14, und x5, 
— $. des vorhergehenden 6. Capitels gehandelt) zu erwei⸗ 
Daherokk fen ob. Dahero die Geſchwaͤchte vor allen Dingen, auf 
m abr Verlangen des Stupratoris, ben Ort, Jahr, Monat, 
und Taae, da der Beyſchlaff geichehen, zu exprimirn 











(33 A 


Sag zu ex yerbumden It. rnit jn PO 
verbunden. — Gail. 1. Obfervat. 64, num, 3. 9. 8 11. Catpzov. Jib, 2; 
refponfe 56. num. 18. feq. Sttyk. differtat: de defrguat. 

acis pir. a maire Infant. fact, cap. 2, zum. 78. Pen 
eoi Dahero, wann bie Geſchwaͤchte ihre Sache vor Gericht 
der Sos ‚angebracht, und, wie an einigen Orten gewöhnlid , po- 
-,ulajem  Ational-articol tiber den Beyſchla | formirt die Zeit aber, 
sit ſhul wann Der Beyſchlaff geſchehen darbey nicht exprimirt, fo 
dig - iſt der angegebene Stuprator barauf zu antworten nicht 
ſchuldig, und fan dieſerwegen, wann er fi darauf nicht 
einläffet, pro confeffo & convi&o nicht gehalten werden. 

— Mynfing. Cent. 1. Obfervat. 92. ibique Fabric. Vmm. ⸗a 

0 proce[f. difput. 13. sum. 21. Rosbach, proc, civil, tit. 52. 
Wu, 23. Sttyk. d, capy 2. MM. 794 N v 


Wie 


Des er(fen Buchs/ 3ebenbes Capite, ^ 363 
ie weit aber biefed zu verfteben, und anzunehmen fene, 
davon befiehe unten dag 11. Gapitel, S. 3. circa fin. 
Wann wegen der Zeit desBepfchlaffes ein Streit ent: Wann mes 
ftebet, Fan der Stuprator, wann ee will, ber Geſchwaͤch dd monk 
ten, über diefen Punch, dag nemliden der Benfchlaff zu filages cin. 
dieſer ober jener. geſchehen ſeye, das juramentum udi EEG ente 
ciae, den haupt + id deferipn, welchen aud) Die Ger der sup — 
ſchwaͤchte abzuſchwoͤhren, ober bemStupratori zu referign tor der &es 
gehalten ift. 4 en 33 — Hi V 
> Carpzov, proc. tit. Y1, art, 1. num, 3:067 19, Stryk. Introd; Punct ben - 
i. name capo2p. & aos n „wien - ^ 3-35 — 
Und alfo hat die Loͤbl. Turifkenz Facultaͤt zu Altdorff/ 
ben 28. Octobr, A. 1730. geſprochen. verb. Bey ber drits 
fen Siaabud ‚za oen ut 
Ob nicht die Aldgerinfchuldig ſeye/ den i» Duplicis 
t1 bt von bem Beklagten fuper. impregnatione. & pater- 
mitate angebottenen judicial- Lid in formadelata, nem- 
lich daß fie ſchwoͤhren ober das jurament referitqs 
- ..folle/ daß die That den 13. 7usá A. 1728. mit Be 
— flagtemn nicbt / fondern an einem andern 7 und 
an welchem Tag geſchehen ſeye / wuͤrcklich abzu— 




















fbwöhren! ^^ | 
möchte es anfänglichen das Anfehen gewinnen, als wann 
bas deferitte juramentum judiciale von dahero nicht ftatt 
finden koͤnnte, tveilen der Condubitus, beſag Beflagten: 
felbft eigenen Angeben;, ben tz. Junit A. 1728. sum erstens, 
mal geſchehen, die Klägerin aber um Weyhnaͤchten mit 
dem Rind barnieber gefommen, fo [don über 6. Monath 
betraͤgt, partus autem maturus & legitimus dicitur ex 
fententia Hippocratis relata & approbata in L. 12, fi de 
flat. bomin. qui feptimo: menfe, quorum: cüilibet 30, dies’ 
tribuuntur, editus eft, & fuficit, menfem feptimum 
uno die, vel. potius duobus effe inchoatum; ut partie! 
dea cor hr ee TASTER, MEUS. 83 38317 908 RT USB 


364. Don Beweiß in Schwängerungs Sachen. 
habeatur pro legitimo, nec menfes feptem perfecti re- 
quiruntur, Wd T 
L. 3. S. fin. ff. de [uis & legitim, Carpzov. part. 4. Conſt. 
27. def. 13. 65 lb.2.def.224. Lauterbach. Coleg. tbeoret. 
pract. tit. de bis, qui [unt fui vel alien. jur, $. 10. 


ſolchemnach ?Beflaater , bac mit bem Concubitu ex Con- 
feflione propria feine Nichtigkeit , den von ber Klägerin 
um Wenhnachten in principio menfis feptimi zur Welt ge» 
‚brachten partum allerdings pro fuo zu agnofcirn hat, eo 
. quod hac obfetvatio: de: partu feptimettri ufum quoque 
. habeat eo in cafu, fi ftuprator ideo negare vellet parcum 
ex fuo concubitu effe, quod feptimo menfe, velin principio 
menfis feptimi femina pepererit, nz, 
Harpprecht, conſil. Tubing. $1. num. 6. feqq, Ludovic. Do- 
„rin. Pandeéd. tit. de flat. bomin. S. dt «28 host de 
einfolglichen dag juramentum bey fo bervanbten Umſtaͤn⸗ 
ban im gerinaften nichts releviret, qua vero probata non 
relevant, ad probandum non funt admittenda, 
- L. 21. Cod, de probat, Stryk. introduci, ad prax, forenf. 
IL RR 
& fic nec juramentum, tanquam fpecies probationis, 
- Rauchbar, part, 1. quæſt. 9. num. 24. Mev. part. 4. 
z decife 6s unu okuiot jus | 
non admittendum, quando jurata non relevant, & ad 
decifionem cauf& nihil plane conferunt. — $i 
- Stryk. differt. de offic. judice. circa pejerat. vel otiofe jurat. 
S dis 2 sal s png et : 
Alldieweilen aber Klägerin in_ihren uberreichten Replicis 
. fol. A&cr. 18. ausdruͤcklich anführet, dag fie allſchon vot 
bem von Gegentheil angegebenen termin ſchwanger gewe⸗ 
fen, Beklagter aber darauf befarret , daß er zu verbero 
niemalen mit ihr etwas au thun gehabt, fondern as 














de 


Des erffen Buchs/ zehendes Capitel. 365 


ben 13. Junii A. 1728. mit ihr ſich fleiſchlich vermiſchet, 
welches letztere, wann es ſichs alſo verhielte, Beklagter 
von der paternitaͤt nothwendiger Weiſe abfolviret werden 
muſte, fo ift ſelbiger ber Klaͤgerin über dieſen Punct das 
juramentum judiciale zu deferirn mo! berechtiget, quippe 
quod in quacunque caufa, prafertim fi civiliter agatur, 
locum obtinet, | 

L. 3. S, 1. ff. de jurejur. L. 34. pr. ff, eod, Carpzov, procef 

tit, 11. art. Y. num. 2, & 18. jd 

etiamfi aliquid famofi concurrat, v 
— L. 9. S. 2. f. de jurejur. Catpzov. d, Ll mum, 3$. 
& deferens nihil adhuc dum probaverit. - | 
— L, 12. pr. Cod. de reb, credit. Carpzov, d. art, 1. num. 79. 

Stryk. introd. ad prax. forenf. cap. 20, $. 2. | | 
Wann gleich bie von dem Stupratore angegebene Zeit des Wan gleich 
 2Deyfcblaffes mit der Seit bet Conception und Empfäng bie von dem 

mus des Kindes nicht eintrifft, und der Stuprator eine gantz 

















F 


. L e i e n 
anbereQeit, alddie@efchtwächteangegeben, fo mug erbod) Sube 
inzwiſchen nichts deſtoweniger bas zur Welt gebohtne Kind „date 
veralimentirn, bif ein anders ausfindig.gemacht worden. ver DOSE. 

Struv, Jprud. Rom, Germ, forenf. lib, 1. tit. X5. apbor. 8. Hint 
 Carpzov. Fprud. Confifl. lib, 2. def, 25. num, fin. Stryk, muferoody 

: differt. de defignat. patr. a matre Inf ant. fact. cap. 3. mum. —— 

14. & 15. Beſiehe oben den 11. $. des vorbergebene vosimen- 

den 6. Kapitelo.. — | le UC 1n 
Jedoch, wann ber Stuprator erweifen Eönnte, bag er zur c. rs 
felbigen Seit, da die Conception ee hat die. nee 
ben fónnen , abmwefend , und von ber Gefchwächten weit [P dar er 
entfernet geweſen, fo ware hoͤchſt unbillich, ihn, als ei d puse 
nen , von welchem man gewiß weiß, bag er ber Vater gum meiend und 
Kind nicht feyn Fönne, mit ber alimentation gu befchtochren, feris 
^ Stryk. cit. Alec, Dun. 16. & 21 DR RE nu en ffe 
* | Bann 


3:366 on Beweiß in Schwänkerungs Sachen. 


Banna u Wann die Geſchwaͤchte einaeftebet , over foniten bekannt, 
nei Daß 2. Manns Perſohnen zu einerley Zeit/ nit oerfeb 
am ben sugcbalten / und ein jeder Vater zum Kind ſeyn koͤnn⸗ 
tenzugehaste, ſie aber einen von Denen Stupraroribus belanget , und 
tei uno fiesum Vater des Kindes angiebet, fo muß fie vor allen er» 
ihnen be, weiſen, bag der Beklagte praecife der Vater zum Kind 
lan fo. fepe, weilen fie darauf ihre Klage gründet; welches, mei» 
mein van len €8 febr ſchwehr zu erweifen, fo tit ihr zugelaffen, dem 
der etlag. Beklagten hierüber den Eid zu deferirn. | 


te præciſe 


der Dar Wernher, /fe/e&. Obfervat. forenf. vol, 3. Olfervat. 133. 
des Kindes Bum. 3. 4. €5 5. Yu e 


—F ou Und alfo fat die Loͤbl. Juriſten Facultaͤt zu Wittem⸗ 
Pedir berg, nebſt der Faruleät zu Keipzig/ Menf. April. A. 1720. 
Elagten ben ad requifitionem des Creyß Amts zu Meißen / in caufa 
Eid defe- R. ^ contra.M. aefvrochen. verb. Der Zeuterung obage 
TUM  gchtetzc. jeood) mit diefer Erklaͤrung / daß Aldgerin 
d bey der erkannten Beiſcheinigung/ der Kides: delation 

gebührend fich zu gebrauchen/ unbenommen, V. R.W. 
Die ße : Kerner muß bie Geſchwaͤchte aud) das f£beverfpre: 

TANE chen / wann fiefich barauf besiebet/ gebührend ervoei 
DasEhever, fet. Wie aber der s£Deverfprucb zu proben fepe? davon 
feb haben wir allfchon -in vorhergehenden 8. Capitel $. 8. 9. 
pau fiis IO. 11.13. & 14. ausführlih gehandelt, wohin wir ung 
besiehet, Sure halber bezogen haben wollen. Endlichen muß bie 
See , 3t Sall gebrachte ; wann fie eine Nothzucht angiebt/ 
die ge- Die ausqeübte violezz unb Bewaltthätigkeit/ wann der 
brute Stuprator ſolche negitt , rechregenügig darthun / bant 

ma^ ihrer bloffen affertion , daß fie gewaltthaͤtiger Weife fepe — 

fie eine  gefehwächet worden , wird Dierinnen Fein Glaube. bene 


Stotbyudyt Cp ae 
adt. gemeſſen. 


4" SchopE: deri. 1 BI Budd fq. Carpzov, jprud.. Cof 
; | | = 


— Des. erffen Buchs/ zehendes Capitel. . 86g 

lib. 2. def. 238: ium. 7. feq. & prax. Crim. queft. 75. num. 

87. Muller. differtat. de jur. pregnant. cap. 8. theſ. .. 

anermogen bie Gewalt, voie in genere, alfo aud) bey eis . 
ner Geſchwaͤchten, nicht praefumirt wird, fondern erwie⸗ 
fen werden muß, babero aud) der Obrigkeit vor allen zu 
inquiriten obliegt, ob aud) die angebliche Nothzucht reve- 
ra qusaeübt worden feye, Damit bie Verbrechen nicht un⸗ 
geſtrafft bleiben moͤchten. 
.. Carpzov. & Muller. cir. læce. i 
Die Gewaltthätigkeit aber wird durch verfchiedene pra- Wie bie 
fümtiones und Muthmaſſungen erwiefen/ dahin gehören Jor 


nun, wann eine WeibePerfohnmit groffen Gefdyren jeman- bus ven“ 
ben. um Hülff angeflehet; | Gefchren 


Damhouder. prax. rer. Crim cap. 9$. num. 9. Carpzov. fáditen 


v prax. Crim. quefl. 75. num. 85-[eq. & Tprud. Gonyıje. lib. n ein o 
5. def. 238. sum. YO. & quafl. 75. num. 35. 2d Ne 


Wann fie aber in Wäldern, und andern entferneten Oc; P"? 
ten, wo bie Stimmenicht leicht gehöret werden fan , (Se 
malt erlitten, fo wird derfelben Borgeben, daß fie fepe qe 
nothzuͤchtiget worden, nicht geglaubet, wann fie gleich ei« 
ne erbare Perfohn und von guten Stuff wäre, 
Berlich. part. 5. concl. 41.84m. 70. Catpzov. Fprud, Confif. 
db. 2. def. 238. num. 11, & quaft. 75. num, 86.» 
Doch kommt es allhier viel auf bes Richters Gutachten noo rad 
an, der bann nad) Beſchaffenheit derer mit einfibfagenben e$ oübier.. 
Umftänden und worfanbenen Indiciorum , entweder gut hin 
tortur fehreiten, ober aber, dag juramentum purgatorium, Sutacten 
ben Reinigungs: Eid auferlegen Fan. qo sid ides «m 
" Carpzov. 7prud. Confifl. d. def. 238. mum. 12. Schópf. vol. 
| X, deciſ. 321. num. 12. feq. ES dd spo MH 
Herentgegen macht e8 eine nicht geringe Muthmaffung , Diekintots 


ba die Geſchwaͤchte in ben Benkhlaft geroilliget habe, gr, 
ar Aaa wan 


368 Don Beweiß in Schwaͤngerungs⸗Sachen. 
wlag Wird wann das Stuprum an einem offentlichen obét ſolchen Ort, 
ann die da man das Geſchrey hat hören fónnen , geſchehen, und 
— 32 — die Geſchwaͤchte das Schreyen unterlaſſen hat. | 
from. > Leyfer. Meditat. ad ff. [pecim. $84. meditat. 26. & 27. 


Dann es giebt die Natur feldften denen Menſchen, wann 
Gewalt an ihnen ausqeubet wird, und fie fich felbften nicht 
ſchuͤtzen Fünnen, an die Hand , daß fie durch Schreyen/ 
Refpon- andere um Huͤlff anruffen. Dahero der Schöpffen- 
(uml Stuhl zu Wirtemberg in Anſehung dieſes Umſtandes, 





* daß bie Inquifirin Die bey Wer. am einem an der ‚offentlichen 
Straſſe liegenden Ort unternommenen Schwächung nicht 
geſchryen, und bas unterlaffene Schreyen unter der Fahlen 
Entſchuldigung: Sie babe fid) nicht auf das Schreyen 
, befonuen /. bemánteln wollen , das ausgeübte Verbrechen 
sto mitbt al? eine Rothzucht angeſehen, fondern denen Stupra- 
10777 toribus in ibren Menſ. Decembr, A. 1738. ertbeilten Re- 
ſponſo, mut eine aufferordentliche Straffe bieferbalben ar 
di&irt haben. verb. Dieweil beebeInquifiten nunmehr bat: 
innen, daß e8 zur fleiſchlichen Vermiſchung nicht. gekom⸗ 
men, fondern nur bey einem conatu und unztichtigen Be 
taften geblieben , übereinftimmen, unb der Phyficus ihnen 
hierunter mit Anführung verfdjiebener wichtiger Urſachen 
bepfállt, hiernaͤchſt bie von der Inquifitin angegebene Ges 
waltthätigfeit , in Anfehung des an ber öffentlichen ale 

- fiegenben Orts, des unterlaffenen Schreyens, worauf fte 
(id) mit einer laͤcherlichen Entſchuldigung nicht befonnen p^ 
ben will, des langen Stillſchweigens, des vorgeführten 
unzüchtigen Lebens und Der drenfachen groben Variation, 
nicht die geringfte WahrfcheinlichFeit hat, vielmehr bie fiere 
antec gefuchte- Geldſchneiderey und der mit ihrem Ehemann 
deshalb gemachte Complor, oder wenigſtens, Daß fie dep 

- fen bierunter geführte Intention durch ihr. luͤgenhafftes und 
verlaͤumderiſches Borgeben befördert, von ihr d auge, 

| | abr hir ander 


Des erfken Buchs/ 3ebenbes Capite, — 369 
ftanben wird; Go ift die peinliche Sax weiter nicht nös 
thig , fondern es werden Anna Elifaberh Seißlerin vier 
ae Landes verwieſen, Saar Schindler aber drey 

oden mit Gefängnus ober um drey neue Schock be 
fitafft, beyde auch zu Bezahlung der Durd) fie verurfache 
ten Unkoſten angehalten. 20, 9t. W. 

Ingleichen bat in faſt eben dergleichen und noch meh; Refpon: 
ters lächerlichen Cafu vorgedachter Schöpffen-Stuhlfum IL 
Menf, Febr. A, 1739. folgender maffen geſprochen. verb. 
Dieweil bie von Dorothea Hodardtin angegebene Umſtaͤn⸗ 
be eines an ihr verfudten upri violenti nicht bic geringfte 
Woahrfcheinlichkeit haben , fonbern theils mit der gefunden 
Bernunfft, theils miteinander felbft ſtreiten, und vielmehr 
den Berlauff der Sache, wie ibn Zautenfchläger in feiner 
defenfion angiebt, und bag die Hodardtin (id) durch bie 
denunciation nur von dem Spotte ber Leutebefreyen wol 
len, glaubwürdig machen, geitalt febr ungeraumt heraus 
fommt, daß die Hodardtin, als fle Zautenfchlägers fünd» 
liche Intention gemerdet, und diefer mit ihr in die Stube 
- gehen wollen, fich mit dem Karren der Thüren, und 
daß e8 ihre Leute hören würden, entſchuldiget, gleichwol, 
als fie fion in dem Hofe geweſen, fid) , ohne zu rufen, 
von dem Haufe ab, in den Garten fhleppen unb das Maul 
mit der Hand , ungeachtet autenfchläger zu denen ihm bey⸗ 
gemeſſenen AGibus beyde Hande nótbia gehabt, zuhalten, 
und dadurd eine Stunde lang ohne ju erftiden an den 
Schreyen hindern laſſen, jebod) nod) fo viel von dem Maule 
frey behalten, bag fie Lautenſchlaͤgern hundert tauſendmal 
um Gottes Willen, fie gehen zu laffen, bitten Fönnen, 
uͤberdieß bie junge Purſche, welche hinter bem Zaune ges 

ftanben und gehordhet | ‚diefes jämmerliche Bitten eine 
Stunde lang unbarmpergig angehöret, und bie Hodards 
tin unter der Gewalt erliegen laſſen, endlich aber zu lachen 
angefangen, diefemnach ber von ber Sodarbtin ohne vore 

Aaa2 herge⸗ 


37e Von Beweiß in Shwängerungs-Sachen. 


hergehendes rechtliches Erkenntnuͤß aeleiftete Eid nicht den 
—— Glauben verbienet; So wird Chriſtian Lauten⸗ 
hläger zu eydlicher Beſtaͤrcung feiner geihanen 9tuffaae, 
welche ihm wieder vorgulefen, geiaffen, und fo bann mit 
bet erkannten Inquifition, aud) der von der Hodardtin ate 
forderten privat Saristattion verfihoner, jedod feiner ein. 
geftandenen Begünftigungen halber ſechs Tage mit Gefängs 
nüß, ober um ein neu Schod beſtrafft, und ein Drittheil, 
Dorothea Hodardtin aber bie übrige zwey Drittheile al 
ler — Gerichts: Sofien. zu bezahlen anatfaltem, 


% 4 r2 








| | t ho ge | 
Emfarder > So ift aud der Geſchwaͤchten viel Glauben beyzumek 
Syr fet, unb errecdet für fie eine groffe Muthmaffung , wann 
eutiebet Diefelbe , fo balden fie die Nothzucht erlitten, den Richter . 
mam gie angehet, unb bey ibme über dieihr zugefügte Gewalt Klag 
Seihwäg erhebt , Dann biefe fo freywillig und alsbalden unternoms» 
ang mene Anklag operirt fo viel, bag, mann nod) andere, 
Hee die obſchon gan& geringe Muthmaffungen berfelben mit bey 
Seal fretten , ber Richter nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde, 
$519. entweder die Incarceration, oder bie Special-Inguifition, 
: oder den Neinigungs-Eid, ober aud) nod) wol bie peinliche 
Stage zu decerniren befugt fepe. TA 
Carpzov. prax. Crim. quafl. 75. mum.87. & in 7prud. Conf). 
hib. 2. def. 233. sum. 13. Berger, Elec. Jprud. €rim. in 
— fupplem. part. 2. Obfervat. 156. pag. 422. fcq. Leyfer, 
. Meditat. ad ff. [pecim. 534. meditat, 3. Schöpf. vel. I, 

decif. 121. pum. 16. feqq. i 
Ksfpon. Und alfo hat die Loͤbl. Juriſt en Facotét zu Helmſtaͤdt / 
fum L, menf. Novembr. A. 1712. gefpeochen, und vorfommenden 
Umſtaͤnden nad), bie Inguiftion erkannt, verb. Daß bed 
inhaffiirten Werneckens Ehefrauen Suchen wegen Anneh- 
4 | | - mung 


Des erſten Buchs/ sebenbes Capite. 371 


mung der angebottenen Caution und Erledigung ihres Mans 
nes aus dem Gefängnüffe nod) zur Zeit nicht ftatt habe, 
28. 9t. 98. Ration. Decid. Das ftärdite Indicium, fo 
wider ben inhaffrirten wegen ber ibm bepaeme(fenen Noth⸗ 
züchtigung vorhanden , ift Marien Magdalenen Wolfin 
Sefchuldigung , welche aber nicht eben in allgufonderliche 
Betrachtung fommen fan; da nad einbelliger Meynung 
der bewehrteſten Rechts - Lehrer der bloffen Anklage einer 
Stauen, weíde die Rothzucht an ihr verübet zu fepn, 
vorgiebt , Fein Glaube beyzumelfen, ob gleich bie Ankld: 
gerin wegen fonft wolgeführten Lebens in guten Ruffftunde, 
. Betlich, P. 5. Cozcl. 41. ». 20. & Dd, quos ibi allegat. arg, 
L. 17. Cod. de accu[ation. TS. 


Wannenhero e8 das Anſehen gewinnet, ob fer derfelbe bey 
fo fehtechten Indiciis ber gefänglichen Hafft , woeniaften8 ges 
gen Beitellung der von feiner Ehefrauen angebottenen Cau- 
tion, zu erlaffen. Alldieweil aber des Gefangenen furcht⸗ 
fame Aufführung bey der gehaltenen Verhör, ba er gezits 
tert, gebebet , erblaflet und mit ftammlenber Zunge ge; 
antwortet, ihn, daß er (id) eines ſchwehren Verbrecheng 
bewuſt (cp, verdächtig madet, jt 
- L. 10. $. 5. de quæſtion. Menoch, de Præſumt. lb. 1, queff.- 
. 89. num. 71. | | : P 
iernechit unterfchiedene von ihm felbit freywillig geftam- 
2 AGus, dag er memlid) bie Wolffin ben bem Zrunde 
frey aebalten , ſie zweymahl auf bem Wege lieb gehabt, 
ihr an die entblöffete Bruͤſte, ja gar unter ben Rock ge 
griffen, mit den bepben Muͤllern, fo ihm bod) ihre Geſell— 
ſchafft angebotten, nicht gehen wollen, fondern bep der 
Wolffin geblieben, fehr ſtarcken Verdacht erweden, fers 
ner die Wolffin nad) aefhekoner Gervalttbátiafeit nicht qe; 
ſchwiegen, fondern alfofort fid Darüber bey ıhrem Man: 
ne und folgende bey ihrer Obrigfeit beſchwehret, welcher 
| 0 9243 . Wmíanb 








Refpon- 
fum H. 


372 Don Beweiß in Schwaͤngerunge · Sachen. 

Umſtand derſelben Vorgeben einigen fidem zuwege brin⸗ 
get; Co fan bey dieſer der Sachen Bewandnuͤß der inh⸗ff- 
cirte Wernicke der Gefängnüg nod) zur Zeit nicht erlaſſen 











werden. 


Adde Bergeri Supplementa Obfervat. criminal, Part. 2. Obf. 
156. pg. 422. feq. : 

Die tortur hat vorkommenden Umftänden nad) 3uerfannt 
bie Loͤbl. Juriſten Facultaͤt zu Tübingen / in ihrem den 
28. Febr. A, 1719. ertheiiten Refponfo. verb. £96 nun wel 
ein groffer Streit unter denen Rechts Gelehrten, ob und 
toit weit der beſchwohrnen Affertion eines Weibs⸗Bild, 
welche eine Nothzucht angiebet , Glauben beyzumelfen, 
unb viele fold)e in propria caufa verwerffen, cum violen- 
tia frequenter a feminis, ad fui exculpationem præten- 
datur; 

Bertazzol. vol. t. C. 3. sum. 1. & fegg. Cravetta C. 41. 
nun.2. Catpzov. in prax. Crimin. quaft. 75. num. 85. 69 
part. 4. C. 31. def. for. 10. zum. 4. ibique Esbach. B. 
D. Hırpprecht. in Refp. 62. num. 33. feqq. Mevius ad 
gus Lubecc. part. 4. tit. 7. art. 1. 2.9, Joh. Voetius sum. 
2. 4d tit. ff. ad L. Tul. de adulter. 

fo ift bod) bie befte Meinung, quod, judicis prudentisar- 
bitrio & difcretioni relinquendum fit , quantum fidei ta- 
lis feminae, qu& fe vim paffam dicit, affertioni impri- 
mis juratae , adícribi debeat, qui, pro ratione circum- 
ftantiarum & indiciorum, vel ad tortutam vel ad jura- 
mentum purgationis devenire poteft, | 

Carpzov. part. 4. C. 30. def. for. 10. & im Jarisprud,confiß. 
lib. 2. def. 238. num. 12. 

und wann ſolche wie allhier, mit der Confeffione limitata 
des Inquifiten und andern wahrfeheinlichen Umſtaͤnden ad- 
miniculirt iſt, fo machet foldye ein indicium tortura und 
ift nicht zu verwerffen, | 

Perez. ad tit. Ced. de adulter. uum. 50. Farinacius de indic. 
: ; D (of. 


Des erſten Buchs/ zehendes Capitel. 373 


— — — 





— — — 


& tortur, quefl. 43. num. 99, Petrus Müller, is Dip. de 

jur. pregnant. cap, 8. tb, 2. | 
Darunter zu zehlen iff, daß biefe That am einen Sonntag 
ftii unter der Kirchen, unb an einem foldhen Ort gefihe: 
hen, da ihr niemand heifren nod) fie ſchreyen hören Fönnen, 
befag des Augenfcheing und Zeugen-Ausfag ; quali cafu, fi 
adulterium violentum in loco ab hominibus remotiori v. gr. 
in fylvis, foveis, in magnis agris, ubi fcilicet vox op- - 
preffa non facile a quoquam audiri potuit, commiffum 
eft, mulieri vim fibi illatam conquerenti, omnimodo fi« 
des haberi debet, fi modo honeftz vitae fit, 

Damhoud, in prax. crim. cap. 9$. mum. 9. 

& jurato omnia afferrat. 
. Perez, zum. 50. ad tit. Cod. ad L. Ful, de adult. 


Und obzwar einige allhier die widrige Meinung vor beffer 
gegruͤndet achten, — | 
- Clafenius 44 art. 119. Ordinat. Cyimin, fol.420. Bajardus 
4d Clarum $. fuprum num. 40. | 
(o i(t Dod) eine ſolche eidliche Depofition nicht gar al8 ein 
indicium tortura zu verwerffen. | | 
juxta Berlich, part. 4. Conc. 41. num. 72. & 73. B.D, 
Harpprecht, zz Refp. 62. nuns, 46. 
Und weilen Diethmarin, nad) der rechtlichen Vermuthung, 
. arg, L. 51. pro Soc, s 
des Richters Atceftat und Zeugen Ausſag, bonae famae 
& vitae; hingegen Hopff fein Weib aud) vor der Zeit ge 
hwangert, — 
Ordinat, Crimin, art, 25. Carpzov, ir prax. Crimin quaft. 
120. — 


auch ſie gleich Sonntags dieſe Gewalt⸗That nicht mit 
| Thraͤ⸗ 


374 on on Beweiß in —— Sachen. 


ö— — — —— — — — — —— —— — 


Thraͤnen t ihrem Mann aeflaget , fonbern auch Nachmittag 
e$ breyen Waͤchlern unterm obeen Thor umständlich erzeh- 
(et, und Montags bey dem Vergleich nochmahlen alles 
oh ie fo daß die That gleich ruhtbar und vor Rath 
gebracht worden, (o ift ihr deſto gröfferer Glaube beyzu⸗ 
meffen, ficuti enim in cafu, fi mulier ftuprata, poft vim, 
quam fibi illatam dicit, judicem non ftatim adierit, & 
querelam inítituerit, fed tamdiu expe&averit , donec 
ipfa vel pariat, vel faltem palam & notorium fiat, ipfam 
efle praegnantem , ex tali filentio maxima contra illam 
pr&fumtio oriatur , quod in ftuprum confenferit ; ita 
e contra, fi mulier ftatim poftquam ftuprum violentum 
paffa eft, judicem adeat & de vi fibi illata conqueratur, 
calis mulieris afertioni multum fidei habendum eft, 
Carpzov. in prax. crim. quæſt. 75. num. 87. & fegg. & parts 
^ 4 Confl. 30. def. 10, mum. 5. & 6. ibique Es, Mevius 
ad Jus Lubecc. part. 4. tit, 7, art. 1. num. 13. Martini 
de Fur. crim. Diff. 3..cap. 3. zum. 18. Daniel Claffen 44 
Ordinat. Crimin. art. 119. fol. 420. 
und wird in foldyen deli&is occultis, modo de iis ex vali- 
dis conje&uris & a jure approbatis indiciis conftet, das 
corpus deli&i fiir probitt acbalten, : 


Mafcard. de probat. concl. 831. tum. 7. Sebaftian Quazzin 
de defenf. reorum def. 4. cap. 2. num. 15.& 16. Sttyk. de 
jur. ſenſ. D. 1, cap. 1, mum. 18. Farinac. in dioe crim. 
quafi, 2. num. 12, 


da foldyeg, nad) Art und Belchaffenheit biefe8 deli&i an 
berit nicht repraefentitet werden Fan. — 


Brunnem. in proceff. inquifitor. cap. 7. "un. 8. 
Weilen fie auch um Huͤlff geruffen , nad) der That — 
und geſchryen unb mit Thraͤnen gleich ihrem Mann, da fie 
had aite gekommen, es ergeblet, ſo iſt das sj oe | 
VIOIEn- 





Des erſten Buchs / zehendes Capite, 375 


Fa m eam ean 


violentum nur be(to voabrfdieinfid er, ex clamore enim, 
& fi femina vim paffa aliorum auxilium invocare & illo- 
rum ope fe liberare voluerit, adulterium violentum pro 
fatis probato habetur. 

Deuter. XXII. verf. 22. & feqq. Mafcard, de probat, conci, 
1417. num, 26. Berlich. part. 4. Conc. 41. mum. 69, 
Clafenius ad Ordinat. Crimin. art, 119. pag. 420. 

Ingleichen die £ obl. Juriſten Faenkät zu Wittemberg/ Refpon- 
Menf, Decembr. A. 1700. ad Interrogationem Melchior fum LIE, 
von 7. auf V. verb, Wird Virgilius einer mit feiner Stief⸗ 
dodter, einem damahls noch unter zwoͤlff Fahren gewe⸗ 

fenen Maͤgdleins Pamphilia, an einem Sreytag ben 13. Julii 

des zu Ende lauffenden alten Jahres, auf bem Gelbe ver 
übten Nothzuͤchtigung und Blutſchande, auch Ehebruchs 
befibulbiget. Ob nun wohl er Deffen nicht geftändig, auch 

auffer des Mägdleins Angeben, Feine andere Perſohn, fo 
dergleichen Unthat mit angefehen , verhanden; dennody 

aber und dieweil der Stieff Toter, in Anfehung ihres 
Alters, fein bößliher Vorſatz, jemanden in Ungluͤck zu 
bringen, beyzumsffen, und Inquifit in feiner Abrede, bag 

er angeregten Tages auf bem Seide der Tochter den Rod 
aufgehoben , und fie brepmabl mit ber Dand auf ben Hin⸗ 

dern geſchlagen, hierauf einiger Zeugen 9fuffag nad) (wie 

wohl Notarius den Ro:ulum, wie ihm , vermöge S. 52. 

des Reichs⸗Abſchiedes de An. 1654. obgelegen, nicht einge: 
richtet, ) das Magdlein eben benfelben Tag e8 gelaget ; 

und fo fort ein Inquifiten wohl bewufter Ruff in dem 
Dorffe dißfalls entitanden , des Kindes Mutter uud) 

fid) bald mit ber Tochter nach Badus gewendet, und dag 

Kind von einem Medico unb einer geſchwohrnen Wehe⸗ 
Mutter daſelbſt ben 6. Auguft. befichtigen laſſen, und Diefer 
wegen fol. 8. ı2 eine umftändliche Nachricht des an dieſem 

Kind wuͤrcklich verübten Verbrechens, worvon ad art. 16, 

feq. auch ber vierbte Zeuge cd , unb wie durd) 





gebrauch⸗ 


376 Yon Beweiß in Schwängerungs Sachen. 


— (um. nu 


gebrauchte Medicamenta dem Kinde Hülffe geichehen, vete 
handen, immaffen diein der defenfion beygelegte documen- 
ta eines andern Medici, unb einer andern Wehe Mlutter 
eine bem Maͤgdlein zugefügte Gewaltthätigkeit ebenfald 
beftärden , und beram 30. Novembr. vorgenommene De 
ſichtigungs Actus dem vor drey Monaten ergangenen nicht 
fitslid) vorzuziehen, worzu koͤmmet, ba&Inquifit drey Tage 
vor feiner Inhafftirung, eben ſeines Cheweibes und ihrer Toch⸗ 
ter obaebadbter Berreifung halber ad art. 36. 37. eine groffe 
Angſt bezeuget , unb höchft verzweifelter 9teben fid) ge 
brauche, fo wohl bald ben dritten Tag nad beſchehener 
arreftirumg (id) aus bem mohlverwahrten Gefängniß, oh⸗ 
ne eingige Noth [08 und flüchtig aemadoet , aud) ad art. 14. 
bey der gerichtlichen examination erröthetz 
So erfiheinet daraus fo viel, das erwehnter Inquifit bie 
rechte reine Iautere Wahrheit zu befennen, und feinem Lei 
be feine unmöthige Marter zugugiehen , beweglich zu er» 
mabnen, daferne er aber ſolches zu thun fid) verweigert, 
ift derfelbe dem Scharffrichter deraeftalt zu untergeben, 
daß er ihn möge ausziehen, entbiöffen, zur Leiter führen, 
bie zur Peinlichkeit gehörige inftrumenta vorzeigen, aud 
die Daumenftöde anlegen, und damit zu fibrauben , fo 
wohl ba dieſes nicht frudtet „ wird bem Scharffriehter 
ferner oerftatter , Inquifiten mit den Banden zu fehnüren, 
jedoch daß cà dabey verbleibe, unb mitihm vor dieſes mahl 
weiter nichts vorgenommen werde, da er denn mit allem 
Ernſt zu befragen, | 
Y.) ob er nicht am Sreytage den 22. Tul. deffelbigen Jah⸗ 
res, auf bem Gelbe feine Stieff Tochter genoͤthiget, 
Ehebruch und Blut- Schande mit ihr begangen? ⸗ — 
2.) O er nicht fein männlich Glied an irem Leib, und 
wuͤrcklich in deren Scham gebracht? 
3.) Ob er nicht feinen Saamen in ihren Leib lauffen laſ⸗ 
ſen, und alſo ſein Vorgeben, daß Med os 
| er 











Des er(fen Buchs / zehendes Capite, — 377 
ter nur nad aufaebsbenen Rocke mit der Hand vor den 
Hindern dreymahl gefchlagen, falſch und erdichter? 

4) Ob er nidit aud den Sonntag zuvor den 18. Julii 
auf bem Deuboden bey ber Stieff Tochter fid) geleget, 
DA (i gezogen, und feine Singer in ihre Scham 
BUE uo ! 

Wenn nun feine guͤtliche ober vor bem Scharffrichter ges 

thane Ausjage , unb wie et fid) baben aebefrbet, mit 

Fleiß, immaffen zu beſchehen, zu denen acten verzeichnet 

wird, ergehet fo dann in dieſer Sache ferner was recht 


ift. 3, 9. 28, | 


$. 9. ; 
Herenfgegen, wann bie zu Fall gebrachte (id) über die Herentge⸗ 
Froth-zucht fo gleich nicht beſchwehret, fondern fol-he erft dem exar 
als dann vorfhüßet, ba bas Sruprum entweder durch die weisen 
Schwangerfhaftt , oder burd) bie Geburt des Kindes ‚Kt ne, 
oder auf andere Weile allſchon ift offenbabr worden , fo entfieher 
entitehet aus dieſem Stillfhweigen der Geſchwaͤchten eine a 
ſtarcke praefumtion wider fie, daß dag Stuprum mit ih ju nb 
tem guten Willen geſchehen feye, unb fiedarein confentirt fe in bie 
habe, und wird ihr Fein Glaube mehr beygemeffen. Moe 
. Carpzov. Fprud. Conſiſt. lib. 2. def. 238. rum. 13. & prax. nant 
Crim. quaft. 7$. num. 37. L. B. de Lynker. decif. 940. — 
Coccej. tom. III, Reſp. I9. mum, 2. & 3. & Refp. 62. 
gum. 13. feqq. | / 
Welche Dieinung aber etwas hart ſcheinet, umd nicht fo sage 
ſchlechterdings zu adwittirn. Dahero warn eine ehriiche 9X iung 
und Eeufche Weibs Perſohn / an einem gang abgelegenen — 
Ort, wo man ber That halber keinen Bepeiß haben Fan; dings nice 
von einem liederlichen und unbekannten Menſchen, waͤre P dm 
genothzuͤchtiget worden, unb biefe für lauter Scham, und ^" 
 qu8 Beforanus, c8 möchten DT allerhand Ani 
* 2 [e 





328 Qon Beweißin Schwängerungs: Sachen. 
Urthel fallen, aud) fiedardurd um eine Heyrath Fommen, 
die That verfchwiegen , unb dafür gehalten, fie würde 
aus biefem Beyſchlaff nicht ſcwanger, fo mag ihr dieles 
Stillſchweigen im gerinaften nicht prejudicirn 5. und hat 
eine (olde genothzuͤchtigte Werbe: Perfohn genugſame Ur 
ſachen, fe lanae fie an ihrer Schwangerſchafft noch ziwei- 
feit , bie That annod) zu diffimulirn, damit fie nicht, 
wann fie foldye offenbahret , fid) der Leute Spott und üblen 
Reden batburd) exponirt. 


*-Kreff. ad Ordinat. Crim. Carol. V, art. II9. $. 6, net. 2. 
Leyfer. Meditat, ad ff. [pecim. 584. meditat, 4.6 5. 


em, Es muß aber bie Gefhmädte, wann fie nacb der 3eit/ 
fómàoty da das Verbrechen allſchon offenbabr , die Nothzucht 
5 vorſchuͤtzet , ibr Vorgeben wegen gebrauchter Violenz 
zn da auch erweifen / bann fonften foirb fie nicht aehört, nod) 
Seth udi iu, a ES d AS — ſie 
ccs reywillig habe ftupriren laſſen; ber Stuprator aber, 
ben eene- Fan wegen diefer bloffen Auſſage der Geſchwaͤchten, weder 
un M der Inquifition gezogen, nod incarcerirt, nod) mit eis 
fte fa oer nem Jurament gravirt, nod) mit ber Geſchwaͤchten con- 
Richter wie frontirt , nod) fonften etwas wider ihn vorgenommen wer⸗ 
aere ben, fondern er iff von bem beygemeſſenen gewaltſamen 
nidté. son Stupro ſchlechter dings zu abfolviren, | 


on Leyfer. Meditat, ad ff. [pecim. 584. meditat. 6. € 7. Coccej, 


tom, III. Re[ponf. 10. num. 2. & 3, & Refp. 62. mum. 13.fe44, 
. Refpon: Und alfo hat die Loͤbl. Juriſten Facit zu Wittem⸗ 
fun]  berg/ menf. Junii A. 1730 geſprochen. verb. ft Ingui- 
| fitin Rolandin geftändig aud) uͤberfuͤhret, bag fiemit Hein, 
riden, einem Ehemanne, fid fleifälich vermifcher „ von 

ihme ein Kind zur Welt aebradbt, unb folches vor feiner 

Shüre ausgefeget. Ob fie nun wohl des Beyſchlaffts hal, 

ber vorſchuͤtzet, fie fen darzu von Heinrichen en, 


Des erſten Buchs, zehendes Capitel. 379 


Willen gesroungen worden , ihr aud) folhes weiblich zu be: 
farden bereits in einem deshalb eingehohlten Urthel nad. 
gelaffen ift, Folglich es das Anſehen gewinnet , ob hätte c8 
bey vorigem Urthel gelaffen werden follen ; Alldieweil aber 
 Tnquifitin gleid) nad) der vorgeblich erlittenen Gewalthaͤtig⸗ 
feit fid) bey der Obrigkeit nicht beflaget , aud), bag fie fol 
ches gegen Heinrichs Ehefrau gethan, von diefer geläuanet 
unb fonften mit nichts erwielen wird, demnach die Ver 
muthung, daß ber Beyſchlaff mit ihrer Bewilligung ae 
fihehen, / erwaͤchſet, nachft bem Inqui&tin Zeit ihrer Schwan: 
gerſchafft bey ben Gerichten zu Kroͤchern, von einer frem- 
den Kerl beſchlaffen zu ſeyn, audaefaaet , ferner Inquifitin 
zu Querfurth vor Notarien und Zeugen eiblid), daß Dein 
rich fie nicht einmahl ungebührlich angeruͤhret, ausgefaget, 
gleichwol felbigen nachgehends beſchuldiget, unb fo aar uns 
verſchaͤmt vorgegeben, fiefey niemablen zu Querfurth gewe⸗ 
fen ,, und habe weder ben Notarium noch bie Zeugen geſehen, 
endlich jedoch theils Durch diefe bepbe Zeugen, deren einer — 
fie gewiß kennet, der andere ihre Perfon genau befchreiber, 
theils durch der Apoldin eidlihes Zeugniß fol. 143. feqq, 
genuafam uͤberfuͤhret wird, auch ſelbſt nicht weiter in Ab, 
rede it, zu Querfurth gewefen zu fenn, unb denn Inqufi- 
tin, als eine offenbahre und vielfältige Lügnerin , aud) 
Meineidige, zum Eide mit autem Gewiſſen nidt gelaffen 
werden Fan; So wird Inquifitin , nad)bem fie ben mif 
Heinrichen getriebenen Ehebruch felbft zugeftehet, und bie 
von ihr vorgefdügte Violenz bey obangeführten Umffaͤn⸗ 
den hinweg fallt, aud) fo wohl ber au Querfurth begangee 
ne Meineid , als bie Wegfegung des Kindes, darzu font; 
men und ben Ehebruch aggraviren, mit Staupenfchlägen 
des Landes ewig vertiefen, Heinrich Hingegen vondemihm 











^ hengemeflenen gewaltfamen Stupro loß gezehlet. 


Ingleichen Menf. Febr. A..1736. verb. Daß Inquifit Refpon- 
Zahn, weil die Coinquihitin , wenn ihr, ihrem Vorgeben fum ii, 
| Sbh3_ nad, 


5880 Yon Beweis in Schwaͤngerungs⸗Sachen. 
nad, Gewalt gefihehen wäre, gleich anfangs ſchreyen, 
unb die in der Nähe geweſene Poͤßkerin erruffen Fünnen, 
mithin ihre Entfehuldiaung „ daß fie (£d) durd) das wehren 
zu fehr abgeaͤſchert, offenbahr nichtig iſt, hiernaͤchſt dieſel⸗ 
be an ben Ort wo ber Beyſchlaff zu erſt geſchehen, adit 
Tage hernach freywillig wieder gekommen, und Inquifiien 





neue Gelegenheit, fid) fleiſchlich mit ihr zu vermiſchen, ge 


Refpon- 
fum 1il. 


geben, ferner etliche 3Dtonatb lang ftille geſchwiegen mit 
Dem erkannten Reinigungs Eide zu veríbonen. Naͤchſt⸗ 
dem wird die Coinquitiuin , ba fie des begangenen Eher 
bruchs geftändig,, und von ihrem Ehemanne feine Berge 
Dung erlangen Fan, bie vorgefhuste Gewalt aud) offen 
bahrlich erbicbtet ift, vor allen Dingen in gefängliche Saft 
gebracht, unb fodann mit Staupenfhlägen des Landes auf 
ewig verioiefen , und zu Bezahlung der durch fie verurſach⸗ 
ten Unfoften angehalten, 

Ferner die Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Srandfurth an 
der Oder / verb. Dannenhero dann Fein anders Indicium 
zur Inquifition übrig it, als bie bloffe Auffage_der Titia, 
fo aber gar nicht zureichet; Uber beme aud) biefe ihre dela- 
tio ftupri violenti deswegen febr verdächtig ift, weil fie 
folches fo lange verfchrwiegen , und alles erſt, nadbem fie 


. ba8 Kind gehabt, angezeiget, wordurch allerdings die pra- 


-fumtion wider fie entſtehet, und ihr Angeben für unwahr 


und verdächtig gemachet wird; 


* Carpzov. prax. Crim. quæſt. 7 5. in fin. 


nmoſſen bann keineswegs zu begreiffen ift, warm, wann 
je wider ihren Willen, Gewalt gelitten, und genothzüch» 


. figet worden, (ie fid nicht damals, als e8 geſchehen, und 


fie wieder. fre geweſen, darüber beſchwehret, unb diefe 
ihr angethane Gewaltſamkeit geahndet; endlich ihr aud) 
nichts hilft , daß fie auf einen Ehemann , zuihren eigenen 
Nachtheil bekennet, maſſen, da (ie mit Gewalt ann: 


* 


/ 


aen zu ſeyn vorgiebt, fie bazburd) aller Gitraffe unb Infa 
mie zu entgehen vermeinet; daß demnach bep fobemanbten 
Umitänden, die Special - Inquifition über das angegebene 
ftuprum violentum wider Mevium nicht ftatt habe, fon: 
dern berfelbe Diefeg zu feiner Nothdurfft, pro avertenda 
Inquifitione velaccufatione fiícali, einwenden Fönne, unb 
damit bilfich zu hoͤren fepe. 

ie auch eben dieſe Facultät/ in aliacanfa. verb. Maf; Refpon- 
fen fonffen , da fie zum Beyſchlaff gezwungen worden, und fam IV. 
alfo unſchuldig wäre, fie vielmehr das ihr angethane ſchwe—⸗ 
te Unrecht wider den Thater ahnden, nidt aberdem Thaͤ⸗ 
ter zum beiten, fo. forgfältia verbergen ſollen, angefehen 
auf dem Sal des Rothzwangs , bie Derhehlung nicht fo - 
febr ihr, welche fib nidbt8 zu befuͤrchten gehabt bátte, al8 
bem Thäter zum Beſſen geſchehen, unb in.deffen That (ie 
dardurch gehehlet, folgendes in Diefem Punct ihre bloffe in 
ihrer eigener Sache ohnedem verdächtige Affertion wider 
euch Fein Indicium geben fan, bag demnach in pun&o ftu- 
pri violenti , durchaus feine Confrontation wider euch (tatt 
habe. Dann roo feine Special-Inquifition Plag hat, ba 


Des erſten Buchs/ Zehendes Capitel. 381 











wird auch keine Confrontation verſtattet. ann dre 
ER ER Weib; Per 
* on Doraíb 

S. 10. uM 


Wann eine Weibs Perſohn vorgiebt , -fie wäre von Semwale 
einem Zhemann mit Gewalt Puprict worden / und bey MT rem 
diefer ihrer Auffage in der tortur beffändig verbartet / fuprit 
fo gravirt fie ben Stupratorem dardurch weiter nicht, als inorben, u. 
bag er fid vermitteld Eides von bicfer Beſchuldigung pur- zur peii, 
girn muß. Dann barburd), daß fie gewaltthätiger Wei bis barbe 
fe ftaprirt worden zu feyn voraiebet , ** ſie der Straffe io Eth 
und Infamie aw entaeben , mithin Fan eine folche Beſchuldi ven scupra- 
aung den Scuprarorem zur tortur nicht gravirn, fondern ea uu pnt I 


hat auf das hoͤchſte nur dad juramentum purgatorium ffatt, ats zu vg 


| i : Reini 
Wernher, Select. Obfervat. foren]. vol, 5. Olfervat, 244" gings ipe 
p^8: 459% TM | : dd 
| Und 


392 Don ber Lides delation in Shwängerungs: Sachen, 


Refon- Und alſo hat die Loͤbl. Cjuviffen: acultaͤt zu Wittem⸗ 
ſum. berg/ Menf. Februar. A. 1741. ad requiſitionem der Com- 
miſſarien ʒu Neumarck/ in caufa Inquiſit 43. D. D. geſpro⸗ 

dn. verb. Würde M. N. nad) vorhergehender ſcharffer 
Verwarnung für der (ibroefren Straffe des Mein Eides, 

fid) vermittelt Eides reinigen, und daß er ꝛc. ſchwoͤhren, 

fo ift er von der wider ihn angeſtellten Inquifition zu ent⸗ 

. binden. 25. R. 98. Nn — 
Beste? Endlichen wird aud) bie Violenz und Gewaltthaͤtigkeit 
mals eric, erwieſen durch des Nothzuchtigerd und ber Geſchwaͤchten 
fenduch  felbft eigene Eingeſtaͤndnus, worvon in dem nachfolgenz 


We dri den 13, Kapitel $. 22. gehandelt wird. 


Mmm annams sogema9s03E34 SEI LESEN (escas fessa esca 
| Das Eilffte Kapitel. 
J Yon der KEides-delarion in Schwach⸗ 
und Schwängerungs- Sachen. 
$8. r. 














De vm: O viel son dem Beweiß in Schwaͤch unb ed án 


x N gerungs Sachen; nun wollen wir aud) in gegen» 

Der vonder (NS 2) wärtigen Gapitel betrachten: ob und Sie Rene 
MUT Cie Hides delation in. Shwächr und Schwängerungs» 
oder vem Sachen ffatt finde? G8 pflegt aber der Zid in dem Ge⸗ 
Richter de- yicht deferirf zu werden, entweder von der Gegen Par⸗ 
Pu, tDey / oder von dem Richter ſelbſt. Der Eid, den ein 
fómidte Theil dem andern deerit / wird juramentum judiciale 
fan dem genennet; und deflen fan (id) auch die Geſchwaͤchte, wann 
Dasjura. ſie feinen Beweiß hat, oder weitläufftigen Beweiß zu fuͤh⸗ 
mensum iu» pen nicht gefonnen, ebenfalls bebienen, und dem Stupra- 
bic eos, tori über bie angegebene Schwaͤchung, wann er fole ne- 
dung de- gitt, daß juramentum jadiesale deferitn. "m 
kerirũ. Wernher, $e/e&f. Obfervat. forenſ. vol, 2. RT, E — 
| | : - Bardil, 





Des erſten Buchs/ eilfftes Capite, — 385 


Bardil. de fatisfaet. Ruprat. cap. 3. membr. 2. num. 17 [eq. 
Stryk. differt, de defignat. patr. a matre Infant. fact. cap. 
 2.sum,80.fcq. Berger. in Elect. proc, matrim. 8.26.69 28, 
Und diefes muß bet Stuprator entweder abſchwoͤhren / Dicen Gf 
oder der Geſchwaͤchten referien/ bann wann er foldyes ab muB ber 
zuſchwoͤhren verweigert, wird er prc confello & convi&o entnever . 
gehalten; baferne er aber der Geſchwaͤchten den Eid refe- abihwöhs : 
rir, und die Befchwärhte den Eid annimmt und ablege, Ti", a 
fo aebet man ihrem Eid nad), mithin wird der 9Beflaatefómádten 
pro Stupratore gehalten, | TUN relentu 
Sande decif, Friſic. lib. 1. tit, 10, def. 2. Mev. ad fus Lubec. 
part. 4. tit. 5, ert. 1. num. 13. Bardil. & Stryk. cit. loc, 


G8 ift aber diefer Eid nur allein über den Beyſchlaff oder Diefer Eid 
die Schwächung/ keineswegs aber auch, voie. einige zu ſiuur auein 
thun pflegen, zugleich über bie Schwängerung zu defe- Chi 
. rit; bann mann der Beklagte bie Schwächung eingefte dusa nie 
het, io wird Daraus, wie wir in 2. $. des vorhergehenden qoo. zuch 
10. Eapitels angeführt, auch die Schwängerung pra- Edwänge — 
fumitt, dahero nidit nöthig folche zu ermeifens und warn o n 
der Beklagte den über die Schwaͤngerung deferirten Eid — 
abſchwoͤhret, fo wird er nicht nur von der limentation 
und Verforgung des Kindes, fondern auch von der dota- 
tion oder Ausſteur abfolvirt , weilen folbenfolls prefu- 
mitt wird, daß Die zu Fall gebcadte von einem andern ae 
ſchwaͤngert worden, mitbin alfo eine Dur fepe, ein ſoſche 
aber fan bie dotation nicht fordern, babero om ſicherſten, 
.. Pa& bie Geſchwaͤchte den Eid nur allein über die Schweiz 

chung deferire, earn dior] 

Berlich. part, 5. concl. 38. sum. $4. Stryk. differt. dedefgnat. 

| Patris à matre. Infant. fall. cap. 2. UI. 84. Berger. in 














Elect. proceff. matrim. S. 28. pag- 299: 04 ra 
Wiewolen manchmalen dergleichen Eides gelation fowol cn hmm 
aber oie Schwach: ad Schwängerung/ der Gefd)rodd) do vie 

| — —— ten Side 


* 


384 Don der f£ibes;delationin Schwängerungs: Sachen. 


und — ten nod) nütlid) fen Fan, bann wann der Beklagte bee 
ange des ſowol oie Schwächung aí8 die Schwängerung ver 
sie cin laugnet, und den über beedes ihm: deferirten Eid ber Ge⸗ 
branchmaln ſchwaͤchten referirt, fo (Eebet dem Stupratori, wann diefe 
(UO Den Eid abgefhmohren, nicht mehr frey, feine Exceptio- 
nes: es fepe oie Gefchwächte eine Hur / zu opponitn, 
und fi zu deren Beweiß zu offeriren, weilen er, da er 
den Eid referirt, mit der Geſchwaͤchten einmal (don über 

biefen Punct tranfigitt. | 
L. 31. ff. de jurejur, L. 19. Cod. de transaci. Berger, cit, loc, 


Ja es ift aud) nit einmal dem Stupratori alábann mehr 
zuaelaffen bie voraefd)ütte Exception der Hurerey zu ete 
meifen, ober darüber den Kid zu deferien/ wann die zu 
Ball gebrachte ben über die bloffe Schwächung deferirten 
ihr aber von bem Beklagten referirten Eid allihon abge 
ſchwohren, meilen allbier eben die vorige Lirfade, daß der 
Stuprator mit ihr hierüber bereits tranfigirt habe, (tatt 
findet; ein anders aber ware zu fagen, wann der Beflagte 
das Stuprum, worüber allein ibme ber Eid iff deferirt wor⸗ 
ben, einraumte, bann feldenfall8 , bleibt ibme unbenom⸗ 
men, feine Exception, daß bie Geſchwaͤchte nod) mit meh» 
tern zugehalten babe, zu erweiſen. 
Berger. E/ecf. proceff; matrim. 8. 28. pag. 299. feq. 


$. 2. " 


sam der —— Hiermechft fell aud) der Richter vorfichtig ſeyn, bag 
Sar er, wann der Beklagte oie Schwächung eingeſtehet, bie 
dunacin- Schwängerung aber negirt , bie Gibcéidelation tiber die 
etichette Schwängerung nicht zulaffe, fondern ſolche gängliden 
rang aber verwerffe, umb folgender maffen fpreche: und hat die we⸗ 
negitt, ſo gen der better Schwaͤngerung unfernommene Kidess 
— delation, nach Gelegenheit dißfalls nicht ſtatt. Und die⸗ 
Schwänge ſes um dieſer Urſachen willen, weilen aus ber Eingeſtaͤnd⸗ 
zung unter⸗ Er | | nus 











uà d eum bie aha Oe ME 
16 Der waͤchung wi — — 
bie Gdmá , Wit wir öffters a "Rat 
nn prae(umitt wird, —— — 
hr es Kindes darunter verGtt, dami er AU) don nid 
ateidbis vens werben möge, beme bie Mutter Di ſolches Rate 
nid über bie Schwaͤngerung beſchehene Ei urch der⸗ 
icht præjudicirn mag. € Eides delation 
Berger. E/ecf. proceff. matri 
1 f LA 20 $. 28. PA£g: 309. 
ES NE dem Stupratori den Eid über die Bann bi " 
aber die Schwä wängerung deferirt, der Stupr ie he 
unvorfichti ächung zwar eingeſtehet, barbe j 3 TOT te den (ib 
ia o > handelt, und die Exceptionem for jedoch fo über bie 
betfeiben darub Sall gebrachte eine ut opponirt, auch u. € dod 
suwörderi arüber ben Eid deferirt, fo iff pie 5 nitt, auch gerung des 
wörberift zu bem ihr deferirten Eid Sefdovodebte rtt, der 
wird der Dem Stuprazori tib n ND au admittiren, u D netos 
Gab n Ep 
: ( iemanben anders geficbet, 
i n alis du ber bem An habe, barbe abe 
ander ee So Eid, tveilen becte Lan bs Po SH 
pr int a EIN: fese ci 
und ohne einigen Effe&, totg, alio. Daß aant vergeblich, — 
feritte Eid von dem S a ie Schwängerung de Dr Darüber 
bie Geſchwaͤch m Stupratore gefordert wird. —.£ = den Eidde= 
a N AN NA feinen andern unter bee 
den Schw / als mit bem Stupracore, fü wird JS re 
muß bas ängerer unb Dater des Kindes gehalten er fir donis 
ben die edt pM pun alimentirn, ar mia? 
| 2 t fie ni NM EH TK j 
n Stand unb Herfommen RAS ae will, ih 
— > 4 lett, proceff. matrim. $. 23. Pag. do fea. 
Schwingen 3 db edet eher eingefkehet bie Wann dee 
Darüber den Gi a et negitt, und die Geſchwaͤhte ih Stuprator 
N Dad RO wie Di. (oldjen ab dun" 
: IN an ose re biefed fatum der globe 
C | Mut⸗ gering abe 


.386 Don der Eides Aelation in Schwängerungs: Sachen, 
zeeit, Die Mutter, nemlichen voiber bie über bie Schwängerung ber 
aber. eem fehehene Eides delation, fi in integrum reftituign laſſen, 
ſelben uͤber weilen Das Kind dardurch febr it Jaedirt worden, umb ih—⸗ 
Echmänge Me: ſothanes factum zum groͤſten præjudiz gereichet inde⸗ 
rung den me aus ber Eingeſtaͤndnus des Beyſchlaffs, bie Schwaͤn⸗ 
ei cess gerung preſumirt wird, dahero die Mutter dieſen ib 
rirt/fan das e AVE A . 

Kind wider dem Stupratori nicht hatte deferiren follen; wie alfo das 
ben "9^. Confflorium zu Wittenberg / menf, Mart. A. 1701. in 
tereabger Caula Arügerin contra Heller / gefprochen, | 
(eom. Berger. in Elef. proceff. matrim. $. 28. pag. 301. feq. 
integrum 
o weftituirl $, 3. 
OUR we. Wann die Geſchwaͤchte nicht nur eine Schwächung 
SGeſchwaͤch fondern aualeid) aud) ein Eheverſprechen vorgiebt, ber 
tow, Stuprator aber beedes negirt, fo fan in Ermanglung des 
Gua und Beweiſes , bie Klägerin ime ſowohl über bie Shwädung 
„ein Ehever / als aud) über ben Eheverſpruch, oder, mann er das Stu- 


ſprechen 


dorgbt, prum zwar zugieht, herentgegen des angegebenen Ehever⸗ 











der Stopra- ſprechens nicht geſtaͤndig ſeyn will, über das letztere, nem-⸗ 


ror aber , lichen den Eheverſpruch, das juramentum judieiale, oder 
das le&tere den Haupt Eid deferirn. — 


nit P Berger, in Elect. proce[. matrim. 6.26. pag. 296. Wernher. 
eh nn Mende. ee Obere. 216. pag. 569. 
das jura- Befiche oben den 8. und 9. $. des vorhergehenden 
jicnled 8. Capitels/ alltwo die Frage: Ob in Ehe. Sachen 
feit foeni eine Parthey ber andern den Kid deferien fónne? 
en. 


weitläufftig erörtert wird. 


Refpon- Und alfo hat die Loͤbl. Juriſten⸗Facaltaͤt zu Wittem⸗ 
fum.  berg/ Menf. Junii A. 1692. in caufa Anna Yifchufin/ 

v contra Ernſt Leutken / geſprochen. verb. Siernechft bie 
Eides delation bepbenen erhobenen Ehe Klagen, nirgendg 
in Rechten verbotten , bie widrige Meinung aud) derer 
Rechts Lehrere Feinesrorgs auf den Sall gerichtet, nod) ? a 
| | , : bin 


Des er(fen Buchs/ eilfftes Capitel. 387 


hin fid erſtrecket, warn der Beyſchlaff, wie allie , au 
gleich mit ber Ehe: Saden cumulirt worden, in Grmod 
gung, bey fothaner Bewandnus, ein und andere in denen 
Stecbten geordnete Stüde , als der Eltern Einwilligung, 
und dergleichen ; fo fonften zu Beybringung der angegebe; 
nen Ehegelöbnuffen , erfordert: werden, bekannter maffen 
nicht ferner in Obacht kommen, anderer geftalten viele 
eheliche Verbindungen , mit der Gefdjmádoten hoͤchſten 
Nachtheil serrüttet werden Dörfttense.. 

So find wir, (bag nemlicben die Eides⸗delation fowohl 
über. den Beyfchlaff/ als bas Eheverſprechen ſtatt ba: 
be) befcbebener maffen zu erfennen, und bie Unkoſten, in» 
deme Beklagte einiger Rechts Lehrere Meinung vor fid) am 
geführet, barbep zu überaehen veranlaffet worden. 
Hat nun der Stuprator den ihme über die Schwächung Som ber 
oder bis Schwängerung oder auch über das s£beoer(pre: den ime 
chen deferirten Eid abgeſchwohren, oder bie Geſchwaͤchte coe 
ſolchen erlaffen , fo wird er von ber wider ibn anaefteliten khmohren, 


Klage gaͤntzlichen abfolvirt, PX Ass AL 


L. 34. $. fm ff. de jurejur. CarpzoV., im proceff. tit, 11. art, 2bolvitt, 
7. num. 26. Lauterbach, Colleg. tbeor. pract. ad ff. tit. de 
gern. S.zt2 SE ii 

Qumeilen wird von denen Stupratoribus, das ihnen über 

oen Bepfchlaff/ ohne determinirung oet Seit / deferirte 

Eid abzuſchwoͤhren verweigert, und verlanaet die Eides> 
Formul auf eine gewiffe Zeit, binnen welcher bie. Conce- 

ption hat gefehehen fónnen, zu reftringitm; Fragt ſichs DI Pd 

alſo: ob diefes jurament fo indefinite und ohnedetermini. hace 

rung einer geivitfen Zeit, deferitt foerden möge, und was und ohne 
der Richter hierben zu beobachten habe? Man hat alfhier rana cing 
auf rep Cafus zu fehen. 1) Wann die Mütter wider Den gerff:n 
Stupratorem ſchlechterdinas auf die Vollziehung der Ehe item 
agitt, alödann muß der Nichter auf des Stupratoris Vers werden? 
VE e cc 3 langen, 





388 Don oet f&ibea.delation in Sywängerungs. Sachen, 


ne nme tni 











o — — — ——— — 


langen, dieſe gewiſſe Zeit der Conception der Eides For⸗ 
mul einverleiben; dann weilen ber Scuprator in dieſem Fall, 
want fie fid) hernadmal von andern bat beſchlaffen laſſen, 
zu bepratben nicht fehuldig,, fo wuͤrde bie durch dag jura- 
ment extorquitte Eingeftändnus des Stupratoris nichfg re- 
leviten, bag er vorhero (ie befchlaffen , und ihr batbep ba» 
maln die Ehe verfprochen bat, bann was zu dem Beweiß 
nichts beytraͤgt, das iff aud) zu bem Beweiß nicht zu ad- 
mittirn, mithin aud) der Eid Darüber nicht zu deferirmunb 
abzufordern. | 
cap. 26. X. de jurejur. L,34. 6.8. f. eod. ibique Brunnem. 
num, 16. Carpzov. part, 1. Conflit. 15. def. 9. & inpra- 
ceff. tit. X 1, art. 3. num. 118. ; 
Hat aber 11.) bie Geſchwaͤchte wider ben Stupratorem al- 
ternative bie Klage anae(tellet: Sie entweder zu heyra⸗ 
then /_ oder ihrem Stand und Herkommen gemäß/ 
suszuffeuren; fo ift der Stuprator, weilen allhier der er: 
fte, der fie geſchwaͤchet, fie auszuſteuren verbunden iſt, 
nicht zu hören, wann er zu declinir. unb Abwendung der 
dotation, die Eides Formul auf gewiſſe Zeit zu richten, 
veríanget, und Darüber zu ſchwoͤhren erbietig tft, weilen 
das jurament ordentlicher Weiß in ber Form, als cà de- 
. feritt worden, abgelegt werden mug. — — T 
L, 3. S. ult. ff. dejurejur. ibique Brunnem. zu. 1. Martin, 
ad Ordinat, proce. Saxon. tit. 18, $. 9. mum. 85. Mev. 
part, 6. decif. 31, 
Daferne aber III) bie Geſchwaͤchte Ichlechterdings auf bie 
alimentation des Bindes flaat, fo iff ſolchenfalls der Stu- 
prator dag ihme deferirte Eid (cblecbterbings / ohne de- 
terminirung der Zeit abzuſchwoͤhren gehalten, 
. vid. Stryk. differt. de defignat. patr, a matre Infant. fact, 
CAP. 2. tiunt. 87. feqq. | 


S. 4e 


Des erſten Buchs / eilffted Capite, ^ 389 
S. 4. | 

.. Ofann bet Stuprator das von der zu Fall gebraditen, 29a der 
über die Schwädy und Schwängerung ihme deferirte oo, ipe 
Eid zu rechter zeit nicht praetirt , fondern (id daran ver. Über bie 
ſaͤumet, biefe8 aud) von Dem Richter für defert iſt erklaͤ nS 
tct worden, fo wird er für den Stupratore gehalten, umdrneen ein 
ift michin der Geſchwaͤchten wegen des eingeflagten Stupri, Pat defer: 
bie gehörige Satisfa&ion zu geben, nemlid;en foldye entre ran (af 
Der zu heyrathen, oder ihrem Stand und Herfommen ge: für denstus 
mäß zu dotirn, anbey au das von ibt gebohrne Kind be pora 9" 
hörig zu veralimentirn fhuldig. | "P 


Wernher. fele&. Obfervat. forenf, vol, 4. Obfervat, 324. & 
in refponfo ibid. fuljecfo. / * 


FJedoch fan der Stuprator Deme ohngeachtet, zu ewitirumg Jedoch Fan 

der auf bie Schwaͤch und Schwängerung gefeßten Strafe, fry bit de. 

‚zu Ablegung folden Eides, annod) admittirt werden; — sour 
Wernher. cit. Obfervat. 324. mum. 1. feq. | gen vb 

Dann ein anders if das Intereffe publicum, und ein anders noo ain 

das privar- Interefle; der über das privar- Intereffe defe. 9€ 

ritte unb burd) ein rechtsfrafitiges Urthel für defert de- - 

clarirte Eid, fan feine Krafft über bas privar-InterefTe nicht 

extendit; babere um deswillen auchnicht gleich bie Straf⸗ 

fe auferlegt werden maa , fondern wann der Befchuldigte 

vermitteld Eides fid) von dem Verbrechen, weldies ime 

ift beygemeffen worden, purgirn , und bie wider in firei- 

tende Indicia barburd) elidiren will, fo ift er allerdings ba» 

mit zu hören, bann die defertion des Eides ift ftricte zu 

nehmen, und bafero von dem priva-Interefle, auf das 

Intereffe pablicum feine extenfion zu machen. 


Wernher. ci. Obfervat. 324. num, Y. 2. feqq, 








inb 


390 Don bet Kibes-delation iti Schwaͤngerungs Sachen. 


Refpon. Und alfo hat die Löbl, Juriſten Facultaͤt zu Wittem⸗ 
fum, erg / Menf, Auguft. A. 1710. ad requifitionem des 
Schwarsburgif. Confforö zu Zoudershaufen/ in caufa 
M. B S. contra Sr, 3%, gebrochen. verb. Def Aligers 
Linwindensohngeschtet / Beklagtens prieipalzu Able⸗ 
gung des fol. 106. anerboftenen ioco billich 3usulafe 
fen. OD. S. XD. i : 
Ration, Decid. £56 wol Kläger bem Beklagten zu Able 
gung des anerbottenen Eides, unb daß er zu der fol. 7. am 
gegebenen Zeit, mit Beflagtens principalia fleiſchliche Un⸗ 
zucht nicht getrieben, noch felbige geſchwaͤngert habe, ba» 
bero nicht zulaffen will, weil bereits fol. 7. auf die Able⸗ 
gung foldyen Eides , nachgehends aber Fol, ı 5. bag Beklag⸗ 
ter ſich daran verſaͤumet, erfannt, auch, ber eingewand: 
ten Zeuterung ſowol als Ober Zeuterung ohngeachtek, bate 
ben gelaffen worden, und folder Ausſpruch bereits feine 
Rechts⸗Krafft erreichet bat; dannoch aber und dieweil vote 
malen Klager dem Beklagten, feiner principalin privat- 
Intereffe halben, den Eid. deferirt hat, Beklagter aud), 
als er fi an folchen Eid verfaumet , bereits dahin, daß 
er die Klägerin ihrem Herkommen nad) , dotirn, und das — 
von ihr gebohrne Kind behörig veralimentiren folle, con. 
demnirt worden iſt, vorjeßo aber Beklagter folcben Eid 
ad evitandam poenam publicam, die ihm der beygemeffes 
nen Schwängerung und getriebenen Unzucht halben , ange 
fonnen werden will, abzulegen ſich anerbotten, wohin die 
ehemalige defertio , ba feldige ftri&tiffime zu interpretitm, 
keineswegs extendirt werden fan, Kläger aud) ratione fol; 
pe, HerDBeiltaffung, Fein Intereffe Dat; Go ifti. — 
íómigte _ Wie nun aber bie Geſchwaͤchte dem Stupratori über die 
fan zudem Schwächung wie ingleichen tiber das Eheverſprechen 


j: HUNE dag juramentum jadici4le mit allen Recht deferiten fau 








wedge alfo ift Derentaeaen diefelbenicht befsat, fich ſelbſt zur Ab» — - 


p ſchwoͤhrung dieſes Eides zu offerirn, unb eio 


- 


Des erfien Buchs / eilfftes Capitel. 39r 


— —— — * 


ihre angegebene Schwaͤch · und Schwangerung zu erwen tfft fà 
fen; | | | bir 
L. B. de Lynker. deeif- 190. | 


weilen fie folcher geitalten teftis in propria caufa wäre; 
dergleichen Zeugnuſſe aber in Denen Hechten verwerflich find 5 
über biefed muß ber Eid, mann er einen Efe& haben folle, 
von dem Gegentbeil zu vorhero deferirt werden, 
L. 12. pr. Cod. de reb, credit. Lauterbach, Colleg. tbeer. 

pract. ad ff. tit. eod. S. 63, : | | 


wer aber freywillig, obne vorhergehende delation fid) felbft 
zum Eid erbietet, ber macht (id) barburd) fufpc&t, und 
wird zum Eid niit admittirt. 

L. B. de Lynker. cft, /oc. | 


Und alfo fat oer. Schöpfen « Stuhl zu ^(ena/ Menf. Refpon- 
Febr. Ao. 1677. gefbrochen. verb. Obaleid) fua Wen: um. 
lin viele und mancherley Umſtaͤnde angiebet, be an ibt von 
Hanns Heingen verubten Stupri, Dieweil aber foldde auf 
ihren bloffen Erzehlen beruhen, und fie weiter nichts aufs 
bringen koͤnnen, ‚woraus fonften ein erbeblicber Verdacht 
wider Heingengefbönft werden mag, auch das von ihr deine .. .. 
 felbén deferiete Eid nicht: ftatt finden, nod aud fie, ihrem =» 
Erbieten nad) , als teſtis in propria caufa, gelaffen werden 
fan; So wird Heing von bem befihuldigten ftupro abfol-- 
virt , unb nur in die Unkoſten, foer auf ſeine defenfion ete 
menbe£,condemnirt, 9, 9. 38, -» 


Jedoch it bem Stupratori zugelaſſen / bet gu Sall gebrach Der su: 
ten, zu Vermeitung allee Weitlaͤuftigkeit, unb balden aug prator aber. 
ber Sache zu fommen, über die bezüchtigte Schwäch. —— | 
ober Schwaͤngerung / wieauchdasangebliche Ehever m 
fprechen / das juramentum judiciale, als Deffzn fid) ſowol — 


der Zlagende ala beflagte Theil , nad) feinen Belieben , lo- tastteses 


co probationis , bedienen Fan, zu deferien ; wiewoln folches biehender 
MS NHSEQPLIU, du deren. — rase 


3952 Von ber f£ibesdelationin Shwängerungs Sachen. 
ima in nicht’ allerdings tatbfam/ fonbern hierinnen behutfam 
judicnle de- zu verfahren , und nicht leicht biefe8 juramenr der Geſchwaͤch⸗ 
en, ten anzuvertrauen it, auch garnicht einmal nöthig,, weiln 
eod) cit glles lediglich darauf anfommt , wie unb welcher geftalten 
sarhfam. Die zu Fall gebrachte ihr Vorgeben, baf fie fepe geſchwoͤchet 

oder ihr bie Ehe verfprochen worden, zu erweifen vermoͤge; 

Wie dann auch bie Rechts Lehrere fagen , daß derjenige 

thoͤricht handle, welcher einer Gefihwachten ben Eid defe- 

rirt, die nichts erwieſen. ph j 

. Befold. & Lindenfphür. 42 Ordinat, Wurtemb, pag. 341. 




















num. 9. Harpprecht. conſil. tubing, 25. num. 18. 

Daß aber bie JEibes: delation aud) in Ehe: Sachen ſtatt 
finde / davon ift oben aüfdon in vorhergehenden 9. 
Marndie Capitel 8. 8 und 9, mit mehrern gehandelt worden. Hat 
Sonic m bie Geſchwaͤchte den ihr über bie Schwaͤch⸗ oder 
deferiiten Schwaͤngerung, ober aud) über Das Eheverſprechen von 
—— dem Stupratore deferirten Eid abgefdbvoobren , ober dieſer 
nor ihr denfelben erlaſſen, oder bie zu Sall gebrachte hat ben 
ihrerlafen dem Stupratori hieruͤber deferirten, von biefem aber ibt 
baten, wiederum referirten Gib in forma delata prafitt, fo hat 
rine. dieſelbe ihre intention ertoiefen , und wird der Stuprator vor 
ín, i^ ben Schwaͤcher und Schwaͤngerer gehalten, und ift mithin 
'  derfelbe ber Gefihmächten zur gebührenden satisfaction und 

dem Kind zur alimentation verbunden, auch die dardur 
erroiefene Ehe zu vollziehen fhuldig u mn 


— 
L. 5. S. 2. &L. I. S. 3. ff. de furcjur. Catpzov. & Lau- 
'terbach. eif. loc, | | nas verfi 


$. 5. 9 46 
Co viel von bem Eid / den eine Dartbey der ane 

dern im Gericht deferict / juramentum jwdseiale , bet 

Haupt s£ib genannt; folget nim der Eid , den der Rich: 
ter felbfi/ in Ermanglung genugfamen Beweiſes, auferlegt, 


Diefer wird eingetheilet in das juramentum Jappietorium & Von den 


. purgatorium, Das juramentum fappletorium Oder Lrfül, fupyleiii 
lungs: £id wird demjenigen zuerkannt, welcher feine in- rio, ober. 
tention entweder halb, oder mehr als halb , erroiefen , v. gr. ne Srfüt, 
durch einen einigen unver werflichen Zeugen , ober Durch (Ears und mann 
g Muthmaſſungen, bie einen halben Beweiß ausma: Die at 
a. ; 
Lauterbach. Colleg. theoret. pract. ad fff. tit, de urejur. S. 74: 
Böhmer. 7ztrod. in Jus Digefd. tit. eod, S. 23. ſeq. Stryk. 
Jutrod, ad prax. forenf. cap. 20. $. 10. ! 


Und zu diefem Eid, weilen e8 ein juramentum /egale ift; kan Zu diefem 
ſich auch derjenige, ber einen halben Beweiß vor fid hat, Co fan fh 








felbft erbieten, ohne, daß er fid) dardurch verdächtig ma a onu 
det. fen, ſelbſt 


: i oferirn.. 
Carpzov. procesf. tit. 12. art, 2, num. 3. Stryk. d, cap. 20, 


. $. 2. Lauterbach. Coleg.- tbeor. pract. ad f. tit. de jure- 
oo qur. S. 73-. 
Dann wann fdjon ber Richter diefen Gib auch felbft ex offi 
cio aufzulegen pflegt, fo tónnte er bod) aus Unachtſamfeit 
folches unterlaffen , dahero am fiherften , bag ber , welder 
feine intention halb erwiefen hat, ausdrücklich beaebre , dag 
er zu dieſem Ergängungs : Eid admictitt werden möchte, 

Stryk, Introd. ad prax. forenf cap. 20. $. 10, 


at nun die zu Sall gebrachte bie angegebene Schwaͤchung susc 
But (oie ſtarcke Muthmaſſungen/ bie einen halben fómàbte _ 
Beweiß ausmachen, erwieſen, fo wird fie zu dem juramen- rm c 
to fappletorio , um iren Beweiß dardurch zuergängen , zu⸗ fangen bald 

elafien, ober fan auch feibit von dem Richter begehren , eben, 
je zu Abſchwoͤhrung diefes Eides zu admiccirn. dep iet 


- "Hett. vol. 2. decif. 817. Leyfer. Meditat. ad fF fpecim. Bie 


.  meditat, 19. Böhmer. 7. Ecclef tit. de jurejur.$,74,Schöpf gelaffen. 
decif. 238. L. B. de Lynker. ders). 1425, $.74,Schöp 


e 


Refpon- 
fum L 


594 Von der f£ibes delationin Schwängerungs. Sachen. 


—— —— — — 





Und alfo hat die Loͤbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Helmſtadt 
menf. Majo An. 1717. gefprochen. verb. Es ſcheinen zwar 
die von Beklagten wider den letztern Beſcheid angefuͤhrte 
Gravamina von ſattſamer Erheblichkeit gu ſeyn, indeme 





der Klaͤgerin bloſſes Bekanntnus von der mit dem Beklag⸗ 


coste getriebenen Unzucht, ohngeachtet, Da bie Geburt : Zeit 


mit bem von ihr angegebenen termin deß Beyſchlaffes über 
einfommt , nicht hinlanglich iſt, Beklagten mur. mit dem 
Peinigungs « Eid zu beihmwehren ,. vielmeniger auf den Gr» 
fillungs - Eid zu erfennen , wannenhero e8 das Anſehen qe 


- winnet:, ob hätte berübrter Befcheid aufgehoben, unb Be 


bi Flagter won der-angeftellten Klage loßgeſprochen werden fol 


len. Alldieweil aber die nad) der Zeit darzu gefommene 
Indicia der Klägerin Berchuldigung nicht wenig beſtaͤrcken, 


und Beklagten beſchwehren, immaffen diefer anfangs ge 


Refpon- 
fom IJ, 


fauanet , bag bie Klägerin in feinem Haus Späne gehohlt, 
bie Linden: Wirthin hingegen , bey ber bie Klägerin gedie⸗ 
net, beseuget , fie habe folche etlichmaln dahin geſchicket, 
unb fid) über ihr langes Auffenbleiben beſchwehret; worzu 
ferner fommt , bag Klagerin ben ihrer ſchwehren Geburt, 
und eifrigen Zureden der eb Umme, beftändig auf ihrer 
Auflage geblieben; dieſemnach haben wir nicht umhin ge 
konnt, den ertheilten Beſcheid zu confirmirn, 2G, 9t, W, 
Ingleichen die Löbl. Juriſten⸗ Facultaͤt zu Gieffen den 
6. Febr. An. 1700. verb. In deflorationg « und Schwäns 
gerungs: Sachen Annen Even Schmittin, Klägerin an ei 


nen» entgegen und wider Martin Wagnern 8 Sodel, Be 


fíaaten , am andern Theil, erfennen ohnparthey 
gelährte altem Ein und Sürbringen nad hiermit vor Reht; 
wird Klägerin zuforderüt entweder aud dem Gerichte: Pro- ^ 


&t gleichwohl mittelft Eids fid purgiren wollen, fo foll bie, 


enifche Rechts, 


tocoll oder fonften in forma probante benbringen, bag ; 
Beklagter vormahls in Ungebuͤhr mit einer Weibs⸗ Perſon 
gelebet Habe, darüber erariffen aud) geftraffet worden, unb 


feibe 


Des er[tett Buchs / eilfftes Espitel. 395 
felbe bewandten Sachen und Umständen nad) su bem Eid, 
worzu fie (i erbietet , jedoch dergeitalt zugelaffen werden, 
daß fie keiblich zu Gott ſchwoͤre, fie babe auffer dem Be 
klagten mit niemand fonften in Unpflichten gelebet nod) Ges 
meinfchafft gehabt , unb ergehet fold)emnad) in pun&o fa- 
. tisfactionis pro defloratione & alimentatione infantis fet» 
‚ner was Recht it, Immaſſen wir foldes hiemit ertbete 
len. V. R. W. 

Rationes Decidendi, Anna Maria Schmidtin hat Nah⸗ 
mens ihrer Tochter Annen Even Flagend vorgebracht , was 
maffen biefelbe Martin Wagner , ein Sohn des Tobias 
Waͤgners, bey welchem fie in Dienften gewefen , berebet , 

dag fie von ihm nicht ſchwanger wurde werden, unb alfo 
beſchlaffen und geſchwaͤngert habe, und bat nad) der Hand 
bemelte Tochter, weilen der Beklagte nichts aefteben wol: 
len, fid) zum juramento fuppletorio offeriret. Ob nun 
jwaͤr Klägerin feinen Beweiß wider ben Beklagten gefuͤh⸗ 
tet , unb fonften befannten Rechtens ift: affertionem vitia- 
tz, licet juramento corporali corroboratam , non fuffi- 
ceie, 
. vid. Mev. ad part, 4. jur. Labece. tit. $. art. 1. uum. 16.17. 
^5: Sande Lib. 1. tit, 10. def. 1. Menoch. Z. 2. arbitr. jud. 
quaft. caf. 288. num. 25. 
aufs alterhöchfte der SBefíaate nur juramento purgatorio 
fonte beleget werden. (ANS | 
fecundum Mevium part. 3. dec, 73. puse iie 
Demnach aber Klägerin beitändig in a&is angefuͤhret, daß 

Beklagter vormals bey einer Weibs - Perfon nudus cum 
nuda im Bett ergriffen, und befroegen geftrafft worden, 
berfelbe aber gleichwohl das juramentum purgationis, 
melches ihm terrendi caufa vorgelefen worden , abſchwoͤren 
wollen, ba& alfo bedendlich ibn ad juramentum purgato- 
|. tium zu laſſen. Hingegen in — caſu zu Rn 

CENE | 3 t. 


396 Don bet Zideszdelatin in Shwängerungs-Sacıen. 


no 














I.) quod crimen hocce plerumque clam & in latebris 
committi foleat, & difficilis (it probationis, 
Farinac. queff. erimin, 136. num. 4. Carpzov. quaft, crim, 
96. num. $5. | 
und daß 2.) Klägerin treflliche atteftata ſowohl vom Pfar⸗ 
rer Lit. C. als von denen ſaͤmbtlichen Gerichts - Schöpffen 
zu Sodel Lit. O. weniger nicht bero Mutter wegen ihres 
Berhalteng fub Lit. P. vor (id) haben , daß fie jederzeit (till, 
fromm, eingezogen und ohne Gebena mit Manns: Derfonen 
fid) gehalten; Beklagter aber 3.) dergleichen atteſtata, 09 
er (ich ſchon deffen in a&is gerübmet , feithero nicht bey: 
bringen Fönnen, bargu kommt 4.) fa&i opportunitas, wei⸗ 
len Klägerin ben des Beklagten Vater gedienet, acommu- 
ni enim cohabitatione fumitur vehemens conjectura ad 
hoc delictum. - ! 
vid Pacianus de probat. L, 2, c. 16. m, 42. Maícard. de pro- 
bat. coucl. 312. 58, 26. | 


Und dag 5.) Klägerin, bem Beklagten in confrontatione - 
ſolches ins Angeſicht geſagt, gleichwol in Protocollo fub 
Lit. E.nicht zu finden , daß er ihr contradicirt habe; Sohn, 
ben wir davor gehalten , weilen befannten Rechtens iji, 
etiam ob graves & concludentes prafumtiones poffe ju- 
ramentum fuppletorium deferri, und auf Seiten des Be: 
klagtens ba8 juramentum purgationis nicht wohl ftatt ha; 
ben mag, e8 feye, jedoch wann ibt a(fertum, daß Beklag⸗ 
ter vormahls in hoc deli&i genere aeftraft , unb ofnacady 
tet , bafi er convi&us fid) zum jurament offeriret , vorbero 
verificitet worden, ihr bas juramentum jedoch beraeitalt zu 
deferiren, daß (ie ſchwoͤre mit niemand foniten als Dem Be: 
Kasten in Unpflichten gelebet, nod) Gemeinſchafft gehabt 
zu haben, worauf dann nicht zwar ad effzdum matrimo- 
nii, worauf Klägerin libelliret , fondern in pun&o fatis- 
fa&ionis pro defloratione & alimentatione infantis erge⸗ 


bet was Recht ift. : d 
2 Sn: 


., Des erffen Buchs/ cilfftes Capite. 397 
Ingleichen bie Loͤbl 7guriften-Facoltát zu Tübingen/den Refpon- — 
2I. Febr. Ao. 1722. verb. &o ift bod die Urthel confir- (um III. 
mitt, und er in Dit Expenfas fecunda inflantie condemnitt. 
worden, ex regula generali, ubi pro appellato confirmatoria 
fertur fententia , quod in expen[as appellans fimul condemnan- 
dus fit , : | 
Gail. ib. x. Obf. 152. num. 4. Tra&, noſter de proceff. fummi 
Appellat. Tribunal, Duc, Wurtemb. cap. 18. S. 1. 


weilen ber einzige baben aewefene Zeug, fo viel eiblid) de- 
ponirt, daß Appellant die Appellatin auf die Erden ge 
worffen, fich zu tbe gelegt / unb feine Gánbel mit ihr getrie- 
ben, bod) fónne er nicht faaen , daß er fie würdlich beſchlaf⸗ 
fen, und hernacher den Zeugen anreigen wollen, bey ibt 
zu ſchlaffen, mit 2Germelben , daß, weilen fie ihm gehalten, 
fie aud) einem andern e? nicht abſchlagen werde, Zeug aber 
habe fi des hoͤflichen Anerbieteng bedandt , und Feine Luft 
 bargu bezeuget, fo daß daraus groffer Verdacht entfprins 
get, weilen Appellant Nachts in der Kammer, nad) aus⸗ 
geloͤſchten Liecht nichts zu thun gehabt, und da er doch bey 
ihr gervefen , und auf dem Boden auf der Streu oder Bett 
bey. ihr aelegen , und fie betaftet und begriffen, aud) eine 
Extrajudicial - Befanntnuß von ben. ihr fihlaffen oder hals 
ten darzu fommt, qualis extrajudicialis confeflio per uni- 
cum teftem probata, fi non femiplenam probationem, 
tamen conjeQuram & pra fumtionem aliquam inducit, _ 
Joh. Voétius sum, 8, 44 tit. =. de Confeff. (3. stes 
fo wird daher der Verdacht um fo gröffer , unb obzwar dies 
fer Zeug nachgehends in einem fehrifftlichen Atteſtato unb 
da er von dem Serm Richter, auf Verlangen, nad) vore 
hergängiger Erinnerung , feines vorhin abgelegten Zeugen 
Eid3, ben Beyſchlaff mehrers, fo viel er wifle, verneinet, 
fo ift bod; befannt, bag zwar ex officio, nicht aber, ad 
inftantiam partis, bie Zeugen ,.poft didicita atteftata ,. ad 














- decla- 


398 Von der Eides delationin Schwaͤngerungs Sachen, 


— — — — — —— — — — cn 


declaranda ſua dicta obſcura koͤnnen vernommen wer» 








/ : 
Berlich. part 1. concl. 40, zum, 14. 


und zwar, ohne neuen Eid, wann nur auf den alten (id) 
bezogen wird, 

Sichardus ad auth. boc Sacramentum num. 2. Cod. de jurejur. 
propter calumn. daudo, Hiltrop. proceff. judic. part, 3. tit. 9, 
cap. 6. num. 29. © 37. | \ 

und ift beffen Nach: Ausfag aud) daher verdächtig, daß er 
Geſchwiſtrigt Kind mit Appellanten unb einiger maſſen 
ſelbſten mit impliciret iſt, unb dennoch, da in ber Nacht 
nicht alles fo genau beobachtet werden fan, der Concubitus 
gefchehen fenn fónnte, wann er es ſchon nicht willen will, 
pofitio enim unius , non eft exclufio alterius, & fermo 
ambiguus non excludit poffibilia, 
Crufius de indic, deli. part. 2. c. 7. num. 9, 
wiewohlen freplid) fonften contra teftem a fe productum 
nemo excipere queat, 

Farinac. de teffibus quafl. 62. uum. 237. & 247. Mevius. 
part. 4. dec, 20. Bum 7. 7 Hk ^ du. à; 

ja warn aleid) diefe Extrajudicial - Confeflion wegfaͤllt, fo 

bleiben bod) bie übrige Indicia alle, ald ein Confeffatum, 

übrig unb veft beftehen , quae confeflio plene probat, 

*-— Lauterbach, is Difp. de confeff. tb, 4X. cum feqq. 

und machen ben concubitum , bey folder bequemen Nacht? 
Seit auf bem Bett, febr mabtfibeinlid) , exca&tu enim eo- 

rum; qui natura cupiebat fecreta; ex ofculo libidinofo, 

cum lafcivioribus amplexibus ex pofitione brachii ad col- 
lum ,. nec non ex mamillarum, genitalium & pudendo- 
rum ta&u; magna ftrupri & adulterii oritur prafumtio,: 
maxime fi hac in locis fecretis, ad carnalem commixtio- 
nem aptis no&uque fiant, * RT | 
- Mafcard, de probat, concl..59. gum. 14.8 15. Crufius ^ 
— NC. 


S 


Des erſten Buchs / eilfftes Capite, 399 


indic. deli, part. 2, cap. 7, num. 12. Farinac. im Oper. 
Crim. quafi. 136. num. 131. cum fegg. Klein, in Dip. de 
ofcule nocivo cap. 3. wum. 21. cum [egg. D, Sttyk. de jur, 
Senf: Diff. 7. cap. 5. num. 16. cum feqq. : 
licet unus vel alter veftibus jacuerit & teftes de commix- 
tione nihil deponere queant, 

Crufius de indic, delicl, part. 2. cap. 7. num. 24. & o5. D- 
Stryk. in vfu moderno S. $3. Ad tit. m, de divort & repud. 

& quino&u deprehenduntur in fafpe&is locis, duplicigra4 
 vantur indicio. 

Ecclef, 13. Job. cap. 14. w. 15, Crufius di, cap. 7, num. 8, 
cum ſeqq. | 

Und dahero Ean bey concurrivenden folder Beſchwehrung 

und indiciis die affertio jurata der Appellatin zum Vortheif 

des unfchuldigen Kinds defto eher aud) in einigen Betracht 

mitgezogen werden, affertio enim mulieris verifimilis $c 

adminiculata, maxime fi eft jurata, non e(t plane negli- 

prunis fed fi conjun&a eft cum aliis indiciis, re&te pro« 
al, ; 

B. D. Bardili in Difp. de Satisfacl. Stuprate cap. 3, num, 2, 
num, 18. cum feqq. pag. 17. D. Harpprecht, ir Dif. de 
probat. fliat, ex concubitu conſponſ. ante Hierelog. S. 9. €& 17, 

. Mevius part. 3. dec, 73. Dn. a Lyncker. £s Deeif. fe- 
nenſ. 493: - 

& , favore prolis leviores quoque probationes & pr&fum- 
tiones re&e admittuntur, | 

Dn. Marp. vol. 1, Conf, 15.num, 124. Welemb. Confil. 44 

2L omm. 59. E : 

fo dag bafero dag juramentum in fupplementum rechts: 

mäßig deferirt und praeftirt worden , cum enim copula car-- 

nalis tum füa natura, tum quia plerumque clam & in la« 
tebris committi folet, oW 5. fit probationis, ideo 

iod RN i ee con» 


* 


400 Von der f&ibes delationini Shwängerungs Sachen. 

conje&urata probatio , pro-arbitrio judicis, rede admit- 
titur, Umi : 

Mafcard. de probat. concl. 1337. Farinac. queff. v 36. junct. 

quæſt. 147. num. 131, D. D. Harpprecht. in cit. Difp. $. 8. 

D. Siryk. in ufu moderno S. 53. ad tit. m. de divort. & 8. 

|. 19. ad tit. v. L. Jul. de adulter. a 

adeo ut unica vehemens præſumtio, etiam, quoad priva. - 
tain fatisfattionem in caufa ftupri 

Beiold. Cowf. 140. zum. 26. Martin Vranius tom. 3. tit. 

Ae deflorat. Confil. 6. num. 10, D. D. Harpprecht. in Cone 

ffl. 35, num, 22. da m 

juramento fuppletorio locum faciant, n 

Mevius part. 5. dec. 281. & part. 7, dec, 375. Schrader is 

—. repetit, L. admonendi 31. num. 250. de jurejur, Fontanell, 

de pact. mupt. clau[. 5. glof]. 5. part. 2. num. 82. | | 














sinaeadbtet , das einige Zeugen ihr fein gutes Praedicat bey 
Iigen, weilen dos feiner was wuͤrckliches gefehen und vie 
[c8 von rühmen und ex auditu herrühret, auch gu anderer 
Zeit geſchehen, teftimonium autem de auditu non valet, 

 Gulich. ad Mynfingerum cent. 6. obf, 58. Stryk. de Tar. 

Senf. Diff. 3. cap. 3, mum. 3. cum feqq, | 

& verba jactatoria non fufficiunt, ants a 

-. D. Bardili zz Difp. de Satisfac. Stuprata pag. 16. : 
Und weilen über bif die prefumtio honeftatis & virginita- 
tis vor alle Weibsbilder ſtreitet, 

Mev. part, 3. dec. 73. Jul. Clarus Zi. s. 6. fuprum. num, 
4. Menoch. ib, 6. prafumt. 89. num. 3. Dn. a Lyncker 
in Decif. fem. 1425. | 

— anb diefe widrige Fama das Haupt- Werd nicht umſtoſſet, 
cum mulier bene de adulterio, fiupro vel fornicatione 
convi&ta &  confe(fa & tamen maritus vel juvenis pater 
infantiseffe queat, ^— Jj | s 
oL, X3 S. 9. ad Leg. Jul. de adulter. 
ss 5 $49 hone- 


Des erſten Buchs / eilfftes Capitel. 461 


—— 





Sie enim magis quam inhoneftum pr&fumen- 
um, | 

B. D. D Frommann, in Differ. agnat. & cognat, tb, 11. 
fondern nur bie virginitatem in Zweifel feget , à 

Befold. ad J. P. Wurtemb. part. 1. tb. 87. Speidel. voc 

Binds - Shywängerung. B. D, D. Bardili ci. Dg. 
p^ 28. : 

worvon fid) Appellatin würdlich losgeſchwohren, & alias; 
pro femina, in honefto famulitio vivente , nec corpore 
qua(tum faciente, omnis pr&fumtio honeftatis militet, 

Böhmer in Jur. Ecclef. lib. 2. tit. 24. & 74, B. D, D. Bar- 

- dili zs cit. Difp. pag. 28. dat. 

fo hat daher bie Urthel primae inftantize eben fo werigrefor- 
mirt werden Fönnen, ald deßwegen, weilen in prima in- 
ftantia Feine Interrogatoria eingegeben, und Die Defenfion 
nicht recht beforat worden , weilen durch die von der Urthel 
aetbane Appellation alles wäre ratihabirt, und durch die 
Daclarationen und neue Zeugen Verhoͤr alles nadiaebofet 
worden, quando enim Dominus a fententia conira falfum 
procuratorem lata appeliat, eo ipfo omnia approbaſſe & 
ratihabuiffe confetur 

L. 56. de judic. L. fin, Cad. ad SCt. Maced. L. Go. de Reg. 

ur 


nihil enim obftat, quo minus Dominus ea in fui præju- 
dicium praeftare poffit, qua ia fententia continentur. 
L, 27. de procurat. L. 3, $. 1. rem rat. bab. Gail. fib. 1. elf 
4m. num. 3. Fabricius «4 Mynfingerum cent 1. Obf. 44» 
Mevius part, 6. decif. 139. Struv. Exercit, 7. tb. 27, B. 
D. D, Lauterbach. is Difp. de fyudicis tb, $8. & D, Bar- 
- dili in Difp. deratibabit. 15,24. — | 
Zu mehrerer der Sachen sEcláuterung / wollen tuit Refpone- 
. auch das bey Ferd. Chriffopk. Harpprecbt von ihme den I3. (um IV, 
Martii Ao, 1695. ettDeiltez uno von dem Hertzog zu DD it: 
; "E Wal teme 


402 Don bet feibesedelationin Schwaͤngerungs⸗Sachen. 


temberg Durchgehends approbizte Refponfum inter Confilia 
Tubingenfra XXV. allhier mit beyfügen. verb. Unerachtet aber 
beffen , und was dergleichen mehr angeführet werden moͤch⸗ 
te, bin id), falvo quorumvis rediori judicio, bet beftändis 
gen Meinung, daß, dafern anberft ratione ber Zeit, wels 
de zu einem legitimo partu, die Natur und die Rechten de- 
terminiren, Fein Zweifel obhanden , derengleichen in ben 
A&is nichts zu befinden , vor Elagende Kuhnin nod) wohl (o 
viele wohlgegruͤndete Vermuthungen in medio feyen, Dag 
ihro babere, zu Behauptung diefer Haupt » und prajudi- 
cial-Srag: Ob fie von dem Griefinger , oder jemanden am 
deren, Kinds geſchwaͤngert worden fep ? daß juramentum. 
fupplementum anyertrauet werden möge. Gintemahlen, 
gleichwie forderift an (id) ſelbſten klar it, quod copula car- 
nalis tum fua natura, tum &, quia plerumque clam & in 
latebris committi folet, fatis difficilis fit probationis, 
Abbas ad Cap. Preterea. X. de teflib, pofl. plures. Farinac, 
Qual. crim. 136. num. 4. Carpzov. Queff. crim, 96. 
num, $5. d 
und babero bie Rechtslehrere unanimiter dahin ſchlieſſen, 
baf zu deren Beweiſung zwar nicht eine jede modica fufpi- 
cio, vel quacunque pr&fumptio fufficient ſey; 
Befold. 4. conſ. 140. zum, 9. 


Jedoch aber , zu deren verificirung , aud) eine praefumptiva 

feu conje&turata, &ve pr&fumptionibus & conje&uris, 

non faltem legis, verum etiam hominis, modo illae, pro 

. arbitrio prudentis Judicis, fint concludentes, innixa pro- 
batio admittirf werden müfle, juxta late firmata. 

. alaudato Farinacio d, quæſt. 136. num, 2.3. & feqq. juncta 


quaf. 147. uum. 131, Malcardo 4, probat, sonch, 1337. 
pum. 1. & ſeqgg. 


Alſo waltet Fein Zweiffel, daß, warn eine ſolche Kindes 
geſchwaͤngerte Perſohn, etliche prefumptiones; feu juris, 
N eu 











Des erſten Buchs/ eilfftes Capitel. | 403 
feu hominis, concludentes & graves, ipfiusque affertum, 
hunc vel illum fui partus parentem effe, verifimile red. 
dentes, tor fib fat , ihr , nad) deren Beſchaffenheit, auch 
bad juramentum in fupplementum wohl vertrauet wer⸗ 
ben fónne; cum utique & tales prafumptiones in vim fe- 
miplena probationis admitti debeant, juxta ea, qua in 
genere decidit | ! : 

— Mevius Part. 5. decif. 281. & Part, 7. decif. 37$, ex Bar- 
tolo, Abbate, Molinzo, & Baldo, Ludolph. Schras 
der, im repetit, L.. Admoneudi. 31. num. 250. ff. de jure- 
Jar: RR T ms 

Nun iſts in propofito allervorderift an beme , daß klagen⸗ 

de Kuhnin (nad wortlichem Smnbalt jum Hodpfürftl. Juitiz- 

Kath eingeihidten Berichts ) fonften guten praedicata , die 

fid) nicht allein. jederzeit in ihren Dienften unflagbar aufge: 

führt; fondern auch , und fürnemfich , mit anderen Manns⸗ 

Perfohnen, auffer biefem verſtorbenen jungen Griefinger, _ 

im wenigften nicht beſchreyt geweſen. Bey welcher gedop⸗ 

peiten vor Diefelbe militirenben praefumtion, da nemlich fie 

nicht allein (id) jederzeit in genere, wohl und ehrlich aufge; 
führt; fondern qud), und in fpecie, wegen einig umehrlicher 
converíation mit anderen Manns Perſohnen, auffet allem 

Verdacht ftehet , Fein vernuͤnfftiger Renſch anberjt urthei 

[en wird,, al8 daß ihre affertio , da fie nemlich denjenigen , 

mit bem fie allein, als zumablen ihrem fponfo, (de quo 

mox plura) dergleichen Gemeinſchafft und converſation, 
daß dahero eine, obgleich inter ipfos nondum licita, carna- 

Vatter ihres Kindes ernennet unb. angegeben, Glauben 

beyzumeſſen feye. Quod enim in genere de vita honefte 

& bene anteacta a DDbus traditur, quod illa magnam pro 

tali perfona praefumptionem inducat, per. vulgo nota- 

ta ad Aia 7854 TT ; 
L, 3. S. 12. ibi; inſpecto — præcedentis adiu, & L. 5. 
J  vV€tt3 - 








pre. 


^x 


404 Yon oet Eides delation in Schwaͤngerungs⸗Sachen 


— — — — — — 











» — — 


princ, in verbis: & anteactæ vita. ff, de re milit. jungat, 
Sttyk. de vita ante acfa , pallım. 
id non (ine ratione ab Antonio Fabro etiam huc trahitur, 
ut, fi non meretrix, vel vulgata pudicitize, vel de talibus 
vulgo fufpetta puella, fed honefta alioquin; & inculpatae 
vite virgo, quae cum nemine alio; quam a quo fe deflo-. 
ratam dicit, converfata, vel ullatenus fufpet&a fuit, hunc 
ipfum deinde fui partus patrem adferat , ei non quidem 
plena, ut exi(timat — 
Faber. 4. /ib. 4. tit, 14, def. 18. juncta def. 6. in lib. o. tit. 7. 
num. X. in notis, 
fed tamen eatenus fides habenda fit, ut ipfa proinde tan- 
to facilius , concurrentibus aliis pr&fumptionibus, ad ju« 
ramentum in fupplementum admitti debeat; jii 
"argum. eorum, qua in terminis tradit Mevius Part. 3. 
— decif. 73. num, x. ubi dicit: quod femine, extra ſtupri pa- 
dentiam , bonefl« vita, a[fertioni boc tribuendum fit , ut con- 
tra inculpatum pra[umptionem faciat , ob quam judex nom 
| faltem ad [pecialem inquifitionem, verum etiam ad Arreffum, 
EG copfrontationem , imo etiam ad juramenti purgatorii de- 
| lationem procedere poſſit. dos Rico 


Daß es aber an dergleichen, ad fundandum juramentum 
in fupplementum von Rechtswegen genugſamen pracfum- 
ptionibus in præſenti nicht ermangle, bas fan. aus denen 
vorhandenen AGis, und. denenfelben applicirender Verord⸗ 
nung der Rechten, non magno negotio, vor Augen gelegt 
werden. Dannda fagt, fie dasander, ipfa fa&t notorie- 
tas, daß, nod) ehe der feelige Hanns Georg Briefinger von 
Ulm: nadjer Hauß gekehrt , er noch vorher per literas, durch 
Erbitt-und Einholung feiner Mutter Confenfus, feine de- 
fponfation und. Verlobung mit der Kuhnin in Nichtigkeit 

eftellt , dergeſtalten, daß, nachdem er auf Göppingen ges 

emmen, und fein Meiſterſtuͤck zu werfertigen diis cn 

; 14 «2 


Des etffen Buchs) eilfftes Capit, ^ ^ 40g 
geweſen, er und Klägerin frey ofrentfidy sufammen gewam 
belt , und, a[8 invicem de praefenti defponiate perfonze, 
miteinander converfitt, fie aud), neben ihrem Bruder, 
von &pbad) aus, zum Meiſtermahl geladen, unb alfo burdy, 
gehends, als eine liebe fponfa, mit Deren er. nechfteng ing 
Ehebett zu tretten gewillet getvefen , von. ime aemeint , 
tractirt und: geliebt worden. +. 
Ob nun wohl freylich ihnen nicht gebührt fat , ante bez 
nedittionem- facerdotalem , ad copulam: carnalem mitei⸗ 
nander zu fditeiten; fo beseuaet ſedoch die alltägliche Erfah⸗ 
rung , infonderheit unter dergleichen Leuthen, Dag , inbeme 
fie fid) , poft contra&a fponfalia, & pre primis de Pr&fen- 
ti, ceu jam fere conjuges, zu dergleichen, licet folis, in 
perfe&o. matrimonio: degentibus, conjugibus; vorgoͤnnt 
und zukommender Cohabitation mehr befugt zu ſeyn exad, 
ten, unb. dergleichen prematurum& in.omnibus fere £hri- 
ftianis Rebuspublicis probibirum concubirüm vor keine fo 
fonderliche Suͤnde anſehen, fie aud) tanto: frequentius id) 
hierinnen uberfehen; prout, prater ipfam rerum certim̃- 
mam megiftram, experientiam, in terminis advertit, ; > 
Petr» Müller. an :Deffersiide: gure pregnant. cap sctbo1 ibit; 
tænim fape numeros fztà nefcio qua Ges 5 coo usn 
In häuffiger und oͤffter aber, inter tales Perfonas de pras 
fenti defponfatas, Dergfeidoen praematuri concubitus vor⸗ 
gehen , fo ſtaͤrcker und kraͤfftiger iſt aud) talibus in-cafibus 
zu. praefumirem, daß eine de praefenti verfobte Braut, bie 
zumahlen fonft mit feiner anbern 99tannsperfobn fufpe& , 
und in gutem praedicat (teet, a nemine alio, als oon ih» 
rem fponfo, mit dem fie, atempore contra&torum fpon- 
falium, frey unb tdalid) converfirt, ja welcher aumablen , 
nad feiner Mutter felbft eigener Anzeig, dieſelbe fo ferunb 
efiiictim. geliebt, daß, im Fall fie; ble Mutter, in deren 
Heurathung nicht einwilligen würde, er in ben Krieg zu ds 
enc: | a 


406 Von ber f&ibes-delation in Schwaͤngerungs ⸗Sachen. 
[0 MEER — nn 00 — 


hen aetrofet , impraegnitt worden (ep: Tralatitium nam. 
que et, quod folita ieri, fatta e(Te credantur; — | 
per L. 1o. ibique Bald. Cod. de probat. L, 34. de Reg, Jur- 
Herm. Vultej. i» Conſ. Marpurg. vol. 3. conf. 32. mum. 112* 
Nicol. Everhard. is Top. leg, Loco ab ufiiat. feu folit- 
- N'e(embec. conf, 44. &. 64. ; | 
Etc quemadmodum non faltem de matrimonio per igore- 
iar, five facerdotalem benedictionem perfe&o, ipía LL, 
prafumunt, quod partus , legitimo tempore editus, a ne- 
mine alio, quam quem ipfaemet nuptiz patrem demon- 
ftrant , procreatus cenfeatur; fic, ut inde maritus, partum 
fuz uxoris, cum qua ipfe habitavit, regulariter pro fuo 
agnofcere teneatur; . 
* L. A1. $. 9. ad L. ful. de adulter, L. 5. de im jus voc. L. 29. 
u de prolat, L; 6. de his, qui fui vel 4l. jur. B. Dn. Lautet- 
bach. Coricl, forenf. exercit. 4. concl. 5, Gilcken. «2 L. 14, 
wum. XI, & feqq. Cod. de probat. Hunn. encyel. jur. P. t, 
^. fit. 10. cap. 2. num. 7. © fegg. Gail. 2. Obf. 97. Hahn. 
.. ad W'efemb. zit. de agn. & alend. lib. uum. 4. | 
Sed eandem benignam LLum. pr&fumptionem DDres 
etiam ad concubinatum communiter extendunt, ita nem- 
pe, ut etiam ex concubina in lucem hanc editus, ab eo, 
qui illam ceu fuam concubinam, in domo retinuit, gene- - 
ratus.cenfeatur. tác «mus | 
: Panormitan. ad Cap. per tuas. de probat. Boerius, d. Dec‘ 
|! 099. sum, 2. Alciat: tracf. de prefumpt. Reg. 3.prefumpt 
:37. Forfter. de fucceff. ab intefl. lib. 4. cap. 8. num. $. Go- 
zadin. conf. 13. vum. 4. pof? Gloff. Duenn. & Hippol. de 
+ Marfil. Gail. 2. Oif. 97. uum. 11. Parif. P. 2. Conf, 10. 
. gun. 38. Palzott. £r. de mot. & [pur. cap. 21. queff. 24. 
© poft. Anchar. & Jafon. Menoch. de 4. 7. 9.1. 2. caſ. 
89. nam. 26. Vide tamen Ferd, Arjam de Mefa. Re- 
[hl 3p 39, num. 3. & fg 000 








dme, 


Des erſten Buchs) eilfftes Kapitel, > 407 


en um 














Imo , ficuti generaliter ex communi alicujus mulieris & 
maículi habitatione ( praeprimis diuturna ) Doé£tores ve- 
hementem conje&turam banc fumunt, quod mulier ex il- 
lo impraegnata cenfenda fit; eo quod, quanto laxior five 
amplior delinquendi occafio fuppetit, tanto etiam facilius 
atque citius delictum committi foleat, juxta ea, quae hanc 
in rem tradit RUD | Ne 
Mafcärdus de probat. cosel. 312.90», 26. ex Ant. deButrio, 
Hoftienfi, Barbofa, Menoch. & aliis, Profp. Farinacius, 
— Quafi. crim. 136. num. 187. ex Alexandro, Alber. de Ro- 
fate, & Decio, Welembecius, cezf. 44, num. 63, 
Non obftantibus illis, qua habet 
Gail. Z. Obferv. 97. uum. 12. 


Ita etiam Do&ores iftam pr&fumptionem in hujusmodi 
cafu, fi fponfalia de prafenti inter duas perfonas contratta 
fuerint, & illae fimul in una domo communem habuerint 
habitationem , hac ipfa de caufa admittendam exiftimant, _ 
ita nempe, ut fponfi, eo tempore impr&gnata, a nemine 
alio, quam a fuo illo fponfo, impra&gnata cenfenda fit, 
juxta illud, | | 
4d Can. Si quis acceperit. 3. Cauſc 13. quaft. 1.4 DDb. notatum - 

A juvene, & cupido credatur reddita virgo? quod in termi« 

nis ita tradit Paulus de Caftro , Part. 1.conf.277. S. Tertia 
principaliter. quero. usque. ad finem. & Ægid. Botlius , im 
tra}. crimin. tit. de Deliclo num. 31. Boer. d. Decif. 299. 
pum. 12.& cum illo Petr. Müller, de jure pregnant. cap. 8. 

t5. 8. ubi fcribunt, qued mulieri, fe ex aliquo pragnantem, 
etiam jurato , ajleveranti, tum demum uon credatur , ff ad il- 

lam cemmuniter a pluribus accedatur , vel quis illam mom 
poffit pro arbitrio babere ; fed duntaxat furtive ; fecus im- 
couctibinis efe , & que alias retinentur in domo , quia dicte 

sarum tune ſtari debeat. | 


eio 


4 


408 Von bct Eidesdelation in Schwängerungs: Sachen, 
Wiewohl nun in prafenti bie Flagenbe Kuhnin, unb bet fece 
liae Griefinger, von Zeit ihrer Berlobung , nidit eben in ct 
nem Dauß beyfammen gereobnet ; nadibeme jedoch in fatto 
ausfindig, bag Sie, von folger Zeit an, ihren frepen, unge 
hinderten , unb täglichen Wandel zufammen gehabt ; und, 
- biefem nach, es eden fo viel ift, al8 ob Sie zusleih in einem 
Haug benfammen gewelen wären; So iit ben Denen bereit 
Angemercften notablen Liinftänden , da nımlich des Grieſin⸗ 
hers Liebe gegen ihr (er groß geweſen, aud) Sie beyde allete 
naͤchſtens ir bereits per fponfalia de pr&fenti inchoatum 
ma:rımonium, duch Priefterliche Trauung zu perfe&ioni- 
ren, in procin&u geſtanden, zumahlen Sie fonften mit am 
deren Manns Perfohnen extra omnem plane fufpicionem 
gelebet , billich Diefee urgenti & concludenti Juris pra- 
fumptioni, quod videlicet ipfa ex nemine alio, quam ex 
hoc fuo fponfo, partum poftea editum conceperit, Platz 
zu geben: Tum quod etiam ha&enus ( aeque ac inter con- 
juges. jungatur | j 
Gailius, d Obſ. 97, zum. 2. eleganter Forfter. de ſucceſſ ab 
inteſt lib. 4. cap. 8. uum. 8, Cardinal. Parif. part. 2, 
conf. 10. num, 2.) hy 
id, quod minus inhoneftum , praefumi debeat ; & hone- 
ftior conjectura minus honeftam prafümptionem, favore - 
prolis innocentis, excludat; 
ex Baldo, Cotta, zz memor ab. voc. Filius, pag. m. 329. 
Tum quod inter perfonas, vilioris praeprimis , conditio» 
nis, de pr&fenti defponfaras , hujusmodi nimis feftinati 
concubitus valde frequentes fint5 Tum quod multi, magni 
etiam nominis, Do&tores, fponfalia de pr&fenti & matri- 
monium ( qua tax en quod utrique regul.riter valde a fe 
invicem diffzrant, einceícit ex traditis ure. 
. Joh. Harpprechti , 24. abr. Inf. de Nupt. num. 121. 131. 
& 138. B. Lauterbachii is /racf. de Arrba, tb. 145. 
iot | Carpzov. 








Des erſten Buchs / eilfftes Capit. 409 
- Carpzov. Jurisp. Con/ſi. Iib. 2. D. 103. & 137. Esbach, 








ad Carpz. 7, For. p. 1. C. 24. def. 5,) 
in hoc ipfo articulo ad paria judicent, ita quidem, ut 2 
tali, poft contra&a fponfalia, impraegnata puella, id fal- 
tem requirant, ut ipfa fponfalia fecum contratta, aut 
previam matrimonii promiffionem legitime probet; ut 
videre eft | | MS 
apud Mevium, ad fus Lub. part. 2. tit. 2. art. 9. num. $6. 
ibi: dummodo mater probet, Richter. p. 3, Dec. 133. num. 
15. Hartm, Piftor. O/f. 83. per tot. | 
ubi etiam ih cafu, quo quidam clandeftine virgini promi* 
ferat, fe eam du&urum in uxorem, eamque deinceps car- 
naliter cognoverat, &, antequam nuptia folenniter fie- 
rent , mortuus fuerat, pariter dicit, quod tali in cafü mu- 
lieri incumbat probatio, illam conjugii premiffionem fibi 
faltam effe, Quibus paria leguntur etiam | 
apud Carpzov. p. 3. C. 14. Def. 12.num. ı1. Addatur con- 
ſtitutio 7s Cap. Per tuas, 12, X. qui ftl, ftnt legit. 
ceu in qua notabiliter difpoftum extat, quod, fi filius 
probet, (ponfalia cum matte fua, feu de pr&fenti, feu de 
futuro , contra&ta effe, & fe poftea inde natum, ipfe legi- 
timus cenferi debe:t; tametfi pater, vivente adhuc ma⸗ 
tre, cum alia femina nuptias contraxerit; » 
advertente Gilckenio , ad L. 14. num. 10. Cod. de pre- 
Datis. | UNUS 
Vide tamen & illa, qua in contrarium traderevidetur | — 
-— Da. Stryk. de fucceff ab intefl. Diff. Y. cap. 2. tb. 49. in ver“ 
| bis: Wann eure Tochter gebührend erweifen fan/ 
daß ibr von oem verfkorbenen Titio die Ehe verz 
ſprochen / NB.unb er fie darauf geſchwaͤngert. | 
Qu welchem allen, in cafu praefenti, fitr das drifte, nod) 
dieſes komt, Daß deß Briefingers Hutter , EL. Bez 
klagte, zwar diefes , daß fie bie Klägerin vor eine Soͤhnin, 
i Fff2 und 


a1o Von ber Bidessdelationin Schwaͤngerungs · Sach en. 


und deren verſtorbenes Kind vor ihr Enckelin erkennen moͤch⸗ 
te, nicht an fid kommen laſſen wollen; gleichwohl aber bie 
on ihr, der klagenden Kuhnin, auf ihren Sohn / unb mit 
Unterſcheid, ihren fponfum , peur A used AES 
nidit eben gar. voeit geworffen, inbeme fie allbereit. (id) fo» 
weit. ectlàrt, daß fie ben, in bem Fuͤrſtl. Wuͤrtemberg. 
Land⸗Recht, d» 3:34 " 
Part. 4. tit. 18. (eben fo wohl, als in jure communi , in 
„Nov, 89. cap, 12. & Autbent. Licet patri. God, de natur. 
B.) | — rime oz 
denen Liberis naturalibus verordneten Sextantem , und 
nachgehends, daß fie ihr, vor alles und alles, in fumma 
Einhundert Sulden angedeyhen laſſen wolle, fid) erböthig 
gemacht hat. : f d 

















SV. 


Yllermaffen num in dubio regulariter von Niemanden , fürs 
nemlich aber , juxca fexus avaritiam, a ME 
5 (jungat. Z. 4. ibique Dd. ad SCr. Fell. L. 33. de denat, in- 

ter Fir. & Uxor. ubi vulgo Scribentes, Joc, ut mulier 
cui ndemet, avariffona [fexus matura repugnare tradunt. Auguft, 
-', , Barbofa , axiow. Jib. X1. cap, $5. axiom. 2.) yes 
vonder Beflagten, von Rechtswegen, nicht praefumirt 
werden Fan, daß fie eine folge Summ, ohne fondere Urs 
fad), an bit A. offerirt; a us 
«u per. L. 25. ibique commr. A Dd. notata de prob. ; 


da zumahlen fie Beklagte felbft angezeigt bag fie ihres Sohns 
Heurath mit der Riägerin nicht gern geſehen, fondern end» 
lic: nolens volens darein confentirf abe: porous aenuge 
fam zu erſehen, bag (ie gegen ber A. eine aar ſchlechte Nei⸗ 
gung gleich anfangs gehabt; geſchweige, daß folde , nad) 
diefer ihrem Sohn angeihnldister Schhwängerimg , und 
von der A. ernftlid) treibender Auslieferung des Groß⸗El⸗ 
terlichen Srbtheils , ſich ergroͤſert haben folte; das vielmehr 
bicfelóe hierdurch. nod) mehrersin Haß und Berbitterung 
VH ucc T3 Ä gegen 


Des erſten Buchs / eilfftes Capitel. "arx. 
gegen Ihro verkehrt worden: So iſt nicht zu verneinen, 
daß aud) dieſe a Rea, non obſtantihus his omnibus, aethae 
ne Offerten , der A. beitandiges Bor unb Angeben , bag fie 
yon niemand anderen als dem feeligen Griefinger , Kinds» 
geſchwaͤngert worden ſeye, ineinenod geöffere Wahrfcheins 
lichkeit fegen.: «so H coc HigsiDon Ira | 
Wann nun unfere Rechten, und bero Lehrere, auch aliisin 
cafibus, ad copulam carnalem inter perfonas eousque de- 
fponfatas ; legitimam reddendam , favore matrimonii, 
quod vel a mafculo , vel muliere intenditür, pro ratione 
Eircumftantiarum , & arbitrio judicis; jüratze, vel viri, 
vel etiam mulieris, affertioni, quod videlicet ipfa carnali- 
ter ab illo cognita fuerit, ftatt unb Platz geben; juxta ea, 
qua leguntur in Cap. 6. & Cap. 12. X. de defpenfat. im-: 
pub. ibidemque communiter a Do&oribus notantur. Con- 
feratur Orhnino- > 17015079078 edio2 Ust eiu Uo 

. Didacus Covarruv. in /&s epitome part. 3. cap. 3. S. Y. num. 
14 . Ubi fcribit, qued zn cafibus , ubi de matrimonio cum ali- 
qua puella contrato agitur , carnalis ipforum conjun&lio [eu 
copula , non faltem per juramentum viri: [e cum illa conen- 
duiffe, affeveramtis, probari poft ; per text, im d. Cap. 6. 

. abit prefato "viro, qui dicit, fe mulierem ipfam cognovi[- 
fe, fides efl adbibenda , fi id firmaverit juramento. ibique 
© * DDres. X. de defpon[at. impub. & d. Can. fi quis accepit, 3. 
t Caf. 33. auefl. 1. | — 
Sed, fire contra ralis etiam mulier fe carnaliter a fponfo 
fuo Cognitam dicat, favore matrimonii, ab illa intenG, 
juratz mulieris affertioni pariter fides haberi debeat 5 al 
legans pro ead, (ententia - 
Anton. de Butrio, Praepofitum & alios, a4 2, Cap. 12, 

















ioo X de defpaufat, impub. 00 vé 
Ex quo ita ad cafum modo di&i Cap. 12. ubi nempe fpoii- 
falia a duobusimpuberibus ne » & poftea puer 

: | — TIE d 


P ai ; 


412 Don der Eides elatio» in Shwängerungs-Sachen. 


— — — — —— GL — — 





la aſſeveravit, fea fponfo carnaliter cognitam effe, Ab- 
bas Panormitanus: Nota, inquit, quod nedum creditur 
marito, quando dicit, fe ccgnoviffe uxorem, uxore ne- 
gante; ut in cap. continebatur. fupra eod. . Sed etiam 
creditur, fi negaret copulam, muliere afferente oppofi- 
tum. Tamen dicit Hoftienfis: Quod, fi per copulam con- 
firmaretur matrimonium, ftaretur potius affectioni mulies 
ris, afferentis copulam , quam ditis viri, negantis copue, 
lam; & hoc in favorem matrimonii, quod nota.. Adda. 
tur etiam Johann. Audr..ad d. Capit. ubi dicit, quod, fi 
ex confeflione copula fizmetur matrimonium , eriam mu-. 
lieri juranti credatur: fecus effe, (i per copulam matrimo- 
nium non firmetur; fed commiffum duntaxat peccatum 
probetur ; & qui hac omniain compendium redigit , Ema- 
nuel Soarez. in Comment, Opin, tit. 6. num. 320. ubi ita: 
Copula, inquit, feu coitus probatur jurejurando viri, vel 
mulieris, matrimonium intendentis. . . di 
Go will bey mir Fein fo fonberer Zweiffel walten, bag auch 
in propofito, obgleich Elagende Kuhnin Diefen Zwed mit 
dem Griefinger in das. Ehebett au tretten, nun nidit mehr 
erreichen Fan , jebennod), favore, ex illo, quod ha&enus 
afleverat, concepta, licet interim rurfus defunttz pro- 
lis, ut videlicet illa adhuc legitima pronuncietur, derofel- 
ben juratae aflertioni, in ſo weit att zu geben , daß (ic bie 
aus hie obbemerdten prefumtionibus jun&tim confidera- 
tis, für fie militirenbe fermiplenam-probationem, median-, 
te juramento in füpelementum, ergaͤntze und beflärche, 
cum, ut fupra audivimus, femiplena probatio etiam ex - 
una, fed illa vehementi; vel ex aliquibus, fed iisdem non 
tam validis prafumptionibus, effici poffit ubi vero fe- 
miplena probatio adeft, tunc Judex juramentum in füp- 
plementum non folum ex officio deferre poteft, verum 
etiám tenerur. D Hh pom jd o6 px 
— L. 3. Cod, de reb, credit. Vinn. lb, 1, ſelect. quaft. cap. 43. 
| are 


— 


Des erſten Buchs / cilfftes Capite, 413 


— — — —— —— esi une — 


.. Carpzov. part. 1. Conſi. 23. D. 2. Setfer. d« juram. lib. 4- 
cap. 1. num, 7. Beuft, ad L. a1. mum. 19. de jarejer. Og, 
Lauterbach. a frac [jnopt. de jurament. necesfar. $. 6. 
tb, 91. | 

Addar. in terminis n. 

Mar, Anton. Maceratenf Far, Refo/. lib. 3. refol. 7. 
ubilate examinat: Num dicium mulieris, quod ab aliquo cars 
naliter cognita fuerit, ad ſtuprum probandum fufficiens fft? & per 
regulam quidem dicit , quod. illa non [altem ad plenam ejusdem 
probationem in[ufftciens fit ; fed ne quidem indicium contra aliquem 
pariat; conjuntium vero cum aliis indiciis & conjecturis etiam 
plenam efficiat probationem , referente Fontänella de pact. nuptial, 
elauf. 5. gloff. 5. part. 2. num. 32. Nec mon que in fmmili fir- 
mant JCti Marpurgenfes , vol 1. Conf, 1$. num. 124. & 
praeprimis Wefembecius, conf, 44, num 59, ubi dicit: Fa- 
vore legitimationis liberorum, & in fpecie, ut illi ad füc- 
ceffionem capaces reddaniur, leviores quoque probatio- 
nes ac praefumtiones fufficere & recipi, uo 
Welchen allen nad) , falvo iterum meliori judicio, der be 
 ftánbiaen Meinung bin, daß denen Partheyen allervorde⸗ 

rift zu eröfinen nahfichender. 505000 0 un si un 
in Beſchaid: — 
qn Sachen (id haltend zwiſchen Anna Regina Kuhnin 
pon Eybach / mit Beyſtand ihres Kriegsvogts, Chriſtian 
Debarten/ A. eines; ſo bann Margaretha/ und deren 
marito t$ legitimo Curatore, Felix $riederich Weidnern/ wie 
auch ihrer Binder aus etffer Ehe Pflegern / in Alis bey 
nannt/ Beklagten andern Theils / erfeunet biemit ein ehr⸗ 
fam Geridt, auf Klag unb 9Intivort , aud) all uͤhriges Vor⸗ 
unb Anbringen, nad). eingehohltem Rath, allervorderift 
‚vor Stet: Würde à. ba ſtehen, und nicht allein an den 
Serich ſtah angeloben ; fenbern auch einen aelebrten anb 
leiblichen Gio zu dem allwiſſenden Gott abfhwöhren, daß 
SINN TC US CERE C EMT C dit 





414 Don tt Bides’delation in Schwängerungs: Sachen 
niemand anders, als ihr ſecliger Bräutigam, Hanns Ge 
org Briefinger , ihr, indelfen aud) wieder verſtorbenes, 
Kind mit ihro erzeugt babe, und affo er Grieſinger befieb 
. ben rechter natürlicher Vatter (en , daß ſolches gehoͤrt wer: 
den, unb , (ie thue dag, ober nicht, jebod) ferner in Sachen 
aefdseben ſoll, was recht iſt. 
Dafern nun die A. dieſen Eid abzuſchwoͤhren / wider al⸗ 
les Vermuthen, ſich waigern ſolte: ſo waͤren bie Par⸗ 
theyen zum kurtzen Beſchluß in der Sach anzuweiſen, und, 
weil alfo fie A. auf dieſe Weiſe pro convicta & confefla zu 
halten feyn würde, bag fie biß daher bie Beklagte mit ei 
nem improbo & calumniofo litigio umgefrieben,, 
juxta LZ. 34. $. 6: & ult, L. 38. de jurejur. L. 9. Cod. de R. 
C. Carpzov. E. 6. Ref. 120. zum. 1. & 2. B. Dn. Lau- 
terbach. iz traf. fyuopt, de juram. neceffar. S. 5. tb. 85. ' 
2 Betlagte fimpliciter zu abſolviren; und herentgegen 
argum. eorum , qua in fimili cradit Mevius, im Dec. part. 
|. 6. Dec, 39. num. 8. Jac. Andr. Crufius, a2 Fus Statutar. 
- Mindenfe,pag. 358. — — | ; 


aud) in alle Gerichtskoͤſten zu cöndemniren , mittelft fol» 


gender | 
ib | Urthel. | S np 
In vorermeldter Rechts Zach toitb biemit , auf Klag, 
Antwort, erfanntes und recufirteg Juramentum /zpp/eto- 
rium, auch all übriges Vorbringen, nad) actbanem Rechts 
fa , genommenen Bedacht, und gehabtem Rath, mit Ur⸗ 
thel zu Recht erkannt: Daß Beklagte der A. um ihre KIA 
‚ge nichts zu thun ſchuldig, fondern darvon zu abfolviren; 
inmaffen wir felbige hiemit abfolviren; unb hingegen bie A. 
in alle Gerichts : Koften , aufder Beklagten unterfgiedliches 
darthun, ihr der A. Zu: und Ginreb , and) Richterliche MAP 
figung , condemniren und verfaͤllen. Bart 














Des ecffen Buchs/ eilfftes Capitel. 415 


Wann aber die 4. auf vorhergehende bewegliche Vorſtel⸗ 
[una der Wichtigkeit eines Eides, auch deren, in Gött: und 
weltlichen Rechten, auf die ſchwehre Suͤnd Meineids ge 

fe&ter zeitlich umb ewiger Strafen, den ibr zuerfannten 
Eid abſchwoͤhren wird/ fo wäre auf voradngigen mind» 
lichen Beſchluß, und (ubmitcitung zu einer Endurthel, nad) 
ihren der A. Petitis zu fpred)en, unb deßwegen zu eröffnen 


nachſtehende | 

In Sachen 3teditend zwiſchen ermeldten Dartbeypen iff 
biemit , auf Klag, Antwort, deferirt und praeftirteg Jura- 
mentum fuppletorium , auch all ander Gerichtliches Bor» 
und Anbringen , ad getbarem Rechtſatz, und eingehohlten 
Rath, zu Hecht erkannt: Das vorderift dag vonder Klaͤge⸗ 
rin gebobrne , und feithero wieder verftorbene Kind, vor 
ihres auch feelig verftorbenen Braͤutigams, Hanns Georg 
Grieſingers, rechtes natürliches Rind, und mithin auch vor 
feinen rechtmäßigen Erben, in allen , von ime hinterlaſſe⸗ 
nem, Vermoͤgen, es feye gleich Vaͤtterlich, Groß, Elter⸗ 
lid) , oder anberé , zu declariren; inntaffen wir felbiges , in 
krafft dieſes, declariren, dergeftalten, daß dahero die betfaate 
Großmutter ihres ſeeligen Sohns Groß Elterlichen Erbtheil, 
wie aid) alle? dasjenige, was er Grieſinger an Geld-Klei⸗ 
dern und anderem, zur Zeit feines Todes, in wuͤrcklichem 
Beſitz gehabt , bec A. als eingiger Erbin ihres Kindes, aleiy 
mit nn unb Eigenthum auszuhändigen ſchuldig: bie bißs 
hero & abte Nutznieſſung aber ihres feel. Sohns vaͤtterli⸗ 
cher Grb8 » Portion big an ihren Tod zu behalten befugt, 
und alfo biefelbe der A. alsdann erft zu Handen geſtellt wer⸗ 
den; die beyderfeits aufgervandte Linfoften aber aus Beweg⸗ 
nus compentürt und verglichen ſeyn follen. | 








odi s S. 6. | AERA 
Zu dem £erfüllunge e Kid iff die Geſchwaͤchte nichts ce 
in ^ |. G6$8 deſto⸗ eio ig oie 


416 Don der Lides.delatimin Schwängerungs-Sachen. 


Geſchwaͤch deſtoweniger annoch zu admittiren , wann gleich der fupra- 

te dm tor auf feinem Coo Bett die Schwaͤch oder Schwaͤn⸗ 
f» »r gerung abgelaugnet/ und darüber verfiorben. 

et L, B. de Lynker. deci. 1425. ——— 

Echwaͤch· Dann die prefumtion, bie anfonften für einen fterbenden 

Qi vine miliitt , baf ec feiner ewigen Geeligfeit ingedend _feyn , 

rung auf und bie Warheit reden werde, ceflirt, wann eines ſolchen 

abne, fterbenden Auflage einem andern zum prajudiz_gereichet , 

luget, bann hierinnen wird ibme Fein Glaube beygemzffen , warn 

er aud) fonften der glaubwuͤrdigſte Mann ware, alfo, daß 

.— bie Ginaeftánbnus oder das Vorgeben eines Sterbenden, 

einem cercio weder (d)aben mod) nugen fan, 
Mev. ad 7us Lubec. lib. 2. tit. 2. art. 24. num. 11. Lauter- 
bach. Colleg, tbeor. pract. ad ff. tit. de jurejur. S. 70, 





Refson- | Und alfo fat der Schöpffen : Stuhl zu 7jena/ Ment, 


fum, Mio Ao. 1689. gefprochen verb. Clelia Flagt wider Sabi- 
num auf bie Schwängerung, und fagt ihm , bey der Con- 
frontation, alle Umftände unter Augen. Er aber ſchuͤtzt 
vor, daß um bie Zeit, ba er mit ife folle zu thun gehabt 
haben, er nicht zu gegen aemefen, Probandum vero effe 
ftuprum cum omnibus qualitatibus. 
Alex. 7 conf. 157. Boét. decif. 299. | 


Sie ft) vulgatae pudicitiae, ber man, ohne herzu Fommene 
be wichtige indicia, feinen Glauben zu gebenz 
Sand. FII. X. 2. — ; Ri 
nicht einft zur Erkaͤnntnus der purgatorii, | 
Boér, 4. /. num. 4, Carpzov. Tz. XII, Proc, 43.9.7. 
licet falutem fuam oppignoret, | 
Mev. IV. 7. Lib. Tit. V: a. 1. &. 16. 


vel, tempore partus, in inculpati perfona perfiftat, n. 17. 


Inmaſſen aud) „ voie nun Deffen Eltern anführen, Sabinus 


auf bem Ted Bett, wohin er hierauf gerathen, auch dar: 


fiber verfiorben, aeaen feinen. Pfarrer , ein mehrere a. 
^ : acutam 


—E 


Des erſten Buchs/ eilfftes Capite, —^— at 


geftanden , ald bag er, etroa zwey Mlonathe vor ihrer Nies 
berfunfit, mit ibr, ſtehend, und vorhero niemahlen, fid 
bermilcht habe. Ita vero non pr&fumicur, immemorem - 
fuifle fuae falutis, | ; | 
C.26.I1g.1 .— 
cum qui in extremis eft, facile omnia contemnat, |. - 
Sebaít. de Medic. P. 111. de Morte. ti. 31. Rol. a Valle Z21. 
Conf. 37. v. 2. feq. hc 
& poenitentia plerumque ferio ducatur: 
Farinac. L, I. Pr, Crim, Tit. 5.9,46.m6. 
quin & conf(cientia ftimulus ad inftar torturae fit 
d Ä 


Aus welchen Urfachen,, als dennoch der Clelize, zur Bes 
‚haupfung bes ftupri, und impr&gnation, das Juramentum 
in fupplementum nachgelaſſen werden wollen, des Sabini 
Eltern, weilzumahldie Clelia, als eine perfona infamis, 
Cypr. c. XIV. $. 19. | 
gu einem fuppletorio, bey obigen Umſtaͤnden, nicht aefafe 
fen werden koͤnne, bie Appellation ergriffen. : 
Nachdem aber, unter beyden, als Nachbars Kindern, 
von Zugend auf, fonderlihe Freundſchafft unb Liebe vers 
 fpüfret worden; auch Clelia ihme von ihren Saren, auf 
feine Reife in Srandreich, ein Arm + Band mit gegeben, 
und als er nieder zu Haufe kommen, er den zu Paris, von 
ihrem Bruder an fie , ibme mit gegebenen Brief feibft übers 
bracht, und baben die vorige Vertraulichkeit erneuret: zu⸗ 
forderſt aud ibn febr graviret , daß er endlich} Den congref- 
fum zu einem mahl, ba bod) Clelia betfeuret , daß es mehr⸗ 
mat geſchehen, befannt; qua ratione licet tempusaliud ſup⸗ 
ponat vel neget, affertioni (tuprata fimplici eousque cre- 
ditur; donec quod alius eam impr&gnaverit, a confefle 
probatum fuerit. | Aut 
Alex. 4, /. Carpzov. Il. er. 4. 63.2. 116,. Io 
he. RR 6392. GH 


418 Donber Lides.deltinin Schwaͤngerungs Sachen, 
Geſtalt aud) Feine andere Leichtiinnigfeit ihr ermiefen wer 
 benfan; unb fie, auffer dieſem Sal, Die praefumtion der 
honeftát , vor fid hat, | i. 

Mafcard, 211. de prob. 1410. Mer. III. Der. 73. t. 6, 
ut antea virgo fuifle cenfenda fit, 13503 

Lugo Difp. XII. d. 7. & 7. Sect, 1. », 3. Molina de 7. & 7. 
io Tr. 3. difp. 104. Rum. 14. : 
Alſo daß gleichwie Sabino, wann er im eben geblieben, 
dag juramentum purgatorium auffer Zweiffel hätte aufer⸗ 
Yegt werden koͤnnen: | 

Mev. IH. Dec. 73 Catpzov. er. qu. 122.2.77. 
So nunmehr der Clelie , nad) dem arbitrio judicis, als 
welcher, in dergleichen cafu (tupri, der vitiata, pro qua in- 
fines pr&fumtiones militant, ut plus quam femiplene 
probaffe videri queat , das juramentum fuppletorium oh⸗ 
ne bem deferiten Fan, : 

^ Beuft, P. I. de ſponſal. c. 42. 
diefer Erfüllungs - Eid wohl nachgelaſſen werden mögen. 
Und daran weder hindert, dag fie pro infami gehalten wer: 
ben will; indem foldyes anderfi nit, al8 in perfona, quae 
palam corpore fuo quæſtum facit, angehet, 
L, 43. S. 1, & A, de R. N. 

non vero in amafia; wie bann aud) von dem ftupratore, 
ba berfelbe fo Dod) gravitt iff , ba8 ftuprum ihr dißfalls nicht 
vorgeworffen werden Fan; fonften er felbft nicht um deßwe⸗ 
gen ad Juramentum. purgatorium admittirt werden Füns 
nen: —— | | 
Beuft Z. Tr. c, 47. Hahn. «4 Wefemb. Tir. de fponfal, 
Noch aud) der Clelize im Weg (ieget , daß Ssbinus ein mehr 
rers, auf bem Tod. Bett, nicht geſtanden: quoniam prae- 
fumtio veritatis in moriente ceflat, fi de pr&judicio ter- 
tli agatur: ] v evt 

Gl. in L. 37. $. 5. d. Leg. 5. | 








nam 


Des erſten Buchs / eilfftes Capitel, 419 
nam ita ei non creditur, quamvis fuerit digniffimus: adeo 
ut rertio alicui, confeflio vel affeveratio morientis, nullo 
modo obefle poffit. j 
*. Seb. Medices P. IL. d. Mort, s. 32. Zoe. ad Tit, a. de Con- 
— fff n. 23. Mev. L. H. Jur. Lüb. Tit, 2, 4, 24. 9. 1 1. 
Derowegen hat cà bey bem juramento in fupplem. verbleis 
ben muͤſſen. Mu com 
Die bloffe Befehuldigung deß ftupri aber , i(t an fich nicht Die bloſſe 
hinreichend, daß die Beichwächtezu dem Erfüllu Ns: £ une 
Am dardurd ihr Borgeben zubeitärden, fi offeriren, nod) Selbwads 
zu Abſchwoͤhrung folgen Eides aelaffen werden Fönne, Su M 
. Sande decif. Frifie. lib. 1. tit. 10. def. 2. Stryk. differtar. de casi 
— deffgnat. patr. a rnatre Infant. faci. cap. 2. nup, 100, Mül- mor bitte 
. ler. differt. de Fur. pregnant. cap, 8, tbof. g..— anglıch. 
Dann das juramentum /upp/etorium ift alsdann nur zu de- 
feriten , wann jemand, wie vorgedacht, einen halben Be, 
weiß vor fi) bat; da hingegen bie bloffe Beſchu digung der 
ten an unb vor fich nicht hinlänglich iit, einen 
halben Beweiß zu conſtituiren. | 
Befiche oben den ı2. $. def vorhergehenden 9, Capi 
- tele / allwo ein Refponfum hiervon anzutreffen, 
Ob und wie weit bey angeblichen s£beverfprucb das ja Ob beyam 
ramentum fuppletorium ſtatt babe? davon ift oben in dem gehlicen, 
ib $. dep vorhergehenden 8. Capitelo gehandelt voor. forud) vas 
as suse dn: - Juramenium 
s rS e : Íuppleto- ' 
Hat nun bie Geſchwaͤchte ben Lrfüllungs- fib tiber bic ries ftat 
Schwäd) ⸗ ober Schwängerung / oder bas ffbeper, Mi 
fprechen/ abgelegt / fo bat fi barburd) ihre intention voll; Gt5mad; 
kommen ermoiefen , unb wird für fie gebrochen, einfolgli, == 
chen Der ftuprator vor den Schwaͤch⸗ oder Schwängerer here. — 
gehalten , unb iff mithin berfelbe ber Geſchwaͤchten zur ae, rim abge» 
büfrenben Satisfa&ion , und dem Kinde zur alimentacion (y porq, X 
e | |. 6883 — TT 








430 Don bet f£ibesedelationin Shwängerungs-Schen 


tt intention verbunden, aud) allenfalls bie barburd) erwieſene Ehe zu 
moms Uolgihen(dulig. — — | 
free 7, 31, ff. de jarejur. ibique Dd. Lauterbach. Colleg. tbeor. 
WU. pradk, ad ff. tit. cod. S. 79. Beſiehe den 15. S- vorher: 
gebenoen 8, Capitels. — d 
$7 
Menden Iſt nod) übrig Dad juramentum purgatorium , Oder bet 
Bim X nd a E. Diefer wird von dem Richter demje 
guns eb nigen auferlegt, ber mit ſolchen Murhmaſſungen / die kei⸗ 
erfatt)ar gen halben Beweiß ausmachen/ gravirt iſt, um ſolche 
be?  barburd) zu elidiren. 
| Lauterbach. Coleg. theor. pract. ad ff. tit. de jurejur. S. 47. 
Böhmer, 7ztroduct. ip Jus Digeftor. tit. eod. S. 31. Stryk. 
Introdudi. ad prax. forenf- cap, 20. $. I2. 
Diefen Eid Dieſen Eid deferitt zwar orbentlider Weit ber Richter, 
B m. iedod) Fan in Civil - unb Bürgerlichen Sachen / oder, mo 
fordern, man civiliter agitt, der Kläger auch begehren, dag dem 
um i mit praefumtionibus und indici:s gravirten Beflagten, bag 
lagten auf juramentum purgatorium deferitt werden möge, weilen 
zuerlegen. dieſes aud) in Civil- Sehen ſtatt hat. iftud — 
Mev. part. 4. decif. 8. mum. 11. Heig. part. 1. quæſt. 40, 
num. 25. Stry k, Frtrod. ad prax. foren. cap. 20. 8.13, 
Wann ber. Wann nun der ftuprator wegen befhuldigter Schwächung 
— d toldben Indicis und Soturbmaffurgen , bie woeniger af 
gangenen einen halben Beweiß ausmadıen, gravirt tt , fan der Rich- 
Ruprimit te entweder ex officio, oder auf Berlangen der Geſchwaͤch— 
Vit n ten bem fkupratori das juramentum purgatorium , bit wi; 
Linenfal der ihm militirenbe Indicia Darburd) zu purgiten , auferle; 





ben ce ; 
ma des en | 

muß ^ (i Stryk. differt. de defrguat. patr. a matre Infant fr. cap. 2. 
BM gun. 94. Hert. vol. 1. refponf. 240. Horn. confaltar, & 
gren. Refponf. Claf. 15. reſponſ. 44. fol, 1096. Bardil. de en 


Des erffen Buchs/ eilfftes Capitel. 421 


J'4&. ſuprat cap. 3. membr, 2, num, 19. © 20. & part, 
pofler. num. 32. & 33. : 

Und alfo fat die Löbl, Juriſten-Facultaͤt zu Gieffen / Refpon- 
den 17. Eebr, Ao. 1704. geforodyen. verb. Auf die uns vor,fuml, 
gelegte Fragen: 1.) Ob Gebhard qu bem in hac caufa famo- 
fa fuper pro;ria turpitudine deferirten Gib zu laffen? oder 
2.) Scholle, cin febr leichtfinniger Menſch, mit bem juramen- 
to purgationis zu belegen? oder aber 3. ) bie gefehwängerte 
Margaretha Erneftin ad juramentum fuppletorium zu [aß 
fat? Unfere rechtlihe Meinung zu eröffnen, fo haben wir 
alles mit Fleiß verlefen , und collegialiter wol erwogen, 195. 
nun wol, was den Gebhard anbelangt, Rechtens iſt, etiam 
in caufis Amoſis juramentum judiciale deferri pofle; 

Lauterbach. vr. ſynopt. de juram. S. 5. num. 88. 

& in fvecie in caufa /upri; — 
+. Teffaur. decif. 3. Pcia iia | 
Nachdem aber, wann fibon Gebhard geſchwohren, und 
nichts bekannt, hätte, Scholle annod mit dem juramento 
 purg.tionis müßte belegt werben , weilener befag protocol- 
li fub Num. Adtor..3, befannt, bag 1.) er von Margare: 
t$a Ernefin nit rein (en, 2.) ihme biefes Menfch für ei» 
ne liederliche Perſohn ober Hur befchrieben worden, 3.) 
er mit ihr verdächtige converfation gepflogen; fo bann 4.) 
befaste Margaretha beftändig darben-bleibet, daß fie von 
ihme ſchwanger ſeye, beraegen biefe Margaretha Erneftin, 
als ohnedem eine perfona. vilis propter. defe&um femiple-: 
na probationis, ad juramentum fuppletorium nicht Fan 
admittirt werden; So halten toit dafür; ne juramenta 
multiplicenrur, £8 ftpe mit. Zuziehung eines Geiftlichen ,. 
dem Sthollen zu bedeuten, daß er mittels Eides (id) reim» 
gen miiffe , darauf ihme nachdrücklich zuzureden, und fon» 
derlich  voag ein Eid fepe , unb ber Meineid nad) fid) siehe, 
vorzuſtellen, aud) annod) ein Bedenck⸗ Zeit von 8. Tagen 

pu * i au 








Refpon- 
ſum II. 


422 Don der Eides delation i Schwaͤngerungse Sachen 


zu geben, ſo dann, wann er nicht bekennen wollte, ihme der 
Eid wuͤrcklich abzunehmen. | 
Ingleichen die Loͤbl. Turiften: Facotát zu Wittemberg 
den 6. Septembr. Ao. 1697. ad requifitionem Georg 2iz 
mannus / Regierungs = Advocaten und Amtmanns zu 
Kiegnig. verb. Hat Barbara B. eine [ebige Dirne, fid) 
in Unehren ſchwaͤngern laffen , und it, nadıdem fie ſolches 
beftändig gelaugnet , auch gegen den Prieſter, fo ihr vor 
ber Beicht hart zugeredet, nicht gefteben wollen , medio 
Januarii diefes Jahres eines Kindes geneſen, zu deffen Da: 
ter fie. enblid) nad) der. Geburth annod) vor der Taufe, 
Heinrih B. einen Iedigen Geſellen angegeben , unb der 
Herr will, tie in biefer Sache zu verfahren, und welches 
Theil mit einem Eide zu belegen, des Rechten berichtet feyn, 
nad) mehrern Syubalt des ung zugeſchickten Berichte. 
Rationes Dubitandi. Wann nun aleid) Barbara 95. be 
fagten Heinrich B. annoch vor ber Zauffe des Kindes, zu 
deſſen Vater , wie gemeldet, angegeben, Diefes auch , und 
daß er einsmahls Abends auf der in ihres Vaters Haufe 
der Stubenthür gegen über befindlichen Treppe fie geſchwaͤn⸗ 
gert, aud) dabeh, wie es ibr einmal nicht ſchaden wuͤrde, 











vorgegeben , unter bie Auaen geſaget; Hiernechſt befaater 


eed B. daß er ein(tens Furg nach Pfingſten voriges 
abr bey der B. auf der Treppen geſeſſen, unb fie wohl 
damahls, als aud) vor 2. jahren , da fie zu ihm in die 
Scheune, allwo er auf der Strei gelegen, kommen , und 
UA BeNBEIT , ein wenig beariffen,, felbit aeftanben unb be« 
ennetg oco — 8*6) 0018 dan 
- Rationes Decidendi. Dennoch aber unb bieteeil darbey er⸗ 
meldeter Heinrih B. dag er mit ber B. fleifchlichen ſich 
vermifchet, beftändig verneinet , biefe Beſchuldigung aber , 
wenn fie auch aleich eidlichen beftárdet würde, dem incul- 
ato keineswegs nachtheilig fepn , und graviren, weniger 
elhigen überführen mag, in Erwegung dieſelbe eine Be 
$ Yers 


T Des erſten Buchs eilfftes Capitel. ^ 423: 
Perſon, oelcte fid) tupriren laſſen, alfo in biefem deli&o .- 

complex, und der zumahlen wegen ihrer harten Verleug - 
nungder Schwängerung wenig Glauben beyzumeſſen; Sym 
übrigen Heinrich B. durd fein obangezogenes Geſtandnuß 
fid) feibft einiger maſſen verdächtig gemachet: : 

€» erfcheinet daraus fo viel, bag Heinrich B. nad) vorher⸗ 
gehender ſcharffen Verwarnung vor ber ſchwehren Straffe 
des Meyneids, darzu auch wol ein Geiftliher zu gebrau⸗ 
en, (id vermittelit Eides gu reinigen , und, bag er mit 
Barbara B. fib fleifchlich nicht vermifchet , zu ſchwehten 
ſchuldig: Er thue nun ſolches oder nicht , fo ergehet nichts 
deſtoweniger in der Sache allenthalben ferner, tvas Hecht 


m. B. 2b e 
"i-e; co 


> Wegen der. bloffen Bezüchtigung ber Geſchwaͤchten Der Reini 
aber mag dem ftupratori das juramentum purgarerium oder quos 
der Reinigungs: Zid mit Recht nicht zuerfannt werden denn 
meilen bieft Inculpation an und vor fid) , den ftupratorem eite 
im geringften nicht gravirt , und fein hinlaͤngliches Indicium Gic fpmmédge 
abatebt , tn Ermanglung aber eines rechtmäßigen Berdachts ren ict 
unb Argwohns, der Reinigungs: Eid nicht ſtatt finbet ſatt. 
Wie wir ſolches alles oben allichon im vorhergehenden 9. 
Capitel $. 5. mit mehrern ausgeführet ; allwo 2. Refponfa 
zu finden, Jedoch werden nad) denen Canonsfcdyenn Rech. Auffer dey 
ten/ bie Geiſtliche ausgenommen, al welchen , auf bloſſes Menon 
Angeben und. Beihuldigung ber Gejdypáddten , damit." 
Schwache nidt geärgert, bem Minifterio fein blame bate 
durch angehaͤnget, unb Geiſtliche nicht allzu fider gemas 
det , und Ts folder Sünde. leichter verleitet werden moͤch⸗ 
ten, nad) Befindung beg Richters, der Reinigungs « Eid. 
auferlegt wird.. u 
s Ap. $« X. de adult, can, presbyter. caf. II. quæſt. 2. Stryk. 
4st To 805 | differt. 


424 Von der Eides delationin Shwängerungs:- Sachen. 
differt. de defignat. patr. a matre 7nfant. fall, cap. 2. num. 
Mann eine 96. Corvin. 7, Can. lib, 4. tit. 17. $. 15. à 


Weibs⸗ heut ue 
Ben Wann eine Weibs Perſohn vorgiebt , Sie wäre von cie 














ee nic MOM Ehemann mit Gewalt //uprirt worden; und bey 
Goat — biefet ihrer Auſſage in der zorsur befkändig verharret/ fo 
von einem gravitf fie barburd) den ftupratorem weiter nicht , al dag 
us er fi) vermittels Eides von biefer Beſchuldigung purgi- 
morden, ren muß; bann durch biefe8 ihr Worgeben fucbet fie der 
und bepder Steaffe zu entgehen; babero eine folie Befchuldigung den 
flánbig bar, ftupratorem zur Tortur nicht graviten Fan, fondern es hat 
ben bebat auf Das höchfte nur das jüramentum purgatorium ſtatt. 
en -AVernher. feleöt. Obfervat, forenf. vol 5. Obfervat, 244: 
praterem PA3- 450. 4 ? : : 
motas And alfo hat bie Loͤbl. Juriſten + Facuzát zu Mitten, 
E bera / Menf, Febr, Ao. 1711, ad requifitionem der Com- 
Ei pravis mifarien zu Neumarck / in caufa 7»quift. 95. D. 95. Qt 
tene fpreden verb. Würde Vi. Ut. nach vorbergebenoct 
Refpon- fcharffer Verwarnung für der ſchwehren Straffe deß 
fom.  Yfeineids/ ficb vermittele f£ibes reinigen/ uno daß er 2c. 
ſchwoͤhren / fo iff er von der wider ihn angefkellten: 
Juquiſttion zu entbinden, 00, X, YD, | dn 


$. 9. 

Wann ed nun darauf antommt / dag ein mit Indiciis 
und groffen Verdacht gravirter ftuprator das ihme zuer⸗ 
fannte juramentum purgatorium abſchwoͤhren folle/ fo bat 

x ein Richter hierinnen behutfam zu verfahren, damit Fein 
moet Soteineib begangen werde; babero weilen ſolche Perfohnen, 
guge ci nachdem fie ihre Luft geiättiget „ zum ſchwoͤhren febr ge 
son dem neigt, fo ift notbia, baB , ehe der Gib abacleat wird, bent. 
baten  ftupratori zuvorhero bas Gewiſſen ool geſchaͤrffet, und was 
werben foll, ein Eid (epe, und der Meineid für eine ſawehre Strafe 


ibis nach (id) ziche „nachdrücklich vorgeſtellet werde; und wen 
N LÀ «: A Ä ol⸗ 


Des etffen Buchs/ eilfftes Capitel. 42 
foie Verwarnung von einem defto beſſern Nachdruck (eon pao 
möge, fo ift nili), daß man einen Beiftlichen darzu ge 9xanibu 
brauche, der dem ſchwoͤhrenden fein Gewiflen rühre , unb warnen. 
dasjenige barben beobachte , waß in folhen Fällen nöchig oot 
und dienlih it. — : ' Geiftlichee 
Stryk. ad Brunnem, 7. Ecclef. bb.2. cap. 18. $. 29. ad ver- Milben. 
| ba: magna Cautione. Bardil, de Satzsfacf. ffuprat. cap. 3. 
menmbr. 2. num. 21. Stryk. diff de defignat. patr. a matre 
Jufant. fall. cap. 2. num. 97. Horn. confultat. & refponf. 
Claff. 15. refp. 44- fol. 1096. | 
Und dahin gehet das von der Loͤbl. Turifken « Facultát ; 
zu Srandfurtb den r, Martii Ao. 1672. ertheilte Refpon- per 
fum.verb. Weil Inquifitin fonften Feine üble Machredehat, — 
fonbern fid) wol verhalten, aud) in ihrer Bekaͤnntnus bes 
ftändig bleibet, fo ift Inquifito beiveglich zu zureden , die 
Warheit zu befennen , im Gall er aber dannoch die fleifchlis 
de Vermiſchung nicht geitehen wollte, iff Inquifitus mit. 
Zugiehung eines Geiftlien, welcher ihme fein Gemiffen 
feárffe, wegen Straffe deß Meineides genugfam verwar⸗ 
tie, mittels Eides fid) zu purgiren ſchuldig, Dag er mit In- 
quifitin niemalen Unzucht getrieben; wann folches gefchehen, 
ift er von der angeftellten Inquificion zu abfolviren. * - 
Alſo bat aid) die Loͤbl. Turiffen : Fxezkeät zu Gicflen / Ron: 
den 17. Febr. Ao. 1704. unter andern, dahin gefproden. (m qr 
verb. So halten wir dafür, e8 fepe mit Sugtebumg eines 
Geiftlihen , bem Schollen zu bedeuten , daß er mittels Ei⸗ 
des fid) reinigen muͤſſe, darauf ihme nachdrüdtich zu guree ——— 
ben , und fonberlid) , was ein Eid fepe , unb ber Meineid 
nach fid ziehe, vorzuftellen, aud) annoch ein Bedend Zeit 
von 8. Tagen au geben, fo bann , wann er nicht befennen 
wollte, ibme ber Eid wuͤrcklich abzunehmen. 
Ingleichen die Löbt. "juriffen: Faculeät zu Altdorf den noon. 
16, Mattii Ao, 1731, Daß CONS nad vore (utn Mb. 


IT 





426 don ber fe&ibesdelationine SS hwängerungs Sachen. 


Te 


ſcharffer Verwarnung vor der fhmwehren Straffe deß Mein. 
Eides , dazu aud) wol ein Geiftlicher zu gebrauchen , tid) 
vermittels Eides zu reinigen, und daß er mit Klägerin tid) 
fleifchlichen niemahlen vermifchet , zu ſchwoͤhren ſchuldig, 
|! quo preftite,, derfelbe fo dann von der wider ihn angeftell- 
;. ten Klage zu bolxire. 
Ration. Decid. Sonſten aber in denen Ais Feine caufa 
vorkommt, um welcher willen der Beklagte ad juramen- 
tum purgatorium nicht zu admittiren, ‚auch in dubio für 
einen jeden die rechtliche Vermuthung (treitet, quod fit bo- 
nus, donec probatum fuerit contrarium 5 | 
(07 LL 1. ff. pro foc. cap. X6. & fin. X.de prefumt, Mafcard. depro- 
^o Lat. concl. 222. © 224. — 


Worbey jedoch bie Dd, ad evitandum, in quantum poffibi- 
' Je, perjurium , an bie Hand geben , daß zuvorhero , cum 
pronti fint faepius ad jurandum amatores illi, poftquam 
explenda libidinis copiam habuerunt , eine f&arfe und 
gemugfame Verwarnung vor ben MeinEid unb beffem 
Straffe vorgenommen, und , ut eo gravius huic admonis- 
tioni accedat pondus, Geiftliche , bie bem juranci fein Ge⸗ 
wiffen rühren und ſchaͤrfen, bargu gezogen werden follen; 








ceu non abs re fuadet t 


. .Stryk. ad Brunnem. 7. Eeclefafl, lib. 2. cap, 18. $. 29. ad 
verba: magna cautioue. Horn. confultat. & refp. Claf-15. 
re[p. 44. fol. 1096. nt TR Ew 

—. €» i(t, voie in dem Urthel von und allenthalben erfannt, 
a Hiernechſt hat aud) ein Richter dahin zu feben , daß der 
muri fehenStuprator eine glaubwürdige Perfohn fepe , unb wegen 
babere Def MeinEides nicht verdächtig; Dann ehrlofe, meineidige 
einig, und Verdächtige Perfohnen find zu bem Reinigungs: Kid 
Sac ui oe nicht zu admitte 00095 0007 nn 10e T UE TIRE 
Syene ap. T. 07 11, X de purgat. can. ibique Dd.Stryk. differt. de 


— 39 defignat. patr. a matre Infant. Fre. cap. 2. mum. 98. Lau- 
iie ©... terbach. Colleg. theoret. pract. ad ff. tit. de jurejur. S. 48. 
wy | | | : 


a Uri 


Des erſten Buchs / eilfftes £apitel, 427 

Ubrigens findet aud) bey angeblichen Ehever ſprechen das an“ 
juramentum purgatorium, OdEr der Reinigungs: Eid ffart/ €beoem 
darvon wir allion in dem 10. S. dei vorhergehenden D'rsxa, 
8. Capitele mit mehrern gehandelt haben, Hat nun ame ib 
ber Stuprator den ihme über Die Schwäch: ober Schwän, fatt babe? 
gerung / oder aud) über das angegebene Eheverſpre— SE 
chen deferirten Reinigungs: Kid abgeſchwohren / oder den Stein, 
bie Gefhwächte fold)en bem Stupratori erlaſſen / fo wird gungee CD 
er von ber wider ibn — Schwaͤch oder Shwaͤn reino 
gerungs oder reſpective Ehe⸗Klag gaͤntzlichen abſolvirt. von der 
cap. 8. X. de purgat.Canon. Lauterbach, Colleg. tbeoret. pradi. folvirf 

4d ff. tt. de jurejur. $. 51. Befiche den 14. S. deß vor⸗ 

hergehenden 8, Capitels. 


Tu L9: ue m ui Der Stu- 
Der Stuprator, welcher einen andern zum Vater Def prator, dee 
Kindes angegeben, und diefen beraeftalten gravirt hat, daß pos au 
er wegen dieſer Beichuldigung das juramentum purgato- Bater def 
rium hat abſchwoͤhren müffen, wird hernachmahlen zu dem Kind an 
Reinigungs Eid / dag er zu der von der Gefchwächten an un vielen 
gegebenen Zeit, mit ihr fid) fleifchlichen nicht vermiſchet ha- zu ben Reis 
be, nicht mehr admittirt , fondern für den Vater des Kin: rare ran 
des aehalten , unb ift folches zu ernähren ſchuldig, weilen er bernasma, 
fein Borgeben , daß ein anderer ber Bater zum Kinde fepe, Ma oin 
nit erwieſen, indeme der Befchuldigte von bem widrigen purgscerio, 
Verdacht durch ben Eid fid) gereiniget , mithin der Beweiß da er viót 
barburd) hinweg fällt, TEN OHREN nigra 


.: L. B. de Lyncker. decifon. 113. pag. 66. | "un 








Und alfo bat ber Schöpffen-Stuhl zu 7fena/ Menf. De- 
. cembr. A. 1697. geſprochen. verb. Cyriaci fat geſtanden, dag Nelpon- 
er mit der Kirchnerin aeburet; fen aber fo lange vorher ae. "7 
(deben, bas bie Zeit nicht zutreffen werde, Inquifitin bleibt 
darauf, daß er aud bad) ni 9. zu ſchaͤffen atbabt, 

UG TE | un 


4^8 Von der fEibes-delario in Shwängerungs Sachen. 


unb mit folher Zeit Fommt die Geburts ; Seit. überein, 
Dan. Lipf. fprechen , er ſey al8 Stuprator zu ftraffen; aud) 
muͤſſe er das Kind ernebren , er fónnte denn bie Schwaͤnge⸗ 
rung auf einen andern bringen. Darauf giebt er Hanns 
Schrötein, einen Ehemann, an, und wird biefet ad Jura- 
mentum purgatorium , nebft der Kirchnerin , gravirt, 
Nachdem aber bepbe fid) gereiniget, pronunciant denuo 
Dnn. Lipfienf. mit Beziehung auf ibt voriges Urtheil : G8 
müffe Cyriaci das Kind für das Seinige erziehen. Ob mm 
wol er dafür gehalten , e$ folge nicht, Schrötel hat fid loß 
geſchworen. | Erg. ift Cyriaci Vater; zumahl er fich erbos 
ten , zu ſchwoͤhren, daß er um die legte Zeit mit ber Vettel 
nicht zu thun gehabt. Co if bod auf bas erfte Urthel, 
und darauf,das er des perjurii, weil er den ehmaligen con- 
greſſum geftanden, verdächtig, zu fehen geweſen. Inde pro- 
nunciavimus: dieweil erwehnter Cyriaci dasjenige, fo ihme — 
darzuthun auferlegt , unb er ſich angemagt, nicht ermiefen , 
-fo verbleibt e8, beffen befchehenen Einwendens ungehindert, 
bey dem fol. 7o. befindlichen Urtheil billid) , und bat fein 
Suchen zum anerbottenen Ende gelaffen zu werden, nicht 
ftatt. Auch iff er bie fernere Unkoſten abzufragen ſchuldig. 


Wann die Wann die Gefhwächte von dem Stupratore der Hure 


erkbnächyey befchuldiget tirb, ſolches aber vollfommen nicht erwie⸗ 
furere ſen, fondern nur einige Muthmaſſungen dieſerhalben vor 
vertädtig, handen ‚ fo wird derfelben das juramentum purgatorium 
DE auferlegt, daß fie mit feinem anbern al8 dem Scupratore zu⸗ 


menum gehalten habe, 








Porn Carpzov. Jprud. Confifi. Ib; 2. def. 239. Schöpf. vol, x. 
legt. decif. 3 3. num. 19.65 20; -; | Tho utr 


Relpon- Und alfo hat bie Loͤbl. Juriſten⸗ Facu/tát zu Tübingen 7 
fum. Menſ Auguft. A. 1716. gefprocdhen. verb. So ift doch dieſes 
nicht erwiefen , fonbern e8 find nur einige 9Ptut5maffunaen 
vorhanden, ald daß eine Zeugin bekundſchafftet, m 

e vum eklag⸗ 


oco Ses erffen Buchs / eilfftes Capitel. - 429 
Beklagte ihr befennet, wie des Wörners Sohn Nachts zu 

ihr Fommen, und in der Stuben auf dem Lorterbett mit ihr 

geſprochen, und nod) eine andere Zeugin fo viel deponitet, 

daß Rea fich darüber beflaget , es ſchmecke ihr fein Effen, 

imb wann fie eben wüßte, ob ihre Schwängerung auf be 

Wirths Woͤrners Sohn, ober auf den Hagenauer eintreffen 

würde, fo roolte fie eben ben rechten angeben , und wann 
ber alte Wörner ihr nicht behülfflich fep , daß fie den Da; 

genauer befomme , fo gebe fie feine Söhne an, bavor ihr 
der Leonhard 1. fl. zu geben verfprocdhen, wann fie ihn vere 

ſchweige. (=) Weilen aber diejes eine bloffe extrajudicial 

Confeffion ift, (^ ) und ein jeder Umſtand nur durch einen 

Zeugen ertpiefen iff , cum tamen per duos teftes probata 

confeflio extrajudicialis non nifi femiplene probet. 

^ D. Lauterbach. /» Diſputat. de confefftb. 45. Mevius Part. 7. 

Uc Dee. $4. Goswinus «b Esbach ad Carpzovium Part. I. 

Conflit. 16. Definit. For. 21. num. 1. : 

(+) Auch bie Haupt-Zeugin bod) hinzu feet, wie dag fie 

ihrem Borgeben nad) glaube , von dem Hagenauer ſchwan⸗ 

ger zu fen, C7) und niraenb8 Davon etwas vorfommt, 





daß fit ein anderer fleifdlid) erkannt , mithin biefe confet- * 


fion in meliorem & mitiorem partem zu interpretiren iſt, 
D. Lauterbach. in Diſp. de Confeſſotb. 6G. & B.D. Harpprecht, 
in Conffl. nov. 44.2. 451. S ſeqg. | : 
C) über big beffen Vater geſtehen muͤſſen, daß er einer 
Zeugin um gute Kundſchafft vor feinem Sohn zu geben , fo 
viel verfprochen, als fie in einem Jahr nicht verdienen mir» 
de; (€) Go ift biefet Urfachen wegen „ und da vorhin die 
rechtliche Bermuthung pro virginitate ffreitet , 
, Un.L.B.deLyncker. Deeif. 1425. D. Bardili Zi Difputat. 
Pec 0 OPEN NC E 
das Juramentum purgationis ihr zuerkannt worden, 
- Carpzov. lb. 2, def. 239. Hieronym, Brückner i» Deciſ. 


mmatrim. CAP. 20. Pi 146. 
| wel⸗ 


336 Von bet fibeo-delerion in Schwängerungs: Sachen, 
welches aud) propter confeflionem extrajudicialem, per 
unicum teítem probatam ftatt findt, ; 


‘ Joh. Voetius zum. 9. ad tit. a. de confzff. 


nad) beffen Ablegung bie Ehe confirmirt, und er ad agni- 
tionem & alimentationem partus, nec non refufonem ex- 
penfarum condemnirt worden. — 8 


$. 1I. | 
dé „Wann eine Weibs Perfohn eine Molam trágt/ Fan man 
Derfoneine ibt den Reinigungs- Eid / daß fie fid) von Mianng « Pers 
trägt , mug ſohnen nicht babe beichlaften laſſen, mit allen Recht auf 
fic ftd) ai erlegen; 
Euren L, B. de Lynker. decif. 1388. | » oisig 
hei bann eine Jungfer oder Feufche Wittib pflegt nad) derer be; 
' beflaffen Währtiften Medicorum Meinung, nicht leicht, ohne vorher» 
laffen. gegangene fleifchliche Dermifchung mit Manns Perfohnen, 
Diemoi Cine Molam zu tragen , fondern e8 iff bie Mola ordentlicher 
ift eine An: Weiſe ein Anzeigen bet verlegten Keuſchheit, das ein ſolches 
a Weib mit Manns Perſohnen zugehalten habe; weiten die 
dep» Molagar felten ohne Männlichen Benfchlafferzeuget wird. - 
ſchlaffs. Zacch. gnafl. Medico-legal. lib. x. tit. 3. quæſt 6. Teichmeyet. 
Inſtit. Medico - legal. cap. 12. quafl. 2, pag. 18. AM 


. Dahero eine fole Weibs « Perfohn von bem Verdacht 
eines begangenen ftupri,, welchen (te durch bie Molam ſich 
tario, durch ben Eid (id) nicht unbillid) purgiren mug. - 

Ind alfo hat der &cbópffen: Stuhl zu 7fena/ menf. De- 
cembr. Ao. 1696. aefprodien. verb. Oſanna, melde mit 
einem bey ihren Eltern im Quartier gelegenen Soldaten 
verdächtig umgegangen , und hierauf einen hohen eib be; 
fommen , aber Feinen verftändigen Medicum, fondern nur. 
einen Bader, gebraucht , auch, als (ie Bettlägerig worden, — 
niemanden von 9Sefanbten oder Nachbarn, weniger eine 
Hebamme, zu (id) Eommen laſſen, ob man wohl, * E 

















Mann eine 
Weibs⸗ 


Refpon- 
fum. 


Des erſten Buchs) eilfftes Capite, ^ au 
ien fanguinis von ifr gangen wahrgenommen ; wie 
ann aud) ein tumor genitalium fid) gefunden , und fie 
Milch in denen Brüften gehabt, will deßwegen von denen 
Wehemüttern, wie aud) einem Medico, daß fie ein Kind 
gehabt, und folches verbracht haben müfte , in Verdacht 
gezogen werden. Alldieweil aber bie eine 9Imme meldet, 
daß bie mafla fanguinea grumelfcens, fo von ihr Eommen, 
und fie ſolche felbit gefehen , Feine Stad)geburtf) gewefen, 
aud) in des andern Medici er(tattetem Bericht zu befins 
ben , daß an foldyer mafla Feine ligamenta und vafa zu (eben. 
geweien; wie fonft dergleichen an fecundinis befindlich , daß 
aherofelbige nut pro mola zu halten. Und aber ein Weib, 
nad) der bewaͤhrteſten Medicorum Meinung, mandhmal 
eine molam absque foetu, wiewohl nicht leicht, obne vote 
hergegangene fleiſchliche Vermiſchung mit Manns - Perfos 
hen, au fragen pfleget 5 obfihon Zachias in Quæſt. Medicos 
Leg. dafür halten will, bag aud) zuweilen , wiewol gar fele 
ten, eine mola absque viri. congre(fu , gezeuget. werde, 
Lib. I, Tit. 3. quafl, 6. beme jedoch der eine Medicus, aud) 
fonderlich deßwegen, weil barneben fid) in denen Brüften 
Milch ereignet, d. I. qu, 2. n. 40. bi&falla widerforicht , & 
quod in virginibus femper mola violite pudicitia indi- 
cium pr&beat. Setner, was den tumorem genitälium des 
trifft, derfelge, nad) des andern Medici judicio, feine ge⸗ 
wiſſe Anzeigung der Geburth eines Kindes macht, und bie 
conje&ura, ex la&e in mammis, allerdings fallax unb un⸗ 
ſchluͤßig, bevorab aber Darauf, in diefem Sall , um fo we⸗ 
niger zu fehen, weil Dfanna von einer felden Mutter , bie 
nod diefe Stunde, bey ihren 48 jährigen Ater, nad dem 
Bericht der einen eb : Amme, Milch in denen Brüften 
bat. So ift bemnad) wider, Inquififin , wegen des bte 
ſchuldigten Kinder : Morde, in Ermanglung ftärderer In- 
dicien, nichts weiter vorzunehmen ; jedoch teil fie durch 
die verdächtige Converfation, unb pM Bezeigen, Ws | 
B») 0 ii ie 








4325. aon der Straffe deß deß beupratoris u. bat uber G eſchwaͤchten. 


die darauf erfolgte molam, ſich in den Berdacht einedber 
gangenen Stupri gebracht; hat man ihr, von folder. Heifchlis 
den Vermiſchung fid) zu befreyen/ ba j juramentum pur- 
gatorium auferlegt R , 


VUELECBEBEN: EERKBELEREBE 


Das Zwolffte Capitel. 
vons der zu i dae HUN un 
















auſſer der BS 6t Seuhlfätlr ift fe Shwädung halber zu drey⸗ 
M re A, $ eriey verbunden. I.) baf et bie Geſchwaͤchte ente 
eite — weder eheliche / oder ihrem Stand und Herkom⸗ 
und bep aus me oi temp / ausſteure oder auch wol, voann ibr die 


* BUS Ehe derſprochen worden / ſolche mit ihr ſchlechterdings 
Pee an boll3iebez 2.) Daß, wann eine Shwängerung vorhaͤn⸗ 
der supra- den, er das zur Welt gebohrne Zind ernebre unb unter 
Ohne halte. 3.) Daß er (ich der Obrigfeitlichen Straffe unter- 
anno be w.rffe, Die erſten betreffen dag privat Intereffe. der zu 
Mae Sall gebrachten / und deß Kindes; dag. dritte aber con- 
cernirt das Zatereffe publicum , und ift von feinem in Sh 

en der ftuprator ordentlicher Weife befreyet. | 

‚Carpzov. prax. Crim. quafl. 68. um. 10... 

Bon oem erffen unb andern Onere , ſo dem üpratori vf 

lieget , nemlichen der Satisfaction bet Geſchwaͤchten und 

der alimentation des Bindes / haben wir in vorhergehen⸗ 

den 4. 5. 6. unb. 7 Capite! meitläufftig gehandelt , iff 
' pos übrig, da wir voricBo auc bas lotereffe der Obrig⸗ 
feit allhier uo bie Ganbonebinem, biefes-Peftebet mum da 

rinnen, bag Der finprator, mann gleich bie Geſchwaͤchte 

un, das Kind ihens ———— belommen haben, mas 


Des erſten Buchs / zwoͤlfftes Capite: 7433 


Defto weniger von ber Dbrigfeit , au aud) noc nod) zur ena 
gezogen werden koͤnne. 
Carpzov. prax. Crim, queff. 69. num. 2. & 5. Lauterbathi 
Colleg. theor. praét. ad f. tit. ad Leg. Tul. de adulter, S. 47. 
. Hopp- 4d . 4. Inflit. de publ. jud. ad verba: penam autem. 

in ufu bodiern. 


Gà iff aber nicht nur der Stuprator , —— auch die Ge: mit aud 
ſchwaͤchte⸗ ber Obrigfeirlihen Straff unterworffen; | lide 
- Carpzov. prax. Crim. quafl. 69, num. $7. feq. Lauterbach: ber Dbrig 
' — Colleg. theor. pratt. ad ff. tit. ad Leg. Tul. de adulter. $. 48- Een 
‚ Berger. f'ipplement. ad Elect. 7prud. Crim. part. 2. Dr termorfiet 
"Co UA. 155. num. 4. Pag. 419. 
G3 find zwar die etsiehtere hierinnen nicht einſtimmig; 
dann einige Rratuiren , daß oie KWeibs: Perfohnen wegen 
erlittener Schwächung feineswegs zu beftraffen (epns —^—— 
Bajard. i» addit, ad Jul. Clar. 4b. 5. recept. fentent. S. Au- 
Co rum. num. 14. d 23. Aarpprecht. ad $.4- Inffit, de puli. 
.judic. sum. 41. 
Ondere diftinguiren , 0b die Geſchwaͤchte freywillig in die 
Schwaͤchung confentirt habe , ober durch Liebkoſungen 
und Beredungen zu bem Beyſchlaff fepe verleitet worden, 
alfo dag im erſtern Sall EAR au uU icd -— in 
dem letzten. 
. Betlich. part. s. conc. 38. num. q22. .— 


Wieder andere machen einen Unterſchied TIE einer ^fuigi 
à t unb unter einer Wittib / aljo, baf bey biefer nicht aber 

€» jener. eine &traffe ftatt Babe, | 

E 'Eheodoric. Judic. ‚Crim. cap. 6. apbor: 3»: num. 4T. | 
Alleine bie Meinung dererjenigen , welche bebaubten , es 
ſeye die Geſchwaͤchte ebenfalls, ohne Unterfchied zur 
Straffe zu ziehen , ift nicht nur denen Rechten gemáger , 
Sondern aud) allenthalben in praxi recipisf , dann eine 
j Jii 2 Weibs⸗ 





— 


434 Von der Straffe deß Srupratoris u. ber Befhwächten, 
eibs: Perfohn ‚warn fie aud) gleich zu dem Beyſchlaff 
wäre überredet worden, begehet dadurch ein Verbrechen, 
daß ſie fid) von dem Stupratore hat beſchlaffen laffen , und 
dag Stuprum befördert , welches der Stuprator wider ihren 
Willen nicht häfte vollbringen Fönnen ; Und ob (dion das 
Stuprum nur von der Manns - Perfohn alleine begangen 
wird, fo williget: jedoch bie Geſchwaͤchte darein, daß fie 
‚den Stupratorem gum Beyſchlaff admittirt; num verdiene 
aber eine jedivede unerlaubte und verbottene Beywohnung 
eine Straffe, mithin ift die Geſchwaͤchte nicht unbillid) aud), 


z 4 H 


fo wol als der Stuprator, zu beftraffen. : 
Hahn. 44 Wefemb. tit. ad Leg. 7l. de Adulter.in fin. Carp- 
12, 20V. part. 4, Conflis. 27. def. 9. & prax. Crim, quaft, 69. 
Ale lee a TA PEE he ue Ido eig 
Refpon- Und alfo hat der Schöpffen: Stuhl zu Wittemberg/ 
fum. menſ Septembr. A. 1677. ad requifitionem Antonii Cara- — 
valle in EL. geiprochen. verb. Auf eure vierdte und lettere 
Frage fprechen wir vor Recht: Wollet ihr gerne, ob und 
wie Caja ihrer Berbrechungen halber, zu beitraffen? berich⸗ 
tet feyn. Wann nun. gleidy etliche Rechtslehrere in denen 
Gedanden (teen, dag bie Weibs Perſohnen, wegen erlittee 
ner Schwängerung , als worzu fie inggemein mit glatten 
Worten von denen Manns Perfohnen überredet würden, 
nicht zu beſtraffen; dennoch aber. und dieweil in der Chur⸗ 
fürftt. Saͤchſif Kirche» Ordnung klar verfeben , daß bie Lm 
sucht aud) auf Seiten der Weibs « Perfohnen , nicht unge: 
traf hingehen folle ; So erfcheinet bannenbero fo viel, 
dag Caja folcher ihrer Beguͤnſtigung halber , willführlich 
14. —— lang, mit Gefaͤngnus billid) zu be 
Raten DRM 0 00000 0 0 








Des erfien Buchs/ zwölfftes Capite, 435 
| $. 2. 

Die Straffe aber, bie heutiges Cages auf die Schtwd« Wie heuti⸗ 
chung aeieget if gemeiniglich entweder eine Geld Strafe, e E 
oder das Gefängnus, felten aber bie Landes-Vermweifung. — pou ^ 

Stryk. „fa mod. ad ff. tit. ad Leg. Jul. de adult. $. 18. Lau- RU m 
terbach. Colleg. tbeer. pract. ad ff. tit. ad Leg. Tul. de Yt 

adult. 8. 47. Carpzov. prax. Crim, quæſt, 69. num. 10. 

fegg. Hopp. 44 $. 4. Inffit. de publ. judic. ad verba: pe- 
yam autem. in ufu bodiern. Böhmer. Element. 7prud, Crim. 
fest. 2. cap. 25. $. 276. 


Sn bem Hervogthum Braunſchweig ift auf dieſes Ver, as in 


brechen ordentlicher Weile eine Geld: Straffe gefeßet, — — fames fir 
"SEEN UAI V SE | eine ica 

In bem. Aocaränl. Hohenlohiſchen Gemeinfamen sopauoti, 

Band: Recht ift part. I. tit. 7. S. 8. verordnet, Dag , was Sit Di 

die Strafe der verfünbiaten Perfohnen , nebit ber Kirche un. ver 

Buß betrifft , es damit alfo zu halten (epe, wie oben im er» — - 

ften Abfag , wegen des zu frühen Beyſchlaffs , ber vor der 

Priefterlihen Copulation an den Tage Fommt , verordnet 

it, nemlichen, bag ihnen nicht zu verftatten, mit einer form» 

lichen Proceflion ihren Sird)-G ang zu halten, fonbern fie an 

einen andern Tag, auffer bem Dienftag, wegen beg gegebes 

nen oc onn eii jedoch ohne offentlichen 

Borftand , ablegen , und nad) felbiger, fogleich Briefterlich 

copulirt werden follen. Auſſer deme aber , und wann die 

Gefaltene einander nicht ehelichen , follen fie die Kirchen — 

Buß mit offentlichen Borftand unter der Cangel ablegen, 

und entweder mit einer Geld-Straffe , nad) Befchaffenheit _ 

des Vermoͤgens, oder mit Gefángnus, offentlicher Arbeit , 

zeitlicher ve CENE d ober andern Straffen belegt, 

jedoch diejenige Perfohn, fo bie andere zu ehelichen begehrt, 

gelinder, die aber; fo die elis haldftarrige Weile ver, 

e weis 


436 Von der Straffe deß Srmpratoris u. der Geſchwaͤchten. 


RUE CIR FOIS, SM M um hg gi ann auch in bem 
weigert, ſchaͤrffer angefehen werden; It S (bon einmal 
Sal, wann eine — deis bannody boffelbt. 
Oii EO tdem HOLT orbem fhärffen find. 
"ie * e Straffen anzuſchaͤr À : 
! wieder begangen hätten, bi Fung des Stupri, suwörderfE. 
Mandat ¶Man hat alfo bey Biſtra % 10e6 2 Verordnung 
bep Be ines jeden Orts Starura und Landes⸗ Straf: 
faf auf eines jeden Orts ten , ift aber barinnen der Stt 
Dep, Stupri das Abfehen zu richten , o bleibet 
iie ft halber, Feine befondere a en 
—— C8 aladann ordentlicher Weiſe bey ‚len dieie Strafe wegen 
gu feben. mug. Strafe. Cyebod) fan zumei ER MEN ſtaͤnden ex- 
ig Lus⸗Straffe. mben beſchwehrlichen Umſtaͤnden ex 
fin eoi — a und nid)t nur bie Landes⸗Verwei⸗ 
usi hg Kon an Ro Qu Det Staubenfälag mit allem 
feed fung , fonbetn a Nu : 1 an ei: 
STE CU paay.praccrin quafl. 69. mum. a1. eq. Stry. peg 
midw c : . eier qu vr. m 4 * 
ben ne rn Ead Leg. Tul de adulter. 3.15. e id i Ve Me 
erar 2 E 5^ pl en? ! ; e 
werben. Page ge T 0 fn zum vierdten mal ein 
er HT. Dahero warn eine i her ta tec auf ein ober 2. Fahr. 
p e Sruprum btaebet , pfleat man ffo die [öbliche Juriſten⸗ 
voie pef Ganbes zu. weitoeifen , mi a ESTA. a 
miis Faultát zu Wittemberg / Menf. a. usd 
auf i. ober | ^ i 
2. Jahr en: dope t. 11. $. 4. #08. 11: pag. 827. 
relegirf, $ Berger. i» Oecos. Fur. 5b. 3. tit. J. UA M 5 aierfobm; bie 
Diedem Wann oer Gefangen Hütter Te ange I 
fen mite l)e. zu ee berrumde 
raft bet worden , oder de in Bauersmann/ oder anderer 
Kangencöe.ne Weibe:Perfohn , oder ein | / eine Adeliche 
SUEqURDEM UC HERR Ern 
fhlaffende « eiba-Derfobn be ; D aii | 
HM " beg Landes — ea Carpzov. prax. Su; 
efobn Lauterbach, cit. Joc. yep ira in Elect. Tprud, 
rU a 23.33.35. & 44. Berger. in Elect. 7p 


Crim. cap. 2. membr.4. S. 3. pag- 141. ſeg. X 














Wie⸗ 


Des erſten Buchs / zwölfftes Capite, . U 437 — 
Wiewohlen der-Schöpffen-Stuhl zu Jena Ment Sep. DEN 
tembr. A. 1630. einen Jaͤger Purſchen, welder eine Adel. fen, Stub 
Wittib/ kurtz nach ihres Mannes Todt, aefdymánaert „die D: 





Bandes 2 Derweilung auf 2. Jahr, ber Wittib aber eine roro der eis 
alemliche Geld Buß andickirt. 
. L. B, de Lynker. decif- 444. : | ſwaͤngert, 


Das Decifum aber lautet alfo: verb. eine Adel. junge Bits iche 


tib bat fid) Furg nad) ihres Miannes Todt, von einem Jaͤ⸗ — 

ger» Purfhen ſchwaͤngern laſſen, deßwegen kan fie nicht in 2252" 

das Zuchthauß gethan werden, ſondern wird mit einer zieme 

lien Gelb. Buß belegt, und hat ſich dardurch ber nach ib» 

res Manns Todt ihr jugeftanbenen weiblichen Gerechtig⸗ 

feit. an Leib, Zucht.oder ‚Gegen- Bermädhtnus, Gerada, 

Miorgengab , oder Leibgeld und Mustheil , verluftig ge 

madjet; jebod) wird ihr , was fie-ihrem Mann qugebradyt , 

ober fonft ihr eigen aemefen,, billid) tvicber heraus gegeben 

und erjtattet; Der Stuprator , weil er eine vornebme von - 

Adel zu Sall. gebracht , warn er zuvoͤrderſt Darüber ver: 

nommen, ober Edi&aliter citirt worden, unb ungehorfam Man einer 

ausbleibet iſt auf 2. Fahr beg Landes zu verweiſen. p. inm 
.. Diefes iff annod) zu merden , bag wann einer, der von Fommen ep 

ſchlechten und geringen Stand unb Herkommen eine are 

Adeliche Weibs : Perfohn befdilafft, und fid) erbietig ma- fobu be. 

bet , bie von ihme Gefihmächte zu bepratben , biefe aber flatu. 

ihn nicht heyrathen will, oder aus Furcht für ihren Gitern ia ig 

bber Anverwandten ibn zu heyrathen fid) nicht unterftehet, bietet, bie 

ein foldyer Stuprator als dann nicht mit bem Staupbefen, cmi. 


fondern gelinder, zu befttaffen eye.” ——_—_LLnichebeorae 
Moller. ad Conflit. Ele&, Saxon. 27. part, 4. num. 7. Muller. ripe fo ' 
differt. de jur. pragnant, cap. 8. tbef. . linber ges 


Ingleichen wann ein Ahecht oder Diener feines Herrn — 

Tochter oder Schweſter beſchlaͤfft, wird ihme alsdann, Bde. 

weilen dieſes res peflimi exempli , unb batbutd) die haͤuß fo feines 
N | liche Herrn Toch⸗ 


438 Von der Straffe def Srupraloris u. der Geſchwaͤchten. 
tst. fide Sicherheit turbirt wird, der Staupbefen, nebſt ewiger 
Schweſter ⸗ ⸗ 
le, Landes: Verweifung ebenfalls zuerkannt, — 

Leyſer. Meditat. ad ff. [pecim. 581. Meditat. 6. bic 
Und fan Ja, , baferne etwa eine gar zu groffe Ungleichheit zwi⸗ 
talem ior; den dem Deren und dem Diener wäre, fónnte diefe Strafe 
her. Diener fe auch nod) wol auf eine Lebens: Straffe extendirt wer» 
exi Lig den. Wie bann das Parlament zu Parif A. 1582. den 
Umftänden Claudium Tornatum, Schreiber deg Praefidenten, mweilen 
nad, om. er feines Herrn Tochter geſchwaͤchet, zum Strang veru - 
(raft wer, theilt Dat , und diefes zwar um deßwillen, Damit Dadurch 
den. Die groſſe Schande, bie der Familie ift zugezogen worden, 

— werde, auch andern ſolches zu einem Exempel und 

arnung, ſich vor dergleichen boͤſen That zu huͤten, die⸗ 





nen moͤge. | 
« Leyfer, est, Joc. meditat. 7. 


Und iff an 9Indi&irung der Lebens: Straffe um fo wenis 
ger zu zweiffeln, wann einer feines Fuͤrſten Schweſter 
oder Tochter beichlaffen, wie bann auch um diefes Vers 
bredyen willen , ber Lehenherr das Lehen einzuziehen bes 
rechtiget ift. a dris 

1, Feud. S. S. item ff fidelis, & 2. Feud. 24. 8. 2. Leyfer. cst, loc, 
" meditat. 7. n | | 
Das Stu- Air re axe dui d 
phum, foa, ua 32 IE tq. | 
bem&ürül. > m IBS Kara uS T Mir PIE 1 
Weüoffoba — Gerner wird aud» bad Stuprum mit dem Staupbefen 
rien n beftrafft , mann ſolches in bem Sürfttiben Pallaſt, im Klo⸗ 
gehörigen ter, cber in der Kirche, ober in der Ganglen, Stall, ober an 
a einem andern dergleichen bem Sürften augehörigen Ort ijt 


begannen ausgeuͤbet worden; — Ki er AM 
i Engelbrecht. «4 ff. difputat. 24. $. 36. Stryk, im uf. mod. 
— Pf. tit. ad. Leg. Jul. de adult, 6.18. BER 


ſtrafft. 194 dS ( UQ AS AJ 8 t (eie - 


Des er(fen Buchs / zwölfftes d'apitd, 439 


Wie bann auch nicht nur diejenige, welche bie Weibs Per— ber ai: 

fobnen , bie bep Hof / oder in der Kojk deß Sürffen fid) Bier in des 
befunden, befdblaffen , fonbern auch bie zu Sall gefommene sog befinde 
Weihe z Perfohnen fefbften , mit einer empfindlichen unb —— 


ſchwehren Leibes: Straffe belegt zu werden pflegen. (sign dee 


| / [CLE 581. sued mird neb 
Leyfer. Meditat. ad ff. Specim. 581. meditat. 8. | m nebft 


| Be- | 
Wann ber Vormund feine Pupz/i beſchlaͤfft, ſo wird ber ſchwaͤchten 
feibe offentlid) mit Ruthen ausgehauen , und deß Landes mien, _ 
‚auf ewig verwiefen/der Gefchwächten aber entweder eine tees: 
Geld.&traffe, oder das Gefaͤngnus zuerkannt. eif bes 
L. un. Cod. ff quis eam cuj. tutor fuer. corrup. ibique Brun- Der Bors 
. nem. Lauterbach. Colleg. theor. pract. ad ff. tit. ad Leg. Vin der 
Jul, de adult, S. 47. Carpzov. prax. Crim. quafi, Qj: Tn Re 
M o 


| HUM. 43. SORS | : bem E taupi 
Weihe Straffe auch nicht unbillich bep dem Curatore, bet eon, bie 


‚feine Curandin beflaffen , ſtatt findet 5 bann obfihon der oper mie 
oranaefübrte L:x nur allein von dem Vormund handelt, &fängaus 
fo wird er bod mit allem Recht oon benen Rechtslehrern pos ooo 


- aud) auf die Curatores extenditt, ui fragt. 
J Eeyfer. Meditat. ad ff. Specim. $81. Meditat. 3. ae 


Und alfo hat die Lob. Jurifken:Farustät zu Helmſtadt/ ia o ex 
 Menf. Novembr. A 1715. gefprocdhen. dag Chriſtoph Bruͤg tendıren. 
gernann nad) abgefihwohrnen Urpheden , mit Staupen. Relpon- 
 'fébldaen des Landes auf ewig zu verweifen, Anna Maria "^ 

- Heinemannin abet , 14. Tag lang im Gefängnus mit Wap 
‚fer unb Brod zu fpeifen, ober 8. Reihsthaler Straffe zu 

erlegen ſchuldig fepe , wie bann auch bie legtere zu Erſtat⸗ 

tung der halben burd) diefen Inquifiticns- Procefs verurs 
ſachten Inquifitions- Unfoften und Gerichts Gebühren, am 

gehalten wird. B.R.W, — | 

'"  Ration, Deci Dieweil die vorkommende Umftändedas 
Deli&um überaus ſchwehr machen, le nemlich iios 
"In CN: M et 


à - 


‚440 Den ber Straffe deß Srupratoris u. bet G eſchwaͤchten. 


—— — 





ber Inquificin Vormund geweſen, und Diefelbe durch die über 
fie erlangte Authoritaͤt verleitet, hiernechſt fein ruch loſes Be: 
muͤthe dardurch, daß er unterſchiedene maln deß Sonntags 
unter der Predigt/ nackend mit ihr in der Stuben getantzet, 
an den Tag geleget, nicht weniger andere unflaͤtige Dinge, 
wohin das Abſchneiden ber Haare von ihrer Scham, gu rech⸗ 
nen ift, begangen, diefemnach haben wir ben foldhen überaus 
harten Umftänden , auf feine gelindere Strafe, als welche 
in diefem Urthel enthalten, ſprechen Eönnen; Die Inquifitin 
aber iſt, weil ber Vormund fie verfübret , zur Gefaͤngnus 
oder Geld: Buß, ingleichen zu Erftattung der halben Inquifi- 
tions-Koften verdammet worden. 3 die «d 


S. 4. 


Wannen — Wann ein Iediger Jud fidb mit einer Cbriffin lebigen 

cum e Standes, ober ein Chrift mit einer Juͤdin / fleifchlichen ver; 

oder em Mifchet , fo vermeinen zivar einige, ald wann ob fette di. 

pri tine — religionis violationem, beede am Leben zu be⸗ 

In De ſtraffen; | | Fo 
tat [ets 

— Damhoud. prax. Crim. cap.96. num. 28 ſeq. Boér. deciſ 316. 


en num. 5. Menoch. de arbitr.jud quaft. lib. 2.ca[.290.num.8, 
eures add. Wernher. fe/ecf. Obfervat. foremf.vol. 4. Obfervat.417, 
wieſen. num. 1.fe44. | - 


Alleine, voir halten dafür, bag, wann nicht etwa andere be⸗ 
ſchwehrliche Umſtaͤnde mit unterlauffen , dieſes Verbrechen 
nicht mit bet Todes treffe, (onbern nur mit einer auffer- 

ordentlichen zu belegen, jedoch aber aud etwas ſchaͤrffer, 

als eine bloffe unter Denen Chriften alleine begangene Una 
Die Sein zucht zu beitraffen fepe ; Dahero warn ein Gbriff eine Zur 
der Cort" bin, ober ein Jud eine Chriftin befehläfft, weich er offentlich 
i: fano e mit Ruthen ausgeftrihen , unb deg Landes auf ewig vere 
vermiefen. wieſen; bie Juͤdin oder Chriſtin aber mit eiviger Landes; 

Bereifung beitrafft. qo : : 


Wern 


Des erffen Buchs / 3zwölfftes Capite, ^ 441 
Wernher. cir. Joc. sum. 5. Berger. Oecon. Tur, lib. 3. tit. 11. 
$. 4. not. 8. pag 826. feq. & im Elec. Fprud. Crim, cap. 2, 
membr. 4. S. 3. Stry k. uf. mod ff. tit. ad Leg. Ful. de adult. 
$.18. Lauterbach. Colleg tbeor. pracf ad ff. tit. eod. $.48. 
- Carpzov. grax, Crim. queff. 69, num. 43, & quaft, 76. 
uum, 66. feq. | 
Und aífo hat der Schöpffen: Stuhl zu Wittemberg / Refpoa- 
Menf. Jul. Ao. 1700. ad Interrogationem Pretoris zu Altzfum, — 
Dreßden / in deß Tudens Alofes Jonas unb Cowfortet — 
Inquifitiong « Sachen geiprochen. — Ingleichen dee Schoͤpf⸗ 
fen: &tubl zu Leipzig. Menf. Auguft. Ao 1631. verb, 
Seynd ohnlänaft erlihe Juden, unb unter benenfelben auch 
eine Iebige Dirne, mit Nahmen Mirgam , Abraham Co- 
ligni Tochter bey eud nad Frandfurch auf bie Meſſe durch⸗ 
gereißt, und in dem Gaft Hof eingefebrt; Worauf fis be⸗ 
geben, Pag eines Bürgers Sohn, B. M. genannt, fo damals 
fur einen Diener im Gaſt Hof aufgewartet, fid) zu gedach⸗ 
ter Juͤdin gefunden, und mit derfelben fib fleiſchlich ver: 
miſcht, immaffen er bann darüber nicht allein ergriffen, 
fondern auch, daß er das Werck mit ihr gánglid) vollbracht, 
geftanden und befannt c. So wird B. M. folcher feiner Ver⸗ 
brechung wegen, und daß er fid) mit einer Juͤdin fleifchlich 
vermifdet , öffentlich zur Staupen aefdilagen , und darauf 
des Landes emig billig verwiefen. V. R. W. | 


In Bayferlihen Majeſtaͤt Jofephi glorwuͤrdigſten of 





Angedendeng neuer Peinlicher als. Gerichts: Grd⸗ 2005 eins 
nung für Böhmen, Mähren und Schlefien ift art. 19.6. 20. lie Hals» — 
pag. 85. verordnet : Und gleichwie von denen, bie fid mit $589 
bem Teuffel vermifden, fihon oben gefaat ift? fo follen aud) pivon, 
diejenige, ſo fid) mit einem Juden ober ber fo fiib mit. — 
einer Juͤdin vermiſchet, ber avoffen Aergerniß halber, we» 
nigſtens mit Ruthen ausgeſtrichen, und auf ewig bef am 

des verwieſen werden. Ku NEN 

MM i Kita $. f 


442. Don ber Straffe beB Stupratorisu.der Geſchwaͤchten. 
ee QE Deer I MEE 
nn, | $. 5. 
übmm, Die Beſchlafung einer Wittib in dem Trauer: fabre/ 
sabieutei verdienet, e8 mag aleid) ber Stuprator bie Wittib heyra 
ne gröflere then ober nicht , eine gröffere unb ſchaͤrffere Gtraffe , ald 
Straf, au das mit einer andern Weibs Perſohn begangene Stuprum, 
ner andern Und wird die Straffe nac Beſchaffenheit der Zeit, die von 
9 Zeit bed Manns Todt bif auf ben erfolgten Beyſchlaff vers 
écocngene: offen, erhoͤhet und vergroͤſſert, fo daß c. gr. fo wohl dem. 
Stuprum. Stupratori, als der Geſchwaͤchten eine Gefananus: Straf 
Di etf son 14. Tagen ober, Wochen, andi&irt werden Fan, 


f, a 3 : 2 : [ 
zen Leyfer. Meditat. ad ff. Specim. $91. meditat. 24. | x 


Be gu Und alfo fat der Schöpffen: Stuhl zu MWittemberg/ 
Refpon. menf.Febr. Ao. 1735. geſprochen. verb. bag 2inbner und fein 
fumlL Eheweib wegen deß in einem halben Fahr nad) des erftern 
Ehemanns Todt, anticipirten Beyſchlaffs jedes 3. Wochen 

mit Gefánanus zu beftraffen, und alle durch fie verurfachte 
Unfoften , davon bie fol. 53. angefchriebene ohne Abzug, 
von denen fol. 41. feq. aber nur 2. Reichsthl. ra. Gal. maß 
fen ber Rath die übrige Durch den erregten Jurisdictions- 

Streit veranlaffet , zu bezahlen ſchuldig. iR 

Refpon- Ingleichen hat eben ber Schöpffen-Stuhleodem Men: 
fumll fe 1735. dergleichen Verbresen , wegen Unterſchied der 
Zeit, gelinder geſtraffet, und beeden Eheleuthen das Ge⸗ 

faͤngnus von 14. Tagen andi&irt. verb. daß Homborg und 

fein Ehetweib, wegen deß brep Viertel Fahr nach deß erſten 
Ehemanns Todte, anticipirten Beyiälaffes , jedes 14. Ta 

ge mit Gefängnus zu beſtraffen, aud) ae Unkoſten zu bee 

. dablen fdnibig. ———— ink. Tutte es 
re. Wer ein Maͤgdlein / das nod ein Kind iſt / ſtuprirt, 
Kind &». der wird ar eben beſtrafft und mit dem Schwerdt bin 
a erichtet , wann gleich folches in das Stuprum confentirg 
gefttafft, cé bitte , bann dieſe Einwilligung wird nicht ARienant jag 
ER | den 


. Des eviten Buchs / zwosifftes Eapitel. 1145 


— — — — — — — — 


— ein Kind nod) feinen Verſtand hat, und tío. nieht con- Teo 
fentiren Fan. .. . Üigen oder 
Berger. iu Oecon Fur. lib. 3. tit. X1. S. 4, not. 1. & in Elect. MA er 
‚Jprud. Crim. cap. 2. membr. 4. $. 3. pag.141: Catpzov. — 
prex. Crim. quaft, 75. num..39. Stryk. im ufu eod. ad ff. 
tit. ad Leg. Jul. de adult. $. 16, Berlich. part, s. concl. 42. 
num. 16. : " = ij. | 
Jedoch wird biefe Straffe nicht vergröffert , wann gleich ee 
Das Kind mit. Gewalt iff. Aupritk werden, und hernachmah 
len daran verſtorben. i: DLP i 
Carpzov. Pprax. Crim. quaft. 75. "m; 42. Stryk; let: Mod das is 
eu 


Wann aber das Maͤgdlein kein Kind mehr) jedoch noch har. 
unmuͤndig ift, und fl hat in bie Schwächung eingewilli⸗ TEE Val 
get / fo cefitt die Lebens Straffe, und wird der Stuprator D d 
offentlich mit 9tutben Snare » und; be Landes auf ti ihrer 
civig verwisfen. - You 
vlr in Elect. Tprud. "ues bo 2. n 4. 6. 2. pu. 141. pritt, der 
Stryk cir. doc. Carpzov. grax. Crim. quefl. 69. num. 37, et 
feqq. & quaft 75. num, 3 8. Ferien PU: ne Hf penis ausgejiri 
($81. mtditat, 25. j dee 
gerad hat man haben A auf bie Sugenb bei Stüpr i Sad bat 
.. toris zu ſehen; Dabero die Loͤbl. Juriſten Facu/tát: zu pub biers: 
 XOittemberg Menf. Decembr. Ao. 1692. zweyen Fünalin auf. f die y uc 
feas vor 16, Fahren, wegen zweymahliger Schwaͤchung ei gend de 
- meà Mägdleind von 9. Sabre, , Matt des Staupbefing,, Me 
5 — f “ Ruthen int 
e 





53 


efängnus, andi&hirt , und lb sus 

aud bem Maͤgdlein ſelbſt, wegen ihrer boͤſen eges ver 

berbten Sitten und net zuerkannt hat. : 
Berger. cit. fot — "9 r 


Sat aber der Btuplatór ein ünliigen Vitigblàn mit bat dee 
Gewalt fupriet, alsdann ift ec ebenfallà m t bett Schwerdt zn mmt 


hinzurihten, jedoch wird‘ dieſe eS ; ann der Stupra: bises :idab 
tor lein mit Se⸗ 


444 dı Von der Straffe deß Stupratoris wu. be wu. bet Geſchwaͤchten. 


alt ts uror annoch minderjährig ÜfE, mitigirf, unb in eine aufer, 


ei mit Dem ordentliche verwandelt, 

pd X E Efctf. Fprud. Crim. cap, 2. membr. 4. S.3. pag. 141. 
| feq. & im Oecon. Fur. lib. 3. tit: vt. $. 4. vot. 1, Carpzov. 
Prax Crim. quæſ. 75. num, 27. ſeq Berlich. part. 5. 
conel. 41. vum. 53. Richter. decif 88. num, 86. 





Der Stoffe une oc dou S. 6. 

bé] mit ei ! Dieſes rit einem unmünbigen ViTégblein/ o6 son ti 

gnam. ihrer s£invoilligung begangene Stuprum fit fo fchwehr, daß 

Bid: auch der bloſſe Conatus , mo nicht fehärffer , jedoch wenig: 

Eus ims mm fo , als ein einfaches vollbrachtes Sumrum zu 
7 beitraffen 

pri w b t 

Kür, Leyfer, Meditat. ad ff. [pecim. 58 t. meditat. 26. 

5 pes in ge Übrigens ift dieſes Verbrechen gemeiniglich feft ſchwehr an 

a erweilen , indeme die Stupratores ber diefer böfen That , 

es vol. Feine Zeugen darzu gu n ge pflegen , fondern es alihier 

‚ naots bloſſer Dings auf bie Auffage der Geſchwaͤchten anfommt; 

Zu eroe, Nun ift aber aus denen Kehten mehr als zu wol befannt , 

june ERS: bag bem Zeugnus eines re en nicht ge⸗ 

desires glanbet nord; "> | 


Aufagedeß | L, 20. ff: de veßih, do 


f ub Alleine, gleichwie dies pt? vieles auf des Nihters Gut, 
bise agb Binden , welche Zeugen er admituren ; unb. tie. ferne et 
andere ad: NEN, —— Unitänden nad PU ym 
ipie Po wolle, ankommt: | 

gen, jur L. 53. S. 2. ff. de tef... 

* Alſo fan derfelbe zumeilen auch nknimdige zur 3rufaft 


zulaſſen, unb, ihren, Ausfagen nad) PE der PAIN 
de, Glauben bepfegenz * 


 Carpzov. Prax. Grim. quaft 1n. mm. 42. Leyfer. loc. din 


Dahero 


Des erffen Buchs/3wölfftes Capite, | 449 


Dahero zumeilen bie Auffage eines fold)en unmuͤndigen 
Mägdieins, wann nod) andere Indicia concurriren , fo viel 
operirt , daß ber Beſchuldigte dieferhalben mit ber Pemli⸗ 
(ben Scage angeariffen werden fónne, J 
Levyſer. eit. loc. & [pecim. 283. meditat. 4. Berger, in Supple- 

ment. ad Eleét. Tprud, Crimiu. part. 2. Obfervat. 156. page 
422.[iqq. | | | 

Und alfo hat die Loͤbl. Yurifken: Fecuität zu Wittemberg / Refpon. 
Menf. Febr. Ao. 1720. gefprochen. verb. Wird Ingquifit um. 
Publius befdyulbiaet , daß er mit Clara einem Maͤgdlein 
von 9, Fahren Unzucht getrieben , felbige auch , als fie fid 
Anfangs gemeigert , mit bem bloffen Degen bebrobet , alfo 
feinen Willen 3u thun gezwungen. | Ob er wol ſolches mm 
beitändig lauanet , anbey wider der Clara Beſchuldigung 
einwendet, daß das Seugnus einer fo jungen Perfohn nicht 
einmal in Bürgerlichen: vielmeniger Peinlihen Sachen 
Glauben finde, unb vermeinet, fie fene von bem ihme feind- 
feligen Mädgen zu ſolchem falten Borgeben verleitet more 
den; Alldieweilen aber die Auflage eines Unmuͤndigen zwar 
vor fid) von feiner Gultigfeit ijt, jedoch bep Darzufunfft ate 
derer (Farden 2ingeigungen , umb Ubereinſtimmung der von 
bem Unmundigen angegebenen Umftánbe, allerdings in Be⸗ 
tradtung Fommt, und zumeilen von ber Obrigkeit , al8 ein 
volliger Beweiß angefehen werden fan , und bann alhier 
obgedachter jungen Clara Zeugnus Durch überaus (tarde 
Indicia unterftüget wird , indeme 1.) felbige bey bem öfftern 
von ihrem Vetter, von dem Stade: Vogt und dem Kath 
vorgenommenen Verhoͤren, allezeit auf einer Rede bleibt, 
und den Handel mit unveränderten Umſtaͤnden erzehlet, 
welches in dem Sall, da die Sache erdichtet fen follte , 
kaum zu vermuthen wäre, hiernechit 2.) eben diefes Maͤgd⸗ 
[ein bey der Confrontation dem Inquifiten alles ohne Ver 
änderung unter die Augen fagt ; ferner 3.) der Phyficus, 
der Chirurgus, unb bie Bade- Mutter, nad) diens 

" ichti⸗ 








446 DOonbet Straffe deß Siprateris ui. bet Geſchwaͤchten. 
fid;itigung bezeugen, e8 fepe bem Mädgen am Unterleib e: 
tvalt geſchehen, weiter 4.) ber Rathmann Hortenfius, als 
beg Miagdleins Better und SPfleg- Vater anzeiget , er habe 

in deß Kindes Hemde gang fteiffe und heßliche Sieden gefun⸗ 
den, welches mit beme, was ba8 Kind von der-ichleimigten 
Materie aus(aget , genau tibereinfommt , bam 5.) Inquifie 
felbit einige verdaͤchtige Umftände, infonberbeit das Drohen 

7 it dem Degen und dem Beyl, ben Hieb in ben Tich, das 

Wacchen der Hände, das Beruͤgen der Finger, eingeftehet,, 
endlich 6;) die Flucht , welche Inquific bey: bec Arreſtirung 
ergriffen , ben Verdacht nicht um ein geringes vermehret; 
— iſt vielgemeldeter Inquikit für unſchuldig nicht 
AMLAGICRA. oou er ' edes 

Hub 5 Zurweilen ift biefe Auffage def unmünbigen Maͤgd⸗ 

wn Wt eins / wann nod) mehrere Indicia darzu fommen, hinläng« 

won hie Did) , ben Inquifiten zu condeu.niren , unb zur gehörigen. 
vide.  (Gtraffe zu sieben. | Teo 
.. Leyfer. Meditat. ad ff. [pecim. 581. meditat. 28. 
Wie alſo die Köbl. Juriſten⸗Facultaͤt zu Wittenberg / 
menf. Mart, Ao, 1725. geſprochen, und. einen Soldsten/ 
welcher dag Stuprum mit einem Maͤgdlein von 9. Jah⸗ 
ren / attentitt, für völlig überroiefen gehalten , und ihn Die 
ferhalben zu denen Spieß Ruthen condemnitt, verb. daß 
Inquift mit dreymahligen Gaffenlauffen zu beſtraffen / 
‚und zu Erfksttung aller Schäden und Linfoften anzus 
halten. ER.W BER d i 
. Ration. Deci. Inquifit wird einer an einem Madaen 
von 3. Fahren veruͤbten Unzucht befchuldiget. Er ſelbſt 
[áuanet die That beitändig , und Dat einentlich fonft nichts, 
als das Zeugnüß diefes Maͤdgens, unb eines anderen Kindes 
von s. Fahren, ſo nod nicht einmahl rest reden Fan, wider 
fid. Da mum in peinlihen Sadıen Zeugen unter das 20ite 
Jahr aufzuſtellen nicht einmahl vergonnet ift, 1 
&. 20. de Tefhib, rd it | 





didi 


E Des erſten Buchs 7 zwoͤlfftes Capitel. 447 
fp gewinnet es das Anfehen, ob fep ba&Geugnis dieſer bey: 
den Kinder gang unguͤltig, ind Inquifi lediglich zu abfolvi- 
ren. Alldieweil aber oben angeführfer Lex 20. eigentlich _ 








nur den alten Roͤmiſchen proceffum accufatorium angehet, 


und einem Richter/ weicher ex officio proceditet und inqui- 
riret , Feinesiveges die Hande bindet , immaffen überhaupt 
ein Richter und Urthelsfaſſer bey. dem Erkenntnuͤſſe über 
einen Beweiß nicht an gewiſſe Regeln gebunden iſt fondern 
fad genauer Betrachtung aller Umſtaͤnde der Billigkeit 
und feinem Serilfen gemäß ftacuiren fan, was er vor et» 
wieſen achlet, und denn niemand , welder die uns zugefer: 
tigte AGa durchlieſet, an der Warheit der bem Inquifiten 
beygemeſſenen Miſſethat zweiffeln wird, geſtalt bie Unſchuld 
ber beyden Kinder, bie Ubereinſtimmung derſelben in allen 
Umſtaͤnden die Beſtaͤndigkeit in der Auſſage, bie bey ber 
von bem Feldſcherer und der Bademutter ben der Beſich⸗ 
tigung des Mädgens an derfeiben &xbaam gefundene Spur 
einer Gewaltthätigkeit, ung völlig überzeugen‘, worgu über 
Dif des Inquifiten haefitiren pag. 19. und 20. ingleichen fein 
Larüren pag. 38. in dem DBerhöre und Confrontation 
kommt / zu geſchweigen daß er fid feloft erfläret es auf den 
Eyd der Eltern des Kindes, der Sophia, des Feldſcherers 
und ber Bademutter ankommen zu laffen ; weldhen dirfe 
*perfobnen insgefamt abgeſchwohren; So ift der. in Adis 
befindliche Beweiß allerdings hinlaͤnglich Es fällt aud) 
hoͤchſt bebendlid), auf ein remedio m.etuendaiveriraris zu 
interloquiren , da Inquifit. feine. Leichtſtunigkeit in ſchwo⸗ 
ren, durch unterſchiedene bey bem Vechoͤre gethane Bes 


teurungen-und Slüche, an den Tag leget, alſo unmoͤglich 


mit autem Gewiſſen zum Reinigungs Eyde gelaſſen were 
ben fan hingegen auf. bie Tortur zu. ſprechen allzuhart 


ſeyn wuͤrde nachdem dag deli&tum in terminis eines bloß. 


‚fen conatus. verblieben , und Inquifit nicht einmal feinen 
Saamen emittiret , mithin Die ordentliche Straffe onder 
tit cT t TI vo Sweife 


**Vw 


448 Don der Straffe def Stupratoris U, u, „der der Geſchwaͤchten. 


Zweiffel abacbet ; Diefemmach haben wir ihn zu en 
Ruthen condemnitet, | ir ihn à! uden Sich 














ODer, wel⸗ 8. 7 


[bet Derienige ‚welcher in ein Haus bricht / die darinnen 
fohn zu Au- befindliche Weibs Perſohn zu Aupriven/ wird mit Rn 
then ausgehgsen, und deß Landes verwieſen. 

bricht Db Schilter. prax. Jur. Roman. in Foro Germ. Exercit, 49. tbef, 44. 


Men. M Stryk. zn ufu mod. ad ff. tit. de Effract. $, 9. 


bauen. — Und alſo Bat der Schöpffen: Stuhl zu Senay wie Schil- 
— terus cit. loc. bezeuget, geſprochen. verb. Aber von deßwe⸗ 
ſum. gen, daß er aus der Scheune, dahin er von der Wirthin,die 
ihme auf feine Bitte, Herberg zugefagt , ſchlaffen geweſen, 
zweymal in das Haußgebroden , und. (i in der Wirthin 
Schlaf: Kammer unter ihr Bett verkrochen, in Gemuͤth 
und Meinung ‚wie er felbft befannt , und gefagt , feine Lin 
zucht mit ihr au treiben , möcht ibr ihn mit StutBen aus⸗ 
hauen, e aus euren antefofilenen Amt vermceifen laſſen. 
Saft eben einen ſolchen Cafum führet eben dieler.Schil- 
terus an , ba ein: befeflener Ehemann ein Boͤthner, ben 
nádtlider Weile, feines Nachbarn Sraucn, in Abweſenheit 
ihres Mannes, in ihre Kammer gebrochen/ umb (ie zum 
Ehebruch verleiten wollen, da dann von dem Schoͤpffen⸗ 
Stuhl zu Jena eine gelindere Strafe, nemlichen entweder 
das Gefangnus , oder eine zeitliche Landes: — — 

oder eine Geld⸗ Straffe iſt andictirt worden. 31:05 


; d, Exercit. 49. tbef. 46. | 
Mannder Zuweilen Fan aud: dag Sruprum ſo gar am Beben — 
pied, fetrben , wann nermlicen ein gar zu groffer Betrug und 
un Sintergang darbey mit unterlaufft, weilen ein gar zu grer 
aud) om 8e ſer Betrug mehr ali eine revolt t. 
ben deſtraft arg. L. Y. $.3. fee de fet. corrupt. Leyfer. Médicat ad UR fie- 


werden. ein, $81« meditai, 9. € [pecim. 584. meditat, 244 Gi 
j] in 


Des erſten Buchs/ zwoͤlfftes Capitel. 449 
Ein Grempel hiervon führet Leyferus cir. fpecim. $81. medi- 
£at. 9, aus Stumptii Schweiger Chromid db. 10. cap. 8. an, 








Ein Ca(ua 
hlevon 


ba gemlichen Ao. 1535. ein Pfarrer zu Claͤuen ernſlich wi 
ber bie angeliſche oder Zuiherifche:gepredigt , und darne 
ben in Liebe eines jungen, Ionen unb zuͤchtigen Toͤchterk⸗ 


[ein ‚eines Burgers , entzündet worden, wel dem er offi» 
mals, fo es für die Stadt zu ihres Vaters Milchtrog ge 
aangen , ihme feines boͤſen Willens zu verhelfen, angemu⸗ 


(bet, das ime aber das Toͤchterlein abgefblag m hat. Sp — 


let bat ber verrudte Mann eim blau Tu mit guldenen 
Sternen, aus der Kirche genommen , (id) damit bekleidet, 
die Arm und Bein bloß mit Blut befprenget , unb vor der 
Stadt verborgen, dem Toͤchterlein abermals unerfannt, be 


eanet., mit einem roeiffen Dünnen Tuch fein Angeficht vers 


ängt, unb (id) gegen dem Töchterlein dargegeben, als ob er 
Maria die Mutter GOttes fene , viel aefagt , was kuͤnfftig 
übles über die Stadt Glauen ergehen werde, von wegen dee 
Lutheriſchen Glaubens , bat bem Maͤgdlein viel befohlen,, 
der Stadt zu verkünden, feprens faſtens und betens 1c. 
auch unter andern unterrichtet, wie e8 vielleicht offtermalen 
hie vor an bicfem Ort , von einer heiligen Perſon um ekwas 


‚gebetten , und dag bißhero-abaefihlagen habe, das foll es 


aber hinfür nicht mehr abfihlagen , fonbern derfelben Wera 


fohn zu Willen werden, fo werde eà ein Kind ewiger See 
liafeit, bod) folle es zu diefem [eren Stuck di ſEweigen. 
Bald hat das Toͤchterlein bie gantze Stadt erfüll:t, wie 
ibme unfere liebe Srau erfihienen , und was fie der Stadt 
verfündiget babe. Auf das haben die Einwohner befehlop - 
fen , aud Furcht, bren Tage zu fepren ; Darzwilchen iſt das 
thoͤrichte Magdlein bem Buben zu Willen worden, hat ge⸗ 


meint, GO! damit su dienen, fo hat es bem Teuffel höftert, 
Diele Buberen it a$ GOttes Anfhiden, bald offenbahr, 
. unb der elende Menfs erftlich mit Gericht enthaubtet, und 

darnach zu Aſchen verbrennet worden. 
el (e 2lL2 Wann 





ro Von der Straffebeß Supra u. der Gefätwächten. 
Bann der Wann der Stuprator fid) mit der Geſchwaͤchten copue 
fd, mit bec lien Läffet 7 biefe aber, che fie nach der Priefkerlichen Ca: 
seihwäd- pilarion Mit bem Stüpratore zu Bette: gehet, (id) von ei 
imp Wem andern befchlaffen Läffet , fo Fan fie dieſer halben als 
diefe aber, Eine Ehebrecherin, am Leben nicht beſtraffet werden; dann 
ehe fie mit Sie Rechte erfordern ein Eheweib, confummative talem; 
bun veg Die jüfto ordine; unb alfo erit nach der Priefterlichen Co- 
Bet: a^. pulation , tnit: ibrem Mann ein: Sleifd) worden , und Fan 
det, hb" sie fiaio retrotratticnis, Die fonften in materia £:vorabili 
dern be Matt. findet, in einer caufa odiofa , fonderlich einer folcben 
falten Die an das eben gebet , nicht gültig fepn , welches ebenfalls 
zu fagen , wann alcid) bie Unterlaffung ber Ehe, zur Zeit 
nicht ge DeaStupri qefdieben ift, weilen die Prieiterlihe Copulatıon, 
frt: w^ wann Die, Auffertte Todres « Gitraff ftatt finden folle., erfor 
^ — rt wird, welche, wie wir er(f gefagt haben, in dergleichen 
(ade, fi&ione juris nit retrorrahirt werden mag, wie 

alfo die Loͤbl. Juriften: Farvitát zu Wittenberg Menf 

Januar, Ao. 1710. geiprochen Bat. QUESTI $4 

^ Berget. Oecon. fur. Eb. 3. tf, X1. S: 3, mot. 8. Pag: 822. 

| js io is Sec pog. aD SUE (hood 
Die auf das Zuweilen wird bie auf bie Schwaͤchung gefeßte Straf 

seva fe Entweder misigirt / ober findet gar feme ffatt. Di 
Strafen Straffe cef/tt ganz und gat / und zwar auf Seiten der 
bt nit Seſchwachten wann diefelbe finnfoß, ‚oder eine Weibs 
die Se Perfohn im Schlaff , oder in der Srundenbeit , ift ſtuprirt 
fómióte, worden; dann diefe find auſſer aller &dufb , und haben in 
ee das Verbrechen nicht gewilliget „ einfolglihen mögen fie 
oder im qud) zu Feiner Straffe gezogen werden... 0 0 
ae ur Carpzov. part. 4. Conſſit 36. def. 3. Lauterbach. Coleg. _ 
- . &beor. pradl.ad ff tit. ad Leg. Tul. de adulter. S. 48: Berger, 
so mEleet. Fprud, Crimincap. Y, 8.3. num. 9. pag.9. Wernher, 
o Jelaeh, Obfervas. foren upiv ae Olferustw2aTe page Gap d 


é 


— 


Des er(fen Buchs/ zwölfftes Capitel, ^ 451 
Es ift aber, wann bie Geſchwaͤchte voraiebt, e8 fepe bit fondre, 
Schwaͤch⸗ oder Schwängerung ihr unwiſſend / in dem vor⸗ 
Schlaf gefdycben vor allen noͤthig, daß diefelbe zu vor. puit fe 
bero fid) eiblid) reinige , und ſchwoͤhre baf fle , als (ie Au- dla. 
prirt worden, fo feite geſchlaffen, bag tie e$ nicht gemerdet, aor c 





und biefer Befchlaff wider ihren Willen geſchehen. muß fid) 
' Wernher. cit. Obfervat. 247. num. 2. Berger. cir. Joc. & in cn, einem 

purgi- 

Supplement. ad Elect. part. 2. Obfervat. 6. pag. 14. 'ren/oaf bad 


Und alfo hat bie Loͤbl. Turifken-Farutät zu Wittemberg/ ip sonoif 
menf. Febr. Ao. 1694 geiprochen. verb. Ob num wol vor: tmb im m 
gegeben werden möchte , daß eurer Schwefter Unführen, cubo 
zumahlen bep einer Jungfer, der Warheit nicht ähnlich, 
vielmehr zu Vertufchung eines Ehebruchs/ oder Blutſchan⸗ 
be, angefehen ſeyn moͤchte, bevorab , da fie bie Schwänge: 
rung heimlich gehalten, und das von ihr gebohrne Kind an 
einem andern Ort gefaufff worden. Dannod aber u 
diemeil eurem Vorgeben nad) , bie Medicinifche Facultdt ^^^ 
zu Leipzig, daß eine Weibs Perſohn ohnvermerdt , und 
ohne Grfanntnus bef Scupratoris , gar: tool gefhwängert 
werden Fönne, dafuͤr gehalten; Hiernechſt ber Ort, wo euer 
Schweſter geichlaften , wegen vormals: aefdyebenen Bram; 
des , gar ſchlecht vermabret geweien , dieſe guch eines über — 
aus harten Schlaffes ſeyn folle , hierüber ihre Zufälle dem 
Medico entbedet , und nicht fo wol von ihr, als ihren Ans 
verwandten, zur Verhütung der üblen Nachrede, bie Tauffe 
des Kindes an einem andern Ort vorgenommen worden, 
und nicht fo fort eben ein Ehebruch oder Blutſchande zu 
vermutben „diefem nad) auf die ſcharffe Srage Fein Abfehen 
zu richten ift , worzu fommt , daß eure Schweſter dem fer» 
nern Anziehen nach jederzeit einen guten Wandel geführet, „. >... 
und in — 6 wider dieſelbe feine fers u. 
nece Anzeigung Dervor áet$an; 0 000. 
So erſcheinet daraus ſo virl , daß eure Schweſter iu 

bem Reinigungs : Eid, daB Legio e Wiſſen und T5 | 

a, 


4532 Donber Gitraffe deß Stupratoriiu. der Geſchwaͤchten. 


len, von einer Manns Perſohn berühret und geſchwaͤngert 
worden, zuzulaffen. 20. R. 98. — 
gum Eine Formul eines ſolchen Reiniggungs-⸗Eides / iſt bey 
gunſs⸗i. Bergero im Elec]. Tprud. Crim. cap. 1. S. 3 num. 9. pag. 9. 
bei felaenbee maſſen abgefaßt zu finden: verb. daß C. v. 
nach vochergehender fcharffen Derwarnung für der 
fhwehren Strafe des ViTeinf£ibes / darzu auch ein 
Geiſtlicher deß Orts zu gebrauchen/ fich eidlichenzu rei- 
pigen / unb daß fie/ als fie von ET. Vf. geſchwaͤngert 
worden/ fo feſte geſchlaffen daß fie cs nicht gemercket / 
weniger ihren Willen zu folcyen Beyſchlaff gegeben / 
und Daß fie ſchwanger fepe / nicht gewußt / fordern 
Diefes erſt als es ausgebrochen, erfahren / zu ſchwoͤh⸗ 

ren ſchuldig. a er | 














S. 9. | 

Tann dee » Wann nun der Reinigungs: Bid von der Geſchwaͤch⸗ 
ip ten ift abaefibrvobren worden, fo bleibt als dann derielbe von 
abgeichigg, Aller Straffe befrepet. | 

ED E - Berger. in Elecf. Fprud. Crimin. cap. x. $. 3. pag. 9. & in 


fbmádte © — Supplement. ad Elect, part. 2. Obfervat.6. pag. 14. Lautet- 
bon der bach. Colleg. tbeor. pract. ad ff. tit. ad Leg. Tul. de adult, 
Strafe be⸗ - : 
frepet, : S. 48- : 


 Prajudi- Wie alfo bie Löbl, Turifken- Facultát zu Witternberg 
cum.  Menf. Julio 1704. eine Weibs⸗Perſohn / welche von ihrem 
Stief- Vater im Shlaffe unoermutbet iff geſchwaͤngert 
ivorben/ nad) abgelegten Reinigungs⸗Eid / nicht nur von 
der Inquifition, fondern aud von allen auf die Inquifition - 
gegangenen Unkoſten [o8 geſprochen. | ERAT: 
‚Refpon- Alſo Bat aud) der Schöpffen: Stuhl zu Jena Menf. No- 
(um. ^ vembr. Ao: 1696. geſprochen. verb, G8 ift nichts unmoͤgli⸗ 
ches , bag eine Weib4 Perfon , eher bann ein Manns 
Bild, [0 ein NoGambulo ift , von denen bod), dd Es 


Des erffett Buchs/ zwölfftes Capitel. 453 


gleichen Scupra im Schlaffe verübet , bie beftändige Tradi 
tion hey denen Dd. zu finden, | 
vid, Zacch, queff. Medico - legal. Bb. 2. tit. 1. quaft. 12. 
„num. 14. [eq. 
dieweil biejelbe fid) nur patfive verhält, und zumal eine 
Ehefrau , aud) wol wie in einem Traum, (quo & Julii 
Cæſaris matzem fuam per fomnium ftuprantis exemplum 
apud Suetonium in Cafare cap. 7. refpicit ) bevorab, _ 
feann fie zur Schlafſucht geneiat , ober febr ermübet, fo — 
beedes (id in dieſem Fall alfo. befindet, oder vom Trund 
in tieffen Schlaf gebracht, davon Berlich. part. 4. conci. 
37. num, 6. und Carpzovius prax. Crimin, quaft. 69. 
num. 35. zu erſehen, von einem Mann beftbloffen werden 
fónne , iraque juramentum decrevimus ei, qua dicebat, . 
fe compreflam in fomno, & non nifi, cum femen emiffum 
effet, evigilaffe. | ERROR es 
Ferner cef/ct die auf bie Schwächung geſetzte Straf; Sete 
fe feblechterdings / wann dieſes Verbredjen p verjäh: eimareber 
tc worden ; die Schwächung aber wird , tvie alle anbete ni 








fleiſchliche Verbrechen, in s. Jahren præſcribirt. i dua gini, 
"n Lauterbach. difertar. de prafeript. Crimin. tbef. 15. Berger. —2 — 


Oecon. Tur. Iib. 3, tit. 15. S. 1. not. 3. pag. 873. Hopp. 4d rung. 
2o pr. Inflit. de pen. tem. litigant. ad verba 2 tam in rem. Te- RD 
Ce ogul. II. circa fin, Engau. tr. von der Verjährung in Zei face 
; Deinlichen Sallen./ ^ 7 009 7 00782 7505275. gefchehe? 
Warn nun 5. Fahr verfloffen., fo Fan ber Stuprator unb Rad s- 
die Geſchwaͤchte von der Obrigfrit nicht: mehr. beſtraffet ios 
‚tuerden, fonbern bleiben von aller Inquifition, und Beſtraf c von oi 
E fung gaͤntzlichen befrepet. u inodo ij sg TiS3nlb 58-.c : 4 : te M 
Lauterbach. eu. differt. theſ. v. & 24. Engau. d.n. $. 16. E 
- Böhmer, in Element, 7prud. Crim, ſect, 1. cap.20, 6. 325. gen, mc) 
THE p | befiraffet 


Dieſe werden: 


3 5 


454 Don ber Straffe deß Siupratoris u. der Geſchwaͤchten. 
Wans diſe relin. — u 
mei. Diefe Verjährung fängt an zu lauffen fo aleid) nad) vàl- 
tmr Lig werübter That; Was aber zur Veriährung der Ver 
5:52" Brecben erforderlich fepe, wann fie einen Efett haben , 
Wab ur Und gültig feyn folie, Davon iſt in gleich nachfolgenden 
Beil^ 13. d apitel $. 13. und r9. mit mehrern gehandelt worden, 














bes," wohin wir uns bezogen Haben wollen, — 
fo aiti Diefe fünff jährige Prae(cription findet auch fatt, wann 
kur , ein Jud eine Chriſtin / oder ein Chriſt eine Juͤdin ftupritt 
jährige und geſchwaͤchet hat. Er 

pionfidee Wernher. fele&t, Obfervat, forenf. vol. 4. Obfervat. 417. 


qud) ſtatt, 
wann ein num, 6. [294 


quo eine Dann alle fleifchliche Verbrechen werden ordentlicher Wei 
fölaien fe binnen 5, Jahren praefcribitt ; ; 


' — ^ L. a9. S. 6. f. ad Leg. Jul. de adult. 


Nun find aber bie fleifhliche Verbrechen, fo ein Jud mit 
einer Chriftin begehet , & vice verfa, von bet s. jährigen 
Prefcription nirgendswo ausgenommen zu finden; Da 
hero ber Regul billich nachzugehen, einfolaliiben mag aud) 
- einem: Syuben , in dem (Sall, ba ec eine Chriſtin beichlaf 
fen, unb au Sall gebracht , bie Funfijährige Praefcription 
| 2 (tatten Fommen , und Fan berfeíbe nad) Verlauf folder 


eit, fo wenig als die Gbriftin, bie mit bem Juden zuge 


u F 


haiten / au einiger Straffe mehr gezogen werden. 
Wernher. cit. obſervat. 417. mum. 7. feq. jh rip ff 


-Prejudi- Und alfo hat in einem dergleichen Car bie Loͤbl. Ju⸗ 

cum.  riften = Faruität 3u Wittenberg Menf. Septembr. "Ao. 

-. 7 1720. ad Interrogationem A. C; T; nad) Bayreuth / gts 
28 Tr Nea 666 


ſprochen. 


i45 


E à in Des erffen Buchs/ zwoͤlfftes Capitel. 455 


— — — —— — —— — — —— — 


Was die Mitigation der quf das Stuprum geſetzten Straf, Bann ber 
fe anbelangt, fo gefihiehet ſolche, wann der Stuprator biepe so 
Geſchwaͤchte heyrathet/ melden Falls fo dann gemeini fhrägte 
alich eine Sefängnus. Straffe.von 3. oder 4. Tagen, ober berratete 
fonften eine andere gelindere, Strafe andittirt zu werden Straf mi- — 
Jic dtd ARAS sna LITT, ul 
| Scar. Elect. Tprud. Crim. cap. 2. membr, 4. S. 3. pag. 141- gicrtánie 1 


in Oecon. Fur. lib. 3, tit: 11. S. 4. not. 5. pag. 924. Ley- — 





fer. Meditat ad ff. [pecim. $81. meditat. 22. Carpzov,, 
prax. Crim quæſt 69. num. S. 594 Hy tn mis pif vi 

n bem Hoch⸗Graͤfl Hohenlohif. &emeinfamen Land: Potetobis 
tebt/ part. 1. tit. 7. S. 1. 6 8. ift auf biefen Gall, Da ber oium» 

Stuprator die Gefchwächte bevratbet/ verorbnet , dag vos, 

foid)e Perfohnien die 2Nipcben » Buß, jebodb ohne offentli; 

ben Vorſtand ablegen , und nad) felviger-fogleih ohne Ce- 

remonien, Priefterlich. zufammen geg ben werden: follens 

Dahingegen andere dergleichen Perfohnen , die einander 

nicht heyrathen , die Kirchen-Buß mit offentlichen Vor⸗ 

ftanb unter der Cangel , ablegen müffen; unb barbep ent — 

toeber mit einer Geld: Straf, ober mit Gefängnus , oder 

andern Straffen belegt jedoch wiederumdiejenige Perſohn, 

fo die andere zu ehelichen begehrt, gelinder , bie aber, fo 

die Ehelihung halsftarriger Weile verweigert ſchaͤrffer 


angeſehen werden. 


Wann der Stuprator bas von ber jit Sall gebrachten Wann der 
über bie Schwaͤch unb Shwängerung ibme acdfericten T 
Kid zu rechter Zeit nicht prefZirt / fondern (id) Daran ver. equa. 
fäumet,, diefes auch von bem Richter. für defert ift erklaͤret duis E 
foorben , fo wird. er für den ftupratore gehalten, unb dE parderere 
mithin ber Geſchwaͤchten meaen deß eing*ffaaten ft«pri, Die werden lafe 
gehörige Satisfa&ion zu geben , nemlichen folibe entweder jii fc P ad 
heyrathen, ober ihrem Stand. ımd Herkommen gemäß zu precorequ 
MILL Mmm doti- alten, 


" 





456 Don der Straffe deß Stupratoris u. der Geſchwaͤchten. 


dotiren, anbey auch das von ihr gebohrne Kind behoͤrig zu 

veralimentiren ſchuldig. | 
Wernher. ſelect. Obfervat. forenf. wol. 4. Obfervat. 324. & 
in refponfo ibid. fubjecto. | 


bod) fan Jedoch kan der Stuprator beme ofnaeadbtet , zu erum 
tr, wtie ber auf die Schwaͤch und Schwaͤngerung gelegten Straf 


geachtet, fe, zu Ablegung foldben Eides, annoch admittirt werden; 


olchen Eid ‚ Cit. Ob| 
no . Wernher. cit, Obfervat. 324. mum. 1. ſeq. 


beoe" Dann ein anders ift bas Intereffe pol/icum , und ein anders, 
dem — . dag privat- Intereffe ; ber über das przvat - Intereffe defe- 
rirte und Durch ein rechtskraͤfftiges Urthel für defert decla- 

rirte Gib, fan feine Krafft über das privat- Interefle nit 
excendiren ?-Dafero um befivillen aud) nicht aleic bie Straf 

fe auferlegt werden mag, fonbern wann der Beſchuldigte 
vermittels Eides fid) von bem Berbredsen , welches ihme ift 
bengemeffen worden, purgiten , und bie wider ibn (treitem 

be Indicia dardurch elidiren will, fo iff er allerdings damit 

zu hören ‚dann die defertion deß Eides ijt tri&e zu nef 

men , unb babero von dem privat- Inrereffe, auf das Inte- 











reffe publicum Feine.extenfion zu. machen. | 
Wernher. cit, Olfervat. 324. num. 1. 2. fqq. 

Refpon. And alfo fat die Loͤbl. Cjuriffen « Facuiät zu Witten: 
fm, berg / Menf. Auguft Ao. i710. ad requifitionem deß 
Schwartzburgiſchen Conſſtori zu Sondershsufen/ in 
..- Caufa M. B. S. contra St, és. E geſprochen. verb. Daß Klaͤ⸗ 
gers Einwendens ohngeachtet, Beflagtens principal zu Ab» 
Iegung be& fol, 106, anetbottenen Eides billid) zu zulaffen. 
"577 Ration. Decid. Obwol Kläger bem. Beklagten zu Ablegung 
woo gef anerbottenen Eided, und daß er zu Der fol. 7. angege⸗ 
: benen Zeit , mit Beflagtens principalin fleifehliche Unzucht 
sos niditactrieben, nod felbige geihwängert babe , gana 


| Des erſten Buchs / zwoͤlfftes Capitel. asy 


zulaſſen will, weil bereits fol. 7. auf die Ablegung ſolchen 
Eides, nachgehens aber fol. 15. dag Beflaater fid daran 
beríáumet , erfannf, auch „der.eingewandten Leuterung, fü 
ool als Oberleuterungrohngeachtet , barbe) gelaffen wor⸗ 
den, unb folder Ausfpruch bereits feine Rechts: Krafft:ere 
. fDannod) aber und dieweil vormaln Kläger bem Beflagten, 
feiner principalin privat - Inrereffe halben den Eid deferirk 
bat , Bektagter auch, als er fih an foldhen Eid verfáumet, 
bereits dahin , daß er die Klägerin ihrem Herfommen nad, 
dotitn ; und das von ihr gebohrne Kind behörig veralimen- 
tien folle, condemnirt worden ift, vorjego aber Beklag⸗ 
tet folchen Eid ad evitandam paenam publicam, die ihn 
der beygemeflenen Schwaͤngerung und getriebenen Unzucht 
halben, angefonnen werden will, abzulegen fid) anerbots 
ten , wohin die ehemalige defertio, da felbige ttri&iffime zw 
interpretiven, keines wegs extendirt werden Fon, Kläger 
d ratione folder Beſtraffung, Fein Intereffe hat; So 
it 4 TET 

















Wann die Gefchrwächte vorgiebt, ber Stuprator habe _: 
ihr bie Ehe verforodben, unb auf die Bollzichung berfelben Pi, Straf 
Elagt ‚ fo fan bie auf die Schwächung geſetzte Straffe nicht der ed 
ehender andi&irt und vollzogen werden, Dif guvorbero der Sun ik 
in Confiftorio anhaͤngig gemachte Ehe « procest iff zu Ende ver mar. 
gegangen; weilen foldenfalls bie Ehe- Zufaag ein prazjudi- ren, big qu 
 Cial Punet ift, von deſſen Erörterung die determinaticn babe 
der Straffe abhanget. Dann mann dag Eheverfprechen «od 
feine Richtigkeit hat, und der Stuprator bie Geſchwaͤchte N 
heyrathet, fo wird in honorem matrimonii, die Gitraffe , mon" 
wie voit. in nechft vorhergehenden 9. S. diefes Gapitelà an Sei wor 
Ins a ur ductus die" 


der Stupra- 





158 Von der Straffe deß Srupratorisu oet Geſchwaͤchten. 
gefuͤhrt, mitigirt, und der Scuprator nebſt ber Geſchwaͤch⸗ 
ten ; gelinder, als ſonſten, beſtraffet. 'saditit 
t Wernher. fele. Obfervat. forenf. vol. 1, Obfervat. 49. & 
ait vol, 5. Olfervat: 289: nup x. €. 3. 5 9/7850 J 
Refpon- · Und alſo hat oie Loͤbl. Juriſten Facaltaͤt zu Wittem⸗ 
fuml, berg/ menf. Januar, Ao. 1692. ad confultationem Senatus 
Hallenfs, geiprochen; verb. . Jedoch wird mit Execution der 
zuerfannten, Sefängnus « Gtraffe, big bie Haupt - Sache 
vor dem Geiſtliten Confitorio voͤllig erörtert, bilid) in 














Refpon- .: Ingleichen eben viele Facu/tát / Menf; Januar. Ao. 1704; 

fumi.  adrequifiticonem deß Raths zu Gréfenbaynicben. verb; 

| Daß diefe Cade wegen ber von M. gefuchten Che, unb 

dotation; vor euch nicht, fondern. das Geiftliche Confiftos 

rium zu Wittenberggebörig, und zu bem Ende „dahin Be 

vidt, mit Einfendung der Aen zwerftatten; worauf, und 

wann folde in befagten Confitorio erörtert, ber Beſtraf⸗ 

fung halher in denen Weltlichen Gerichten. ferner ergehet, 

was Recht ift. V. R. W. — iti 

Anemigen — GSonften iff aud) an einigen Orten bie poenitentia Ec- 

Orten Wf (2,5, 0:2 ober Aircben- Süß eingeführt zu finden , bie der 
vor und die Stuprator und bie Geſchwaͤchte offentlicd thun muͤſſen. 

ne Berger. in Occon. Fur, lib. 3. tit. 11. S. 4. not. 6. pag. 824. 

Sußthun.  . Lauterbach. zz Coleg. tbeor. prad. ad ff. tit. ad Leg. Jul. 

st nde adult. S. 48, Leyler, Meditat. ad ffi [pecim. 582. tuedi- 

Ute Dilosioiq $900 ARE nein Era tt 

Wo dieſe Worbey jedoch zu erinnern , 1) baf die Kirchen Buße an 

ig denenjenigen Orten, mo folde zu votbero nicht üblich ge — 

guwefen, weſen, nicht auferlegt werden fonne; 2) daß, mann der 

fa: fenicht Stoprator und Die Geſchwaͤchte mit ber Kirchen « Buße ber 

air fest werden, alsdann bie auf bie Schwächung gefeßte or» 

Die Kir⸗ dentliche Straffe entweder i mitigien, oder wool gängli. 

Den · Buß en aufzuheben und au erlaifen fepe, Damit nicht wegen ei» 

| : 168 


Des erſten Buchs/ zwölfftes Eapitel: 459 
nes einigen Verbrechens die verfündigten Perſohnen Dop: 5ebt bie am 
peít aeffrafft werden; ba zumalen die Kitchen Zu ohne sesta 
Zweiffel eine ſchwehrere und aróffere Straffe, ald das Ge ^ 
faͤngnus oder eine Geld - Buß, mithin alfo jene , biefe al8 ei 

ne geringere abforbire, —— ti 

* Reufner, 4b. 2. decif. 20. »um. 8. Berger. Oecon Tur. lib, 3, 

gie. 1Y. S. 4. nol. 6. pag. 824. Carpzov. prax. Crim. quaft. 

* 69. num. 5 5. Ere — 
Dahero man alfo zu ſprechen pfleat: Daß (ie nach Gele: Formula 
genheit dieſes Salls/ weiln fie Zirchen⸗Buße getban/ pronundi- 

mit fernerer Straffenicht 3ubelegen fcyn, 00, R. yo, "n 





um S" 6, 12. i 

„Die Bierchen, Buß iff vor Uhralten Seiten bey denen ni. eis, 
Chriſten üblich geroefen , und ware, warn fie ihre alte Be. en Bng 
ftalt und Natur behalten hätte, febr aut. Dann diejeni. otis 
ge, melde ein Verbrechen begangen , und deßwegen von de: fhwehre 
nen facris conventibus find ausgefbloffen worden, haben Static, 
febr aͤngſtiglich gleihfam als um die größte Wolthat an: ana. 
gehalten, unb darbey mit vielen Bitten erft erhalten , daß unas gal⸗ 
man fie wiederum burd) eine folenne Buß zu Gnaden an. noe 
nehmen, unb biefes ein offentliches Kenn Zeichen , daß fie 
mit der Ehriftlichen Gemeinde wiederum verföhnet , fepn. 
mödste, Aber nad) der Zeit, hat man diefe Wolthat ihnen 
wider ihren Willen obtrudirf , oder iff vielmehr biefe8 be- 
neficium zu einer Strafe worden , wie es bann aud) in des — 
nen Canonifchen Rechten für eine Straffe gehalten wird. 

‘cap. 6. X. de bomicid. HOME ABER | 
Und diefe Straffe ift aröffer unb härter ald andere Straf 
fen, weilei fie bie. vorhero verborgen gemefene Schand- 
That und Libeltbat wiederum aufdecket, und durch neue Ce- 
remonien und Solennitáten vermehret, unb verurfadhet , 
ER Mmm 3 dag 


460 Don ber ſ traffe deß Siupratoris u. der Geſchwaͤchten. 


dag mon immerfort daran gedencket. Es wird alſo durch 
dieſe offentliche Buße das aus bem ftupro entſtandene Aer—⸗ 
gernus keineswegs aufgehoben, oder verringert, ſondern 
vielmehr vermehret. Dahero geſchiehet es qud), bag dieſe 
Kirchen- Buß viele traurige und betruͤbte Wuͤrckungen nad) 
fib ziehet, und bie Leuthe, die annod) auf ihre Ehre feben, 
und ſolche zu erhalten ſuchen, zur defperation treibet, und 
aus Furcht vor der Kirhen- Buß, fie hernachmalen zu des 
nen gröften Verbrechen, zu Kinder: Mord, Abtreib « unb 

Vertuſchung der geibe8 - Frucht, Hinweglegung der Kin» 

.. ber, inaleidien zu Meineid 9lenbecung der Religion, aut 
Sucht aus ihrem Vater Land, Verlaſſung ihres Amts 
und Dienftes , und anders dergleichen mehr, veranlaffet. 

i Leyfer. Meditat. ad ff. [pecim, 582. meditat. 9. Yo. 6 1r. 
ran Dahero vielmehr ratbfamer und beſſer / daß man bit, 
Wittem⸗ fo ein ftuprum begangen , nicht mit ber Birchen : Buße/ 
berabet ſondern mit einer andern Steaffe belege. Wie dann das 
Firiten in Confflorium zu Wittenberg Sr. Cburfürffl. Durch. in 
a Sachſen / als diefelben beffen Gutachten: ©b die vormals. 
a dp. üblich gewefene Rirchen: Huf daſelbſt wiederum 
fire einzuführen wäre? folcbes aud nachfolgenden Gründen 
— widerrathen, unb Menſ. Novembr. Ao. 1732-alfo geants 
uibriblidy wortet: Als S£. Zoͤnigl. Majeſt. und C burfürffl. Durchl. 
gud, auf be8 Pfarrers zu P. in bengefügten Adten fol. 6. befind⸗ 
seididU fide alerunterthänigfte Vorftellung und baben beſchehenes 
Sen willen, Anſuchen, daß die vormals üblich gemefene Kirchen: Buffe 
t. ^ daſelbſt wieder eingeführet werden möchte, an uns fol. s. 

'  atleranábiaft refcribiret ; Wir ſolten, wie e8 um bas Anfuͤh⸗ 

ven beranbt, aud) warum die Kirchen. Buffe in P. ab» 

j fommen , hinlängliche Erfundigung einziehen, unb fo bann 
; unſern allerunterchänigiten Bericht mit Wiederfendung der 
Inlage unb Beyfügung derer Akten auch unfer8 unmaßgeb» 

[iden Gutachtens erftatten; So haben wir an ben Sup. zu 

J. ung davon alfenthalben Nachricht zu ertbeilen , — 

i^ Mu : 2 ng 








— 


Des erſten Buchs / zwölfftes Capitel, ^ 46r 


name — — — — — — ——— — ———— —— — — — 


nung ergehen laſſen. Ob nun wohl derſelbe, wie die Kir⸗ 
chen: Bufle vormahls in P. üblich geweſen, , jedoch) feit 40. 
bie so, Jahren her in defuerudinem gekommen, mithin, 
da die alte Perſonen, welche davon Wiſſenſchafft achabt‘, 
mit Tode abgegangen, die Urſache, warum fothane Kir» 
chen : Buffeeingeftellet worden, auffer bem , was der Stadt: 
Muficus ©. ausaefaget , ſchwehrlich ausfindig zu machen, 
weitläufftig angeführet , auch barneben , daß, aleichwie zur 


Sp. alfo an andern Orten 3. Infpe&ion, eine durdaängige - 
‚und gleichförmige Kirchen Bufje eingeführet und hergeitel- 7o 


let werden mögfe , angefragen,; So fönnen wir bod) , wenn 
wir unfer unmasgebliches Sutachten bepfügen follen, der 
‚ren Einführung an benenjenigen Orten , 100 foldye nicht be: 


reits zeithero gebräuchlich gervefen, um deswillen nicht a» ——— 


‚rathen, weil daraus viel Incommoda, welche den Rutzen 
faft überwiegen , entitehen, geftalt 1.) manche geídimàm 
gerte Weibs “Perfonen , diefer Straffe und Proftitution zu 
‚entgehen , fid zu einem Kinder - Morde verleiten laͤſſet, 
hiernaͤchſt 2. ) diejenige, welchedie Kirchen: Buffe thunfols 
[en , fich.öffters zu groſſem Nachtheile ihrer Herrſchafft aus 
‚dem Lande wenden, dergleichen wir zu verſchiedenen mah⸗ 
len, befonderg in der Infpection Baruth, und nur jeßo in 
‚der Hertzbergiſchen In(pection, wahrgenommen , ferner 3.) 
die Andacht derer Zuhörer und Sufeber , auch der poeniten- 
‚tium ſelbſt, bie burd) ben Schimpff aant auffec ſich geſetzet 
ſeynd, dadurch ‚mehr acftébret , al8. bas Aergernuͤs gehn: 
ben , benenjenigen aud), fo bie Kirchen: Burfe feiften, 4.) 
baburd) eine halbe infamia, oder bod) eine levis notae ma- 
cula unb Vorwurff zugezogen wird, zumahl 5.) bie Ver 


brecher ihre &ünbe durch bie Civil - Straffe genungfam büf: ..- . - 


fen „und, oen fie ſich baburd) von ber Hurerey nit ab; 


Wreden laffen , e8 toegen der Kirchen Buffenicht thunmwer ^ 


ben, immaffen fi) aud) 6.) nicht findet, dag an demem-⸗ 
„gen Orten , wo bie Kirchen⸗Buſſe nicht eingeführet, AE 
aM Basen BISHER TES eB En Zr 5 


x- 


E 


462 Don bet Straffe deß Siupratoris u. oet Geſchwaͤchten. 


— — — — 


ger Huhrerey begangen werde, worzu 7.) kommt, , bag fel 
bige ohne dieß bie alte hiebevor uͤblich geweſene Poea tentia 
eccleſiaſtica gar nicht, ſondern von derſelben fee unterſchie⸗ 
‚den iſt. Ew. Aömgl. Majeſt und Churfuͤrſtl. Durchl. 
uͤberlaſſen jedoch wir in aller Unterthaͤnigkeit, was dieſelbe 
dißfalls zu reſolviren, und und anzubefehlen allerg naͤdigſt 
d wollen; bie wir in unverrudter Treue allſtets bes 
Darren. | | 


— Weelche ratiozes bann aud) Sr. Churfürfkt. Durchl in 
von bem Sachſen approbirt, und alſo refcribirt at: Uns itf vote 
€bufin getragen und verlefen worden/ was unfern/ auf des 
En ꝛp· Pfarrers zu D. getbanes Vorſtellen und babey beſche⸗ 
worden. henes Suchen / daß die vormals üblich geweſene Aire 
Ken: Buffe dafelbfE wieder ein3efübret werden mó bte/ 
vot 12. Novemb. vorigen Jahres ergangenem Befehle 
zu $olge/ ibr/ untern 30. naͤchſt abgewich enen Mo⸗ 
natbe Januarii, untertbániglt anhero berichtet / und zu 
unferer Refolution geffellet. Wie wir nun hierauf die 
Zirchen » Bufle an denenjenigen Orten / wo foldbe 
nicht bereits zeithero gebräuchlich geweſen / wieder ein. 
“führen zu laflen , erhebliches 2Deben d'en tragen 5 Alſo iſt 
"unfer Begehren hiermit/ ihr voollet euch darnach ges 
bübreno achten VIT, 7A. auch / und wen ſonſt nótbig/ 
deſſen befcheiden laffen. Wiöchten wir euch mit Wie 
-Derfendung derer Aden nicht bergen/ unb es gefcbicbt 
"Daran unfere Meinung, Damm Dreßden/ am ı5, 
Febr. 1732. we | 











LR SUE sd Mor PE 


Pete · ¶gDiernechſt wird auch der Sraprasor und bie Geſchwaͤch⸗ 
Pre tic ge te für ifm unb. ehrloß gehalten und von alien Ehren⸗ 
fónidte ſtellen Aandbwerds: sünften/ Raths- und andern er« 
wird für Barın Colegiis ausgefäjloffen, wovon wir oben allfdon in 
Balten, unn Dem 2. Enpitel 8. 4, /eqg. vsque ad S. 9. incluſcve, En 
— E us " i 


Des erſten Buchs / zwoͤlfftes Capitel. 7463 





tig gehandelt haben. Wann oec ines Kehenherrn von allen 
sÉ weid beſchlaͤffet, ober beg Lehenerrn Za weſter oder tm, 
Tochter tuprrt, macht er fb dardurch deß Lehens ver Collegie 

luſtig , und Fan daſſelbe oon bem Lehenherrn eingezogen wer ausgeldloß 


I. feud, 5. ibique BitíCh. zu comment. & 2. feud, 24, &. 25 Velall oc 
ue d "t bu xr 4. 5,2 £ehinherrn 


Strik. Exam. Tur, feud. cap, 23, quaft, 11. &° 16. Struv. Weib, 
S. 7. feud. cap. 15. tbef. 9. ——— Sodtt, 
jedoch iſt bey der Schweſter nöthig, bag biefe annoch in eáudte 
deß Lehenherrn é5aus /, und noch unverheprathetfenes - Epor ar 
2. feud. 24. $. 2: verf. rurfus. Stryk. d. quaft. 16. ibique febenégri- 
;.. Winziger. zz annotat. ad verba : in domo ejus. Horn. prud, virt. 
vudufend: cap. 2348. 10, 1 © "en 9 
Und dieſe Lebens v privation findet auch ſtatt, wenn ber Eden di 
Valall deß Lehenherrn Enencklin von Sohn bet (tupriéfifand im 
hat; bann biefe ift , wie bie Tochter umb Gxdyeftet , in ber 17 00" 
familie deß cbenDerrn; bann Die Enendilin von ber Toch deren cop 
ter, ift nicht in der famibe deß gebenberrm , fonbern in der "5 390» 
Tochter ihres Mannes familie, mithin ceflizt bey diefer bie 
Lehens privation, Hase. N eu t 
| S. ffn. m de patr, potef, ibique Dd, commun, Horn;  . 
71 eit, loc. M9» | | or 
Was deß Lehenherrn Wittib anbelanget,, fo Bat mam obe v«- 
darauf zu.fehen, ob der Vafall folche währenden Chan 6) bad fe 
Jahr beſchlaffen, ober aber hernach; im legtern Sall ver ver manche 
liebtt der Stupracor dag Lehen nidit; wol aber in dem er; been Wit: 
ec 5 weilen der Beyſchlaff alsdann zum defpe& und 25e, turn 
chimpfung be verfiorbenen Mannes gereichet. EE SC ij 
Stryk. Exam. Jur, feud, eap. 23. queff. 17. ibique Winzi- 
(wo germ annotat. ad. verba: intra tempora, Struv..S, 7. 
feud. cap. Xs. tbef. 9. Horn. Jprud feud. cap! 23. $.9.. ^. 


Wann deß Aafalen Tochter von einem iſt geſhwangert mor, Tann deß 


den, ſo verliehrt (ie; dardurch ihr Heyrathe dut nicht zoe tu- 
v PIE it Nnun ſon⸗ 


5% 


e 














464 Don bet Straffe deß Srapratoris ui. der Geſchwaͤchten. 





tic ſondern es muß ife foldjes aus dem Lehen bezahlt wer: 


lieet. fie 
dar durch 


ihr Heyrath⸗ 


Gut nit. 


den. 
Catpzov. part. 4- Conflit, 21. def, 9. L. B. de Lynker. de- 
ef 504. | | 


»Dahero , alà nad) einer Adel, Waters Tode fid) bie Wittib 


mit ihren Söhnen und Töchtern zu allerſeits Befriedigung, 
und unter andern dahin verglichen, bag 1200, fl. dem einem 
Bruder auf bas Lehen gelegt , und davon jeder Tochter 


^" 460, fl. , teann fie fich verheyrathen würde, als Benrath. 
Gut ausgezahlt werden, wann aber Deren eine ledigen 


Standes verfterben wuͤrde, Derfelben Antheil wieder in dag 


Sehen fallen, und die Mutter flatt ihres Einbringens 1200. 


fl zum Wittum haben follte, mit der einen Tochter aber 


o co fid8 hernachmalen zugetragen, daß biefe fid) von einem 
Bauern ecl ttupriren laſſen, und von ihme eine Tochter 
erhalten; aud) bierauf ferner ihren Unterhalt aus bem Le 

| fen erhalten, der Bruder hingegen nad) der Zeit, da bie 


Geſchwaͤchte ihreuneheliche und erwachſene Tochter verbes 


^ tatbem wollen , bie 400. fl. heraus zugeben verweigert, hat 


Refpon- 
fum. 


der Schoͤpffen Stuhl zu Jena Menſ. Decembr. Ao, 1689. 
alfo gefprochen. verb. Dieweil die Schwerter durch ihren 
Tall, ihre Ehre zwar verlohren, aber dag Erbe nicht; nec 
enim filia five ob ftuprum, five etiam inceftum in ſe ad- 


. .fniffum, privatur dote vel hereditate paterna; _ 
Carprov. part. 4. Coxffit. 21. def 9. Hi] 


S00. immaffen diefe 400. fl. an ftat dep väterlichen Erbs tret: 


ten, und ihr Kınd darzu eben ſowohl gehört, bie Worte 
auch : im_ledigen Stande, oder unverheyrather fterben, 
nachdem fie ein Kind erlangt, nicht ſtatt finden, als web 
eher fie nicht wenig zu verforgen Rat; Co werden ihr bie 


I oA billich ausgezahlt; Doch haben bie Tüchtere an be 


‚nen 1200. fl. al8 Wittums Geldern , weilen das dot htium 
bie illata materna abforbirf , und foldye 1200, fl, nad) 


dee 


Des erſten Buchs/ dreyzehendes Capitel. 465 
der Wittib Tod in das Lehen fallen, keine Forderung. 
¶ dbdododb gb Ob Ob Ob n DU: Iob dabo qo a5 ebd qbooao. 
Das Drenzehende Kapitel, 
Von der Giraffe der Noth⸗Zucht. 
UNO viel vonder Beſtraffung deß Aupri volustarii , bet 
iy ferymilligen Shwäd z und Schaͤndung / die 
"a ohne Gewalt geſchiehet; Nun wollen wir aud) die 
Sivaffe deß Stupri violenti, oder der Schwächung , die — 
gewaitthätiger Weiſe ausgcübet ; und eigentlid) eine 
Vtotbsucbt genennet twird, vor die Hand nehmen. Was 
bey der Véotbaucbt erfordert werde, unb weldie Schwäs — 
chung für eine Nothzucht zu halten oder nicht? davon ha⸗ 
ben wir allihon in dem vorhergehenden 1. £apitel S. 2. 
3. & 4. gehandelt, wohin wir ung Kürge halber beziehen, suus. 
Anr eichend aber bie Straffe ber Céotbsucbt , fo ift auf die Zusenire 
ses Verbrechen in der Donl. slo « Gerichts : Oronung am leben⸗ 
Aayfer Earl deß V. art. 119. die aͤuſſerſte Todes: Straffe mir dem 
gefegt zu finden, fo, bag ein foldyer ftuprator, gleidy einem Schwerd 
Stauber, mit dem Schwerd vom Leben zum Todt hin belttaſt. 
guritem D 0: Tann oo Fo aW deg EO NDA 
Stryk. uf‘ mod. ad ff. tit. ad Leg. Tul. de adult. S. 15. Ber- 
|». ger. in Oecop, Tur. lib. 3. tit. 11. $, 4. pag. 823. Lsurer- 
— bach. Co/leg. tbeor. pract. adf. tit. de adult. $. 38. Schöpf. 
decif. 121. aum. 3. Kreſſ. & Dd. ad Ordinat „Crim. Carol. 
F. art, 119. | | 





ES 


Für eine Nothzucht wird auch gehalten, warn je Die Der 
| O9mnz mand inc fail 


466 vVon der Gitraffe ber Noth⸗Zucht. 


fenoder u mand I.) eine Sinnloſe Derfobn beſchlaffen, ober 2.) ei» 
bem Ende ne Weibs Perſohn burd) den Trund ſtarg und übermäß 
ten fig , zudem Ende, damit er die Unzucht deito bequemer mit 
Weis ihr vollbringen Fönne, beraufdbet, und (lamen fuprirt, 
Verſoon, oder 3.) ein Mägdlein, bie nod) ein Kind ift, fleifchlih er⸗ 


Der etes 


Kindes, kennet, ed mag aleid) eine Gewalt darzu acfommen ſeyn 





we r^ pep nicht. 
—28 Stryk. ufu. mod. ad ff. tit. ad Leg. Tul. de adult. 8. 16. Bejer. 
Balten, & Ludovic. ad art. 119. Corflitut. Crim. Carol. Y: Bet- 
.. ger. in fupplem. ‚ad Elect, Tprud. Crim. part. 2. Obfervat. 
156. pag. 422. Böhmer. Element. Fprud, Crim. fedt. 2. 
sp. 9. S. 111, Beſiehe oben den 2, und 35. $. deß 1. 
..- &apitele. i ! 
Wer dahe. Wann dannenhero jemand mit einer finnlofen Weibs⸗ 
torem qDerfobn fid) fleiſchlich vermifdet, oder eine Weib; Per 
trunden ſohn durch den Grund / zu dem Ende / damit er die Un⸗ 
gemachte Zucht beffo bequemer mit ihr vollbringen koͤnne / trum 
Spefoón Ken und fchlaffend gemacht/ ober tnit medicamentenein 
— geſchlaͤffert, und hernachmalen fie in dem Schlaff ſtuprirt 
niramto pat , fo wird er am Leben beſtrafft. ! CE 
Breit, Leyfer. Meditat, ad ff. [pecim, $84. meditat. 24. Beyer. ad 
art. 119. Ordinat. Crim. Carol. V: poft. 8. Böhmer. cit." 
cAp. 9. S. 119. Schmid. differtar. de flupro in mente capt, — 
— commill, ERBE HV G1 "thes umi. —— 
efoon. _ Und alfo hat der Schoͤpffen⸗Stuhl su Leipzig / ge 
es ; fprochen. verb... Hat euer Lehrjunge, der ba mündig, und c 
feine mündige jahr erreichet, eure &tief - Tochter, eine 
arme unwitzige Jungfer, bey 20. Jahren, all ihrer Ehren 
. and Jungfrauſchafft beraubei , barein fie von megen ihrer 
Unwitzigkeit nicht bat willigen mögen noch Fünnen, unb ab 
fo fie genothzüchtiget „ ihr aud) ibn vor wenig Tagen, als 
er fie mit Gewalt auf die Werckſtatt geworfſen, felbe ber 
 troffens bargu er fid) Dann freywillig feloft bekannt; EN 
e Hit | foli 


E 


Des erffen Buchs, breysebenbes Capite, 467 


wird er deromegen mit dem Schwerd , vom eben aum 
Sobt bili beffraffet. 8. 9. 98. — 
Ingleichen, mann jemand ein MTägdlein/ dag noch ein Ingleichen 
Aind ijt, tuprirt, fo hat indiftin&e bie Todes: Straffe t; fo 
ftatt, e$ mag gleich das Rind in Da8 ftuprum contenrirt cin, das 
haben oder nicht, bann diefe Einwilligung wird nicht atten- PSU 
dirt, weilen ein Kind nod) feinen Verſtand hat, und alfo rami" 
nicht confentitenfan ; Dahero der Scuprator in beeden Sáb; ; 
len, mit bem Schwerd hingerichtet wird. j 
"Berger, in Oecon. Tur. lib. 3. tit. Y1. $. 4.808. Y. pg, 824. 
2065 in Elect. Jprud. Crim. cap. 2. membr. 4. $. 3. pag, 141. 
© im füpplement. part. 2. Obfervat. 160. pag. 428. Car- 
pzov. prax, Crim. quæſt. 75. num. 39, Stryk. & Böhmer. 
cit. loc, 
Und biefe Straffe wird nicht vergroͤſſert / wann gleich bas und diefe 
Kind mit Gewalt ift. Ruprirt worden, und hernacdhmalen Strafe 


baran verftorben/ fonbern ed bleibe bep ber ordentlichen unnök, 








ja Strafe, | wann gleich. 


Carpzov. prax. Crim. quafl. 75. sum, 42. Stryk. eit, loc. — 
Dann obgleich folder Geſtalten, ein doppeltes Verbrechen fitit. 
ausgeuͤbet wird, nemlichen die Noth⸗Zucht, und bie dar. 
aus entſtandene Ertoͤdtung; weilen aber Feines von dieſen 
beeden Verbrechen mit einer ſchaͤrffern Straffe, als bem 
Schwerd, coércirt wird, fo ift dieſe Straffe zu coercirung oat der 
diefer beeden Verbrechen ſchon hinlänglich , vocilen auch fon. supracor 
ften, wann mehrere Verbrechen concurriren , nut eine ej. 2" imde. 
nige , und zwar bie gröffere auferlegt zu werden pflege, Drähte, 

Carpzov. d 2444/7. 75. num. 42. feg. 
Gít aber bas Maͤgdlein Fein Aind mehr, jedoch noch un. if, mit Ge⸗ 
infinbig / und wird mit Gewalt gefhwächet, fo ift als unse 
bann der Stuprator ebenfalls am Leben zu ftraffenz —  iffer eben 
Berger. Oecon. Tur. lib. 3, tit. 11. S. 4. not. 1, pag. 824.8 mit 

in Elect. Jprud, Crim. cap. 2. membr. 4. $. 3, pag. 141. Schwerb 
E . Sinn 3 Car- Dininid 


468 Don der Sitaffe der Noth⸗ Zucht. 
Carpzov, prax. Crim. quæſt. 75. num. 27. feg. Böhmer. 


— Element. Fprud. Crim, fect. 2 cap. 9. $. 119. Richter. 
decif. 88. num. 86. : 


exbibet Daferne aber ein fold unmünbiges Maͤgdlein in bie 
Misit ann eingewilliget / fo iff dieſes ftuprum, toeilen 
€i. dergleihen Perfohnen ihren Contens bep diefem Alter von 
su, PP ſich geben koͤnnen, für feine Mothzucht zu halten, mithin 
doth ucht ceffirt die Darauf. gefegte Todes. Strafe, jedoch wird als⸗ 
Wit bann der Stupraror offentlih mit Ruthen ausgeftrichen, 
Euaj unb des Landes auf ewig vermiejen ; wie voir diefes alfihon 
oben in dem S. 5. deß nechſt vorhergehenden 12. Capiz 
tele ausgeführet haben. 


E 0$. 3. 
Webwor Dieſe auf bie Stetfy Qut geſetzte Todes: Gitraffe fi 
fo eo bet aud) ftat, es mag gleih die Genothzüchtigte / eine 
findet tat, ehrliche Wittib oder Tungfer/ oder eine unverleumde 
Gu Ehefrau feyn; Dann aller biefer drenen Weibs - Perfoh- 
süchtigte ci NEN, Wird in ber Peinlichen Hals Gerihts- Ordnung Kay 
M Zunge, fer Carl deß V. art 119. ausdrücklich gedacht. 
pes Ei Carpzov. prax. Crim. quafl.75,»um. 13. Kresf, ad art. 1 19. 
frau ſeyn. Ordinat. Crim. S. 1. — | 
Ob bey Und obzwar einige dafür halten wollen, es wäre bey be 
em Ehe. ih moder einer Ehefrau mit Gewalt und wider ihren 
exe" Willen ihre Sráulid)e Ehre nimmt , die Steaffesuvergröß 
nicht u ver fern, und der entbauptete Corper anf das Rad zu legen, 
2) weilen wegen be bloffen Ehebruchs die Schwerd Straffe 
alfchon ftatt hat, welche babero wegen ausgeübter Ge _ 
walt, nicht unbillich zu exafperiven; — — hg 
L. 8. S. fin. ad Leg. Jul, de vi pull, L. 29. S. fín. ff. ad Leg. 
Jul de adulter. Berlich. part. 4- concl. a1. sum. 45. 
Weilen aber in oer Peinl, Hals: Gerichts Ordnung Kay’ 
fer Earl def F^ ars. 119. auf diefe gewaltſame e 


Des etffen Buchs/ orcysebentes Capitel. 469 


Feine ſchaͤrffere Straffe, al8 bie Hinrichtung mit bem 
Schwerd geſetzt su. finden, wie aus denen Worten des ae 
dachten articuls ſelbſten, gan deutlich erbetlet , allwo ite 
het: fo jemanden einer unverleumden Ehefrau, Wittib oder 
Jungfrau, mif Gewalt, und wider ihren Willen, ihre 
junafzdulidie oder fraulige Ehre nehme, derfelbe Ubelthaͤ⸗ 
ter hat das Leben vermirdt , und foll einem Rauber gleich 
mit dem Schwerd zum Tode gerichtet werden oc. Co ift 
von diefer fo klaren Verordnung nicht abauaeben , und einem 
ſolchen Ehebrecher Feine aröffere und ſchaͤrffere Straffe, al8 
die Rechte mit fid bringen, aufzulegen, Dann wo eine ge: 
wifle Straffe in denen Gefeisen dererminitt iff, da ftebet 
einem Richter nicht frep , nad feinem Gutdünden, ben de- 
linquenten fehärffer oder gelinder zu beftraffen; | 
«CL, IIT. ff. de verb. Obligat. 


Und diefer Meinung pflichten unter andern, bey 
Carpzov. prax. Crim, quafl. 75. num, 17, feq. Kresf. cis. 
UN Yan, | : 
So liegt auch ferner nichts baran/ ob ber , (o bie Noth So liegt 
zucht auggetibet , eine ledige MTanns: Derfobn/ oder ein and pid 
i£bemann fepe, bann in beeden Sállen wird der Stupra- der Stob 
. tor, mit bem Schwerd von Leben zum Todt, finge ioter 
‚richtet, 2d age tros Sp olia Det dd 
Peinl. Asls: Gerichts: Dronung Rayſer Carl def 7; reebaidet 
.. 4rt. 119. ibique Clafen. pag, 483. Böhmer. Element. ſexe. 
| gprud. Crim. fec, 2, cap. 9. S. 110. Carpzov, prax. Crim. 
quaft. 75. num. 21. feqq. es | 
Dann die Peinl, Hals: Gerichts ; Ordnung redet gan 
general: fo jemand & paulo poft: derfelbe Übelthäter 2c. 
und machet unter der Perſohn def Stupratoris, ob er ledig 
oder verbeyratbet fepe, feinen Unterſchied, unb fetget et 
nerley Straffe auf diefes Verbrechen. — «:Dabero , warn ei⸗ 
ne ledige Manns Perſohn eine Sungfer oder Wittib, oder 
Ne | eine 











470 Don der Gitraffeber Pfotb- Zucht. 


eine Ehefrau, ober aber ein Ehemann, eine Ehefrau, oder 
Wittib, oder eine Syunafer gewaltfamer Weile (tuprirt hat, 
fo finder allenthalben die in der Peinl Hals: Geridta« Orb» 
nung dererminirte Todes: Straffe ſtatt. pur: 
.— Carpzov. prax. Crim, quafl. 75. unum. at. ſeg. 
FANE Bon bitfer Straffe aber, mag ben Ehebrecherdie Interceflion 
mag den feines Weibes keineswegs befregen. Dann obzwar fom 
Enehreer ſten bey bem bloffen Ehebruch / recipirt ift , daß dem Ehe⸗ 
A, and zu Ehren , wann des Ehebredhers Eheweib , ihme 
Meibes ZU verzeihen, und ferner ehelich beyzumehren , fid) erböfig 
E Me machet, bie auf den Ehebruch gefegte ordentliche Todes 
"* — Gtraffe erlaffen, und in eine aufferordentliche verwandelt 
wird, fo ift bod) biefe8 auf einen gewaltfamen Ehebruch / 
oder eine Nothzucht Feinedwegs zu extendiren , mithin 
mag bie Interceflion deß Eheweibs allyier nicht ftatt finden, - 
und die auf bie Nothzucht geſetzte Straffe mitigiren, 
Carpzov. part. 4. Confl. 30. def. 2. & in prax. Crim. quafl. 
75. num. 24. Lauterbach. Colleg. tbeor. prakt. ad ff. tit 
Be. ad Leg. Jul. de adulter, $..39. : : 
Fomwe Und pflegt. man alfo zu ſprechen: So möchte FT. von we — 
ind. gen folcyes feines begangenen Ehebruchs und veruͤbten 
Vtotbzsudpt/ mit dem Schwerd vom Keben zum Todf 
geſtrafft werden / und Dat feines SEheweibes Verzei⸗ 
„bung und Dorbitte/ nach Gelegenheit diffells/ weil 
es eine gewaltfame Froth : Zucht / und kein ſchlechter 
 f£bebrucb ifE/ nicht flatt. O.B.W. 
Oder: So möchte er wegen folcher begangenen unb 
befannten Nothzucht und Ehebruchs / obngeacbtet / 
daß fein Weib ibme verziehen/ und ferner ebelíd) bey: 
zuwohnen ſich erbotten/ mit den Schwerd vom £e 





ben zum Tode geffrafft werden. 10, R. W. 
PL, che 
eme : Diefe Todtes: Straffe extendiren einige 9tedtà« Lech» 
tendireg ur | : tete. — — 


ur iL e E TUS UR 


Des erſten Buchs / dreyzehendes Kapitel. 47 


rere auch auf denjenigen der ein gemein Weib ober Suhr anch einlge 
mit Gewalt ſtuprirt bat , unb wollen, Da aud dieſet nach nuioeiue 
ber Schärfe zu beftraffen, unb init dem Schwerd bini neHubr mit 
Cyri ia, 


tidtarfegegs von aa na) ue ; 28 
Carpzov. pert. 4. Conflit. 30. def. 3. 69 prax. Crim. quaft, 75, "t 
num. $2. feqq. ara Na 
Meilen aber in der Peinl. Hals + Gerichts - Ordnung mise — 
Zayftt Carl deß 7. err. 119. ausdruͤcklich erfordert wird, Meinung 


daß die Benothzüchtigte eine unverleumdete und erbare TN 
Perfohn fepe , weißes fi} aber von einer gemeinen Huhr nihege ^ 

nicht (agen läffet „.ald welche ibee Zunafraulich oder Sram Mi, fev 
lie Ehre durch ihren unzuͤchtigen Lebens: Wandel, all nur eine - 
ſchon verlohren , und alfo Feine Ehre mehr hat, bie ihre Eönm- auferore _ 
te benommen werden, ſolchem nad) der, weicher fie mit eap, 
Gewalt (tuprirt , keinem Rauber glei) HE toerben fat. — 

mag; fo halten wir dafür, bag die auf die Rothzucht geſetz 

te Todes, Strafe nit ftatt habe, fonbern ein ſoſcher ftu- 

prator aufferordentlich , nach Beſchaffenheit der Umfaͤnde, 

zu beflraffen feye. Und diefe Meinung defendiren unter 


andern, infonderheit RUN, AR 
© Harpprecht. a4 S. 8. Infit..de publ. judic. mum. 38. Kresf. ad 

art. 119. Ordinat. Crim. Carol. &, 2. Lauterbach. Colleg- 

theor. pract. ad ff. tit. ad Leg. Ful. de adult, $. 39. Stryk.: 
.. "Wf. mod. ad ff. tit. eod. S. 15. Böhmer, Elem. 7prud. Crim. 
| fec. 2. cap. 9. $. 110, & 118. Br 
Daferne aber eine Huhr ihr Iieberficbes Leben verfaffeti/ Daferne 
und in bie Ehe (id beacben , oder fonften ehrlich und Ghrift- — 
lich zu leben, angefangen hätte, und fie wird mit Geſvalt ienertihe 
ftupritt , aledann wird ber Nothzüchtiger am Leben ge; Feen ver, 
ſtrafft, und mit dem Schwerd hingerichtet. er und 
:»Muller. Ais. 'de jur. pregnant. cap. 8. tbef. 5. Gilhaufen. Gewalt Au. 

arb. judic. Crim. cap. 2. kit. 23. num. 8. Stolid). Comment. Br als⸗ 
aad Conſtit. Crim. Carol. part, 9. lib. 3. tit. 3. mum. — — 
eo png 264... DIEN GNE RS St fe BR 


aa O00 eg (NM Se A 


ſtuprator 


— Von der Straffe der Groth Zucht. Ta: 


* Fedoch/ wa wann i felbige währenden Eheſtand ihren kund⸗ 
felbige J baren unehrlichen Lebens: Wandel forttriebe , und ben Ehe⸗ 
ren vorigen ſtand nur zum Schein und Der, Mantel ihrer Unzucht an⸗ 
tem getreten, ober abet ber ftuprator hätte nicht gewuſt „daß; 
focttridit fte ftd gebeſſert, und ihr liederliches Leben verlaſſen, also 
ovrt Dan ceflirt bie Todes: Straffe, und mird der Nothzlctie 
umihre ge ger nur mit einer Straffe belegt. 

bj Froͤlich, cir. doc, Berlich, part. 4. concl. 41. num. $8, Kresſ. 
—— . ad Ordınat. Grim. Carol. art. 119. $. 2. Böhmer. D ? 


wußt haͤtte⸗ Jerud Crim. ſect. 2. cap. 9. S. 110, 


Die Tone Ferner wird die áufferffe Todes -Steaffe dem Nothzuͤch⸗ 

SEN tiger zuerka nt, e8 mag glei derfelbe majoreme, oder ane 

Neorbafchti tod) minberjábrig feyn. Dahero, mann ein Minder⸗ 

ger mer⸗ jábrig er ein Gewaltſames ftuprum ober Nothzucht aus⸗ 

famed MOCE , "iR er ordentliher Weile, wann nicht fonften etwa” 

majorenn Audere caufa mirigantes mit einſchlagen, ebenfalls gleich 

oder nO einem andern, mit dem Gier hinzurichten. 

mind erjaͤh⸗ 

vig fepn. — Carpzov. prax. Crim, quafl. 75. num. 45. feqq. Stephan. 4d 
art, 119. Conflit, Crim. Carol. num, 3. > 


Dann die Peinliche Hals « Gerichts + Ordnung XavRt 
Carl def F. art. 119. redet aant general, und leget allen 
und jeden gewaltſamen Stupratoribus ofne Linterfi ied , die 
Straffe be& Schwerds auf, bafero man die Minderjähri 
gen hievon nicht ausnehmen Fan , bann too die Gefege nicht — 
diftinguiten , da ift nicht erlaubt, einen ‚Huren unter 
denen Perfohnen zu machen. 
L. 78. ff. de pul in rem ation. 


Und da über dieſes in bem Ehebruch bie Wiinderjährige von 
der ordentlichen Todes Strafe niet befrepet ſeyyg 
i L. 37. Ff. de minorib. L5 39: $. fratres. f uh Le. ju. de 

















fo bleiben fie um fo viel mehrers ben egdnaenté Rothzucht, 
ue anf dieſes Verbrechen geſetzten ordentlichen Straffe ion 


Des erſten Buchs/ breysebenbes Capite, — 473 


terworffen: Deme nod) beptritt , bag in denen Verbrechen, . 
regulariter denen Minderjährigen in Anfehung ihrer Ju⸗ 
gend Feine gelindere- Strafe andi&tirt wird , al mir in ca- - 
fibus exceptis, wo die Linderung bet Straffe dem Richters ⸗ 
lichen Gutachten überlaffen wird, mithin fiabet ben ihnen, 
wann fie ein Verbrechen begangen , bie darauf aefegte ote 





bentlid)e Straffe ftatt. | | 
Lauterbach, Go/eg. £beor. prac. ad ff, tit. de privat, delit, 
$. 19. Stephän, art. 119, Ordinat. Crim, num, 3. 8: 
Nun iff aber die Nothzucht nirgend ausgenommen , dahe⸗ 
to die Minderjährige nicht unbillich mit der auf bie Roth⸗ 
sucht geſetzten Straffe zu belegen, — 5 
Carpzov, prax. Crim, quaft. 75. num, 47. feqq. 
Eine gantz andere Befchaffenheit aber hat es mit denen , bie 
annoch unmündig/ von welchen in unten ſtehenden 14. S. 
dieſes Tapitels annod) gehandelt werden ſolle. 


S. $ 


.. €» liegt auch nichts daran ob die Nothzucht nur Wann 
‚einmal oder Offters ftpe begangen worden, dann allent: gió bie 

halben hat ie ordentliche Todes Straffe ſtatt; dahero un 
„wann gleich jemand diefes Verbrechen öffters hat zu ſchul ausgeübee 

ben Formen laffen,, wird doch dieſerwegen die Straffe nicht oom 
geſchaͤrffet, fondern ein folder Ubelthaͤter der reiteration veswegen 
ohngeachtet, mit dem Schwerd hingerichtet. bic orbeufs 


; | liche Strafe 
Carpzov, prax. Crim: quaft. 75. num. 44. Covarruv. /, 2. fe vidt : 
var. refalut. cap, YO. num, 8, verf. quod vero diximus. vergroͤſſert. 


Wie bann aud) bey oͤffters wiederholten Chebruch die Ehen als 
Straffe deß Schwerdes fuͤr hinlaͤnglich geachtet wird. miein dei 
arpeos 3 ES Ehehruch. 
Mit der ordentlichen und gewoͤhnlichen Todes: Strafe iff Die Todee⸗ 
nicht weniger aud) der Nothzuͤchtiger annoch zu belegen , Strafebat | 
wann gleich die mit Gewalt Auprirte DOcibs : Derfobn / un re 
! | 5.909002 nach die Senpthe 


chtigte mad) ausgeübter Ciotb: Sucbt/ ihren Confens dar ein ge⸗ 
na ausge geben / unb das Verbrechen approbirt unb gut atbeiffen. 
abt, das. Gilhauf. arb. judic. erim, cap. 2. tit, 22. num, 3. Carpzov. 
QUE (oo prax. Crim. quefl. 75. num. Ele Lauterbach. Co//zg. tbeor. 
fn. "s prall. ad ff. tit. ad Leg. Tul. de adult. S. 39. Bajard. in ad- 
| Uoc dit. ad Jul. Clar. lib. $. recep, [entent. $. fluprum, mum. 
(. 37. ver[. item adde. GT SP ws 


Diezodes Diefe Todtes « Straffe wird zuweilen aud) extendirt auf 

Straf, „Diejenigen , die bey der Nothzucht hülfliche Hand gelei⸗ 
aufdir, fo, feet haben. 6 334 ju folia mb, ET RUE ks 

. bep der ds L. un. Cod. de raptu virgin. L. 38. 8. 2. ff. de pen, Lauter- 

a bach. Colleg. zbeor. pract. ad ff. tit. ad Leg. Tul. de. adult. 

Handyeleis , — S. 39. Schilter. prax, Jur. Rom. in For. Germ, Exerc. 49. 

Reípon- Wie alfo. Per Schöpffen. Stuhl zu Leipzig einsmalen 

s geſprochen Dat, verb. Als ihr ung Stenzel Ganig8 , und 

Barthel Hohes Urgicht zugeſchickt und gebetten habt 1c, 

Dieweil aus ber gemeldeten beeben Urgichte erſcheinet, daß 

Stenzel Ganias dem Alexander Mlaftingen der genothzůch⸗ 

- tiaten Dirnen Haus gewielen , und mit ihme in das Haus, 

imb in die Stuben, darinnen die Dirne bey ber Wirrhin 

elegen, gegangen, und fo [ange bey ihnen und feinen Ge 

ellen gewartet, biß fle die Dirne , fo ihnen entriffen unb ente 

: faufre, mit Gewalt hernieder gebracht , fie auch endlichen 

. felb&t gefchlagen , umb von feinen Junckern darzu angerichtes 

eweſen ſeyn, und bag Barthel nicht allein mitaeaanaen , 

ſondern auch neben ben Maſtingen, und andern, ber Dir» 

nen, aià fie enteiffen , nachgeeilet, uno fie herwieder brin: 

gen, und befräfftigen helffen, und fie beede Dazu gehsifien, 

dag die gemeldete Dirne wider ihren Willen von Maftin 

gen genothztichtiget worden. Barthel auch felbft mit ihr gu 

ſchaffen gehabt; Wo fie num beede auf folgen Bekaͤnntnus 

vor Gericht freywillig werbarren, oder... das wie a 

d : uber⸗ 


2 


Des erffen Buchs / drepzehendes Capitel. 475 


uͤherkommen würden, fo moͤchten fle nad Schärffe der 
Rechten mit bem Schwerd vom geben aum Todt geſtraͤfft 
werden. 20. 94. 98. 

- 9Utit diefer Todes: etraffe ifl endlichen auch eine Weibs Diezoses, 
Perfohn zubelegen, warn felbige eine Manns Derfobn Straffe bat 
ober Tüngling mit Gewalt zur Unzucht anbált/ und le 
ibn zu ihren Willen nöthiget. erſohn 

Kresf, ad Ordinat. Crim. Carol. F. art, 119. $. 9. Bejer. ad p. at Die 
art. pofit.. 7. | : Perſohn 
Es wollen zwar einige Rechts⸗Lehrere ſtatuiren, es waͤre E eal 


ER, Bey 
eine ſoſche Webs Perſohn die eine Manns: Perfohn mit kölar nd 
Geroalt zum Beyſchlaff nöthiget, mie mit einer aufferor- Diet 
dentlihen Straffe anzufehen , weilen auf bie Weibs il: einige —— 
der Dißfalls Feine ordentliche Straffe geſetzt zu finden , und Nedtste 
‚bie. poenal . Gefege , welche nur allein von denen Manns. ven vog 
Perfohnen reden, auf bie Weibs. Perfohnen Feinesmegs ju be fida 
extendiren. ; 
^X. Menoch. de arbitr. jud. caf. 291. num. 1 1. Froͤlich 44 Conmpit. Nunca 


Crim. Carol. V. part. 2, lib. 3. tit. 3. num. 4. pag. 269. RES 


Alleine bas weibliche Geſchlecht giebt an und vor fid) , Fei, fist babe. 
nt genugſame Urſache, die auf ein Verbrechen aefe te or: Meinung 
dentliche Straffe zu mitigiren , fonbetn es werden die eibg. aber in be 
Perfohnen , too nicht bic Gefege feibften hierinnen einen Un. ncpenanaı 
terſchied machen, ordentlicher Weiſe mit eben diefer Straf. umge 
‚fe beieget,, als die Manns- Perfohnen,, bevorab in foldyer, $t 
den 2Gerbredyen , die dem veeiblidien Geſchlecht helicher und 
fbánbfider anffeben , ald dem Maͤnnlichen; dahero bie 
Meinung bererjeniaen , melde einem folgen Weibspiid , 

das eine Manns - Perfohn PAPIRU Weiſe zur Un: 
anhält, bie Straffe deß Schwerds aleid) denen 
‚Manns: Perfohnen zuerkennen, indenen Rechten weit Def; 

ſer gegruͤndet. 

Kresſ. eit, loc. 


Oooz ET, 








6G. 6. 

Die auf die Es findet aber die auf die Nothzucht geſetzte Straf: 
SUR. fe deß Schwerds/ davon wir bißhero gehandelt haben, 
Straf hat alsdann nur ſtatt, warn Die Nothzucht wuͤrcklichen per 
—— ſeminis immiſſionem iſt vollbracht worden. a 
die Not: — SchOpf. decif, 121. zum, 2. & 3. Carpzov. part. 4. Conflit. 
zucht wurck· 20, def. 4. num.4. Lauterbach. Colleg, £beor. pract. ad ff. 
bracht nor» tit. ad. Leg. Jul. de adulter. S, 38. Berger. in Oecon. Fur. 
den. lib. 3, tit. X14 $- 4: pag. 823- (s 


Die Bols Und iff su Verificir - und Bichtigmachung beB Corporis 
— deli&i ſchon genug, wann beede Theile eingeſtehen / bag 
ſchlafes der Beyſchlaff per immiſſionem feminis fepe vollbracht 
aber wird word en 

durch die E | ! 3 : 
Cingflán: — Kresf. ad Ordimat. Crim. Carol. V. art. 119. S. 3. Bejer. ad 


nus beeder - 5 ? 
Theile evo C onftit, Crim. art. eod. S. 6. 


miu. Und alfo hat die Loͤbl. Turifker 2 Facultát zu Tübingen 
Neon. ddr i n Ao. 1719, nah Schweinfurt geſprochen. 
verb. Simon Höpf von Euerbach gebürtig, und wohn: 
hafft in Schweintueth , beihlafft ale ein Ehemann, Sonn: 
tags unter der Fruͤhe⸗Kirch, den 13. OGobr. Ao. 1718. 
auf offentlicher Straffen im Feld, Margaretham, Hanns 
Dithmars von Dittelbronn Eheweib, und tvirb pun&o 
adulterii violenti, der proceflus Inquifitorius wider ibit am 
geſtellt, unb ihme die Schwerd» Straffe suerfant , inbeme 
et geftanden, Daß er ben Ehebruch mit ihr vollbracht, fein 
membrum virile in ihr gehabt, und feinen Saamen zudem 
Weib aefaffea , fo bag , wie ce nachdeme eörekringirenmol: 
fen, etwas davon modte zu ihr kommen fepn , umb Damit 
ftimmet aud) bie Dithmarin ein, das er freptid bie That 
begangen , wie (ie e8 wohl gefpühret und aeprüffet , fo Dag 
fie wagen müfle , ob fie ein Kind Davon bekomme; Ob aber 
der Saamen eben völlig und gant zu ihr Fommen, Dasfön- 
= ne 


476 Don der Strafe der MNoth JZucht. 


- 





ne fie nicht fagen. Weilen aber vun Diefes ein delitum &a- 
&i rranfeuntis if , welches Fein veftigium nad) ſich Idft, 
fo wird burd) beeder Theil Eingeftändnuß nidt nur dag 
adulterium | | | 
- Berlich. part. 4. couch. 27. num. 137. Moreftin. Piftor. 
Quaſi. 52. part. 2. Carpzov. in prax. erim. quaft. £o. 
fondern aud) die Violenz, ad honc effe&um für ertwiefen 
—— ba man ſicherlich die Schwerd⸗Straff diäicen 
an TD : 
Carpzov. in prax. Crim. guafı, 75. num. ua Cum fi44. e 
quæſt. 148. uum. 54. cum [egg. Goswinus ab Esbach. a4 
Carpzov. part. 4. Confl. 30. def. for. 4. uum. 2, B, Di. 
Harpprechr, Ref. 72. zum. 11. 
als welche ob ftuprum violentum | | 
L. Y. $. 2. de extraord. crim. L. f. S. Y. de re milit, 1.29, 8. 
fin. ad Leg. Jul. de adult. Ord, crim. art. Y19. Deut, cap. 22. 
verf. 22. & [:44. Carpzov. in prax. crim, quefl. 1$, Ber- 


Des erſten Buchs / dreyzehendes Capitel 477 





... lich. part. 4. concl. 41. num. 19. cum. feqq. 
ubi sum. 41. ampliat, /icet impetu quodam aliam, quam forte. 
dm via trau[eumdo invenit, per vim cognoverit, —— 
Richter. dec. 88. sum. 84. Joh. Voetius zum. 2, ad zr. a. 
Ad. L. Tul. de adulter. : 
wie vielmehr , ob adulterium dup/icatum violentum, ift benen 
Rechten beſtimmet iſt. — eife 
Ord. Crisi. art. -1 19, ibifɣbefzauett. Carpzov, part. 4. Con- 
fit, 31. def. for. 1. mum. 7. eum. feqq, & im praxi Crim, — 
c quafl. 75. num, Y5. cum, feqq. | | NR 
fo gar, bag einige Rechts « Lehrer folch letztern Salle auf — 
ein Shärpffungder Straf antragen, und ba ber Leib auf 
das Rad nee ient, o 7 ie. à 
* Berlich. part. 4. Conc, AY, num. 45. Hahn. ad Wefemb, 
N. XXI verb. capit. «d Leg. Tul. de adult. Esbach. ad Car- 
e pzov. parte 4, Conſt. 30. def. for. 1, tnm, 7. ; 
95: | unt 


472 Von dee Straffe der Noth⸗Zucht. 
und mag Ingwifiten von der Todes Straffe meder die In-: 
terce(fio Conjugis, 

Carpzov. part. 4. Conſt. 30. def. 2. ibique Esbach, rum. 4. 
& in prax. Grim. quafl. 75. num, 24. Lauterbach. Coleg. 
theor. pract. ad ff. tit. ad Leg. Jul. de adult. $. 39. 

oc Pr tcranfa&tion, als welche der Republique nichts prae- 

judicitt , — 

Carprov. prax. Crim. quæſt. 148. Lynker. deciſ. 1147. € 
difputat, de tran[act. apbor. 20, Lauterbach. ad ff. tit, de 
tranſact. $. 23. 


noch die Incarceration liberiten , af8 er und feine Sreunde 

felbften, bie Inquifition beſchwehrlich gemachet, unb bie 

Sache aufgehalten. | — MCN 
Carpzov, prax. Crim. quæſt. 149. tium. 43. 


$. 7. | 

TERM | (Bann aber der Stuprator die Nothzucht zwar ein 
züchtiger ac(tebet ‚die immillionem feminis aber negitt , fo fan der 
Denn Richter zu der Todes. Strafe noch nicht fdreiten , fonbern. 
def Ben: es Muß derfelbe den Nothzüchkiger zuvorhero annod) dieſes 
RE Umftandes halber , ob er nicht das Werck der fleifchlichen 
Biefes Um Anzucht mit der Geſchwaͤchten vollitánbig und wuͤrcklich 
lanes dal, vollbracht habe? mit der Peinl. Stage zu eruir - und Ent» 
an deckung der Warbeit ‚angreifen. iat 

greifen. - — Carpzov, part, 4. Corfit. 30. def 4. mum 4. feq. 
Refpon. _ Wie affe der Schöpffen 2 Stuhl zu Leipzig Menf. 
fug, Januar. Ao. 1636. geſprochen. verb. Diemeil aber bannod) 
fein Bekaͤnntnus noch etwas dunckel, er auch feinen Beweis 
vorgeben, Daß nichts von ihme gegangen , nod) er alio das 
Werd der fleiſchlichen Vermiſchung mit ihr vollbracht bo 
be, fo bod) der Warheit nicht ähnlich, indeme N. N. ein 
anders berichtet und ausgefagts (o will nöthig ſeyn, bag vor 
allen Dingen, aus Inquifito ein. deutlichere und — 
9 








Des erſten Buchs/ dreyzehendes Capite, 479. 

Bekaͤnntnus gebracht , unb er noch einften hieruͤber vernom⸗ 

men werde, ob er nidt 91. 91. mit Gewalt und wider ihren 
Willen, genothzuchtiget „ und das Werd ber fleiſchlichen 
Unzucht mit ihr vollſtaͤndig unb wuͤrcklichen vollbracht ha- 

be? Und. wann er fein Bekaͤnntnus in guten richtig nicht 

thun will, feyd-ihr wol befugt , ihn mit der Schärffe ziem- | 
licher Weile anzugreifen, unb auf gedachte Interrogatoria Sette 
mit allea Exnft befragen zu laffen ac. 1c. joue 
Wann num ber Nothzüchtiger hernachmalen in der tortue trie 
die Dollbringung der fleifchlichen Dermifd,ung eingefte- gung ve 
het, wird ihme alddann die Straffe be8 Schwerds zuer- — 
kannt; wann er aber ſolche segict/ fo findet die Todes Mine 











Straffe bey ihme nicht ftatt. brat. 
' Carpzov. part. 4. Conflit. 30. def. 4. num, 4. ſeq. PME 


Wann aud) jemanden ein junges Maͤgdlein / bag zwar Wannjer 
kein Rind mehr, jedoch nod) unter 12. Fahren ift, mit er 
Gewalt ſchaͤndet, fo wird berfelbe ebenfalls alsdann erfihin Mmäsdiein, 
am Leben geftrafft, wann er die Nothzucht vollftändig mit fo kinfindy 
ihr vollbradit, und feminisimmiffio gefihehen. — — — oem 
. Garpzov. part. 4. Gonflit, 31. def. I. num, 7. fegg. & quafi. wieder an 
Bet ZU MIS. 30431: 32, | icd Ben befirait? 
Dann es fan aud) ein nod) unmünbigee Maͤgdlein ftu. monii 
pritt , unb das Werd mit ihr vollbracht werden, obfdbon gott 
eben nicht fo volllommen, als wie mit einer andern mann worden. 
barn Weibs « Perfohn, fondern e8 iſt ſchon genug , mann Ein unmäns 
ber Stuprator fo viel gethan , als bey ihme aeftanben , umb Dyson 
lat genug iff, wann er nur bábe femen im fan Raprit 
mittitf bat, — | | a - 
Coler. part. 1. decif. 176. num. 114. Carpzov. prax. Crim. — 
quaft. 75. num, 30. bracht wer⸗ 


Dahero dem Richter , ehe er zur Todes -Straffe fehreitet , Den tid 
vor allen Dingen obliegt , genugfame Erfundigung einzuzie ——— 
pen, ob das mit dergleichen apis Mägdlein vorge Fundigung 


non: cinguiieBeDg 


480 Don der Straffe de Noth zucht. 

ob das Au- nommene ftuprum fepe wuͤrcklich vollbracht worden, ober 
punto nit; zu dem Ende bann bep ber © fünmachten eine 25e 
Qe V ſichtigung durch verpflichtete Hebammen oder andere ehrli⸗ 
€oan fs dye und erfahrne mit Lid belegte Weiber vorzunehmen, des 
Lit. ten Auflagen Dierinnen vollfommener Glaube bengemefien 
Tin wird, Wann num diefe deponiren , es fepe dag Werck der 
ein Reifen Vermiſchung mit der Geſchwaͤchten vollbracht, 
' fo me) dem Stupratori die Ctraffe des Schwerds zuer⸗ 

kannt. — 
Coler 4. deciſ 176. zum. 114, Carpzov. cit. quæſt. 75. num. 
5 ra erga o 990 shines «1 y fiii URGE GE TG 
. Qu mehrerer f£cláuterung dienet nachfolgendes bey 
fm dem Carpzovio prax. Crim. cit. loc. befindliches und von 
dem Schoͤpffen⸗ Stuhl zu Leipzig ertheilted Re(ponfum, 
\.@verb. Sat H. C. bekannt , daß er fein Stief - Töchterlein, 
ein Stdsblein von ro, Tahren genothzüchtiget habe. Ob, 
er nun fürgewendet , daß er Darüber verftöhrt worden „und 
bas Werd allerdings nicht mit ihr volibringen fónnen, “Diez 
weil aber dannoch bie Wehe - Mutter in Augenſchein be 
funden , bafi das Mäsdiein an der Scham febr geſchwollen 
und zerduͤnſen geweſen, babero fie abnehmen koͤnnen bag 
das Werd mit ihr vollbracht worden; So wird er , feines 
gethanen Vorwendens ohngeachtet , woferne er auf feinem 
gethanen Bekanntnus vor Gericht freywillig verharren, 
oder, bef fonft „ wie recht uͤberwieſen würde, mit bem 
Schwerd vom Leben zum Tode , billid) geftrafft. 20. R. 208. 
0 Soaud,wann jemand ein Maͤgdlein / das noch ein Rind 
Em iff / ftupritt bat , bat man ebenfalls darauf zu ſehen, ob das 
vosnoé ein Werck der fleiſchlichen Unzucht fere vollhracht worden. Sine 
Kind it, ben fib nun ber vorgenommener Beſichtigung ,- folche An⸗ 
der toirb jeisungen , woraus abzunehmen, ba die Rothzucht wolle 
alsdannam bracht, ſo wird slsdann ein folger ftuprator am Leben ae 
Sehen ber or Wes | firafit, 








Refpon- 


# ie 


Des erffen Buchs/ dreyzehendes Capite, — 48r 


= — — — aan — — 


raft, unb mit bem Schwerd hingerichtet, fonften abet graft, o 
5 bie? 





nift. — e Hoffe 
Carpzov, prax. Crim, queff. 75. num, 39. feq. & part. 4. Lm 
Conſt. 31. def. .3. num. 5. ſegg. , feorben, 


Und alfo bat der Schöpffen: Stuhl zu Zeipsig / wie pri aca, 
Carpzovius /oc. citat. begeuget, einem der ein Maͤgdlein / 
fo 1. Jahr und 7. Wochen alt gewefen/ und die fleiſch⸗ 
liche Unzucht vollbradt , die Straffe deß Schwerdes zus 
erfannt; welche Strafe aud) an einem, andern , der ein 
Maͤgdlein von 7. Jahren genothzüchtiget, und das ſtu⸗ 
prum vollbracht, it voll(itedet worden. 


$. 8. 


Die auf bie Noth⸗ Zucht geſetzte Straffe deß gie auf die 
Schwerds fan zuweilen vorkommenden Umſtaͤnden nad) , Nothiucht 
vergroͤſſert ober manchmalen mitigirt und verringert gere | 
werden/ Oder cef/ct aud) gantá und gar. Dahero , wann maed 
bey ber Nothzucht offener Gewalt aefdbeben , und etwa Inseihärs 
jemand einem andern fein Eheweib mit bewaftneter Hand feet» 
von der Geiten hinweg geriffen unb genothzüchtiget , oder ber uti 
eine Weibs- Perfohn auf offentlicher frafín mit Gewalt suhroffene 
ftuprirt , und ſolche barben vertuundet , oder gewaltthaͤti opc pa 
ger Weiſe in ein Haus ober Zimmer bricht, unb bie Darin ver ep 
‚nen befindliche PBeids: Perfohn nothzuͤchtiget, wäre die in le 
ber Peinl. Jals- Gerichte : Ordnung anberaumte Straf run. auf 
"fe bes Schwerds allerdings dahin zu fchärffen , baf nad) der vesitao ge 
Enthauptung , der Górper auf das Rad gelegt werde, betwird. 

.. Berlich. part. 4. Concl. 41. pum. 44. & a5. Leyfer. medi- 
v Lat. ad ff. [pecim. $84. meditat. 13. Froͤlich Comment ad 
Conſtit. Crim. Carol. part. 2. lib. 3.tit. 3. num. 4, pag. 268, 
Unter die Urſachen die Straffe zu fehärffen zehlen aud merrere 
einige Rechts Lehrere, 1.) bie öfttere Wiederholung Dec beihiwehs 
Nothzucht, ingleichen 2,) wann eine Ehefrau mit Gewalt Eike Im, 
C Prp2 ſtuprirt meldet til 





den bie 
Etraffe zu 
ver groͤſ⸗ 
fee. T 


48» ^ Qon ber Streaffe ber Noth⸗Zucht. 


—— - — M i " 
— — ran — — — 








ftupritt-toitb, ober 3.) wann etwa ein Kind, oder unmuͤn⸗ 


diges Maͤgdlein dergeftalten genothzüchtiget worden wäre, 
daß c8 darüber verftorben, ee: 


Alleine, dag in bicfen erſt erzehlten dreyen Sállen bie 
doo Sing der Straffe nit (tatt finbe , ſolches haben wir 


altichon in vorbergehenden 2. 3. und 5. S. Diefes Eapitels 
mit mehrern abgehandelt , Dahero wir uns allyier vorjetzo 
nicht weiters aufhalten wollen, Wann aber biefe beſchweh⸗ 
Tende Umftinde nicht einzeln / fondern mehrere derfel- 
ben concurtizten , oder der Nothzuͤchtiger wäre ein Gefan⸗ 
gen Hütter / oder der. Geſchwaͤchten Dormunb / oder 
Curator, oder da ein Anecht ober Diener feines Herrn 
Stau oder Tochter / ober eine ſchlechte und geringe Stan: 


des Perſohn eine von ‚hoben Gefchlecht und Serkom⸗ 
eso men 


+ oder ein Jud eine Chriſtin mit Gewalt geſchwaͤ⸗ 


* 
D 


— oe det , alsbann Fönnte bie Straffe bef Schwerds vergröffert, 
"Oc wb ein ſolcher Stupracor enthauptet , und der Górper nad) 


der Execution, auf das Rad acflodten werden, - 


Dabin ge 
Db etand) 
wann die 

Nothzucht 


Froͤlich cir. loc. Otto in Comment. ad Ordinat. Crim, Carol. 


V. art. 119. Pag. 227« | | 


Ehen diefe Straffe findet aud) ſtatt wann die Nothzucht 
auf offentlicher Straſſen iff ausgeuͤbet worden; 


"wfodmtis Schöpf. vel. T. deci. 121. mum. 20. Leyfer. Meditat. ad ff, 
cher Straf fpecim. 584. medi.Y6, : | 


ft ift ausge 


Abet wor 
den. 


Dann weilen dem gemeinen Weſen viel daran gelegen, daß 
die offentliche Straſſen ſicher gehalten werden, fo verdie⸗ 
net die violirung ber offentlichen Sicherheit allerdings eine 
haͤrtere Straffe, dahero zu Erhaltung gemeiner Sicherheit 
den einem ſolchen Nothzuͤchtiger bie Todes Straffe nicht 
a su ſchaͤrffen, und ein Exempel zu fawuiren ſeyn 
Leyſer. & Schóf. cit on 


493 











Des erſte 
| Bin Buchs / dreyzehendes Capit 
— A: lito AL 
$.9. 5. 192502 FEN Re 
| | Umftände 


Zuweilen wi 
PE Daidieden hen ^u 
4B) me — auf die Nothzu EO 
Roe d der Stuprato pertingert.: = t geſetzte Tod um melde 
dieſes damen up bir Rothzucht gehöret. mum Buen dr 
nod) unmündi en mit eine micirt bat; t dit; vollig v IE debes 
ünbiaen Wei iner mannbatm., es mag n olb Straf wi 
Carpzov n Weibs⸗Perſo uar hie ius gleich "e tinh. 
"yt ov.part. í yeríofn aug fr: cc mitt ein gitt wird, 
LESE STi) je Comi s 4 46 gäbe werden. npe 
a ee B —— — * Ae 
bare Mei m Gall; wird Ren roli: V: part. Siotf;udy 
Ps P eibi - Per 4 wird berienia V T ^ REIT s : Mb epi 
cre ALIEN nige, welche eine en 
— — bas Ber der Rei ind —— 
‚ur * tu OD - eei ^c A i à ® 
| voe d. — Fut Sc fide tn miu" 
"5 "A enflit, 30. DIN perwieſen. ben ausae ird der 
ri Rt 2n wi 16 NE. iu 
E Tul. Clar S. e » 75. num. 36. | onfeit.. 31 d ds mit Ruthen 
2.) Mann Tei — num. . feg. Bajard as in ausgebans 
perfobir, fie and ſich u RL decepta E) PRIBAOSS dg mii is 
‚fie —— unterſtand " ^as 1 io IT. jf, à en, 
Bu u ee TK une erbare Weib 2) Ma 
neues. Kehl —— aber tegen pe unmündig te 3 
sis a u a "foc erperuirlicker 2 ans 
nen; in dieit nberung nicht 'eaen anderer: uitfid; en eine 
5 n Dieiem G5 dt bat ins X rer ba CE 2&cbés 
fat erben, Nom abite Lie Det Fit f m 
— nee ba sh mi — 
Kp. oes nad) Befi er foniten ei ondemnatio en, 20€ ing 
id imp nb ; A eine à "Eg nation Werckri 
: — are A nn em Sie andere wiüfäpeie taa 
; " Ht. ad Leg. o 75 ——— ab ín die, 
$ theor. prac. ET de adult, * 56. fegg. Stryk uid 
Mf. fpecim. 58 — tit. eod. S. 29. L SÉ dai vai bid ind. 
CREME OR wm T) — — P 
qQppa3 id) d, tit. 3. n ad iairlde d 
?P 3 HO mug. ae 
paz. Rat 


494 ^ Don der Straffe der Kroth: Zucht. 

pag. 265. Coccej. tom. 3. Refponf, 200. Berger. Oecon. 
Fur. lib. 3. tit. 11. 6. 4. pag. 823. & in füpplement. ad 
Elect. Tprud, Crim. Obfervat, 159. pag. 427. 

















^5? fer Carl. def F^ art. 119. uͤbereinſtimmet, verb. ' So fi 


| ! i d 

aber einer ſolchen Mißhandels freventlich unb gewaltthaͤti⸗ 
er Weiſe gegen einer unverleumden Frauen oder Jung⸗ 

rauen unterſtuͤnde und fid) bie Srau oder Tungfrau fei 


ner erwehrte / oder von ſolcher Belchwehrnus ſonſt er⸗ 


N 


rettet wuͤrde / derfeibige Ubelthaͤter foll auf Beklagung Def 
Benoͤthigten, in Ausfuͤhrung der Mißhandlung, nad) Ge: 


legenheit und Geſtalt der Perſohnen und unterſtandener 
Miſſethat, geſtrafft werden, und ſollen darinnen Richter 


and Urtheiler Raths gebrauchen, mie vor in andern Sab 


»- 4 


7 len mebr gefegt it. — | 


‚Prajudi» ^ 


cime 


" 


Wie bann Carpzovius 4. quæſt. 75. num. 63. hievon eine 


.. Cafum anführet , da einer auf (reper Straffe ein Weibs⸗ 


^ Bild, mit Gewalt auf die Erde nieder geworffen, fie ent» 

. , blöffet , fid) auf diefelbe gelegt; unb ſie nothzuͤchtigen wollen, 
-. c5 aber Darüber von andern (epe verflöhret voorben , mit. Au: 

« then ausgehauen/ und dep Landes auf ewig verwiefen - 


Refpon- 
,fum, I, 


mworden.- 


Und alfo hat aud) die Loͤbl. Juriſten  Facultát zu Wir’ 
temberg/ menf. Decembr. Ao. 1675. ad requifitionem C, 


AF. au Z. gefprodhen, verb. Hat Inquifit Fulvius guͤtlich ae 


ſtanden, daß ét ben 14. Novembr: diefes Fahre , ein Maͤgd⸗ 


[ein , Stabmens Miranda, auf bem Felde, nad)beme er zu 
vot fein Angeficht mit Erde gefchmiert , und den Hut von 
(i geworffen ‚mit ftarden Laufen.verfolget ‚ fie mit bee: 


-— "ben Händen ruͤckwerts aͤngefaſſet, und mit Gewalt auf bie 
» Erde geworffen , aud) , ohngeachtet biefeloe (cbr geſchrien, 


mb ihm gebetten , fie 08 zu laſſen, ihr dannoch den Rod 
und Hemd aufgehoben, und mit feiner rechten En ihre 
Jr, ARE es | (Da 


am 





> Des erſten Buchs / drepzehendes Capitd, 485 
Schaam begriffen, ferner auch fein männliches Glied gus 
denen Holen gelanget , unb fidi auf beg Maͤgdleins bloſſen 
Leid geleget , ob auch gleich biefelbe immerfort hoͤchlich ges 
fbr pen, und mit Händen und Füßen ſich gewehret ba et 
ihr die Beine nicht voneinander befommen Fünnen , er bane 
nod) in feinem Boͤſen Vortag fortgefabren , Dif ihme der 
Saame entgangen, und vor Ihr niedergefallen, darauf er 
wieder aufgeitanden , und zu feinen Schaafen gelaufen. - 
Daferne nun Inquifie auf diefen feinen gethanen Bekaͤnnt⸗ 
nus vor Sericht freywillig verharret, (o-ift derfelbe wegen‘ 
fölcher begangenen Mißhandlunz, mit Staupen Schlägen 
beg Landes ewig zu verweilen. V.R. W. 

Die Condemnation zur offentlichen Arbeit hat vorkom⸗ Refpon- 
mendeh Umſtaͤnden nad) , die Loͤbl. Juriſten  Zacuität zu fum II, 
Srandfurtb andidirt, verb. ‚Weil ex a&is fo viel erſchei⸗ 
net, das Inquific bie Urſel Kuchen, ein junges Maͤgdlein, 
jo in die Schule nad) Cotthuß gehen wollen, beym Arm ge- 
faßt, unter dem Vorwand, den Weg ihme zu zeigen wie⸗ 
ber zuruck gefuͤhrt, darauf ſich nie derzulegen befehlen, und = 
Unzucht mit ihr au treiben fid) unterſtanden, aud) ſo weiit 
verbracht, Daß die Zeichen an ihrem Hemde verſpuͤhret 
worden, daß aber ſolches wider ihren Willen geſchehen, da 
aus zu fpübren , weil fie, als fie von ihmeloßworden , wiez 
. ber zurud nad) Haus aefauffen , ihren Bindel an dem Ort 7 

zurucfgelaffen., bem. Thäter durch einenikurgen Weg vor 
zufommen geeilet , und ihrer Mutter bas ihr zugefuͤgte l in. 
recht fo fort offenbabret und geklagt, und Dann daraus ih: . 
re Einwilligung nicht geſchloſſen werden fan , dag fie fi 
deß Inquifici Befehl fid) niederzulegen., nicht widerfeget , 
da fie völlig in feiner Gewalt geivefen , und-er ein tübtlid) 
Gewehr bey ſich gehabt; Und ob er ſchon nicht geffehet,, das 
mit gebrobef zu haben dannoch das Maͤgdlein 7 Die fonft 
fein teutſch redet, deffen Drohwort ibme auf teütſch nad 
(agen koͤnnen; unb wie Deme allen , bannod) eun fold) — 


Wann jo 


486 Von der Stazffe der KNoth⸗Zucht. 
ches Maͤgdlein leicht durch einen Mann, welcher dergleichen 
Gewehr bey ſich hat, in ſolch Schrecken und Furcht geſetzet 
wird, daß fie deſſen Willen zu widerſetzen nicht unterſte⸗ 
hen darf , bie Ztundenbeit auch, ba er fid) alles ubrigen ge 
nau erinnern ‚Fönnen , ime nichts fuͤrtraͤgt; daß bemnad 
dieſes für. ein attentatum .ftupri violenti zu halten. Weil: 
aber jebod) mit der That es fo weit, nicht gekommen, daß 
das Menſch geſchwaͤngert oder beſchaͤdiget worden, fo iſt er 
zwar mit der, ordentlichen Lebens » Straffe zu verſchonen, 
jedoch. aber bem Mägdlein zur: (atisfa&tion für ihren elit 
tenen &dimpf , 3o. Rthl. zu erlegen, und fo dann wegen 
feines auf offener Strafen verübten [handlichen Frevels, 
ein Fahr. lang zu gemeiner Arbeit, auf einer Veſtung, oder 
worzu er fonften füglich gebraucht werden möchte, anzuhals 
ten, und darzu zu verdammmen, aud) bie Inquifitiong- Ro 
(teri zu erftatten fchuldig. 20, 96, 29. : | 


mand eine : T | : | 
Bib o7 | S. IO 


velim c Wann jemand fid) unterfangen eine Weibs⸗Perſohn 
gen fid un. zu nothzlichtigen die Nothzucht aud) gar wol hätte in 
terfangen, Das Werd richten fónnen/ hernachmalen von feinen 
pernadma. Vorhaben felbfE wiederum abffebet / und die Weibs⸗ 
wieder (reg, Perfohn unverfehrt von fich läffer/ fo wird derfelbe meis 
niligde fer nicht, als nut mit einer Geld oder Gefaͤngnus Strap 
het, der fe belegt, oder auf das höchfte eine zeitliche Landes: Ber, 
mir) " weiſung ime zuerkannt. Heec — | 
 Befänguus Leyfer. Meditat, ad ff. [pecim. $84. meditat, 18, 


ftem nr Und alfo hat bie Loͤbl. Cjuriffen « Facutát zu eel. 
| EM ffabtMenf, O&obr. Ao. 1721. gefprochen verb. Daßbee 
merfanne. Dt Inquifiten von bem Scharff- Richter im Gefánaniff: mit. 
Refpon- Ruthen zu züchtigen , nachgehends Speckmann ber Gerich- 


fam. — te auf 2. Jahr au vermeifen , wie denn aud) dieſer Gped» 
mann zwey Drittheile von den verurfachten Unkoſten, ur 
1 i : 9 


3232 
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Des erften Buchs/ dreyzehendes Capitel. 487 


haufen aber bem Uberreſt zu bezahlen angehalten wird. 
BR. W. Ration Decid, Es werden beyde Inquifiten